Donnerstag, 06. September 2018

Kesselaustausch an der Heizungsanlage Karl-Drais-Schule

Kessel jetzt, Konzept später

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Hirschberg, 31. Mai 2014. (red/csk) Der Brennwertkessel in der Karl-Drais- Schule wird ausgetauscht. Grund für die Maßnahme sind Roststellen in den Wärmetauschtaschen. Ihm folgt ein Gasbrennwertkessel mit mehr Leistung. Der soll sich in jedes Wärmekonzept einplanen lassen und auch die Möglichkeit der Erweiterung des Nahwärmekonzepts offen halten. Für eine Studie hatte die Verwaltung Hans-Joachim Borszik, Ingenieurbüro htp in Weinheim, als Sachverständigen hinzugezogen. Gemeinderat Jürgen Steinle, GLH, hätte statt einer Studie lieber ein Konzept gehabt.

Von Christina Schäfer-Kristof

Ist das jetzt ein Konzept, dass man dann auch umsetzen kann oder brauchts dann auch wieder einen Ingenieur?,

hatte Jürgen Steinle zu Beginn seiner Wortmeldung Hans-Joachim Borszik gefragt. Nein, ein Konzept war es nicht. Manuel Just attestierte, dass das erst gegen Ende des Jahres erstellt sei. Derzeit werden laut Bürgermeister Manuel Just Untersuchungen (auch von öffentlichen Gebäuden) seitens der KliBA durchgeführt. Erst danach könne ein Konzept erstellt werden.

Und dann brauche es jemand Beratenden an der Seite brauche – etwa Herrn Borszik -, der die Umsetzung begleite. „Wichtig ist, dass die Lösung zukunftsfähig in jede Richtung ist“, sagte Manuel Just und kam damit zurück auf den auszutauschenden Kessel. Kesselaustausch vor Konzept – für Jürgen Steinle der falsche Weg. Auch der Gasbrennwertkessel war dem Gemeinderat ein Dorn im Auge: „Ich kann mir ganz andere Lösungen vorstellen.“

„Das regt mich langsam uff!“

Die Diskussion rief Werner Volk (FW) auf den Plan: „Das regt mich langsam uff!“ platzte ihm der Kragen. Immer die gleichen Fragen, die schon im ATU diskutiert worden seien, so Volk. Und: „Kommen wir mal zu dem, worum es hier geht: einen Kessel, der ausgetauscht werden muss.“ Matthias Dallinger (CDU) hatte gegen den Tausch nichts einzuwenden, erinnerte aber daran, dass man ein Klimaschutzkonzept in Angriff genommen habe. „Wenn wir das erfüllen wollen, dann wäre es wünschenswert, eine Kennzahl in der Verwaltungsvorlage zu haben, in wie weit eine solche Maßnahme das Klimaschutzkonzept unterstützt“, war seine Anregung.

Für Dr. Horst Metzler (SPD) lag der Knackpunkt weniger in dem Austausch, als in der Finanzierung der Maßnahme. Dafür sollen Gelder genutzt werden, die eigentlich für die Sanierung zweier Gebäude in der Weimarer Straße 6 und 6/1 geplant waren. Die Sanierung der Gebäude sollte geschoben werden. „Das schmerzt“, sagte der SPD-Gemeinderat. Und er merkte an:

Wünschenswert wäre, dass wir Menschen nicht so streng kategorisieren.

Dr. Metzler bezog sich auf eine Äußerung von Bürgermeister Just. Er hatte im Zusammenhang mit den Brandschutzmaßnahmen der Karl-Drais-Schule (auch diese sollen durch die aufgeschobene Sanierung der Gebäude in der Weimarer Straße mitfinanziert werden) geäußert, dass die Gebäude von unterschiedlichen Menschen bewohnt seien. Zum einen Mieter, zum anderen würden die Wohnungen seitens der Gemeinde auch für die Unterbringung von Asylbewerbern und Obdachlosen genutzt. Für letztere müsse man einen anderen Standard ansetzen.

Ausweitung des Nahwärmekonzeps = wieder neuer Kessel?

Letztlich stimmte der Gemeinderat dem Austausch des Kessels bei Enthaltung von Jürgen Steinle zu. Kostenpunkt: ca. 60.000 Euro. Damit wird der noch arbeitende Kessel wieder durch einen zweiten ergänzt. Ein Kessel hätte für die benötigte Heizleistung in der kommenden Winterzeit auch nicht ausgereicht. Denn neben der Karl-Drais-Schule ist auch die Heinrich-Beck-Halle sowie der katholische Kindergarten an die Versorgung angeschlossen.

An den neuen Kessel könnten bei Ausbau der Nahwärmeversorgung möglicherweise zusätzlich der evangelische Kindergarten, die „Alte Villa“ sowie der sich in Planung befindliche „Wohnpark Mozartstraße“ angeschlossen werden. Das geht aus den Unterlagen der Verwaltung hervor. Allerdings stünde dann laut Studie der momentan noch arbeitende Kessel auf dem Prüfstand. Schließlich bräuchte es dann noch mehr Heizleistung.