Samstag, 28. Juli 2018

Sanierung der Laufbahn und Kleinspielfelder am Sportzentrum

„Schmerzlich aber tolerierbar“

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Hirschberg, 02. August 2014. (red/csk) So ganz kommt die KostenschĂ€tzung nicht hin. Gut 40.000 Euro zusĂ€tzliche Kosten werden bei der Sanierung der Laufbahn und der Kleinspielfelder auf die Gemeinde zukommen. Die Kostensteigerung sei „schmerzlich aber tolerierbar“, sagte BĂŒrgermeister Manuel Just. Dringlicher war die Diskussion darĂŒber, wie man die neuen Anlagen vor Zerstörung schĂŒtzt. Und auch hier nochmal: die Kosten.

Von Christina SchÀfer-Kristof

„Es wird Zeit“, hatte Alexander May (Freie WĂ€hler) zum Thema der Sanierung gesagt. Und das sahen auch alle anderen so. 310.000 Euro hatte man veranschlagt. Der gĂŒnstigste Bieter, die Firma Polytan aus Burgheim, lag mit einem Angebotspreis von 323.134,74 Euro mehr als 13.000 Euro ĂŒber dieser KostenschĂ€tzung. Insgesamt kommen mit Nebenkosten gut 351.000 Euro Kosten auf die Gemeinde zu.

Trotzdem beauftragte der Gemeinderat die Sanierungsarbeiten, die zeitnah erfolgen sollen. Aber man solle doch bitte darauf achten, dass die Maßnahme nicht mit der Abnahme des Sportabzeichens kollidiere, hatte Eva-Marie Pfefferle angemerkt. Damit stieß sie bei BĂŒrgermeister Manuel Just nicht unbedingt auf Begeisterung. „Das ist wie mit einer Straße: Ich kann sie nicht ĂŒber Nacht einfliegen und am nĂ€chsten Tag ist sie da“, entgegnete er leicht echauffiert. Man achte schließlich schon auf die spielfreie Zeit der Fußballer, so der BĂŒrgermeister. Hieß: Alles geht halt nicht.

25.000 Euro zum Schutz vor Vandalismus

Zeigte der Gemeinderat – Sportabzeichenabnahme hin oder her – bei der Bewilligung der Gelder zur Sanierung und der Auftragsvergabe Geschlossenheit, ging es beim Punkt der EinzĂ€unung und ZugĂ€nglicheit der Sportanlagen kontroverser zu. Der Zugang sĂŒdlich durch ein Drehkreuz und eine Drehtoranlage sowie vom SchĂŒtzenhaus kommend mit einer Polleranlage zugĂ€nglich, der Rest des GelĂ€ndes eingezĂ€unt durch Maschendrahtzaun im Norden sowie 2,50 hohe StabmattenzĂ€une zu SĂŒd- und Ostseite, dichte Hecke im Westen – so waren die Vorstellungen der Verwaltung, um die Anlagen vor Jugendlichen mit motorisierten UntersĂ€tzen fernzuhalten. Kostenpunkt des Unterfangens: 20.000 Euro.

„Das habe ich noch nirgendwo gesehen – Stabmattenzaun um einen Sportplatz“, meinte Karl-Heinz TrĂŒbner (GLH) und sagte weiter: „Da fĂ€hrt doch keiner drauf rum.“ Man solle lieber ein Schild aufstellen und höflich um verantwortungsvollen Umgang bitten. Das wĂŒrde helfen und sei wesentlich gĂŒnstiger. Manuel Just widersprach und fĂŒhrte die bereits gemachten Erfahrungen aus Großsachsen an. Auch Hauptamtsleiter Ralf GĂ€nshirt wusste aus der eigenen Jugend zu berichten, dass Ältere sehr wohl mit Moped & Co. auf einem Sportplatz rumfahren.

Kosten als „bittere Pille“

Oliver Reisig (FDP) hielt es fĂŒr Irrsinn, dass man so viel Geld aufwenden mĂŒsse, um das eigene Gut zu schĂŒtzen. Er bezeichnete die Ausgaben als „bittere Pille“, die man schlucken mĂŒsse. Noch höheren Kosten erteilte Herr Reisig eine Absage. Er lehnte damit das zuvor von Alexander May geforderte zweite Drehkreuz im Westen zur besseren ZugĂ€nglichkeit des Platzes ab. Das sollte die Kosten auf ca. 25.000 Euro erhöhen, fĂŒr die Manuel Just dann gleichfalls die Zustimmung erbeten hatte. „Das Geld können wir uns sparen“, sagte Herr Reisig.

Außer der FDP mit Oliver Reisig und Hartmut Kowalinski stimmten lediglich noch Karl-Heinz TrĂŒbner und Thomas Herdner gegen das zweite Drehkreuz. Alle vier GemeinderĂ€te verweigerten auch die Zustimmung zur UmzĂ€unung und zur Genehmigung der außerplanmĂ€ĂŸigen Kosten einer solchen Maßnahme. Umgesetzt werden die PlĂ€ne aber trotzdem. Auch das zweite Drehkreuz.