Mittwoch, 25. Juli 2018

Verwaltung errechnet nur positive Werte fĂŒr "Sterzwinkel"

„Deutlich wirtschaftlicher als erwartet“

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Hirschberg, 31. Juli 2012. (red/pro) BĂŒrgermeister Manuel Just stellte heute dem Gemeinderat eine WirtschaftlichkeitsprĂŒfung des Neubaugebiets Sterzwinkel vor. Das Ergebnis ist aus seiner Sicht „außerordentlich erfreulich“.

Es war BĂŒrgermeister Just ein deutlich wahrnehmbares „BedĂŒrfnis“, endlich der behaupteten Kritik einer Unwirtschaftlichkeit des Sterzwinkels konkrete Zahlen vorlegen zu können, die den Vorwurf entkrĂ€ften.

Wirtschaftlichkeit bestÀtigt

Die „BĂŒrgerinitiative Sterzwinkel“ hatte gefordert, dass das „Baugebiet Sterzwinkel“ auf seine Wirtschaftlichkeit untersucht wird.

Mit Hilfe eines „Folgekostenrechners“ der STEG Stadtentwicklung GmbH – einem von den Gemeinden anerkannten EDV-Programm fĂŒr die Untersuchung der Wirtschaftlichkeit von Neubaugebeieten – wurde aktuell der Planbereich analysiert.

Die GebietsgrĂ¶ĂŸe von rund 7,5 Hektar verteilt sich zu 71 Prozent auf Nettobauland, 17 Prozent und 12 Prozent GrĂŒnflĂ€che. Innerhalb der WohnbauflĂ€che könen 76 EinzelhĂ€user mit maximal je zei Wohneinheiten, 48 DoppelhaushĂ€lftenund 33 ReihenhĂ€user enstehen.

Bei maximaler Besiedlung ist somit Platz fĂŒr 233 Wohneinheiten. Je Wohneinheit wird eine durchschnittliche Belegungsdichte von drei Personen angenommen, so dass insgesamt 699 Personen bei voller Besiedlung ein neues Heim finden können. Angenommen wird, dass 60 Prozent, also 420 neue Einwohner von außen kommen.

Aufgrund der Tatsache, dass die Gemeinde Hirschberg keine Herstellungskosten oder Kosten fĂŒr den Ankauf von GrundstĂŒcken zu tragen hatte, die durch den Verkauf der GrundstĂŒcke nicht wieder eingebracht werden, ĂŒbersteigen die zu erwartenden Einnahmen die fĂŒr die analysierten Betriebs- und Erhaltungskosten deutlich.

Die Wirtschaftlichkeitsberechnung fĂ€llt nach Meinung des Gemeinderats und des BĂŒrgermeisters deutlich positik aus:

Ich war mich sicher, dass es unterm Strich gut aussieht – dass es so eindeutig positiv aussieht, hat selbst mich ĂŒberrascht.

Dennoch sollte die Gemeinde fĂŒr die Infrastruktur RĂŒcklagen bilden.

JĂ€hrlich 420.000 Euro Mehreinnahmen

Durch den zu erwartenden kommunalen Finanzausgleich, der aktuell bei 1.000 Euro pro Einwohner betrĂ€gt, ergebe sich hieraus ein jĂ€hrliche Einnahme von 420.000 Euro. Dieser Betrag geht ĂŒber die jĂ€hrlichen betrieblichen Kosten (Betrieb, Unterhalt und RĂŒcklagen) von 125.700 Euro deutlich hinaus.

Freie WĂ€hler, CDU und SPD Ă€ußerten sich positiv. Harmut Kowalinski (FDP) bestand auf seinen Zweifeln und betonte, dass er nach wie vor nicht mit dem Gebiet einverstanden ist und prophezeite weitere Probleme:

Ich werde zu gegebener Zeit daran erinnern.

Karl Heinz Treiber betonte ebenfalls, dass die GLH ebenfalls dagegen war:

Großsachsen hat sich durch den Sterzwinkel nicht zum Guten verĂ€ndert.

Fritz Bletzer (Freie WĂ€hler) meldete sich auf die Stellungnahme Treibers:

Ihr seid ohne Einsicht und was ihr hier von euch gebt – damit seht ihr kein Land mehr.

An der Gemeinderatssitzung nahmen keine BĂŒrger teil – auch nicht von der BĂŒrgerinitiative.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.