Mittwoch, 15. Mai 2019

Gemeinderatssitzung am 06. Mai 2013

Klimaschutz auf „leichtem“ Weg

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Hirschberg, 08. Mai 2013. (red/sap) Der Klimaschutz in Hirschberg ist eigentlich ohnehin schon auf einem guten Weg: Die Gemeinde ist schon fast seit zehn Jahren Gesellschafter der Klimaschutz- und Energieberatungsagentur (KliBA) in Heidelberg, bei Neubauprojekten wird viel Wert auf regenerative Energien und eine vern├╝nftige Isolation gelegt. Trotzdem will man in Zukunft strategischer und ganzheitlicher vorgehen, anstatt Punkte einzeln zu verbessern.

Daher beschloss der Gemeinderat am Montag, 06. Mai 2013, die KliBA damit zu beauftragen, ein Klimaschutzkonzept „light“ zu erarbeiten, die Firma Steg sowie die KliBa zu beauftragen, ein Quartierkonzepts f├╝r das k├╝nftige Sanierungsgebiet „Ortskern Leutershausen II“ zu erstellen sowie den Auftrag f├╝r die „Energiekarawane“ zu erteilen.

Hirschberg sei eine der ersten Kommunen mit Klimaschutzprogramm gewesen und es g├Ąbe eine Vielzahl von Aktivit├Ąten in dieser Hinsicht sowie ein erfolgreichen Umweltschutzf├Ârderprogramm, sagte B├╝rgermeister Manuel Just. Damit verwies der B├╝rgermeister auf den Einsatz von regenerativen Energien wie zum Beispiel im Hilfeleistungszentrum und in der Sachsenhalle.

Uns fehlt es jedoch noch an strategischer, ganzheitlicher Betrachtungsweise – wo stehen wir, was haben wir, wo wollen wir hin?

Das Hirschberger Klimaschutzkonzept („light“) soll dann auch die Daten f├╝r das Klimaschutzkonzept des Rhein-Neckar-Kreises liefern. Dieses soll durch ein „Quartierskonzept“ in Leutershausen sowie eine┬á „Energiekarawane“ in Gro├čsachsen er├Ąnzt werden.

„Light“ sei das Klimaschutzkonzept, da es sich hierbei um einen ersten, „sanften Einstieg“ handle. Es werde keine Szenarienbetrachtung geben, denn das bekomme man nicht f├╝r 10.000 Euro, daf├╝r m├╝sse man mindestens 30. bis 50.000 Euro „hinlegen“, so Just.

Das Klimaschutzkonzept soll auch Energieeinsparungsm├Âglichkeiten und den Ausbau erneuerbarer Energien zum verminderten CO2-Aussto├č ausweisen und M├Âglichkeiten f├╝r Energieeffizienz zeigen. Abz├╝glich des F├Ârderanteils muss Hirschberg f├╝r das Klimaschutzkonzept 5.000 Euro zahlen.

„Gesamtpaket“ kostet rund 31.000 Euro

Das „Quartierkonzept“ sieht eine Ist-Analyse im ausgew├Ąhlten Quartier bez├╝glich der D├Ąmmung vor und die Firma Steg wird konkrete Empfehlungen hinsichtlich energetische Sanierungsma├čnahmen an Privateigent├╝mer geben. Der „Ortskern Leutershausen II“ wurde ins Landessanierungsprogramm aufgenommen. Die Ma├čnahme kostet rund 70.000 Euro, die F├Ârderquote bel├Ąuft sich dabei auf 65 Prozent, das ergibt f├╝r die Gemeinde Hirschberg einen Eigenanteil von 24.500 Euro.

Eine „Energiekarawane“ wird durch Gro├čsachsen ziehen und┬áHausbesitzern und Mietern von Geb├Ąuden, die vor 1978 errichtet wurden, besuchen und kostenlos beraten.┬á Dies betreffe rund 400 Haushalte. Bei Interesse unterst├╝tzen die Experten die Hausbesitzer bei Umsetzung und Betreuung der Sanierungsma├čnahmen. Die Erfahrung zeige, dass rund 30 Prozente der Haushalte von diesem Angebot Gebrauch machen, sagte B├╝rgermeister Just.

Die Kosten f├╝r die „Energiekarawane“ belaufen sich f├╝r Hirschberg auf rund 10.000 Euro. 80 Prozent ├╝bernimmt die Metropolregion Rhein-Neckar, so dass f├╝r die Gemeinde Kosten von 1.500 bis 2.000 Euro anfallen. Summa summarum muss Hirschberg rund 31.000 Euro f├╝r┬ádas „Gesamtpaket“ zahlen.

Dr. J├Ârg Boulanger (CDU) beurteilte die geplanten Ma├čnahmen f├╝r den Klimaschutz als sehr positiv. Besonders wichtig sei die Standortbestimmung..

Auch die „├älteren“ m├╝ssten ein Signal f├╝r nachkommende Generationen setzen, unterstrich Dr. Horst Metzler (SPD). Hirschberg k├Ânne zwar nicht das Weltklima retten, „aber es kann einen Beitrag dazu liefern“.

Hartmut Kowalinski verweigert Zustimmung

Weiterhin skeptisch zeigte sich Hartmut Kowalinski (FDP) und zweifelte an den Nutzen der Ma├čnahmen. Er verweigerte – anders als sein FDP-Kollege Oliver Reisig – seine Zustimmung zum Klimaschutzkonzept.

Es sei gut zu wissen, wohin die Reise gehe, erkl├Ąrte Oliver Reisig, denn schlie├člich sei es besser „nach Plan zu fliegen als nur auf Sicht“.

Das Klimaschutzkonzept k├Ânne man auch als Wirtschaftsf├Ârderprojekt verstehen, sagte J├╝rgen Steinle (GLH). Denn schlie├člich w├╝rden mit den Sanierungen und Modernisierungen oft kleine Betriebe vor Ort beauftragt.

Monika Maul-Vogt (GLH) kritisierte, dass es sich nicht um ein „echtes“ Klimaschutzkonzept mit einem Leitbild handle. Denn hier ginge es in erster Linie um den Einkauf von Beratungsleistungen.

Bei den Klimaschutzma├čnahmen w├╝rde ein R├Ądchen ins andere greifen, erkl├Ąrte Werner Volk (Freie W├Ąhler).

Die Erstellung eines Klimaschutzkonzepts (light) wurde bei einer Gegenstimme (Hartmut Kowalinski), die Erstellung eines Quartierkonzepts bei einer Enthaltung (Monika Maul-Vogt) und der Auftrag f├╝r die „Energiekarawane“ einstimmig beschlossen.

├ťber sabine