Samstag, 08. Juni 2019

L√§rmaktionsplanung f√ľr Schriesheim, Hirschberg und Dossenheim

Gemeinsame Informationsveranstaltung

Dossenheim/Hirschberg/Schriesheim, 16. Januar 2015. (red/pm)¬†Die drei Kommunen Dossenheim, Schriesheim und Hirschberg haben ein gemeinsames Problem: Den Verkehrsl√§rm auf der B3 und der parallel dazu verlaufenden Stra√üenbahntrasse Linie 5. Um die Anforderungen des¬†Bundesimmissionsschutzgesetzes zu erf√ľllen, beauftragten die Kommunen gemeinsam ein Ingenieurb√ľro mit der Erstellung¬†der¬†L√§rmaktionsplanung. Die Untersuchungsergebnisse werden am 22. Januar ab 19:00 Uhr im Schriesheimer Rathaus vorgestellt. [Weiterlesen…]

Kosten in H√∂he von 3 Millionen Euro √ľbernimmt der Bund

Dritte Fahrspur f√ľr B38 bei Weinheim

Weinheim, 05. Januar 2015. (red/pm) Das Regierungspr√§sidium Karlsruhe hat gr√ľnes Licht f√ľr den Neubau einer dritten Fahrspur der B38 bei Weinheim gegeben. Die Planunterlagen liegen vom 07.-23. Januar 2015 in der Stadtbibliothek Weinheim aus. Der Ausbau soll auf einem rund 1,3 Kilometer langen Teilst√ľck erfolgen, um die Berufsverkehrsspitzen abzufangen. [Weiterlesen…]

A5: Anschlussstelle Hirschberg Ost

Vollsperrung muss verlängert werden

Karlsruhe/Hirschberg/Rhein-Neckar, 29. Oktober 2014. (red/pm) Die A5-Anschlussstelle Hirschberg Ost und die L541 zwischen dem Kreisverkehrsplatz Hirschberg West und der B3 ist in beiden Fahrtrichtungen seit dem 16. Oktober 2014 voll gesperrt. [Weiterlesen…]

Unfall an OEG-Haltestelle

Radfahrerin ger√§t in Schienen und st√ľrzt

polizei_feature11_tnHirschberg, 01. September 2014. (red/pol) Verletzt wurde eine 52-j√§hrige Radfahrerin bei einem Unfall am Sonntag um 14:15 Uhr in der Landstra√üe/B3. Die Radlerin war bei der Fahrt in Richtung Weinheim in H√∂he der OEG-Haltestelle in die auf der Fahrbahn verlaufenden Schienen geraten und gest√ľrzt. Nach der Erstbehandlung durch den Notarzt an der Unfallstelle wurde die Frau mit einem Rettungswagen in eine Heidelberger Klinik gefahren und dort ambulant behandelt.

Zeugen gesucht

Verkehrsunfall behindert Berufsverkehr

Hirschberg/Gro√üsachsen, 21. August 2014. (red/pol) Am Mittwochnachmittag, gegen 15:20 Uhr, kam es auf der B3, H√∂he Breitgasse zu einem Verkehrsunfall zwischen einer Stra√üenbahn und einem Lastwagen mit Anh√§nger. [Weiterlesen…]

Sachschaden von rund 7.000 Euro

Verkehrsunfall auf der B3

polizei_feature11_tnHirschberg, 25. Juli 2014. (red/pol) Zu einem Verkehrsunfall kam es am Sonntagmittag an der Kreuzung B3/Heddesheimer Stra√üe. Ein 79-j√§hriger BMW-Fahrer war gegen 14:15 Uhr mit seinem Wagen in Richtung Schriesheim unterwegs, als er an der Kreuzung eine rote Ampel √ľbersah. Daraufhin kam es zum Zusammensto√ü mit dem VW eines 53-J√§hrigen, der von der Heddesheimer Stra√üe auf die B3 abbiegen wollte. Durch den Aufprall wurde zum Gl√ľck niemand verletzt. Der Sachschaden bel√§uft sich insgesamt auf rund 7.000 Euro.

10.000 Euro Sachschaden

Zwei Verletze bei Verkehrsunfall

polizei_feature_auto_tnHirschberg/Rhein-Neckar, 28. Januar 2014. (red/pol) Zwei Verletzte und ein Sachschaden von mehr als 10.000 Euro sind die Bilanz eines Verkehrsunfalls am gestern nachmittag in Hirschberg-Leutershausen. Eine 26-j√§hrige Autofahrerin aus Bad Friedrichshall fuhr gegen 17:40 Uhr auf der B3 in Richtung Heidelberg und √ľbersah beim Abbiegen in die Heidelberger Stra√üe das Fahrzeug einer 34-j√§hrigen Schriesheimerin. Bei dem Frontalzusammensto√ü wurden beide Frauen verletzt und wurden in der Klinik behandelt. Die Polizei beziffert den Schaden an den Autos auf je 5.000 Euro.

4.000 Euro Schaden

Kollission am Sterzwinkel

Hirschberg, 03. Januar 2014. (red/pol) Im Einm√ľndungsbereich B 3/Im Sterzwinkel kollidierten am Donnerstag gg. 17.30 Uhr zwei Fahrzeuge. Verursacht hatte die Karambolage eine 43-j√§hrige Fiat-Panda-Fahrerin, die den Vorrang der entgegenkommenden Audi-Fahrerin nicht beachtet hatte. [Weiterlesen…]

Pkw-Fahrer schwer verletzt

Pkw-Unfall mit Straßenbahn

polizei_feature11_tnHirschberg, 20. November 2013. (red/pol) Am Dienstagabend wurde ein Pkw-Fahrer, der von der B3 in den Haagackerweg abbiegen wollte, von einer Stra√üenbahn angefahren und gegen eine Hauswand geschleudert. Der 67-J√§hrige ist schwer verletzt. [Weiterlesen…]

Freien Wähler laden am 06. Oktober ein

Neuer Wein und Zwiebelkuchen

Hirschberg, 26. September 2013. (red/pm) Die Freien W√§hler Hirschberg laden am 06. Oktober interessierte B√ľrgerinnen und B√ľrger zu neuem Wein und Zwiebelkuchen auf dem Obsthof Volk ein. Es besteht die M√∂glichkeit, √ľber kommunalpolitische Themen zu diskutieren. [Weiterlesen…]

B38: Fahrbahndecke wird eingebaut

Rhein-Neckar/Weinheim, 22. August 2013. (red/pm) Die B38 wird ab dem 26. August in Richtung Saukopftunnel zwischen den Kreuzungen Viernheimer Straße und Bergstraße B3 gesperrt. Die Fahrbahndecke wird im Bereich der Aus- und Einfädelspuren am südlichen Anschluss der Kreisverbindungsstraße – Kreisstraße K4229 – eingebaut. [Weiterlesen…]

Mehr Lärmschutz bedeutet der Plan jedoch nicht

Hirschberg, Dossenheim und Schriesheim kooperieren beim Lärmaktionsplan

Auch wegen der OEG muss ein Lärmaktionsplan in Hirschberg, Schriesheim und Dossenheim erstellt werden.

 

Dossenheim/Schriesheim/Hirschberg, 08. August 2013. (red/zef) Dossenheim, Schriesheim und Hirschberg liegen gemeinsam an der B3, damit fahren pro Jahr mehr als drei Millionen Autos und 8.200 pro Tag durch die Gemeinden. Zudem verl√§uft die Trasse Stra√üenbahnlinie 5 durch diese Orte. Die Gemeinden h√§tten bis zum 18. Juli einen L√§rmaktionsplan erarbeiten m√ľssen ‚Äď stattdessen wurde in Juli-Sitzungen beschlossen, einen erarbeiten zu lassen. [Weiterlesen…]

Interkommunale Zusammenarbeit mit Dossenheim und Schriesheim beschlossen

Lärmaktionsplan Рohne Aktion!

Hirschberg, 18. Juli 2013. (red/aw)¬† Seit 2003 besteht die EU-Richtlinie zur „Bewertung und Bek√§mpfung von Umgebungsl√§rm“. Nun kommt sie auch in Hirschberg an. Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Dienstagabend die Aufstellung eines L√§rmaktionsplans f√ľr alle Hauptverkehrsstra√üen sowie alle Schienenstrecken der Gemeinde. Da aber Hirschberg nicht allein f√ľr die betroffenen Stra√üen zust√§ndig ist, entschied man sich auch f√ľr eine interkommunale Zusammenarbeit mit den Gemeinden Schriesheim und Dossenheim. Entscheidungstr√§ger f√ľr Ver√§nderungen bleiben aber trotz eines kommunalen L√§rmaktionsplans, in den meisten F√§llen die √ľbergeordneten Beh√∂rden. [Weiterlesen…]

Schriesheim und der Rhein-Neckar-Kreis geben 6.000 Euro mehr f√ľr Weinheim und Hirschberg aus

Die Linie 5 f√§hrt ab dem Winter nachts halbst√ľndig von/bis nach Heidelberg

Barrierefrei ein- und aussteigen.

Taktverdichtung der „√ĖG“ in der Nacht beschlossen.

 

Schriesheim/Hirschberg/Weinheim, 20. Juni 2013. (red/zef) Ab dem Winter verkehrt die Linie 5 auch nach halb zehn halbst√ľndig zwischen Heidelberg und Schriesheim. In der gestrigen Sitzung sprach sich der Gemeinderat ¬†einstimmig daf√ľr aus. Besonders bemerkenswert: Die Stadt Schriesheim gibt 6.000 Euro mehr aus, damit die Stra√üenbahn nicht an der Haltestelle Schriesheim Bahnhof endet, sondern auch Weinheim und Hirschberg k√ľnftig davon profitieren. [Weiterlesen…]

Sachschaden von ca. 3.000 Euro

Kraftradfahrer bei Verkehrsunfall schwer verletzt

Hirschberg, 07. März 2013. (red/pol) Gestern Abend zog sich ein 20-jähriger Kraftradfahrer bei einem Verkehrsunfall auf der Landesstraße 541 zwischen der BAB5 und der B3 schwere Verletzungen zu.

Information der Polizeidirektion Heidelberg:

„Am Mittwoch gegen 17.51 Uhr fuhr ein 82 Jahre alter Mercedes-Fahrer unachtsam von einem Feldweg auf die Landesstra√üe 541 ein. Hierbei missachtete er die Vorfahrt eines 20-J√§hrigen Kraftradfahrers, welcher mit seiner Suzuki auf der L541 in Richtung A5 unterwegs war. [Weiterlesen…]

Polizei sucht Zeugen

Unfall auf der B3: Beide gr√ľn?

Hirschberg, 29. Dezember 2012. (red/pol) Am Freitag gegen 11.15 Uhr befuhr eine 71j√§hrige Golf-Fahrerin die B 3 in s√ľdliche Richtung. Zum gleichen Zeitpunkt bog eine 34j√§hrige Opel-Fahrerin von der L 541 in n√∂rdliche Richtung auf die B 3 ein und kollidierte im Einm√ľndungsbereich mit dem Golf. Hierbei entstand an den beiden Fahrzeugen ein Sachschaden in H√∂he von 7000 Euro, verletzt wurde niemand. Da bei der Unfallaufnahme beide Unfallbeteiligten angaben, bei Gr√ľnlicht in den Einm√ľndungsbereich eingefahren zu sein, sucht das Polizeirevier Weinheim Unfallzeugen und bittet diese, sich unter Tel. Nr. 06201/10030 zu melden.

Saukopftunnel erneut außerplanmäßig gesperrt

„Never Ending √Ąrger“ mit dem Saukopftunnel?

Tunnel zu – √Ąrger gro√ü. Das ist die einfache Formel f√ľr die 20.000 Autofahrer, die sich √ľber verstopfte Stra√üen qu√§len m√ľssen. Foto: Sebastian Singer

 

Weinheim/Rhein-Neckar/Bergstra√üe, 22. November 2012. (red/aw) Es vergeht kaum ein Monat, in dem keine neuen Nachrichten √ľber Probleme des Saukopftunnels oder dessen neuen Fluchtstollen auf der B38 zwischen Weinheim und Birkenau bekannt werden. Seit der Er√∂ffnung Ende 1999 ist die Fertigstellung des Tunnels eine „Never Ending √Ąrger-Story“. Aktuell wurde er nun wieder „spontan“ gesperrt, da es zu Hard- und Softwareproblemen kam. F√ľr die Autofahrer ein absolutes √Ąrgernis. Die Sperrung kostet Zeit, Geld und Nerven. Sind denn da nur Pfuscher auf dem Bau?

Kommentar: Alexandra Weichbrodt

Jeder Autofahrer der zur morgendlichen Berufszeit aus dem vorderen hessischen Odenwald in Richtung Weinheim unterwegs ist, nutzt f√ľr gew√∂hnlich den Saukopftunnel. Ist ja auch so herrlich bequem: Direkte Verbindung zur Autobahn, kaum Ampeln, angemessene Tempobeschr√§nkung. Das es sich hier hin und wieder mal staut, weil die dazusto√üenden Autofahrer aus Sulzbach nicht richtig in den Verkehr eingef√§delt werden, nimmt man gelassen in Kauf.

Doch, wenn der Tunnel zu ist, dann ist die Fahrt zur Arbeit alles andere als eine Freude. Denn die prim√§re Ausweichstrecke √ľber die alte B38 durch Birkenau ist total √ľberlastet. Hin und wieder w√ľrden die Autofahrer diese Zusatzstrecke, den zus√§tzlichen Verbrauch an Kraftstoff und vor allem den Zeitverlust vielleicht ohne √Ąrger hinnehmen. In letzter Zeit allerdings h√§ufen sich die Sperrungen des Tunnels. Besonders √§rgerlich sind die nicht geplanten Vollsperrungen, wie aktuell seit gestern Abend.

Wird dieser Tunnel denn niemals fertig?

Die urspr√ľngliche Idee hinter dem Bau des Tunnels war, dass der Verkehr nicht mehr durch die Stadt Weinheim, das sehr enge und windungsreiche Durchbruchstal der Weschnitz und durch Birkenau gef√ľhrt werden muss. Prinzipiell eine tolle Idee. Die Birkenauer waren begeistert, die M√∂rlenb√§cher schnell ern√ľchtert. Denn das Problem hat sich nun, besonders im Feierabendverehr, in das hintere Weschnitztal nach M√∂rlenbach verlagert. Hier dr√§ngen die B√ľrger nunmehr auf eine eigene Verkehrsumgehung. Aber das ist ein anderes Thema.

Am Morgen ist der Tunnel auch f√ľr die M√∂rlenb√§cher ein wahrer Segen. Ist der Tunnel allerdings gesperrt, ist die Situation in Birkenau wieder so wie vor der Inbetriebnahme des Tunnels. Besonders bei spontanen Sperrungen reagieren die Autofahrer, beispielsweise bei Facebook, genervt:

Was ich, und 1000 andere, heute morgen erlebt und gesehen haben ist schlicht und ergreifend nicht hinnehmbar!

Solche Kommentare findet man heute zahlreich im sozialen Netz. Viele Autofahrer hatte die ungeplante Sperrung kalt erwischt.

Der Kommentator Sven S. hat auf dem Rheinneckarblog seinem Frust ebenfalls freien Lauf gelassen:

Unfassbar, offenbar sind hier echte Profis am Werk. Richtig getestet werden die technischen √Ąnderungen also wohl erst am ‚Äúlebenden‚ÄĚ Objekt und das dann auch noch w√§hrend des Berufsverkehrs. Aber nicht genug damit, die komplette Aktion wird durchgef√ľhrt w√§hrend erhebliche Einschr√§nkungen an den Ausweichstrecken bestehen, die auch ohne dies bei einer Tunnelsperrung √ľberlastet sind, also auch massive Planungsm√§ngel.

Und Recht hat er. Wie kann es denn sein, dass fast genau 13 Jahre nach Er√∂ffnung immer noch eine akute Gefahr f√ľr die Nutzer des Tunnels besteht? Wer hat diesen Tunnel geplant? Amateuere? Studenten im Rahmen einer Projektarbeit?

Von Beginn an nur „ausreichend“

Die Liste der Sperrungen ist lang. Die Liste der Nachr√ľstungen auch. 2008 wurde der Saukopftunnel mehrere Monate gesperrt, aufgrund von Sicherheitsm√§ngeln.¬† Die Kosten der Nachr√ľstung beliefen sich auf 11 Millionen Euro.

Mitte 2009 begann man mit den Vorbereitungen f√ľr den Bau des Rettungsstollens. Ebenfalls mehrere Monate war die R√∂hre wiederum dicht, da erst der Hauptunnel verst√§rkt werden musste, bevor im Oktober 2009 √ľberhaupt mit dem eigentlichen Fluchtstollen-Bau begonnen werden konnte. Geplante Baukosten: 30 Millionen Euro. Fertig ist er bis heute nicht.

Wie konnte man denn √ľberhaupt einen Tunnel in den 90er Jahren bauen, ohne an einen Fluchtstollen zu denken? Kein Wunder, dass der ADAC in einem Tunneltest 2001 dem Saukopftunnel nur ein „ausreichend“ bescheinigte.

Immer wieder kommt es auch zu technischen St√∂rungen. So brannte es im November 2010 in einem Technikraum des Saukopftunnels. Die Folge: Tagelange Sperrung. Und auch bei der aktuellen Sperrung muss man sich fragen: Konnte keiner der Planungsherren absehen, dass die neuen Soft- und Hardware-Installationen mit dem bisherigen Betriebssystem nicht kompatibel sind? Da hat SvenS. schon vollkommen Recht, wenn er findet, dass manche Dinge erst am „lebenden“ Objekt durchgef√ľhrt werden. Wo k√§men wir aber hin, wenn jeder Arzt erstmal operiert, bevor er eine Diagnose stellt und den Behandlungsplan entwirft?

20.000 verärgerte Autofahrer täglich

Eigentlich ist egal, wie und warum der Tunnel dieser Tage mal wieder gesperrt ist. Fakt ist: √úber 20.000 Autofahrer m√ľssen an Werktagen auf andere Strecken ausweichen. Ob diese denn √ľberhaupt befahrbar sind, interessiert vom Planungsteam wohl niemanden. Denn sowohl die Zufahrt zur alten B38 in Weinheim ist durch Bauarbeiten an der B3 Bergstra√üe/ Ecke Friedrichstra√üe wegen Sanierungsarbeiten ander Fahrbahndecke eingeschr√§nkt, als auch die Ausweichm√∂glichkeit √ľber den Watzenhof in Hemsbach. Hier wird ebenfalls gebaut. Das Resultat: Die Autofahrer stehen sowohl in Weinheim als auch in Birkenau im Stau. Sie stehen und stehen und stehen.

Der √Ąrger dauert mindestens bis Montagfr√ľh – vorausgesetzt, die Brandversuche am Wochenende verlaufen nach Plan. Hoffen wir, dass da nicht ebenfalls wieder neue Probleme auftauchen. Denn ansonsten beginnt auch die n√§chste Woche f√ľr viele Autofahrer im Stillstand!

Kritik an der B√ľrgerinitiative Sterzwinkel

Martinsgansessen und Kommunalpolitik in der Alten Villa

Beim Martinsgansessen trafen sich die Mitglieder (ganz der Tradition seit √ľber 20 Jahren) zum Essen und diskutieren

Hirschberg, 13. November 2012. (red/pm) √úber einen sehr guten Besuch ‚Äď die zwei gro√üen R√§ume im Erdgeschoss waren vollst√§ndig besetzt ‚Äď und √ľber vorz√ľgliches Essen konnte sich Alexander May, der 1. Vorsitzende der Freien W√§hler Hirschberg, beim Martinsgansessen freuen. Auch die Kommunalpolitik wurde an diesem Abend angesprochen sowohl von May als auch von den Besuchern.

Information der Freien Wähler Hirschberg:

„Noch vor der Suppe begr√ľ√üte May die G√§ste. Das Martinsgansessen habe bei den Freien W√§hlern schon Tradition – es wird seit √ľber 20 Jahren veranstaltet ‚Äď, die sehr gute Resonanz verpflichte die Freien W√§hler geradezu, diese Veranstaltung fortzuf√ľhren. Er freute sich besonders √ľber die Teilnahme von B√ľrgermeister Just mit Familie. May widmete sich dann der B√ľrgerinitiative Sterzwinkel (BI), er verglich sie mit einer Sportmannschaft, die unsch√∂n spiele und bei der es fraglich sei, ob sie spielberechtigt sei. Er nannte dann einige Beispiele zum Verhalten der BI. Wenn die Ideen der BI realisiert worden w√§ren, dann g√§be es keinen Sterzwinkel und keine neuen Einwohner von Hirschberg.- Sie mahne sachliches Verhalten in Hirschberg an, dabei verhalte sie sich selbst eher unsachlich ‚Äď siehe Bebauungsplanverfahren Breitgasse/Drittelsgasse. ‚Äď Sie habe bei der Frage der 3. Halle f√ľr Hirschberg eine Planung f√ľr die Zeit von 40 Jahren gefordert, dies ist nach May ein v√∂lliges Unding (‚ÄěWie soll das gehen‚Äú?). ‚Äď Es stehe au√üer Frage, dass Menschen immer mehr Wohnraum beanspruchen. Dies kritisiere die BI. Nach May sei es die freie Entscheidung des Einzelnen, in wie viel R√§umen er wohnt. ‚Äď Zum Schluss kam May zum Ergebnis, dass die B√ľrgerinitiative nicht gew√§hlt worden sei und damit ihre Legitimation in Frage zu stellen sei.

Eine sehr gute klare Gr√ľnkernsuppe mit Gem√ľsestreifen war die erste Station beim Martinsgansessen. Danach folgte der Hauptgang ‚Äď G√§nsebrust mit Rotkohl, Maronen, Kn√∂del und Nudeln mit vorz√ľglicher Sauce -. Abgerundet wurde das Menu mit einem k√∂stlichen Dessert aus Vanilleeis, Fr√ľchten und Sahne. Neben Bier aus der Region gab es wohlschmeckende Weine und Apfelsaft aus Hirschberg und zum Schluss hoch dekorierte Verdauungshilfen vom Obsthof Volk. Die reibungslose Betreuung der G√§ste hatten Peter Johe, Alexander May mit Lebenspartnerin Birgit Hoffmann, Volker Barzyk, Monika Schmitt und Sven Fertig √ľbernommen.

Der Verkehr beschäftigt

Die Gespr√§che an den Tischen wurden beherrscht von Verkehrsthemen. Vorgeschlagen wurde, in bestimmten Stra√üen das Parken zu begrenzen und Anwohnerparkausweise auszugeben. ‚Äď In der Breitgasse ‚Äď in Ostwestrichtung ‚Äď sollte der letzte Parkplatz vor der Einm√ľndung der Jahnstra√üe gestrichen werden, dadurch werde die Ausfahrt aus der Jahnstra√üe erleichtert und sicherer.- In Leutershausen sei im alten Ortskern das Abstellen von PKW auf den Stra√üen ausgepr√§gt, gleichzeitig blieben H√∂fe oder Garagen ungenutzt. Das Fahren mit dem PKW sei mitunter stark behindert. Auch auf den Platzbedarf von Feuerwehrfahrzeugen und M√ľllfahrzeugen auf den Stra√üen wurde verwiesen. ‚Äď Die Frage des ruhenden Verkehrs auf dem Marktplatz in Gro√üsachsen wurde angesprochen, vor Allem mit Blick auf die k√ľnftige Nutzung des Feuerwehrhauses als √Ąrztehaus. Man bef√ľrchtet, dass das Parkplatzangebot zu klein sein wird. Wie solle im √úbrigen das verst√§rkte Linksabbiegen in den Marktplatz von der aus S√ľdrichtung dann funktionieren? ‚Äď Die Kritik am Zustand des Dorfplatzes bei der ehem. Tabakfabrik wurde direkt von Manuel Just beantwortet. Nach Just sei Abhilfe auf den Weg gebracht worden. ‚Äď Nicht zuletzt wurde das starke Zuparken der Gehwege beklagt, es m√ľsse m√∂glich sein, Autos so ab zustellen, dass Nutzer mit Kinderw√§gen oder Rollatoren nicht auf die Stra√üe ausweichen m√ľssten.

Nach dem Dessert ergriff Alexander May erneut das Wort und dankte dem K√ľchenteam mit Axel und Margarete Ehret und Roland und Ingrid M√ľller herzlich und √ľbergab Gutscheine. Mit viel Beifall wurde dem Team von den Teilnehmern f√ľr das vorz√ľgliche Men√ľ gedankt.“

Landrat Stefan Dallinger √ľber Verkehrsprobleme und k√ľnftige Chancen

Keine Windr√§der oder Umgehung, aber vielleicht „Weinheim S√ľd“

Hirschberg, 07. Oktober 2012. (red/la) Viel konnte Landrat Stefan Dallinger den Hirschbergern nicht versprechen. Weder bei den Ampelschaltungen oder der Umgehungsstra√üe gab es gute Nachrichten von seiner Seite. Einen Hoffnungsschimmer sah er beim Autobahnanschluss Weinheim S√ľd. Nur die Gegner von Windkraftanlagen konnten erfreut nach Hause gehen.

Als Landrat Stefan Dallinger (CDU) am Donnerstag auf Einladung der Freien W√§hler (FW) √ľber „aktuelle Kreisprobleme“ sprechen wollte, musste „angebaut“ werden. Im Anbau der Alten Turnhalle reichten die Tische und St√ľhle anfangs nicht f√ľr die Besucher aus, die h√∂ren wollten, welche Antworten der Hirschberger Dallinger auf die Fragen seiner Mitb√ľrger mitgebracht hatte.

Das gr√∂√üte Grummeln erzeugt bei den B√ľrgern die viel zu langen Rotphasen der Ampeln in manchen Seitenstra√üen. Der Landrat zeigte zwar Verst√§ndnis, betonte aber, dass sich daran in Zukunft wenig √§ndern werde. Das bisherige Ampelschaltsystem sei ausgereizt. Leichte Anpassungen seien zwar m√∂glich, eine grundlegende Ver√§nderung jedoch nicht. Das liege zum einen an der Pf√∂rtnerfunktion der Ampeln an den Ortseing√§ngen und zum anderen an den k√ľrzeren Takten der „OEG“.

Allerdings haben wir einen Stand erreicht, der als befriedigend erachtet werden kann.

Das quittierten einige Zuh√∂rer mit einem deutlichen ‚ÄěNein!‚Äú. Die Anforderung des Signals durch die „OEG“ k√∂nne man nicht beeinflussen.

In Heidelberg Straßenbahn, in Hirschberg Eisenbahn

Ein B√ľrger fragte, ob man nicht einfach die Schranken abbauen k√∂nne. Die „OEG“ komme im Heidelberger Stadtgebiet ohne Schranken aus. Warum also m√ľssen in Hirschberg √ľberall Schranken sein?

Dallinger gab eine verbl√ľffende Antwort:

In Heidelberg f√§hrt die „OEG“ als Stra√üenbahn, hier als Eisenbahn. Bei Eisenbahnen sind andere Vorschriften und auch Schlie√üzeiten vorgegeben. Die gibt das Eisenbahnbundesamt vor. Da wird es keinen gro√üen Wurf mehr geben.

Dass die Ampeln in den Seitenstra√üen nur schlecht ber√ľcksichtigt werden, wisse er als Gro√üsachsener nur allzu gut.

Ich kann keine gro√üe Hoffnungen machen, dass sich die Ampelschaltungen grunds√§tzlich √§ndern. Wenn wir Verbesserungen erkennen, werden wir das nat√ľrlich √§ndern. Wenn sie Vorschl√§ge haben, sagen sie es mir. Wenn wir nur den Hauch einer Chance sehen, dann versuchen wir das.

Windkraftanlagen lohnen sich hier nicht

Die Gegner von Windanlagen konnte Dallinger beruhigen: Er glaube nicht daran, dass an der Hangkante Windkraftlagen entstehen werden. Hirschberg besitze keine daf√ľr wirtschaftlich geeigneten Fl√§chen.

Zudem g√§be es in der Region viele Landschaftsschutzgebiete. Bevor hier Windkraftwerke gebaut w√ľrden, m√ľsse man erst die √∂rtlichen Landschaftsschutzgebietsverordnungen √§ndern: „Es lohnt sich nicht und wird keine Mehrheit finden“, sagte er.

Die von vielen gew√ľnschte Umgehungsstra√üe wird wohl auch nicht kommen. Aus dem Verkehrsministerium habe Dallinger erfahren, dass der Bau nur m√∂glich sei, wenn es Zuschussgelder daf√ľr g√§be. „Ich sehe im Moment niemanden, der Geld f√ľr diese Stra√üe ausgibt“, sagte er.

Der Bund fahre seine Ausgaben zur√ľck und das Land nehme derzeit nicht mal Antr√§ge f√ľr Zusch√ľsse entgegen. Es gebe jedoch einen „zarten Hoffnungsschimmer“ beim Autobahnanschluss Weinheim-S√ľd:

Der Anschluss w√ľrde viel Verkehr aus Hirschberg nehmen. Doch das geht nur mit einem gro√üen regionalen Schulterschluss. Dieses Ziel muss gemeinsam verfolgt werden. Der Kampf lohnt sich, wenn sich die Raumschaft einig ist.

Freuen w√ľrde er sich √ľber den sechsspurigen Ausbau der A5. Schon jetzt w√§re es m√∂glich in Hauptverkehrszeiten den Verkehr zu entlasten, indem der Randstreifen freigeben werde. Am besten sei ein leistungsf√§higer Ausbau der A5 inklusive Abfahrt Weinheim S√ľd. Allerdings st√ľnde Heddesheim der Abfahrt reserviert gegen√ľber, weil sie damit Fl√§chen verlieren w√ľrden. ‚ÄěDa m√ľssen wir miteinander reden‚Äú, sagt der Landrat.

Mehr Baufläche und trotzdem kein Wachstum

Die Bev√∂lkerungsentwicklung sehe im ganzen Kreis momentan noch erfreulich aus. ‚ÄěAber wir merken das √Ąlterwerden der Bev√∂lkerung langsam‚Äú, sagte Dallinger. Wenn Gemeinden ihr Bev√∂lkerungsvolumen halten wollen, br√§uchten sie Baufl√§che. Jedoch bedeute mehr Wohnfl√§che nicht automatisch Bev√∂lkerungswachstum, sondern wahrscheinlich nur, dass man den aktuellen Stand erh√§lt.

Der Grund: Fr√ľher wohnten Familien in Wohnungen, heute werde das Einfamilienhaus der Standard. Der Bedarf von Wohnfl√§che f√ľr jeden einzelnen steigt, auch wenn mehr Fl√§che ausgewiesen wird. Das f√ľhre zu einem weiteren Problem: mehr Fl√§chenverbrauch. Sicher sei, dass die Gesellschaft langsam ‚Äědeutlich √§lter und bunter‚Äú werde. ‚ÄěDa sind aber auch Chancen drin‚Äú, sagte Dallinger. Auch die Erweiterung des Gewerbeparks w√ľrde Chancen er√∂ffnen:

Das sind hochwertvolle 1A-Flächen entlang der Verkehrsachsen mitten im Ballungsraum der Metropolregion. Mein Wunsch wäre, dass Sie darauf achten, dass dort keine Spielhallen oder McDonalds untergebracht werden.

Mit dem Rat kommt er zu spät. Beides gibt es bereits vor Ort.

B√ľrgermeister Manuel Just im Interview zur geplanten Edeka-Erweiterung in Heddesheim

„Die Verkehrslenkungsvertr√§ge sind zu Lasten Dritter geschlossen worden“

Die Edeka soll um ein zentrales Getränkelager der Tochter "Kempf" erweitert werden. Quelle: Edeka

 

Hirschberg, 22. Juni 2012. (red) Zwischen den Gemeinden Hirschberg und Heddesheim knirscht es gewaltig. B√ľrgermeister Manuel Just √ľbt deutliche Kritik an der Nachbargemeinde – grunds√§tzlich steht er Gewerbeentwicklungen positiv gegen√ľber, aber nicht, wenn seine Gemeinde darunter zu leiden hat. Ein eigenes Verkehrsgutachten soll pr√ľfen, ob Hirschberg den schwarzen Peter zieht, wenn in Heddesheim mit der Pfenning-Ansiedlung nun auch noch die Edeka-Erweiterung kommen sollte. Die M√∂glichkeiten der Gemeinde Hirschberg sind begrenzt – mittlerweile ist es aber vorbei mit H√∂flichkeiten. Gemeinderat Werner Volk bezeichnete unl√§ngst die Verkehrslenkungsvertr√§ge als „nahezu b√∂sartig“. Grund genug, den Verwaltungschef nach seiner Sicht der Dinge zu fragen.

Interview: Hardy Prothmann

Mittlerweile sind alle Fraktionen im Gemeinderat gegen die Gewerbeentwicklungen in Heddesheim aufgebracht. Haben Sie und der Gemeinderat wirklich alles unternommen, um von der Gemeinde Schaden abzuwenden?

Manuel Just: Diese Frage muss erlaubt sein, ob wir gegebenenfalls im Wege der Normenkontrollklage h√§tten gegen Pfenning vorgehen m√ľssen. Ich glaube, dass es zum einen im Hinblick auf eine gute Nachbarschaft nicht geboten war und zweitens auch im Sinne des Abw√§gungsprozesses – der auf Regionalplan- beziehungsweise der Fl√§chennutzungsplanebene stattgefunden hat. Zudem gibt es eine Vielzahl von Privateigent√ľmern oder privaten Personen, die auch gegen das Vorhaben Pfenning vorgehen. Kommende Woche ist Verhandlung am Verwaltungsgerichtshof. Das beobachten wir genau.

Die M√ľhe um eine gute Nachbarschaft auf eigene Kosten ehrt Sie – jetzt kommt aber Edeka mit einer gro√üen Erweiterung dazu.

B√ľrgermeister ust bei der Er√∂ffnung des "Sterzwinkel" - die Bewohner hier d√ľrfen sich auf "Ausweichverkehr" gefasst machen.

Just: Bei Edeka muss abgewartet werden, wohin die Reise hingeht. Wir glauben einfach, dass wir Рund so habe ich es ja auch in der Sitzung herausgestellt Рinzwischen in einem, nennen wir es mal, Verfahrensstadium sind, das man so umschreiben kann: Heddesheim betreibt Wirtschaftsförderung in seinem Gewerbegebiet, was aber auch einen großen Flächenverbrauch verursacht. Das haben wir allerdings, meine ich, nur bedingt zu beurteilen. Nämlich nur dann, wenn es Auswirkungen auf den Flächennutzungsplan hat, die so bisher von uns noch nicht mitgetragen worden wären.

Die Verkehrsentwicklung ist negativ f√ľr unsere Gemeinde.

Das bedeutet?

Just: Das hei√üt, entwickelt sich Gewerbe aus dem Fl√§chennutzungsplan heraus, dann kann ich nicht die ganzen Jahre sagen, es war in Ordnung und jetzt auf einmal den Finger heben und sagen es gef√§llt mir so nicht mehr. Die Wirtschaftsf√∂rderung, die Heddesheim in dem Ballungsgebiet betreibt ist erfreulich. Weniger erfreulich ist, dass damit nach unseren Bef√ľrchtungen eine Verkehrsentwicklung einhergeht, die in weiten Teilen negativ f√ľr unsere Gemarkungsfl√§che ist.

Erläutern Sie das bitte.

Just: Ich will es an einem Beispiel festgemacht, was passiert, wenn es zu einem R√ľckstau oder einer Vollsperrung auf der Autobahn kommt? Wenn Sie aus s√ľdlicher Richtung kommen, werden sie aller Voraussicht nach sp√§testens bei der Abfahrt Ladenburg ‚Äď Schriesheim runter fahren. Durch Ladenburg k√∂nnen Sie mit dem Schwerlastverkehr nicht fahren, um das Gewerbegebiet in Heddesheim zu erreichen, weil es relativ kleinr√§umig ist und die LKW-Fahrer w√ľrden sich wahrscheinlich sehr, sehr schwer tun. Und – so mein Wissenstand – die Gemeinde Heddesheim dies auch √ľber den Verkehrslenkungsvertrag weitestgehend ausgeschlossen hat. Es w√ľrde dann nur die M√∂glichkeit bleiben √ľber Schriesheim und Leutershausen zu fahren. Schriesheim ist nicht wirklich betroffen, da der Ort eigentlich auf seiner Gemarkung nur gestreift wird, zumindest mal im Hinblick auf die Wohnbebauung. Also w√§re Leutershausen betroffen und zwar egal ob sie dann die Kreisstra√üe der Heddesheimer Stra√üe oder den wohl wahrscheinlicheren Weg des Autobahnzubringers w√§hlen.

Mehr oder weniger das Gleiche passiert, wenn Sie aus Norden kommen.

Just: Wenn Sie aus Norden kommen ist es vielleicht so, dass Sie in Weinheim runter fahren, dann k√∂nnen sie nicht √ľber Muckensturm, die Ringstra√üe √ľber Heddesheim, fahren, um das Gewerbegebiet zu erreichen, sondern m√ľssen zwangsl√§ufig durch das sowieso schon schwierige Nadel√∂hr in Gro√üsachsen durch und damit tangiert man wieder die Gemarkungsfl√§che von Hirschberg und das kann nicht sein. Es kann nicht sein, dass es gewerbliche Entwicklungen auf Gemarkungen anderer Nachbargemeinden gibt, die Vorteile f√ľr den einen bringen und nur Nachteile f√ľr den anderen. Wie wir gegebenenfalls in einem Verfahren dagegen vorgehen, kann ich heute noch nicht sagen.

Bitte nicht zu hoch!

Wann haben Sie von der Edeka-Erweiterung erfahren? Und was gedacht?

Just: Ein paar Wochen, bevor es offiziell geworden ist. Mein erster Gedanke war, dass es schwer werden wird.

Konkreter?

Just: Aus unserer Sicht kann man das nur umsetzen, wenn die vorhandene Verkehrsinfrastruktur ausk√∂mmlich ist. Das war mein erster Gedanke. Und der zweite Gedanke war, ich sag das jetzt mal ein bisschen flapsig: Bitte nicht zu hoch! Ich habe alle Interessen zu ber√ľcksichtigen, auch die derjenigen Hirschberger, die in den hochpreisigen Regionen in unserer Gemeinde wohnen und diesen sch√∂nen Blick in die Rheinebene genie√üen wollen – ein Blick auf den Schriftzug „Edeka“ geh√∂rt dazu definitiv nicht. Das ist zwar im Vergleich nur ein kleiner und nicht ber√ľcksichtigungsf√§higer Teilaspekt – aber nat√ľrlich einer, der auch an mich herangetragen wird.

„Nahezu b√∂sartig“

Noch einmal zum Verkehrslenkungsvertrag. Der Gemeinderat Werner Volk hat in der vergangenen ATU-Sitzung den Verkehrslenkungsvertrag als „nahezu b√∂sartig“ bezeichnet. Das ist selbst f√ľr Herrn Volk au√üergew√∂hnlich scharf. Wie sehen Sie das?

Just: Also ich kenne ja die Inhalte des Verkehrslenkungsvertrags nicht zu 100 Prozent – das muss ich voranstellen. Ja, die Formulierung des Gemeinderats war sehr scharf und hat sicher damit zu tun, dass dieser Verkehrslenkungsvertrag zu Lasten Dritter, also unserer Gemeinde geschlossen worden ist. Ich vermute, dass hat den √Ąrger bei Herrn Volk ausgel√∂st, was ich verstehe, wenngleich ich diese Formulierung nicht gew√§hlt h√§tte.

Herr Volk sieht den Gewinn f√ľr Heddesheim und den Schaden f√ľr Hirschberg. Was kann man tun, um den zu mildern?

Just: Von unserer Seite aus in Heddesheim gar nichts. Das wurde ja auch im ATU diskutiert, ob man einen √§hnlichen Vertrag f√ľr uns einfordern k√∂nnte. Das geht nicht, weil es eine freiwillige Selbstbeschr√§nkung der Unternehmen ist.

Ein Vertrag zu Lasten Dritter

Als der Vertrag damals verhandelt wurde, haben wir den „Sch√∂pfer“, den Anwalt Dr. Burmeister gefragt, ob sich denn solche Vertragsverh√§ltnisse schon bew√§hrt h√§tten, ob er daf√ľr ein Beispiel h√§tte. Tats√§chlich konnte er nichts nennen – dieser Verkehrslenkungsvertrag ist bundesweit einmalig. Glauben Sie, dass er Sinn macht?

Just: F√ľr Heddesheim eventuell schon, das m√∂chte ich nicht abschlie√üend beurteilen. Insgesamt ‚Äď da bringt mich auch keiner von meiner Meinung ab ‚Äď war die Sinnhaftigkeit in dem Moment nicht mehr gegeben, als klar war, dass es ein Vertrag zu Lasten Dritter ist. Und das h√§tte ich pers√∂nlich nicht gemacht.

Objektiv betrachtet muss damit der Verkehr durch Hirschberg laufen, wenn die A5 zu ist.

Just: Das ist zutreffend. Wir haben mit der B3 eine ausgewiesene Umleitungsstrecke. Wenn es zu einer Vollsperrung oder gr√∂√üeren Sperrung auf der Autobahn kommt, dann gibt es √ľberall die blauen Schilder mit den ausgewiesenen Umleitungsstrecken – eben auf die B3. Deswegen haben wir zwangsl√§ufig eine andere Qualit√§t der Stra√üen und das muss man ber√ľcksichtigen. Unser Problem ist: Wir k√∂nnen den Unternehmen nichts anbieten. Wenn ich einen Bebauungsplanverfahren in der Hand habe, von dem ein Unternehmen etwas hat, dann ist dieses Unternehmen vielleicht eher bereit auf eine Forderung einzugehen, als wenn ich eben nichts in der Hand habe.

Es gibt Dinge, die mich ärgern

√Ąrgert Sie das?

Just: Es gibt Dinge, die mich ärgern in diesem Verfahren. Das sind beispielsweise diese Verkehrslenkungsverträge und die Tatsache, dass möglicherweise die Verkehrsprobleme auf uns, ich unterstelle dabei keine böse Absicht, abgewälzt werden. Dass dies in Heddesheim ignoriert wird, ist mir unverständlich.

Links verdecken die Edeka-Hallen schon die Sicht auf die Bergstra√üe. Rechts wird durch noch h√∂here Hallen noch weniger vom Ausblick √ľbrig bleiben. Bild: heddsheimblog.de

 

Druckmittel aka Basis

Hirschberg will nur ein eigenes Verkehrsgutachten erstellen lassen. Ich habe noch mal nachgeschaut, wir haben ja mittlerweile ein umfangreiches Blog-Archiv: Das haben Sie bereits Ende Oktober 2010 angek√ľndigt, was soll das jetzt eineinhalb Jahre sp√§ter bringen? Kommen sie damit nicht viel zu sp√§t?

Just: Das glaube ich nicht. Es geht mir nicht um die Verhinderung der Gewerbeansiedlungen. Uns geht es im Wesentlichen darum, die Verkehrsprobleme zu l√∂sen und die sind auch nicht weg zu diskutieren. Wenn diese allerdings gel√∂st sind, dann wird der Hirschberger Gemeinderat, zumindest¬† mehrheitlich, die Gewerbeansiedlungen auch so mittragen. Und deswegen geht es uns darum zu schauen, ob ein weiteres Verkehrsgutachten die bislang vorliegenden Ergebnisse oder die von uns immer wieder artikulierten Plausibilit√§tsprobleme best√§tigt. Und dann haben wir, denke ich, schon…

… ein Druckmittel?

Just (lacht): Herr Prothmann, das wäre sicher Ihre zugespitzte Formulierung . Dann haben wir zumindest eine andere Basis, um die Probleme zu diskutieren. Im Moment gibt es zwei Gutachten, die eine noch erträgliche Belastung prognostizieren Рwir lassen das jetzt noch von einer dritten Seite betrachten.

Es wird das vierte Gutachten sein. Zwei Gutachten stammen vom B√ľro Koehler, Leutwein und Partner, eins aus dem Jahr 2000 besagt, der Kreisverkehr sei fast an der Grenze der Leistungsf√§higkeit. Das hatte die Gemeinde Heddesheim veranlasst, als das Hirschberger Gewerbegebiet gebaut worden ist. Derselbe Gutachter kommt zehn Jahre sp√§ter trotz der zus√§tzlichen Belastung durch Pfenning zur Prognose, alles sei in Ordnung. Wieder im Sinne von Heddesheim. Und der aktuelle Gutachter sieht das auch so.

Just: Das ist ein Teil der Plausibilit√§tsprobleme, die der Gemeinderat und ich sehen: Wie soll das m√∂glich sein? Im Moment ist das eher ein Bauchgef√ľhl – deswegen wollen wir ja eine fachliche Expertise.

Fälschliche Fachexpertisen?

Was f√ľr ein Licht wirft es auf den Wert von Gutachten an sich?

Just: Es wäre anmaßend zu sagen, das Ergebnis der Gutachten seien bestellte Ergebnisse. Es sind alles renommierte Gutachter, die auch einen Namen und einen Ruf zu verlieren haben. Aber auch renommierte, seriöse Gutachter machen vielleicht Fehler, indem sie von vielleicht falschen Annahmen ausgehen. Falsche Verkehrszählungen erhoben haben, die nicht den repräsentativen Tagen entsprechen. Fehler passieren auch bei großer Sorgfalt.

Sie h√§tten auch Diplomat werden k√∂nnen. Mal ganz undiplomatisch: Was halten sie von der Sicht, dass der Hirschberger Gemeinderat ein Alibigutachten gegen√ľber der Bev√∂lkerung braucht, um sagen zu k√∂nnen: ‚ÄěWir haben doch alles getan!‚Äú

Just: Meine Kritiker werden das wahrscheinlich so sehen und behaupten. Ich bin √ľberzeugt, dass das Gutachten den Gemeinderat auf jeden Fall weiterbringt. Es gibt eigentlich nur zwei L√∂sungen, es geht daf√ľr oder dagegen aus. Geht es zu unseren Gunsten aus haben wir mit Sicherheit etwas in der Hand, das den Abw√§gungsprozess f√ľr alle Beteiligten erschwert und unsere Belange werden h√∂her gewichtet. Geht es so aus, dass der Gutachter eine Ausk√∂mmlichkeit feststellt, m√ľssen wir das akzeptieren.

Verkehr, Kreisel, Alibi

Heddesheim argumentiert, dass der Verkehr des Fleischwerks wegf√§llt und nur durch den Getr√§nkeverkehr ersetzt wird. Was aber, wenn der Ausgangszustand, der wiederhergestellt wird, schon nicht gut war? Und aus Ihrer Sicht kommen noch andere Entwicklungen wie in Weinheim L√ľtzelsachsen Ebene hinzu – nochmal 1.000 Autos mehr.

Just: Genau deswegen muss es um eine ausreichende Ert√ľchtigung der Anschlussstellen gehen. Im Osten soll ein Kreisverkehr gebaut werden. Da haben wir positive Signale aus dem Regierungspr√§sidium. Ich denke auch, dass das zeitnah umsetzbar ist. F√ľr den Kreisverkehr im Westen, der in Richtung Heddesheim an der Gemarkungsgrenze liegt, schwebt uns eine Bypassl√∂sung vor.

Ist Hirschberg mit seinen Bed√ľrfnissen nicht nur ein Rad im System?

Just: Klar, das sage ich auch dem Gemeinderat immer wieder. Wir m√ľssen uns realistisch einordnen. Als kleine Gemeinde mit 9.500 Einwohnern. Aber wir haben unsere Bed√ľrfnisse sehr deutlich gemacht, das k√∂nnen Sie mir glauben.

Wie?

Just: Die Planungen f√ľr den Kreisverkehr werden jetzt wirklich vorangetrieben. Da haben der Kollege Kessler und ich viel erreicht gegen√ľber dem Regierungspr√§sidium. Wo man sich noch abwehrend positioniert, ist diese Bypassl√∂sung. Und die ist f√ľr uns fast wichtiger.

Auch f√ľr eine eigene Weiterentwicklung? Wenn alle Verkehrsbeziehungen ausgereizt sind, braucht Hirschberg gar nicht erst mit dem Gedanken einer Erweiterung spielen – oder?

Just: Dieser Aspekt steht momentan nicht auf der Agenda – aber Sie haben recht. Auch unsere eigene Entwicklungsf√§higkeit w√ľrde damit in Zukunft massiv beschnitten werden.

Die GLH hatte ja ein Normenkontrollverfahren beantragt. Die Mehrheit des Gemeinderats hat sich in nicht öffentlicher Sitzung dagegen ausgesprochen. War es eine deutliche Mehrheit?

Just: Ja.

Okay. Das Meinungsbild hat aber gedreht, möglicherweise wären die Mehrheitsverhältnisse heute anders. Können Sie festmachen, wodurch das gekommen ist?

Just: Wir haben sehr viele Ber√ľhrungspunkte mit der Gemeinde Heddesheim: die Wasserversorgung, die Schulentwicklung beispielsweise. Deswegen ist uns, mir insbesondere, auch sehr viel an einem guten nachbarschaftlichen Verh√§ltnis gelegen. Nur hat dies irgendwo auch seine Grenzen. Und zwar da, wo wir glauben, dass unsere Bef√ľrchtungen und Belange nicht ausreichend gewichtet werden. Der erste Verkehrslenkungsvertrag ging schon zu unseren Ungunsten und jetzt soll noch einer mit Edeka geschlossen werden, wieder zu unseren Ungunsten. Einmal haben wir das hingenommen – jetzt m√ľssen wir handeln.

Man munkelt, dass das Verhältnis zwischen Ihnen und Herrn Kessler nicht gerade gut ist.

Just: Wir betrachten die Sachlage zwangsl√§ufig aus unterschiedlichen Blickwinkeln und sind Profis genug, das zu ber√ľcksichtigen.

Dokumentation: Auf dem Heddesheimblog.de finden Sie die Präsentation der geplanten Edeka-Erweiterung.