Montag, 03. Juni 2019

Kleintierzüchter mit beeindruckenden Erfolgen

Hirschberg ehrt Europameister

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Hirschberg, 25. März 2013. (red/ms/ld) Jürgen Heil sowie Rudi und Friedrich Proll sind Europameister und Europachampion. Mit ihren Tauben haben sie im letzten Jahr die Titel für ihren Kleintierzüchterverein nach Hirschberg geholt. Bürgermeister Manuel Just empfing die drei Züchter am vergangenen Mittwoch im Rathaus. Dort durften sie sich ins goldene Buch der Gemeinde eintragen. In den letzten Jahren hatte Bürgermeister Just bereits einen Rennradfahrer und eine Unterwasserrugbyspielerin geehrt.

Von Minh Schredle

Jürgen Heil sowie die Brüder Rudi und Friedrich Proll vom Kleintierzuchtverein Leutershausen spielen nach eigener Aussage schon seit Jahren „in der Championsleague der Kleintierzucht“. Bei der Europaschau im vergangenen Dezember errangen sie mit ihren Tauben den ersten Platz. Bei Kaffee und Kuchen sprachen die Europameister etwa eine Stunde lang über ihre Leidenschaft für die Kleintierzucht. Neben Bürgermeister und Presse war auch der Gemeinderat Fritz Bletzer anwesend. Er ist selbst schon seit vielen Jahren passives Mitglied im Kleintierzuchtverein. Bürgermeister Just sagte:

Ich freue mich über Ihren Titel. Sie tragen den Namen Hirschbergs über die Grenzen der Region hinaus.

Europachampion Heil verewigt sich im Goldenen Buch der Gemeinde. Im Vordergrund: Friedrich Proll.

 

Auch wenn es sicher Veranstaltungen gibt, die sich wesentlich größerer medialer Aufmerksamkeit erfreuen, ist die Größe der Europaschau beachtlich: Am 02. Dezember 2012 in Leipzig waren 95.000 Tiere vor Ort und Herr Heil erklärte, dass es eine halbe Stunde Fußmarsch brauche, um vom einen bis zum anderen Ende des Veranstaltungsgeländes zu gelangen.

Unter den 390 teilnehmenden Vereinen hat Leutershausen im Gesamtranking den siebten Platz erreicht – eine beachtliche Leistung. Doch nicht nur das, in einzelnen Kategorien gelang ihnen sogar der Sieg: Jürgen Heil wurde mit seinen Perlhalstauben sogar Europameister (einzelnes Tier) und Europachampion (ein Paar Tiere) zugleich. Rudi Proll erlangte mit einer blaugehämmerten Modeneser Gazzi Taube ebenfalls den ersten Platz. Sein Bruder Friedrich Proll errang den Sieg auf den Deutschen Meisterschaften 2012 mir einer schwarzen Modeneser Gazzi Taube.

Jede Menge Arbeit und eine knallharte Bewertung

Insgesamt leisten Kleintierzüchter einen wichtigen Beitrag zur Artenvielfalt. Laut Rudi Proll existierten manche Rassen nur noch weil sie in Vereinen gezüchtet werden. In freier Wildbahn würden viele gar nicht überleben, ein paar wenige  stehen sogar auf der Roten Liste. Dabei geht es in der Kleintierzucht nur um die Schönheit der Tiere

Wer nicht für den Wettbewerb geeignet ist, wird der Küche zugeführt.

sagte Rudi Proll. Für Europachampion Jürgen Heil ist das Kleintierzüchten ist ein Full-Time-Job. Dazu gehöre nicht nur früh aufzustehen, um die Tiere zu füttern und die Käfige zu putzen. Für die Wettbewerbe werden sie auf den Punkt gezüchtet, also auf den Zeitpunkt, an dem sie am schönsten sind.

Es ist sehr viel Arbeit, bis man Tiere so her gerichtet hat, damit sie einen Preis gewinnen können.

Von links: Gemeinderat Fritz Bletzer, Rudi Proll, Friedrich Proll, Jürgen Heil und Bürgermeister Manuel Just mit den Aquarellmappen der Stadt Heidelberg

 

Das Regelwerk ist dabei sehr strikt. Es ist genau festgelegt, wie ein Tier auszusehen hat und wie die Züchter dabei nachhelfen dürfen: Anmalen ist verboten. Hat ein Hahn nur drei Zacken auf dem Kamm, scheidet er ebenfalls aus dem Wettbewerb aus. Vier Zacken sind das Schönheitsideal. Rudi Proll sagte:

Schon oft mussten Züchter auf Meisterschaften die bittere Erfahrung machen, ein Kriterium nicht bedacht oder übersehen zu haben. Dann war die Arbeit umsonst

Die nächste Europameisterschaft findet in drei Jahren statt.

Da greifen wir natürlich wieder an,

sagte Jürgen Heil selbstbewusst. Um ihre Leistungen ein wenig zu belohnen, hatte Bürgermeister Just etwas vorbereitet: Die drei bekamen Wein und eine Aquarellmappe Heidelbergs. Außerdem durften sie sich im goldenen Buch der Gemeinde verewigen.

 

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.