Montag, 10. Juni 2019

Zu viele offene Fragen: Beschluss wird zurückgestellt

Sanierung der Alten Turnhalle verzögert sich

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Hirschberg, 27. Februar 2013. (red/aw) In der Gemeinderatsitzung am 26. Februar 2013 wurde ein Beschlussantrag für den Beginn der Sanierungsmaßnahmen an der „Alten Turnhalle“ zurückgestellt. Der Vorentwurf wurf bei den Fraktionen zu viele noch ungeklärte Fragen auf. Der Sanierungszeitraum verzögere sich daraufhin, teilte Bauamtsleiter Rolf Pflästerer mit. Finanzielle Mittel für den Austausch der Brandschutzklappen in der „Heinrich-Beck-Halle“ in Leutershausen wurden vom Gemeinderat bewilligt. 

Der Beginn der Umbau- sowie Sanierungsmaßnahmen in der „Alten Turnhalle“, am Marktplatz in Großsachsen, kann nicht wie geplant erfolgen. In einer aktuellen Bestandsaufnahme zeigten sich erhebliche Mängel am Gebäude, die in drei Bauabschnitten behoben werden sollen. Der Beschluss zum Start des ersten Bauabschnitts wurde nun jedoch vom Gemeinderat zurückgestellt. „Die Planung zeige erhebliche Schwächen“, lautete der Tenor der anwesenden Gemeinderäte.

Ursprünglich vorgesehen war zunächst eine Bauzeit von acht bis zwölf Wochen, im Zeitraum von Mai bis Juli 2013. Termine, die man ohne zustimmenden Beschluss des Gemeinderats „nicht einhalten können wird“, erklärte Bauamtsleiter Rolf Pflästerer noch während der angeregten Diskussion. Da jedoch nur „wenig erkennbarer Termindruck“ herrsche, sollte zunächst eine „Gesamtschau der Sanierung“ erbracht werden, so Dr. Horst Metzler von der SPD.

Entwurf mit zu vielen Schwächen

Der vorgelegte Entwurfsplan für die neue Anordnung der Räumlichkeiten in der Alten Turnhalle stieß bei den Anwesenden auf alles andere als Zustimmung. Das Ziel von Verwaltung und dem Architekturbüro Daske, zwei getrennte Nassbereiche für Damen und Herren zu schaffen, konnte nicht von allen nachvollzogen werden.

Karin Kunz von der CDU brachte ihre Zweifel auf den Punkt:

Was wir brauchen ist Platz. Doch brauchen wir wirklich so viele Duschen?

Der jetztige Umkleideraum, welcher bei Veranstaltungen auch gerne zur Sektbar umfunktioniert wird, soll verkleinert werden. Dadurch könnten getrennte Nass- und Sanitärbereiche, wie auch getrennte Umkleidekabinen entstehen. Doch werden diese auch tatsächlich gebraucht? Matthias Dallinger (CDU) hält es für notwendig vor Beginn der Bauarbeiten zunächst noch einmal eine ausführliche Bedarfsanalyse der Nutzer zu machen.

Oliver Reisig von der FDP stimmt diesem Vorschlag zu:

Bevor wir Geld ausgeben, müssen diese Pläne im ATU dann noch einmal detailliert diskutiert werden.

Auch Thomas Thünker von den Freien Wählern findet der Entwurf habe einfach zu viele „Schwächen“, um den ersten Bauabschnitt zu beschließen. Thomas Herdner von der Grünen Liste Hirschberg fehlte zudem eine klare Aufstellung der energetischen Veränderungen durch den Umbau. Diese wurden aus dem vorgelegten Sanierungsplan nicht ersichtlich.

Kosten für die Sanierung der Alten Turnhalle belaufen sich auf ca. 500.000 Euro

Bereits Anfang der 90er Jahre wurde die Alte Turnhalle partiell saniert. Damals wurden die Dacheindeckung, Entwässerungsrinnen, Fallrohre, Kaminköpfe und Dachgesimse erneuert. Ein alter Ölbrenner wurde durch einen neuen Gebläse-Gasbrenner ersetzt. Ende der 90er Jahre bekam die Halle außerdem ein neues Foyer, einen Linoleum Sportboden und einen kleinen Anbau.

Im Zuge der jetzt geplanten Sanierungsmaßnahmen sollen sämtliche Wasser- und Abwasserleitungen, Elektroinstallationen und Beleuchtungen erneuert werden. Auch die alten Lüftungsanlagen werden demontiert und durch neue, schallgedämmte, elektronisch geregelte Anlagen ersetzt. Der alte Gebläse-Gasbrenner wird ebenfalls erneuert.

Für die Baumaßnahmen wurden durch das Architektur- und Ingenieurbüro Daske Gesamtkosten in Höhe von ca. 500.000 Euro brutto veranschlagt. Die Gesamtkosten für den ersten Bauabschnitt belaufen sich laut Kostenberechnung auf insgesamt 200.574 Euro brutto. Im Investitionshaushalt 2013 hatte die Gemeinde bereits einen Betrag von 201.500 Euro bereit gestellt.

Eventuelle Schwierigkeiten mit bereits geplanten Veranstaltungen im Spätsommer und Herbst, konnte Bauamtsleiter Pflästerer aufgrund der Verschiebung auch nicht ausschließen:

Möglicherweise kollidieren dann Veranstaltungen mit den Baumaßnahmen.

Der stellvertretende Bürgermeister Fritz Bletzer, der den krankheitsbedingt fehlenden Bürgermeister Manuel Just vertrat, kam dem einstimmigen Anliegen der Fraktionen nach und stellte den Tagesordnungspunkt zurück.

Mittel „versehentlich“ verplant, Erneuerung trotzdem beschlossen

Ein anderes Sanierungsvorhaben konnte jedoch einstimmig beschlossen werden. Bereits für das vergangene Jahr war die Erneuerung von vier Brandschutzklappen im Haushalt eingeplant, konnte aber aus zeitlichen Gründen nicht mehr realisiert werden. Die Mittel dafür, rund 10.000 Euro, sind zwar im Haushalt 2013 ebenfalls berücksichtigt worden, wurden aber versehentlich bei einer bereits abgeschlossenen Maßnahme der Karl-Drais-Schule verplant. Der Gemeinderat musste nun über die außerplanmäßige Ausgabe von mindestens 8.231,43 Euro, so hoch ist der Reperatupreis, zustimmen. Da es sich hierbei jedoch lediglich um einen Veranschlagungsfehler handelte, stimmten die Stadträte dem Beschluss einstimmig zu.

Um einen Brandübergriff zwischen einzelnen, durch Lüftungskanäle miteinander verbundenen Gebäudeteilen zu verhindern, sind in den Zu- bzw. Abluftkanälen der Heinrich-Beck-Halle Brandschutzklappen eingebaut. Bei einer Wartung der Lüftungsanlage wurde jedoch eine Fehlfunktion an einer der vier Klappen festgestellt. Aufgrund des ohnehin schon hohen Alters der Brandschutzklappen ist ein Austausch aller vier Klappen beschlossen worden.