Donnerstag, 02. August 2018

10 Jahre NABU: Naturwaldgemeinde Hirschberg an der Bergstraße

Print Friendly, PDF & Email


Guten Tag!

Hirschberg, 14. Dezember 2010. (pm) Der Hirschberger Wald ist als Naturwaldgemeinde ausgezeichnet worden. Im Zuge dessen wurde eine naturnahe Waldbewirtschaftung für weitere zehn Jahre festgeschrieben.

Information der Gemeine Hirschberg an der Bergstraße

„Im Oktober des Jahres 1999 wurde der Wald der Gemeinde Hirschberg mit dem Prädikat NABU Naturwaldgemeinde ausgezeichnet.

Dieses Jahr nun wollen NABU Vertreter gemeinsam mit dem Bürgermeister, den Gemeinderäten und dem Revierleiter für weitere 10 Jahren die naturnahe Waldbewirtschaftung fest schreiben.

Seit 1999 sich die Gemeinde dazu verpflichtet, seinen Gemeindewald nach strengen ökologischen Regeln zu bewirtschaften. Neben den ökologischen Aspekten habe die Selbstverpflichtung der Gemeinden auch positive Auswirkungen auf die Naherholung. Insgesamt habe die Auszeichnung keine wirtschaftlichen Einschränkungen mit sich gebracht, aber einen stärkeren, vielfältigeren und gesünderen Waldbestand zur Folge, so Bürgermeister Manuel Just.

Neben Hirschberg wurden vier weitere Gemeinden mit dem NABU-Prädikat „Naturwaldgemeinden“ ausgezeichnet. Die Gemeinde Königsfeld im Schwarzwald erhielt 1997 als erste im Land vom NABU das Prädikat „Naturwaldgemeinde“.

Dazu kamen noch Bad Dürrheim, Mönchweiler und Pfullingen (Landkreis Reutlingen). Unter anderem verzichten die teilnehmenden Gemeinden auf Kahlschlag, setzen auf Naturverjüngung statt Pflanzungen und verzichten auf den Einsatz von Chemie im Wald.

Der Wald wird nicht „aufgeräumt“. Totholz und Höhlenbäume bleiben als aktive Naturschutzmaßnahme im Wald, und auf fünf Prozent der Fläche kann sich der Wald gänzlich ungestört entfalten. Die Gemeinde erhalten dafür das Prädikat „Naturwaldgemeinde“.

NABU-Landesvorsitzender Andre Baumann sieht für die Naturwaldgemeinden zukünftig weitere strategische Vorteile. „Ein weitgehend geschlossenes Waldgefüge mit ausreichenden Altholz- und Verjüngungsvorräten auf der Fläche ermöglichen einen Waldbau auf hohem Niveau, der den finanziellen Einsatz minimiert und zugleich vielfältige Waldstrukturen mit hoher Biodiversität.

Die Maßgaben des neuerdings entwickelten Alt- und Totholzprogrammes im Staatswald und die Forderung des Bundes nach 5% Nutzungsverzicht werden in Hirschberg schon seit mehr als 10 Jahren erfüllt. Ökologie und Ökonomie sind im Einklang. Auch die Besucher des Waldes honorieren dieses System – attraktive Waldbilder fördern die Naherholung.

Die Mitgliedschaft im Kreis der NABU-Naturwaldgemeinden hat noch weitere Vorteile. Einmal im Jahr, jeweils an einem anderen Ort, treffen sich die Revierleiter und Vertreter des NABU zu einem intensiven Erfahrungsaustausch.

Dabei wird nicht nur die praktische Umsetzung der Kriterien im forstlichen Alltag besprochen sondern auch Anpassungen an geänderte Rahmenbedingungen und Gesetzeslagen diskutiert und beschlossen. Durch diesen permanenten Austausch erweist sich das NABU Prädikat als offene und lebendige Auszeichnung für Gemeinden, die ihren Wald im Einklang mit der Natur bewirtschaften wollen.“

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.