Samstag, 28. Juli 2018

Bürgermeister Just informierte Gemeinderat über Unterbringungsmöglichkeiten

Bis zu elf Asylbewerber für Hirschberg

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Hirschberg, 04. März 2014. (red/ld) Ab Juli könnten bis zu elf Asylbewerber in der Gemeinde unterkommen. Drei Personen seien bereits im vergangenen Jahr aufgenommen worden, teilte Bürgermeister Manuel Just bei der Gemeinderatssitzung vergangene Woche mit. Wir hatten im Rahmen einer umfangreichen Recherche alle 54 Gemeinden des Rhein-Neckar-Kreises zur Unterbringung von Flüchtlingen angeschrieben. Dies hatte Bürgermeister Just zum Anlass genommen, den Gemeinderat zu informieren, wie viele Flüchtlinge in der Gemeinde aufgenommen werden können.

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Hintergrund unserer Recherche ist die steigende Zahl von Flüchtlingen, die sich im vergangenen Jahr nahezu verdoppelt hat und in diesem Jahr weiter steigen wird. (Wir haben dazu umfangreich auf Rheinneckarblog.de, Weinheimblog.de und Ladenburgblog.de berichtet.)

Das Landratsamt setzt überwiegend auf eine zentrale Unterbringung. So sollten in Weinheim nach den Plänen von Landrat Stefan Dallinger bis zu 200 Personen in einer noch zu bauenden Asylbewerberunterkunft untergebracht werden. Das ist nach Widerständen aus der Bürgerschaft vom Tisch. Der Weinheimer Gemeinderat legte per Aufstellungsbeschluss nun eine Zahl von 70 bis 100 Asylbewerber für diesen Standort fest. Ein weiterer wird gesucht. Im Gegensatz zum Rhein-Neckar-Kreis verteilt der benachbarte hessische Landkreis Kreis Bergstraße die dortigen Asylbewerber auf die Gemeinden. Dies sei angeblich in Baden-Württemberg nicht möglich, so Landrat Stefan Dallinger.

„Prekäre Situation des Landkreises“

Das Landratsamt informiere die Gemeinden immer zum Jahresbeginn über die zu erwartende Anzahl an Asylbewerbern, die der Gemeinde nach ihrer Größe zugeteilt werden könnte – beziehungsweise die die Gemeinden aufnehmen sollten – teilt Hauptamtsleiter Ralf Gänshirt auf Anfrage mit. Die letzte Information sei am 22. Januar dieses Jahres erfolgt.

In diesem Schreiben sei deutlich gemacht worden, dass aufgrund der prekären Situation des Landkreises bei der Unterbringung von Flüchtlingen eine Inanspruchnahme beziehungsweise eine Unterstützung durch die Gemeinde Hirschberg im Jahr 2014 sehr wahrscheinlich erforderlich werde. Darüber hinaus habe Landrat Dallinger mehrfach bei den letzten Kreisverbandsversammlungen des Gemeindetages und bei Bürgermeisterdienstversammlungen auf die Problematik hingewiesen und um Unterstützung gebeten, heißt es in der Antwort der Gemeinde auf unsere Anfrage.

Gute Integrationschancen?

Wie viele Asylbewerber der Gemeinde zugeteilt würden, sei nicht genannt worden. Es sei deutlich gemacht worden, dass jegliche Aufnahme die Bemühungen des Landratsamtes unterstützten. Dazu habe das Landratsamt offene Anfragen gestellt, heißt es in der Antwort der Gemeinde.

Bürgermeister Manuel Just erklärte in der Gemeinderatssitzung am 25. Februar, dass derzeit geprüft werde, ob zwischen sechs und acht Asylbewerber in Großsachsen, in der Landstraße 14, untergebracht werden können. Im vergangenen Jahr habe die Gemeinde bereits drei Personen untergebracht. In diesem Jahr könnten also bis zu elf Asylbewerber unterkommen.

Aus Integrationsaspekten ist dieser Standort sicherlich besser geeignet als eine Unterbringung am Rande der Gemeinde oder der grünen Wiese, weil die Asylbewerber mit den Hirschberger Bürgerinnen und Bürgern leichter in Kontakt kommen können.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.