Sonntag, 12. August 2018

Freie Wähler besuchen Staufer-Ausstellung in Mannheim

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Guten Tag!

Hirschberg/Mannheim, 14. Februar 2011. Auf Entdeckungsfahrt gingen die Freien Wähler Hirschberg im voll besetzten Bus nach Mannheim: Ihr Ziel – die Staufer-Ausstellung in Mannheim.

Von Volker Ehret

Ein voll besetzter Bus mit Saasemer und Heisemer machte sich dieser Tage auf den Weg nach Mannheim, um die zusammen getragenen Schätze aus der Stauferzeit zu besichtigen. Walter Brand hatte die Fahrt organisiert. Die Ausstellung enthält auch einen direkten Bezug zur Bergstraße, was für einige neu war.

Freie Wähler erkunden Staufer-Ausstellung in Mannheim. Bild: FW

Walter Brand begrüßte die Teilnehmer und freute sich über das rege Interesse. Gleich nach der Ankunft wurden zwei Gruppen gebildet, beide wurden mit Technik ausgestattet, damit war gewährleistet, dass der Führer/die Führerin ohne laut werden zu müssen, die Teilnehmer unter den vielen anderen Besuchern sehr gut erreichte.

Sehr rasch wurde den Teilnehmern klar, dass neben dem Bereich Hohenstaufen (zwischen Göppingen und Lorch – Remstal) der Raum Rhein-Neckar-Main und Süditalien(mit Schwerpunkt Sizilien) die für die Entwicklung der Staufer wichtigsten Regionen waren.

Die Strahlenburg in Schriesheim und auch die Hirschburg (Ruinenreste in Leutershausen) sind neben Speyer, Worms, Mainz, Schönau und Heidelberg Anlaufstellen der Stauferkönige und -kaiser gewesen.

Dies wird auch dadurch dokumentiert, dass Grablegen der Staufer neben dem Kloster Lorch (Remstal) der Dom von Speyer war und heute noch ist. Allerdings sind die berühmtesten Staufer, Kaiser Barbarossa (ertrunken in der Südtürkei auf einem Kreuzzug und dort auch bestattet) und Kaiser Friedrich II (verstorben in Palermo und dort auch beerdigt), nicht im deutschen Raum zu Grabe getragen wurden.

Den Staufern gelang es, aus relativ kleinen Anfängen (Region um den Hohenstaufen, sie hatten ihren Ursprung neben Schwaben auch im Elsass) durch Heirat und Kriege im Laufe ihrer eigentlich kurzen Herrschaft im 12. und 13. Jahrhundert das bedeutendste Reich in Europa im Mittelalter zu schaffen und auch zu kontrollieren.

Friedrich Barbarossa war wohl mehr der Kämpfer, er führte eher einen Krieg, bevor er die Diplomatie als Mittel zum Erfolg einsetzte. Sein Enkel Friedrich II war im Kontrast zu Barbarossa mehr Diplomat als Krieger. Für damalige Verhältnisse hatte er eine außergewöhnlich hohe Bildung (er sprach neben Latein – Amtssprache -, Griechisch, Hebräisch und Arabisch, es ist nicht gesichert, ob er auch Deutsch gesprochen hat, er hatte eine wissenschaftliche Ausbildung, er schrieb ein Buch über die Falknerei, das von Falknern heute noch herangezogen wird).

Sein Lebensmittelpunkt war nicht der deutsche Raum, sondern Süditalien. Er legte sich gelegentlich mit dem Papst an, aus seinem Testament war jedoch zu entnehmen, dass er sehr christlich geprägt war. Sein besonderes Geschick bestand darin, besiegte Gegner einzubinden und so künftige Konflikte mit ihnen zu vermeiden. Die Macht der Staufer endete mit der Hinrichtung von Konradin in Neapel im Jahre 1268.

In der Ausstellung wurden viele Gepflogenheiten der damaligen Zeit dargestellt, dabei war zu erfahren, dass Gewürze im Mittelalter sehr teuer und wertvoll waren. Ein Pfund Muskatnuss hatte den Wert von 6 Ochsen, eine Dose Safran wurde mit einer Kuh aufgewogen. Eines der optisch schönsten Exponate ist zweifelsfrei der Krönungsmantel von Friedrich II. Heute noch sehr schöne, leuchtende Farben fallen dabei besonders ins Auge.

Die Ausstellung enthält wertvolle Exponate aus der ganzen Welt. Den Reiss-Engelhorn-Museen in Mannheim ist ein großer Wurf gelungen, die hohen Besucherzahlen belegen, dass sie mit der didaktisch sehr gut organisierten Ausstellung auf dem richtigen Weg waren und sind.

Nach der immensen Wissensaufnahme führte der Weg ins Eichbaumbrauhaus, während der dort gepflegten Geselligkeit wurde in vielen Gesprächen das Gesehene und Gehörte verarbeitet. Dabei staunte beispielsweise die Familie Hermann Volk (Leutershausen) über die hohe Qualität der Exponate – vor Allem der gut erhaltenen Schriftstücke -. Peter Johe stellte die sicher schwierige und zeitraubende Vorarbeit für eine solche Ausstellung heraus.

Das hohe Niveau des Führers/der Führerin fand allgemein Anerkennung (Familie Helmut Holz und Irmgard Ehret). Der nationale Aspekt wurde auch gewürdigt, Hanne Volk freute sich, dass das für Europa im Mittelalter bedeutende Stauferreich deutschen Ursprung hatte und auch Spuren an der Bergstraße hinterlassen hat.

Der Ehrenvorsitzende Manfred Kopp ergriff kurz vor der Heimfahrt das Wort und dankte Walter Brand für die ausgezeichnete Organisation der Halbtagesfahrt. Damit sei es den Freien Wählern wieder gelungen, Wissensvermittlung zu ermöglichen und die Identifikation der Menschen mit der Region zu stärken

Anmerkung der Redaktion:
Volker Ehret ist verantwortlich für die Pressearbeit der Freien Wähler Hirschberg

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.