Samstag, 04. August 2018

Zwei Kulturstätten – ein Qualitätsmerkmal: Musik in historischen Mauern.

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Guten Tag!

Hirschberg, 01. Juni 2010. Geht es nach Bürgermeister Manuel Just, sollen die Menschen beim Stichwort Hirschberger Qualitätsmerkmal an Kunst und Kultur denken – auch in Zeiten der Krise, wenn zwar nicht die Qualität an sich, aber das Angebot knapp wird. Die „Musik in historischen Gemäuern“ wird dieses Jahr statt vier nur noch zwei Konzerte anbieten. Wir verlosen dafür 3×2 und 5×2 Eintrittskarten. Die Teilnahmebedingungen finden Sie am Ende des Textes.

Von Sabine Prothmann

Kunst und Kultur bezeichnete Bürgermeister Manuel Just bei einer Pressekonferenz als Qualitätsmerkmal für die „Doppelgemeinde“ Hirschberg. Schon unter seinem Vorgänger habe es Konzerte in der Villa Rustica in Großsachsen gegeben. Und seit 2008 habe man die Konzerte in historischen Gebäuden auch auf den Ortsteil Leutershausen erweitert, und zwar in die Alte Synagoge. Nach dem Motto: Zwei Ortsteile zwei Kulturstätten, zwei Austragungsorte. Bislang waren es jeweils zwei Konzerte, also insgesamt vier.

Fünf Musiker, fünf Länder: Spark.

Doch 2010 sieht das leider anders aus, die Wirtschaftskrise gehe auch an Hirschberg nicht spurlos vorüber. Erstmals könne es nur jeweils eine Veranstaltung geben, haben sich die Kosten im vergangenen Jahr doch auf nahezu 10.000 Euro summiert. Noch hofft Just auf Sponsoren, die es möglich machen, zumindest ein weiteres Konzert zu veranstalten. „Dann spielt es auch keine Rolle, ob es in der Großsachsener Villa Rustica oder in der Leutershausener Alten Synagoge stattfindet.

Überregional guter Ruf

Seine ganz klare Zielsetzung, spätestens für 2012 seien wieder je zwei Konzerte, betont Just. Die „Musik in Historischen Mauern“ hätten auch überregional einen überaus guten Ruf, man könne gar von einem Alleinstellungsmerkmal sprechen.

Selbst bei weiteren finanziellen Engpässen verspricht der Bürgermeister, das Programm nicht zu streichen. Hinsichtlich der Gleichbehandlung der beiden Ortsteile müsse es immer eine gerade Anzahl von Veranstaltungen geben; „zwei, vier oder gar sechs Konzerte“, hofft der Bürgermeister.

In diesem Jahr werden sich die Ausgaben im mittleren vierstelligen Bereich bewegen, sprich: Rund 5.000 Euro – abzüglich der Sponsorengelder verbleiben entsprechend weniger Kosten bei der Gemeinde. Dabei handle es sich um die klassischen Fixkosten wie Künstlergagen, Technik, Verpflegung, Bauhof und so weiter, erklärt der Bürgermeister. Die Einnahmemöglichkeiten seinen aufgrund der Platzzahl, vor allem in der Alten Synagoge mit höchstens 140 Sitzplätzen, begrenzt.

Weitere Sponsoren gesucht

Unterstützt wird die Veranstaltungsreihe auch in diesem Jahr wieder von der Sparkasse Rhein Neckar Nord, der Volksbank Weinheim, der Volksbank Kurpfalz H+G Bank und Goldbeck. Und jeder weitere Sponsor, der sagt, „ich kann mich damit identifizieren“, ist willkommen, so Just.

Zwei ganz besondere Konzerte verspricht Just für dieses Jahr.

Spark in der alten Synagoge

Klassisches Feuerwerk: Spark wird in der Alten Synagoge spielen.

Den Anfang macht am, 27. Juni 2010, um 19:00 Uhr in der Alten Synagoge die junge Gruppe „Spark“. Eine klassische Band von fünf Individualisten aus fünf Kulturkreisen präsentiert Kammermusik in variationsreicher Form. Musik, die sicherlich auch ein jüngeres Publikum anspricht, so Just.

„Spark“ besteht aus Daniel Koschitzki, Flötist, Bandleader und ursprünglich Pianist, der Flötistin Andrea Ritter, dem Geiger Stefan Glaus (Violin/Viola), Victor Plumettaz am Violincello und Jutta Rieping am Klavier.

„Spark“ kommen zudem aus fünf Kulturkreisen, nämlich Deutschland, Schweiz, Ungarn, Slowakei und aus dem Freistaat Bayern. Sie vereinen sich zu einem exzentrischen Kollektiv und stürmen auf die Bühnen der Welt. Die klassische Band spielt heiße Kammermusik, die zündet. Sie entwickeln die klassische Moderne weiter und brechen die Grenzen zwischen den Genres auf.

Neben eigenen Stücken und Arrangements spielt „Spark“ Werke international renommierter Komponisten, die zum Teil speziell für die Gruppe geschrieben wurde. (Infos: www.spark-off.com.de)

„Spark“ sind dabei eine große Karriere zu machen, sagt Dr. Claus Canisius, Initiator und Künstlerischer Leiter der Veranstaltungsreihe. Die klassische Musik sei mal wieder im Umbruch. Klassik im Frack passe nicht mehr zu einer offeneren Musikkultur. So wechselt die Band von einem Stil zum anderen, von Vivaldi zu Pop, Bach und Tango. „Ein Künstler ist besser als der andere“ und sie zeigen beim Jazz, Pop und in der Klassik ihre große Virtuosität, so Canisius.

Sollte die Deutsche Nationalelf das Achtelfinale erreichen, wäre das Konzert sicherlich eine gute Gelegenheit, einen spannenden Fußballnachmittag (das Spiel beginnt um 16:00 Uhr) ausklingen zu lassen, so Just.

SAP Bigband in der Villa Rustica

Die SAP Bigband.

Die zweite Veranstaltung am 18. Juli 2010, 19:00 Uhr, präsentiert in den Mauern der Villa Rustica die „SAP Bigband“, die schon im vergangenen Jahr für ein „volles Haus mit fast 450 Zuschauern gesorgt hat. Nach dem überragenden Erfolg im vergangenen Jahr habe man sich entschlossen die „SAP Bigband“ auch in diesem Jahr wieder einzuladen, sagt Just.

„Die überregional bekannte Bigband kommt mit Begeisterung nach Großsachsen“, sagt Dr. Claus Canisius. Die Band tourt fleißig im In- und Ausland, doch die Veranstaltung 2009 in der Villa Rustica habe die Bigband als ihr schönstes Konzert bezeichnet. „Hier wurden sie gut aufgenommen, gefeiert und bewirtet“, sagt Canisius.

Die „SAP Bigband“ wurde vor zehn Jahren gegründet und verpflichtet seit vielen Jahren den Mannheimer Jazztrompeter Thomas Siffling als ihren musikalischen Leiter. Die Bandmitglieder sind großteils Mitarbeiter der SAP AG, werden aber verstärkt von Musikern aus der Region um Walldorf. Die Amateure widmen sich dem Jazz in ihrer Freizeit.

In ihrem Repertoire findet sich eine breite Palette vom klassischen Swing über einfühlsame Balladen bis hin zu Latin und Funk. (Infos: www.sap-bigband.de, www.thomassiffling.de)

Hirschberger „Fanfare“

Michael Frank (Organisation), Dr. Claus Canisius (Künstlerischer Leiter), Bürgermeister Manuel Just

In diesem Jahr ist es Bürgermeister Just und dem Initiator Dr. Claus Canisius auch gelungen eine lang gehegte Idee zu verwirklichen, nämlich Musiker aus Hirschberg einzubeziehen. Jede Konzertreihe wird nun mit einer „Fanfare“ eröffnet. Und das, so Canisius, sei ein „Terminus Technicus“, es handle sich dabei nicht um Fanfarenmusik, sondern um Eröffnungsmusik. Canisius freut sich, dafür den Evangelischen Posaunenchor Leutershausen gewonnen zu haben, der zur Eröffnung in Leutershausen Sätze von Purcell, Händel, Hasse und Telemann intoniert.

Karten zu gewinnen

Das hirschbergblog verlost für das Spark-Konzert am 27. Juni 2010 in der Alten Synagoge in Leutershausen 3 mal 2 Karten. Einsendeschluss ist der 18. Juni 2010.
Für das SAP Bigband-Konzert in den Mauern der Villa Rustica am 18. Juli 2010, verlosen wir 5 mal 2 Karten. Einsendeschluss ist der 02. Juli 2010.

Bitte schreiben Sie uns eine email mit Namen und Adresse sowie dem gewünschten Konzert an: redaktion@hirschbergblog.de. Wir verlosen unter den eingegangenen emails die Gewinner. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Weitere Informationen: Karten sind ab kommenden Montag, 07. Juni 2010, für 10 Euro im Rathaus in Leutershausen, im Bürgerbüro in Großsachsen sowie an der Abendkasse erhältlich. Info-Telefon: 06201/ 598-840 oder 598-23.

Das Konzert am 18. Juli 2010 findet bei schlechtem Wetter in der Alten Turnhalle in Großsachsen statt.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.