Sonntag, 16. Juni 2019

Ausverkauftes Konzert im Olympiakino

Ob echt oder gefärbt – Hauptsache Les Brünettes!

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Eine Band ohne Instrumente: Les Brünettes (von links: Julia Pellegrini, Juliette Brousset, Stephanie Neigel und Lisa Herbolzheimer)

 

Hirschberg/Rhein-Neckar, 25. Januar 2013. (red/ld) Les Brünettes verzauberten am Mittwochabend ihr Publikum im Olympiakino in Hirschberg-Leutershausen. „Wir hätten noch zwei Konzerte veranstalten können, bei den vielen Anfragen“, freuten sich Wiebke Dau-Schmidt und Renate Kepler-Götz, die Vorsitzenden des Fördervereins Olympiakino, über das ausverkaufte Konzert. Als Special Guest begrüßten die vier Sängerinnen Thomas Stabenow am Kontrabass auf der Bühne.

Ihre Musik erzählt Geschichten: Von zweckmäßigen Romanzen, von dem inneren Kind oder einem kleinen Vogel, der im Wald sitzt und singt. Alles, was die Zuschauer brauchten, waren ihre offenen Ohren und schon ließen die vier Vocalkünstlerinnen ganze Welten entstehen: Den Bergsträßer Wald mit Vogelzwitschern und „Kuckuck“-Rufen aus dem Publikum oder das alte französische Klappauto, mit dem die Band in ihren Anfängen unterwegs war.

Naturbraun oder gefärbt?

Schlagzeug oder Instrumente brauchen sie nicht. Sängerin Stephanie Neigel reicht dafür ihr Dekolleté, ihre Stimme als Beatbox und ein Loop-Effektgerät, das den Rhythmus in Dauerschleife spielt. Über diesen Beat singen sie, Julia Pellegrini, Juliette Brousset und Lisa Herbolzheimer ihre Songs. „Baby You Can Drive My Car“ von den Beatles, Jazz-Standards und Lieder wie „Joy Spring“ von Clifford Brown und „Bye Bye Blackbird“ von April Arabian.

Das Publikum ist begeistert und lässt das auch hören: In der Pause drehen sich die Gespräche um die Musikerinnen:

Sind die Haare naturbraun oder gefärbt?

will eine Zuhörerin wissen. Was sie erzählen, sind die Geschichten ihrer Anfänge, als sie sich an der Musikhochschule in Mannheim kennengelernt haben und wie sie angefangen haben als „Les Brünettes“ zu musizieren:

Jeden Morgen auf dem Weg zur Uni habe ich einen Mann gesehen, der mit seinem Hund spazieren ging. Eines Morgens war er nicht mehr da.

erzählt Juliette Brousset. Diesem Mann habe sie ein Lied geschrieben.

Bergsträßer Wald klingt mitten im Kino

„Mr. Sandman“ singen sie in ihrem Programm nicht, obwohl man schnell an die Acapella-Gruppe „The Chordettes“ denkt. Zum Einschlafen sind Les Brünnettes ohnehin nicht geeignet: Immer wieder fordern sie ihr Publikum auf, mit den Fingern im Takt zu schnippen, mit dem Fuß im Takt zu stampfen oder den Bergsträßer Klangwald durch Pfeifen mit Vogelgezwitscher zu beleben.

Das Publikum macht begeistert mit: Schnippt, stampft im Takt und spendet donnernden Applaus. Die zweite Vorsitzende des Fördervereins ist begeistert:

Das Konzert ist ein wahrer Glückfall.

Ein zweites Konzert passte leider nicht in den Terminkalender der Band. Wer sie verpasst hat, hat die nächste Chance am 09. März in der Museumsscheuer Dossenheim. Karten gibt es ab dem 01. Februar unter der Telefonnummer 06221-865160 und unter der Emailadresse kks@buecherei-dossenheim.de. Stephanie Neigel können Sie schon am kommenden Donnerstag, 31. Januar, erleben. Dann stellt die Sängerin ihr erstes Solo-Album im Planetarium Mannheim vor.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.