Freitag, 21. September 2018

Bürgermeister Just stellt Pläne für das alte Feuerwehrhaus in Großsachsen vor

Feuerwache wird Ärztehaus

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Vorentwurf für den Umbau des alten Feuerwehrhauses in Großsachsen. Quelle: Fa. Gebert & Mack GmbH

 

Hirschberg, 19. Oktober 2012. (red/ld) Nach der Fusion der beiden Feuerwehren Großsachsen und Leutershausen zur Feuerwehr Hirschber und dem Einzug ins Hilfeleistungszentrum, wird die alte Feuerwache in Großsachsen ab dem nächstem Frühjahr zu einem Ärztehaus umgebaut. Gestern stellten Bürgermeister Manuel Just und die Ärzte Eckhard Willersinn und Tilmann Steinhausen die Pläne von Architekt Udo Richter aus Heilbronn vor. Als Investoren haben sich Gebert & Mack verpflichtet. Das Team hatte 2007 bereits die Tabakfabrik saniert.

Von Lydia Dartsch

Lange war es ein Gerücht. Jetzt ist es offiziell: Das ausgediente Feuerwehrhaus in Großsachsen wird neue Heimat für das Ärztehaus in der Hohensachsener Straße. Damit soll unter anderem die medizinische Infrastruktur in der Gemeinde sichergestellt sein. „Wir haben schon jetzt Platznot“, erklärte Willersinn und gab zu bedenken, dass die bestehenden Praxen attraktiv gehalten werden müssten, um Nachfolger anzuziehen:

Die Patienten merken es noch nicht, aber wir steuern auf einen Ärztemangel zu.

Eine Chance für Gemeinde und Ärzte

Doch Willersinn und Steinhausen hören bereits von Kollegen, die ihre Praxen schließen und keine Nachfolger finden. Für den Internisten Willersinn ging es deshalb auch um die Frage, ob er mit seiner Praxis in der Gemeinde bleibt: „Wir Fachärzte sind nicht so stark an die Gemeinde gebunden. Wir hatten auch andere Orte als Ideen, wollten aber lieber hier bleiben“, zeigte er sich glücklich über die Entscheidung. „Der hausärztliche Bereich ist ja in der Gemeinde verwurzelt. Der muss sichergestellt sein“, ergänzte Steinhäuser.

Zusätzlich zum bestehenden Angebot in der Großsachsener Straße wird es im neuen Gebäude eine Praxis für Krankengymnastik, eine Orthopädie und eine Apotheke geben. Die Gemeinde verkauft das Grundstück an die Investoren. Die Ärzte werden die neuen Praxisräume mieten. Die angrenzende Turnhalle und der Spielplatz bleiben erhalten.

Kernsaniert und angebaut

Im Kern bleibt das Feuerwehrhaus erhalten. Erkennbar wird es aber nicht mehr sein: Die Pläne sehen zwei Keile vor und hinter dem bestehenden Haus vor, die den Verlauf des Riedwegs aufnehmen und das Gebäude optisch dem öffentlichen Bereich davor zuwenden. Gleichzeitig bietet das Gebäude so einen Abschluss des öffentlichen Bereichs zu den Wohnhäusern dahinter. Das bestehende Walmdach wird abgetragen und zu einem vollständigen Stockwerk mit Flachdach ausgebaut. Das Ärztehaus wird daher ein wenig niedriger als das Feuerwehrhaus. Außerdem wird ein Aufzugschacht neu angebaut. Auch gibt es mehr Parkplätze rund um das Haus.

Als Projektentwickler und Investoren haben die Ärzte Gebert & Mack ins Boot holen können, die schon die alte Tabakfabrik saniert haben. „Aus meinem Blickwinkel ist es hilfreich, dass man sich auf einen Projektentwickler verständigt hat, der in der Gemeinde bekannt ist und der auf die Wünsche und Bedenken der Bürger eingeht“, zeigte sich Bürgermeister Manuel Just zufrieden. Und sicher freut er sich auch über die kommunale Einnahme durch die Veräußerung des Objekts – wie viel man erlösen kann, ist noch offen. Die Verhandlungen laufen und Herr Just will sich mit Hinweis darauf zunächst nicht äußern.

Bebauungsplan verhindert Zeitplan

Ein Ärztehaus ist auf dem als Sondergebiet ausgewiesenen Grundstück nicht vorgesehen, sagt der Bebauungsplan. Das verhindert derzeit einen genauen Zeitplan zur Fertigstellung des Vorhabens. Zuerst muss also der Bebauungsplan geändert werden: „Das werden wir in der Dezembersitzung in den Gemeinderat einbringen“, kündigte Bürgermeister Just an. Nach der Entscheidung im März 2013 könnte dann der Bauantrag gestellt und kurz darauf begonnen werden. Gegen Mitte oder Ende 2014 könnte die Bauphase dann abgeschlossen sein:

Wir befinden uns am Anfang Verfahrens. Es können immer Probleme auftauchen, die uns im Zeitplan zurückwerfen.

Gerüchte gehen um seit 2011

Bereits Ende 2011 habe es die erste Idee für ein Ärztehaus gegeben, erklärten Willersinn und Steinhausen. Gerüchte habe es schon vorher in der Bevölkerung gegeben. Nun ist es also offiziell. Bleibt die Frage, was aus dem Ärztehaus in der Großsachsener Straße wird und ob der bisherige Betreiber des Ärztehauses, der Apotheker Tilmann Lauppe, mit seiner Stern-Apotheke ebenfalls ins neue Ärztehaus einzieht. „Da wir selbst nur als Mieter auftreten, haben wir darauf keinen Einfluss“, erklärte Willersinn.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.