Donnerstag, 26. Juli 2018

Bürgermeister Just ehrt Gemeinderäte in Feierstunde

„Danke für Ihr Engagement“

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Hirschberg, 24. September 2014. (red/ld) „Danke!“, wollte Bürgermeister Manuel Just am vergangenen Freitabend sagen: Für den Einsatz, den die langjährigen Gemeinderatsmitglieder gebracht haben. Dabei verabschiedete er auch die ausscheidenden Gemeinderäte und ernannte den langjährigen Fraktionsvorsitzenden der Freien Wähler, Peter Johe, zum Ehrengemeinderat.

 

43 Jahre lang war Peter Johe Gemeinderat der Freien Wähler. An vielen Orten in der Gemeinde sei seine Handschrift zu finden. Seine Ehefrau Rosemarie Johe überreichte Herr Just zum Dank Blumen.

43 Jahre lang war Peter Johe Gemeinderat der Freien Wähler. An vielen Orten in der Gemeinde sei seine Handschrift zu finden. Seine Ehefrau Rosemarie Johe überreichte Herr Just zum Dank Blumen.

 

Von Lydia Dartsch

„Sie gehören einer Generation an, die unsere Gemeinde nach dem Zusammenschluss der beiden Ortsteile entscheidend geprägt und gestaltet hat“, setzte Bürgermeister Manuel Just zur Ernennung von Peter Johe als neuen Ehrengemeinderat an. Mit in dieser Riege stünden die amtierenden Gemeinderäte Fritz Bletzer und Dr. Jörg Boulanger sowie der verstorbener Ehrenbürger Alfons Holzmann, sagte Herr Just.

Nach 43 Jahren als Gemeinderat hatte der ehemalige Mannheimer Staatsanwalt beschlossen, bei der zurückliegenden Wahl nicht mehr zu kandidieren. Eine so lange Amtszeit habe bislang noch keiner der Hirschbegrer Gemeineräte zurückblicken können, sagte der Bürgermeister.

Zeit zu handeln, Zeit für Rückzug

Mit gerade einmal 31 Jahren war Peter Johe am 24. Oktober 1971 Gemeinderat geworden. Damals noch in der eigenständigen Gemeinde Großsachsen. Daraufhin war er neun Jahre lang dritter Bügermeisterstellvertreter und von 1984 bis 1999 zweiter Bürgermeisterstellvertreter. 39 Jahre seiner Amtszeit führte er die Freien Wähler als Fraktionsvorsitzender.

Er habe seiner Fraktion eine Struktur, ein Gesicht und in vielen entscheidenden Fragen auch die notwendige Strategie gegeben, sagte Manuel Just. Von seinen Gemeinderatskollegen werde er als Mensch und für seine fundierten Beiträge geachtet und geschätzt. Zudem habe er „als hervorragender Rhetoriker mit einem guten Gespür für Situationen“ genau gewusst, wann es an der Zeit war zu handeln oder Profil zu zeigen oder wann man besser den geordneten und konzilianten Rückzug anzutreten hatte.

Ur-Großsaasemer bei den „Germanistenprozessen“

Eine Eigenschaft, die Herr Just an dessen Beruf als Jurist begründet sieht. Der „Ur-Großsaasemer“ Peter Johe war nach seinem Jurastudium zunächst als Assessor am Amtsgericht in Villingen. Danach wechselte er zur Staatsanwaltschaft Mannheim. Von dort aus habe er Ende der 70er Jahre als Staatsanwalt die Strafprozesse gegen „gewaltbereite Sympathisanten aus der radikalen Heidelberger Studentenszene“ betrieben – den sogenannten „Germanistenverfahren“.

Später war Herr Johe zur Generalstaatsanwaltschaft nach Karlsruhe abgeordnet worden und wurde im Jahr 1984 Oberstaatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Heidelberg, bevor er 1993 nach Mosbach wechselte. Dort arbeitete er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahre 2005 als leitender Oberstaatsanwalt und erhielt mit seiner Pensionierung das Bundesverdienstkreuz.

Infrastrukturelle Schaffensphase

Im Gemeinderat habe Herr Johe nicht den bequemen Weg gesucht, sagte Herr Just: „Vielmehr können die zurückliegenden 43 Jahre als die infrastrukturelle Schaffensphase bezeichnet werden, die nur mit harter Arbeit durchlaufen werden konnte.“ Während Herrn Johes Zeit wurden die Grundschule Großsachsen, die beiden Feuerwehrhäuser, die Sachsenhalle, das Rathaus sowie das Kommunale Hilfeleistungszentrum errichtet. Außerdem wurden unter anderem die Neubaugebiete Endweg, Weinheimer Straße und der Sterzwinkel auf den Weg gebracht und realisiert sowie viele weitere Veränderungen in der Gemeinde.

Nahezu an jeder Stelle des Ortes habe er seine Handschrift hinterlassen, sagte der Bürgermeister. Sein großes Engagement lasse sich zudem an seinen Mitgliedschaften in den Vereinen des TVG, dem MGV Großsachsen, dem Reit-, Fahr- und Pferdezuchtverein, dem Deutschen Roten Kreuz, der Lebenshilfe und im Aufsichtsrat der ehemaligen Raiffeisenbank festmachen. Bürgermeister Just sagte:

Hätten Sie sich erneut zur Wahl gestellt, hätten Ihnen unsere Bürger/innen erneut ihr Vertrauen geschenkt.

Das gute Wahlergebnis der Freien Wähler sei nur auf die jahrelange harte politische Arbeit zurückzuführen, die Peter Johe entscheidend beeinflusst habe. Als Auszeichnung erhielt Peter Johe neben einer Urkunde einen Glas-Kubus, in den das Wappen der Gemeinde eingaviert ist.

Für ihre langjährige Mitgliedschaft im Hirschberger Gemeinderat wurden außerdem Dr. Jörg Boulanger (CDU) für 30 Jahre sowie Karin Kunz (CDU), Eva-Marie Pfefferle (SPD), Hartmut Kowalinski (FDP), Jürgen Steinle (GLH) und Karlheinz Treiber (GLH) mit dem kleinen Zinnteller der Gemeinde geehrt. Zudem bedankte sich Manuel Just bei ausgeschiedenen Gemeinderäte Karin Kunz, Karl Schnell und Thomas Thünker (FW) für ihr Engagement für die Gemeinschaft.

 

Sich für seine Mitmenschen einzusetzen ist keine Selbstverständlichkeit. Bürgermeister Just ehrte

Sich für seine Mitmenschen einzusetzen ist keine Selbstverständlichkeit. Bürgermeister Just ehrte Eva-Marie Pfefferle (SPD), Karin Kunz (CDU) und Hartmut Kowalinski (FDP) für ihre zehnjährige Gemeinderatstätigkeit. Dr. Jörg Boulanger (CDU) wurde für 30 Jahre geehrt. Karlheinz Treiber (GLH) und Jürgen Steinle (GLH) wurden ebenfalls für 10 Jahre geehrt.

 

„Sich für seine Mitmenschen und unsere Gesellschaft einzusetzen ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte er. Immernoch habe das Ehrenamt in Hirschberg einen hohen Stellenwert. Sich für andere Menschen einzubringen bedeute, sich für den Erhalt und die Förderung von Gesellschaftsstrukturen einzubringen:

Egal ob Sport, Kultur, im sozialen oder politischen Umfeld: Keiner dieser Bereiche könnte verstaatlicht so funktionieren oder langfristig erhalten werden ohne die Unterstützung von Ehrenamtlichen.

Leider falle es Vereinen, Organisationen und Parteien immer schwerer, Menschen für sich und für ein aktives Mitwirken zu gewinnen. Beispiele seien unbesetzte Vorstandsposten in Vereinen oder auch die Schwierigkeiten der Hirschberger Parteien bei der Kandidatensuche für das Amt des Gemeinderats. Ein Grund dafür sei die immer geringer werdende Freizeit – in den Augen jüngerer Generationen ein kostbares Gut.

Doch diese schwinde im Gemeinderat noch mehr. Zwar wirken die dort getroffenen Entscheidungen über das örtliche Leben und geht in vielen Fällen weit über die Amtsperiode hinaus. Dafür müssen dann Gemeinderats- und Ausschusssitzungen, Beiratstätigkeiten, Vereinsveranstaltungen und Ausstellungseröffnungen mit dem Berufs- und Familienleben in Einklang gebracht werden. Dazu kommen die Vorbereitung auf Sitzungen und die Fraktionsarbeit: „Und die Bürger/innen Bürger erwarten zu Recht, dass man sich Zeit für Ihre Anliegen, Ideen und Probleme nimmt“, sagte Herr Just.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.