Dienstag, 07. August 2018

Besuch aus Palästina – Spenden für das „Cinema Jenin“

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Hirschberg, 28. Mai 2011. (red/pm) Am 2. Juni (Himmelfahrt) zeigt das Olympia-Kino den Film „Das Herz von Jenin“. Außerdem werden anwesend sein: Ismael Khatib, Protagonist des Films, Mitbegründer des Cinema Jenin und Leiter des Jugendzentrums Cuneo Center Jenin und Fakhri Hamad, Mitbegründer des Cinema Jenin.zusammen mit dem Film „Das Herz von Jenin“. Das Olympia-Kino möchte mit dieser Veranstaltung auf die Situation des einzigen Kinos in Palästina aufmerksam machen und um Geldspenden bitten.

Pressemitteilung des Förderkreises Olympia-Kino:

„Das palästinensische Flüchtlingslager Jenin im Norden der Westbank (Westjordanland) galt jahrelang als Hochburg terroristischer anti-israelischer Aktionen, bis das israelische Militär 2002 große Teile des Flüchtlingslagers zerstörte. Mittlerweile hat sich die Situation deutlich entspannt. Vor allem auf kultureller Ebene hat sich in Jenin inzwischen ein bemerkenswerter Wandel vollzogen.

Seit 2002 gibt es das inzwischen weltweit bekannte „Freedom Theatre“ unter der Leitung des charismatischen arabisch-jüdischen Künstlers Juliano Mer-Khamis, das vor zwei Jahren auch in Heidelberg zu Gast war und vor allem mit palästinensischen Jugendlichen arbeitet. Die Produktionen des Theaters beschäftigen sich, nach allen Seiten kritisch, mit der Situation der Besatzung und Begriffen der Freiheit.

Wiederaufbau des Kinos „Cinema Jenin“

Das "Cinema Jenin".

Seit 2008 entstand aber auch ein anderes Kulturprojekt: der Wiederaufbau des in den 60er Jahren erbaute Kinos Cinema Jenin, das mit dem Ausbruch der ersten Intifada im Jahr 1987 geschlossen worden war. Cinema Jenin wurde vom deutschen Regisseur Marcus Vetter und den beiden Palästinensern Fakhri Hamad und Ismael Khatib gegründet und wird lokal wie international unterstützt; zu den Unterstützern des Projekts zählen unter anderem das deutsche Auswärtige Amt, das Goethe-Institut Ramallah und Prominente wie der Pink-Floyd-Sänger Roger Waters. Inzwischen ist aus dem halbverfallenen Tauben-Paradies ein hochmodernes Kino- und Kulturzentrum geworden – inklusive eigener Filmproduktion, Gästehaus, einer integrierten Mediathek und einer Filmschule im Aufbau.

Allerdings kann das Kino sich heute, neun Monate nach der Eröffnung, noch nicht selbst finanzieren.

Die Idee, ein altes Kino in Jenin wieder zu einem Kulturzentrum aufzubauen, entstand im Zusammenhang mit dem bewegenden Dokumentarfilm „Das Herz von Jenin“, der u.a. mit dem Deutschen Filmpreis 2010 als „Bester Dokumentarfilm“ und mit dem „Cinema for Peace Award“ ausgezeichnet wurde.

„Das Herz von Jenin“

Der Film "Das Herz von Jenin".

Der Film (Deutschland 2008, Regie: Marcus Vetter und der Israeli Leon Geller, 89 Min) erzählt die wahre Geschichte Ismael Khatibs, dessen 12-jähriger Sohn Ahmed 2005 im Flüchtlingslager von Jenin von Kugeln israelischer Soldaten tödlich am Kopf getroffen wird. Nachdem die Ärzte im Krankenhaus nur noch Ahmeds Hirntod feststellen können, entscheidet der Palästinenser Ismael, die Organe seines Sohnes israelischen Kindern zu spenden und damit deren Leben zu retten.

Zwei Jahre später begibt er sich auf eine Reise quer durch Israel, um diese Kinder zu besuchen. Eine schmerzhafte und zugleich befreiende Reise, denn durch die Kinder kommt Ismael auch seinem Sohn wieder ganz nah.“

Info: Der Eintritt kostet 10 Euro, der größte Teil des Eintritts und der Spenden geht an das Cinema Jenin. Voranmeldung: foerderkreis@olympia-leutershausen.de oder 06201 – 53600.

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Das hirschbergblog

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.