Montag, 23. Juli 2018

Zweite Amtsperiode könnte in rund einem Jahr beginnen

Bürgermeister Just: „Ich kandidiere wieder“

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Hirschberg, 24 Juni 2014. (red/pm) Bürgermeister Manuel Just (35) wird für eine zweite Amtsperiode kandidieren. Dies kündigte er heute zum Ende der Gemeinderatssitzung an. Er verlas hierzu eine Erklärung, in der er sich zu 100 Prozent mit Hirschberg identifizierte und betonte, dass er mit der Bekanntgabe gewartet hatte, um die Kommunalwahl nicht zu beeinflussen. Die Fraktionen spendeten am Ende der Bekanntgabe geschlossen Applaus – Erklärungen gab es keine mehr, denn Bürgermeister Just beendete sofort die öffentliche Sitzung. Wir dokumentieren seine Rede.

Rede von Bürgermeister Manuel Just. Es galt das gesprochene Wort:

Werte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,
liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
geschätzte Vertreter der Presse,
liebe Einwohnerinnen und Einwohner im Zuhörerraum,

erlauben Sie mir unter dem Tagesordnungspunkt „Verschiedenes“ eine Erklärung in eigener Sache:

Just offiziell

Bürgermeister Manuel Just. Foto: Gemeinde Hirschberg

Auf den Tag genau in einem Jahr und einer Woche ist der offizielle Amtsantritt für den im kommenden Frühjahr zu wählenden Bürgermeister unserer Gemeinde.

Ganz grundsätzlich gilt:
Die Bürgermeister in Baden-Württemberg sind Verwaltungsleiter der Rathäuser und durch ihren gleichzeitigen Vorsitz im Gemeinderat mit hoher politischer Verantwortung versehen.
Diese historisch aus der Süddeutschen Ratsverfassung resultierende starke Stellung ist in der Amtsausführung teilweise angenehm, aber vor allem auch Verpflichtung zugleich.

Bis zum heutigen Tag durfte ich annähernd 7 Jahre diese anspruchsvolle Tätigkeit – hier bei uns in Hirschberg an der Bergstraße ausüben.

Ich habe diese Tätigkeit stets als Herzensangelegenheit betrachtet und darf selbstbewusst behaupten, dass ich weder mich, noch meine Familie oder meine Verwaltung sowie den Gemeinderat hinsichtlich der Anforderungen und Projekte geschont habe.

Ich möchte mir an dieser Stelle erlauben zu skizzieren was wir in diesen rund 7 Jahren gemeinsam erreichen konnten.

just

Manuel Just im Jahr 2010. Der Jungspunt kam mit Ende 27 ins Amt und hat sich seine „jugendliche“ Art bewahrt – auch nach vielen „harten“ Projekten.

Die ersten Monate und Jahre meiner Amtszeit waren mit den Baugebieten der Weinheimer Straße und dem Sterzwinkel, dem Bau des Hilfeleistungszentrums und dem zweigleisigen Ausbau der OEG von Großprojekten geprägt, die noch von meinem Vorgänger initiiert wurden.

Inhaltlich denke ich, ist es uns – sprich Verwaltung und Gemeinderat – gelungen, diese bereits initiierten Projekte in ihrer Umsetzung zu dem für die Gemeinde bestmöglichen Ergebnis zu führen. Ich glaube alle Ergebnisse können sich durchaus sehen lassen.

Darüber hinaus konnten jedoch auch neue Vorschläge und Ideen entwickelt werden, wie das Gemeindeleben wieder ein Stück vorangebracht werden kann.
Mit der Aufnahme in das Landessanierungsprogramm konnte in Großsachsen der für den Bau eines Seniorenzentrums mit Betreutem Wohnen und einer Pflegeeinrichtung entscheidende Schritt getan werden.
Die Ergänzung des Gebiets um eine Kleinkindkrippe sowie um ein Ärztehaus und die aktuell laufende Sanierung der Alten Turnhalle waren ebenfalls Maßnahmen, die letztendlich nur mit Hilfe des Landessanierungsprogramms umsetzbar wurden.

Insgesamt wurden in Hirschberg in den vergangenen 7 Jahren 6 Kita-Gruppen und unzählige Tagespflegeplätze mit Hilfe von gemeindlicher Förderung errichtet.
Das Betreuungsangebot in den Kindergärten und den Schulen wurde – wenn auch noch nicht in seiner finalen Ausprägung – entscheidend verbessert.
Hierzu wurde beispielsweise der kath. Kindergarten Leutershausen mit monetärer Hilfe der Gemeinde Hirschberg erweitert und der evangelische Kindergarten in Großsachsen grundlegend saniert.

Wir haben mit der Weinbergstrasse, der Hintergasse und der Großsachsener Straße wichtige Gemeindestraßen saniert und die Sanierung der Heddesheimer Straße als Kreisstraße entsprechend begleitet.
Die Kanalbaumaßnahmen zur Aufweitung der Kapazitäten und zur Umsetzung des Generalentwässerungsplan für Leutershausen werden noch in diesem Jahr angegangen. Das Entwässerungsproblem in Großsachsen konnte nicht zuletzt mit Hilfe des Sterzwinkels ebenfalls gelöst werden.

Wir haben mit dem unmittelbar vor dem Abschluss stehenden Klimaschutzkonzept, dem zu erarbeitenden Quartierskonzept und der Energiekarawane im Bereich des Klimaschutzes ganz entscheidende und neue Akzente setzen können, um die von der Mehrheit der Bevölkerung gewollte Energiewende auch hier bei uns vor Ort voranzutreiben.

Nach der Umwandlung des Tennenplatzes in einen Rasenplatz werden wir noch in diesem Jahr die Kleinspielfelder sowie die Laufbahn im Sportzentrum zukunftsfähig sanieren.

Auch mittelfristig zeichnen sich mit dem Ausbau der Breitbandverkabelung sowie dem Betreuten Wohnen hier in Leutershausen bereits heute zwei herausragende Projekte für die Zukunft ab.

Liebe Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,
liebe Bürgerinnen und Bürger,
um es kurz zu machen:
Ich glaube wir haben gemeinsam in den vergangenen Jahren viel erreicht und ich persönlich bin stolz darauf, dass ich diesen Fortschritt mit begleiten durfte.

Ende des vergangenen Jahres – mehr als eineinhalb Jahre vor Beginn einer möglichen Amtszeit wurde ich von den Vertretern unserer örtlichen Presse nach meiner Entscheidung bezüglich einer möglichen Wiederkandidatur gefragt.

Auch wenn meine Entscheidung damals bereits feststand, hielt ich es für richtig, den damals bevorstehenden Kommunalwahlkampf nicht durch einen verfrüht ausgerufenen Bürgermeisterwahlkampf zu stören.

Ferner sollten es diejenigen Personen mit denen ich Tag für Tag, Woche für Woche zusammenarbeite, nicht aus der Zeitung erfahren, sondern von mir selbst.

Wie ich selbst jedoch feststellen musste, verursachte ich mit dieser nach außen offensichtlich zögerlich erscheinenden Haltung bei einigen Bürgerinnen und Bürgern Irritationen.

Auch wenn es so keinesfalls geplant oder gar beabsichtigt war, so muss ich dennoch konstatieren, dass mir viele Menschen in den vergangenen Wochen zu verstehen gaben, dass sie sich eine erneute Kandidatur wünschen.

Diese Menschen haben mich nochmals nachträglich in meiner bereits getroffenen Entscheidung bestätigt.

Liebe Gemeinderätinnen und Gemeinderäte,
werte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter,
liebe Gäste,
nach wie vor, kann ich mir kein schöneres Amt vorstellen. Ich identifiziere mich zu 100% mit unserer Gemeinde und der Funktion des Bürgermeisters.

Ich habe mich daher entschieden für eine weitere Amtszeit zur Verfügung zu stehen.

Es entspricht meinem politischen Verständnis von einem parteilosen Bürgermeister, dass ich – so wie es in den vergangenen 7 Jahren auch war – stets den Konsens mit allen Parteien suchen möchte.

Insofern werde ich in den kommenden Wochen auch bei allen Parteien um ihre Unterstützung für den bevorstehenden Wahlkampf werben.

Die Bürgerinnen und Bürger darf ich heute schon um ihr Vertrauen und ihre Stimme für weitere 8 Jahre bitten.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!