Dienstag, 14. August 2018

Von außen betrachtet hat die DRK-„Fusion“ noch nicht stattgefunden

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Guten Tag!

Hirschberg, 15. April 2011. (red) Die DRK-Ortsvereine Großsachsen und Leutershausen „haben“ demnächst fusioniert. Im Ort hat der Termin bereits stattgefunden, der Kreisvorstand muss das noch am 09. Juni 2011 bestätigen. Reine Formsache. Rhein-Neckar-Zeitung und Weinheimer Nachrichten haben wie üblich gleichtönend über „Harmonie“ und „alles bestens“ berichtet. So muss das sein, in der Zeitungswelt und aus Sicht von „Vorständen“. Die große Frage bleibt: Wann ist es mal mit „sektseeligen Sichtweisen“ vorbei? Antwort: Spätestens dann, wenn man nüchtern hinguckt. Und dann gibt es auch unangehme Fragen.

Von Hardy Prothmann

„Um 21.35 Uhr war dann letztendlich alles in trockenen Tüchern, der neue Vorstand gewählt, die Satzung bestätigt und der Sekt in den Gläsern. Einstimmig wurden dabei alle Entscheidungen gefasst – „ein Zeichen für die hervorragende Vorarbeit.“

Das klingt doch super. Alles „easy“. Keine Probleme. Hoch die Tassen.

Das klingt alles super, bis man ein wenig nachdenkt.

Laut Tabelle hat das fusionierte DRK Hirschberg nun 685 Mitglieder. Laut WN und RNZ sind gerade mal 33 stimmberechtige Mitglieder anwesend – gerade mal fünf Prozent. Die wählen den Vorstand, Michael Frank, einstimmig. Darauf „hoch die Tassen“ – eine solch dramatisch schlechte Wahlbeteiligung von unter fünf Prozent kann man sich nur wegsaufen. Oder, wie Herr Frank zitiert wird: „Pack ma-€™s an!“

Die Frage, was es „anzupacken“ gilt, stellen weder die Weinheimer Nachrichten, noch die Rhein-Neckar-Zeitung. Wenn es nach deren Berichten geht, war alles immer in Ordnung und harmonisch undsoweiter. Sowohl beim DRK Großsachsen als auch beim DRK Leutershausen.

Wozu also die Aufregung? Was ist eigentlich aufregend? Dass aus zwei Vorständen einer wird? Dass die Fusion geplant worden ist? Dass gekommen ist, was „gewollt“ wurde?

Kam das von Heut auf Morgen? Irgendwie braschend? Dschuldischung, der Sekt, ü-b-e-r-raschend?

Wohl kaum.

Überraschend ist hingegen die „Öffentlichkeitsarbeit“ der DRK-Ortsvereine und des neuen „Gesamtortsvereins“. Eingeladen wurden nur die „Hausmedien“.

Und im Internet gibt es immer noch das DRK Leutershausen und das DRK Großsachsen mit eigenen Auftritten. Welcher von beiden öder, schlechter, langweiliger ist – der Wettbewerb ist kaum zu entscheiden, weil beide Angebote miserabel, nicht aktuell und wenig informativ sind.

(Die Behandlung des DRK Leutershausen zur „Geschichte“ des DRK unter Hitler hätte eine eigene Betrachtung verdient.)

Angeblich soll es demnächst unter „DRK-Hirschberg.de“ einen gemeinsamen Auftritt im Internet geben. Mal abgesehen davon, dass mit der Adresse „drk-hirschberg.de“ kein Geld zu machen ist, bleibt trotzdem die Frage, wieso sich das DRK Hirschberg diese Adresse trotz Ankündigung noch nicht gesichert hat?

Vermutlich aus dilletantischen Gründen. So mies, wie die bisherigen Internetauftritte gestaltet und „befüllt“ sind, darf man vermuten, dass hier nur Dilletanten am Werk sind.

Die nennen sich intern wahrscheinlich „Beauftragte“ – nach außen liefern sie eine unterirdische Leistung ab.

Die Kritik geht nicht gegen das „Design“ – das ist schlecht. Letztlich kommt es aber auf die Inhalte an.

Und die sind… Ja, wie sagt man da, um nicht das „sch“-Wort zu benutzen?

"Aktuell", "attraktiv" - wohl kaum. Quelle: DRK Leutershausen

Also, die Inhalte sind bescheiden, veraltet und man fragt sich, ob sich jemand für diese „Visitenkarte“ im Netz überhaupt interessiert, wenn im April 2011 im „Nachrichtenticker“ immer noch Termine vom-  29. Januar 2010 durchlaufen…

Verantwortlich für den „29. Januar 2010“ am 15. April 2011 ist Michael Frank – der neue Vorstand des fusionierten DRK Hirschberg. Der stellvertretende Hauptamtsleiter der Gemeinde Hirschberg ist der dortige „Internet-Experte“, der auch für das neue Internet-Angebot der Gemeinde verantwortlich zeichnet.

Unsere Nachfrage, zum desolten Zustand dieser „Präsentation“ hat der Vorstand des DRK Hirschberg als „Unverschämtheit“ zurückgewiesen.

Fragt sich nur, wer sich für was zu „schämen“ hat.

Oder anders gefragt:

Wie kann es sein, dass zwei Ortsvereine des DRK fusionieren und das neue Medium Internet, über das man junge Menschen und potenzielle Mitglieder ansprechen kann, sträflich vernachlässigt wird?

Wie kann es sein, dass das DRK Hirschberg offiziell verkündet, „demnächst“ unter drk-hirschberg.de auftreten zu wollen und noch nicht einmal die Adresse gesichert hat?

Wer ist dafür verantwortlich, dass das entscheidende Medium Internet – vor allem, was die Jugend angeht – so sträflich vernachlässigt wird?

Ist ein „Vorstand“ tragbar, der aktiv und unmissverständlich klar macht, dass „man“ auf eine Berichterstattung „bewusst verzichtet“?

Ist einem „Vorstand“, der sich so „bewusst“ äußert, ein „Bewusstsein“ zu attestieren?

Und wenn ja, für was? Für die „eigene Wichtigkeit“ oder für die „Sache“?

Herr Thomas Kurz und der „Vorstand“ sollten sich dringend die Frage stellen lassen, ob sie im Dienste der Idee des Deutschen Roten Kreuzes auch nur im Ansatz tragbar sind oder nicht sofort und kompromisslos ihre Ämter niederlegen sollten.

Und wem die „Relevanz“ nicht klar ist: Heute wird der Spatenstich des neuen Hilfeleistungszentrums getätigt. Ein Termin, der nicht nur das DRK betrifft – aber auch.

Wir berichten darüber: Sollen wir „wunschgemäß“ das DRK ausklammern?

Wenn es nach Thomas Kurz und dem „Vorstand“ geht…

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.