Sonntag, 05. August 2018

Freien Wähler Hirschberg

Bebauungsplan Breitgasse/ Drittelsgasse in Großsachsen

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Presseerklärung der Freien Wähler Hirschberg:

„Mit der beabsichtigten Bebauung des Areals eines an der Breitgasse gelegenen landwirtschaftlichen Gehöfts einschl. eines von der Drittelsgasse zu erschließenden Teils des Grundstücks soll eine Nachverdichtung im Ortsetter erfolgen. Diese Absicht wird ausdrücklich – übrigens anfänglich auch von der Grünen Liste – begrüßt. Derartige Vorhaben schaffen weiteren, benötigten Wohnraum, ohne dass in der Summe Neubauflächen im Außenbereich erschlossen werden müssen und Landschaftsverbrauch stattfindet. Das eingeleitete vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren soll im Detail die Bebauung regeln. Im Verfahren können Bedenken und Anregungen von Betroffenen vorgetragen werden, wie dies im Rahmen solcher Verfahren üblich und notwendig ist.

Die vorhandenen, von den Denkmalschutzbehörden nicht für erhaltenswert eingestuften Bauwerke sollen – bis auf die fränkische Hofeinfahrt – abgebrochen und das Grundstück mit 4 Gebäuden bestückt werden. Auch wenn die 2 Gebäude im rückwärtigen Bereich der Breitgasse sehr mächtig erscheinen mögen, so zeigt doch die für das Baugebiet festgelegte Grundflächenzahl von 0,4, dass keine übermäßige Verdichtung geplant ist. Eine Grundflächenzahl von 0,4 ist in vielen Baugebieten üblich und nicht zu beanstanden. Die konkret vorgesehene Bebauung erreicht diese Grundflächenzahl noch nicht einmal. Sie liegt bei lediglich 0,35, d.h. 35 % des Grundstücks werden überbaut. Soweit von den Gegnern der Bebauung mit einer 60 prozentigen Überbauung argumentiert wird, kann dies nur als Stimmungsmache gegen den Bebauungsplan verstanden werden. Diese Zahl bezieht sich nicht auf die Baukörper sondern auf alle Flächen, die versiegelt sind, schließt also Hofpflasterungen, KFZ-Stellplätze und Ähnliches mit ein. Bei einer Grundflächenzahl von 0,4 lässt die Baunutzungsverordnung eine solche Versiegelung ausdrücklich zu. Im Übrigen ist entgegen dem bestehenden Zustand zukünftig eine Regenwasserrückhaltung und -nutzung durch Zisternen Bestandteil des Bebauungsplans.

Die Bauherren waren auch bereit, die Höhe des hinteren der beiden von der Breitgasse aus erschlossenen Gebäude zurückzunehmen.

Das eigens angefertigte Klimagutachten führt zum Ergebnis, dass im schlimmsten Fall eine Reduzierung der Fallwinde (Luftaustausch von Ost nach West vor allem im Sommer) um 6,6 % erfolgt. Nach den geltenden VDI-Richtlinien ist eine Veränderung durch ein Bauvorhaben von bis zu 10 % als mäßig einzustufen.

Die Gegner des Projekts argumentieren auch damit, dass der historische Gewölbekeller zu erhalten sei. Nach Meinung der Freien Wähler ist es Sache des Bauherrn, ob er ein nicht denkmalgeschütztes Gebäude entfernt oder einen mit erheblichen Mehrkosten verbundenen Erhalt einplant. Ebenso sind Vergleiche des Bauvorhabens mit Bebauungsformen wie in Heidelberg – Emmertsgrund abwegig und absurd.

Vertreter der Grünen Liste bezeichnen das Bauvorhaben innerhalb des Ortsetters als total falsch und fehl am Platz. Die Freien Wähler können dieser Aussage absolut nicht folgen und auch nicht erkennen, dass das Einhalten von gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien unsinnig sein soll.

Den Freien Wähler ist unverständlich, dass die Grüne Liste sich den Argumenten
der Bürgerinitiative(BI) Sterzwinkel anschließt. Die BI Sterzwinkel ist den Freien Wählern in nicht gerade guter Erinnerung. Verwiesen wird auf die Fotomontage (Baugebiet Sterzwinkel lasse Blick auf die evangelische Kirche nicht mehr zu) oder auf die kürzliche Behauptung, das Baugebiet Sterzwinkel werde nicht angenommen (Wer sehenden Auges diese Aussage überprüft, kann der Bürgerinitiative nur einen raschen Gang zum Augenarzt empfehlen oder muss böse Absicht unterstellen) oder auf die Aussage, dass nur 30 % der Bevölkerung Sport treiben und für diese Minderheit eine Trainingshalle nicht gebaut werden dürfe (wie verhält es sich dann mit den Zuschüssen für Kultureinrichtungen, die von wahrscheinlich deutlich weniger als 30 % der Menschen genutzt werden? Oder wie steht es mit den Zuschüssen für den Öffentlichen Personennahverkehr? Sind sie nicht mehr vertretbar, weil zu wenige Menschen den ÖPNV nutzen? Die Beispiele ließen sich fortführen).

Nach Meinung der Freien Wähler wird von der BI Sterzwinkel, der Grünen Liste und anderen Gegnern unsachlich und unverantwortlich argumentiert. Das Vorgehen der Bürgerinitiative ist nicht seriös. Dieses an Stimmungsmache grenzende Verhalten (Infostände, Postwurfsendungen) wird entschieden zurückgewiesen. Der Bürger soll damit einseitig instrumentalisiert werden, ohne dass ihm die Möglichkeit gegeben ist, das Vorhaben mit seinen Vor- und Nachteilen im Gesamten zu beurteilen. Im Rahmen von gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien muss es einem Bauherrn möglich sein, Planungen zu realisieren. Es darf und kann insbesondere nicht von ihm verlangt werden, dass er sein Vorhaben am Geschmack der Bürgerinitiative und der GLH ausrichtet. Den geänderten Wohnbedürfnissen der Menschen muss Rechnung getragen werden können.

Die Freien Wähler Hirschberg werden das Vorhaben an der Breitgasse/ Drittelsgasse in Großsachsen grundsätzlich weiter unterstützen.“