Samstag, 08. Juni 2019

Gemeinderat genehmigt Bauvoranfrage

Streitpunkt „H├Ąuslebau“

Hirschberg, 02. August 2014. (red/csk) Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung ├╝ber eine Bauvoranfrage zu entscheiden. Es ging um ein Einfamilienhaus mit Balkon und Garage – auf einem sehr ung├╝nstig geschnittenem Grundst├╝ck. Der Ausschuss f├╝r Umwelt und Technik hatte „gestritten“, wie es B├╝rgermeister Manuel Just ausdr├╝ckte. Und die Entscheidung weitergegeben an den Gemeinderat. Am Ende einer langen Diskussion attestierte Manuel Just: „Der Gemeinderat tut sich nicht leichter als der ATU.“ Am Ende gibt es aber doch die M├Âglichkeite f├╝r ein „H├Ąusle“. [Weiterlesen…]

Einstimmige Verabschiedung durch den Gemeinderat

Bebauungsplan „Zwischen Birkenstra├če und Jahnstra├če“ steht

Hirschberg, 02. August┬á2014. (red/csk) Kurz und knackig ging es zu bei der Abstimmung ├╝ber den Satzungsbeschluss zum Bebauungsplan „Zwischen Birkenstra├če und Jahnstra├če“. B├╝rgermeister Manuel Just nannte es eines der „unproblematischsten Bebauungsplanverfahren“ der Gemeinde. Die fr├╝hzeitige B├╝rgerbeteiligungg habe ihren Teil dazu beigetragen. Unproblematisch war dann auch die Abstimmung: einstimmige Beschlussfassung im Gemeinderat.

Gemeinderat stimmt Verwaltungsvorlage zu

Bebauungsplan f├╝r Gebiet Birkenstra├če/Jahnstra├če

Hirschberg, 27. M├Ąrz 2014. (red/csk)┬áVergangenen Juni hat der Gemeinderat einstimmig beschlossen, im Ortsteil Gro├čsachsen einen Bebauungsplan aufzustellen: „Zwischen Birkenstra├če und Jahnstra├če„. Am 19. November fand eine Informationsveranstaltung im Rathaus statt, um die ├ľffentlichkeit mit einzubinden. In seiner aktuellen Sitzung beschloss der Gemeinderat den Entwurf des von der Verwaltung vorgelegten Bebauungsplans. Die Verwaltung erntete seitens der Fraktionen Lob f├╝r ihr Vorgehen. [Weiterlesen…]

Vorhabenbezogener Bebauungsplan f├╝r betreutes Wohnen im "Wohnpark Mozartstra├če"

„Es warten schon viele Leute“

Hirschberg, 30. Januar 2014. (red/csk) In Leutershausen soll der „Wohnpark Mozartstra├če“ entstehen – eine Anlage f├╝r betreutes Wohnen.

Bereits am 26. November 2013 hatte der Gemeinderat den Verkauf von drei Grundst├╝cken zu diesem Zweck beschlossen. Auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung am Dienstag stand die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans f├╝r dieses Gebiet. [Weiterlesen…]

Infoveranstaltung zum Bebauungsplan am 19. November

ÔÇ×Zwischen Birkenstra├če und Jahnstra├čeÔÇť

Hirschberg, 31. Oktober 2013. (red/pm) Die Stadtverwaltung Hirschberg l├Ądt am 19. November alle interessierten B├╝rgerinnen und B├╝rger zu einer Informationsveranstaltung zum Bebauungsplan ÔÇ×Zwischen Birkenstra├če und Jahnstra├čeÔÇť┬áein. [Weiterlesen…]

Gemeinde hat keine Bedenken

13 Reihenh├Ąuser in der Wormser Stra├če

Hirschberg, 24. Juli 2013. (red) B├╝rgermeister Manuel Just informierte in der ├Âffentlichen Gemeinderatssitzung unter „Bekanntgaben“, dass sich ein Bauherr entschlossen habe, in der Wormser Stra├če 13 Reiheinh├Ąuser zu errichten. [Weiterlesen…]

Zustimmung u. a. zum Neubau Im Gro├čen Garten

ATU entscheidet ├╝ber Bauantr├Ąge

Hirschberg, 12. Juli 2013. (red/aw) Der Ausschuss f├╝r Technik und Umwelt entschied in dieser Woche gleich ├╝ber drei Bauvorhaben in Hirschberg. Die Nutzungs├Ąnderung eines Speichers lehnten sie ab, einem Neubau im Gro├čen Garten sowie Dachbauvorhaben in der Oberen Bergstra├čen stimmten sie zu. [Weiterlesen…]

Gemeinderat beschlie├čt Ma├čnahmen aufgrund st├Ądtebaulicher Entwicklung

Bebauungsplan und Ver├Ąnderungssperre zwischen Birken- und Jahnstra├če

Hirschberg, 26. Juni 2013. (red/aw) Aufgrund aktueller st├Ądtebaulicher Entwicklungen h├Ąlt es die Verwaltung der Gemeinde Hirschberg f├╝r angebracht, das Gebiet zwischen Birkenstra├če, Jahnstra├če und Hohensachsener Stra├če mit einem Bebauungsplan zu versehen. Bereits 1989 und 1995 war dieses Vorhaben Thema im Gemeinderat, konnte aber nicht abschlie├čend durchgesetzt werden. Um st├Ądtebaulichen Fehlentwicklungen vorzubeugen, soll dieser nun erneut aufgestellt werden. [Weiterlesen…]

ATU lehnt Bau in zweiter Reihe ab, Bauantrag des Marbacher Hofs sorgt für Ärger

Angst vor dem Pr├Ązedenzfall

Entsteht hier bald ein Bauernhof-Kindergarten? (Foto: Hirschbergblog.de)

Eine ├ťberdachung auf dem Marbacher Hof sorgte im Hirschberger Ausschuss f├╝r Technik und Umwelt f├╝r Diskussionen. Die ├ťberdachung erfolgte ohne Genehmigung. (Foto: Hirschbergblog.de)


Hirschberg, 17. Juni 2013. (red) Der Ausschuss f├╝r Technik und Umwelt hatte ich der vergangenen Woche zwei Entscheidungen zu f├Ąllen. Ein Bauvorhaben in zweiter Reihe, sei allerdings ein zu gro├čer Einschnitt in das Ortsbilds, urteilten die Anwesenden. Ein n├Ąchtr├Ąglich gestellter Bauantrag f├╝r den Marbacher Hof sorgte ebenfalls f├╝r erhitzte Gem├╝ter. Diesem wurde nur knapp zugestimmt. [Weiterlesen…]

Gemeinderat stimmt f├╝r eine intelligente Parkraumbewirtschaftung "Im Gro├čen Garten"

„Keinen Kniefall vorm Auto“

Hirschberg, 08. Mai 2013. (red/sap) Am 12. Dezember 2012 hat der Gemeinderat einstimmig den Entwurf des Bebauungsplans „Im Gro├čen Garten“ beschlossen. Daraufhin lag der Plan vom 27. Dezember bis zum 10. Februar ├Âffentlich aus. Neben achtzehn Beh├Ârden, deren Stellungnahmen zur Kenntnis genommen wurden, ging der Gemeinderat vor allem auf Bef├╝rchtungen einiger B├╝rger ein, die Parkplatzsituation┬á in der N├Ąhe des Marktplatzes k├Ânne sich weiter verschlechtern. [Weiterlesen…]

├änderungen in Fl├Ąchennutzungsplan sind notwendig

ATU hat keine Einw├Ąnde gegen Bebauungspl├Ąne von Mannheim und Heidelberg

Hirschberg, 13. M├Ąrz 2013. (red/ms/aw) Bis 2015 sollen alle US-Milit├Ąrstandorte in Mannheim aufgl├Âst werden. Jetzt hat die Stadt Mannheim einen Fl├Ąchennutzungsplan f├╝r die etwa dreizehn Hektar gro├če Fl├Ąche der „Turley Barracks“ aufgestellt und die Gemeinde Hirschberg als Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange gebeten, eventuelle Einw├Ąnde vorzubringen. Auch die Stadt Heidelberg bot um Stellungnahme bez├╝glich der Zusammenlegung von DLRG und der Freiwilligen Feuerwehr. Der Ausschuss f├╝r Technik und Umwelt brachte in beiden F├Ąllen keine Einw├Ąnde gegen die Bebauungspl├Ąne der St├Ądte und der damit einhergehenden ├änderungen des Fl├Ąchennutzungsplans des Nachbarschaftsverbandes Heidelberg-Mannheim hervor. [Weiterlesen…]

„Ein Sieg f├╝r die Demokratie“ vs. Trumpf der Angst

Die Kuppe des Wachenbergs sollte durch weiteren Gesteinsabbau abgetragen werden. „Nicht mit uns“, dachten sich engagierte B├╝rgerinnen und B├╝rger aus Birkenau und Weinheim und gr├╝ndeten die B├╝rgerinitiative „Rettet den Wachenberg“.

 

Weinheim/Hirschberg/Schriesheim, 11. Februar 2013. (red/aw) Elisabeth Kramer, Gisela Schmitt, Gunda Krichbaum und Willy Welti sind erleichtert. Ihr ehrenamtliches Engagement zur Rettung des Wachenbergs hat sich ausgezahlt. Mit dem Urteil des Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-W├╝rttemberg vom 29. Januar 2013 haben sie einen Meilenstein zur ÔÇ×Rettung des WachenbergsÔÇť erreicht. Es war ein langer Weg bis zu diesem Punkt, doch am Ziel sind sie noch nicht.

Von Alexandra Weichbrodt

Das Urteil ist glasklar und grandios,

findet Elisabeth Kramer, Weinheimer Stadtr├Ątin und ehrenamtlich Engagierte der B├╝rgerintitaitve ÔÇ×Rettet den WachnebergÔÇť. Das VGH urteilte:

Der Fl├Ąchennutzungs- und Bebauungsplan der Stadt Weinheim ├╝ber das Gebiet des Steinbruchs sind zul├Ąssig.

Alles dokumentiert: Bereits Anfang der 90er wurden Unterschriften zum Erhalt des Wachenbergs gesammelt.

Ein Pr├Ązedenzfall, denn hier werden Bauleitpl├Ąne zum Schutz vor Ver├Ąnderungen aufgestellt und genehmigt. Die Stadt Weinheim darf die Landschaft ihrer Bergstra├čen-Silhoutte mit einem Bebauungsplan sch├╝tzen.

Bereits seit den 80er Jahren stehen Auseinandersetzungen mit den Pophyrwerken im Raum. Elisabeth Kramer berichtet und dokumentiert seit ├╝ber drei Jahrzehnten die Arbeitsweise im Steinbruch am Wachenberg. Anfang der 90-er Jahre wurden schon einmal Unterschriften gegen einen erweiterten Abbau des bekannten Wahrzeichens Weinheims gesammelt. Nach Ansicht der B├╝gerinitiative wurden die industriellen Bed├╝rfnisse lange Zeit mehr ber├╝cksichtigt als die Anliegen der Bev├Âlkerung.

Ansto├č der Initiative kam aus Birkenau

Willy Welti h├Ąlt das Urteil f├╝r:

Einen Sieg f├╝r die Demokratie.

Das Urteil zeige, dass auch B├╝rger zu ihrem Recht kommen k├Ânnen. Willy Welti war es damals, vor ├╝ber acht Jahren, der das Thema auf die Agenda brachte.

Er ist Mitglied im Ortsverein des BUND (Bund f├╝r Umewelt und Naturschutz in Deutschland) in Birkenau, und h├Ârte damals von den Vorhaben der Porphyrwerke. Nach einem Hangrutsch im Jahr 2003 hatten die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim einen Antrag auf ÔÇ×HangsicherungÔÇť gestellt, der eine Abbaufl├Ąche von insgesamt 7,2 Hektar innerhalb von 30 Jahren vorsah. Ein Vorhaben, welches Willy Welti nicht ohne weiteres durchgehen lassen wollte. Er wand sich mit ├╝ber 20 offenen Fragen an die Birkenauer Gemeindevertretung und stie├č auf offene Ohren.

Im Rahmen der Agenda21, einem Arbeitskreis f├╝r Landwirtschaft, Kulturlandschaft und Naturschutz, fand eine erste ├Âffentliche Anh├Ârung statt. Das Interesse der Bev├Âlkerung war gro├č. Auch Weinheimer B├╝rgerinnen und B├╝rger nutzen die Gelegenheit sich zu informieren. Elisabeth Kramer erinnert sich:

Birkenau hatte es damals einfacher, denn sie waren nicht an der Planung beteiligt oder in der Verantwortung. Dort sagte man einfach: Unsere Landschaft soll erhalten werden.

Weinheim hingegen war in einem gewissen Zwiespalt. Die Stadt wollte den Unternehmern zun├Ąchst nat├╝rlich auch das Recht auf Ressourcenabbau gew├Ąhren. Grundst├╝ckseigent├╝mer war die Stadt ohnehin nicht, das ist die Gemeinde Hirschberg. Diese verpachtet das Gel├Ąnde an die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim.

Deckmantel ÔÇ×HangsicherungÔÇť – Trumpf der Angst

Nach der Gro├črutschung im Jahr 2003 spielten die Porphyrwerke dann den Trumpf der Angst aus. Aus Sicht der Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim sei der Ausbau n├Âtig, um Sicherheitsma├čnahmen gegen Felseinst├╝rze vorzunehmen. Gisela Schmitt erkennt darin Kalk├╝l: ÔÇ×Diese Gro├črutschung kam den Porphyrwerken sehr gelegen. Zu diesem Zeitpunkt w├Ąre die Abbaugenehmigung von 1983 n├Ąmlich eigentlich ausgelaufen. Durch die Rutschung aber hatten sie die n├Âtigen Argumente f├╝r eine weitere Sicherung und Abbaut├Ątigkeit.ÔÇť

Das ist ein bekanntes Druckmittel von Pophyrwerken,

wei├č auch Willy Welti. So wolle man der Bev├Âlkerung wei├č machen, dass der ganze Berg runterkommen k├Ânne und kein Weg an der Hangsicherung vorbei f├╝hre. Die ersten Zweifel daran kamen aber schnell als man sah, dass die Mitarbeiter nach wie vor – in dem ja eigentlich so Einsturz gef├Ąhrdetem – Steinbruch arbeiteten.

Die haben sogar noch gesprengt. So gef├Ąhrlich konnte es also nicht sein,

erinnert sich Gunda Krichbaum, die in unmittelbarer N├Ąhe zum Steinbruch in H├Âhe der Fuchs’che M├╝hle wohnt. Aussagen und Handlungsweise der Steinbruch-Betreiber waren also ├Ąu├čerst widerspr├╝chlich.

„Landratsamt ist seiner Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen.“

Widerspr├╝che gab es auch zwischen den in der Abbaugenehmigung von 1983 erteilten Auflagen und den tats├Ąchlich durchgef├╝hrten Ma├čnahmen. Lange Zeit war der genaue Inhalt der Abbaugehnehmigung der B├╝rgerinitiative nicht bekannt. Erst nach dem Fund der Original-Genehmigung aus dem Jahr 1983, hatte die Initiative etwas in der Hand, mit der sie die Handlungen der Porphyrwerke beim Landratsamt abmahnen konnte. Dort zeigten sich die Zust├Ąndigen allerdings nur wenig kooperativ.

Die Aufsichtsbeh├Ârde, das Landratsamt, hat es unseres Erachtens nach vers├Ąumt gen├╝gend Aufsicht zu betreiben. Da gab es starke Auseinandersetzungen zwischen uns und dem Landratsamt,

kritisiert Elisabeth Kramer. ÔÇ×Dort arbeiten ja auch keine Spezialisten f├╝r GesteinsabbauÔÇť, erg├Ąnzt Willy Welti. Bereitgestellte Informationen von Seiten der B├╝rgerinitiative wurden allerdings auch nicht wirklich in die Thematik einbezogen. Viele Auflagen seien nachweisbar nicht eingehalten worden. Der Hinweis darauf wurde von Seiten des Landratsamt aber nur wenig beachtet oder bagatellisiert:

Die Reaktionen vom Landratsamt waren schon arrogant. Immer, wenn wir auf die Differenzen zwischen der Genehmigung und den wirklichen T├Ątigkeiten hingewiesen haben, wurden wir abgewatscht. Das sei doch alles nicht so schlimm.

Das ganze ging dann soweit, bis man eine offizielle Beschwerde ├╝ber das Landratsamt eingereicht habe, so Kramer.

Wendepunkt im Mai 2007

Von Anfang an mit dabei: Elisabeth Kramer und Willy Welti.

Nach dem Gro├črutsch 2003, dem Antrag zur Hangsicherung 2005 und der anschlie├čend gegr├╝ndeten B├╝rgerintitiative dauerte es noch einmal gute zwei Jahre, bevor ein beschlussf├Ąhiger Antrag vor dem Gemeinderat der Stadt Weinheim vorgebracht werden sollte. Die erste Fassung des Antrags mit einer Abbaufl├Ąche von 7,2 Hektar, war bereits vom Landratsamt abgelehnt worden, nachdem die B├╝rgerinitiative rund 2.400 Einwendungen bei der Stadtverwaltung vorbrachte und diese sich daraufhin gegen den Ausbau aussprach. Ein darauffolgender Antrag, mit einer Abbaufl├Ąche von 4,8 Hektar, sollte 2007 den Erhalt der Kammkuppe garantieren.

Die B├╝rgerinitiative traute der Sache nicht und pr├╝fte den Antrag genauer. „Vors├Ątzliche T├Ąuschung“, habe man da festgestellt, denn die Kammkuppe w├Ąre bei einer solchem Fl├Ąchenabbau auf keinen Fall zu halten gewesen. Auch diesem Antrag wollte die B├╝rgerinititative also so nicht durchgehen lassen.

„Geniale Arbeit vom Amt f├╝r Stadtentwicklung“

Sie begannen die breite ├ľffentlichkeit zu informieren, traten an Gemeinder├Ąte, Parteien und Abgeordnete heran. Sie aktivierten noch einmal die Bev├Âlkerung, sammelten Unterschriften und Einwendungen. ├ťber 3.000 Dokumente konnten im Fr├╝hsommer 2007 an die Stadtverwaltung ├╝bergeben werden. Doch die Beschlusskraft hatte der Gemeinderat. Elisabeth Kramer erinnert sich:

Die Gemeinderatsstitzung im Mai 2007 war wohl die spannendenste in meiner Geschichte als Stadtr├Ątin. Der Beschlussvorschlag las sich zun├Ąchst sehr „Pro“ Porphyrwerke. Doch am Sitzungsabend pr├Ąsentierte die Stadtverwaltung kurzfristig einen neuen Beschlussantrag. Einen, der unserem Anliegen vollkommen nachkam.

Das, in letzter Minute, ausgearbeitete Konzept der Stadtverwaltung sei „genial“ gewesen. Die Mitarbeiter vom Amt f├╝r Stadtentwicklung konnten anhand eines Bebauungsplans einen Ausbau der Abbaut├Ątigkeiten verhindern. Der Beschlussantrag fiel zu Gunsten der B├╝rgerinitiative aus und verhinderte die Zustimmung des gestellten Antrags der Porpyhrwerke.

Sven-Patrick Marx hat hervorragend reagiert. Mit Hilfe des Bebauungsplans konnte die Stadt festlegen, wo abgebaut werden darf und wo nicht.

Ab diesem Zeitpunkt „gemeinsam aktiv“

Bis dahin war es ein langer Prozess, immer wieder musste sich die B├╝rgerinitiative Geh├Âr verschaffen und ein Bewusstsein f├╝r ihr Anliegen schaffen. Nur mit kontinuierlicher Bearbeitung habe man das erreicht. Da steckte viel Arbeit drin, es wurden viele Klinken geputzt. Manch einer dachte sich bestimmt:

Da kommen wieder die nervigen Weiber von der B├╝rgerinititative,

beschreibt Gunda Krichbaum das langj├Ąhrige Engagement.

Aber es sollte sich am Ende auszahlen. Nach der Ablehung des Antrags im Gemeinderat wusste die B├╝rgerinititative nun auch die Stadtverwaltung auf ihrer Seite. Die anschlie├čende Zusammenarbeit mit der Stadt und ihrem ├ämtern sei „hervorragend“ und „toll“ gewesen, so Krichbaum. Auch der Erste B├╝rgermeister Dr. Torsten Fetzner habe sich nach seinem Amtsantritt stets sehr f├╝r die Anliegen der Initiative eingesetzt.

Doch so ausgefuchst die Idee, mit einem Bebauungsplan den weiteren Abbau zu verhindern, auch war, die Porpyhrwerke wollten sich nicht so einfach geschlagen geben. Denn ein gewisses Risiko ging man mit dem Bebauungsplan, der eigentlich ein Verhinderungsplan war, schon ein. Denn ein solcher Verhinderungsplan ist laut dem Bundesemissionsschutzgesetz nicht zul├Ąssig. Eine Tatsache, die Willy Welti nicht verstehen kann:

Das Bundesemissionsschutzgesetz ist sehr industriefreundlich. Doch so machen wir unsere Natur kaputt.

Die Porphyrwerke Weinheim-Schriesheim reichen gemeinsam mit der Gemeinde Hirschberg Klage gegen den Bebauungsplan der Stadt Weinheim ein. Es kommt zum Showdown vor Gericht. Der wohl nervenaufreibenste H├Âhepunkt in acht Jahren Engagement f├╝r die B├╝rgerinitiative.

Beim Prozess haben wir richtig gebibbert. Wir wussten bis zuletzt nicht wie es ausgeht,

schildert Gunda Krichbaum ihre Empfindungen. Das sei „richtig spannend“ gewesen. Man habe schon „gezittert“, wie das Gericht den Bebauungsplan der Stadt nun bewertet. H├Ątten sie ihn als Verhinderungsplan anerkannt, w├Ąren die Bem├╝hungen der B├╝rgerinitiative sowie der Stadtverwaltung umsonst gewesen. Waren sie aber nicht. Das Gericht wies die Klage ab.

Das Landschaftsbild mit einem Bebauungsplan zu sch├╝tzen ist zul├Ąssig.

Der Plan der Stadt, das Landschaftsbild mit einem Bebauungsplan zu sch├╝tzen, sei

zul├Ąssig, wirksam und verwirklichbar,

urteilte der 3. Senat des VGH in Mannheim. Das Amt f├╝r Stadtentwicklung hat zudem ├╝ber ein Fachgutachten nachweisen k├Ânnen, dass die Erhaltung des Landschaftsbildes einer Sicherung des Steinbruchhanges nicht entgegen stehe. Die Planung sei daher den Anforderungen f├╝r eine fehlerfreie Abw├Ągung der ├Âffentlichen und privaten Belangen gerecht geworden. Ohne jedoch die wirtschaftlichen Interessen des Unternehmens unangemessen zu k├╝rzen.

Neben der B├╝rgerinitiative zeigt sich auch die Stadtverwaltung erleichtert ├╝ber das Urteil. B├╝rgermeister Dr. Torsten Fetzner begr├╝├čte die Entscheidung:

Heute ist ein guter Tag f├╝r Weinheim, denn unsere bekannte Berglinie mit den beiden Wahrzeichen, unseren Burgen, kann erhalten werden.

Momentan ist das Urteil des VGH nur bedingt rechtskr├Ąftigt. Denn gegen die Nichtzulassung der Revision kann binnen vier Wochen nach Zustellung des Urteils Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht werden. Diese w├╝rde jedoch nur erfolgreich sein, wenn beispielsweise Verfahrensfehler festgestellt werden oder unrichtige richterliche Entscheidungen nachgewiesen werden k├Ânnen. Erfolgt keine Beschwerde von den Porphyrwerken Weinheim-Schriesheim sowie der Gemeinde Hirschberg ist das Urteil nach Ablauf der vier Wochen eng├╝ltig rechtskr├Ąftig und in Stein gemei├čelt.

Werden auch in Zukunft ein wachsames Auge auf die Arbeiten am Steinbruch haben: Gisela Schmitt, Willy Welti, Gunda Krichbaum und Elisabeth Kramer. (v.l.n.r.)

 

Die Arbeit der B├╝rgerinitiative ist noch l├Ąngst nicht zu Ende.

Das Urteil bedeutet nicht, dass der Abbau eingestellt wird, sondern lediglich, dass keine Ver├Ąnderungen an der Kuppe vorgenommen werden d├╝rfen. Weiter wird das Unternehmen ├╝ber Jahre hinweg Renaturierungsma├čnahmen betreiben m├╝ssen. Dass diese auch tats├Ąchlich durchgef├╝hrt werden, bleibt weiterhin zu beobachten. Denn die B├╝rgerinitiative kennt die Arbeitsweise des Porpyhrwerks Weinheim-Schriesheim nach jahrelanger Beobachtung nur allzu gut.

Hier m├╝ssen wir weiter wachsam sein und die Einhaltung der Auflagen kontrollieren,

formuliert Gisela Schmitt die weitere Vorgehensweise der B├╝rgerinitiative. Auch das bereits im Gr├╝ndungsprotokoll vom 21. Februar 2005 formulierte Ziel, eine „Stillegung des Steinbruchs“ zu erreichen, sei nach wie vor aktuell. Steinbr├╝che w├╝rden ├╝berall in Deutschland stillgelegt, warum nicht auch in Weinheim?

Wir feiern das Urteil, weil es eine ganz wichtige Station auf dem Weg zu unserem Ziel ist. Aber unsere Arbeit ist noch nicht beendet,

verspricht Elisabeth Kramer. Denn so lange der Wachenberg durch Gesteinsabbau gef├Ąhrdet ist, machen sie weiter. Zum Schutz der Natur, der Anwohner und des Landschaftsbildes.

Bauantr├Ąge vom Ausschuss f├╝r Technik und Umwelt genehmigt

Gr├╝nes Licht f├╝r drei Bauvorhaben

Hirschberg, 08. Februar 2013. (red/zef) Am Dienstag, den 05. Februar 2013, genehmigte der Ausschuss f├╝r Technik und Umwelt (ATU) Hirschberg den Ausbau von zwei Zweifamilienh├Ąusern und einem weiteren Wohngeb├Ąude.

Das Zweifamilienhaus in der Birkenstra├če 20 in Gro├čsachsen mit Walmdach wird nun doch nicht mit einem Mansard-Walmdach von 7,70 Meter auf 9,70 Meter aufgestockt, sondern mit einem Flachdach mit einer maximalen H├Âhe von 9,05 Meter. Da f├╝r die Birkenstra├če 20 kein Bebauungsplan vorliegt, musste hierbei neben gesunden Wohn- und Arbeitsverh├Ąltnissen nur gew├Ąhrleistet werden, dass das Gebiet erschlossen und das Erscheinungsbild des Ortes gewahrt wird. Dies ist nach eingehender Pr├╝fung gegeben. Bei einem Mansard-Walmdach w├Ąre ein neues drittes Vollgeschoss entstanden, dies ist jedoch nun nicht der Fall. Daher entsteht auch kein Pr├Ązedenzfall f├╝r k├╝nftige Neuerrichtungen. Der Beschluss wurde vom ATU mehrheitlich bewilligt.

In der Kurpfalzstra├če 26a in Leutershausen soll ein neues Zweifamilienhaus errichtet werden. Dieses weicht jedoch in einigen Punkten vom Bebauungsplan ab: Das Treppenhaus ├╝berschreitet das Baufenster im Osten, das Wohngeb├Ąude, die Terrasse und der Balkon gehen ├╝ber die westliche Baugrenze hinaus. Abweichend vom Bebauungsplan wurde der Geb├Ąudeabstand von 3 Meter auf 2 Meter verringert. Ebenfalls war ein Flachdach nur f├╝r Geb├Ąude mit einem Vollgeschoss vorgesehen, das k├╝nftige Geb├Ąude soll aus zwei Geschossen bestehen. Da der Bebauungsplan aus dem Jahr 1963 stammt und nicht den heutigen Erfordernissen entspricht, erf├╝llen einige Geb├Ąude ihn ohnehin nicht. Der ATU hat dem Antrag daher einstimmig zugestimmt.

Der ATU bewilligte ebenfalls, dass ein Geb├Ąude in der Kurpfalzstra├če mit einem Wintergarten aufgestockt und ein Carport errichtet werden kann. Die zust├Ąndige Geschossfl├Ąchenzahl wird jedoch um 10,53 Prozent ├╝berschritten. ├ťblich waren angesichts des alten Bebauungsplans 10 Prozent. Somit soll diese ├ťberschreitung k├╝nftig als H├Âchstwert dienen. Die ├Âstliche Baugrenze wird k├╝nftig um 1,50 Meter durch das Vordach des Hauses ├╝berschritten. Dies ist in der Kurpfalzstra├če ohnehin ├Âfter der Fall und daher unproblematisch. Obwohl der Carport nicht wie vorgesehen 5 Meter von der Stra├če entfernt, stimmte der Ausschuss trotzdem einstimmig zu, weil der Mindestabstand von 3 bis 4 Metern eingehalten wird.

In der Breitgasse/Drittelsgasse wird gebaut

Heftige Diskussion und wenig Neues

Hinter dieser Mauer wird demn├Ąchst gebaut. Foto: Hirschbergblog.

Hirschberg, 27. September 2012. (red/sap) Lange wurde dar├╝ber diskutiert, jetzt wurde es entschieden: In der Breitgasse/Drittelsgasse wird gebaut. Die Stellungsnahmen der Gemeinderatsfraktionen waren teils kontrovers und, wie B├╝rgermeister Just betonte, hoch „emotional“.

Von Sabine Prothmann

Vorsorglich hatte die Hirschberger Verwaltung den Besucherbereich bis ins Foyer des Ratssaal bestuhlt. Man hatte wohl mit viel Andrang, vor allem von der „Gegnerseite“ gerechnet.

Doch viele St├╝hle blieben leer und nur gut zehn Hirschberger B├╝rgerinnen und B├╝rger waren gekommen, um bei der Entscheidung um den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Breitgasse/Drittelsgasse“ dabei zu sein.

Die „Historie“

B├╝rgermeister Manuel Just ging eingangs der Sitzung ausf├╝hrlich auf die Historie des „vorhabenbezogenen Bebauungsplan“ ein. In der Breitgasse/Drittelsgasse sollen vier H├Ąuser mit 14 Wohneinheiten entstehen, daf├╝r wurde ein vorhabenbezogener Bebauungsplan vorgelegt. Erstmals wurde dieser in nicht├Âffentlicher Sitzung am 29. Februar 2011 beraten.

In der ├Âffentlichen Gemeinderatssitzung am 28. Februar 2012 lag der erste Entwurf vor und wurde – vor allem auch im Hinblick auf die gew├╝nschte Innenverdichtung – einstimmig beschlossen.

„Wir sind uns wohl einig, es geht hier um das ‚Wie‘ und nicht um das ‚Ob'“, erkl├Ąrte Just.

Zwischen M├Ąrz und April diesen Jahres hatte eine Offenlage des Bauvorhabens stattgefunden. Die Einw├Ąnde der Bev├Âlkerung und der GLH konzentrierten sich zum einen auf die H├Âhe der Bebauung (bis zu 12,81 Meter), die Massivit├Ąt und die damit verbundene Versieglung (60 Prozent). Zudem wurde kritisiert, dass das Ortsbild negativ beeinflusst w├╝rde, da die Bebauung von der Breitgasse abr├╝cke. Ein weiterer Kritikpunkt war die Beeintr├Ąchtigung der inner├Ârtlichen Bel├╝ftungsschleuse.

Am 18. Juni 2012 gab es eine Begehung

Aufgrund der eingegangenen Anregungen und Einwendungen hat der Bautr├Ąger (TreuGrund Bautr├Ągergesellschaft Heddesheim) die H├Âhe des zur├╝ckversetzten Mehrfamilienhauses auf das Niveau der Bebauung in der Brunnengasse angepasst. Au├čerdem lie├č er zur Beurteilung der klimatologischen Auswirkungen des Vorhabens auf den Ortsteil Gro├čsachsen ein Klimagutachten erstellen.

Der Gemeinderat beschloss eine erneute Offenlage vom 02. bis zum 16. Juli 2012.

Das Ergebnis war, so Just, „noch mehr Kritik“.

60 Prozent Versiegelung seien viel, aber „die Baunutzungsverordnung l├Ąsst dies zu“, sagte der B├╝rgermeister. Die Bebauung selbst nehme dabei 35 Prozent ein, weitere 25 Prozent enst├╝nden durch Gehwege, Parkpl├Ątze und Nebengeb├Ąude. Im Mittel k├Ąme man auf rund 60 Prozent:

Der Versieglungsgrad im alten Ortskern ist teilweise deutlich h├Âher.

Die Firsth├Âhe des mittleren Geb├Ąudes wurde auf die H├Âhe der Bebauung in der Brunnengasse angepasst, man habe jetzt noch eine ├ťberschreitung von zwei Zentimetern.

Das Klimagutachten habe gezeigt, die Bebauung bringe eine m├Ą├čige Ver├Ąnderung der Bel├╝ftungsschleuse mit sich. Und durch die Bebauung von Nachbargrundst├╝cken (die nicht vom Gemeinderat entschieden werden m├╝ssen), kann „der Gr├╝ng├╝rtel Morgen schon zunichte gemacht werden“, betonte der B├╝rgermeister.

Eins stehe au├čer Frage:

Das Ortsbild wird sich ver├Ąndern.

Durch den Erhalt von Mauer und Toreinfahrt habe man aber wieder eine Hofsituation geschaffen und gleichzeitig auch, durch das Abr├╝cken von der Breitgasse, auch eine bessere Wohnqualit├Ąt.

Fragen und Antworten

„Warum haben wir nicht ├╝ber die Alternativplanung der Gr├╝nen Liste beraten?“, fragte der B├╝rgermeister:

Wir haben ├╝ber das zu entscheiden, was vorliegt.

Nebenbei bemerkte Just, dass in der Alternativplanung nur 11 Stellpl├Ątze im Gegensatz zu 20, ausgewiesen waren.

„Warum haben wir nicht an einen anderen Investor verkauft?“, fragte er weiter. „Wir haben uns mit dem auseinanderzusetzen, der erscheint.“

„Warum wurden die Anwohner und Anrainer nicht pers├Ânlich eingeladen?“ Alle B├╝rger wurden zur Gemeinderatssitzung eingeladen, erkl├Ąrte der B├╝rgermeister und sagte:

Ich als B├╝rgermeister komme zu dem Ergebnis, dass man alle Einw├Ąnde ausr├Ąumen konnte.

Dass die geplante Bebauung nicht „ortstypisch“ genug sei, lie├č Just als einzigen Kritipunkt gelten.

Was die Fraktionen sagten

Gemeinderat Fritz Bletzer (FW) lobte das Erscheinungsbild der geplanten Bebauung, die im Gemeinderat via 3D-Animation gezeigt wurde.┬á „Da ist nicht das entstanden, was man bef├╝rchtet hat“.

Dr. J├Ârg Boulanger (CDU) verwahrte sich gegen den Vorwurf eines Verfahrensfehlers, das Projekt w├Ąre „eingehend in und mit der ├ľffentlichkeit diskutiert worden“. Der Gutachter habe die Bef├╝rchtungen hinsichtlich der Klimaauswirkungen widerlegt, so Boulanger. Es g├Ąbe baulich keinen historischen Keller, nur einen Betonkeller und die Scheune sei auch nur gut 80 Jahre alt. Damit kritisierte Boulanger heftig die Einw├Ąnde, eine historische Anlage werde zerst├Ârt. Dieses Argument sei eine T├Ąuschung.

Zudem handle es sich um ein Privatgrundst├╝ck und nicht um eine Geb├Ąude der Gemeinde zur Versch├Ânerung des Ortes. Das Ortsbild bleibe durch Mauer und Hofeinfahrt erhalten:

Es ist gelungen Altes und Neues in Einklang zu bringen.

Ganz anders sah das die GLH. „Das Klimagutachten hat mich nicht bes├Ąnftigt“, erkl├Ąrte Karl Heinz Treiber (GLH). „Wir“, so Treiber, „fordern ein Gesamtklimagutachten.“ Und die Visualisierung habe ihn auch ├╝berzeugt und zwar davon, dass die Bebauung zu dicht sei:

Die Geb├Ąude sind zu hoch und zu massiv.

Es seien 60 Prozent versiegelt und nicht „nur“ 35 Prozent ├╝berbaut. Denn schlie├člich sei es dem Regenwasser egal, ob es auf auf einen Gehweg oder auf ein Haus f├Ąllt:

Mancher wird sich nach dieser Sitzung als Gewinner f├╝hlen, aber wir sind alle Verlierer.

Hartmut Kowalinski (FDP) nutzte seine Stellungsnahme dazu, seine Ratskollegen von der GLH heftigst zu kritisieren und Seitenhiebe zu verteilen: „Transparenz, wie die GLH sie versteht, ist Halb- oder Fehlinformation zum Thema Drittelsgasse. Sie titelt in Ihrem Blog ÔÇ×Denkmalzerst├Ârung in Gro├čsachsenÔÇť. Das Denkmalamt aber schreibt und stimmt zu, da vom Planvorhaben keine denkmalrechtlichen Belange betroffen sind.“ Wer, wie die Gr├╝nen, so Kowalinski weiter, in der Vergangenheit Innenentwicklung gefordert habe, m├╝sse sich im Klaren gewesen sein, dass neue Bauherren sich den Bestand in den alten Ortskernen zum Vorbild nehmen w├╝rden.

Mit Blick auf die Zuschauerpl├Ątze meinte Kowalinski:

Der gro├če B├╝rgerprotest bleibt aus.

Grenzen wurde ├╝berschritten

„Eine gewisse Emotionalit├Ąt schwingt mit und ich hoffe, dass sie sich nicht fortsetzt“, kommentierte B├╝rgermeister Just die Stellungsnahmen der Fraktionen. Porzellan sei zu Bruch gegangen und Grenzen wurden ├╝berschritten.

„Ich wollte zuh├Âren und warten, ob ich was Neues h├Âre, aber dies war nicht der Fall“, meinte der SPD-Gemeinderat Dr. Horst Metzler.

„Wir sind keine b├Ąuerlich gepr├Ągte Gemeinde mehr“, so Metzler. Fr├╝her sei Gro├čsachsen ein Stra├čendorf gewesen und der Tabakanbau ein Kennzeichen der Region, „doch diese Situation ist ein f├╝r alle Mal Vergangenheit.“

Wir haben uns von einem b├Ąuerlichen Ort zur Wohngemeinde mit unterschiedlichen Interessen entwickelt.

Abschlie├čend sagte B├╝rgermeister Manuel Just, keiner habe wohl durch den Sachvortrag und oder die Stellungsnahmen sein Abstimmungsverhalten ver├Ąndert und so war es das Ergebnis auch alles andere als verwunderlich: Der Gemeinderat verabschiedete mehrheitlich – gegen die vier Stimmen der GLH – den vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Breitgasse/Drittelsgasse“.

Gemeinderatssitzung vom 25. September 2012

In der Breitgasse/Drittelsgasse kann jetzt gebaut werden

Hirschberg, 25. September 2012. (red/sap) In der heutigen Gemeinderatssitzung wurde, wie erwartet, der vorhabenbezogene Bebauungsplan „Breitgasse/Drittelsgasse“ mehrheitlich verabschiedet.

Der Hirschberger Gemeinderat stimmte heute bei vier Gegenstimmen der Gr├╝nen Liste Hirschberg (GLH) dem vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Breitgasse/Drittelsgasse“ zu.

Die Gemeinder├Ąte geizten in ihren Stellungsnahmen nicht mit Tiefschl├Ągen gegen├╝ber ihren Ratskollegen. Nur gut zehn Hirschberger B├╝rger waren gekommen, um bei der Entscheidung um das f├╝r Hirschberg „vermeintlich hoch brisante“ Thema dabei zu sein. Gegner des Bebauungsplans hatte im Vorfeld zu „zahlreichem“ Erscheinen eingeladen.

Ein ausf├╝hrlicher Bericht folgt.

Freien W├Ąhler Hirschberg

Bebauungsplan Breitgasse/ Drittelsgasse in Gro├čsachsen

Presseerkl├Ąrung der Freien W├Ąhler Hirschberg:

„Mit der beabsichtigten Bebauung des Areals eines an der Breitgasse gelegenen landwirtschaftlichen Geh├Âfts einschl. eines von der Drittelsgasse zu erschlie├čenden Teils des Grundst├╝cks soll eine Nachverdichtung im Ortsetter erfolgen. Diese Absicht wird ausdr├╝cklich ÔÇô ├╝brigens anf├Ąnglich auch von der Gr├╝nen Liste ÔÇô begr├╝├čt. Derartige Vorhaben schaffen weiteren, ben├Âtigten Wohnraum, ohne dass in der Summe Neubaufl├Ąchen im Au├čenbereich erschlossen werden m├╝ssen und Landschaftsverbrauch stattfindet. Das eingeleitete vorhabenbezogene Bebauungsplanverfahren soll im Detail die Bebauung regeln. Im Verfahren k├Ânnen Bedenken und Anregungen von Betroffenen vorgetragen werden, wie dies im Rahmen solcher Verfahren ├╝blich und notwendig ist.

Die vorhandenen, von den Denkmalschutzbeh├Ârden nicht f├╝r erhaltenswert eingestuften Bauwerke sollen ÔÇô bis auf die fr├Ąnkische Hofeinfahrt ÔÇô abgebrochen und das Grundst├╝ck mit 4 Geb├Ąuden best├╝ckt werden. Auch wenn die 2 Geb├Ąude im r├╝ckw├Ąrtigen Bereich der Breitgasse sehr m├Ąchtig erscheinen m├Âgen, so zeigt doch die f├╝r das Baugebiet festgelegte Grundfl├Ąchenzahl von 0,4, dass keine ├╝berm├Ą├čige Verdichtung geplant ist. Eine Grundfl├Ąchenzahl von 0,4 ist in vielen Baugebieten ├╝blich und nicht zu beanstanden. Die konkret vorgesehene Bebauung erreicht diese Grundfl├Ąchenzahl noch nicht einmal. Sie liegt bei lediglich 0,35, d.h. 35 % des Grundst├╝cks werden ├╝berbaut. Soweit von den Gegnern der Bebauung mit einer 60 prozentigen ├ťberbauung argumentiert wird, kann dies nur als Stimmungsmache gegen den Bebauungsplan verstanden werden. Diese Zahl bezieht sich nicht auf die Bauk├Ârper sondern auf alle Fl├Ąchen, die versiegelt sind, schlie├čt also Hofpflasterungen, KFZ-Stellpl├Ątze und ├ähnliches mit ein. Bei einer Grundfl├Ąchenzahl von 0,4 l├Ąsst die Baunutzungsverordnung eine solche Versiegelung ausdr├╝cklich zu. Im ├ťbrigen ist entgegen dem bestehenden Zustand zuk├╝nftig eine Regenwasserr├╝ckhaltung und -nutzung durch Zisternen Bestandteil des Bebauungsplans.

Die Bauherren waren auch bereit, die H├Âhe des hinteren der beiden von der Breitgasse aus erschlossenen Geb├Ąude zur├╝ckzunehmen.

Das eigens angefertigte Klimagutachten f├╝hrt zum Ergebnis, dass im schlimmsten Fall eine Reduzierung der Fallwinde (Luftaustausch von Ost nach West vor allem im Sommer) um 6,6 % erfolgt. Nach den geltenden VDI-Richtlinien ist eine Ver├Ąnderung durch ein Bauvorhaben von bis zu 10 % als m├Ą├čig einzustufen.

Die Gegner des Projekts argumentieren auch damit, dass der historische Gew├Âlbekeller zu erhalten sei. Nach Meinung der Freien W├Ąhler ist es Sache des Bauherrn, ob er ein nicht denkmalgesch├╝tztes Geb├Ąude entfernt oder einen mit erheblichen Mehrkosten verbundenen Erhalt einplant. Ebenso sind Vergleiche des Bauvorhabens mit Bebauungsformen wie in Heidelberg – Emmertsgrund abwegig und absurd.

Vertreter der Gr├╝nen Liste bezeichnen das Bauvorhaben innerhalb des Ortsetters als total falsch und fehl am Platz. Die Freien W├Ąhler k├Ânnen dieser Aussage absolut nicht folgen und auch nicht erkennen, dass das Einhalten von gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien unsinnig sein soll.

Den Freien W├Ąhler ist unverst├Ąndlich, dass die Gr├╝ne Liste sich den Argumenten
der B├╝rgerinitiative(BI) Sterzwinkel anschlie├čt. Die BI Sterzwinkel ist den Freien W├Ąhlern in nicht gerade guter Erinnerung. Verwiesen wird auf die Fotomontage (Baugebiet Sterzwinkel lasse Blick auf die evangelische Kirche nicht mehr zu) oder auf die k├╝rzliche Behauptung, das Baugebiet Sterzwinkel werde nicht angenommen (Wer sehenden Auges diese Aussage ├╝berpr├╝ft, kann der B├╝rgerinitiative nur einen raschen Gang zum Augenarzt empfehlen oder muss b├Âse Absicht unterstellen) oder auf die Aussage, dass nur 30 % der Bev├Âlkerung Sport treiben und f├╝r diese Minderheit eine Trainingshalle nicht gebaut werden d├╝rfe (wie verh├Ąlt es sich dann mit den Zusch├╝ssen f├╝r Kultureinrichtungen, die von wahrscheinlich deutlich weniger als 30 % der Menschen genutzt werden? Oder wie steht es mit den Zusch├╝ssen f├╝r den ├ľffentlichen Personennahverkehr? Sind sie nicht mehr vertretbar, weil zu wenige Menschen den ├ľPNV nutzen? Die Beispiele lie├čen sich fortf├╝hren).

Nach Meinung der Freien W├Ąhler wird von der BI Sterzwinkel, der Gr├╝nen Liste und anderen Gegnern unsachlich und unverantwortlich argumentiert. Das Vorgehen der B├╝rgerinitiative ist nicht seri├Âs. Dieses an Stimmungsmache grenzende Verhalten (Infost├Ąnde, Postwurfsendungen) wird entschieden zur├╝ckgewiesen. Der B├╝rger soll damit einseitig instrumentalisiert werden, ohne dass ihm die M├Âglichkeit gegeben ist, das Vorhaben mit seinen Vor- und Nachteilen im Gesamten zu beurteilen. Im Rahmen von gesetzlichen Vorgaben und Richtlinien muss es einem Bauherrn m├Âglich sein, Planungen zu realisieren. Es darf und kann insbesondere nicht von ihm verlangt werden, dass er sein Vorhaben am Geschmack der B├╝rgerinitiative und der GLH ausrichtet. Den ge├Ąnderten Wohnbed├╝rfnissen der Menschen muss Rechnung getragen werden k├Ânnen.

Die Freien W├Ąhler Hirschberg werden das Vorhaben an der Breitgasse/ Drittelsgasse in Gro├čsachsen grunds├Ątzlich weiter unterst├╝tzen.“

Vorhabenbezogener Bebauungsplan "Breitgasse 41/Drittelsgasse"

Hirschberger B├╝rger fordern eine „zukunftsweisende Alternative“

Hirschbergs B├╝rger k├Ânnen Eingaben zum offengelegten Bebauungsplans der Breitgasse/Drittelsgasse machen - allerdings nur noch bis zum 16. Juli. Quelle: Infoschrift Prof. Dr. Henner Hollert

 

Hirschberg, 04. Juli 2012. (red/ma) Ein ge├Ąnderter Bebauungsplan f├╝r das Bauvorhaben an der Breitgasse / Drittelsgasse wird in K├╝rze vorgelegt. F├╝r viele ist es unumstritten, dass eine Nachverdichtung Hirschbergs und vieler weiterer Gemeinden notwendig beziehungsweise unumg├Ąnglich ist. Da aber Siedlungscharakter und der besondere Charme Gro├čsachsens gewahrt bleiben sollen, fordern B├╝rger dringend eine Alternative zum bislang vorliegenden vorhabensbezogenen Bebauungsplan – sie w├╝nschen sich ein Konzept, welches die modernen Aspekte der Siedlungs├Âkologie und Stadtplanung ber├╝cksichtigt.

Wir berichteten am 01. Juli 2012 von der in die n├Ąchste Runde gegangen Diskussion zum Bebauungsplan „Breitgasse/Drittelsgasse“. Die Beteiligung der ├ľffentlichkeit und der Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange wurde am 28. Februar im Gemeinderat einstimmig beschlossen. Nach der Offenlegung in der Zeit w├Ąhrend dem 12. M├Ąrz und 13. April gingen mehrere Schreiben mit Anregungen und Bedenken gegen das geplante Bebauungsvorhaben in der Verwaltung ein.

Hirschberger B├╝rgerinnen und B├╝rger kritisierten vor allem, dass durch die geplante Bebauung die bisherige Hofsituation verloren ginge und damit vor allem auch das typische Hirschberger Stra├čenbild. Die geplanten st├Ądtebaulichen Ver├Ąnderungen w├╝rden eine zu hohe und zu massive Bebauung (60 Prozent ├╝berbaute Fl├Ąche) erwirken – damit eine nicht gew├╝nschte dauerhafte Ver├Ąnderung des Hirschberger Ortsbildes.

Zudem w├╝rde durch das negative „Vorbild“ ein Pr├Ązedenzfall entstehen – und so den Weg f├╝r eine massive Nachverdichtung bei ├Ąhnlichen Bauvorhaben bereiten.

Die Gr├╝ne Liste Hirschberg (GLH) beantragte aktuell die Vertagung der Entscheidung – denn zuletzt konnten sich am 18. Juni alle beteiligten Personen bei einem Vororttermin treffen, Planungen er├Ârtern und die verschiedenen Meinungen austauschen. Man w├╝nschte sich mehr Zeit, um Anregungen zu formulieren.

Am Samstag, den 07. Juli 2012 organisieren Hirschberger B├╝rger Informationsst├Ąnde vor dem Anwesen der betroffenen Familie Glock und vor der Schreibwarenhandlung an der Ecke Breitgasse / B3.

Bebauungsplan ist eine „Katastrophe

Prof. Dr. Henner Hollert, RWTH Aachen University, der den Bebauungsplan f├╝r Hirschberg┬áin der aktuell noch vorliegenden Form aus stadt├Âkologischer Sicht f├╝r eine Katastrophe h├Ąlt, l├Ądt per Informationsschrift zu den Info-St├Ąnden „Vorhabenbezogener Bebauungsplan Breitgasse 41/Drittelsgasse“ ein.

Auszug aus der Infoschrift:

„Die Bebauung liegt in einer klimasensiblen Frischluftschneise. An der Bergstra├če bewirken Hangabwinde in Frischluftschneisen eine Abk├╝hlung von bis zu 7-10┬░C. In einem Klimagutachten von Oekoplana (1990) wurde gezeigt, das die Hangabwinde in der Gemeinde Hirschberg eine Abk├╝hlung von bis zu 7 Grad bewirken sowie klimatisch und lufthygienisch von gr├Â├čter Beduetung sind.

Laut diesem Gutachen wirken z.B. die Hangabwinde des Apfelbachtales sich bis ├╝ber die B3 und sogar bis nach Leutershausen aus. Das Gutachten von Oekoplana mahnte 1990 an, in sehr klimasensiblen Bereichen nur eine eingeschossige Bebauung zuzulassen und einen GRZ von 0,3 nicht zu ├╝berschreiten.

Bisher liegt kein geeignetes gro├čr├Ąumiges Gutachten vor, welches die gesamtklimatischen Auswirkungen der extrem massiven Bebauung darlegt. Die Gemeindeverwaltung zwar ein Gutachten beauftragt hat, welches aber tats├Ąchlich NUR f├╝r dieses Gebiet gilt, nicht aber f├╝r s├Ąmtliche Freifl├Ąchen, welche in der Frischluft schnei├če liegen.┬áDas ist insbesondere deshalb n├Âtig, da die beiden 6-Familienh├Ąuser zu den 5% der gr├Â├čten H├Ąuser der Gemeinde z├Ąhlen werden. Sie sollen auch nach dem Einspruch der Mitb├╝rger noch immer bis zu 2 m h├Âher als die direkt angrenzenden H├Ąuser sein! Ein gro├čr├Ąumiges Klimagutachten ist somit dringend n├Âtig und muss unbedingt die ├Ąlteren Gutachten in Betracht ziehen.

Die Mehrheit des Gemeinderates hat dem Entwurf des ge├Ąnderten Bebauungsplanes mit erneuter, verk├╝rzter Offenlage am Dienstag, dem 26.06.2012 zugestimmt und schafft damit einen Pr├Ązedenzfall f├╝r eine solche Nachverdichtung, die die Inwertsetzung der Gemeinde, das besondere Ortsbild von Hirschberg und die ├Âkologischen Funktionen stark beeintr├Ąchtigen wird.“

Die Hauptkritikpunkte sind nach Auffassung der Kritiker, dass es hier nur um „Gewinnmaximierung“ gehe.┬á Einige Hirschberger B├╝rger h├Ątten bereits Interesse an diesen Grundst├╝cken angemeldet, um Einfamilienh├Ąuser zu bauen. Diese Antr├Ąge seien jedoch abgelehnt worden. Nun mache es sich der Gemeinderat zu einfach, wenn dieser das gesamte Gebiet einem Investor ├╝berl├Ąsst.

Zudem sei ein gro├čr├Ąumigs Klimagutachten dringend notwendig, denn die geplante Bebauung sei f├╝r die klimasensible Frischluftschneise und die historische Bebauung in diesem Bereich viel zu massiv. Zudem werde das liebliche und typische Siedlungsbild der Gemeinde an dieser Stelle zerst├Ârt. Weiter sei die Bebauung zu dicht.

Interessierte k├Ânnen sich am Samstag zu der Sicht der Kritiker informieren – die Frist f├╝r die Eingaben an die Gemeinde endet am Montag, 16. Juli 2012 (Anm. d. Red.: Das im Flugblatt genannte Datum 13. Juli 2012 ist falsch).

Das komplette Informationsblatt k├Ânnen Sie hier herunterladen.

Hinweis: Auch die BI Sterzwinkel bietet Informationen und Gr├╝nde f├╝r Eingaben an.

Diskussion zum Bebauungsplan "Breitgasse/Drittelsgasse"

Das Bauvorhaben „Breitgasse/Drittelsgasse“ geht in die n├Ąchste Runde

Nur Mauer und Hoftor sollen in der Breitgasse erhalten bleiben. Foto: Hirschbergblog.

Hirschberg, 01. Juli 2012. (red/sap) Hirschberger Gemeinderat beschlie├čt den ge├Ąnderten Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Breitgasse/Drittelsgasse“ in Gro├čsachsen. Die GLH beantragte im Vorfeld die Vertagung des Beschlussfassung.

Von Sabine Prothmann

Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung am 28. Februar 2012 einstimmig den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Breitgasse/Drittelsgasse sowie die Beteiligung der ├ľffentlichkeit und der Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange im vereinfachten Verfahren beschlossen.

Darufhin fand in der Zeit vom 12. M├Ąrz bis zum 13. April dieses Jahres eine Offenlage im Hirschberger Rathaus statt. Einige B├╝rgerinnen und B├╝rger haben von dieser M├Âglichkeit der Einsichtnahme Gebrauch gemacht und insgesamt gingen schlie├člich 13 Schreiben mit Anregungen und Bedenken gegen das Vorhaben bei der Verwaltung ein.

Die Hauptkritikpunkte waren:

  • Bebauung nicht direkt an der Breitgasse, sondern zur├╝ckversetzt; Hofsituation geht verloren und damit auch das ortstypische Stra├čenbild
  • 60 Prozent ├╝berbaute Fl├Ąche sind zu viel
  • Bebauung zu massiv und hoch
  • Negatives Vorbild; Gefahr eines Pr├Ązedenzfalles f├╝r ├Ąhnlich massive Nachverdichtung
  • Gefahr der dauerhaften Ver├Ąnderung des Ortsbildes
  • Beeintr├Ąchtigung der inner├Ârtlichen Bel├╝ftungsschneisen und ihrer klimatologischen Funktion; ├ťberhitzungsschutz des Ortes wird beeintr├Ąchtigt
  • Bebauung geht auf Kosten des inner├Ârtlichen Gr├╝ng├╝rtels

Aufgrund der eingegangenen Anregungen und Einwendungen hat die Verwaltung Ende April ein Gespr├Ąch mit der Vorhabentr├Ągerin gef├╝hrt. Ziel war es, die einzelnen Kritikpunkte zu er├Ârtern und die H├Âhe des zur├╝ckversetzten Mehrfamilienhauses auf das Niveau der Bebauung in der Brunnengase anzupassen.

Diesem Wunsch ist die Vorhabentr├Ągerin nach Meinung der Verwaltung nachgekommen und der First ist nun knapp ein Meter niedriger und erreicht fast exakt die H├Âhe des benachbarten Doppelhauses in der Brunnengasse.

Zur Beurteilung inwieweit das Vorhaben klimatologische Auswirkungen auf den Ortteil Gro├čsachsen hat, wurde durch die Vorhabenstr├Ągerin ein Klimagutachten in Auftrag gegeben.

In den Vorlagen f├╝r die Gemeinderatssitzung gab es zun├Ąchst nur eine Kurzstellungsnahme der Firma „├ľkoplana“ aus Mannheim, das komplette Gutachten lag erst bei der Sitzung als Tischvorlage vor.

GLH beantragt auf Vertagung

Das f├╝hrte dazu, dass J├╝rgen Steinle f├╝r die GLH einen Antrag auf Vertagung des Tagesordnungspunktes stellte:

Wir sind nicht gegen die Verdichtung, aber wir wollen erst die Unterlagen bewerten.

Er habe f├╝r dieses Vorgehen Verst├Ąndnis, erkl├Ąrte B├╝rgermeister Manuel Just.┬á „Doch heute geht es nur um einen Entwurf“,┬á und das Klimagutachten flankiere nur den Entwurf und „spielt nur bedingt eine Rolle“:

Ich w├╝rde gerne vorankommen.

F├╝r den Antrag der GLH stimmten nur die drei Gemeinder├Ąte der GLH – die Mehrheit stimmte dagegen.

Laut der Stellungsnahme der Firma „├ľkoplana“ lassen die vorliegenden Kenntnisse ├╝ber die Hang- und Talabwinde entlang der Bergstra├če zwischen Heidelberg und Weinheim vermuten, dass die bauliche Inanspruchnahme der bisherigen Gr├╝nfl├Ąchen nur kleinr├Ąumige Klimaeffekte bewirkt. Eine nachhaltige gro├čr├Ąumige Abschw├Ąchung der Be- und Durchl├╝ftung sowie Zunahme der thermischen Belastung sei nicht zu erwarten.

Am 08. Mai hatten die Mitglieder des Hirschberger Gemeinderates bei einer Ortsbegehung die Gelegenheit, sich ein eigenes Bild zu machen und am 18. Juni gab es einen weiterern Vororttermin, bei dem alle Personen zugegen waren, die betreffenden B├╝rgerinnenen und B├╝rger, die Mitglieder des Gemeinderates und des Ausschusses f├╝r Technik und Umwelt sowie die Vorhabenstr├Ągerin. Hier hatte man Gelegenheit, die Planungen zu er├Ârtern und die verschiedenen Meinungen auszutauschen. Bedenken, die nicht ausger├Ąumt werden konnten, k├Ânnen in einem erneuten Offenlageverfahren wiederholt vorgetragen werden.

Erneute Offenlage f├╝r 14 Tage

Die ├änderungen des Entwurfs des Bebauungsplans gehen zugunsten der B├╝rgerinnen und B├╝rger, die Einw├Ąnde ge├Ąu├čert haben, dennoch soll es eine weitere M├Âglichkeit der Einsichnahme – diesmal aber auf 14 Tage verk├╝rzt – geben.

Durch die Erhaltung von Mauer und Hoftor bleibe der Charakter einer geschlossenen Front erhalten, argumentierte der B├╝rgermeister, bei einer Bebauung direkt an der Stra├če w├╝rde eindeutig die Wohnqualit├Ąt gemindert und damit auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts.

Es handle sich nicht um eine 60prozentige ├ťberbauung, sondern um eine ├ťberbauung von 40 Prozent plus Privatstra├če und Stellpl├Ątze, also eine Versieglung von 60 Prozent. Und das sei ein durchaus orts├╝blicher Wert. Die Kritik, die Bebauung sei zu massiv und zu hoch, konnte die Verwaltung jedoch nachvollziehen und nun seien die Geb├Ąude in der Firsth├Âhe auf gleichem Niveau.

Just verwies auch darauf, man diskutiere hier zwar um ein „wie“, aber nicht um ein „ob“:

Das Projekt muss wirtschaftlich bleiben.

Die Gemeinde k├Ânne zwar Einfluss nehmen, aber man m├╝sse auch auf den Willen des Grundstuckeigent├╝mers achten, unterstrich Dr. J├Ârg Boulanger (CDU). Die Mauer und das Tor, sowie die ├ťberdachung der Stellpl├Ątze w├╝rden das Gro├čsachsener Ortsbild aufnehmen, so Boulanger.

Fritz Bletzer (FW) zeigte zwar Verst├Ąndnis daf├╝r, dass sich B├╝rgerinnen und B├╝rger zur Wehr setzen, meinte aber auch:

In den Nachbargemeinden sieht man nix und h├Ârt man nix.

Eva-Marie Pfefferle (SPD) lobte den Entwurf und die geplante Innenverdichtung, dies sei „zukunftsorientiert“. Auf der einen Seite Wirtschaftlichkeit und auf der anderen Seite Illusion und dazwichen nichts, dieses Bild sei ihm zu einfach, kritisierte Karl Heinz Treiber (GLH). Die SPD zeige hier hier sozialdemokratisches Denken, und an Eva-Marie Pfefferle gewandt, sagte Karl Heinz Treiber:

Aus solchem Denken ist der Emmertsgrund (Heidelberg) entstanden.

Ein Einvernehmen sehe f├╝r ihn anders aus und er wolle sich mit dem Gutachten befassen, das h├Ątte als Beratungsgrundlage vorher auf dem Tisch liegen m├╝ssen.

Just entgegenete:

Auch das permanente Wiederholen macht es nicht richtiger.

Und verwies nochmals darauf, man sei lediglich beim Entwurf. Bei drei Gegenstimmen (GLH) und einer Enthaltung von Thomas Th├╝nker von den Freien W├Ąhlern wurde dem ge├Ąnderten Entwurf des vorhabenenbezogenen Bebauungsplans „Breitgasse/Drittelsgasse“ sowie der erneuten Offenlage von 14 Tagen zugestimmt.

Innenverdichtung in Gro├čsachsen - Jahresvertrag f├╝r Tiefbauarbeiten

Auftr├Ąge f├╝r das Kommunale Hilfeleistungszentrum vergeben

Hirschberg, 01.M├Ąrz 2012. (red/sap) Der Bebauungsplan f├╝r zwei Mehrfamilienh├Ąuser, ein Doppelhaus und ein Einfamilienhaus im Gro├čsachsener Ortskern wurde einstimmig beschlossen. Auftr├Ąge f├╝r das Kommunale Hilfeleistungszentrum wurden vergeben und die Hirschberger Firma Josef Schnell GmbH erh├Ąlt auch f├╝r 2012 den Auftrag f├╝r Tiefbauarbeiten.

Von Sabine Prothmann

Der Hirschberger Gemeinderat hat am 29. November 2011 die Aufstellung eines Vorhabenbezogenen Bebauungsplans f├╝r das Grundst├╝ck Breitgasse 41 mit der Bezeichnung ÔÇ×Breitgasse/DrittelsgasseÔÇť in Hirschberg-Gro├čsachsen beschlossen. Die Firma Treugrund GmbH aus Heddesheim als Vorhabenstr├Ąger beabsichtigt dort Wohngeb├Ąude zu errichten.

Das Vorhaben folgt dem Ziel, das vorhandene Nachverdichtungspotential im Ortskern von Gro├čsachsen zu nutzen. Um Baurecht f├╝r die beabsichtigte Bebauung zu schaffen wird der Vorhabenbezogene Bebauungsplan aufgestellt.

Der Geltungsbereich umfasst eine Fl├Ąche von 3.109 Quadratmeter und liegt im Ortskern von Gro├čsachsen. Als Baufl├Ąche f├╝r das Wohnen verbleiben einschlie├člich der zugelassenen ├ťberschreitungen maximal 1.865 Quadratmeter.

Die Projektplanung sieht zwei Mehrfamilienh├Ąuser, ein Doppelhaus und ein Einfamilienhaus vor.

Die alte Grenzmauer zur Breitgasse inklusive Toreinfahrt soll als ortsbildpr├Ągendes Element erhalten bleiben.

ÔÇ×Es ist uns nicht gelungen 22 Stellpl├Ątze – f├╝r die elf geplanten Wohneinheiten in den beiden Mehrfamilienh├Ąusern – zu realisieren, aber es sind immerhin 20 gewordenÔÇť, sagte B├╝rgermeister Manuel Just.

ÔÇ×Das mit den Stellpl├Ątzen freut uns sehrÔÇť, erkl├Ąrte Gemeinder├Ątin Karin Kunz (CDU). Und Gemeinderat Thomas Th├╝nker (FW) meinte: ÔÇ×Wir bef├╝rworten die ma├čvolle Innenverdichtung.ÔÇť

Der Gemeinderat stimmte einstimmig dem Entwurf sowie der Beteiligung der ├ľffentlichkeit und der Tr├Ąger ├Âffentlicher Belange im vereinfachten Verfahren zu.

Auftragsvergabe f├╝r das Kommunale Hilfeleistungszentrum

In einem weiteren Tagesordnungspunkt musste der Auftragsvergabe der Gewerke Innent├╝ren, Schlosserarbeiten und Landschaftsg├Ąrtnerischen Arbeiten f├╝r den Neubau des Kommunalen Hilfeleistungszentrums zugestimmt werden.

An insgesamt zehn Firmen wurden f├╝r die Lieferung und Montage der Innent├╝ren Angebotsunterlagen ausgegeben, vier Firmen haben fristgerecht ein Angebot abgegeben, berichtete der B├╝rgermeister.

G├╝nstigster Bieter war die Firma Roland Straub aus Dannstadt-Schauernheim mit einem Angebotspreis von rund 131.000 Euro. Die Kostenberechnung war urspr├╝nglich von 75.800 Euro ausgegangen, somit ergab sich eine Differenz von rund 55.000 Euro. Daraufhin wurden verschiedene Einsparm├Âglichkeiten, ohne nennenswerten Qualit├Ątsverlust, untersucht.

Letztlich belief sich die Angebotssumme auf rund 101.600 Euro.

F├╝r die Durchf├╝hrung der Schlosserarbeiten wurden insgesamt an sechs Firmen Angebotsunterlagen ausgegeben und drei Firmen haben fristgerecht ihr Angebot abgegeben. G├╝nstigster Bieter ist die Firma Hestermann aus Mosbach mit einem Angebotspreis von rund 66.000 Euro.

Die Landschaftsg├Ąrtnerischen Arbeiten wurden an die Firma Schmitt Garten- und Landschaftsbau aus Hirschberg vergeben, so Just. Es freue ihn besonders, dass das ortsans├Ąssige Unternehmen mit einem Angebotspreis von rund 103.000 Euro von den sieben abgegebenen Angeboten der g├╝nstigste Bieter war.

Gemeinderat Peter Johe (FW) bedauerte die Preissteigerung bei den Schlosserarbeiten um rund 6000 Euro – im Vergleich zu einer ersten Ausschreibung -, f├╝hrte dies aber auf die gute Wirtschaftssituation zur├╝ck.

Der Beschlussvorschlag, die Vergabe an die drei Gewerke, wurde einstimmig angenommen.

Jahresvertrag f├╝r Tiefbauarbeiten

Auch der n├Ąchste Tagesordnungspunkt, die Auftragsvergabe f├╝r den Jahresvertrag von Tiefbauarbeiten wurde einstimmig beschieden.

Erfreulicherweise erhielt auch hier wieder eine Hirschberger Firma, die Josef Schnell GmbH, den Zuschlag.

Der bestehende Jahresvertrag f├╝r Tiefbauarbeiten (Stra├čenunterhaltung, Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung) endete zum 29. Februar 2012. Aus diesem Grund wurde der Vertrag von der Verwaltung neu ausgeschrieben.

Der Kostenumfang der Beauftragungen an die Firma Schnell GmbH betrug in den jeweiligen Tiefbaubereichen betrug 2011 rund 64.000 Euro im Bereich Rohrnetzunterhaltung/Wasser, rund 32.000 Euro im Bereich Kanalunterhaltung/Abwasser und rund 87.000 Euro bei der Stra├čenunterhaltung.

F├╝r das Jahr 2012 muss mit einer sieben prozentigen Preissteigerung gerechnet werden, so Just.

Der Vertrag kann optional bis zum 28. Februar 2014 um ein Jahr verl├Ąngert werden.

Insgesamt wurden acht Firmen angeschrieben, sechs haben ein Angebot abgegeben. Das Bauunternehmen Josef Schnell GmbH war dabei der g├╝nstigste Bieter.

Chance vertan? Die Entscheidung gegen den Fischladen im Sterzwinkel ist korrekt – aber auch klug?


Kein Fischladen f├╝r den Sterzwinkel.

Hirschberg, 23. September 2011. (red) Wir holen den Toskana-Flair gern in unsere Gefilde. Zuweilen sieht man auch Holzh├Ąuser im schwedischen Stil, Blockh├Ąuser, die an Kanada erinnern und immer wieder geklinkerte H├Ąuser, die eindeutig ihren Ursprung in den n├Ârdlicheren Teilen der Republik haben. Die Chancen f├╝r ein Sylt Huis sind gering. Der Geschmack h├Ątte es nicht richten k├Ânnen, wohl aber der Protektionismus – der Edeka-Markt im Sterzwinkel soll keine Konkurrenz bekommen, damit dessen Gesch├Ąfte belebt werden.

Kommentar von Sabine Prothmann

Warum eigentlich nicht ein Sylt Huis im Sterzwinkel? Die Ausschussmitglieder in der Sitzung des Hirschberger ATU dr├╝ckten deutlich ihr Missfallen gegen├╝ber der Bauvoranfrage zu einem Neubau eines Sylt-Huis mit Caf├â┬ę und Fischspezialit├Ąten aus.

Dennoch geht es im ATU nicht um Gefallen, wie B├╝rgermeister Manuel Just immer wieder betonte, sondern ├╝ber die ├ťbereinstimmung mit dem Bebauungsplan. Und Reetdach hin oder her, solange die Dachfarbe r├Âtlich bis braun ist, kann eigentlich nichts dagegen eingewendet werden, denn das Material bleibt frei gestellt.

Dem geplanten Caf├â┬ę musste man notgedrungen zustimmen, auch wenn sich manch` Gemeinderat dieses eher im inner├Ârtlichen Bereich vorstellen mochte. K├╝nftige Sterzwinkler werden dabei nicht gefragt, ob ihnen vielleicht ein Caf├â┬ę im Gebiet besser gef├Ąllt.

Aber ein Sansibar-Shop mit Verkauf von Fischspezialit├Ąten, da hatte man nun endlich den Hebel, der das Vorhaben wahrscheinlich zu Fall bringt.

In dem Neubaugebiet Sterzwinkel sind zwar Gewerbebetriebe erlaubt, Einzelhandel wird davon aber konsequent ausgeschlossen. Warum eigentlich?

Mit R├╝cksicht auf die Einzelh├Ąndler in der Breitgasse, der Gro├čsachsener Einkaufsmeile, sagt der B├╝rgermeister habe man dies von vorne herein ausgeschlossen.

R├╝cksicht also. Auf den Einzelhandel? Und dann baut man einen Vollsortimenter in den Ort? Das Argument ├╝berzeugt nicht. Wohl aber die R├╝cksicht, genau, auf den neuen Edeka-Markt.

Wo genau nochmal kann man Fischspezialit├Ąten in der Breitgasse kaufen? Im Edeka-Sortiment schon eher. Andererseits kann man ja auch keine Ausnahmen machen, versteht sich, Einzelh├Ąndler ist Einzelh├Ąndler. Und wenn die Fische kommen, kommen vielleicht auch andere Spezialit├Ąten…

So hat der Hirschberger ATU folgerichtig und „korrekt“, der Bauvoranfrage bez├╝glich des Geb├Ąudes zugestimmt, Reetdach und Ortsbild hin- oder her.

Beim Nutzungsrecht aber, musste, und das auch „korrekt“, der Sansibar-Shop mit Fischspezialit├Ąten abschl├Ągig beschieden werden, das Caf├â┬ę h├Ątte man noch toleriert.

Alles in allem also alles „korrekt“?

Wahrscheinlich wird damit das ganze Projekt scheitern, denn mit einem Caf├â┬ę allein wird der Bauherr dieses Vorhaben sicherlich nicht umsetzen. Und wie Neu-Gemeinderat Thomas Th├╝nker (FW) ebenfalls korrekt einwarf: Ein zuk├╝nftiges Projekt k├Ânnte mehr versiegelte Fl├Ąche mit sich bringen und vielleicht noch unsch├Âner ins Ortsbild passen.

Vielleicht hat Hirschberg damit eine gro├če Chance vertan.

W├╝rde ein solcher Blickfang den Ortsteil Gro├čsachsen denn nicht auch aufwerten? Attraktiv machen f├╝r die Region? K├Ânnte dies nicht ein erfolgreiches Konzept werden und vor allem im Sommer Sylt-Feeling an die Bergstra├če bringen? Zumal, wie es in der Bauvoranfrage hei├čt, auch kulturelle Veranstaltungen wie Literatur-Lesungen oder Klavierabende in Erw├Ągung gezogen werden.

Der ATU hat korrekt gehandelt, nach den von ihm selbst definierten Ma├čst├Ąben, bei jeder anderen Entscheidung h├Ątte er seinem eigenen Bebauungsplan widersprochen.

Aber w├Ąre ein Sansibar-Shop mit markengesch├╝tztem Sortiment und Fischspezialit├Ąten wirklich eine Konkurrenz f├╝r die Gro├čsachsener Einzelh├Ąndler gewesen? Oder wollte man nur ├ärger mit Edeka vermeiden?

Ich f├╝r meinen Teil h├Ątte gerne einen lauen Sommerabend in Sylt-Atmosph├Ąre direkt an der Bergstra├če verbracht und vielleicht noch Fisch gekauft. Das muss ich jetzt halt woanders machen.