Mittwoch, 15. August 2018

Illegale "Ortsumgehung" soll eingedämmt werden

Schleichweg („Judenpfad“) wird stärker kontrolliert werden

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Wer den Schleichweg kennt, nutzt ihn – doch das soll sich ändern.

 

Hirschberg/Großsachsen, 27. November 2013. (red/pm) Seit Monaten kommt es immer wieder zu Beschwerden der Anwohner bzw. Nutzer des Spielplatzes im Sterzwinkel hinsichtlich der nicht erlaubten Nutzung des Feldwegs unmittelbar westlich des Neubaugebiets Sterzwinkel („Judenpfad“) durch Pkw´s. Jetzt kündigt die Gemeinde Konsequenzen an.

Information der Gemeinde Hirschberg:

„Nicht zuletzt durch den zweigleisigen Ausbau der RNV-Linie 5 und dem damit verbundenen erhöhten Verkehrsaufkommen und der zusätzlichen Lichtsignalanlage an der Einmündung zum Neubaugebiet, wird dieser Feldweg zunehmend als willkommene Abkürzung genutzt. Durch diesen Schleichverkehr, über den lediglich für landwirtschaftliche Fahrzeuge zugelassenen Weg, ist inzwischen quasi eine illegale Ortsumgehung entstanden. Dieser Zustand ist auf Dauer nicht mehr hinnehmbar, zumal er einerseits die Wohnqualität negativ beeinflusst und andererseits sogar zu einer nicht abschätzbaren Gefahr für Kinder führt, die sich im Bereich des Spielplatzes aufhalten und oder diesen verlassen.

In dem Wissen, dass die Landwirte bei einer Veränderung der Verkehrsführung/Schließung/ etc. des für sie so wichtigen „Erschließungsweges“ die Hauptbetroffenen wären, führte die Verwaltung bereits im Frühjahr 2012 Gespräche mit Vertretern des Großsachsener Bauernverbandes. Eine für alle Beteiligten zufriedenstellende Lösung konnte bislang trotz weiterer intensiver Bemühungen durch die Verwaltung nicht erarbeitet werden. Als mögliche Maßnahmen wurden dabei bis heute eine Vielzahl von Lösungsansätzen erörtert. Diese gingen über Schranken mit Schloss zum Öffnen, Bremsschwellen, Einbahnstraßenregelungen, Bremsplatten bis hin zu mechanisch oder gar elektrisch versenkbaren Pollern mit Fernbedienung.

Nach Rücksprache mit der Unteren Straßenverkehrsbehörde hatte die Verwaltung zuletzt eine Lösung durch mittels Fernbedienung elektrisch versenkbare Poller favorisiert, kam jedoch durch Erfahrungsberichte nunmehr zu der Erkenntnis, dass diese Alternative aufgrund der witterungsbedingten Störanfälligkeit und der hohen Kosten von ca. 25.000 Euro nicht weiter verfolgt wird. Letztendlich hat sich die Verwaltung jetzt dazu entschlossen, den Zugang zum Kinderspielplatz zu verlegen, um so das Gefahrenpotenzial einzudämmen. Außerdem wird der Feldweg zukünftig in regelmäßigen Abständen durch gemeindliche Vollzugsbedienstete (die hierfür erforderlichen verkehrsrechtlichen Voraussetzungen werden in den nächsten Wochen geschaffen) stärker überwacht. Diese sind angehalten, sämtliche Verkehrssünder ohne Ausnahme zur Anzeige zu bringen.

Die Verwaltung erhofft sich durch diese Kontrollen eine deutliche Verkehrsberuhigung in diesem Bereich.“

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Tatsächlich werden sich auch die Staus verlängern, wenn die Schleichwege nicht mehr genutzt werden.

 

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.