Sonntag, 12. Mai 2019

Führung zur Produktpalette von Fuchs Petrolub

Freie Wähler Hirschberg besuchen Fuchs Petrolub

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Hirschberg, 28. März 2013. (red/pm) Die Freien Wähler Hirschberg haben beim Besuch der Firma Fuchs Petrolub eine hoch interessante Führung erlebt. Die Produktpalette wurde vorgestellt und der Fertigungsbereich besichtigt. Vorstandsvorsitzender Stefan Fuchs präsentierte seine AG mit eindrucksvollen Zahlen.

Information der Freien Wähler Hirschberg:

„Der in Hirschberg wohnende Vorstandsvorsitzende Stefan Fuchs hat es sich nicht nehmen lassen, die Besuchergruppe aus Hirschberg zu begrüßen. Er stellte seine Firma mit vielen Zahlen und Fakten vor. Demnach steht das größte Werk der Firma in Mannheim, Friesenheimerstr. 17. 1931 hatte alles angefangen, der Großvater von Stefan Fuchs fuhr das Öl noch mit dem Fahrrad aus, inzwischen gibt es weltweit 33 Standorte mit insgesamt 3.800 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 1,8 Mrd Euro. Es werden auf der Basis von 1000 verschiedenen Rezepturen weltweit 10.000 verschiedene Produkte hergestellt und verkauft.

Seit 1985 wird die AG an der Börse notiert, von den Aktien gehören der Familie Fuchs rd. 52 %. Diese Mehrheit in Familienbesitz verhindert, dass die interessante Firma von Investoren oder Konkurrenten übernommen wird. Fuchs Petrolub sei aufgrund der guten Finanzstruktur ohne Probleme durch die Wirtschaftskrise vor einigen Jahren gekommen. Die Firma ist der 9. größte Schmierstoffhersteller weltweit. Bei den konzernunabhängigen Produzenten ist die AG die Nr. 1. Kunden sind z.B. Daimler, VW und John Deere.

Die Entwicklung einer von einem Kunden angeforderten, speziellen Ölsorte kostet nach Stefan Fuchs etwa 3 Mio Euro. Der Vorstandsvorsitzende erläuterte auch das Leitbild der Firma, es beinhaltet die Begriffe Vertrauen, Werte schaffen, Respekt, Verlässlichkeit und Integrität. Dabei habe Vertrauen einen besonderen Stellenwert. Bei den Einzelanwendungsgebieten wie z.B. Untertagebergbau (nicht brennbare Schmierstoffe), Stahlwerk (höchste Temperaturen) und PKW (Motor, Frostschutz, Hydraulik, Karosserie) wurde deutlich, welch hohe und vor Allem welch verschiedenartige Anforderungen an die Produkte von Fuchs Petrolub gestellt werden.

53 % Umsatz in Europa

Nach Stefan Fuchs verteilt sich der Umsatz mit 53 % auf Europa, mit 29 % auf Asien und mit 18 % auf Amerika. Auf 11 ha Gelände produziert die Firma in Mannheim rd. 185.000 to Schmierstoffe pro Jahr. Die Rohprodukte werden z.T. mit der Bahn und mit dem LKW angeliefert, die Auslieferung erfolgt wegen des Transports in die Breite ausschließlich mit dem LKW. In Mannheim wurden in den letzen 3 Jahren rd. 25 Mio Euro investiert, dabei rage ein Forschungszentrum heraus. Weitere Investitionen seien in Kaiserslautern, in den USA, in Australien, in China und Russland vorgenommen worden. In Russland sei Fuchs Petrolub in einem Gewerbegebiet von rd. 1600 ha mit 5 ha untergebracht.

Die Philosophie bestehe darin, zunächst die Fläche teilweise zu bebauen und bei Bedarf den Gebäudebestand zu erweitern. Fuchs betonte, dass die Arbeitsplätze in Deutschland durch die Auslandsinvestitionen nicht gefährdet sondern eher gesichert würden. Bei jedem Auslandsstandort gebe es einen Geschäftsführer aus dem jeweiligen Land. Der deutsche Regionalleiter gehöre außerdem zu Führungsteam. Als Vorstandsvorsitzender befasse er sich vorwiegend mit Personalfragen. – Die Kontrolle sei sehr wichtig, sowohl die Rohstoffe als auch die eigenen Produkte würden mehrfach kontrolliert, das Ergebnis werde dokumentiert.

Nach einem Film über die Firma Fuchs Petrolub wurden die Besucher in zwei Gruppen für die Werksführung aufgeteilt. Rolf Müller, Gesamtbetriebsleiter und Lutz Schulz, Logistikleiter, beide in Mannheim, geleiteten die Teilnehmer durch das Hochregallager und die Produktion. Das Hochregallager ist 36 m hoch und verfügt auf 23 Ebenen über 30.000 Plätze für Europaletten. Die Metallfässer mit einem Inhalt von rd. 220 Litern werden i.d.R. 3 – 4 Mal benutzt, dann werden sie einer anderen Nutzung zugeführt. Müller betonte wiederholt, dass vor Befüllung die Fässer penibel gereinigt werden müssen, um die Anforderungen der Kunden zu erfüllen.

Dreischichtbetrieb an 6 Tagen

Die Kleinbehälter bestehen aus Kunststoff. Die Produktion erfolgt im Dreischichtbetrieb an 6 Tagen. Dabei werde mitarbeiterfreundlich eingeteilt, eine Vereinbarung mit dem Betriebsrat werde genau beachtet. In tonnenschweren Mischbehältern werden die Schmierstoffe entsprechend der Kundenanforderung hergestellt. Die Einzelbestandteile werden über kilometerlange Rohrleitungen an den Mischbehälter herangeführt. Bei Änderung der Produktion müssen die Leitungen gründlich gereinigt werden.

Bei der Produktion werde genau gemessen und gewogen. Der Mitarbeiter werde an einem PC geführt, außerdem könne der Meister jederzeit über einen Master-PC eingreifen. Von den 180.000 to Jahresproduktion in Mannheim werden ca. 10 – 15 % exportiert. – In der Niederlassung Mannheim werden jährlich 30 – 40 Mitarbeiter neu ausgebildet. Die Anforderungen beinhalten Realschulabschluss und Abitur. Mit der Dualen Hochschule in Mannheim werde zusammen gearbeitet. – Die Arbeitssicherheit werde groß geschrieben, Ölunfälle gebe es äußerst selten, dabei handle es sich um austretende Kleinstmengen.

Nach den Führungen trafen sich die Gruppen wieder im Konferenzsaal. Alexander May bedankte sich bei Stefan Fuchs, bei Tina Vogel(Öffentlichkeitsarbeit bei Fuchs Petrolub) und bei den Herren Rolf Müller und Lutz Schulz. Er übergab dabei Rotwein und Hochprozentiges, gestiftet von Werner Volk. May sprach dabei von einer sehr eindrucksvollen Vorstellung der Firma und schlug vor, in einigen Jahren wieder kommen zu dürfen. Er dankte auch für die freundliche Bewirtung und das kleine Produkt von Fuchs Petrolub, das jeder Besucher mitnehmen durfte.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.