Montag, 23. Juli 2018

Geringere GebĂŒhrensteigerungen als notwendig

Defizit bei Krippenbelegung nicht zu Lasten der Eltern – trotzdem steigen die Preise

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Hirschberg, 12. Dezember 2014. (red/ld) Das Angebot an KrippenplÀtzen ist mit einer Quote von 40 Prozent gut, aber nicht ausgelastet. Dadurch sind im vergangenen Jahr Defizite bei den Betriebskosten entstanden, die die Gemeinde ausgleichen muss.

Von Lydia Dartsch

Nur 90 Prozent der bestehenden KrippenplĂ€tze sind belegt, heißt es in der Gemeinderatsvorlage zur Sitzung vom vergangenen Dienstag. Durch die ElternbeitrĂ€ge werden 32 Prozent der Betriebskosten bezahlt. Den Rest zahlt die Gemeinde. Bei der Berechnung der ElternbeitrĂ€ge geht die Gemeinde aber von einer vollstĂ€ndigen Belegung der vorhandenen 70 PlĂ€tze aus.

Daher ist im vergangenen Jahr ein Defizit in Höhe von 59.689,80 Euro entstanden. Um allein dieses Defizit mit ElternbeitrĂ€gen auszugleichen mĂŒssten diese um 70 Euro pro Platz erhöht werden. WĂŒrde man fĂŒr die Berechnungen der ElternbeitrĂ€ge von einer Auslastung der KrippenplĂ€tze zu 90 Prozent ausgehen, wĂŒrden sich die BeitrĂ€ge um 20 bis 28 Prozent erhöhen.

FlexibilitÀt beibehalten

Doch die Verwaltung sieht es als unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig, die Kosten denjenigen aufzulasten, die eine Betreuung in Anspruch nehmen und fĂŒr die geringe Auslastung nichts können und gleicht den Fehlbetrag in den Betriebskosten nach mehrheitlicher Beschlussfassung des Gemeinderats mit einer Gegenstimme aus.

Zudem schĂ€tzt die Verwaltung vor, dass die KrippenplĂ€tze auch in Zukunft nur zu 90 Prozent ausgelastet sein werden. Dies sei laut Verwaltung auch erwĂŒnscht, um schnell auf Neuanmeldungen reagieren zu können. Denn jedes Kind hat einen Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz.

ElternbeitrÀge steigen

Dennoch steigen die ElternbeitrĂ€ge ab dem kommenden Jahr um sieben bis 15 Prozent. FĂŒr dieses Jahr waren die BeitrĂ€ge nicht erhöht worden. Bei der Erhöhung im kommenden Jahr wurden die tariflichen Steigerungen bei den Personalkosten berĂŒcksichtigt.

Eine Betreuung fĂŒr die Dauer von 7,5 Stunden kostet dann mit 445 Euro im Monat 60 Euro mehr. Bei acht Stunden ist die Betreung mit 468 Euro pro Monat 55 Euro teurer. Wer sein Kind neun Stunden betreuen lĂ€sst bezahlt ab Januar 489 Euro und damit 34 Euro mehr. Bei zehn Stunden erhöht sich der Beitrag um 38 Euro auf 535 Euro.

Weil nach Voraussicht der Verwaltung die Krippen auch in Zukunft nur zu 90 Prozent ausgelastet sein werden, hatte die Verwaltung vorgeschlagen einen Ausgleich des Defizites fĂŒr das laufende Jahr in den Haushalt 2015 einzubringen. Diesem Vorschlag entsprach der Gemeinderat mehrheitlich mit einer Gegenstimme. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung damit, eine Regelung fĂŒr die Zukunft mit dem TrĂ€ger der Hirschberger Krippen zu treffen, dem Postillon e.V.

Über Lydia Dartsch

Lydia Dartsch (31) hat erfolgreich ihr Volontariat beim Rheinneckarblog.de absolviert und arbeitet nun als Redakteurin. Die studierte Politikwissenschaftlerin und Anglistin liebt Kino, spielt Gitarre und sportelt gerne.