Sonntag, 05. August 2018

Polizeioberrat Holger Behrendt stellte die Kriminalstatistik Hirschbergs fĂŒr das Jahr 2013 vor

„Hirschberg ist sehr, sehr sicher“

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Hirschberg, 03. Mai 2014. (red/csk) Polizeioberrat Holger Behrendt, Leiter des Polizeireviers Weinheim, stellte im Gemeinderat die KriminalitÀtsstatistik des Jahres 2013 vor. Daraus ging hervor, dass die Delikte mit einer Gesamtzahl von 277 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen haben (2012: 247). Insbesondere bei den DiebstÀhlen war ein Anstieg zu verzeichnen.

Von Christina SchÀfer-Kristof

Ein „heißes Pflaster“ ist Hirschberg nicht. Daher wird die Kriminalstatistik auch nur alle zwei Jahre vorgestellt, zuletzt war das im Jahr 2012 der Fall. Laut BĂŒrgermeister Manuel Just gab es zwei GrĂŒnde dafĂŒr, dass sie in der jĂŒngsten Gemeinderatssitzung auf der Tagesordnung stand: Zum einen, um den leichten Anstieg der Delikte zu erklĂ€ren. Zum anderen war es eine willkommene Gelegenheit, den neuen Leiter des Polizeireviers Weinheim, Holger Behrendt, vorzustellen. Er folgte Anfang des Jahres auf JĂŒrgen Helfrich. In einem waren sich BĂŒrgermeister und Polizeioberrat einig: Hirschberg ist sicher.

Deliktanzahl weit unter Landesdurchschnitt

„277 – das ist eine sehr geringe Zahl“, beurteilte Holger Behrendt die Gesamtzahl der Delikte in Hirschberg. Setze man diese absolute Zahl zum Vergleich in eine HĂ€ufigkeitszahl (also Delikte angerechnet auf Einwohnerzahl), liege Hirschberg weit hinter Weinheim und sehr weit unter dem Durchschnitt des Landes Baden-WĂŒrttemberg. Entsprechend positiv fiel sein erstes Fazit aus:

Hirschberg ist sehr, sehr sicher.

Aus der Statistik sticht der sprunghafte Anstieg von DiebstĂ€hlen und WohnungseinbrĂŒchen hervor. BĂŒrgermeister Manuel Just bezeichnete die Anzahl als „besorgniserregend“. Diese Bedenken rĂ€umte der Polizeioberrat aus: Mit Blick auf die letzten vier Jahre zeige sich ein relativ konstantes Niveau hinsichtlich der WohnungseinbrĂŒche (210: 18, 2011: 16, 2012: 7, 2013: 15). Die aktuelle Zahl von 15 EinbrĂŒchen bezeichnete Holger Behrendt als „sehr gering“ und sagte: „Da muss man sich keine exorbitanten Sorgen machen.“ Zumal es sich nicht um Bandendelikte, sondern um eine inhomogene TĂ€tergruppe handele. Allerdings konstatierte er:

Jeder Einbruch ist einer zu viel.

Auch die DiebstĂ€hle beurteilte der Polizeioberrat als nicht beunruhigend. DiebstĂ€hle machen in der aktuellen Statistik ca. 40% der GesamtdeliktfĂ€lle aus. „Ein völlig normales VerhĂ€ltnis,“ so Herr Behrendt.

In vielen FĂ€llen sind die TĂ€ter der Polizei zudem bereits bekannt, sind also schon vorher straffĂ€llig geworden. In 45% der FĂ€lle bezogen auf Diebstahl und WohungseinbrĂŒche war das auch im vergangenen Jahr der Fall. Und: 1/3 der gefassten TĂ€ter waren Hirschberger. „Es handelt sich also nicht um eine importierte KriminalitĂ€t“, sagte Holger Beherendt.

27 Verstösse gegen des Gewaltschutzgesetz

Der Anstieg im Bereich der Delikte, die unter das Gewalschutzgesetz fallen, war herausstechend. 27 Delikte im Jahr 2013 stehen 13 Delikten aus dem Vorjahr gegenĂŒber – eine Zunahme um mehr als 100%. Allerdings: Alle 27 Delikte wurden von nur einem TĂ€ter begangen, erklĂ€rte Holger Behrendt. Dabei handele es sich um Verstösse gegen einen gerichtlich angeordneten Mindestabstand gegenĂŒber einer zweiten Person. Daher sah er auch hier Bedenken aus dem Weg rĂ€umen.

Ein erfreuliches Bild zeigte sich beim Blick auf das Alter der TĂ€ter. Es gab keine Delikte die von Kindern (Personen unter 14 Jahren) begangen wurden. Bei Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren wurden lediglich 12 Taten bekannt. Die AufklĂ€rungsquote in Hirschberg liegt im Übrigen bei 54%.

Das Fazit des Polizeioberrats: „Meines Erachtens nach muss sich keiner Sorgen machen.“ BĂŒrgermeister Just dankte Holger Behrendt fĂŒr seine kompetenten AusfĂŒhrungen und meinte – vielleicht auch im Hinblick auf seine anfĂ€nglich geĂ€ußerten Sorgen hisichtlich der gestiegenen Zahl: „Man muss eine Statistik auch lesen können.“ Eines scheint nach diesem Abend klar: Hirschberg wird auch weiterhin kein „heißes Pflaster“ sein.

Lesen Sie auf dem Rheinneckarblog.de unser Interview mit dem kommissarischen Leiter der Kriminalpolizei zur Kriminalstatistik 2013.