Samstag, 11. August 2018

Bauarbeiten beginnen im Frühjahr 2014

2015 öffnet das Ärztehaus in Großsachsen

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aerztehaus

Ungewöhnliche Form – modernster Umbau. So wird das neue Ärztehaus am Riedweg aussehen. Quelle: Gebert & Mack

 

Hirschberg/Großsachsen, 13. Januar 2014. (red/pro) Bürgermeister Manuel Just lud kurzfristig zum Pressegespräch ein – warum auch nicht. Er konnte das Jahr schließlich mit einer guten Nachricht starten. Ab Februar/März sollen das frühere Feuerwehrhaus in Großsachsen zum Ärztehaus umgebaut werden. Die Verträge mit dem Projektbüro Gebert & Mack sind unter Dach und Fach. Für den Ortsteil bedeutet die Ansiedlung eine deutliche Aufwertung, auch wenn Verkehrsfragen ein Problem bleiben.

Von Hardy Prothmann

Die Gesichter sind zuversichtlich, die Stimmung entspannt, die Atmosphäre freudig. In wenigen Wochen beginnt der Umbau des Feuerwehrhauses am Riedweg gegenüber des Seniorenzentrums, kündigen Bürgermeister Manuel Just sowie die Heilbronner Projektentwickler Manfred Gebert und Ewald Mack an.

Ewald Mack kündigt an, unbedingt mit „bewährten Handwerkern“ aus dem Ort und der Region zusammenarbeiten zu wollen:

Wir wollen Qualität und setzen auf die guten Erfahrungen. Allerdings sind viele ausgebucht. Es wird nicht einfach, aber wir schaffen das.

Das 1973 errichtete Gebäude bleibt „entkernt“ zwar erhalten – wird aber kaum wiederzuerkennen sein. Im Norden und Süden wird es einen Anbau geben, das Treppenhaus bleibt im Osten und erhält noch einen Aufzug. Das Walmdach wird entfernt und durch ein Flachdach ersetzt – die Höhe von rund 15 Metern ändert sich so nicht. Sehr ungewöhnlich wird die Form sein, aber warum nicht (siehe Grafik). Die Nutzfläche ist so auf 1.515 Quadratmeter optimiert (Grundstücksfläche 1.320 Quadratmeter). Rundherum entstehen 24 Parkplätze – auch für Behinderte. Das Ärztehaus selbst wird fünf Einheiten haben: Drei Arztpraxen (Allgemein, Internist, Kinder), dazu eine orthopädisch-medizinische Praxis und eine Apotheke im Erdgeschoss. Eventuell wird auch ein Radiologie Einzug halten.

4,5 Millionen-Euro-Investition

Die Entwickler geben das Volumen für das Projekt mit 4,5 Millionen Euro an. Zum Kaufpreis des Grundstücks wollte Bürgermeister Just nur soviel sagen, dass der Preis „marktüblich“ sei und deutlich über einer halben Million Euro liege. Rechnet man 420 Euro den Quadratmeter, ergeben sich rund 554.000 Euro für die Gemeindekasse. Der Durchgang im Süden bleibt in Gemeindebesitz, ebenso wie eine Gasdruckregelanlage-Anlage im Norden, die jederzeit zugänglich sein muss.

Durch die Lage an der Bundesstraße B3 ist die Verkehrssituation wie überall dort nicht einfach. Hinzu kommt die Markthalle, deren Pfosten „halt wenig verkehrsgünstig da rumstehen“. Ein Abriss der Markthalle ist laut Bürgermeister kein Thema: „Die gehört zum Ortsbild.“ Ohne es zu formulieren, geht er davon aus, dass ortskundige Patienten wohl eher „von hinten“ an- und abfahren, denn über die Ampel an der B3 wird es zu Stoßzeiten „unbefriedigend“.

Die Projektentwickler Gebert & Mack wollen die Immobilie nach der Entwicklung – auch in Teilen – verkaufen. Die Käufer investieren dann in ein modernes Gebäude und haben vermutlich äußerst solvente Mieter, die jeweils Grundmietverträge über zehn Jahre abgeschlossen haben. Die Rendite soll bei vier bis sechs Prozent netto nach Steuern liegen:

Die Ärzte selbst wollten nicht kaufen, um ihr Innenverhältnis nicht zu belasten,

sagte Ewald Mack, dessen Büro auch den Verkauf übernimmt. Heißt konkret: Da in einer Praxis mehrere Ärzte arbeiten, sollen alle zu denselben Konditionen mieten und kein Verdacht aufkommen, dass es hier Unterschiede gibt. Die Ärzte entstammten unterschiedlichen Generationen, sodass die älteren eben zehn und andere 25 bis 30 Jahre dort arbeiten werden. Die Verkaufsverhandlungen laufen bereits.

Tolles Ärzteteam

Die Hirschberger erwarten bekannte Namen: Das Ärzteehepaar Steinhausen (Allgemein/Kinder) und der Internist Dr. Eckhard Willersinn ziehen ein. Dazu kommt eine orthopädische Praxis (Betreiber aus der Nachbarschaft) und Ursula Cortelezzi, Inhaberin der Löwen-Apotheke in Leutershausen, wird eine Zweigstelle eröffnen. Die Mieter waren in die Bauplanung von Anfang an mit einbezogen, so dass alles nach deren Wünschen gebaut und gestaltet wird, wie Ewald Mack auf Nachfrage betont.

Für die Heilbronner ist es nach dem Projekt „Tabakfabrik“ das zweite Objekt, das sie in Hirschberg betreuen. Den Sprung in die Region haben Gebert & Mack vor Jahren über ein Projekt in Schwetzingen gemacht. Der heutige Landrat Stefan Dallinger war damals dort Bürgermeister und fragte später an, ob das schwierige Objekt „Tabakfabrik“ nicht interessant sei. Das war es und die Umsetzung hat Bürgermeister Manuel Just überzeugt. In der Weinheimer Hauptstraße waren die Projektentwickler ebenfalls tätig und haben dort bereits zwei Alt- und ein Neubauprojekt übernommen.

Besonders erfreulich bei diesem Projekt ist die Zusammenarbeit mit den Ärzten, die wirklich ein klasse Team bilden,

lobt Ewald Mack die künftigen Mieter.

Was aus den jetzt noch genutzten Praxisräumen in der Hohensachsener Straße wird, ist unklar. Fest steht, dass die Sanierung der Alten Turnhalle parallel zu den Umbauarbeiten des Ärtzehauses laufen soll. Rund 870.000 Euro investiert hier die Gemeinde. Für die Anlieger bedeutet das ein Jahr Baustress in der Nachbarschaft, aber danach wird es wohl sehr ordentlich ausschauen.

Und soviel ist auch sicher: Ein „Spritzenhaus“ wird das Gebäude bleiben. 😉

 

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Nord- und Südansicht des alten Feuerwehrhauses.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist Gründungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten Porträts und Reportagen oder macht investigative Stücke.