Dienstag, 04. Juni 2019

Unbekannter schlug mit Teleskop-Schlagstock auf DRK-Mitarbeiter ein

Angriff auf Sanitäter am Jugendhaus: Polizei ermittelt noch

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Hirschberg, 09. April 2013. (red/aw) Die Gemeinde Hirschberg wollte mit dem Jugendhaus eigentlich einen Ort der Freude schaffen. Einen erschwinglichen Raum, in dem man toll und günstig feiern kann, der besonders auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen zugeschnitten ist. Doch am 22. März 2013 eskalierte es bei einer Geburtstagsparty im Jugendhaus am Sportzentrum in Leutershausen. Während ein 17-Jähriger so betrunken war, dass ihn das Deutsche Rote Kreuz (DRK) versorgen musste, griff ein anderer junger Mann einen Rettungssanitäter an. Mit einen Teleskop-Schlagstock verletzte der Täter den 48 Jahre alten DRk-Mitarbeiter so schwer, dass dieser später im Krankenhaus behandelt werden musste. Die Ermittlungen zur Identifizierung des Täters dauern noch an.

Mit solch einem Teleskop-Schlagstock soll der Täter auf den Rettungssanitäter eingeschlagen haben.
Foto: La-bahsan/wikimedia commons

Die Situation wurde brenzlich, als die DRK-Sanitäter den stark alkoholisierten 17-Jährigen in den Rettungswagen bringen wollten, um ihn zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus zu bringen. Manchen Partygästen gefiel das offenbar gar nicht. Verbal äußerten einige Jugendliche recht deutlich, dass sie diese Idee für nicht sehr gut hielten. Einer jedoch, machte seinem Ärger nicht nur verbal Luft.

Während der 48-jährige Rettungssanitäter in den Rettungswagen einstieg, um über Funk Verstärkung zu rufen, zerrt ihn der Täter aus dem Fahrzeug und schlägt mehrmals auf ihn ein. Unter anderem auch mit einem Teleskop-Schlagstock, dessen Besitz in der Öffentlichkeit eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Das Opfer erlitt unter anderem Kopfverletzungen, die anschließend im Krankenhaus versorgt werden mussten. Erst nach dem Eintreffen zweier Polizeistreifen entspannte sich die Lage, aber der Täter war bereits geflüchtet.

Vorfall bleibt ohne Konsequenzen für das Jugendhaus

Ein paar Wochen nach der Tat, ermittelt die Polizei Schriesheim immer noch. Zu dem genauen Tathergang sowie der Personalie des Täters könne man daher nach wie vor keine Erkenntnisse veröffentlichen, erklärt Tobias Keilbach, Mitarbeiter der Pressestelle der Polizeidirektion Heidelberg. Das Opfer, der 48-jährige Rettungssanitäter des Kreisverbandes Mannheim, befindet sich derzeit in der Genesungsphase und ist nach wie vor krankgeschrieben. Bernd Lauterbach, Leiter des Familienbüros Hirschberg und damit zuständiger Mitarbeiter für das Jugendhaus „bedauert“ den Vorfall sehr, sieht aber wenig Handlungsmöglichkeiten für eine zukünftige Vermeidung solcher Geschehnisse.

In den drei Jahren seit der Eröffnung des Jugendhauses war dies der erste Vorfall mit polizeilichem Handlungsbedarf. 99 Prozent der Jugendlichen sind vernünftig. Konsequenzen, wie etwa eine Schließung würden hier die Falschen bestrafen,

so Bernd Lauterbach. Man habe das Jugendhaus vor drei Jahren eröffnet, damit auch die Kinder- und Jugendlichen Räumlichkeiten zum Feiern haben. „Einen Ort, an dem sie ihre 18. Geburtstage feiern können. Denn Vereinsräume kriegen Jugendliche hier schon lange nicht mehr für solche Veranstaltungen.“ Egal, ob Kindergeburtstag oder Volljährigkeits-Party, der Mietvertrag müsse immer mit einem Erwachsenen geschlossen werden, erklärt der Leiter des Familienbüros. Dieser haftet dann auch für eventuelle Schäden, sollte bei einer Feier etwas zu Bruch gehen. Am Abend des 22. März war es eine Glastür, die nun dem Veranstalter der Feier in Rechnung gestellt wird.