Mittwoch, 15. August 2018

Beschwerde über „Delfisch“-Schwimmschule in Leutershausen

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Hirschberg, 20. Juli 2011. (red) Kurze Tagesordnungen garantieren nicht gleichzeitig kurze Sitzungen, mussten die Besucher der gestrigen Gemeinderatssitzung in Hirschberg feststellen. So ging die öffentliche Sitzung auch erst nach 25-minütiger Verspätung los.

Von Sabine Prothmann

Knapp 20 Besucher hatten sich auf den Treppen des Rathauses versammelt und warteten darauf, in den Saal eingelassen zu werden – Bürger Hirschbergs, aber auch Vertreter der beiden Energiekonzerne EnBW Regional AG und Stadtwerke Viernheim, denn schließlich sollte heute die Vergabeentscheidung hinsichtlich der Stromkonzession getroffen werden.

Bürgermeister Manuel Just entschuldigte die Verspätung mit einer langen, aber produktiven Diskussion im nichtöffentlichen Sitzungsteil.

Unter Top 1, Fragen für Einwohnerinnen und Einwohner, beschwerten sich Bürger über die Schwimmschule „Delfisch“ im Sonnenbergweg in Leutershausen. Der Badebetrieb sei als freiberufliche Schwimmschule registriert, aber inzwischen würden neun Angestellte dort arbeiten und täglich mehrfach stattfindende Schwimmkurse verursachten erhöhtes Verkehrsaufkommen und vor allem eine unzumutbare Parksituation.

Ein eingeschränktes Parkverbot, von 09 bis 15 Uhr, sorge nicht für Abhilfe, denn viele Kurse finden erst am Nachmittag statt, erklärte ein Bürger.

Ein Anwohner des Sonnenbergweges hatte sich auch rechtlich beraten lassen und zweifelte vor allem die „freiberufliche“ Tätigkeit an.

„Sie haben den Sachverhalt bestens vorgetragen“, so Bürgermeister Just. Die Badeanstalt sei ursprünglich als Babyschwimmschule mit Verwaltungsräumen erklärt worden, doch die aktuelle Situation gehe deutlich über die die Nutzung einer Babyschwimmschule hinaus und die Verwaltungsräume erstreckten sich inzwischen auf fast das komplette Gebäude.

Man habe inzwischen Kontakt mit dem Landratsamt aufgenommen, und von Seiten der Verwaltung glaube man, dass die Schwimmschule wahrscheinlich den Rahmen der rechtlichen Voraussetzung freier Berufe verlasse und es sich um eine gewerbliche Nutzung handle.

Entweder werde dies nun zu einem Nutzungsverbot durch das Baurechtsamt führen oder der Nutzer stelle den Antrag auf Genehmigung. Dies wiederum führe dazu, dass dieses Ansinnen dem Auschuss für Technik und Umwelt (ATU) vorgetragen werden müsse und der Bürgermeister mutmaßte, dass dieser Antrag vom ATU wahrscheinlich abgewiesen werde.

„Sie sehen, wir setzen uns mit dem Verfahren auseinander und sind auf einem guten Weg“, erklärte Just.

Auch könne er das Parkverbotsschild nicht einfach austauschen, auch dazu müsse man sich mit dem Landratsamt in Verbindung setzen, aber „wir werden uns dem Problem annehmen – Thema erkannt“, sagte der Bürgermeister abschließend.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.