Mittwoch, 22. Mai 2019

Örtliche Bedarfsplanung nach Umfrage dargestellt und vom Gemeinderat verabschiedet

Hirschberg in Sachen Kindertagesbetreuungsgesetz gut aufgestellt

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Hirschberg, 27. Februar 2013. (red/aw) Die örtliche Bedarfsplanung gemĂ€ĂŸ des Kindertagesbetreuungsgesetzes in Hirschberg ist aktuell analysiert und dokumentiert. Ermittelt wurden dabei nicht nur quantitative, sondern auch qualitative Aspekte. Die Bedarfsplanung zeigt, dass derzeit in Hirschberg allen Kindern einen Kindergartenplatz zur VerfĂŒgung stellen könnte. Die vorgelegte Bedarfsplanung wurde im Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Von Alexandra Weichbrodt

Bei der örtlichen Bedarfsplanung zur Ermittlung der Einhaltung der Richtlinien zum Kindertagesbetreuungsgesetzes, wurde im vergangenen Jahr festgestellt, dass unter BerĂŒcksichtigung der statistischen Zahlen bis ins Jahr 2014 zwei weitere Gruppen zur ErfĂŒllung des Rechtsanspruchs auf einen Kindergartenplatz erforderlich sind. Durch den Ausbau des katholischen Kindergartens in Leutershausen wurde diese Möglichkeit geschaffen. Eine dieser Gruppen ist bereits seit Herbst 2012 in Betrieb. Mit einer weiteren Gruppe könnte aktuell fĂŒr alle Kinder in Hirschberg ein Kindergartenplatz zur VerfĂŒgung gestellt werden. Da aber einige Eltern auf einen Platz in ihrem Wunschkindergarten warten, besteht im laufenden Kalenderjahr kein Bedarf einer weiteren Gruppe im katholischen Kindergarten.

Ausreichend KindergartenplÀtze vorhanden

Die Bedarfsplanung zeigt im Detail, dass zum Stichtag des 31. Dezembers 2012, 296 Kindergarten-PlĂ€tze fĂŒr 3 bis 6-JĂ€hrige benötigt werden. Die „Gesamtgemeinde“ Hirschberg kann mit ihren Einrichtungen insgesamt 318 PlĂ€tze anbieten. Davon stehen im evangelischen Kindergarten in Leutershausen 104 PlĂ€tze zur VerfĂŒgung, im katholischen Kindergarten in Leutershausen 106 und im evangelischen Kindergarten in Großsachsen 108.

Auch in Sachen Kleinkindbetreuung fĂŒr Kinder unter drei Jahren wurden die Angebote ausgebaut. So eröffnet am 1. Februar 2013 die neu errichtete Kinderkrippe des Postillion e.V. in der Karlsruher Straße in Leutershausen. Hier entstehen in drei Gruppen 30 weitere BetreuungsplĂ€tze. Außerdem wird die Einrichtung in der Bahnhofstraße in Leutershausen um zehn PlĂ€tze erweitert.

QualitÀtsorientierter und bedarfsgerechter Ausbau der Tagesbetreuung von Kindern

FĂŒr die bereits getĂ€tigten Maßnahmen erfuhr der stellvertretende BĂŒrgermeister Fritz Bletzer Anerkennung im Gemeinderat. Herr Bletzer leitete die Sitzung fĂŒr BĂŒrgermeister Manuel Just, der krankheitsbedingt ausgefallen ist. Fraktionssprecher der Freien WĂ€hler Peter Johe sieht Hirschberg „gut aufgestellt“ und sieht derzeit „akuten Handlungsbedarf“. Auch Ferdinand Graf von Wiser (CDU) hĂ€lt das neu geschaffene Angebots-Nivaeu fĂŒr Familien und Kinder in Hirschberg fĂŒr „ausreichend“.

Der Beschlussantrag zur Vorlage der Bedarfsanalyse sowie der darauffolgenden örtlichen Beschlussplanung wurde einstimmig akzeptiert. Wenn auch nicht ganz ohne Kritik von Seiten der GemeinderĂ€tin Monika Maul-Vogt (GrĂŒne Liste Hirschberg). Sie sehe das geschaffene Angebot zwar positiv, könnte aber auch schnell an die Grenzen stoßen.

Besonders in Großssachsen sind keine Reserven mehr vorhanden,

so Maul-Vogt. Nicht ohne darauf hinzuweisen, dass dies anders wÀre, wenn der Bauernhof Kindergarten auf dem Marbacher-Hof Zustimmung gefunden hÀtten. (Anm. d. Red.: Wir berichteten)

Hirschberger mĂŒssen mehr an die „Gesamtgemeinde“ denken

Dass dieser Engpass allerdings zum Großteil daraus entstehen könnte, weil Eltern an ihrem Wunschkindergarten festhalten, könnte die Gemeinde nicht akzeptieren. Alexander May von den Freien WĂ€hlern findet es durchaus „zumutbar“ sein Kind auch in einer Betreungseinrichtung in Leutershausen unterzubringen, auch wenn die Familie in Großsachsen wohne. Ein Großteil der Anwesenden stimmt ihm zu. Auch die Verwaltung findet, sie habe als Gemeinde alles getan und könne nicht jeden Extrawunsch berĂŒcksichtigen.

Anlass zur Kritik hatte GemeinderĂ€tin Monika Maul-Vogt auch an dem „bedarfsgerechten“ Angebot der Einrichtungen. Besonders die mangelnde Möglichkeit der Teilzeitbetreuung in den Kinderkrippen des Postillion e.V. empfinde sie als problematisch. Dr. Horst Metzler (SPD) stimmt Maul-Vogt zu:

Das kann nicht sein. Das war ein klares Auswahlkriterium zur Vergabe der TrÀgerschaft.

Tina Raupp vom FamilienbĂŒro konnte diese Problematik heute Vormittag auf Nachfrage nicht bestĂ€tigen:

Die Öffnungszeiten richten sich nach der derzeitigen Nachfrage.

Auch die Befragungen im Rahmen der örtlichen Bedarfsplanung zeigten eher eine erhöhte Nachfrage nach GanztagesplĂ€tzen. Dieser Aspekt werden aber in Zukunft noch einmal genauer geprĂŒft werden und könne bei ausreichender Nachfrage auch realisiert werden, so Raupp.