Montag, 10. Dezember 2018

Kindergartensanierung und Rathaus-EDV teurer

„Realistische“ Forstwirtschaft und Mehrausgaben

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Der Hirschberger Wald habe vor allem einen Freizeit- als einen Wirtschaftswert - hier bei der Einweihung des Waldspielplatzes durch B├╝rgermeister Manuel Just. Darin waren sich die Stadtr├Ąte einig.

Der Hirschberger Wald habe vor allem einen Freizeitwert, als einen Wirtschaftswert – B├╝rgermeister Just bei der Einweihung des Waldspielplatzes. Darin waren sich die Stadtr├Ąte einig.

 

Hirschberg, 13. Dezember 2013 (red/ld) Der Gemeinderat beschloss am Mittwoch eine Reihe von Mehrausgaben f├╝r die Erneuerung der Rathaus-EDV sowie die Dachaufstockung und energetische Sanierung des evangelischen Kindergartens Gro├čsachsen. Au├čerdem wurde der Forstwirtschaftsplan verabschiedet und die vollst├Ąndige R├╝ckzahlung eines Kredits beschlossen.

16.485 Euro mehr wird die Erneuerung der EDV im Rathaus kosten. Urspr├╝nglich waren 80.000 Euro vorgesehen. Im Laufe der Ausschreibung hatte sich aber gezeigt, dass der Plan nicht eingehalten werden kann. Grund seien ├änderungen des Lizenzmodells sowie nicht vorhersehbarer Hardwareanforderungen der Bundesdruckerei im Bereich Passwesen, hei├čt es in der Vorlage. Die daf├╝r notwendigen Drucker und Scanner mussten neu angeschafft werden. Au├čerdem mussten unerwartete Anpassungen in der Zeiterfassung vorgenommen werden. Der Gemeinderat hatte am 14. Mai einer grunds├Ątzlichen, ├╝berplanm├Ą├čigen Ausgabe in H├Âhe von 20.000 Euro zugestimmt. Die Mehrausgaben k├Ânnen aus den niedrigeren Kosten f├╝r die Hallenbeleuchtung der Heinrich-Beck-Halle gedeckt werden. Der Gemeinderat beschloss die Mehrausgabe einstimmig. Gemeinderat Alexander May (FW) sagte:

Wir wollen ja, dass unsere B├╝rger/innen weiterhin ihre P├Ąsse bekommen.

Teurer werden auch die Aufstockung und die energetische Sanierung des evangeiischen Kindergartens Gro├čsachsen. Die Gemeinde leistet dazu einen Zuschuss in H├Âhe von 680.000 Euro (90 Prozent der Gesamtkosten) von urspr├╝nglich geplanten 755.344 Euro. Die Bauma├čnahmen am Geb├Ąude verteuern sich um 20.000 Euro. Au├čerdem soll nun auch die bisher bestehende Wohnung f├╝r die Kinderbetreuung umgenutzt und eine neue Sp├╝lmaschine gekauft werden. Die Kosten f├╝r Handlauf, Parkplatz, Zaun und Fahrradst├Ąnder sind f├╝r das Haushaltsjahr 2014 beantragt. Daher erh├Âhen sich die Gesamtkosten f├╝r den evangelischen Kindergarten auf 771.100 Euro. F├╝r die Gemeinde bedeutet das einen zus├Ątzlichen Zuschuss in H├Âhe von 15.000 Euro. Der Betrag soll im Haushaltsjahr 2014 bereitgestellt werden. Der Kindergarten soll im Januar 2014 fertiggestellt werden.

B├╝rgermeister Manuel Just und die Gemeinder├Ąte waren ├╝ber die Kommunikation mit der evangelischen Kirchengemeinde ver├Ąrgert, beschlossen dennoch einstimmig. Die Mehrkosten h├Ątte man der Verwaltung fr├╝her mitteilen m├╝ssen. Sie h├Ątte sie nicht abgelehnt. B├╝germeister Just sagte:

Derjenige, der den Gro├čteil der Ma├čnahme bezahlt, sollte immer auch die M├Âglichkeit haben, Einfluss zu nehmen. Ich w├╝nsche mir, dass sich die Kommunikation in Zukunft drastisch ver├Ąndert.

Fr├╝her als urspr├╝nglich vereinbart, tilgt die Gemeinde ihren im Jahr 2009 mit der Volksbank Kurpfalz H+G Bank vereinbarten Kredit in H├Âhe von 515.000 Euro. Nach Sondertilgungen in den Jahren 2009 (51.500 Euro), 2011 (51.500 Euro) und 2012 (50.000 Euro) beschloss der Gemeinderat gestern einstimmig, auch das Restkapital von 166.164,10 Euro zu tilgen. Au├čerdem beschloss der Gemeinderat eine Sondertilgung in H├Âhe von 50.000 Euro des im Jahr 2011 bei der BBBank Weinheim aufgenommenen Kredits in H├Âhe von 1.000.000 Euro. Das Restkapital dieses Darlehens betr├Ągt dann zum Ende des Jahres 700.000 Euro.

Die R├╝ckzahlungen seien jetzt m├Âglich, sagte B├╝rgermeister Just: Nicht weil der Haushalt f├╝r das kommende Jahr besonders gut sei, sondern weil die n├Âtige Liquidit├Ąt vorhanden sei und man im kommenden Jahr deutlich g├╝nstigere Zinsen erwarte. B├╝rgermeister Just sagte:

Diese Ma├čnahme ist eher eine sinnvolle Umschuldung, als eine Entschuldung.

Einstimmig beschlossen wurde gestern auch der Forstwirtschaftsplan 2014. Dieser sieht weniger Einnahmen und mehr Ausgaben vor – vor allem durch die 5.000 Euro teure Sanierung der Forsth├╝tte, die den Waldarbeitern als Pausenst├Ątte dienen soll und sich mittlerweile „in einem unzumutbaren Zustand“ bef├Ąnde, waren sich Verwaltung und Gemeinderat einig.

Im laufenden Jahr wird mit Ertr├Ągen in H├Âhe von 199.500 Euro gerechnet. Im kommenden Jahr nur noch mit 193.000 Euro. Die Differenz liegt haupts├Ąchlich an den erwarteten Ertr├Ąge aus dem Holzverkauf, die im kommenden Jahr um 9.300 Euro geringer ausfallen sollen. Dabei sollen 2.840 Festmeter Holz geerntet werden. Im laufenden Jahr waren es 2.780 Festmeter. Forstrevierleiter Walter Pfefferle sagte:

Der Plan f├╝r das kommende Jahr ist zwar pessimistischer als in den vorherigen Jahren. Aber er ist realistischer. Mit etwas Gl├╝ck k├Ânnen wir auch etwas mehr erwirtschaften.

„Einschneidend“ seien im vergangenen Jahr vor allem der Juni-Sturm und der trockene, hei├če Sommer gewesen, durch den sich der Lerchenborkenk├Ąfer besonders gut vermehren konnte. Zudem werde derzeit haupts├Ąchlich Laubholz geschlagen, das in Hirschberg weder in ausreichender Qualit├Ąt noch Menge vorhanden sei, um damit h├Âhere Preise zu erzielen. An den Nadelbaumbestand wage sich die Forstwirtschaft nicht, trotz derzeit besonders hoher Preise. Dieses Holz jetzt zu schlagen w├Ąre unverantwortlich, sagte Herr Pfefferle.

Es sei ohnehin kein Wirtschaftswald: Darin waren sich die Gemeinder├Ąte einig. Viel wichtiger sei seine Funktion als Freizeitwald, sein Mehrwert f├╝r die Wohnlage sowie sein Beitrag zum Klima- und Umweltschutz. Auch ├╝ber den Zustand und die Sanierung der H├╝tte waren sich die Gemeinder├Ąte einig. Fritz Bletzer (FW) schlug sogar vor:

Rei├čt sie lieber ab und baut sie neu.

├ťber Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.