Dienstag, 11. Juni 2019

Offener Brief der GLH an die WN: ÔÇ×Wie viel Demokratie vertr├Ągt die Presse in Hirschberg?ÔÇť


Angeblich interessiert sich die WN f├╝r die Meinung der Leser. Quelle: WN

Hirschberg/Rhein-Neckar, 22. M├Ąrz 2011. Der Sprecher der Gr├╝nen Liste Hirschberg (GLH), Arndt Weidler, ist ├Ąu├čerst unzufrieden mit „redaktioneller Linie“ und journalistischer Leistung der Weinheimer Nachrichten. Deshalb hat er einen offenen Brief verfasst, den er an die Hirschberger Parteien, den B├╝rgermeister und die ├Ârtliche Presse versendet hat. Wir dokumentieren den Brief.

Der Brief ist alles, nur nicht zimperlich: „vordemokratisches Konzept“, „schlecht ausgebildetes redaktionelles Selbstbewu├čtsein“, „peinliche Regularien“, „der journalistischen Freiheit beraubt, noch eigenst├Ąndig und aus freien St├╝cken entscheiden zu k├Ânnen, was in Eurer Zeitung erscheint“, wirft GLH-Sprecher Weidler den Weinheimer Nachrichten vor.

Auch B├╝rgermeister Just wird kritisiert, wegen eines „wilhelminischen Verst├Ąndnis von freier Meinungs├Ąu├čerung“. Auch die RNZ und das hirschbergblog werden kritisiert, „alle diese Medien nutzen ihr Potenzial, qualitativ hochwertige und unabh├Ąngige politische Berichterstattung zu betreiben nicht aus“.

Arndt Weidler schl├Ągt deshalb ein Symposium vor: „Ich schlage daher ein ├Âffentliches Symposium zum Thema vor. ÔÇ×Was kann Lokaljournalismus leisten?ÔÇť ÔÇ×Wie viel Demokratie vertr├Ągt die Presse in Hirschberg?ÔÇť k├Ânnte der Titel lauten.“

Dokumentation:

Arndt Weidler schreibt an WN-Redakeur Hans-Peter Riethm├╝ller

Lieber Hans-Peter Riethm├╝ller,

den zur├╝ckliegenden, kleinen, schriftlichen Disput zwischen uns, m├Âchte ich zum Anlass f├╝r einen ÔÇ×Offenen BriefÔÇť zum Zustand der Lokalpresse nehmen. Verzeihe mir also bitte, dass ich den Kreis der Mitleser/innen, weil der Angesprochenen und Betroffenen, hiermit erweitere.

WN-Redakteur Riethm├╝ller hatte zuvor geschrieben, dass die Parteien immer vor den Wahlen auf die WN zuk├Ąmen und sich benachteiligt f├╝hlten. Wegen eines „Konzepts“ habe man auf die Wahrnehmung von Terminen verzichtet, auch Termine wie das „Kulturfr├╝hst├╝ck“ der GLH fielen darunter, denn „warum findet dieser sonst so unmittelbar vor dem Urnengang statt“? Man habe auch nicht zu traditionellen Aschermittwochsveranstaltungen anderer Parteien geschrieben.

Der offene Brief von GLH-Sprecher Weidler an WN-Redakteur Riethm├╝ller

Ich beginne mit einer Antwort auf deine Replik von vorgestern: Es geht ja nicht einmal um Benachteiligung der GLH. Schlimm genug, dass ihr den anderen politischen Akteuren die Aufmerksamkeit ebenso verweigert.

Selbstverst├Ąndlich kenne ich Euer so genanntes Konzept, das ich ehrlich gesagt f├╝r vordemokratisch halte und zudem aus meiner Sicht auch Ausdruck eines schlecht ausgebildeten redaktionellen Selbstbewu├čtseins zu sein scheint. Die RNZ geht mit der Situation aus meiner Sicht weitaus souver├Ąner um.

Nat├╝rlich seid Ihr die „Bestimmer“ ├╝ber die Inhalte in Eurer Zeitung: Es ist Euer Recht dar├╝ber zu entscheiden, ob eine Veranstaltung inhaltlich und qualitativ ausreichend hergibt, um in der Berichterstattung ber├╝cksichtigt zu werden. In Wirklichkeit tut Ihr das aber nicht.

Die WN verschanzt sich vielmehr hinter peinlichen Regularien. Ihr w├╝rdet meiner Meinung nach wesentlich glaubw├╝rdiger und auch unabh├Ąngiger wirken, wenn ihr allein unter redaktionellen und inhaltlichen Gesichtspunkten entscheiden w├╝rdet wor├╝ber berichtet wird und nicht unter dem Diktum „jeder hat zwei Schuss frei“ – egal wie inhaltsarm der Beitrag dann auch sein mag.

Vielmehr glaube ich, dass Ihr Euch unn├Âtigerweise mit diesem Vorgehen der eigenen journalistischen Freiheit beraubt, noch eigenst├Ąndig und aus freien St├╝cken entscheiden zu k├Ânnen, was in Eurer Zeitung erscheint. Im Zweifelsfall (w├Ąret Ihr denn konsequent) m├╝sstet Ihr jeden Unsinn ver├Âffentlichen, der verzapft wird – nach dem Motto: „die haben ja noch einen Artikel gut“.

Es ist Aufgabe der Parteien und der W├Ąhlervereinigungen an der politischen Willensbildung mitzuwirken. Der politische Wille des Volkes dr├╝ckt sich in unserem demokratischen System durch Wahlen aus. Nat├╝rlich f├╝hrt das zwangsl├Ąufig zu einer H├Ąufung von Veranstaltungen vor den Wahlen – wo lebt ihr denn bei der WN? Aber es ist jedem politischen Wettbewerber doch selbst ├╝berlassen, wie viele ├Âffentliche Termine oder Veranstaltungen er in der Wahlkampfzeit organisiert. Ihr seid so frei zu berichten – oder eben nicht. Unabh├Ąngig von vorab festgelegten Quoten.

Am Rande: Es mag Euch nicht immer transparent erscheinen – und vielleicht ist es auch eine Petitesse, die ihr gelegentlich ├╝berseht -, aber die GLH und die B├╝ndnis-Gr├╝nen in Hirschberg sind organisatorisch zwei getrennte Entit├Ąten.

Die GLH hat den Status einer freien W├Ąhlervereinigung, die mit eigenen Listen bei den Kommunalwahlen antritt und an der politischen Ausgestaltung des W├Ąhlerwillens in der Gemeinde Hirschberg aktiv mitwirkt. 70% der Mitglieder der GLH sind nicht gleichzeitig Mitglied von B├╝ndnis90/Die Gr├╝nen.

Und w├╝rden die Statuten der anderen Parteien nicht dagegen stehen, k├Ânnten wir auch SPD- oder CDU-, sogar FDP-Mitglieder aufnehmen. Den Mitgliedern der GLH ist es freigestellt zu entscheiden welchen Kandidaten sie bei Wahlen unterst├╝tzen, die ├╝ber die kommunale Ebene hinaus gehen. Im Falle Uli Sckerl haben wir als Vereinigung mehrheitlich in einer Mitgliederversammlung beschlossen, f├╝r unser ehemaliges Mitglied und seine Kandidatur zu werben. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist, dass ich keineswegs nachvollziehen kann, dass der GLH unterstellt wird, mit einer Informationsveranstaltung ├╝ber die Nutzung von Solartechnik Wahlkampf zu machen. Diese Art Veranstaltung k├Ânnte und kann – und vor allem wird – bei der GLH immer wieder stattfinden.

Nicht einzusehen, warum nicht vierzehn Tage vor einer Landtagwahl. Das Werben f├╝r und die kritische Diskussion ├╝ber erneuerbare Energien ist l├Ąngst kein „gr├╝nes“ Alleinstellungsmerkmal mehr, sondern besch├Ąftigt weite Teile der Gesellschaft durch alle Parteien und W├Ąhlergruppen. Die WN schlie├čt sich in diesem Falle unn├Âtigerweise aus der sehr aktuellen Diskussion aus, weil ihr die eigenen Regularien im Wege stehen. Das ist schon sehr bedauernswert.

Zum Schluss noch Folgendes: Hirschberg befindet sich in der ausgesprochen gl├╝cklichen und privilegierten Lage ├╝ber zwei konkurrierende Lokalzeitungen zu verf├╝gen.

Dar├╝ber hinaus gibt es f├╝r die ├ľffentlichkeit die M├Âglichkeit, sich mit Hilfe eines agilen und streitbaren HirschbergBlogs sowie eines ausgesprochen gut distribuierten Mitteilungsblattes ├╝ber politische Ereignisse zu informieren. Aus ganz unterschiedlichen Gr├╝nden nutzen aus meiner Sicht alle diese Medien ihr Potenzial, qualitativ hochwertige und unabh├Ąngige politische Berichterstattung zu betreiben nicht aus.

Selbst die Gemeinde als redaktioneller ÔÇ×W├ĄchterÔÇť des Mitteilungsblatts, welches ja ein reines Ver├Âffentlichungsorgan ist, zeichnet sich durch ein wilhelminisches Verst├Ąndnis von freier Meinungs├Ąu├čerung und politischer Bet├Ątigung aus, indem es politischen Gruppierungen inhaltliche Artikel in der Zeit sechs Wochen vor Wahlen verweigert (das ist als wolle man den Kirchen in der Adventszeit die Verk├╝ndigung der Frohen Borschaft verbieten).

Es ist h├Âchste Zeit in Hirschberg diese Defizite ├Âffentlich zu benennen und zu diskutieren. Die GLH wird sich daher bei Ihrer n├Ąchsten Mitgliederversammlung am 7. April zu diesem Thema Gedanken machen und dabei auch den Schulterschluss mit den anderen politischen Akteuren in Hirschberg suchen.

Wir wissen nicht immer alles besser und es steht uns ├╝berhaupt nicht zu, Euch vorzuschreiben was Ihr schreibt (ich bin gerne mal der Hase) und wie Ihr Eure Zeitung zu machen habt, aber wir alle, die im politischen Raum agieren, sind Gegenstand der Berichterstattung und Leser/innen gleicherma├čen und somit durchaus in der Lage Anregungen und Ideen f├╝r Verbesserungen der momentan doch sehr unbefriedigenden Situation zu liefern.

Ich schlage daher ein ├Âffentliches Symposium zum Thema vor. ÔÇ×Was kann Lokaljournalismus leisten?ÔÇť ÔÇ×Wie viel Demokratie vertr├Ągt die Presse in Hirschberg?ÔÇť k├Ânnte der Titel lauten.

In einem solchen Rahmen k├Ânnten sich alle Betroffenen, also auch die Presse, die Parteien und der B├╝rgermeister, als Verantwortlicher f├╝r das Mitteilungsblatt der Gemeinde, einbringen. Unter Beteiligung der B├╝rger/innen w├Ąre dies ein denkbares Forum ├╝ber diese evidenten Probleme zu sprechen.

Entschuldige bitte, dass ich ausgerechnet unsere Korrespondenz zum Anlass genommen habe, dieses Thema so ausf├╝hrlich und vor allem ├Âffentlich zu thematisieren. Ich hoffe, Du betrachtest dies nicht als Vertrauensbruch. Ich wei├č, dass Deine urspr├╝ngliche Antwort in Ton und Ausf├╝hrung eigentlich nur f├╝r mich gedacht war. Aber ich denke, ich sch├Ądige damit nicht Deinem Ansehen, sondern verdeutliche damit nur umso mehr, wie dringend wir ein ├ťberdenken der redaktionellen Grunds├Ątze aller in Hirschberg vertretenen Medien ben├Âtigen. Unsere Auseinandersetzung, so hoffe ich, k├Ânnte Anlass sein, sich konstruktiv, zum Vorteil der Leser/innen, zum Vorteil einer echten demokratischen Streit- und Berichterstattungskultur und zum Vorteil der Akzeptanz der lokalen Medien, auseinanderzusetzen.

Mit hochachtungsvollen Gr├╝├čen
Arndt Weidler

P.S.: F├╝r alle, die es interessiert noch mal meine urspr├╝ngliche Mail an den Lokalredakteur der WN, Hans-Peter Riethm├╝ller:

Erste email von GLH-Sprecher Weidler an WN-Redakteur Riethm├╝ller

Von: Gr├╝ne Liste Hirschberg [mailto:news@gruene-liste-hirschberg.de]
Gesendet: Freitag, 18. M├Ąrz 2011 09:48
An: Riethm├╝ller, Hans-Peter
Betreff: Fw: PM der GLH: Vortrag am 17. M├Ąrz 2011

Lieber Hans-Peter,

vielen Dank zun├Ąchst, dass ihr vorab nochmals auf die Veranstaltung gestern Abend hingewiesen habt. Dennoch f├Ąllt mir auf, dass sich die WN in den vergangenen Wochen bei Veranstaltungen der GLH extrem rar gemacht hat. Ich kenne ja Euren Codex f├╝r die Wahlkampfzeit, kann mir aber nicht erkl├Ąren, warum nun auch schon seit l├Ąngerem Veranstaltungen, zu denen ausdr├╝cklich die W├Ąhlervereinigung GLH einl├Ądt und die nicht im unmittelbaren Zusammenhang mit den Landtagwahlen stehen, von der WN konsequent in der Nachberichterstattung ignoriert werden. Seit l├Ąngerem ward auch niemand von Euch mehr bei einer Mitgliederveranstaltung gesehen, zu denen die RNZ regelm├Ą├čig, gelegentlich auch der Kollege Hirschbergblog, erscheinen und berichten. Die MV ist nicht immer prickelnd, das wei├č ich, und wenn es inhaltliche redaktionelle Bedenken gibt, ├╝ber die ein oder andere MV zu berichten, muss ich das akzeptieren. Und auch wenn ich Eure Restriktionen f├╝r die Wahlberichterstattung hinnehmen muss (obwohl ich diesen Formalismus, ehrlich gesagt, f├╝r vordemokratisch halte), ist mir nicht klar, warum s├Ąmtliche Veranstaltungen der GLH derzeit keine Berichterstattung mehr wert sind. Traurig insbesondere auch am vergangenen Sonntag beim Kulturfr├╝hst├╝ck. Erz├Ąhl mir bitte nichts von ├ťberlastung und kein Personal – Fasching ist l├Ąngst vorbei.

Die Veranstaltung von Brinkmeier war ├╝brigens ausgesprochen berichtenswert und der Vortrag ausnehmend gut. Schade nicht nur in diesem Fall, dass die WN das nicht mitbekommen hat. Wenn gew├╝nscht und es dann auch ver├Âffentlicht wird, schreibe ich Euch am WE ein paar Zeilen dazu – aber mal ganz deutlich: Das ist wirklich nicht mein Job, sondern Eurer – dem Ihr in letzter Zeit aus meiner Sicht nur sehr ungen├╝gend nachkommt.

Mit gr├╝n-listigen Gr├╝├čen
Arndt

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das hirschbergblog

Kamera ├╝berwacht Sportst├Ątten

Guten Tag!

Hirschberg, 16. Juli 2010. Die Gemeinde Hirschberg hat wegen geh├Ąufter Einbr├╝che beim Fu├čballverein und beim Tennisverein Leutershausen vor knapp sieben Wochen eine Videokamera installiert.

Drei Mal bekamen die Fu├čballer in der j├╝ngsten Vergangenheit ungebetenen Besuch, zwei Mal die Tennisspieler – die Einbr├╝che sorgten f├╝r ├ärger und Verunsicherung, eine nennenswerte „Beute“ hatten die Einbrecher nicht gemacht.

B├╝rgermeister Manuel Just reagierte mit einer ├ťberwachung der Sportst├Ątten per Videokamera. Dar├╝ber informierte er am Montag, den 12. Juli 2010, den Gemeinderat.

Die Kamera zeichnet 14 Stunden am St├╝ck auf und ├╝berspielt dann das Band wieder, erkl├Ąrte Just in der Verwaltungsausschusssitzung vom 14. Juli 2010 auf Anfrage von Arndt Weidler (GLH),“ was denn mit den Aufnahmen passiere“.

Just sagte: „Die Aufnahmen guckt sich niemand an, solange nichts passiert.“ Juristisch sei die Sache nicht gepr├╝ft. „Das werden wir tun, falls es dazu eine Eingabe gibt.“ Die Video├╝berwachung ├Âffentlicher R├Ąume ist aus Datenschutzgr├╝nden rechtlich umstritten.

Die Polizeidirektion Heidelberg sagte auf Nachfrage, dass die Spurenauswertung noch nicht beendet sei. Aus ermittlungstaktischen Gr├╝nden wollte der Pressesprecher Harald Kurzer keine weiteren Angaben machen, ob beispielsweise die Streifen verst├Ąrkt oder andere Ma├čnahmen eingeleitet worden sind.

Link:
Landesdatenschutzbeauftragte Baden-W├╝rttemberg
Hintergrundbericht Nieders├Ąchsischer Landesdatensch├╝tzer kritisiert 99 Prozent der Kamera├╝berwachung

Einen sch├Ânen Tag w├╝nscht
Das hirschbergblog

Eine neue Homepage ist dringend n├Âtig – ein redaktionelles Konzept noch mehr

Guten Tag!

Hirschberg, 15. Juli 2010. B├╝rgermeister Manuel Just findet den Internet-Auftritt der Gemeinde Hirschberg „ganz in Ordnung“. Das darf er meinen – schlie├člich herrscht in Deutschland Meinungsfreiheit. Das hirschbergblog findet den Auftritt grottenschlecht und nennt die Gr├╝nde. Wenn eintrifft, was zu bef├╝rchten ist, werden die 20.000 Euro f├╝r eine neue Homepage nicht teuer, sondern schlicht und einfach verschwendet sein.

Von Hardy Prothmann

Was die Gemeinde Hirschberg einen Internetauftritt nennt, ist nicht nur fast zehn Jahre, sondern 50 Jahre alt.

Moment, sagen Sie, vor 50 Jahren gabs doch noch gar kein Internet. Wie soll das gehen? Die Rechnung geht auf Thomas Middelhoff zur├╝ck, ehemals Chef des Bertelsmann-Konzerns. Der meinte vor langer Zeit schon, dass sich im Internet alles f├╝nf Mal schneller entwickelt als im wirklichen Leben. Ein Menschenjahr bedeutet f├╝r das Internet also f├╝nf Jahre.

Gepflegte Langeweile hei├čt auf der Gemeindeseite "Freizeit".

Die wichtigste Frage ist: Warum hat sich in den vergangenen zehn Jahren nichts auf der Hirschberger Homepage in Sachen Ver├Ąnderung getan? Die Antwort ist einfach: Man muss programmieren k├Ânnen, um hier gestalterisch oder konzeptionell etwas ver├Ąndern zu k├Ânnen. Kann man das nicht – bleibt alles, wie es ist oder man zahlt f├╝r eine Ver├Ąnderung.

Fehler 2.0

Diesen Fehler wiederholt die Gemeinde gerade. Denn das neue System, in dem die neue Homepage erstellt wird, hei├čt TYPO3 und ist nur von sehr erfahrenen Anwendern ver├Ąnderbar. Es handelt sich dabei um ein so genanntes CMS, ein Content-Management-System, das zwar kostenfrei ist und somit auch die Gemeinde nichts kosten m├╝sste – man muss aber die spezielle Programmiersprache beherrschen.

Aktuelle Informationen? Kommt darauf an, was man unter "aktuell" versteht.

Das kann bestimmt die beauftragte Firma Komm.On.Line. Diese wird nach Vorgaben der Gemeinde eine Oberfl├Ąche erstellen, gew├╝nschte Funktionen einbauen und dies dann der Gemeinde ├╝bereignen. Alles, was bis dahin nicht bedacht wurde oder technische ├änderungen in der Zukunft, werden nur noch gegen „Extra“-Geld umsetzbar sein oder man wartet eben vier (20) lange Jahre, bis die n├Ąchste Ver├Ąnderung kommt.

Auch das hirschbergblog basiert auf einem CMS names WordPress. Wie TYPO3 ist es Open-Source, also ein kostenfreies Programm. Der Unterschied: W├Ąhrend WordPress schon rund zehn Millionen Mal zum Einsatz kommt, wird TYPO3 weltweit gerade mal 300.000 Mal eingesetzt. Der Grund: WordPress ist viel einfacher in der Bedienung. Es gibt jede Menge frei erh├Ąltliche Zusatzfunktionen.

Keine einzige Funktion auf dem hirschbergblog wurde in „Auftrag“ gegeben – alles ist frei erh├Ąltlich. Trotzdem kann man nat├╝rlich auch hier alles m├Âgliche programmieren lassen.

20.000 sind viel Geld, wenn wenig damit erreicht wird.

Die Einrichtung und Gestaltung hat die Redaktion selbst ├╝bernommen – kosten: Null Euro. Berechnet man die eigene Arbeitszeit, kommt man vielleicht auf 3.000 Euro. H├Ątte man einen Programmierer beauftragt, der aufgrund seiner Kenntnisse viel schneller arbeiten kann, w├Ąren vielleicht 1.000 Euro f├Ąllig geworden. Die monatlichen Kosten liegen unterhalb von 50 Euro.

Auch hier der Vergleich: Die Gemeinde Hirschberg zahlt in den kommenden vier Jahren 20.000 Euro f├╝r ein kaum ver├Ąnderbares System. Wir zahlen im selben Zeitraum weniger als 2.400 Euro und k├Ânnen jederzeit Ver├Ąnderungen vornehmen.

B├╝rgermeister Manuel Just hat recht, wenn er sagt, dass eine Homepage aktuell sein muss, um gut zu sein. Doch das ist nur ein Teil der Wahrheit und es hat Konsequenzen, nach denen sich der Gemeinderat Matthias Dallinger (CDU) und das Ausschussmitglied Arndt Weidler (GLH) erkundigt haben: Welche Inhalte wird es geben?

Service? Mal schauen.

Sicher wieder einen Veranstaltungskalender. Der jetzige ist eine Katastrophe, weil er zwar Anlass und auch Ort nennt, ob aber die Zeit dabei steht, ist fraglich. Die Adressen fehlen vollst├Ąndig, ebenso Informationen zu den Veranstaltungen. Wir wissen, wovon wir reden, weil wir den Kalender oft anschauen und fluchen, weil er so unvollst├Ąndig und damit unbrauchbar ist.

Hier kommt es auf den Blick an. Wer wei├č, in welcher Stra├če die und die Einrichtung ist, der findet hin, jeder andere nicht. Wer ├╝ber die Jahre wei├č, wann welche Veranstaltung beginnt, richtet sich drauf ein – andere haben das Nachsehen.

Ein Verzeichnis, wie es liebloser und b├╝rokratischer nicht geht.

├ťberall auf den Seiten werden kleine Bildchen verwendet, so als ob gro├če Bilder teuer w├Ąren. Sind sie nicht, sie sind nur sch├Âner, zeigen mehr und interessieren deshalb auch die BesucherInnen mehr.

Die Spaltenbreite richtet sich nach der Gr├Â├če des Fensters. Zieht man das Fenster gro├č, hat man Zeilen mit weit ├╝ber 100 Zeichen-Anschl├Ągen. Ab 65-70 Zeichen die Zeile steigt man als Leser aus – das ist wissenschaftlich bewiesen.

Die ├ťbersicht ├╝ber die Vereine ist derart lieb- und seelenlos gestaltet, dass es ├╝berhaupt keinen Spa├č macht, sich auf dieser Seite aufzuhalten.

Schon gar nicht bei „Neues aus Europa“ – hier stehen genau keine Informationen. Soviel zu „Neues aus Europa“.

Auf „Unsere Gemeinde“-„Verkehrslage“ suchen Anwender vergeblich nach Informationen zum aktuellen Verkehrschaos im Ort. Daf├╝r gibt es einen Extrapunkt „OEG-Ausbau“ – wieso steht der nicht unter „Verkehrslage“?

Der Ton der gepflegten Langeweile.

Die allermeisten Informationen sind statischer Art – hier ├Ąndert sich nie etwas. Einmal erstellt d├╝mpeln sie auf ewig hier vor sich hin. So gesehen hat der B├╝rgermeister recht, wenn er ganz zufrieden ist mit dem System. Hier muss man eigentlich nicht viel ├Ąndern, weil die gepflegte Langeweile den Ton angibt.

Das neue System, auch wenn es wahrscheinlich kaum angepasst werden kann, wird eine Vielzahl neuer M├Âglichkeiten bieten – wenn man diese nutzen will.

Beispielsweise unter „Aktuelle Informationen“ – hier tut sich meist so wenig, dass man insgesamt davon ausgehen kann, dass sich nur sehr wenige BesucherInnen f├╝r die Internetseite der Gemeinde interessieren d├╝rften. So gesehen muss man sich fragen, was die 20.000 investierten Euro eigentlich bewirken sollen?

Nur ein h├╝bscheres Aussagen? Ein so tun als ob? Oder soll die Homepage der Gemeinde eine Kommunikationszentrale sein – ein Ort des Austausches, eine zentrale Anlaufstelle wie die Auskunft im Rathaus?

Neues aus Europa - nix Neues in Europa.

Dar├╝ber gab es in der Verwaltungsausschusssitzung auch keinerlei Information – man muss vermuten, dass es dazu keine Informationen gibt.

e-Government? H├Ârt sich toll an.

B├╝rgermeister Just nannte den Begriff „e-Government“ – ein sch├Âner Begriff. Doch was verbirgt sich dahinter?

Ist etwa geplant, beispielsweise Sitzungsvorlagen online zu stellen? Planentw├╝rfe? Oder Formen der B├╝rgerbeteiligung einzuf├╝hren?

Letzteres bestimmt nicht, denn ansonsten h├Ątte man die B├╝rger fragen k├Ânnen, die die Homepage nutzen, was sie sich vorstellen, was sie gerne dort finden w├╝rden, was insgesamt ein praktischer Nutzen w├Ąre.

Und die Verwaltung k├Ânnte ├╝berlegen, wie sie mit dem investierten Geld vielleicht Kosten sparen k├Ânnte – Ans├Ątze und Beispiele dazu gibt es zuhauf in anderen Gemeinden.

Angeblich sei es schwer die Seite service-bw anzubinden – das darf man getrost f├╝r eine Behauptung halten. Man kann einfach einen Link setzen – schon ist dieser Service vorhanden. Vielleicht ist auch etwas anderes gemeint – das wurde aber nicht erkl├Ąrt.

In der Verwaltungsvorlage wurde als Beispiel einer k├╝rzlich von der beauftragten Firma umgesetztes Projekt die Homepage der Gemeinde Edingen-Neckarhausen genannt. Wenn das das Ma├č der Dinge sein soll – dann wird alles wahr, was hier im Artikel kritisiert wurde.

Edingen-Neckarhausen: Huch! Andere Farben, andere Schrift - aber irgendwie kennt man das schon von den "Europa-Nachrichten" aus Hirschberg.

Die Seite sieht definitiv schicker aus als die von Hirschberg. Tats├Ąchlich ist sie aber nur aufgeh├╝bscht.

Elemente von „Barrierefreiheit“ – eigentlich ein Standard im Netz f├╝r Verwaltungen – gibt es nicht (bei uns auch noch nicht, aber wir sind ein kleiner Betrieb und arbeiten dran). e-Government-Funktionen? Fehlanzeige. Sitzungsunterlagen, Pl├Ąne, sonstige Dokumente, die Transparenz herstellen? Fehlanzeige.

Wer sich nicht von dem etwas besseren Layout t├Ąuschen l├Ąsst, erkennt, dass hier nur neu gestrichen wurde – darunter herrscht dieselbe gepflegte und gewollte Langeweile wie auf der Hirschberger-Internetseite.

So gesehen sind 20.000 Euro nicht „teuer“, wie Ausschussmitglied Arndt Weidler meinte, so gesehen sind 20.000 sauteuer, um nicht zu sagen, rausgeschmissenes Geld.

Auch ein frisch gestrichenes Dr├Âge bleibt dr├Âge.

Aufgeh├╝bschtes Vereinsverzeichnis - gucken Sie zum Vergleich oben auf die Darstellung auf der Hirschbergseite. Neues Design - gleich langweiliger Inhalt und Mehrwert.

Andersrum betrachtet ist die Gemeinde Hirschberg sogar gut dran mit der verstaubten Homepage – niemand erwartet von solch einer Seite tats├Ąchlich einen innovativen Kommunikationsansatz, der sich auf der H├Âhe der Zeit befindet – was so dr├Âge daherkommt, kann ruhig auch dr├Âge Informationen haben.

Die Seite von Edingen-Neckarhausen hingegen ist ein Etikettenschwindel – zu Recht werden viele B├╝rger sich dar├╝ber ├Ąrgern und nie mehr wiederkommen. Wobei auch das egal ist, denn tats├Ąchlich hat dort wohl niemand den Anspruch, die Leute wirklich auf die Seite locken zu wollen.

Tats├Ąchlich muss man zu dem Urteil kommen, dass es sich um eine Schmuckseite handelt, mit der B├╝rgermeister, Verwaltung und Gemeinderat sich das gute Gef├╝hl teilen, richtig „modern“ zu sein. Ob das einen Nutzen f├╝r den B├╝rger hat? Egal – auch wenn es mit Steuergeldern bezahlt wurde.

├ťbrigens: Die Gemeinde Heddesheim plant ebenfalls einen neuen Auftritt f├╝r den alle genannten Kritikpunkte auch gelten, da die Firma ISI, des Alt-Gemeinderats Martin Winkler (CDU) die beiden Gemeindeauftritte fr├╝her realisiert hatte. Die Kosten in Heddesheim: 12.000 Euro.

Homepage der Gemeinde wird erneuert

Guten Tag!

Hirschberg, 14. Juli 2010. Der Internetauftritt der Gemeinde Hirschberg soll bis November 2010 neu programmiert und inhaltlich strukturiert werden. Daf├╝r werden rund 20.000 Euro ausgegeben.

B├╝rgermeister Manuel Just skizzierte kurze die Fakten. Die jetzige Homepage ist rund zehn Jahre alt. Seiner Meinung nach erf├╝lle sie zwar die wichtigsten Funktionen, inzwischen habe es aber viele Fortschritte gegeben und in vielen Gemeinden seinen in den vergangenen Jahren die Internetauftritte der Gemeindeverwaltungen verbessert worden.

Homepage der Gemeinde Hirschberg. Soll bis November 2010 erneuert werden.

„Au├čerdem wollen und m├╝ssen wir das Serviceportal des Landes einbinden.“ ├ťber diese L├Âsung k├Ânnen verwaltungstechnische Vorg├Ąnge einheitlich, automatisiert und papierlos abgewickelt werden. „Damit werden wir den Anforderungen des e-Governments Rechnung tragen“, sagte Just.

Die Kosten von rund 20.000 Euro sind einerseits 2.869 Euro pro Jahr f├╝r einen „Mietkauf“ der Programmierung. Die Gemeinde zahlt die Programmierung ├╝ber vier Jahre hinweg, daf├╝r wird ein Zinssatz von 2,27 Prozent f├Ąllig. Die j├Ąhrlichen Wartungs- und Betriebskosten betragen 2.165 Euro im Jahr, in der Summe also rund 5.000 Euro pro Jahr, ├╝ber vier Jahre also 20.000 Euro.

Matthias Dallinger wollte wissen, ob und wie der Auftritt inhaltlich aufgewertet werde und ob daf├╝r zus├Ątzlicher Verwaltungsaufwand entstehe. Michael Frank, stellvertretender Hauptamtsleiter und Koordinator des Projekts sagte: „Das h├Ąngt vom Anspruch ab, welche Inhalte man einstellen m├Âchte.“

Der Server wird bei der Firma Komm.On.Line GmbH in B├╝hlerzell stehen, die auch die Programmierung ├╝bernimmt und f├╝r einige Kommunen t├Ątig sei.

Ausschussmitglied Arndt Weidler erkundigte sich zu den Kosten und sagte: „Das ist ein stolzer Preis f├╝r eine solche Dienstleistung.“ Au├čerdem wollte er wissen, welche Kosten nach den vier Jahren entstehen w├╝rden. B├╝rgermeister Just sagte, dass m├╝sse neu verhandelt werden.

Auch Herr Weidler wollte mehr zum redaktionellen Konzept wissen. Michael Frank sagte: „Die Redaktion findet im Haus statt.“ Herr Weidler sah einige L├╝cken im jetzigen Angebot, vor allem im Servicebereich. Herr Frank meinte, er w├╝sste, was Herr Weidler meine und sei mit ihm einer Meinung.

B├╝rgermeister Just sagte, dass eine Homepage nur dann gut sei, wenn sie aktuell sei: „Desto gr├Â├čer ist aber der Aufwand. Ich halte unsere Homepage f├╝r gar nicht so schlecht – sie k├Ânnte mehr links bieten.“

Der Ausschuss stimmte der Auftragsvergabe zu.

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Gr├╝ne 30-Jahr-Feier am Samstag

Guten Tag!

Hirschberg, 09. Juni 2010. Selbst „Revoluzzer“ feiern irgendwann mal ein Jubil├Ąum, wenn sie die Revolution ├╝berlebt haben. Bei der Gr├╝nen Liste Hirschberg ist das der Fall. Am Samstag, den 12. Juni 2010 l├Ądt die Gr├╝ne Liste zur 30-Jahr-Feier in die Alte Synagoge ein.

Seit 30 Jahren aktiv: v.l.n.r. J├╝rgen Gl├Âkler, Ingrid Stephan, Gerda Merkel und Uli Sckerl als GLH-Kandidaten f├╝r den Gemeinderat in fr├╝heren Zeiten. Bild: privat

Am Samstag gibt es zwei Stunden Programm von und mit der Gr├╝nen Liste in Hirschberg in der Alten Synagoge.

Mit dabei: Jens Schlichting und Jenny Robinson-Haigh sowie Madeleine Sauveuer und Clemens Maria Kitschen als musikalische Begleitung und Hans-Peter Schw├Âbel als Kabarettist.

Mitglieder der Gr├╝nen Liste wie Arndt Weidler und J├╝rgen Gl├Âckler sowie der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl und B├╝rgermeister Manuel Just werden Gru├čworte und R├╝ckblicke bieten.

Die Hirschberger B├╝rgerInnen sind herzlich eingeladen.

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