Montag, 15. Oktober 2018

Doch keine neuen Kunststoffbeläge auf dem Sportzentrum

Planungsbüro vermasselt Ausschreibung – Planung über den Haufen geworfen

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Hirschberg, 06. Oktober 2014. (red/ms) Das Sportzentrum wird saniert: Die Firma Polytan GmbH bot an, für 42.000 Euro 1.008 Quadratmeter Kunststoffbeläge zu verlegen – jetzt soll sie das doch nicht tun. Und zwar weil in der Ausschreibung gepatzt wurde: Das Planungsbüro Cenceptplan4 gab „versehentlich“ eine Fläche an, die nur halb so groß ist, wie die, die zu sanieren ist. Die doppelte Fläche ist natürlich doppelt so teuer. Und das sprengt den Kostenrahmen. Also musste der Gemeinderat Alternativen suchen.

Von Minh Schredle

Die Laufbahn beim Sportzentrum wird für gut 300.000 Euro erneuert. Daran ändert sich nichts. Außerdem hätten auf den Kleinspielfeldern neue Kunststoffbeläge verlegt werden sollen – doch dazu wird es nicht kommen. Das Planungsunternehmen Conceptplan 4 hat bei der Ausschreibung gepatzt: Die beiden Spielfelder wurden mit einer Gesamtfläche von 1.008 Quadratmetern angegeben. Tatsächlich entsprechen 1.008 Quadratmeter aber nur der Fläche von einem einzelnen der Felder.

Somit würden sich die zu sanierende Fläche und auch die Kosten verdoppeln. Von etwa 40.000 Euro auf über 80.000 Euro. Das liegt deutlich über dem Kostenrahmen, der im Haushaltsplan kalkuliert wurde und der Gemeinderat war nicht bereit, diese überplanmäßigen Ausgaben hinzunehmen.

„Diese Mehrkosten nicht akzeptabel“

Für die Sanierung des Geländes sind insgesamt 310.000 Euro eingeplant. Selbst wenn das Planungsbüro die richtige Größe angegeben hätte, wäre dieser Ansatz um etwa 40.000 Euro überschritten worden. Würden die Beläge auf beiden Feldern erneuert werden, ergäben sich Gesamtkosten von knapp 400.000 Euro – aus Sicht der Verwaltung ist das „nicht akzeptabel“.

Also musste nach einer Alternative gesucht werden. Eine wäre es gewesen, nur eines der Spielfelder zu sanieren. Doch das lehnte der Gemeinderat als „unbefriedigend“ ab. Stattdessen wird nun Kunstrasen auf den beiden Feldern verlegt, was in der Anschaffung erheblich günstiger ist als Kunststoffbeläge, aber höhere Folgekosten verursacht. Diese halten sich jedoch nach Aussage der Verwaltung „im Rahmen“.

Keine weitere Ausschreibung

Der Kunstrasenbelag kostet für beide Felder zusammen nur 42.300 Euro. Somit wird der Planungsansatz im Haushalt „nur“ um gut 40.000 Euro überschritten. Dies sei laut Bürgermeister Manuel Just zu verkraften. Eine neue Ausschreibung findet nicht statt. Die Firma Polytan wird alle Sanierungsarbeiten durchführen.

Die Verwaltung gab an, man habe Gespräche mit der Gemeinde Ilvesheim geführt. Dort gibt es seit vier Jahren einen Kunstrasenplatz, die Resonanz sei „sehr positiv“. Der Gemeinderat traf den Beschluss, auf die Kunstrasenlösung auszuweichen, einstimmig.

 

 

 

Über Minh Schredle

Minh Schredle (22) hat 2013 als Praktikant bei uns angefangen und war seitdem freier Mitarbeiter. Von Dezember 2014 bis August 2016 hat er volontiert. Ab September 2016 ist er freier Mitarbeiter bei uns.