Samstag, 15. Juni 2019

Erster Erlebnis-Samstag ein voller Erfolg

Trotz Ungewissheit: Bauernhof-Kindergarten stellt sich vor

An der frischen Luft, zwischen Pferden und Stroh, war der Spaß garantiert: (v.l.n.r.) Ellen Kneier-Jost, Ulrike Fulton und Sanja Veres mit den kleinen Besuchern des Marbacher Hofs.

 

Hirschberg, 28. Januar 2013. (red/aw) Die Finanzierung ist lĂ€ngst noch nicht geklĂ€rt, die Suche nach Investoren „mĂŒhselig“. Trotzdem will der TrĂ€gerverein “Bauernhofkindergarten am Marbacher Hof e.V.” Kinder und Eltern auf den Geschmack bringen und ein Bewusstsein fĂŒr diese Art von Kinderbetreuung schaffen. Beim ersten Erlebnis-Samstag auf dem Marbacher Hof konnte getestet werden, was in Zukunft vielleicht fĂŒr sechzehn Kinder Alltag wird: Das Leben auf dem Bauernhof.

Von Alexandra Weichbrodt

Ellen Kneier-Jost ist Ă€ußert zufrieden mit der Resonanz auf den ersten veranstalteten Erlebnis-Samstag:

Wir haben heute zwölf angemeldete Kinder, die gerne einmal unseren Bauernhof kennenlernen wĂŒrden.

Eine Resonanz, die etwas ĂŒberraschend ist. Denn noch weiß man beim TrĂ€gerverein ĂŒberhaupt nicht, wann der Kindergarten tatsĂ€chlich eröffnen kann. Das Problem: Die Finanzierung. Nachdem der Gemeinderat die Aufnahme in den Haushaltsplan verweigert hat, sind die Vereinsmitglieder selbststĂ€ndig auf der Suche nach Förderern und Investoren.

Allerdings ist die Suche sehr mĂŒhselig. Wir schreiben viele Stiftungen an, haben schon einige Absagen erhalten, warten aber auch noch auf zahlreiche RĂŒckmeldungen,

so Ellen Kneier-Jost, die Leiterin des Marbacher Hofs und zukĂŒnftige Vermieterin des Kindergartens. Sollte er denn eröffnet werden. DafĂŒr kĂ€mpft sie mit ihrem Mann Reiner Jost, Landwirt und PĂ€dagoge. Gemeinsam mit drei weiteren Erzieherinnen trĂ€umen sie von einem Kindergarten auf dem Bauernhof. Einem Ort, wo der Dialog mit dem Kind im Mittelpunkt steht und individuell herausgefunden werden kann, welche BedĂŒrfnisse das Kind hat.

Dass Eier nicht nur aus dem Supermarkt kommen, ist nur eine Erkentniss von vielen, die die Kinder an diesem Nachmittag machen.

Mit allen Sinnen genießen und erleben

Gepaart mit dem „Erlebnis Bauernhof“ soll den Kindern die Möglichkeit geboten werden, eine eigenstĂ€ndige und gemeinschaftsfĂ€hige Persönlichkeit zu entwickeln. Dabei helfen sollen Tiere, Natur und landwirtschaftliche Arbeit.

Auf dem Programm des ersten Erlebnis-Nachmittags stand das „Kennenlernen der Tiere“. Pferde, KĂŒhe, Schafe, HĂŒhner, Schweine, Hunde und Katzen sind auf dem Marbacher Hof zu finden. Da gibt es viel zu gucken fĂŒr die kleinen Besucher. Der Rundgang beginnt im Stall, mit einer FĂŒhl-Station. Denn auch das gehört an diesem Nachmittag dazu:

Die Kinder sollen mit allen Sinnen genießen und erleben,

sagt Ulrike Fulton. Auch sie ist Mitglied im TrĂ€gerverein und Erzieherin und engagiert sich ehrenamtlich, um zukĂŒnftig eine alternative Art der Kinderbetreuung auf dem Marbacher Hof anbieten zu können. Mit der Geschichte von den frechen HĂŒhnern „Zick und Zack“ beginnt die Reise durch die Tierwelt auf dem Bauernhof.

Wissen vermitteln und Bewusstsein schaffen

Wie nötig es ist, bei den Kindern ein Bewusstsein fĂŒr Tiere und Natur zu schaffen, zeigt die Frage: Woher kommen eigentlich die Eier?

Aus dem Einkaufsladen,

ruft der dreijÀhrige Anton. Die ErklÀrung, dass dies zwar teilweise stimmt, aber irgendwie dann auch wieder nicht, ist Aufgabe der PÀdagogen:

Wir sind ĂŒberzeugt davon, dass Kinder Natur und Tiere brauchen, damit sie zu integrations- und gesellschaftsfĂ€higen Mitmenschen heranwachsen können.

Im Stall dĂŒrfen die Kleinen fĂŒttern, streicheln und staunen. Hier leben KĂŒhe, Pferde und Schweine. Mit altem Brot nĂ€hern sich die ersten Kinder den großen Tieren an. Respektvoll, aber ohne Angst, fĂŒttern sie die Hoftiere durch die Gitter.

Paradiesische Rahmenbedingungen

Landwirt Reiner Jost zeigt den Kindern, woher die Eier wirklich kommen.

Die Familie Jost betreibt auf dem Marbacher Hof seit 35 Jahren eine Pferdezucht. 23 Pferde, darunter ein Zuchtbulle und vier Stuten, leben hier. In der Regel werden pro Jahr zwei Fohlen geboren, das nĂ€chste kommt im MĂ€rz. Ereignisse, die nicht nur Kinder regelmĂ€ĂŸig begeistern. Auch die Eltern bekommen beim Anblick der trĂ€chtigen Stute große Augen.

Überhaupt gibt es eine Menge zu gucken auf dem Bauernhof. Der Marbacher Hof liegt an den Weinbergen am Waldrand. Die bewirtschaftete FlĂ€che ist etwa zwölf Hektar groß. Hier wird das Heu fĂŒr die Tiere selbst erzeugt und das Brennholz fĂŒr den Winter im Wald geholt.

Rahmenbedingungen, die fĂŒr die Eltern paradiesisch wirken. Angela aus Schriesheim ist die Mama vom kleinen Anton. Sie ist begeistert von der Anlage und seinen Bewohnern:

Hier hat Anton was zu tun, das ist wichtig. Er langweilt sich schnell und muss immer „arbeiten“.

Beim Schafe fĂŒttern, mit Heu und Brot ist er daher ganz vorne mit dabei. Allerdings ist Anton schon drei Jahre alt und geht bereits in einen Kindergarten in Schriesheim. Sollte der Kindergarten auf dem Marbacher Hof eröffnen, wĂ€re diese Form von Kindergarten bestimmt eine Alternative, die man sich durch den Kopf gehen lassen könnte. Doch, wĂŒrde Mama Angela ihren Anton aus dem jetzigen Kindergarten herausnehmen? Eher nicht.

Da spiele ja viele Faktoren eine Rolle. Ein Wechsel aus der grade erst gewohnt gemachten Umgebung, ist schon schwierig. Hier mĂŒsste man dann wirklich abwĂ€gen, was einem wichtig ist.

Hier könnte bald der Umbau beginnen: Das GebÀude soll den Bauernhof-Kindergarten in Zukunft beherbergen.

Engagement, trotz Ungewissheit

Eine Tatsache, die auch Ellen Kneier-Jost, bei ihrem Fazit des Nachmittags erkannt hat:

UrsprĂŒnglich war der Nachmittag fĂŒr Kinder von drei bis sechs Jahren, der potenziellen Zielgruppe des Kindergartens. Allerdings haben diese Kinder in der Regel bereits alle einen Kindergarten Platz.

In Zukunft mĂŒsse sich also verstĂ€rkt auf die noch kleineren Kinder konzentriert werden. Denn diese wĂ€ren schließlich noch auf der Suche nach einem geeigneten Platz. Doch die Zukunft ist ja nach wie vor ungewiss. So bleibt dieser Erlebnis-Nachmittag zwar eine tolle Sache fĂŒr Kinder und Eltern, aber konkrete PlĂ€ne können weder die Organisatoren noch interessierte Familien damit machen.

Es fehlt nicht mehr an Genehmigungen, es fehlt nur noch das Geld,

sagt auch Reiner Jost. Ihm man anmerkt, wie sehr er gerne loslegen wĂŒrde mit diesem Projekt. Die Baugenehmigung fĂŒr den Umbau eines GebĂ€udes in Kindergarten-RĂ€umlichkeiten ist erfolgt. Den Umbau wĂŒrde die Familie Jost sogar aus eigener Tasche finanzieren.

Aber es geht um die Deckung der dann laufenden Kosten, rund 107.000 Euro im Jahr. Das Gehalt der Erzieherinnen muss gesichert sein, sonst können wir nicht starten.

BestĂ€tigt auch Sanja Veres. Die Erzieherin wĂŒrde sofort ihre Anstellung in einem herkömmlichen Kindergarten aufgeben, um auf dem Marbacher Hof zu arbeiten. Sollte sich bis MĂ€rz eine Finanzierung ergeben, könnte im September eröffnet werden.

Doch das ist leider momentan nur Wunschdenken. Wir hoffen einfach, dass wir noch Stiftungen fĂŒr unser Anliegen begeistern können,

so Hof-Chef Jost. Die Rahmenbedingungen sind gegeben. Allen Beteiligten merkt man die Freude an ihrem Engagement an.

Der Abschluss eines gelungenen Nachmittags: Stockbrot ĂŒber dem Lagerfeuer.

Vielleicht kennt ja jemand jemanden, der jemanden kennt.

Die Kinder sind begeistert und die Eltern sind es auch. Nach einer ausgiebigen Tour ĂŒber den Hof, treffen sich alle am Lagerfeuer. Gemeinsam wird jetzt Stockbrot gemacht. Naturverbunden und bodenstĂ€ndig soll die Erziehung auf dem Marbacher Hof sein. So wie an diesem Nachmittag. Und wer weiß, vielleicht kennt ja jemand jemanden, der jemanden kennt, der dem TrĂ€gerverein helfen kann.

Die Hoffnung der Verantwortlichen ist noch da. Den Antrieb geben die kleinen zufriedenen Gesichter. Und auch deren Eltern, die bei Stockbrot und Lagerfeuer großes Interesse an einem Platz in der Zukunft bekunden. Wenn auch nicht jetzt gleich, dann aber vielleicht fĂŒr das Geschwisterchen von Anton und Co.

Die nĂ€chsten Erlebnis-Samstage auf dem Marbacher Hof sind am 20.04.2013 und 20.07.2013, jeweils von 14 bis 16 Uhr, geplant. Anmeldungen können ĂŒber die Homepage des Vereins oder unter 06201-12348 (ab 14.30 Uhr) erfolgen.

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Hoffest als finanzielle Hilfe - Bauerhofkindergarten Marbacherhof e.V.

Feiern fĂŒr den Selbsterhalt

Hirschberg/Weinheim, 20. September 2012. (red/pm) Der Bauerhofkindergarten Marbacherhof e.V. lĂ€dt ein zu einer Informationsveranstaltung mit anschließendem großen Hoffest, Spiel und Livemusik am 29. September ab 14:00 Uhr.

Information des Bauernhofkindergarten am Marbacherhof e.V.:

„Nachdem es lange Wochen etwas ruhiger um uns geworden ist, melden wir uns hiermit zurĂŒck. Der Bauernhofkindergarten am Marbacherhof e.V. ist inzwischen als gemeinnĂŒtzig anerkannt und in das Vereinsregister eingetragen.

Wie Sie sich sicher erinnern, hatten wir angestrebt, unser Projekt, einen Bauernhofkindergarten am Marbacherhof zu grĂŒnden, mit einer Teilfinanzierung der Gemeinde Hirschberg zu realisieren. Unser Vorhaben fand zwar viel Zustimmung im Gemeinderat, es konnte sich aber im April in diesem Jahr keine Mehrheit zu einer Teilfinanzierung finden. Die Mehrheit im Gemeinderat sah den Bedarf an unserem Angebot nicht gegeben. Unserem Antrag, durch den BĂŒrgermeister, Herr Just gestellt, fehlte am Ende eine Stimme fĂŒr eine einfache Mehrheit und wurde damit abgelehnt.

Teilfinanzierung fĂŒr den Bauernhofkindergarten vom Gemeinderat abgelehnt

Damit blieb die fĂŒr uns notwendige Teil-Finanzierung durch die Gemeinde aus und wir mussten zunĂ€chst einmal grĂŒndlich beraten wie es weitergehen kann. Damit sind wir auch derzeit noch ergebnisoffen befasst, mit dem Ziel andere Finanzierungsmöglichkeiten, zu finden.
Trotzdem wollten wir nicht untÀtig sein! Daher haben wir bereits vor einiger Zeit begonnen ein Hoffest am Marbacher Hofzu planen.

Wir finden: zum Feiern gibt es immer einen Anlass und Feste machen gute Laune, davon kann keiner genug haben. Zumal Hoffeste am Marbacher Hof bereits in der Vergangenheit mit großem Zuspruch stattgefunden haben (zuletzt im Jahr 2008). Wir freuen wir uns ganz besonders, mit unserem Verein die Familie Kneier-Jost zu unterstĂŒtzen, dass diese Tradition wieder aufleben kann. Wir wollen das Hoffest auch nutzen, um uns als Verein der Öffentlichkeit vorzustellen und den Marbacherhof als möglichen Ort eines zukĂŒnftigen Kindergartens zu prĂ€sentieren.

Neben der wunderbaren Umgebung, die alleine schon Wandern und Spazieren einlĂ€dt, bieten wir Spiele, eine Strohballen-HĂŒpfburg, eine Bauernhof-Ralley mit Preisen und Ponyreiten an. FĂŒr Essen und Trinken sorgen wir mit Kaffee und Kuchen, kalten GetrĂ€nken und „Die rollende Pizza“ von Herr und Frau Link bietet ab 17:00 Uhr verschiedene Pizzen fĂŒr den etwas grĂ¶ĂŸeren Hunger an.

Livemusik sorgt fĂŒr gute Laune

Im Rahmen des Festes wird es ausreichend Möglichkeiten geben, Informationen zu bekommen, EindrĂŒcke zu sammeln und den Verein und seine Akteure kennen zu lernen. Wir stehen jederzeit zu GesprĂ€chen zur VerfĂŒgung. Die Musikschule von Norbert Pöhlert aus Weinheim wird am Abend ab 19:00 Uhr mit Livemusik, quer durch Rock und Pop fĂŒr gute Laune sorgen.

Das Fest findet am 29. September ab 14:00 Uhr auf dem GelĂ€nde des Marbacher Hofes, Obere Bergstraße 3 in Hirschberg-Großsachsen statt. Parkmöglichkeiten werden ausreichend vorhanden sein.“

Pressemitteilung zum Kindergarten Marbacher Hof

Initiatoren des Bauernhofkindergartens halten am Projekt fest

Aus der Traum vom Bauernhofkindergarten. Foto: Hirschbergblog.

Hirschberg, 04. Mai 2012. (red/pm) Die Initiatoren des Bauernhofkinderkartens wollen trotz des Neins im Gemeinderat weiter an ihrem Projekt festhalten und weiter in der Bevölkerung fĂŒr das Projekt werben. Die Entscheidung war knapp und sollte das Projekt zum Thema in der BĂŒrgerschaft werden, könnten die Chancen gut aussehen.

Information des Vereins „Bauernhofkindergarten Marbacherhof“

Wir haben uns beim BĂŒrgermeister, dem Team des FamilienbĂŒros fĂŒr die UnterstĂŒtzung unseres Antrages bedankt. Auch dankten wir den Fraktionen, die unserem Vorhaben ohne Vorbehalte zustimmten und positive Stellung zu unserem Projekt bezogen. Gleichwohl sind wir den Gemeinderatsmitgliedern dankbar, die unserem Projekt zwar aus finanziellen GrĂŒnden nicht zustimmen konnten, gleichwohl den Bedarf eines Bauerhofkindergartens und das Konzept hierzu ausdrĂŒcklich anerkannten und befĂŒrworteten.

Unsere EnttĂ€uschung ĂŒber die, wenn auch knappe, Entscheidung unser Projekt nicht in die Bedarfsplanung mit aufzunehmen können wir dennoch nicht verbergen. Wir möchten deshalb unsere Sicht der Dinge noch einmal zusammenfassend vortragen und zugleich nach einem Weg suchen, letztlich doch zu einem positiven Ergebnis zu kommen.

Kinderbetreuung ist in den letzten 100 Jahren immer wieder verĂ€ndert worden, vom Ideal des „Stillsitzen und artig sein“, ĂŒber die wilde pĂ€dagogische Gegenbewegung der 70er Jahre hin zu einem Konzept des „ernst nehmen und begleiten“. Ein stĂ€rkeres Gewicht auf die Natur zu legen, nicht als Bestandteil der PĂ€dagogik, sondern als Grundlage des pĂ€dagogischen Konzeptes, darin sehen wir eine neue und zeitgemĂ€ĂŸe Richtung in der Kinderbetreuung. Hieran wollen wir mitarbeiten und deshalb an unserem Vorhaben festhalten! Wir sind davon ĂŒberzeugt, dass wir aufgrund der Beratungen im Gemeinderat und der Presseberichte auch bei den BĂŒrgern Hirschbergs Interesse geweckt und zukĂŒnftige UnterstĂŒtzer gewonnen haben.

Alle mit der Kinderbetreuung Befassten wissen, dass der rechnerische Bedarf nur selten mit dem tatsĂ€chlichen ĂŒbereinstimmt und stĂ€ndigen Schwankungen unterliegt. In der Gemeinderatsitzung am 24. April 2012 wurde hierauf nochmals hingewiesen, denn die Kommunale Bedarfsplanung wies zur Jahresmitte 2011 einen erheblichen zukĂŒnftigen ungedeckten Bedarf aus, der bei Gemeinderat und Gemeindeverwaltung die „Alarmglocken“ lĂ€uten ließ. Schon die Auswirkungen der Neubaugebiete, der ĂŒberproportionale Zuzug von jungen Familien, wie er sich zum Beispiel vor einigen Jahren im Ortsteil Großsachsen ereignete, oder die bedarfsgerichtete Umwidmung von Regel- in GanztagesplĂ€tze, können den eben noch gedeckten Bedarf in der Kinderbetreuung ĂŒber Nacht verĂ€ndern.

Gerade vor diesem Hintergrund bekunden wir nochmals unseren festen Willen, den Bauernhofkindergarten Marbacherhof zu realisieren. Wir werden in diesem Zusammenhang in den nĂ€chsten Tagen und Wochen unsere Möglichkeiten hinsichtlich der Umsetzung zu eruieren. Hierbei hoffen wir besonders auf eine breite UnterstĂŒtzung der BĂŒrgerinnen und BĂŒrger Hirschbergs. Auch hoffen wir auf ein zukĂŒnftiges Interesse seitens des Gemeinderates. Die Kritik an unserer Vorlage ist angekommen und wir werden versuchen diese in unsere weitere Planung konstruktiv einzubeziehen.

Über weitere Planungen halten wir Sie selbstverstĂ€ndlich auf dem Laufenden und stehen jederzeit gerne fĂŒr Informationen zur VerfĂŒgung.

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen,

Kerstin Treber-Koban und Jochen Kern-Eimann“

Kinderferne Entscheidung im Gemeinderat

Chance vertan

Hirschberg, 26. April 2012. (red/sap) GlĂŒckliche Kinder, eins mit Tier und Natur – so stellten sich wohl die beiden Erzieherinnen ihren Bauernhofkindergarten auf dem Marbacher Hof im idyllischen Hirschberg, Ortsteil Großsachsen vor. Doch die Rechnung wurde ohne den Wirt gemacht. Der Gemeinderat Hirschbergs hat sich in seiner Sitzung, wenn auch Ă€ußerst knapp, aber dennoch klar, gegen die Aufnahme des Bauernhofkindergartens in die Bedargfsplanung der Gemeinde Hirschberg entschieden.

Kommentar: Sabine Prothmann

Damit hat der Rat, mit grĂ¶ĂŸter Wahrscheinlichkeit, dem Bauernhofkindergarten den Todesstoß erteilt. Denn ohne die finanziellen ZuschĂŒsse, wird das Projekt nicht finanzierbar sein.

Da konnte BĂŒrgermeister Just noch so sehr auf Imagegewinn und Alleinstellungsmerkmal verweisen, Eva-Marie Pfefferle (SPD) von Kind, Tier und Natur schwĂ€rmen und das pĂ€dagogische Konzept loben oder Monika Maul-Vogt (GLH) auf den sicherlich kommenden Bedarf an weiteren BetreuungsplĂ€tzen pochen, die kĂŒhlen Rechner setzten sich durch.

Mit 9:9 scheiterte der Antrag und damit der Versuch, in Hirschberg den erst zweiten Bauernhofkindergarten in Baden-WĂŒrttemberg zu realisieren.

Klare Position bezogen von Anfang die Freien WĂ€hler, auch schon im ATU, dass sie diesem Projekt nichts abgewinnen konnten. Fritz Bletzer (FW) zeigte keinerlei VerstĂ€ndnis fĂŒr diese Bauernhofnostalgie, dafĂŒr aber umso mehr fĂŒr den benachbarten Landwirt, der ebenfalls auf dem Marbacher Hof ansĂ€ssig ist.

Hartmut Kowalinski (FDP) ließ sich dazu hinreißen, das pĂ€dagogische Konzept anzuzweifeln, denn schließlich mĂŒssten die Kinder auch hier „nur basteln und nĂ€hen lernen“.

Karin Kunz (CDU) machte deutlich, dass man sparen mĂŒsste. Und Matthias Dallinger (CDU) schloss sich diesem Argument an. Und war damit das ZĂŒnglein an der Waage, der das Projekt scheitern ließ.

HĂ€tte der entschuldigte Gemeinderat Karl Schnell, ebenfalls CDU, mit seiner Stimme ein anderes Ergebnis auf den Weg gebracht?

Matthias Dallinger wirkte bei seinem Statement, ganz zum Schluss der Diskussion, nicht wirklich ĂŒberzeugend. Als er sich „schweren Herzens“ gegen den Bauernhofkindergarten entschied, hĂ€tte der nicht wohlwollende Zuschauer, darin eine Absprache vermuten können.

Aus finanziellen GrĂŒnden, hat der Hirschberger Rat wahrscheinlich sehr vernĂŒnftig entschieden, aber zeigen die Ablehner den gleichen finanziellen Weitblick bei anderen Projekten ihrer Wahl? Beispielsweise einer neuen Sporthalle?

In Bezug auf den tatsĂ€chlichen Bedarf an KindergartenplĂ€tzen, hat der Gemeinderat bedarfsentsprechend entschieden, aber gilt das auch fĂŒr die Zukunft?

FĂŒr eine Innovation hatte der Hirschberger Gemeinderat leider keinen Mut und hat damit wahrscheinlich auch eine gute Chance vertan.

 

Mit 9:9 Stimmen eine knappe Entscheidung

Bauernhofkindergarten scheitert im Gemeinderat

Aus der Traum vom Bauernhofkindergarten. Foto: Hirschbergblog.

Hirschberg, 26. April 2012. (red/pro) Acht GemeinderĂ€te und BĂŒrgermeister Manuel Just stimmten mit Ja – neun GemeinderĂ€te mit Nein zum Antrag, den geplanten privaten Bauernhofkindergarten in die Bedarfsplanung aufzunehmen. Ein Unentschieden bedeutet, dass der Antrag abgelehnt ist. Damit ist fraglich, ob der Bauernhofkindergarten fĂŒr die Betreiber finanzierbar ist. Heiße Diskussion bei der Gemeinderatssitzung.

Die Freien WĂ€hler stimmten wie die FDP nach langer Diskussion geschlossen gegen das Projekt. GLH und SPD stimmten fĂŒr den Kindergarten, ebenso BĂŒrgermeister Manuel Just.

Angeblich war man sich in der CDU uneins: Ferdinand Graf von Wieser und Dr. Jörg Boulanger stimmten fĂŒr den Kindergarten, Karin Kunz und Matthias Dallinger dagegen.

Weil CDU-Gemeinderat Karl Schnell fehlte, gab es nur 18 Stimmen. Mit 9:9 wurde der Antrag abgelehnt, den Stimmengleichheit zÀhlt wie eine ablehnende Mehrheit.

Zur Vorgeschichte: Auf dem Marbacher Hof im Ortsteil Großsachsen war die Einrichtung eines Bauernhofkindergartens fĂŒr den Herbst 2012 geplant. Dort wollten zwei berufstĂ€tige Erzieherinnen ihre Idee von dieser speziellen Einrichtungsart durch Anmietung von RĂ€umlichkeiten und mit UnterstĂŒtzung der Familie Kneier-Jost realisieren.

Am 29. MĂ€rz 2012 wurde ein gemeinnĂŒtziger Verein als TrĂ€ger der Einrichtung gegrĂŒndet. In VorgesprĂ€chen mit dem KVJS (Kommunalverband fĂŒr Jugend und Sport) und dem Gesundheitsamt wurde bereits geklĂ€rt, dass die Umsetzung und Genehmigung unter Einhaltung von bestimmten Voraussetzungen möglich ist.

Die ElternbeitrĂ€ge sollten rund 240 Euro betragen und von der einheitlichen Staffelung der ElternbeitrĂ€ge fĂŒr die (konfessionellen) Hirschberger KindergĂ€rten abweichen.

Bei der Aufnahme der Einrichtung in die Bedarfsplanung wĂ€re ein Anspruch von 63 Prozent der Betriebskosten durch die Gemeinde entstanden. Die Betriebskosten sollten ca. 169.000 Euro im Jahr betragen, daraus hĂ€tte ein Gemeindeanteil von rund 106.470 Euro im Jahr resultiert. Die anteiligen Mittel stehen im Haushalt 2012 zur VerfĂŒgung.

FĂŒr jeden belegten Platz in einer Kindertageseinrichtung zum Stichtag 1. MĂ€rz eines Jahres erhĂ€lt die Gemeinde einen FAG-Zuschuss, dieser betrĂ€gt im Jahr 2012 bei Gruppen mit verlĂ€ngerten Öffnungszeiten 1.450 Euro pro Platz pro Jahr.

Das Defizit sollte durch ElternbeitrĂ€ge und ZuschĂŒsse der Sponsoren gedeckt werden. Das Risiko sollte der Verein tragen. Vorrangig sollten Hirschberger Kinder aufgenommen werden.

In der Gemeinderatssitzung am 27. MÀrz 2012 wurde die Beschlussfassung wegen weiteren KlÀrungsbedarfs von der Tagesordnung genommen. Im Verwaltungsausschuss wurde keine Beschlussempfehlung an den Gemeinderat abgegeben.

Schon in der Sitzung des Ausschusses fĂŒr Technik und Umwelt am 19. April 2012 (frĂŒhere Berichte hier) war ersichtlich, dass der Hirschberger Gemeinderat alles andere als einig ist bezĂŒglich eines Bauernhofkindergartens auf dem Marbacher Hof. Nur knapp wurde die Zustimmung zum Bauantrag erteilt.

BĂŒrgermeister Manuel Just erklĂ€rte gleich zu Beginn der Beratung, dass bei einem Defizit, der Kommune keine weiteren Kosten entstehen wĂŒrden und listete die Vor- und Nachteile des Projektes auf.

Als klare Vorteile bezeichnete Just die Erweiterung eines qualitativen Angebots durch ein anderes pĂ€dagogisches Konzept sowie die Erweiterung eines quantitativen Angebots, was sich vorteilhaft fĂŒr die Betreuung von Kindern unter drei Jahren auswirken wĂŒrde.

„Bisher gibt es in ganz Baden-WĂŒrttemberg erst ein Bauernhofkindergarten“

„Bisher gibt es in ganz Baden-WĂŒrttemberg erst ein Bauernhofkindergarten, Hirschberg wĂ€re der zweite“, sagte Just und hob damit das Alleinstellungsmerkmal und den Imagegewinn fĂŒr Hirschberg hervor. Zudem könne man dann auf den Anbau im evangelischen Kindergarten verzichten.

Klar als Nachteil bezeichnete der BĂŒrgermeister, dass es dann keine DurchgĂ€ngigkeit bei der Staffelung der GebĂŒhren mehr gĂ€be, höhere Einzelplatzkosten sowie die grundsĂ€tzliche Frage, ob der quantitative Bedarf ĂŒberhaupt gegeben sei.

Mit der Forderung, die Personalkosten durch die Anwendung des TVöD auf 152.620 Euro (anstelle von 169.000 Euro) zu reduzieren und die Gruppe auf 20 Kinder zu erweitern, betrĂŒge der Zuschuss von 400 Euro pro Kind nur rund 40 Euro  mehr als der teuerste konfessionelle Kindergarten am Ort, erklĂ€rte Just.

FĂŒr und Wider

Alexander May (FW) sehe bis 2014 ĂŒberhaupt keinen Bedarf, neue KindergartenplĂ€tze zu schaffen: „Wir mĂŒssten 70.000 Euro pro Jahr finanzieren.“ Und: „Sind Eltern denn ĂŒberhaupt bereit, 240 Euro statt 100 zu zahlen?“

„Wir sind uns in der Fraktion nicht einig“, erklĂ€rte Ferdinand Graf von Wiser (CDU). „Ich halte das Projekt fĂŒr die Gemeinde Hirschberg fĂŒr sehr interessant. Ein Teil von uns sieht das als Chance.“

Zudem erinnerte er daran, dass die Gemeinde bei einer 5. Gruppe im Evangelischen Kindergarten auch noch die Betriebskosten ĂŒbernehmen mĂŒsse.

„Der Bedarfsplan ist erfĂŒllt, teilweise ĂŒbererfĂŒllt“, betonte Hartmut Kowalinski (FDP) und zeigte ganz klar, dass er gegen die Aufnahme des Bauernhofkindergartens in die Bedarfsplanung ist.

Als attraktives Angebot, bezeichnete dagegen Monika Maul-Vogt (GLH) die Idee des Bauernhofkindergartens und zeigte sich davon ĂŒberzeugt, dass dieses Angebot auch in Hirschberg angenommen wĂŒrde. Zudem meinte sie: „Wir haben diesen Bedarf.“

Dies sei die Gelegenheit und Chance, Hirschberg das Gesicht und Profil einer nicht nur senioren-, sondern auch kinderfreundlichen Gemeinde zu geben, betonte Eva-Marie Pfefferle (SPD). „Die 40 Euro mehr sollten es uns wert sein“, denn der Bauernhofkindergarten sei eine Bereicherung in der Vielfalt der Kinderbetreuungsangebote.

„Ich stimme nicht zu, wir haben kein Geld und der quantitative Bedarf ist im Moment nicht da“, erklĂ€rte Karin Kunz (CDU).

„Ich habe fĂŒr ihre Entscheidung  dafĂŒr VerstĂ€ndnis“, meinte Just, „aber ich persönlich bin der Überzeugung, dass es eine Chance ist und ein außergewöhliches Konzept.“ Der qualitative Bedarf sei da und der quantitative werde kommen, sagte der BĂŒrgermeister und erinnerte an die Betreuung der Kinder unter drei Jahren und die GanztagsplĂ€tze.

„Ich bin komplett dagegen“, machte Fritz Bletzer (FW) unmissverstĂ€ndlich seine Haltung klar.

Auch Peter Johe (FW) kritisierte das Projekt: „Das sind unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸige Kosten, die Eltern werden sich bei den GebĂŒhren wehren.“

Und auch Gemeinderat Matthias Dallinger (CDU), lehnte, wenn auch „schweren Herzens“ den Bauernhofkindergarten ab. Da half es auch nicht, dass Monika Maul-Vogt daran erinnerte, „Wir hatten den Bedarf schon beschlossen.“

Mit dem Abstimmungsergebnis von 9:9 Stimmen wurde die Aufnahme des Bauernhofkindergartens in die Bedarfsplanung der Gemeinde Hirschberg abgelehnt.