Freitag, 16. November 2018

Gemeinderatssitzung 17. Juli 2012

Inklusion: „Kinder unserer Gemeinde“

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Hirschberg, 20. Juli 2012. (red/sap) Ab dem kommenden Schuljahr gehen sechs Kinder mit Behinderung auf die Hirschberger Grundschulen. Der Gemeinderat stimmte f├╝r die Einrichtung gruppenbezogener L├Âsungen zur Schulischen Bildung von Menschen mit Behinderung.

Von Sabine Prothmann

Die schulische Bildung von jungen Menschen mit Behinderung ist Aufgabe aller Schulen. Die Frage der bestm├Âglichen Realisierung ist mit Blick auf jedes Kind und jeden Jugendlichen immer wieder neu zu kl├Ąren.

Um solche Kl├Ąrungsprozesse noch st├Ąrker als bisher in einer Verantwortungsgemeinschaft von allgemeinen Schulen und Sonderschulen sowie der Betroffenen selbst zu gestalten, hat ein Expertenrat Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Systems der schulischen Bildung von jungen Menschen mit Behinderungen, Beeintr├Ąchtigungen, Benachteiligungen und chronischen Erkrankungen vorgelegt.

Einer der Leitgedanken der Regelungen des baden-w├╝rttembergischen Kultusministeriums ist es, die schulische Bildung von jungen Menschen mit Behinderung unter Ber├╝cksichtigung der UN-Behindertenrechtskonvention und unter Ber├╝cksichtigung p├Ądagogischer Erkenntnisse und Erfahrungen weiter zu entwickeln.

Zielgruppe sind Kinder und Jugendliche mit Behinderungen, die einen Anspruch auf ein sonderp├Ądagogisches Beratungs-, Unterst├╝tzungs- und Bildungsangebot haben.

Das Konzept sieht vor, dass auf Ebene aller Staatlichen Schul├Ąmter die bereits bestehenden M├Âglichkeiten des gemeinsamen Unterrichts ausgebaut und verst├Ąrkt inklusive Bildungsangebote realisiert werden.

Sechs Kinder mit Behinderung wurden an Hirschberger Schulen angemeldet

F├╝r das Schuljahr 2012/2013 haben sich in der Grundschule Gro├čsachsen vier Kinder und in Leutershausen zwei Kinder mit Behinderung angemeldet, berichtete B├╝rgermeister Manuel Just.

Die Verpflichtung ist im Schulgesetz zwar erst ab dem Schuljahr 2013/2014 verankert, aber Just sah keinen Grund es f├╝r dieses Schuljahr abzulehnen, denn:

Es sind Kinder aus unserer Gemeinde.

Die Kosten f├╝r das sonderp├Ądagogische Lehrpersonal ├╝bernimmt das Land.

Zus├Ątzlich wird jedem Kind ein Assistent f├╝r den pflegerischen Bereich zur Seite gestellt, wie zum Beispiel Um- und Anziehen, der Gang zur Toilette oder auch die Betreuung beim Essen.

Der Kostentr├Ąger ist hierf├╝r die Gemeinde Hirschberg, was aber durch Sachkostenbeitr├Ąge vom Land wieder ausgeglichen werde.

F├╝r den Transport m├╝sse Hirschberg die organisatorischen Voraussetzungen schaffen, der Kostentr├Ąger sei aber hier der Kreis.

Die Kosten f├╝r die baulichen Ma├čnahmen, wie die Anpassung der Toiletten in Gro├čsachsen, m├╝sse die Gemeinde ├╝bernehmen, dies sei aber „├╝berschaubar“.

„F├╝r uns als Gemeinde ist es wichtig, f├╝r einen optimalen Start f├╝r die Sch├╝ler zu sorgen“, sagte der B├╝rgermeister und erg├Ąnzte, „es gibt so viele Fragen, die wir noch nicht belastbar beantworten k├Ânnen:

Im Verfahren m├╝ssen wir laufen lernen.

Die Inklusion bezeichnete der B├╝rgermeister als eine gemeinschaftliche Aufgabe, „die wir als Gesellschaft zu bew├Ąltigen haben“.

Gemeinschaftliche Aufgabe

Monika Maul-Vogt (GLH) bezeichnete es als gro├če Herausforderung, „aber es wird sich einspielen und wir werden unsere Erfahrungen sammeln“ und f├╝gte hinzu, es sei eine M├Âglichkeit der „Teihabe an einem St├╝ck normalen Leben“.

„Alle Kinder werden von dieser Schulform profitieren“, sagte Thomas Th├╝nker (FW). Dies f├╝hre zu einer Individualisierung der Unterrichtsform und zur sozialen Erfahrung.

Das Kindswohl m├╝sse im Vordergrund stehen und bei der Entscheidung l├Ągen die Verantwortung bei Eltern und beim Fachpersonal, so dass es f├╝r die Kinder Sinn mache, sagte Dr. Horst Metzler (SPD).

Hartmut Kowalinski bezeichnete die verordnete Inklusion als „Schnellschuss und undurchdachte Ma├čnahme“. Und mahnte an, die Eltern sollten ihre Kinder nicht ├╝berfordern. Als positives Beispiel f├╝r eine Einrichtung f├╝r Kinder mit Behinderung hob Kowalinski die Ladenburger Martinsschule hervor.

Just erinnerte daran, dass Eltern ihr Recht einklagen k├Ânnten.

Der Hirschberger Gemeinderat stimmte einstimmig der Einrichtung gruppenbezogener L├Âsungen zur schulischen Bildung von Menschen mit Behinderung an den Schulen ihrer Tr├Ągerschaft grunds├Ątzlich zu.

Die erforderlichen Haushaltsmittel werden zur Verf├╝gung gestellt, sofern die Sachkostenbeitr├Ąge den ganz ├╝berwiegenden Teil der zus├Ątzlichen Ausgaben, bezogen auf den zu erwartenden Beschulungszeitraum, decken.

├ťber sabine