Donnerstag, 13. Juni 2019

Wolfgang Burger: „Ich weiß immer, wie der Krimi endet.“

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Guten Tag

Hirschberg, 24. September 2010. Alexander Gerlach ist ein sympathischer Ermittler. Wolfgang Burger ist der Autor, der die Geschichten erzählt. Im Interview mit dem heddesheimblog erzählt der Autor Burger über seine Figur Gerlach, über die Ermittlungen und wie das alles zusammenhängt.

Interview: Sabine Prothmann

Herr Burger: Wie viel von Ihnen steckt in dem Kripo-Chef Alexander Gerlach?
Wolfgang Burger: „Schwer zu sagen. Vermutlich mehr, als ich zugeben würde.“

Sie arbeiten schon wieder an einer neuen Geschichte, wissen Sie schon zu Beginn, wie der Krimi endet?

Burger: „Ja, das weiß ich immer. Einem Roman geht bei mir (schließlich bin ich Ingenieur) immer ein längerer Planungsprozess voraus.“

Spielt Gerlachs Geliebte Theresa auch im nächsten Buch eine Rolle?
Burger: „Selbstverständlich. Es wird aber eine dramatische Veränderung in der Beziehung geben.“

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Wolfgang Burger weiß immer, wie seine "Krimis" ausgehen. Bild: privat

Werden Ihre Romane vor allem im Rhein-Neckar-Raum gelesen?
Burger: „Überwiegend natürlich ja, inzwischen aber längst nicht mehr nur.“

Können Sie sich vorstellen, nur noch als Schriftsteller zu arbeiten?
Burger: „Nein. Aus dem einfachen Grund, dass ich befürchten würde vor dem Laptop zu verblöden. Den Kontakt zur Welt und zum „richtigen“ Leben zu verlieren. Am Ende kommen dann meistens Bücher dabei heraus, in denen Schriftsteller davon erzählen, wie es Schriftstellern geht, denen nichts mehr zu erzählen einfällt.“

Warum haben Sie Heddesheim als Tatort gewählt?
Burger:
„Heddesheim kam durch Zufall ins Spiel. Ich habe ein möglichst anonymes Hochhaus im Umkreis von Heidelberg gesucht, wo Anita Bovary sich verstecken könnte. Und in Heddesheim bin ich schließlich nach einiger Fahrerei fündig geworden.“

Ihre ersten Krimis spielen in Karlsruhe, aber erst mit den Heidelberg Krimis wurden Sie erfolgreich. Lag es am Handlungsort?
Burger: „Ja. Die Heidelberg-Reihe war der Versuch eines Neuanfangs, nachdem ich festgestellt hatte, dass Karlsruhe als Handlungsort nicht wirklich gut funktioniert. Dass Heidelberg aber dermaßen einschlagen würde, hätte ich auf der anderen Seite auch nicht erwartet. Es liegt aber vermutlich nicht nur am Handlungsort, sondern auch an den Figuren.“

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, nach Heidelberg zu ziehen?
Burger: „Das wäre ja furchtbar weit weg von meinem Arbeitsplatz am KIT. Ich schätze es, zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit fahren zu können. Auf der anderen Seite würde ich fürchten, dass Heidelberg viel von seinem Charme einbüßen würde, wenn ich jeden Tag dort wäre.“

Was liest der Privatmensch Wolfgang Burger? Und gibt es schriftstellerische Vorbilder?
Burger:
„Alles Mögliche. Natürlich auch Krimis. Entweder von KollegInnen oder von Autoren, die mir empfohlen wurden. Literarische Vorbilder gibt es eigentlich nicht. Neben Krimis lese ich aber auch ganz „normale“ Bücher, z. b: von Uwe Timm.“

Hinweis:
Am 10. Februar 2010 wird der Autor zu einer Lesung in Heddesheim sein. Wir kündigen die genauen Daten noch an.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.