Samstag, 04. August 2018

Ausnahmen für Edeka genehmigt

Print Friendly, PDF & Email

Guten Tag!

Hirschberg, 13. Juli 2010. Das Unternehmen Edeka Grundstücksverwaltungges. mbH hat einen Bautrag für das Neubaugebiet „Sterzwinkel“ gestellt. Danach beträgt die Verkaufsfläche 652 Quadratmeter auf dem insgesamt 1.400 Quadratmeter großen Grundtück

Ansicht Süd und Nord des Sterzwinkel-Edeka-Marktes. Quelle: Gemeinde Hirschberg

Die westliche Baugrenze mit einer Lärmschutzmauer wird um 23,50×0,50m überschritten, außerdem die Überdachung des Anlieferbereichs um 4,50×5,50m.

Mauer und Überdachung sollen dem Schallschutz des angrenzenden Wohngebiets dienen und kommen aus Sicht der Verwaltung dem „Planungswillen der Gemeinde“ entgegen.

Weiter wurde die Befreiung „Grünordnung“, Punkt 9.1.4. – Flächen zum Anpflanzen von Bäumen und Sträuchern, beantragt.

Bauantrag der Edeka mit Ausnahmen. Klicken Sie zum Vergrößern. Bild: Gemeinde Hirschberg

An der westlichen Grunstücksgrenze verläuft ein 5m breiter Pflanzgebotsstreifen, dieser kann um 15m pro Grundstück unterbrochen werden. Insgesamt soll er aber um 18m unterbrochen werden.

Weiter beantragte Edeka eine Befreiung von der Festsetzung „Öffentliche und private Grünflächen“, Punkt 8 – Flächen, die von Bebauung frei zu halten sind. Im östlichen Bereich des Grundstücks befindet sich eine Fläche, die von Bebauung frei zu halten ist – diese werde aber für Stellplätze und Zufahrten benötigt. Die Versiegelung soll mit Begrünung im westlichen Grundstücksbereich ausgeglichen werden.

Bürgermeister Just begründete die Ausnahmen als „gute Lösung“ und lobte den Bauantrag als „elegante Anordnung“: „Mir gefällt das Vorhaben, es ist gelungen, auch wenn man sich über ästhetische Empfindungen streiten kann. Hier wird ein ordentliches, vernünftiges Gebäude am Ortseingang entstehen.“

Die Freien Wähler stimmten den Ausführungen zu. Bürgermeister-Stellvertreter Fritz Bletzer (FW) sagte: „Obs gefällt? An vieles gewöhnt man sich.“

Karl-Heinz Treiber (GLH) kritisierte: „Das ist der gleiche Kasten, wie ich ihn überall von Edeka finden kann. Der Baustil ist typisch für die 80-er Jahre, das ist 30 Jahre überholt. Das ist nicht das, was der gegenwärtigen bautechnischen Ästhetik entspricht. Die Horizontale ist das, was dominieren soll. Zwangsläufig muss ich zustimmen, weil es hier nur um mein Empfinden geht.“

Bürgermeister Just bestätigte, dass Edeka sicherlich an der Werbewirkung interessiert sei, aber durch Begrünung und Verkleidung das Gebäude attraktiver gestalten könne.

Karin Kunz (CDU) begrüßte die Schallschutzwand zur Entlastung der Anwohner und hatte sonst keine Einwände.

Eva-Marie Pfefferle (SPD) sagte: „Wir begrüßen den Entwurf.“

Oliver Reisig (FDP) sagte: „Wir bekommen einen Markt auf einer Fläche, die von vielen Betreibern heutzutage als zu klein angesehen wird, man mag sagen, dass es zu vollgebaut ist, aber wir begrüßen die Umsetzung.“

Der ATU nahm den Antrag einstimmig an.

Ansicht West und Ost des Sterzwindel-Edeka-Marktes. Quelle: Gemeinde Hirschberg

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.