Mittwoch, 25. Juli 2018

Entwarnung fĂŒr Hobby-GĂ€rtner

Auswirkungen des milden Winters

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Pflanze frostsicher

Frostsicher verpackt kommen auch empfindliche Pflanzen gut ĂŒber den Winter.

Rhein-Neckar, 22. Januar 2014. (red/sw/dwd) Eine Frage, die zur Zeit viele Hobby-GĂ€rtner und Gartenbesitzer beschĂ€ftigt, ist, welche Auswirkungen die milden Temperaturen, die derzeit das Wetter in der Region beherrschen, auf die Pflanzen hat. Wir haben fĂŒr Sie einige Experten befragt.

Von Susanne Warmuth

Vor gut sechs Wochen, am ersten Dezember, hat der meteorologische Winter begonnen. Die Durchschnittstemperatur in Deutschland liegt fĂŒr diese Zeit bei 3,9° Celsius. Das vieljĂ€hrige Mittel fĂŒr diesen Zeitraum ist mit nur 0,2° C deutlich kĂ€lter. Als Ursache fĂŒr die milden Temperaturen in Europa nennt der Deutsche Wetterdienst die derzeitige rege TiefdrucktĂ€tigkeit ĂŒber dem Nordatlantik. Diese fĂŒhrt milde Luftmassen ĂŒber den europĂ€ischen Kontinent.

Trotz aller Abweichungen vom Mittelwert sind die Temperaturen immer noch im Bereich bereits beobachteter Werte und keine Rekordwerte. Bliebe der Januar weiterhin so mild wie bisher, wĂŒrde er als drittwĂ€rmster Januar in die Geschichte der Wetteraufzeichnung eingehen. Die mildesten verzeichneten Winter waren der Winter 2006 / 2007 mit 4,4° C, 1989 / 1990 und 1974 / 1975 mit 3,6° C. FĂŒr die nĂ€chsten Tag wird allerdings deutlich kĂ€lteres Wetter erwartet, die Durchschnittstemperaturen werden also wieder sinken.

Keine Entwarnung fĂŒr die KlimaerwĂ€rmung

Weltweit betrachtet ist dieser Winter in vielen Gebieten deutlich wĂ€rmer als das langjĂ€hrige Mittel. Besonders markant sind die Gebiete des arktischen Ozeans mit Temperaturen von bis zu 13° C ĂŒber den langjĂ€hrigen Mittelwerten! Trotz der KĂ€ltewelle ĂŒber Nord-Amerika lag fĂŒr die ersten sechs Wochen des Winters 2013 / 2014 die Durchschnittstemperatur der Nordhalbkugel um 0,6° C höher als das zum Vergleich herangezogene vieljĂ€hrige Mittel.

Herr Stefan MĂŒnch, stellvertretender gĂ€rtnerischer Leiter der Mannheimer Stadtparks, kann die Gartenbesitzer der Region noch beruhigen. Zwar können milde Temperaturen dazu fĂŒhren, dass der Saft in die Pflanzen eintritt und der dann einsetzende Frost zu Erfrierungen fĂŒhrt. Die Natur befindet sich jedoch trotz allem noch im Winterschlaf. Gravierende FrostschĂ€den seien zu diesem Zeitpunkt noch nicht zu erwarten.

Viburnum in Bluete

BlĂŒhendes Viburnum im Januar – kein Grund zur Sorge

Herr MĂŒnch kann der Situation, die viele Menschen aktuell verunsichert, noch Positives abgewinnen: Die Kaninchen, im Luisenpark schon fast eine Plage, finden in diesem Winter ausreichend Futter und verschonen wertvolle Rosen. In kalten Wintern stellen diese eine begehrte Knabberei fĂŒr die Tiere dar. Außerdem könne die Arbeit in den Parks weitergehen, schrĂ€nke eine Schneedecke die AktivitĂ€ten der GĂ€rtner doch stark ein.

Der GĂ€rtner rĂ€t jedoch im Hinblick auf die kommende KĂ€lte in den nĂ€chsten Tagen, besonders empfindliche Pflanzen im Hausgarten frostgeschĂŒtzt einzupacken und auch eingepackt zu lassen. Im Handel sind Vlies- oder Juteabdeckungen in vielen Varianten erhĂ€ltlich. Diese schĂŒtzen nicht nur, sondern können dekorative Farbtupfer im Wintergrau sein.

Bienen im Winter

FĂŒr Bienenvölker sind trockene, mĂ€ĂŸig kalte Winter ideal, um gesund ins FrĂŒhjahr zu kommen. Die AktivitĂ€t im Bienenstock wird heruntergefahren. Die Königin legt keine Eier mehr, die versorgt werden mĂŒssen. Die Mitglieder des Bienenvolkes wĂ€rmen sich gegenseitig. Sie finden sich zu einem ballförmigen Gebilde um das Futter herum zusammen. Im Inneren dieses „Balles“ ist es recht warm, nach außen wird es kĂ€lter. Die Bienen wechseln langsam ihre Position von außen nach innen. So können alle ĂŒberleben.

Bei wĂ€rmeren Temperaturen legt die Königin weiterhin Eier. Der Stock findet nicht in die Winterruhe, da diese Eier versorgt werden mĂŒssen. Der Vorsitzende des Ladenburger Imkervereins, Rudolf Schult, gibt jedoch Entwarnung. Dies bedeute keinen Stress fĂŒr die Bienenvölker. So sei der Lauf der Natur. Wesentlich schlimmer sei ein kalter regnerischer FrĂŒhling zum Zeitpunkt, wenn die Bienen schon die Winterruhe beendet haben.

Über Hardy Prothmann

Hardy Prothmann (50) ist seit 1991 freier Journalist und Chefredakteur von Rheinneckarblog.de. Er ist GrĂŒndungsmitglied von Netzwerk Recherche. Er schreibt am liebsten PortrĂ€ts und Reportagen oder macht investigative StĂŒcke.