Montag, 30. Juli 2018

Leutershausen erhält schnelle Internetleitungen – Großsachsen bleibt in der digitalen Steinzeit

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Hirschberg, 04. August 2010. (red) Am 23. Juli sagte uns Bürgermeister Manuel Just im Interview noch, er hoffe, bis Jahresende eine Verbesserung der Telekommunikationsversorgung verkünden zu können. Seit Montag ist es amtlich: Ab Oktober/November 2010 soll zumindest Leutershausen über schnelle Internetleitungen verfügen.

Kommentar: Hardy Prothmann

Möglich wird das über eine Kooperation der Firmen Medicom GmbH (Dreieich) und dem Dienstleister Kabel-BW. Die Tarife für die schnelle Internetanbindung werden zwischen 20 und 50 Euro liegen, zusätzlich lassen sich über das Kabel natürlich auch gegen Entgelt Fernseh- und Hörfunkprogramme empfangen sowie telefonieren.

Die Lösung steht allerdings nicht für Großsachsen zur Verfügung, weil dort bis auf das Neubaugebiet Sterzwinkel und „östlich der Brunnengasse“ geeignete Kabel fehlen. Dort muss man mit dem Telefon als kommunikationstechnischer Errungenschaft vorlieb nehmen oder viel Zeit und Geduld mitbringen, wenn man im Internet „surft“.

Ein Ausbau des Telekom-Netzes hätte die Gemeinde 300.000 Euro gekostet – eine Investition, über die die Gemeinde nochmals nachdenken sollte, denn zu einer modernen Gemeinde gehört auch eine entsprechende Anbindung an die moderne Kommunikationswelt Internet.

Wie sagte Bürgermeister Just im Interview: „Das Internet ist für mich vollkommen unverzichtbar.“ Vielleicht sollte er nicht nur an sich denken, sondern auch an die Bürger, die bis heute über langsame 1-2 Megabit-Leitungen angebunden sind.

Dass das Gewerbegebiet Hirschberg Süd ebenfalls nicht an das schnelle Datennetz angebunden ist, ist eigentlich ein Skandal. Vor zehn Jahren war die Entwicklung des Internets und die Notwendigkeit, große Datenmengen zu übertragen, bereits abzusehen.

Bedauerlich ist auch, dass es keinen Wettbewerb gibt und nicht wenigstens zwei Firmen in Konkurrenz zueinander Leistungen anbieten – günstige Tarife werden so eher nicht zu erwarten sein.

Der Hinweis, dass die Firmen sich diese Leitungen selbst legen lassen könnten ist vor allem eines nicht: wirtschaftsförderlich.

Alle Unternehmen der so genannten „New Economy“, also Internetdienstleister, Beratungsfirmen, Medienproduzenten werden bei einer Standortwahl selbstverständlich nach schnellen Leitungen als unabdingbare Voraussetzung schauen und sich garantiert nicht in Großsachsen oder im Gewerbegebiet niederlassen, solange dort die digitale Steinzeit vorherrscht.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.