Sonntag, 09. Juni 2019

Kreisumlage des Haushaltsplan soll nicht erhöht werden

Vorstandssitzung bei den Freien WĂ€hlern Hirschberg

Hirschberg, 30. Januar 2013. (red/pm) Trotz gleichzeitig laufendem WM-Handballspiel war die Vorstandssitzung am 23.01.2013 sehr gut besucht. Volker Barzyk in Vertretung des verhinderten Alexander May arbeitete die Tagesordnung zĂŒgig ab. Im Mittelpunkt standen dabei Veranstaltungen, Berichte aus dem Gemeinderat und Kreistag sowie das Bebauungsplanverfahren fĂŒr das ehemalige Feuerwehrhaus Großsachsen. Walter Brand berichtete von einer erfolgreichen Fahrt im Dezember 2012 zum Weihnachtsmarkt nach Straßburg. Die Stadt im Elsass habe sich dabei in ausgezeichneter Verfassung prĂ€sentiert, alle Teilnehmer seien sehr angetan gewesen. Die Freien WĂ€hler wollen auch in 2013 derartige Informationsfahrten durchfĂŒhren.

Information der Freien WĂ€hler Hirschberg:

„Peter Johe machte es bei seinem Bericht aus dem Gemeinderat relativ kurz. Andiskutiert wurde zunĂ€chst die Frage einer neuen Heizungsanlage im Rathaus. Der Einbau eines Blockheizkraftwerks kĂ€me nicht in Frage, da die Wirtschaftlichkeit nicht gegeben sei. Die Entscheidung zwischen Gas oder Holzpellets sei noch offen, hierbei gehe es auch um die Lagerung der Pellets. – Beim Bebauungsplan fĂŒr das alte Feuerwehrhaus Großsachsen wurde schnell klar, dass den Teilnehmern der Sitzung die Frage der ausreichenden StellplĂ€tze bei einer Nutzung als Ärztehaus sehr wichtig erschien. Vorgeschlagen wurde auch die PrĂŒfung, die StellplĂ€tze auf dem Marktplatz im 45 ° Winkel anzuordnen, evtl. könnten dadurch StellplĂ€tze (eine weitere Reihe) gewonnen werden. Die PlĂ€tze mĂŒssten aber auch ausreichend breit sein.

Fritz Bletzer stellte bei seinem Bericht aus dem Kreistag den fĂŒr 2013 verabschiedeten Haushaltsplan in den Mittelpunkt. Wichtig sei, dass die Kreisumlage nicht erhöht werde. Schuldentilgung soll nicht vernachlĂ€ssigt werden. – Bei der Unterbringung der Asylbewerber sei in 2013 mit Mehrkosten zu rechnen, die Zahl der Asylsuchenden sei deutlich gestiegen. – Die MĂŒllgebĂŒhren wĂŒrden in 2013 nicht steigen, die braune Tonne könne weiterhin kostenlos bereit gestellt werden. – Bletzer attestierte der Kreisverwaltung sehr gute Arbeit bei der Aufstellung des Haushaltsplans, der Rhein-Neckar-Kreis werde ein finanziell gutes Jahr erleben.

Newsletter verabschiedet

Der von Peter Johe ausgearbeitete Newsletter Nr. 1/ 2013 wurde mit geringen ErgĂ€nzungen einstimmig verabschiedet. Er wird in den nĂ€chsten Tagen entweder per E-Mail oder in Papierform den EmpfĂ€ngern zugehen. Die Freien WĂ€hler werden Namen von Interessierten als Schöffen aus der Gemeinde Hirschberg benennen und an die Gemeindeverwaltung weiterreichen. Dabei kann ohne Bedenken die Zahl 12 fĂŒr Hirschberg ĂŒberschritten werden.

Volker Ehret berichtete ĂŒber den Stand der Vorbereitungen fĂŒr die nĂ€chsten Veranstaltungen. Dabei verwies er vor Allem auf das Heringsessen am 13. Febr. 2013 im Gasthaus „Bergstraße“ in Leutershausen. Anmeldungen werden erbeten an Werner Volk(Tel.51639) oder Volker Ehret(54336) bis spĂ€testens 08.Febr. 2013.

Unter Punkt Verschiedenes fragte Walter Brand nach der Reparatur der ParkplĂ€tze im Bereich des Stadions in Leutershausen(Galgenstraße). Johe erklĂ€rte, dass 2013 der kleine Parkplatz entlang der Straße saniert werde, wĂ€hrend der große Platz voraussichtlich 2014 drankĂ€me. Volker Barzyk sprach die nicht ausreichende Beleuchtung des Wegs vom Haupteingang zum Parkplatz der Sachsenhalle an. Die Verkehrssicherheit sei gerade im Winterhalbjahr nicht gewĂ€hrleistet.

Achim MĂŒller fragte nach schnellen Internetverbindungen in bestimmten Bereichen von Hirschberg. Nach Johe sei eine rasche Verbesserung der Situation nicht zu erwarten. Die Gemeinde habe sich jedoch einer Initiative mit der Forderung nach Verbesserung angeschlossen. Eine Alternative ist nach Barzyk die Nutzung von Satelliten, sie sei jedoch mit relativ hohen Kosten verbunden. Aus dem Gremium wurde vorgeschlagen, andere Möglichkeiten zu prĂŒfen. Volker Barzyk dankte den Teilnehmer der Vorstandssitzung herzlich fĂŒr ihr Kommen und wĂŒnschte einen guten Nachhauseweg.“

Leserbrief zu Breitgasse 41 / Drittelsgasse

„Hier wird ein Denkmal zerstört“

Hirschberg, 04. Juli 2012. (red/gast/ma)  Die Gemeinde Hirschberg plant ihre Ortgebiete Breitgasse 41 / Drittelsgasse neu zu bebauen. Es gibt jede Menge BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, die in dieser Form dagegen sind.

Leserbrief von Rembert Boese:

„Denkmalzerstörung in Hirschberg-Großsachsen durch das Bebauungsplanverfahren Breitgasse/Drittelsgasse.

Ein 499 Jahre altes Bauwerk, wahrscheinlich das Älteste in Großsachsen, soll in der Breitgasse 41 abgerissen werden. “Nicht erhaltenswert“ urteilt die Denkmalschutzbehörde des RegierungsprĂ€sidiums Karlsruhe! Das kommt dem Heddesheimer BautrĂ€ger, der das Bebauungsplanverfahren Breitgasse/Drittelsgasse betreibt, sehr entgegen, denn die GebĂ€ude sollen nach seiner Planung alle abgerissen und das GelĂ€nde mit vier, zum Teil sehr großen WohngebĂ€uden, dicht bebaut werden.

Mitten in der jahrhundertealten Ortsstruktur wird somit eine Bebauung entstehen wie in einem Neubaugebiet. In der Zustimmung dazu sind sich der BĂŒrgermeister und Gemeinderat einig, mit Ausnahme der GrĂŒnen RĂ€te und bei Stimmenthaltung eines FW-Gemeinderates. Die Mehrheit findet nichts dabei, das Gewölbe und die gesamte frĂ€nkische Hofanlage abreißen zu lassen.

Sorge um ParkplÀtze wichtiger als Historie

Die Sorge, ob die ParkplĂ€tze fĂŒr große Autos geeignet seien, ist wichtiger als der Umgang mit historischer Bausubstanz.

500 Jahre Baugeschichte Hirschberg-Großsachsen könnte nĂ€chstes Jahr gefeiert werden. Die Jahreszahl 1513, die Ă€lteste Inschrift Großsachsens befindet sich auf dem Gewölbekeller. Das muss man sich mal vorstellen: 500 Jahre alt! Damals war Martin Luther noch Augustinermönch in Wittenberg, war 1510/11 nach Rom gepilgert und hatte den in Bau befindlichen Petersdom gesehen.

Der Gewölbestein wurde in der gleichen Entstehungszeit gesetzt. Den DreißigjĂ€hrigen Krieg hat er dann ĂŒberstanden, das GebĂ€ude darĂŒber ist möglicherweise dabei abgebrannt, vielleicht im Laufe der Jahrhunderte mehrmals, öfters ist es erneuert worden. Im 19. Jhd. wurde dann eine mĂ€chtige Scheune darĂŒber gebaut. Das alles hat der Gewölbekeller unbeschadet ĂŒberstanden.

PrÀgendes Ortsbild wird zerstört

Das soll jetzt alles verschwinden? Zu schnöden ParkplÀtzen eingeebnet werden? Schotter wird wohl aus den drei behauenen Sandsteinen gemahlen! Dass hier Historie und ein prÀgendes Ortsbild zerstört wird, ist dabei kein Problem. Der Erhalt eines solchen Baudenkmales ist meiner Meinung nach eine Sache der WertschÀtzung der vorangegangenen Generationen. Es ist eine Frage des Kulturbewusstseins und der Identifikation mit dem Ort und seinem historisch wunderschön gestalteten Ortsbild.

Hier wird jetzt ohne wirkliche Not ein Kultur-Gut zerstört. Sicher kann man nicht alles konservieren und belassen wie es immer war. Aber man kann es intelligent neu gestalten. Wunderschöne WohnhĂ€user sind so gebaut worden: z.B. in der Kirchgasse 1a und 35a in Großsachsen, wo historische Gewölbekeller formvollendet in einen Neubau integriert worden sind.

BĂŒrger – beteiligt Euch!

Alle Hirschberger BĂŒrger können versuchen das noch zu verhindern. Im Rahmen des verkĂŒrzten vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens Breitgasse/Drittelsgasse können sie mit diesem und anderen Argumenten Einspruch gegen den geplanten Abriss der Hofanlage erheben. Das kann bis zum 16.7. noch geschehen. Der Gemeinderat hat es dann mit seiner Beschlussfassung in der Hand, ob er der vorliegenden, zerstörenden Planung zustimmt oder einer Bebauung, die stĂ€dtebaulich, ökologisch und bauhistorisch ausgewogen begrĂŒndet ist, den Vorzug gibt. Es wĂ€re auch ein gutes Beispiel gelungener BĂŒrgerbeteiligung bei Planungsprozessen und damit ein Gewinn fĂŒr die Gemeinde.