Freitag, 10. Mai 2019

Freie Wähler Hirschberg besuchen Johne Deere mit Drais Schule

Besuch mit Schülern der Karl Drais Schule bei John Deere

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Hirschberg, 16. Mai 2013. (red/pm) Mit einer 8. Klasse der Karl Drais Werkrealschule besuchten die Freien Wähler Hirschberg die John Deere Werke in Mannheim. Der Besuch sollte den Schülern aufzeigen, welche berufliche Möglichkeiten in dem für Deutschland sehr bedeutenden, bei den Arbeitskräften regional orientierten Schlepperwerk bestehen.

Information der Freien Wähler Hirschberg:

„Vor Beginn der Fahrt nach Mannheim mit Privat PKW unterhielten sich Helmut Bühler – Lehrer an der Werkrealschule – und Manfred Kopp, Klaus Peekel und Volker Ehret von den Freien Wählern über die Frage, ob die Gemeinschaftsschule in Heddesheim/Hirschberg kommen wird. Bühler wies dabei darauf hin, dass sie langfristig mehr Perspektiven als die Werkrealschule bieten würde. Allerdings würde sie nach Meinung von Ehret Investitionen in beträchtlicher Höhe in Hirschberg auslösen.

Die Gemeinschaftsschule beinhaltet deutlich mehr Platzbedarf für den einzelnen Schüler. Allgemein waren sich die Beteiligten einig, dass das föderale Schulsystem in Deutschland nicht wenige Nachteile für die Schülerinnen und Schüler hat. Es wäre besser, für alle Kinder über alle Länder hinweg einheitliche Strukturen zu haben.

Zu Beginn der Werksbesichtigung standen Fakten zum Werk in Mannheim. Es hat rd. 29.000 Besucher im Jahr, die Führungen erfolgen in 33 Sprachen. Die Historie von John Deere beginnt im Jahr 1837, er ersetzte in Illinois (USA) den Holzpflug durch den Metallpflug und hatte damit großen Erfolg. 1918 stieg die Firma ins Traktorengeschäft ein. Parallel dazu verlief die Firmengeschichte von Heinrich Lanz. Seine 1859 in Mannheim gegründete Firma vertrieb Gartengeräte und aus England importierte Motoren und Geräte.

1921 gab es in Deutschland den ersten Lanzbulldog. In den Jahren 1930 – 1940 hatte Lanz einen Marktanteil von 48 % bei Traktoren. Im 2. Weltkrieg wurde das Werk Mannheim zu 85 % zerstört, der Wiederaufbau ging schleppend. Lanz hielt an einzylindrischen Motoren fest, der Markt forderte jedoch andere Produkte. 1956 übernahm John Deere über 50 % der Aktien von Lanz, später folgte der Rest.

John Deere besitzt 65 Fabriken in 18 Ländern, insgesamt sind 68.000 Mitarbeiter beschäftigt. Die Hauptwerke sind in den USA und in Europa, aber auch in China, Indien und Südamerika und Südafrika gibt es Niederlassungen. Der Umsatz 2012 betrug 36,16 Mrd US Dollar. Dabei kamen 75 % aus der Landtechnik.

Täglich 5 Mio. US Dollar

Bei John Deere werden täglich 5 Mio. US Dollar in die Forschung und Entwicklung gesteckt. In Deutschland gibt es 6 Standorte, in Mannheim werden zwei Schlepperreihen, in Zweibrücken Mähdrescher und in Bruchsal Kabinen produziert. Daneben gibt es noch die Produktion von Sabo Rasenmähern(Tochter von John Deere) in Gummersbach, ein Werk in Stadtlohn und das Technologiezentrum in Kaiserslautern.

Die Aufgaben in Europa sind verteilt, so werden z.B. in Frankreich die Schleppermotoren hergestellt, in den Niederlanden entstehen Feldspritzen und in Finnland produziert John Deere Forstmaschinen. In Mannheim wurden seit 1921 1,6 Mio Traktoren montiert, gegenwärtig hat John Deere in Deutschland einen Marktanteil von 66 %. Von rd. 4.000 Mitarbeitern werden in Mannheim (Areal umfasst rd. 40 ha Fläche) rd. 40.000 Schlepper pro Jahr mit 70 bis 210 PS hergestellt.

Davon werden 50 % nach Westeuropa und 18 % nach Nordamerika exportiert. Die Getriebe werden in Mannheim selbst produziert. John Deere ist seit einigen Jahren weltweit der größte Landmaschinenhersteller. Nach dieser Vorstellung der Firma durch Frau Christina Lica wurde den Besuchern ein Film vorgeführt, demnach legt John Deere großen Wert auf Nachhaltigkeit und Energieeinsparung. Die Traktoren aus Mannheim sind hoch technisiert.

Nach diesem Film teilte sich die Besuchergruppe. Christina Lica und Joachim Nagler führten die Teilgruppen zunächst in die Lehrwerkstatt. Dort referierte der Ausbildungsleiter Peter Weinsheimer über die einzelnen Berufe. Bei John Deere Mannheim werden u.a. Industriemechaniker, Mechatroniker und Produktionstechnologen ausgebildet. Insgesamt gibt es 100 Azubis, jeweils 35 erhalten pro Jahr einen neuen Lehrvertrag.

10% der Azubis sind Mädchen

Etwa 10 % bei den Azubis sind Mädchen. Weinsheimer betonte, dass die Noten in Mathematik, Physik und Technik wichtig seien. Gleich hoch bewertet werden die Noten in Verhalten und Mitarbeit. Die Azubis kommen vor Allem von Real- und Werkrealschulen, vereinzelt seien auch Abiturienten dabei. Für die 35 Stellen pro Jahr würden etwa 2.700 Bewerbungen eingehen. Die Azubis müssen jede Woche Berichte schreiben, regelmäßig erfolgen Prüfungen in praktischer und theoretischer Hinsicht.

Im Fertigungsbereich wurde vor Allem die Herstellung der Getriebe besichtigt. Hier muss mit äußerster Präzision gearbeitet werden. Da John Deere in Mannheim keine Gießerei mehr hat, werden bestimmte Teile(z.B. Rohlinge) zugeliefert. Bei einem Schlepper werden große Anforderungen an ein Getriebe gestellt, es muss z.B. unter Last(mit Pflug oder angehängter Maschine) schaltbar sein.

John Deere bietet Getriebe mit viel Automatik und großer Effizienz an. Während des Rundgangs wurde auch deutlich, dass Schlepper aus Mannheim im Vergleich zu Konkurrenten deutlich günstiger im Einkauf sind. Alle Traktoren aus Mannheim haben die Grundfarbe grün, im kommunalen Bereich werden sie orange lackiert. Sie wiegen von rd. 3 bis rd. 8 Tonnen.

Beim Antrieb kann es künftig auch Mini – Hybrid Schlepper geben, sie werden im Verbrauch günstiger sein. Demnächst wird es auch schärfere Emissionsvorschriften geben. Interessant war auch zu erfahren, dass 90 % der Schlepper aus Mannheim Allradantrieb haben. Allerdings wird der Allradantrieb ab 20 km/h abgeschaltet. Die Herstellung eines Traktors beginnt bei John Deere erst dann, wenn eine Bestellung vorliegt. Es sind somit alles Einzelprodukte mit ganz individueller Ausgestaltung.

Das Museum von John-Deere

Zum Schluss wurde das Museum von John Deere besichtigt, neben modernsten Traktoren konnten auch alte Lanz Bulldogs bestaunt werden. Helmut Bühler von der Karl Drais Schule dankte den beiden Lotsen durch das Werk für die sehr detaillierten, verständlichen und extrem gute Führungen, die Schülerinnen und Schüler hätten besonderen Einblick in das Schlepperwerk erhalten. Volker Ehret für die Freien Wähler Hirschberg dankte ebenfalls und schloss sich diesen Ausführungen an.

Er hob besonders hervor, dass beide Führer sehr engagiert ihren Arbeitgeber vorgestellt hätten, die Teilnehmer gingen mit einem sehr positiven Bild von John Deere nach Hause. Auf der Heimfahrt bestätigten die beim Chronisten mitfahrenden Schüler Andre Barteldes, Majed Majed und Marc Dittmar, dass sie Wertvolles aus diesem Besuch mitgenommen haben, sie dankten für die Organisation und Durchführung der Fahrt.“

Über Alina Eisenhardt

Alina Eisenhardt (23) ist seit 2012 freie Mitarbeiterin bei uns, macht Redaktion, schreibt Texte und ist für "Unsere Metropolregion - Newsletter" verantwortlich. Sie studiert Psychologie.