Montag, 19. November 2018

Zweigleisig fahren ist besser!

B√ľrgermeister und RNV stellen die Weichen f√ľr ein neues Zeitalter im √ĖPNV.

 

Schriesheim/Rhein-Neckar, 23. Juli 2012. (red/cr) Mit einem kleinen Fest feierten die Bergstra√üengemeinden und die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) die Fertigstellung des letzten Teilst√ľcks des zweigleisigen Schienenausbaus zwischen Weinheim und Schriesheim.¬†

Von Christian Ruser

Heute arbeiten die Bagger zum Spaß.

Hirschbergs B√ľrgermeister Just ist √ľber die Gr√∂√üe des Festes erstaunt. In der Tat hat sich die RNV auch einiges einfallen lassen. Neben Getr√§nke- und Grillzelten, gibt es f√ľr Kinder ein Mitmachzirkus, eine Busschule und Baggern im echten Baufahrzeug. Comedians unterhalten die Besucher, indem sie Fahrg√§ste mimen und die Red Hot Dixie Devils sorgen mit ihrer Musik f√ľr den guten Ton.

Auch das Thema Barrierefreiheit kommt an diesem Tag nicht zu kurz. Aber statt nur dar√ľber zu sprechen, hat die RNV „GERT“ dabei – einen Satz an Bandagen, Gewichten, Brillen und Ohrensch√ľtzern, die es den Besucher erm√∂glichen, die Mobilit√§t gesunder √§lterer Menschen nachzuempfinden.

Als kleines Geschenk erhält jeder Besucher einen Essens- und Getränkegutschein und jeder darf an diesem Tag zwischen Schriesheim und Weinheim umsonst fahren.

Die Ehrengäste kamen mit der Bahn

Die Ehrengäste kamen mit dem Salonwagen.

Mit dem historischen Salonwagen der alten OEG kamen die geladenen Ehreng√§ste. Unter ihnen die B√ľrgermeister der Bergstra√üengemeinden und Landtagsabgeordneter Uli Sckerl. Auf der B√ľhne begr√ľ√üte Schriesheims B√ľrgermeister Hansj√∂rg H√∂fer die Besucher. Die Entwicklung des Schienenverkehrs weckt in ihm Erinnerungen an die Schulzeit, als man noch im 30-Minuten-Takt nach Weinheim fuhr und sich bei der Einfahrt in Schriesheim entscheiden konnte, ob man mit oder gegen die Fahrtrichtung abspringt. Durch den zweigleisigen Ausbau gibt es jetzt den 10-Minuten-Takt, was f√ľr die B√ľrger der Bergstra√üe eine deutliche Steigerung in der Lebensqualit√§t bedeutet und die Gemeinden n√§her aneinander r√ľckt.

In den anschie√üenden Gru√üworten betont Peter Kurz, Oberb√ľrgermeister der Stadt Mannheim, dass die Stadtbahnen der Rhein-Neckar-Region ein wichtiger Beitrag zu E-Mobilit√§t sind. Dass der Einsatz f√ľr den √ĖPNV oft sehr anstrengend und langwierig ist, sagt Heidelbergs Oberb√ľrgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender der RNV, Eckard W√ľrzner. Der zweigleisige Ausbau zeigt, dass die Gemeinden der Region in der Lage sind √ľber „ihre Kirchturmspitze hinaus zu sehen und zu denken“. Durch die Modernisierung wurde der Verkehr sicherer gemacht. Sein Beispiel mit den neu gebauten ungesicherten Bahn√ľberg√§ngen wirft aber nicht nur bei der Redaktion Fragen auf.

Neues Zeitalter des √ĖPNV

Manuel Just, B√ľrgermeister von Hirschberg, gibt bei all der Feierlaune zu bedenken, dass eine Bahnstrecke auch Gefahren birgt. So hat es in den f√ľnf Jahren seiner Amtszeit in Hirschberg zwei Unf√§lle mit Todesfolge gegeben, die mit einer Schrankenanlage h√§tten verhindert werden k√∂nnen. Durch die Schlie√üung vieler unbeschrankter √úberg√§nge ist solchen Unf√§llen hoffentlich vorgebeugt worden.

Joachim Bauer, Stellvertreter von Landrat Dallinger, spricht von einem neuen Zeitalter des √ĖPNV an der Bergstra√üe. Wie der technische Gesch√§ftsf√ľhrer der RNV, Martin in der Beek, wird sich der Ausbau bei den B√ľrgern positiv bemerkbar machen. Zu Beginn der Schulferien werden 72 Fahrten zwischen Weinheim und Schriesheim angeboten. Durch den Wegfall von Wartezeiten auf entgegenkommende Z√ľge kann die Rundfahrt der Linie 5 von 140 Minuten auf 130 Minuten gesenkt werden.

6.100 Euro Spenden gesammelt

… und er hat geholfen!

Die Mitwirkenden des Projekts "Jedes Kind hat eine Stimme" √ľbergeben die Spende den Hilfsorganisationen.

Hirschberg/Leutershausen, 20. Juli 2012. (red/cr) Das Projekt „Jedes Kind hat eine Stimme“ brachte 6.100 Euro ein. Das Geld geht auf Wunsch der beteiligten Kinder an drei Projekte in Afrika, die Karl-Drais-Schule, so wie an die Ch√∂re der Grundschulen Gro√üsachsen und Leutershausen, wie auch den Kinderchor Ohrw√ľrmer.

Von Christian Ruser

B√ľrgermeist Just f√§llt es schwer in wenigen Worten das Projekt „Jedes Kind hat eine Stimme“ zu beschreiben. Mit einem Benefizkonzert in der Heinrich-Beck-Halle am 17. Dezember 2011 hat das Projekt begonnen. Der H√∂hepunkt war das Musical „Echte Kinderrechte“. Unter der musikalischen Leistung von Henriette G√∂tz sangen und spielten √ľber 200 Kinder der Karl-Drais-Schule, der Grundschule Gro√üsachsen, der Grundschule Leutershausen und der Ohrw√ľrmer.

Um das Projekt herum portr√§tierte der K√ľnstler Kurt Arnold Menschen aus und um Hirschberg und gab die Gem√§lde gegen eine Spende ab. Das so gesammelte Geld gab er mit in den Spendentopf. Die Materialkosten der vielen Bilder zahlte er aus eigener Tasche.

Insgesamt kamen 6.100 Euro zusammen. Klaus Schmidt vom Kulturf√∂rderverein freut sich vor allem f√ľr die Projekte in Afrika, denen jeweils 1.500 Euro zugutekommen. Mit dem Geld soll Kindern in Afrika das t√§gliche Auskommen und Schulbildung erm√∂glicht werden.

Kurt Arnold findet am Ende doch noch ein paar kurze Worte:

Der Förderverein der Karl-Drais-Schule wollte helfen. Und er hat geholfen!

Diskussion zum Bebauungsplan "Breitgasse/Drittelsgasse"

Das Bauvorhaben „Breitgasse/Drittelsgasse“ geht in die n√§chste Runde

Nur Mauer und Hoftor sollen in der Breitgasse erhalten bleiben. Foto: Hirschbergblog.

Hirschberg, 01. Juli 2012. (red/sap) Hirschberger Gemeinderat beschlie√üt den ge√§nderten Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplan „Breitgasse/Drittelsgasse“ in Gro√üsachsen. Die GLH beantragte im Vorfeld die Vertagung des Beschlussfassung.

Von Sabine Prothmann

Der Gemeinderat hatte in seiner Sitzung am 28. Februar 2012 einstimmig den Entwurf des vorhabenbezogenen Bebauungsplans Breitgasse/Drittelsgasse sowie die Beteiligung der √Ėffentlichkeit und der Tr√§ger √∂ffentlicher Belange im vereinfachten Verfahren beschlossen.

Darufhin fand in der Zeit vom 12. M√§rz bis zum 13. April dieses Jahres eine Offenlage im Hirschberger Rathaus statt. Einige B√ľrgerinnen und B√ľrger haben von dieser M√∂glichkeit der Einsichtnahme Gebrauch gemacht und insgesamt gingen schlie√ülich 13 Schreiben mit Anregungen und Bedenken gegen das Vorhaben bei der Verwaltung ein.

Die Hauptkritikpunkte waren:

  • Bebauung nicht direkt an der Breitgasse, sondern zur√ľckversetzt; Hofsituation geht verloren und damit auch das ortstypische Stra√üenbild
  • 60 Prozent √ľberbaute Fl√§che sind zu viel
  • Bebauung zu massiv und hoch
  • Negatives Vorbild; Gefahr eines Pr√§zedenzfalles f√ľr √§hnlich massive Nachverdichtung
  • Gefahr der dauerhaften Ver√§nderung des Ortsbildes
  • Beeintr√§chtigung der inner√∂rtlichen Bel√ľftungsschneisen und ihrer klimatologischen Funktion; √úberhitzungsschutz des Ortes wird beeintr√§chtigt
  • Bebauung geht auf Kosten des inner√∂rtlichen Gr√ľng√ľrtels

Aufgrund der eingegangenen Anregungen und Einwendungen hat die Verwaltung Ende April ein Gespr√§ch mit der Vorhabentr√§gerin gef√ľhrt. Ziel war es, die einzelnen Kritikpunkte zu er√∂rtern und die H√∂he des zur√ľckversetzten Mehrfamilienhauses auf das Niveau der Bebauung in der Brunnengase anzupassen.

Diesem Wunsch ist die Vorhabenträgerin nach Meinung der Verwaltung nachgekommen und der First ist nun knapp ein Meter niedriger und erreicht fast exakt die Höhe des benachbarten Doppelhauses in der Brunnengasse.

Zur Beurteilung inwieweit das Vorhaben klimatologische Auswirkungen auf den Ortteil Großsachsen hat, wurde durch die Vorhabensträgerin ein Klimagutachten in Auftrag gegeben.

In den Vorlagen f√ľr die Gemeinderatssitzung gab es zun√§chst nur eine Kurzstellungsnahme der Firma „√Ėkoplana“ aus Mannheim, das komplette Gutachten lag erst bei der Sitzung als Tischvorlage vor.

GLH beantragt auf Vertagung

Das f√ľhrte dazu, dass J√ľrgen Steinle f√ľr die GLH einen Antrag auf Vertagung des Tagesordnungspunktes stellte:

Wir sind nicht gegen die Verdichtung, aber wir wollen erst die Unterlagen bewerten.

Er habe f√ľr dieses Vorgehen Verst√§ndnis, erkl√§rte B√ľrgermeister Manuel Just.¬† „Doch heute geht es nur um einen Entwurf“,¬† und das Klimagutachten flankiere nur den Entwurf und „spielt nur bedingt eine Rolle“:

Ich w√ľrde gerne vorankommen.

F√ľr den Antrag der GLH stimmten nur die drei Gemeinder√§te der GLH – die Mehrheit stimmte dagegen.

Laut der Stellungsnahme der Firma „√Ėkoplana“ lassen die vorliegenden Kenntnisse √ľber die Hang- und Talabwinde entlang der Bergstra√üe zwischen Heidelberg und Weinheim vermuten, dass die bauliche Inanspruchnahme der bisherigen Gr√ľnfl√§chen nur kleinr√§umige Klimaeffekte bewirkt. Eine nachhaltige gro√ür√§umige Abschw√§chung der Be- und Durchl√ľftung sowie Zunahme der thermischen Belastung sei nicht zu erwarten.

Am 08. Mai hatten die Mitglieder des Hirschberger Gemeinderates bei einer Ortsbegehung die Gelegenheit, sich ein eigenes Bild zu machen und am 18. Juni gab es einen weiterern Vororttermin, bei dem alle Personen zugegen waren, die betreffenden B√ľrgerinnenen und B√ľrger, die Mitglieder des Gemeinderates und des Ausschusses f√ľr Technik und Umwelt sowie die Vorhabenstr√§gerin. Hier hatte man Gelegenheit, die Planungen zu er√∂rtern und die verschiedenen Meinungen auszutauschen. Bedenken, die nicht ausger√§umt werden konnten, k√∂nnen in einem erneuten Offenlageverfahren wiederholt vorgetragen werden.

Erneute Offenlage f√ľr 14 Tage

Die √Ąnderungen des Entwurfs des Bebauungsplans gehen zugunsten der B√ľrgerinnen und B√ľrger, die Einw√§nde ge√§u√üert haben, dennoch soll es eine weitere M√∂glichkeit der Einsichnahme – diesmal aber auf 14 Tage verk√ľrzt – geben.

Durch die Erhaltung von Mauer und Hoftor bleibe der Charakter einer geschlossenen Front erhalten, argumentierte der B√ľrgermeister, bei einer Bebauung direkt an der Stra√üe w√ľrde eindeutig die Wohnqualit√§t gemindert und damit auch die Wirtschaftlichkeit des Projekts.

Es handle sich nicht um eine 60prozentige √úberbauung, sondern um eine √úberbauung von 40 Prozent plus Privatstra√üe und Stellpl√§tze, also eine Versieglung von 60 Prozent. Und das sei ein durchaus orts√ľblicher Wert. Die Kritik, die Bebauung sei zu massiv und zu hoch, konnte die Verwaltung jedoch nachvollziehen und nun seien die Geb√§ude in der Firsth√∂he auf gleichem Niveau.

Just verwies auch darauf, man diskutiere hier zwar um ein „wie“, aber nicht um ein „ob“:

Das Projekt muss wirtschaftlich bleiben.

Die Gemeinde k√∂nne zwar Einfluss nehmen, aber man m√ľsse auch auf den Willen des Grundstuckeigent√ľmers achten, unterstrich Dr. J√∂rg Boulanger (CDU). Die Mauer und das Tor, sowie die √úberdachung der Stellpl√§tze w√ľrden das Gro√üsachsener Ortsbild aufnehmen, so Boulanger.

Fritz Bletzer (FW) zeigte zwar Verst√§ndnis daf√ľr, dass sich B√ľrgerinnen und B√ľrger zur Wehr setzen, meinte aber auch:

In den Nachbargemeinden sieht man nix und hört man nix.

Eva-Marie Pfefferle (SPD) lobte den Entwurf und die geplante Innenverdichtung, dies sei „zukunftsorientiert“. Auf der einen Seite Wirtschaftlichkeit und auf der anderen Seite Illusion und dazwichen nichts, dieses Bild sei ihm zu einfach, kritisierte Karl Heinz Treiber (GLH). Die SPD zeige hier hier sozialdemokratisches Denken, und an Eva-Marie Pfefferle gewandt, sagte Karl Heinz Treiber:

Aus solchem Denken ist der Emmertsgrund (Heidelberg) entstanden.

Ein Einvernehmen sehe f√ľr ihn anders aus und er wolle sich mit dem Gutachten befassen, das h√§tte als Beratungsgrundlage vorher auf dem Tisch liegen m√ľssen.

Just entgegenete:

Auch das permanente Wiederholen macht es nicht richtiger.

Und verwies nochmals darauf, man sei lediglich beim Entwurf. Bei drei Gegenstimmen (GLH) und einer Enthaltung von Thomas Th√ľnker von den Freien W√§hlern wurde dem ge√§nderten Entwurf des vorhabenenbezogenen Bebauungsplans „Breitgasse/Drittelsgasse“ sowie der erneuten Offenlage von 14 Tagen zugestimmt.

Ingenieurgesellschaft Habermehl & Follmann untersucht Knotenpunkt L541

Verkehrsgutachten beauftragt

Hirschberg, 25. Juni 2012. (red/pm) Die Gemeinde Hirschberg hat in der vergangenen Woche die Ingenieurgesellschaft Habermehl & Follmann mit der Verkehrsuntersuchung des Knotenpunktes L541/ Autobahnanschluss A5/ Zufahrt Gewerbegebiet Hirschberg beauftragt.

Information der Gemeinde Hirschberg:

„Die Beauftragung ist die Folge des ATU-Beschlusses vom 12.06.2012 zum Antrag der Gemeinde Heddesheim auf Zulassung von Abweichungen von Zielen des Regionalplans „Unterer Neckar“ des Verbandes Region Rhein-Neckar f√ľr eine gewerbliche Baufl√§che im Bereich „Unteres B√§umelgewann“.

Mit Ergebnissen ist Anfang August zu rechnen.“

B√ľrgermeister Manuel Just im Interview zur geplanten Edeka-Erweiterung in Heddesheim

„Die Verkehrslenkungsvertr√§ge sind zu Lasten Dritter geschlossen worden“

Die Edeka soll um ein zentrales Getränkelager der Tochter "Kempf" erweitert werden. Quelle: Edeka

 

Hirschberg, 22. Juni 2012. (red) Zwischen den Gemeinden Hirschberg und Heddesheim knirscht es gewaltig. B√ľrgermeister Manuel Just √ľbt deutliche Kritik an der Nachbargemeinde – grunds√§tzlich steht er Gewerbeentwicklungen positiv gegen√ľber, aber nicht, wenn seine Gemeinde darunter zu leiden hat. Ein eigenes Verkehrsgutachten soll pr√ľfen, ob Hirschberg den schwarzen Peter zieht, wenn in Heddesheim mit der Pfenning-Ansiedlung nun auch noch die Edeka-Erweiterung kommen sollte. Die M√∂glichkeiten der Gemeinde Hirschberg sind begrenzt – mittlerweile ist es aber vorbei mit H√∂flichkeiten. Gemeinderat Werner Volk bezeichnete unl√§ngst die Verkehrslenkungsvertr√§ge als „nahezu b√∂sartig“. Grund genug, den Verwaltungschef nach seiner Sicht der Dinge zu fragen.

Interview: Hardy Prothmann

Mittlerweile sind alle Fraktionen im Gemeinderat gegen die Gewerbeentwicklungen in Heddesheim aufgebracht. Haben Sie und der Gemeinderat wirklich alles unternommen, um von der Gemeinde Schaden abzuwenden?

Manuel Just: Diese Frage muss erlaubt sein, ob wir gegebenenfalls im Wege der Normenkontrollklage h√§tten gegen Pfenning vorgehen m√ľssen. Ich glaube, dass es zum einen im Hinblick auf eine gute Nachbarschaft nicht geboten war und zweitens auch im Sinne des Abw√§gungsprozesses – der auf Regionalplan- beziehungsweise der Fl√§chennutzungsplanebene stattgefunden hat. Zudem gibt es eine Vielzahl von Privateigent√ľmern oder privaten Personen, die auch gegen das Vorhaben Pfenning vorgehen. Kommende Woche ist Verhandlung am Verwaltungsgerichtshof. Das beobachten wir genau.

Die M√ľhe um eine gute Nachbarschaft auf eigene Kosten ehrt Sie – jetzt kommt aber Edeka mit einer gro√üen Erweiterung dazu.

B√ľrgermeister ust bei der Er√∂ffnung des "Sterzwinkel" - die Bewohner hier d√ľrfen sich auf "Ausweichverkehr" gefasst machen.

Just: Bei Edeka muss abgewartet werden, wohin die Reise hingeht. Wir glauben einfach, dass wir Рund so habe ich es ja auch in der Sitzung herausgestellt Рinzwischen in einem, nennen wir es mal, Verfahrensstadium sind, das man so umschreiben kann: Heddesheim betreibt Wirtschaftsförderung in seinem Gewerbegebiet, was aber auch einen großen Flächenverbrauch verursacht. Das haben wir allerdings, meine ich, nur bedingt zu beurteilen. Nämlich nur dann, wenn es Auswirkungen auf den Flächennutzungsplan hat, die so bisher von uns noch nicht mitgetragen worden wären.

Die Verkehrsentwicklung ist negativ f√ľr unsere Gemeinde.

Das bedeutet?

Just: Das hei√üt, entwickelt sich Gewerbe aus dem Fl√§chennutzungsplan heraus, dann kann ich nicht die ganzen Jahre sagen, es war in Ordnung und jetzt auf einmal den Finger heben und sagen es gef√§llt mir so nicht mehr. Die Wirtschaftsf√∂rderung, die Heddesheim in dem Ballungsgebiet betreibt ist erfreulich. Weniger erfreulich ist, dass damit nach unseren Bef√ľrchtungen eine Verkehrsentwicklung einhergeht, die in weiten Teilen negativ f√ľr unsere Gemarkungsfl√§che ist.

Erläutern Sie das bitte.

Just: Ich will es an einem Beispiel festgemacht, was passiert, wenn es zu einem R√ľckstau oder einer Vollsperrung auf der Autobahn kommt? Wenn Sie aus s√ľdlicher Richtung kommen, werden sie aller Voraussicht nach sp√§testens bei der Abfahrt Ladenburg ‚Äď Schriesheim runter fahren. Durch Ladenburg k√∂nnen Sie mit dem Schwerlastverkehr nicht fahren, um das Gewerbegebiet in Heddesheim zu erreichen, weil es relativ kleinr√§umig ist und die LKW-Fahrer w√ľrden sich wahrscheinlich sehr, sehr schwer tun. Und – so mein Wissenstand – die Gemeinde Heddesheim dies auch √ľber den Verkehrslenkungsvertrag weitestgehend ausgeschlossen hat. Es w√ľrde dann nur die M√∂glichkeit bleiben √ľber Schriesheim und Leutershausen zu fahren. Schriesheim ist nicht wirklich betroffen, da der Ort eigentlich auf seiner Gemarkung nur gestreift wird, zumindest mal im Hinblick auf die Wohnbebauung. Also w√§re Leutershausen betroffen und zwar egal ob sie dann die Kreisstra√üe der Heddesheimer Stra√üe oder den wohl wahrscheinlicheren Weg des Autobahnzubringers w√§hlen.

Mehr oder weniger das Gleiche passiert, wenn Sie aus Norden kommen.

Just: Wenn Sie aus Norden kommen ist es vielleicht so, dass Sie in Weinheim runter fahren, dann k√∂nnen sie nicht √ľber Muckensturm, die Ringstra√üe √ľber Heddesheim, fahren, um das Gewerbegebiet zu erreichen, sondern m√ľssen zwangsl√§ufig durch das sowieso schon schwierige Nadel√∂hr in Gro√üsachsen durch und damit tangiert man wieder die Gemarkungsfl√§che von Hirschberg und das kann nicht sein. Es kann nicht sein, dass es gewerbliche Entwicklungen auf Gemarkungen anderer Nachbargemeinden gibt, die Vorteile f√ľr den einen bringen und nur Nachteile f√ľr den anderen. Wie wir gegebenenfalls in einem Verfahren dagegen vorgehen, kann ich heute noch nicht sagen.

Bitte nicht zu hoch!

Wann haben Sie von der Edeka-Erweiterung erfahren? Und was gedacht?

Just: Ein paar Wochen, bevor es offiziell geworden ist. Mein erster Gedanke war, dass es schwer werden wird.

Konkreter?

Just: Aus unserer Sicht kann man das nur umsetzen, wenn die vorhandene Verkehrsinfrastruktur ausk√∂mmlich ist. Das war mein erster Gedanke. Und der zweite Gedanke war, ich sag das jetzt mal ein bisschen flapsig: Bitte nicht zu hoch! Ich habe alle Interessen zu ber√ľcksichtigen, auch die derjenigen Hirschberger, die in den hochpreisigen Regionen in unserer Gemeinde wohnen und diesen sch√∂nen Blick in die Rheinebene genie√üen wollen – ein Blick auf den Schriftzug „Edeka“ geh√∂rt dazu definitiv nicht. Das ist zwar im Vergleich nur ein kleiner und nicht ber√ľcksichtigungsf√§higer Teilaspekt – aber nat√ľrlich einer, der auch an mich herangetragen wird.

„Nahezu b√∂sartig“

Noch einmal zum Verkehrslenkungsvertrag. Der Gemeinderat Werner Volk hat in der vergangenen ATU-Sitzung den Verkehrslenkungsvertrag als „nahezu b√∂sartig“ bezeichnet. Das ist selbst f√ľr Herrn Volk au√üergew√∂hnlich scharf. Wie sehen Sie das?

Just: Also ich kenne ja die Inhalte des Verkehrslenkungsvertrags nicht zu 100 Prozent – das muss ich voranstellen. Ja, die Formulierung des Gemeinderats war sehr scharf und hat sicher damit zu tun, dass dieser Verkehrslenkungsvertrag zu Lasten Dritter, also unserer Gemeinde geschlossen worden ist. Ich vermute, dass hat den √Ąrger bei Herrn Volk ausgel√∂st, was ich verstehe, wenngleich ich diese Formulierung nicht gew√§hlt h√§tte.

Herr Volk sieht den Gewinn f√ľr Heddesheim und den Schaden f√ľr Hirschberg. Was kann man tun, um den zu mildern?

Just: Von unserer Seite aus in Heddesheim gar nichts. Das wurde ja auch im ATU diskutiert, ob man einen √§hnlichen Vertrag f√ľr uns einfordern k√∂nnte. Das geht nicht, weil es eine freiwillige Selbstbeschr√§nkung der Unternehmen ist.

Ein Vertrag zu Lasten Dritter

Als der Vertrag damals verhandelt wurde, haben wir den „Sch√∂pfer“, den Anwalt Dr. Burmeister gefragt, ob sich denn solche Vertragsverh√§ltnisse schon bew√§hrt h√§tten, ob er daf√ľr ein Beispiel h√§tte. Tats√§chlich konnte er nichts nennen – dieser Verkehrslenkungsvertrag ist bundesweit einmalig. Glauben Sie, dass er Sinn macht?

Just: F√ľr Heddesheim eventuell schon, das m√∂chte ich nicht abschlie√üend beurteilen. Insgesamt ‚Äď da bringt mich auch keiner von meiner Meinung ab ‚Äď war die Sinnhaftigkeit in dem Moment nicht mehr gegeben, als klar war, dass es ein Vertrag zu Lasten Dritter ist. Und das h√§tte ich pers√∂nlich nicht gemacht.

Objektiv betrachtet muss damit der Verkehr durch Hirschberg laufen, wenn die A5 zu ist.

Just: Das ist zutreffend. Wir haben mit der B3 eine ausgewiesene Umleitungsstrecke. Wenn es zu einer Vollsperrung oder gr√∂√üeren Sperrung auf der Autobahn kommt, dann gibt es √ľberall die blauen Schilder mit den ausgewiesenen Umleitungsstrecken – eben auf die B3. Deswegen haben wir zwangsl√§ufig eine andere Qualit√§t der Stra√üen und das muss man ber√ľcksichtigen. Unser Problem ist: Wir k√∂nnen den Unternehmen nichts anbieten. Wenn ich einen Bebauungsplanverfahren in der Hand habe, von dem ein Unternehmen etwas hat, dann ist dieses Unternehmen vielleicht eher bereit auf eine Forderung einzugehen, als wenn ich eben nichts in der Hand habe.

Es gibt Dinge, die mich ärgern

√Ąrgert Sie das?

Just: Es gibt Dinge, die mich ärgern in diesem Verfahren. Das sind beispielsweise diese Verkehrslenkungsverträge und die Tatsache, dass möglicherweise die Verkehrsprobleme auf uns, ich unterstelle dabei keine böse Absicht, abgewälzt werden. Dass dies in Heddesheim ignoriert wird, ist mir unverständlich.

Links verdecken die Edeka-Hallen schon die Sicht auf die Bergstra√üe. Rechts wird durch noch h√∂here Hallen noch weniger vom Ausblick √ľbrig bleiben. Bild: heddsheimblog.de

 

Druckmittel aka Basis

Hirschberg will nur ein eigenes Verkehrsgutachten erstellen lassen. Ich habe noch mal nachgeschaut, wir haben ja mittlerweile ein umfangreiches Blog-Archiv: Das haben Sie bereits Ende Oktober 2010 angek√ľndigt, was soll das jetzt eineinhalb Jahre sp√§ter bringen? Kommen sie damit nicht viel zu sp√§t?

Just: Das glaube ich nicht. Es geht mir nicht um die Verhinderung der Gewerbeansiedlungen. Uns geht es im Wesentlichen darum, die Verkehrsprobleme zu l√∂sen und die sind auch nicht weg zu diskutieren. Wenn diese allerdings gel√∂st sind, dann wird der Hirschberger Gemeinderat, zumindest¬† mehrheitlich, die Gewerbeansiedlungen auch so mittragen. Und deswegen geht es uns darum zu schauen, ob ein weiteres Verkehrsgutachten die bislang vorliegenden Ergebnisse oder die von uns immer wieder artikulierten Plausibilit√§tsprobleme best√§tigt. Und dann haben wir, denke ich, schon…

… ein Druckmittel?

Just (lacht): Herr Prothmann, das wäre sicher Ihre zugespitzte Formulierung . Dann haben wir zumindest eine andere Basis, um die Probleme zu diskutieren. Im Moment gibt es zwei Gutachten, die eine noch erträgliche Belastung prognostizieren Рwir lassen das jetzt noch von einer dritten Seite betrachten.

Es wird das vierte Gutachten sein. Zwei Gutachten stammen vom B√ľro Koehler, Leutwein und Partner, eins aus dem Jahr 2000 besagt, der Kreisverkehr sei fast an der Grenze der Leistungsf√§higkeit. Das hatte die Gemeinde Heddesheim veranlasst, als das Hirschberger Gewerbegebiet gebaut worden ist. Derselbe Gutachter kommt zehn Jahre sp√§ter trotz der zus√§tzlichen Belastung durch Pfenning zur Prognose, alles sei in Ordnung. Wieder im Sinne von Heddesheim. Und der aktuelle Gutachter sieht das auch so.

Just: Das ist ein Teil der Plausibilit√§tsprobleme, die der Gemeinderat und ich sehen: Wie soll das m√∂glich sein? Im Moment ist das eher ein Bauchgef√ľhl – deswegen wollen wir ja eine fachliche Expertise.

Fälschliche Fachexpertisen?

Was f√ľr ein Licht wirft es auf den Wert von Gutachten an sich?

Just: Es wäre anmaßend zu sagen, das Ergebnis der Gutachten seien bestellte Ergebnisse. Es sind alles renommierte Gutachter, die auch einen Namen und einen Ruf zu verlieren haben. Aber auch renommierte, seriöse Gutachter machen vielleicht Fehler, indem sie von vielleicht falschen Annahmen ausgehen. Falsche Verkehrszählungen erhoben haben, die nicht den repräsentativen Tagen entsprechen. Fehler passieren auch bei großer Sorgfalt.

Sie h√§tten auch Diplomat werden k√∂nnen. Mal ganz undiplomatisch: Was halten sie von der Sicht, dass der Hirschberger Gemeinderat ein Alibigutachten gegen√ľber der Bev√∂lkerung braucht, um sagen zu k√∂nnen: ‚ÄěWir haben doch alles getan!‚Äú

Just: Meine Kritiker werden das wahrscheinlich so sehen und behaupten. Ich bin √ľberzeugt, dass das Gutachten den Gemeinderat auf jeden Fall weiterbringt. Es gibt eigentlich nur zwei L√∂sungen, es geht daf√ľr oder dagegen aus. Geht es zu unseren Gunsten aus haben wir mit Sicherheit etwas in der Hand, das den Abw√§gungsprozess f√ľr alle Beteiligten erschwert und unsere Belange werden h√∂her gewichtet. Geht es so aus, dass der Gutachter eine Ausk√∂mmlichkeit feststellt, m√ľssen wir das akzeptieren.

Verkehr, Kreisel, Alibi

Heddesheim argumentiert, dass der Verkehr des Fleischwerks wegf√§llt und nur durch den Getr√§nkeverkehr ersetzt wird. Was aber, wenn der Ausgangszustand, der wiederhergestellt wird, schon nicht gut war? Und aus Ihrer Sicht kommen noch andere Entwicklungen wie in Weinheim L√ľtzelsachsen Ebene hinzu – nochmal 1.000 Autos mehr.

Just: Genau deswegen muss es um eine ausreichende Ert√ľchtigung der Anschlussstellen gehen. Im Osten soll ein Kreisverkehr gebaut werden. Da haben wir positive Signale aus dem Regierungspr√§sidium. Ich denke auch, dass das zeitnah umsetzbar ist. F√ľr den Kreisverkehr im Westen, der in Richtung Heddesheim an der Gemarkungsgrenze liegt, schwebt uns eine Bypassl√∂sung vor.

Ist Hirschberg mit seinen Bed√ľrfnissen nicht nur ein Rad im System?

Just: Klar, das sage ich auch dem Gemeinderat immer wieder. Wir m√ľssen uns realistisch einordnen. Als kleine Gemeinde mit 9.500 Einwohnern. Aber wir haben unsere Bed√ľrfnisse sehr deutlich gemacht, das k√∂nnen Sie mir glauben.

Wie?

Just: Die Planungen f√ľr den Kreisverkehr werden jetzt wirklich vorangetrieben. Da haben der Kollege Kessler und ich viel erreicht gegen√ľber dem Regierungspr√§sidium. Wo man sich noch abwehrend positioniert, ist diese Bypassl√∂sung. Und die ist f√ľr uns fast wichtiger.

Auch f√ľr eine eigene Weiterentwicklung? Wenn alle Verkehrsbeziehungen ausgereizt sind, braucht Hirschberg gar nicht erst mit dem Gedanken einer Erweiterung spielen – oder?

Just: Dieser Aspekt steht momentan nicht auf der Agenda – aber Sie haben recht. Auch unsere eigene Entwicklungsf√§higkeit w√ľrde damit in Zukunft massiv beschnitten werden.

Die GLH hatte ja ein Normenkontrollverfahren beantragt. Die Mehrheit des Gemeinderats hat sich in nicht öffentlicher Sitzung dagegen ausgesprochen. War es eine deutliche Mehrheit?

Just: Ja.

Okay. Das Meinungsbild hat aber gedreht, möglicherweise wären die Mehrheitsverhältnisse heute anders. Können Sie festmachen, wodurch das gekommen ist?

Just: Wir haben sehr viele Ber√ľhrungspunkte mit der Gemeinde Heddesheim: die Wasserversorgung, die Schulentwicklung beispielsweise. Deswegen ist uns, mir insbesondere, auch sehr viel an einem guten nachbarschaftlichen Verh√§ltnis gelegen. Nur hat dies irgendwo auch seine Grenzen. Und zwar da, wo wir glauben, dass unsere Bef√ľrchtungen und Belange nicht ausreichend gewichtet werden. Der erste Verkehrslenkungsvertrag ging schon zu unseren Ungunsten und jetzt soll noch einer mit Edeka geschlossen werden, wieder zu unseren Ungunsten. Einmal haben wir das hingenommen – jetzt m√ľssen wir handeln.

Man munkelt, dass das Verhältnis zwischen Ihnen und Herrn Kessler nicht gerade gut ist.

Just: Wir betrachten die Sachlage zwangsl√§ufig aus unterschiedlichen Blickwinkeln und sind Profis genug, das zu ber√ľcksichtigen.

Dokumentation: Auf dem Heddesheimblog.de finden Sie die Präsentation der geplanten Edeka-Erweiterung.

Gemeinde unterst√ľtzt Energiegenossenschaft

Ein Beitrag zur Energiewende

Stefan Thory (v.l.), Dr. Dieter Binz, Dr. Matthias Sch√ľtze, B√ľrgermeister Just und Thomas G√∂tz stellen der Presse die Energiegenossenschaft Hohe Waid vor.

Hirschberg, 22. Mai 2012. (red/cr) Die Energiegenossenschaft Hohe Waid eG ist ein zukunftsweisendes Projekt √ľber Hirschberg hinaus. Die Photovoltaikanlage auf dem Hilfeleistungszentrum ist so gut wie in Betrieb. Eine weitere in Rippenweiher ist in der Planung. Nun kann auch √ľber andere Technologien nachgedacht werden.¬†

Von Christian Ruser

B√ľrgermeister Just steht hinter der Energiegenossenschaft. F√ľr ihn ist es wichtig, dass die B√ľrger Hirschbergs ihren Teil zu Ernergiewende beitragen. Die Photovoltaikanlage e1 auf dem neugebauten Hilfeleistungszentrum ist ein erster Schritt. Von Gemeindeseite hat man versucht das Projekt nach besten Kr√§ften zu unterst√ľtzen.

Die Energiegenossenschaft hat sich am 16. Januar 2012 in Hirschberg gegr√ľndet. Aus den 23 Gr√ľndern sind inzwischen 70 Mitglieder geworden. Dr. Binz und Dr. Sch√ľtze k√∂nnen dabei auf viele interessante Erfahrungen zur√ľckblicken. Von Seiten der Gemeinde ist das Vorhaben auf fruchtbaren Boden gefallen. Dass die Bev√∂lkerung an alternativer Energie interessiert ist, zeigen nicht zuletzt die Mitgliederzahlen.

Auch mit der Gemeindeverwaltung hat man sehr gute Erfahrungen gemacht. Dort wurde schnell und unb√ľrokratisch gehandelt. Als Finanzierungspartner hat sich auch die Volksbank Kurpfalz hervorgetan. Zweigstellenleiter Stefan Thory hatte ebenfalls ein offenes Ohr, wenn es um die Zwischenfinanzierung ging. Auch konnten wertvolle Ratschl√§ge zur Gr√ľndung der Genossenschaft gegeben werden.

Gemeinde und Volksbank waren so von dem Projekt √ľberzeugt, dass die Gemeinde, ebenso wie Volksbank-Vorstandsmitglied Thomas G√∂tz Gr√ľndungsmitglieder der Genossenschaft wurden.

Die erste Anlage Sonnenwaid-e-1 ben√∂tigt nur noch Stromz√§hler, die in den n√§chsten Tagen erwartet werden. Als zweites Projekt ist eine Solaranlage auf der Keltensteinhalle in Rippenweiher geplant. F√ľr die Umsetzung der Anlage werden etwa 70.000 Euro investiert werden.

Da durch K√ľrzungen der Subventionen im Erneuerbare-Energie-Gesetz weniger Standorte rentabel sein werden, √ľberlegt die Energiegenossenschaft auch in andere Energieerzeuger zu investieren. Windkraftanlagen stehen bei der Projektplanung ganz oben.

Es ist der Energiegenossenschaft sehr wichtig, eine verantwortungsbewusste Energiewirtschaft in der Region zu etablieren, um nachhaltig auch f√ľr kommende Generationen mit Ressourcen hauszuhalten.

B√ľrgermeister Just er√∂ffnet den Spielplatz

Neuer Waldspielplatz an alter Stelle

F√ľr die Kindergartenkinder hatte B√ľrgermeister Just Eis mitgebracht.

Hirschberg, 10. Mai 2012. (red/cr) Zur Er√∂ffnung des Waldspielplatzes hatte B√ľrgermeister Just viele Experten eingeladen. Kinder des katholischen und evangelischen Kindergartens pr√ľften die Spielger√§te auf ihr Spa√üpotential.

Von Christian Ruser

Seit Ende 2010 wurde die Frage diskutiert, was mit dem Waldspielplatz in Leutershausen geschehen soll. B√ľrgermeister Manuel Just sagt √ľber den Projektbeginn.

Ich war am Anfang skeptisch, ob der Waldspielplatz √ľberhaupt frequentiert wird. Dann bin ich √∂fter mal vorbei gegangen und habe festgestellt, dass ich vorher nur zur falschen Zeit da war.

Schnell war er davon √ľberzeugt, dass ein Waldspielplatz f√ľr Leutershausen nicht nur eine sch√∂ne Sache ist, sondern der Gemeinde auch ein Merkmal gibt, dass nicht jede Kommune an der Bergstra√üe hat. So wurde ein Arbeitskreis gegr√ľndet, in dem Vertreter des Gemeinderats, der Kinderg√§rten und Schulen √ľber die Umsetzung diskutierten.

Man entschied sich den Schwerpunkt auf Schaukeln zu legen, am Hang wurde eine Rutsche installiert. Auch ein Sandkasten durfte nicht fehlen. Auf Kletterger√ľste wurde bewusst verzichtet, da die B√§ume ausreichend Kletterm√∂glichkeiten er√∂ffnen. Auch der Bach wurde nicht explizit erschlossen. B√ľrgermeister Just geht aber davon aus, dass sich die Kinder selbstt√§tig M√∂glichkeiten suchen werden am Bach zu spielen.

Auch wenn ein Waldspielplatz nicht zu den Großprojekten der Gemeinde Hirschberg gehört, wurden etwa 12.000 Euro in die Spielgeräte investiert. Die Umbaumaßnahmen kosteten ebenfalls gut 7.000 Euro und der Bauhof arbeitete etwa 100 Stunden an diesem Projekt. Ein Zuschuss von 5.000 Euro erhielt die Gemeinde vom Naturpark Neckartal-Odenwald .

Die Kindergartenkinder sind mit dem Ergebnis zufrieden. Sie haben den Waldspielplatz mit all seinen Spielger√§ten getestet und f√ľr gut befunden. Als Belohnung f√ľr diesen H√§rtetest gibt es vom B√ľrgermeister pers√∂nlich noch ein Eis.

 

Wie aus dem Heddesheimblog ein Netzwerk geworden ist

Mit einer Recherche hat alles angefangen…

Das war das "erste" Heddesheimblog - als Unterseite von blogger.de

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 07. Mai 2012. (red) Vor drei Jahren ist das Heddesheimblog.de gestartet. Zun√§chst als privates Blog, auf dem der Journalist Hardy Prothmann als B√ľrger seine Gedanken und Recherchen wegen einer umstrittenen Logistik-Ansiedlung ver√∂ffentlicht hat. Das Heddesheimblog hat sich in der Branche schnell einen Namen gemacht – als Zukunftsmodell f√ľr einen modernen Lokaljournalismus. Mittlerweile ist daraus ein Blog-Netzwerk geworden – nicht nur in Nordbaden.

Von Hardy Prothmann

Im Fr√ľhjahr 2009 war aus Sicht des Mannheimer Morgens die Welt mehr als in Ordnung. Das Viernheimer Logistik-Unternehmen „Pfenning“ plante eine angebliche 100-Millionen-Euro-Investition in dem beschaulichen Dorf. Bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze, Gewerbesteuer in H√ľlle und F√ľlle, ein gl√ľcklicher B√ľrgermeister – die (bis dato nicht gef√§hrdete) Zukunft des Dorfes ist gerettet. So die Botschaft der Zeitung.

Schlechter Zeitungsjournalismus als Anlass

Mir ist selten eine so unkritische Hofberichterstattung untergekommen. Kritische Fragen? Recherchen? Nichts davon war bei dieser Jubelberichterstattung zu erkennen, geschweige denn zu erahnen.

Auch die ARD ist bereits auf das Heddesheimblog aufmerksam geworden. (Klick auf das Bild f√ľhrt zum Artikel)

Weil ich als B√ľrger in Heddesheim selbst vom starken Verkehrsaufkommen betroffen war, fing ich an, ein wenig zu recherchieren. Als erstes im Archiv des Mannheimer Morgens – so wie eigentlich ein Redakteur der Zeitung eine Recherche beginnen sollte. Und ich wurde f√ľndig: Rund drei Dutzend Artikel gab das Online-Archiv her. Alle negativ √ľber dieses „Familienunternehmen Pfenning“, das ohne jeden Bezug zu den kritischen Berichten als „Heilsbringer“ f√ľr Heddesheim gefeiert wurde.

Wohin mit meinen Recherchen? Dem Mannheimer Morgen als „Thema“ anbieten? Sicher nicht. Ich habe meine Texte zun√§chst bei blogger.de (siehe Foto oben) eingestellt. Der erste Text erschien am 28. Aprl 2009: „Alles gut oder alles schlecht mit Pfenning in Heddesheim?“ Und ist nach wie vor sehr lesenswert.

Großes Interesse Рwachsende Zugriffszahlen

Die Zugriffszahlen gingen binnen weniger Tagen so schnell nach oben, dass die Seite oft nicht erreichbar war. Ich mietete deswegen eigenen Speicherplatz und veröffentlichte auch andere lokale Nachrichten.

Auch das fand Interesse und Anklag und nach wenigen Wochen reifte die Idee, ob es nicht m√∂glich w√§re, eine eigene Lokalzeitung im Internet zu gr√ľnden. Ich hatte schon von √§hnlichen Projekten geh√∂rt, aber das waren oft nur „Versuche“.

Ich versuchte mit. Die erste Erfahrung war: „Mein“ Journalismus war in der nordbadischen Provinz eine Zumutung. Es enstanden schnell zwei Lager: Die einen jubelten, die anderen kotzten. Auch, weil ich kurz nach dem Start vom Heddesheimblog in den Heddesheimer Gemeinderat gew√§hlt worden war – diese Funktion habe ich nach einem Umzug nach Mannheim aufgeben m√ľssen.

Auch wir sind Gegenstand von Berichterstattung - gut 300 Berichte wurden √ľber das Konzept und die Macher vom Heddesheimblog bereits verfasst.

Kritische Nachfragen? Meinungsstarke Kommentare? Investigative Recherchen? Das war man im Verbreitungsgebiet der Monopolzeitung Mannheimer Morgen nicht gewohnt. Die Zugriffszahlen stiegen rasant und auch bundesweit wurde das Heddesheimblog in der Journalistenbranche ein Begriff. „Was macht der Prothmann da?“, wurde gefragt. Ist das ein Ego-Projekt eines bei√üw√ľtigen Journalisten oder vielleicht ein Zukunftsprojekt f√ľr einen neuen Lokaljournalismus?

Zahlreiche Branchenberichte

Ende 2009 w√§hlte mich eine Jury in der Kategorie „Regionales“ auf Platz 3 unter die 100 Journalisten des Jahres 2009. Seit dem Start des Heddesheimblogs wurde ich als Redner, Seminarleiter oder Podiumsteilnehmer engagiert. Bei der Initiative Tageszeitung, dem Deutschen Journalistenverband, dem Bayerichen Journalistenverband, auf Kongresse, an Hochschulen, zu Unternehmer-Workshops.

Mittlerweile gibt es Dutzende von journalisten Studien- und Masterarbeiten, die das Heddesheimblog und andere lokale Internetmedien zum Thema gemacht haben und rund 300 Presse-Ver√∂ffentlichungen mit Bezug auf diese Form von Lokaljournalismus. Spiegel Online, FAZ, S√ľddeutsche, taz, Welt, ARD, NDR, Tagesspiegel, Berliner Zeitung – die Liste der „bekannten“ Medien, die √ľber den Journalismus in der Provinz geschrieben haben, ist lang. Auch bei den Nachdenkseiten oder fefes Blog ist das Heddesheimblog Thema.

Oder das Prinzip. Das Heddesheimblog ist l√§ngst √ľber den Ort hinausgegangen. Ende 2009 kam das Hirschbergblog.de dazu, Anfang 2010 das Ladenburgblog.de, Ende 2010 das Weinheimblog.de, Anfang 2011 das Rheinneckarblog.de, das Viernheimblog.de und seit Anfang 2012 sechs weitere Gemeinden des Wahlkreises Weinheim.

Netzwerk weitet sich aus: istlokal

Mit dem Unternehmer Peter Posztos habe ich im Herbst 2011 die Firma Istlokal Medienservie UG gegr√ľndet, weil wir unsere Erfahrungen auch anderne zur Verf√ľgung stellen wollen. Peter Posztos macht die Tegernseer Stimme, ebenfalls eine lokale Zeitung im Internet. Seit Anfang 2012 vermarkten wir unser Produkt Istlokal OS und haben schnell neue Partner gefunden – beispielsweise in Bretten, Schweinfurt oder Weiterstadt.

Dar√ľber hinaus gibt es ein Netzwerk von weiteren lokal arbeitenden Journalisten, wie Stefan Aigner in Regensburg oder Hubert Denk in Passau. Auch Philipp Schw√∂rbel in Berlin hat mit seinen Prenzlauer Berg Nachrichten schon viel Aufmerksamkeit erlangt.

Immer mehr Lokaljournalisten gr√ľnden Blogs und nutzen beispielsweise wie wir die Istlokal OS-Software.

 

Uns alle vereint, dass wir guten, seri√∂sen und vor allem kritischen Journalismus anbieten wollen. Einen Journalismus, der sich traut, Fragen zu stellen und nicht nur vorgefertigte Informationen zu erhalten. Keine Wohlf√ľhl-Schwurbelei, sondern eine f√ľr die Demokratie herausragende Aufgabe zu erf√ľllen. Meinungen durch Informationen zu erm√∂glichen. Der Artikel 5 unseres Grundgesetzes ist die Gesch√§ftsgrundlage.

Um diese Arbeit zu finanzieren, setzen wir auf Werbeeinnahmen Рwie eh und je bei den Medien. Wir erzeugen Aufmerksamkeit und verkaufen diese. Das ist ein seriöses Geschäft.

Kleines, engagiertes Team

Zur Zeit arbeitet ein festes Team von sieben Mitarbeitern f√ľr die „Rheinneckarblogs“ – dazu weitere freie Journalisten, Kolumnisten und freundschaftlich verbundene Kollegen. Im Vergleich zur Personalausstattung der anderen Medien im Berichtsgebiet sind wir sehr klein aufgestellt – im Vergleich mit anderen setzen wir aber immer wieder Themen, die Thema sind.

Im Herbst 2011 beispielsweise mit der Fischfutter-Aff√§re. Der gr√ľne Bundestagsabgeordnete Hans-Christian-Str√∂bele hatte uns f√ľr einen Bericht abgemahnt. S√§mtliche Berliner Zeitungen berichteten √ľber den Skandal, viele weitere Zeitungen und auch der NDR. Insgesamt wurde unser Bericht innerhalb weniger Tage gut 140.000 Mal aufgerufen, anfangs st√ľrzte gar der Server wegen der massiven Zugriffe ab.

Zuletzt mahnte uns der Gr√ľnen-Bundespolitiker Hans-Christian Str√∂bele ab - und zog die juristische Attacke wieder zur√ľck. Quelle: Die Welt

 

Die lokalen Zeitungen Mannheimer Morgen, Weinheimer Nachrichten und Rhein-Neckar-Zeitung hielten sich „zur√ľck“, denn aus deren Sicht gibt es uns nicht. Die Fischfutter-Aff√§re mitten im Berichtsgebiet? Kein Thema f√ľr die „unabh√§ngigen“ Printjournalisten.

Aus unserer Sicht gibt es die Zeitungen – und vor allem viel schlechten Journalismus. Was wir immer wieder thematisieren, wenn deren gesch√∂nte und klientelabh√§ngige „Berichterstattung“ skandal√∂s wird. So werden umgeschriebene Pressemitteilungen als eigene Berichte ausgegeben oder noch schlimmer – Themen h√§ufig gar nicht berichtet, wenn sie den Zeitungen nicht „passen“. Und das betrifft beim besten Willen nicht nur uns. Was nicht berichtet wird, ist auch nicht passiert.

Juristische Attacken

F√ľr mich pers√∂nlich hat diese Arbeit auch viele Nachteile gebracht. Seit nunmehr 21 Jahren arbeite ich als Journalist, 18 Jahre ohne jegliche juristische Streitigkeiten. In den vergangenen drei Jahren habe ich 11 Abmahnungen erhalten. Einmal habe ich eine Einstweilige Verf√ľgung wegen widriger Umst√§nde „akzeptiert“, einen Vergleich geschlossen, 9 Mal konnte ich die Abmahnung abwehren. Unterm Strich haben diese Prozesse gut 20.000 Euro gekostet, weil man nicht wollte, das publik wird, was √∂ffentlich sein sollte. Und diese Prozesse kosten auch viele Nerven.

Sehr erfreulich ist der Kontakt zu den Leserinnen und Lesern. Viele unserer Artikel entstehen, weil wir Hinweise bekommen. Beobachtungen, Gedanken, Erfahrungen von Menschen, die sich Anteil haben und nehmen an unserer Gesellschaft und nicht gleichg√ľltig sind. Diesen m√∂chte ich stellvertretend f√ľr das Team danken.

Ebenfalls erfreulich ist die Zusammenarbeit mit vielen Beh√∂rden, die die Meinungsfreiheit hoch achten. Explizit m√∂chte ich die sehr gute Zusammenarbeit mit der Polizei loben und in weiten Teilen auch mit den Feuerwehren. In unserem Berichtsgebiet sind zwei Namen erw√§hnenswert, B√ľrgermeister Manuel Just in Hirschberg und B√ľrgermeister Rainer Ziegler in Ladenburg, die sich kommunikativ sehr hervortun. Auch B√ľrgermeister Lorenz in Dossenheim m√∂chte ich gerne als neuen Kontakt erw√§hnen, der uns beim Antrittsbesuch sehr freundlich empfangen hat. In den anderen Orten beginnen wir die Arbeit erst und die Kontakte stehen noch bevor.

Den Heddesheimer B√ľrgermeister Micheal Kessler muss ich leider nach wie vor als ausgewiesenen Feind der Pressefreiheit besonders hervorheben. Sein Amtsverst√§ndnis kommt in diesem Bericht sehr eindeutig zur Sprache: „Ich bin die Gemeinde.“

Unabhängige Berichterstattung

Wie unabh√§ngig wir tats√§chlich arbeiten, erkennt jeder, der unsere Berichterstattung verfolgt. Wir kritisieren „Gr√ľne“ ebenso wie „Schwarze“, scheuen uns nicht vor „Rot“ oder „Geld“ oder „Orange“. Aber auch hier bieten wir Meinungen an: Ganz verallgemeinernd stellen wir fest, dass die CDU, die SPD und die FDP in der Region unserer Berichterstattung nicht wohlgesonnen sind.

Explizit die Ladenburger und Weinheimer CDU m√∂chten wir lobend ausnehmen – nicht weil diese mit unser Berichterstattung „zufrieden“ sind, sondern weil sie gespr√§chsbereit sind. In Hirschberg explizit die Freien W√§hler und in Weinheim explizit Herrn Carsten Labudda (Die Linke) und Weinheim Plus. Die genannten Personen und Parteien suchen den Ausstausch und die Kritik – was gut ist. Explizit muss auch der Gr√ľne Landtagsabgeordnete Uli Sckerl erw√§hnt werden – trotz kontr√§rer Meinungen haben er und seine Mannschaft sich immer korrekt auf unsere journalistischen Anfragen hin verhalten.

Mit Recherchen zum Logistik-Zentrum "Pfenning" hat das Heddesheimblog angefangen - unsere Berichte konnten den Bau des Klotzes nicht verhindern, aber zur Aufklärung beitragen. "Das hab ich nicht gewusst", kann keiner mehr sagen.

 

Unentschieden ist noch das Verh√§ltnis zum Landratsamt. Nachdem wir dem stellvertretenden Landrat (Jurist) erst unter Verweis auf ein Bundesverfassungsgerichtsurteil klar machen konnten, dass wir „Presse“ sind, gibt es mittlerweile mit Stefan Dallinger (CDU) einen neuen, sehr kommunikativen (und fraktions√ľbergreifend gelobten) Landrat, der sich aber unser Ansicht nach noch ein wenig scheut, aktiv √ľber unsere Blogs mehr in Kontakt mit der Bev√∂lkerung zu treten. Wir werden herausfinden, wie es wirklich ist.

Der Kontakt zum Mannheimer Oberb√ľrgermeister Dr. Peter Kurz basiert auf einer gemeinsamen Vergangenheit – als freier Mitarbeiter f√ľr den Mannheimer Morgen habe ich den damaligen Stadtrat als sehr engagierte Pers√∂nlichkeit kennengelernt und ihn vor seiner Wahl zum OB portr√§tiert. Zuletzt hat sich dessen Engagement bei der Gegendemo zum NPD-Aufmarsch best√§tigt (Hierzu unsere Reportage auf dem Rheinneckarblog: „Warten auf den rechten P√∂bel„). Zu seinem Kollegen W√ľrzner in Heidelberg besteht noch kein pers√∂nlicher Kontakt, aber das wird sich √§ndern.

Vernetzter Journalismus vor Ort

Die miteinander vernetztenden Ortsblogs haben ein Konzept: Wir ver√∂ffentlichen Nachrichten, die f√ľr die Menschen vor Ort wichtig sind. Und wir zeigen auf, wie die Gemeinden miteinander vernetzt sind – auf vielf√§ltige Weise. Ob zu Verkehrs- oder Umweltschutzthemen, gemeinsamen Verb√§nden und Vertr√§gen – unsere Gemeinden im Berichtsgebiet sind vielf√§ltig verbunden, ebenso die Leserinnen und Leser.

Vielleicht vermisst man die ein oder andere Nachricht – da bitten wir um Nachsicht. Unsere Redaktion arbeitet sehr engagiert und wir m√ľssen manchmal den Mut zur L√ľcke haben, weil wir (noch) nicht jeden Termin besetzen k√∂nnen.

Sicher ist es auch Zeit, sich auf wesentliche Dinge zu konzentrieren. √úberbordende Berichte in den Zeitungen √ľber Vereinsfeste haben Bed√ľrfnisse geweckt, die fraglich sind. Was ist die Nachricht? „F√ľrs leibliche Wohl wurde gesorgt?“ Meinetwegen: Der Satz erz√§hlt die gesamte Geschichte. Es gab zu Essen und zu Trinken. Und wenn das nicht reicht, ruft man auch h√∂hrere Instanzen dazu: „Der Wettergott war den G√§sten gn√§dig, der k√ľhle Gerstensaft flo√ü in Str√∂men und die Luft war erf√ľllt vom Duft leckerer Bratw√ľrste“.

Gegen die Bratwurst-Berichterstattung

Das ist fettigster Bratwurst-„Journalismus“ und hat mit Journalismus nichts zu tun. Ganz klar ist es wichtig und richtig √ľber Feste zu berichten. Wir machen das auch – bei Vereinsfesten oft nur mit kurzen Texten (Ein Fest hat stattgefunden), daf√ľr aber mit vielen Fotos. Die erz√§hlen die Geschichte besser als zusammengeschwurbelte Nonsens-„Berichte“.

Sie, liebe Leserinnen und Leser, k√∂nnen aktiv daran teilhaben, das „Produkt“ Journalismus zu bewerten. Bringen Sie sich ein – schreiben Sie uns und anderen, was gef√§llt und was nicht. Journalismus muss man nicht hinnehmen, man kann seit dem Internet daran teilhaben. Sie k√∂nnen Kommentare schreiben und viel einfacher als fr√ľher die Redaktion direkt erreichen, sich mit Hinweisen, Vorschl√§gen und Kritik einbringen. Jedenfalls bei uns.

Wir freuen uns √ľber die Beliebtheit unserer Montagskolumnen, der ausgew√§hlten Tipps & Termine und der regen Teilnahme √ľber Kommentare auf den Blogs oder bei unseren Facebook-Seiten.

Herzlichen Dank an die Leser und Kunden

Nach drei Jahren Heddesheimblog & Co, m√∂chte ich Ihnen sehr herzlich genau daf√ľr danken. F√ľr Unterst√ľtzung und Kritik – beides gab es zuhauf.

Hardy Prothmann ist seit 21 Jahren als Journalist tätig und seit drei Jahren als "Blogger".

F√ľr die Zukunft w√ľnsche ich mir noch mehr kritische Anteilnahme, weil wir alle gemeinsam mit unserem Interesse f√ľr etwas einstehen, was ein absolutes Privileg ist: Freiheit, vor allem Meinungsfreiheit. Ohne diese ist Demokratie nicht m√∂glich. Da ich viel im Ausland gelebt habe und auch von dort berichtet, wei√ü ich unser freiheitliche Grundordnung uneres Heimatlandes sehr zu sch√§tzen.

Deswegen freue ich mich mit Ihnen und dem Team, wenn Sie uns weiter gewogen bleiben, uns mit Interesse und Informationen unterst√ľtzen. Den anderen „Heddesheimblogs“, egal, ob am Tegernsee, im Prenzlauer Berg, in Regensburg, in Weiterstadt oder Bretten oder Schweinfurt oder in vielen anderen Orten w√ľnschen wir viel Erfolg, immer den richtigen journalistischen Riecher und einen erfolgreichen Aufbau ihrer Angebote.

In diesem Sinne m√∂chte ich mich bei allen Mitwirkenden bedanken, selbstverst√§ndlich sehr besonders bei meiner Frau und der Familie, f√ľr das Engagement, das Verst√§ndnis, das Interesse und die aktive Teilnahme.

Im ersten Interview zum „Heddesheimblog“ hat mich der Kollege Thomas Mrazek gefragt, warum ich das mache, was meine Motivation ist?

Meine Antwort: Ich habe den Spaß meines Lebens.

Das gilt bis heute.

Herzlichst Ihr

Hardy Prothmann

9:9 Stimmen - das heißt Ablehnung

Bauernhofkindergarten kommt nicht in die Bedarfsplanung

Hirschberg, 24. April 2012. (red/pro) Acht Gemeinder√§te und B√ľrgermeister Manuel Just stimmten mit Ja – neun Gemeinder√§te mit Nein zum Antrag, den geplanten privaten Bauernhofkindergarten in die Bedarfsplanung aufzunehmen. Ein Unentschieden bedeutet, dass der Antrag abgelehnt ist. Damit ist fraglich, ob der Bauernhofkindergarten f√ľr die Betreiber finanzierbar ist.

Die Freien w√§hler stimmten wie die FDP nach langer Diskussion geschlossen gegen das Projekt. GLH und SPD stimmten f√ľr den Kindergarten, ebenso B√ľrgermeister Manuel Just.

Angeblich war man sich in der CDU uneins: Ferdinand Graf von Wieser und Dr. J√∂rg Boulanger stimmten f√ľr den Kindergarten, Karin Kunz und Matthias Dallinger dagegen.

Weil CDU-Gemeinderat Karl Schnell fehlte, gab es nur 18 Stimmen. Mit 9:9 wurde der Antrag abgelehnt, den Stimmengleichheit zählt wie eine ablehnende Mehrheit.

Die Fifty-fifty-Haltung der CDU wirkte von au√üen wie abgesprochen, damit man eben nicht ganz dagegen ist. Als familienfreundlich hat sich die CDU damit nicht gezeigt – auch die Freien W√§hler und die FDP haben sich sicherlich keinen guten Dienst im Ansehen der B√ľrger damit getan.

Weiterer Bericht folgt.

ATU Hirschberg: Ausbau von Dachwohnungen in der Mörikestraße nicht zulässig

Zwei Bauantr√§ge und zwei Bauvoranfragen bekommen gr√ľnes Licht

Hirschberg, 13. M√§rz 2012. (red) Der Ausschuss f√ľr Technik und Umwelt hat heute √ľber vier Bauvorhaben beraten.

Bei dem ersten Bauvorhaben handelte es sich um ein Kenntnisgabeverfahren zum Neubau einer Doppelhaushälfte mit Garage in der Weinheimer Straße in Leutershausen.

Aufgrund des Grundst√ľckszuschnitt und dem von jeglicher Bebauung freizuhaltenden Gr√ľnstreifens im Norden des Grundst√ľcks, ist eine Platzierung der Garage neben dem Wohnhaus unter Einhaltung des Einfahrtsbereiches von f√ľnf Metern zur Stra√üenbegrenzungslinie nicht m√∂glich. Die Zufahrt erfolgt daher parallel zur Verkehrsfl√§che √ľber eine auf dem Grundst√ľck liegende Hoffl√§che von f√ľnf Metern.

Garage in der Weinheimer Straße genehmigt

Da durch die Befreiung auch keine nachbarschaftlichen Belange beeinträchtigt werden, schlug die Verwaltung vor, das Einvernehmen zu einer Befreiung von dem im Bebauungsplan festgelegten Mindestabstand zwischen Garage und öffentlicher Verkehrsfläche zu erteilen.

Der ATU stimmte dem einstimmig zu.

Bei dem zweiten Tagesordnungspunkt ging es um die Bauvoranfrage zum Neubau eines Sechsfamilienhauses mit Aufzug in der Mörikestraße in Großsachsen.

Mit der Bauvoranfrage sollten folgende Punkte geklärt werden:

Die Errichtung eines Kniestocks von 45 Zentimetern und eines Sockels von nur 15 Zentimetern anstatt eines Sockels von 60 Zentimetern ohne Kniestock, die Überschreitung der Geschossflächenzahl um vier Prozent und die Errichtung von zwei selbständigen Wohnungen im Dachgeschoss.

Dachwohnungen nicht erlaubt

Der Bauherr begr√ľndet die Abweichungen vom Bebauungsplan wie folgt:

„Das Wohnhaus soll mit Aufzug und damit behindertenfreundlich errichtet werden. Der Aufzug ist kostenintensiv und nicht wirtschaftlich vertretbar, falls nicht im Dachgeschoss zwei kleine Wohnungen errichtet werden.

Da behindertenfreundliche Wohnungen breitere Flure und Dielen benötigen, ist das Konzept ohne einen geringeren Kniestock und einer Geschossflächenzahl-Überschreitung nicht realisierbar.

Denn auch die Wohnungen der anderen Geschosse werden behindertenfreundlich und damit im Verh√§ltnis zur Zimmerzahl gr√∂√üer als herk√∂mmliche Wohnungen“.

Ohne eine Vermietung zweier Wohnungen im Obergeschoss w√§re die Ausstattung mit Aufzug wirtschaftlich nicht tragbar, so der Bauherr in seinem Antrag. Durch die behindertengerechte Gestaltung seien die Wohnungen etwas gr√∂√üere als √ľbliche Wohnungen und deshalb werde die Geschossfl√§chenzahl um 4 Prozent √ľberschritten.

Diesen Teil der Bauvoranfrage lehnte der ATU ab, da selbst√§ndige Wohnungen im Dachgeschoss nach Bebauungsplan nicht zul√§ssig sind. Zwar k√∂nne hier Wohnraum entstehen, beispielsweise nutzbar √ľber darunter liegenden Wohnungen, aber nicht als eigenst√§ndige Einheit.

Präzedenzfall ohne Wirkung

Eine Diskussion gab es um die beantragte Verlagerung des Sockels in den Kniestock im Dach. Gemeinder√§tin Eva-Marie Pfefferle (SPD) bef√ľrchtete einen „Pr√§sedenzfall“. B√ľrgermeister Manuel Just sag darin kein Problem:

Städtebaulich wird das keine problematischen Folgen haben.

Die Verwaltung schlug vor, den Befreiungsantr√§gen zuzustimmen, bis auf die sechs Wohnungen. B√ľrgermeister Just machte daraus ein „Mehrfamilienhaus“ mit entsprechenden Stellpl√§tzen und der √úberschreitung von GFZ und des Kniestocks. Der ATU erteilt sein Einvernehmen, Frau Pfefferle enthielt sich.

Bei der nächsten Bauvoranfrage handelte es sich um den Abbruch eines bestehenden Wohngebäudes und Neubau eines Wohn- und Geschäftshauses an gleicher Stelle in der Landstraße 18 in Großsachsen.

Verwaltung unterst√ľtzt Abriss und Neubau in der Landstra√üe 18

Das Wohnhaus auf dem Anwesen in der Landstra√üe 18 st√ľnde seit einigen Jahren vollst√§ndig leeer, berichtete B√ľrgermeister Manuel Just.

Auch die teilweise landwirtschaftliche Nutzung des Anwesens wurde bereits vor vielen Jahren aufgegeben und die seinerzeit bestehenden Nebengebäude entfernt.

Aufgrund seiner Lage direkt neben den Bahngleisen an der an dieser Stelle verengten Hauptverkehrsstraße sowie seines maroden Zustands, besteht auch keine Hoffnung, dass das Gebäude in dem gegenwärtigen Zustand wieder bewohnt wird.

Eine Grundsanierung w√§re zu kostenintensiv, so dass der weitere Verfall die logische Konsequenz f√ľr das Geb√§ude w√§re.

An gleicher Stelle soll nun nach dem Abriss ein Wohn- und Gesch√§ftshaus entstehen. Die Stockwerkseinteilung, sowie Trauf- und Firsth√∂he sollen sich den Nachbargeb√§uden anpassen. Der hofseitige zweigeschossige Anbau soll ein nach dem S√ľden orientiertes Pultdach erhalten.

F√ľr diesen Bereich der Landstra√üe g√§be es keinen Bebauungsplan, so Just, so dass das Vorhaben nach den Kriterien des sogenannten „Einf√ľgens“ zu beurteilen sei.

Aufgrund der Tatsache, dass sich der Neubau an den Abmessungen der Nachbargebäude in Trauf- und Firsthöhe orientieren wird, sei es unzweifelhaft, dass sich das Gebäude an die umliegende Bebauung anpassen werde.

Auch die vorgesehene Nutzung als Gewerbefl√§che und Wohnfl√§che f√ľge sich ein.

Treiber provoziert Belehrung

Gemeinderat Karl-Heinz Treiber (GLH) kritisierte, dass man √ľber eine Querung den Zugang zum OEG-Bahnhof erm√∂glichen wolle:

Das enttäuscht mich, dass sich hier niemand erinnert.

B√ľrgermeister Just wies den Einwand zur√ľck und erl√§uterte, dass dieses Grundst√ľck √ľberhaupt keinen Vorteil in der Sache bringen w√ľrde. Herr Treiber erwiderte daraufhin, er habe ja nur erinnern wollen und stimmte dann ebenfalls zu.

Der ATU stimmte der Voranfrage zu, Gemeinderat Thomas Herdner (GLH) enthielt sich ohne Nennung von Gr√ľnden.

Als letzter Punkt stand der Bauantrag zum Umbau und Erweiterung eines Wohnhauses in der Johann Dörk-Straße in Leutershausen auf der Tagesordnung.

„Problematisches Baugebiet“

Die Bauherren beabsichtigen das Zweifamilienwohnhaus im Erdgeschoss mit einem Anbau von 6,43 Metern auf 4,42 Metern zu erweitern. Mit einer Traufhöhe von 2,95 Metern und einem Pultdach mit geringer Dachneigung beschränkt sich der Anbau ausschließlich auf das Erdgeschoss.

Der derzeitige Vorbau mit Balkon und Eingangsbereich soll komplett entfernt werden. Stattdessen ist beabsichtigt, das Badezimmer zu erweitern und den Hauseingang neu zu gestalten. Im Obergeschoss soll wieder ein Balkon entstehen. Der neu gestaltete Vorbau wird in den Maßen des derzeitigen Bestandes wieder errichtet.

Fraglich ist, ob das Vorhaben den Vorgaben des Bebauungsplans zur Gestaltung der Bauten entspricht, da Doppelh√§user und Hausgruppen gleichzeitig ausgef√ľhrt und einheitlich gestaltet werden m√ľssen. Der beantragte Anbau w√ľrde von daher dem Gebot der Einheitlichkeit widersprechen.

Sinn und Zweck dieser Vorschrift könne jedoch nicht sein, dass ein Bauherr sein Wohnhaus nur dann erweitern kann, wenn an die benachbarte Doppelhaushälfte in dem gleichen Maß ebenfalls angebaut wird.

Zudem w√ľrde das gro√üz√ľgige Baufenster quasi „einladen“, die Wohnh√§user zu erweitern.

Bei der Betrachtung des Straßenzuges stelle man ferner fest, dass der Bereich vor den Wohngebäuden keineswegs von jeglicher Bebauung freigehalten ist.

Deshalb sei die Hirschberger Verwaltung der Ansicht, dass das Gebot der einheitlichen Gestaltung der Bauten aus dem Jahr 1968 der Gestaltungsfreiheit der Bauherren widerspricht und aus heutiger Sicht nicht mehr haltbar ist. Die Verwaltung schlug deshalb vor, unter der Voraussetzung der Einhaltung der Baugrenzen, dem Bauvorhaben zuzustimmen.

Verschiedene Gemeinder√§te betonten, dass es w√ľnscheswert sei, wenn sich das „problematische“ Gebiet positiv ver√§ndert. Bislang sei das Bild sehr uneinheitlich durch Garagen und Gartenh√§user auf den Grundst√ľcken.

Der ATU erteilte sein Einvernehmen.

Meldungen aus der ATU-Sitzung

Haas’sche M√ľhle wird Wohnhaus und bekommt eine Reitanlage

Hirschberg, 15. Februar 2012. (red) Der Ausschuss f√ľr Technik und Umwelt diskutierte bei seiner Tagung am 15. Februar 2012 drei geplante Bauvorhaben. F√ľr eine l√§ngere Debatte sorgte der geplante Bau einer Reithalle am ehemaligen Hotel „Haas’schen M√ľhle„.

Von Jörg Theobald

Bei der √∂ffentlichen Sitzung des Ausschusses f√ľr Technik und Umwelt (ATU) standen drei Bauvorhaben auf der Tagesordnung. Darunter befand sich die Nutzungs√§nderung des ehemaligen Hotels „Haas’sche M√ľhle“ zum Wohnhaus sowie der Neubau einer Reithalle auf dem selben Gel√§nde.

Daneben stimmte das Gremium √ľber den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit Staffelgeschoss in der Hintergasse 15 und den Neubau eines Einfamilienhauses mit Garage im Wilhelm-Busch-Ring 14 und 16 ab.

Neues Mehrfamilienhaus in der Hintergasse

F√ľr das Mehrfamilienhaus mit Staffelgeschoss wurde bereits zum zweiten Mal ein Bauantrag gestellt. Der erste Bauantrag erfolgte bereits zum 22. November 2011. In seiner Sitzung am 06. Dezember 2011 lehnte der Ausschuss f√ľr Technik und Umwelt diesen Antrag jedoch ab.

Gegen den Bauantrag sprachen neben der zu geringen Anzahl an Stellpl√§tzen vor allem die Form des Dachs. Zum damaligen Zeitpunkt hatte der Bauherr nur einen Stellplatz je Wohneinheit sowie ein Pultdach geplant. Laut ATU f√ľge sich diese Dachform jedoch nicht in die Gegebenheiten der n√§heren Umgebung. Desweiteren sei bei der angespannten Parkplatzlage ein Stellplatz je Wohneinheit zu wenig.

Bei dem neuen Bauantrag wurden die genannten Mängel nun behoben. Mit einem Satteldach kommt der Bauherr dem Wunsch der Gemeinde nach einer einheitlichen Dachform nach. Zudem sind jetzt pro Wohneinheit zwei Stellplätze vorgesehen.

Nach Ansicht der Gremiumsmitglieder steht dem Bauvorhaben nun nichts mehr im Weg. Der Bauantrag wurde einstimmig angenommen.

Viele Abweichungen vom Bebauungsplan

Bei dem geplanten Einfamilienhaus mit Garage im Wilhelm-Busch-Ring herrschte Uneinigkeit im Ausschuss. Hintergrund waren eine große Anzahl an geplanten Abweichungen vom Bebauungsplan.

B√ľrgermeister Manuel Just sagte, dass zwar „viele Befreiungen beantragt“ seien, es sich jedoch immer nur um „geringe Abweichungen“ handele. Zudem seien viele der beantragten Befreiungen bereits bei anderen Bauvorhaben erteilt worden. Bei der geplanten √úberschreitung der maximalen Grenzbebauung f√ľr den Bau der Garage sei zudem das Einverst√§ndnis des Nachbarn schriftlich vorliegend.

Eva-Marie Pfefferle (SPD) sagte, sie habe „die Garage zun√§chst gest√∂rt“, aber bei genauerer Betrachtung der Seitenansicht erg√§be sich ein „harmonisches Bild“. Dadurch k√∂nne die SPD dem Antrag vollkommen zustimmen. Thomas Th√ľnker (FW) und Karl Schnell (CDU) stimmten ebenfalls s√§mtlichen Abweichungen im Namen ihrer jeweiligen Fraktionen zu.

Oliver Reisig (FDP) wie√ü zwar darauf hin, dass es sich „in Summe um eine gewaltige Anzahl an √úberschreitungen“ handele und der Bauherr „die Grenzen ausreize“, stimmte aber dennoch dem Antrag zu.

Karl-Heinz Treiber (GLH) fand den geplanten Bau der Garage im Gegensatz zu¬†Eva-Marie Pfefferle nicht sehr √§sthetisch. Zudem √§usserte er Bedenken gegen√ľber den seiner Ansicht nach hohen √úberschreitungen der Vorgaben des Bebauungsplans. Auch wie√ü er auf potentiell sp√§ter auftretende Probleme, wie beispielsweise eine Wertminderung der Nachbarimmobilie durch die Garage hin.

Nachbarn ändern sich, auch wenn da jetzt vielleicht das Einverständnis vorliegt. Die Garage und die Terasse werden wir so nicht akzeptieren.

B√ľrgermeister Just sagte, dass „der Nachbar sich dar√ľber im klaren sein“ m√ľsse, welche Folgen eine „schriftliche Zustimmung zu der √úberschreitung der Baugrenze“ haben k√∂nne. Darunter k√∂nne auch eine m√∂gliche Wertminderung fallen. Die Aufgabe des ATU sei es aber nicht, den Nachbarn des Bauherren vor „m√∂glicherweise irgendwann eintretenden“ Folgen zu sch√ľtzen. Man habe lediglich an Hand der Gesetzeslage √ľber den Bauantrag zu entscheiden.

Thomas Herdner (GLH) erinnerte daran, dass fr√ľher immer darauf hingewiesen wurde, dass es im Bebauungsplan dieser Baugrundst√ľcke keine Ausnahmen geben w√ľrde.

Ich kann nur dringen davor warnen, diese Ausnahmeregelungen zu treffen. So entsteht ein Grundsatzurteil, auf das sich dann später jeder beruft.

Mit einem Hinweis auf seine kurze Zeit als Gemeinderat verwies B√ľrgermeister Just auf die Tatsache, dass es solche Ausnahmen „schon fr√ľher“ gegeben habe. Dadurch sei „schon heute eine einklagbare Rechtsgrundlage“ wahrscheinlich.

Werner Volk von den Freien W√§hlern sagte zudem „es gibt nicht viele Leute, die zwei Baugrundst√ľcke kaufen und dann nur ein Haus darauf bauen“, daher sei es „ohnehin sehr unwahrscheinlich“, dass man mit vielen Nachahmern rechnen m√ľsse.

Der Ausschuss f√ľr Technik und Umwelt Bauvorhaben stimmte dem Antrag bei zwei Gegenstimmen durch die GLH zu.

Zukunft der „Haas’schen M√ľhle“

Das ehemalige Hotel-Restaurant „Haas’sche M√ľhle“ in der Talstra√üe wird mit dem Einvernehmen des ATU zum Wohnhaus umfunktioniert. Neben dem Umbau sind dort auch eine Reithalle sowie Stallungen und eine Pferde-F√ľhranlage geplant. Mit einer Gr√∂√üe von 20 Metern auf 60 Meter und einer Firsth√∂he von 8,35 Meter hat es die Reithalle jedoch in sich.

An der geplanten Firsth√∂he lasse sich auf Grund beh√∂rdlicher Bestimmungen nicht viel √§ndern, so Just. Die „Leitlinie zur Beurteilung von Pferdehaltungen unter Tierschutzgesichtspunkten“ schreibt zentimetergenau vor, welche H√∂henma√üe beim Neubau von Stallungen und Reithallen einzuhalten sind. Man k√∂nne „vielleicht zehn bis f√ľnfzehn Zentimeter herausschlagen“, aber mehr nicht.

Um f√ľr internationale Turniere zu trainieren sind zudem gewisse Abmessungen vorgeschrieben. Da der Bauherr dies beabsichtigt, standen auch die Abmessungen des Geb√§udes nicht wirklich zur Diskussion.

Just nahm die Absicht, das Wohnhaus um ein Stockwerk zu verringern und den Anbau abzureißen sehr positiv auf:

Das Geb√§ude f√ľgt sich dann harmonisch in das Landschaftsbild.

Durch eine geplante 35 Meter lange Hecke verschwinde auch die Reithalle zum Teil im Hang. Zusammen mit der geplanten Dachform passe sich das „gut in die Umgebungsbebauung ein“, so Just.

Der Bauherr hat zahlreiche Natur-Ausgleichsma√ünahmen vorgesehen, die das Unternehmen „Bioplan“ in einem Gutachten zusammengestellt hat.

Geplant ist die Anlage einer zehn Quadratmeter gro√üen Trockenmauer und eines weiteren Teichs, hinzu kommen mehrere Fledermaus- und Vogelbrutk√§sten. Daneben sollen f√ľnf Obstb√§ume und drei neue Eichen gepflanzt und werden. Die bereits gef√§llten Eichen sollen weiterhin auf dem Gel√§nde verbleiben und dadurch K√§fern und Insekten als Unterschlupf dienen.

Just war sichtlich erfreut √ľber die geplanten Ma√ünahmen, sagte aber ganz deutlich:

Die Ausgleichsmaßnahmen haben wir nicht zu beurteilen. Die Entscheidung fällt ganz klar die Untere Naturschutzbehörde des Landkreises.

Karin Kunz (CDU) fand, dass sich die neue Halle¬†durch die bereits bestehende Halle des Reit-, Fahr- und Pferdezuchtvereins „harmonisch in die Umgebung einf√ľge“. Auch war sie √ľber das Gesamtvorhaben erfreut:

Ich finde es toll, was aus dem Gelände gemacht wird.

Werner Volk (FW) konnte sich nicht daran erinnern, „dass es jemals schon so eine umfangreiche Naturschutzplanung gegeben hat“. Ebenso wie Oliver Reisig (FDP) fand auch er das Bauprojekt als „positiv“.

Thomas Herdner (GLH) sagte, die vorliegenden Unterlagen seien „exzellent“. Zudem wies er darauf hin, dass f√ľr den notwendigen Natur-Ausgleich immer eine Kennzahl errechnet wird. Diese Kennzahl kann man auch in einen Geldwert umrechnen, daher sei es sehr positiv, dass der Bauherr √ľberhaupt Ausgleichsma√ünahmen angehe:

Der Bauherr hätte auch eine Abschlagszahlung an die Untere Naturschutzbehörde leisten können.

Verschiedenes

Die Gemeinde informierte den Ausschuss f√ľr Technik und Umwelt √ľber eine erteilte Zustimmung im Burgweg 32. Es wurde bei der Gemeinde ein Bauantrag f√ľr die Drehung eines Daches um 90 Grad und die Anhebung des Firstes um 1,10 Meter gestellt. Dies sei f√ľr die geplante Anbringung von Photovoltaikanlagen notwendig. Im Bebauungsplan seien solche Anlagen bereits vorgesehen, daher habe die Gemeinde dem Antrag zugestimmt.

Werner Volk (FW) sprach danach die un√ľbersichtliche Verkehrsf√ľhrung im Bereich des Bahn√ľbergangs an. Es sei nicht klar, welcher Teil der Fahrbahn als Abbiegespur geplant sei, und welcher zur Weiterfahrt diene. B√ľrgermeister Just antwortete, dass dort noch eine genaue Fahrbahnmarkierung geplant sei, diese jedoch aus Witterungsgr√ľnden noch nicht angebracht wurde.

"Die Karl-Drais-Schule ist auf einem sehr guten Weg!"

Karl-Drais-Schule geht Bildungspartnerschaft mit Edeka S√ľdwest ein

Erste Reihe (v.l.n.r.): Konrektor Robert Rodenberg, Rektor Jens Drescher, Thomas J√§ger (Edeka S√ľdwest), Michaela Fiethen (Edeka S√ľdwest), Harald T√∂ltl (IHK Rhein-Neckar), B√ľrgermeister Manuel Just (Hirschberg) und B√ľrgermeister Michael Kessler (Heddesheim).

 

Hirschberg, 03. Februar 2012. (red) Die Karl-Drais-Schule ging am 01. Februar 2012 ihren dritten Kooperationsvertrag f√ľr eine Bildungspartnerschaft ein. Nach der Daimler AG und der evangelischen Heimstiftung beteiligt sich nun Edeka S√ľdwest an dem Programm zur Unterst√ľtzung der Berufsfindung junger Menschen. [Weiterlesen…]

Wer sorgt in Zukunft daf√ľr, dass die "Lichter nicht ausgehen?"

Straßenbeleuchtungsvertrag mit EnBW läuft aus

Hirschberg, 02. Februar 2012. (red/jt) Im März 2012 läuft nach 20 Jahren der Straßenbeleuchtungsvertrag zwischen der Gemeinde Hirschberg und der EnBW aus. Im Gemeinderat einigte man sich nun auf eine beschränkte Ausschreibung um die Beleuchtung in Zukunft sicherzustellen.

Auch in Zukunft bleiben die Straßen Hirschbergs erleuchtet. Bild: Wikipedia / "3268zauber" unter CC-BY-SA 3.0

Der Straßenbeleuchtungsvertrag zwischen der Gemeinde Hirscherg und der EnBW läuft nach einer Laufzeit von 20 Jahren zum 31.März.2012 aus.

Bisher sind durch diesen Vertrag die Errichtung, Erweiterung, Erneuerung, √Ąnderung, Unterhaltung sowie der Strombezug der Stra√üenbeleuchtung geregelt.

Der Gemeinderat besch√§ftigte sich am 31. Januar 2012 mit der Frage, wer ab April den Betrieb und die Instandhaltung der 1139 Laternen in Hirschberg √ľbernimmt.

Insgesamt legten B√ľrgermeister Just und die Verwaltung dem Gemeinderat f√ľnf m√∂gliche Varianten f√ľr die Zukunft vor.

Schnell schloss man von allen Seiten eine Einzelbeauftragung von Firmen bei Defekten aus. Zu groß sei die Gefahr von haftungsrechtlichen Problemen und langwierigen Verzögerungen bei der Bearbeitung durch eine Fremdfirma.

Die √úbernahme der Aufgaben durch die Versorgungswerke Hirschberg GmbH und Co. schloss Manuel Just auf Nachfrage ebenfalls aus. Aufgetaucht war die Frage im Zusammenhang mit dem Vorschlag, die Aufgaben in Eigenverantwortung zu erf√ľllen oder einen Eigenbetrieb zu gr√ľnden.

F√ľr diese Optionen fehlte aber laut Just das Know-how, zudem m√ľsste daf√ľr im Bauhof eigens eine neue Stelle geschaffen werden. Diese w√§re aber vermutlich nicht dauerhaft ausgelastet.

Nachdem die Rechtslage f√ľr eine interkommunale Zusammenarbeit mit Ladenburg oder Schriesheim unklar war, beschloss man einstimmig einen √∂ffentlichen Wettbewerb und anschlie√üend eine beschr√§nkte Ausschreibung.

Der ausgeschriebene Vertrag soll zunächst auf vier Jahre angelegt sein. Die Option auf eine Verlängerung um zwei Jahre hielt man sich jedoch offen.

Dokumentation: Rede von B√ľrgermeister Manuel Just zur ersten Hirschberger Feuerwehr

„Auf der Zielgeraden eines wirklich gro√üartigen Fusionsprozesses“

Hirschberg, 30. Januar 2012. (red) B√ľrgermeister Manuel Just begr√ľ√üte¬†am vergangenen Samstag in der Aula der Karl-Drais-Schule eine Reihe von Ehreng√§sten zur 1. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hirschberg. Wir dokumentieren seine Rede.

Neben den Kommandanten wurden insbesondere der Alt- und Ehrenb√ľrgermeister Werner Oeldorf sowie die Ehrengemeinder√§te Martin St√∂hrer und Martin-Heinrich Bitzel begr√ľ√üt, dazu verschiedene Vertreter des Feuerwehrkreises sowie des DRK.

Just erinnerte daran, dass sich die beiden Wehren seit 2004 in „einem f√ľr unsere Gemeinde weitreichenden Fusionsprozess“ bef√§nden. Als Hauptmotive nannte Just die Einsatzf√§higkeit und Wirtschaftlichkeit.

Durch die ausgepr√§gte Pendlerstruktur in beiden Ortsteilen habe man bef√ľrchtet, irgendwann zu einem Punkt zu kommen, „an dem ihre Schlagkr√§ftigkeit insbesondere unter der Woche erheblich in Frage gestellt sein wird“.

So reifte die Erkenntnis, dass es nicht erst dazu kommen d√ľrfe, dass im Ernstfall „die Mindestausstattung unserer Wehr nicht gew√§hrleistet werden kann“.

Die hohen Unterhaltungskosten f√ľr Fahrzeuge, Ger√§tschaften und Geb√§ude lie√üen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit zus√§tzlich die √úberlegung entwickeln, dass eine st√§rkere Zusammenarbeit deutliche Effizienzgewinne erzeugen kann.

Wer alleine arbeitet addiert. Wer zusammenarbeitet multipliziert!,

hie√ü es schon 2005 in einer Pr√§sentation gegen√ľber dem Gemeinderat und dem damaligen B√ľrgermeister Werner Oeldorf.

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Erste Hauptversammlung der Feuerwehr Hirschberg.

So wurde in den letzten Jahren an einem gemeinsamen Fahrzeugkonzept und einer gemeinsamen Organisationsstruktur gearbeitet und ein neues und gemeinsames Feuerwehrgebäude wurde geplant.

Just erinnerte daran, dass vor allem die Standortentscheidung bez√ľglich des neuen Feuerwehrhauses hart diskutiert wurde –¬† nicht zuletzt wegen des dazwischengekommenen B√ľrgermeisterwahlkampfes.

In den Jahren 2006 bis 2008 fokussierte sich die Diskussion auf die beiden tats√§chlich m√∂glichen Standorte in der Weinheimer Stra√üe bzw. den Renn√§ckern ‚Äď sprich dem Standort, der letztendlich auch den Zuschlag erhielt, rekapitulierte der B√ľrgermeister.

Er halte vor dem Hintergrund des St√§dtebaus, m√∂glicher Belastungen f√ľr Anwohner und der Tatsache, dass auch von dem k√ľnftigen Standort aus die erforderlichen Einsatzzeiten gehalten werden k√∂nnen, die Entscheidung f√ľr sachgerecht und richtig.

Durch das Einbinden der Kameradinnen und Kameraden in den Baubegleitenden Ausschuss sei es gelungen, „ein Geb√§ude zu planen und letztendlich auch zu errichten, welches den Einsatzkr√§ften auf Jahrzehnte hin ideale Arbeitsbedingungen bieten wird.“

Just versprach, im Sommer ‚Äď sp√§testens jedoch im Herbst ‚Äď werde man das Geb√§ude nicht nur bezogen, sondern es in einer feierlichen Einweihung und einem ‚ÄěTag der offenen T√ľr‚Äú seiner Bestimmung √ľbergeben haben.

In insgesamt acht gemeinsamen Feuerwehrausschusssitzungen wurden, die seit diesem Jahr g√ľltige Feuerwehrsatzung, die Dienstkleidung, die Gestaltung des Terminkalenders, die Alarm und Ausr√ľckeordnung und vieles mehr beraten und die Vorschl√§ge f√ľr die zu vergebenden √Ąmter und Funktionen erarbeitet.

Damit biegen wir ziemlich genau nach acht Jahre ‚Äď und zugegebener Ma√üen nach einer Menge an Arbeit ‚Äď auf die Zielgerade eines wirklich gro√üartigen Fusionsprozesses ein.¬†Am heutigen Tag sprechen wir von 227 Mitgliedern beider Wehren, die nach 115 Jahren Feuerwehr Gro√üsachsen und 123 Jahren Feuerwehr Leutershausen in die Freiwillig Feuerwehr Hirschberg √ľbergehen.

Just bedankten sich bei allen Kameradinnen und Kameraden und besonders bei den beiden Kommandanten, die den Zusammenschluss nicht nur unterst√ľtzt, sondern auch gesteuert h√§tten. Sein Dank galt auch seinem Amtsvorg√§nger Oeldorf¬† sowie allen Gemeinder√§ten (die aber nicht alle erschienen waren, Anm d. Red.)

Sie h√§tten dazu beigetragen, dass 37 Jahre nach dem Zusammenschluss beider Ortsteile, diese wichtige organisatorische Einheit diesen Schritt ohne Druck und aus freien St√ľcken getan haben.

Mit dem Leitspruch ‚ÄěGott zur Ehr, dem n√§chsten zur Wehr‚Äú¬† und dem Wunsch f√ľr einen guten und konstruktiven Start, schloss Just seine Rede.

In rund 2,5 Stunden waren die Wahlen f√ľr alle √Ąmter abgeschlossen

Peter Braun ist erster Kommandant der Feuerwehr Hirschberg

(von links) Olaf Sebastian, Peter Braun und Heiko Jost - die neuen Kommandanten der Feuerwehr Hirschberg.

 

Hirschberg, 28. Januar 2012. (red) Ein historischer Tag f√ľr Hirschberg: Peter Braun ist mit 83 von 86 Stimmen zum ersten Kommandanten der fusionierten Feuerwehr gew√§hlt worden. Braun war der einzige Kandidat und durch das √ľberragende Ergebnis wurde ihm klar das Vertrauen der neuen gemeinsamen Wehr ausgesprochen. Damit endet die √Ąra der Freiwilligen Feuerwehren Gro√üsachsen und Leutershausen. Die Freiwillige Feuerwehr Hirschberg ist jetzt eine Einheit.

Zum ersten Stellvertreter wurde Olaf Sebastian, zum zweiten Stellvertreter Heiko Jost gewählt.

Die Wahl verlief trotz 2,5 Stunden L√§nge ingesamt z√ľgig. Immerhin standen alle √Ąmter neu zur Wahl. Von den 124 aktiven Mitglieder der fr√ľheren Wehren Gro√üsachsen und Leutershausen waren 86 zur ersten Hauptversammlung der gemeinsamen Feuerwehr Hirschberg gekommen.

B√ľrgermeister Manuel Just leitet die Wahl, der Hauptamtsleiter Ralf G√§nshirt sowie die Gemeinder√§te Karin Kund und Fritz Bletzer √ľbernahmen den Beisitz.

Nach den Kommandanten waren Schriftf√ľhrer, Kassenverwalter, der Feuerwehrausschuss, die Leiter der Alters- und Reserveabteilung sowie die Jugendfeuerwehrwarte zu w√§hlen.

B√ľrgermeister Manuel Just bezeichnete die 1. Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Hirschberg als „wahrlich gro√üen Tag f√ľr“:

37 Jahre nach der Verwaltungsfusion vereinigt sich nun die danach vielleicht wichtigste organisatorische Einheit der Gemeinde.

Der neue Kommandant Braun wandte sich in einer kurzen Rede an die nun gemeinsamen Kameraden, in der er f√ľr das Vertrauen dankte und die Schlagkr√§ftigkeit einer gemeinsamen Wehr betonte.

Die neuen Kommandanten m√ľssen noch in der Gemeinderatssitzung kommende Woche best√§tigt werden. Unverst√§ndlicherweise fehlten einige Gemeinder√§te bei der Veranstaltung.

Bis zum Herbst werden die beiden Wehren von ihren jetztigen Standorten in das neue Hilfeleistungszentrum umziehen. Sp√§testens dann ist alles „unter Dach und Fach.“

Anmerkung der Redaktion:
Wir werden die Rede von BM Just und die Namensliste der neuen Amtsinhaber noch dokumentieren.

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Kommentar zur bevorstehenden Fusion der Wehren

Zwei Geschichten – eine Zukunft

Zeitplan der bevorstehenden Fusion.

 

Hirschberg, 19. Januar 2012. (red) Die Feuerwehr Gro√üsachsen hat am 13. Januar 2012 ihre letzte Hauptversammlung abgehalten. Am 21. Januar folgt die Feuerwehr Leutershausen und am 28. Januar entsteht die gemeinsame Feuerwehr Hirschberg. Die alten Wehren bilden zusammen eine neue – zur√ľck bleibt die Geschichte von zwei Wehren und die eine gemeinsame Zukunft.

Von Hardy Prothmann

Es gab unbestreitbar jede Menge Probleme mit der nun bevorstehenden Fusion der beiden Hirschberger Wehren Рoh pardon, der Feuerwehr Großsachsen und der Feuerwehr Leutershausen.

In jeder Wehr, innerhalb der Wehren und zwischen Wehren und Gemeinderat. Und man darf davon ausgehen, dass mit der Fusion nicht alle Probleme ebenso gleich Geschichte sind, wie die offiziellen Namen „Gro√üsachsen“ und „Leutershausen“.

Man kann sogar vermuten, dass sich innerhalb der neuen Feuerwehr Hirschberg Gro√üsachsener und Leutershausener Trupps und Z√ľge bilden. Das aber w√§re fatal.

Orts-Teil-Identität?

Nicht nur f√ľr die Feuerwehr, sondern f√ľr ganz Hirschberg. Die Gemeinde hat vor gut 40 Jahren eine Fusion erlebt und das Ergebnis ist durchwachsen.

Die bis heute noch sehr h√§ufig demonstrierte Ortsteilidentit√§t muss einige in der Gemeinde nicht mit Stolz erf√ľllen, sondern alle die besch√§men, die dar√ľber eine Abgrenzung suchen. Und das sind nicht wenige.

Großsachsen und Leutershausen sind Hirschberg an der Bergstraße und nicht einfach je ein Teil. Wer das nicht versteht, handelt gegen die Interessen der Dorfgemeinschaft.

Lange Geschichte - die Feuerwehr Großsachsen.

 

Wer denkt, diese Analyse sei √ľberzogen, der m√∂ge sich bitte die Debatte √ľber eine dritte Sporthalle ins Bewusstsein rufen. Ein wesentlicher Punkt ist dabei der Standort: Gro√üsachsen oder Leutershausen. Der naheliegendste Standort Hirschberg kommt bei diesen Gedankenspielen nicht vor.

Die Frauen und Männer der fusionierten Wehren können dem gesamten Ort ein Vorbild sein, indem keine Spielchen gespielt werden, keine Ausgrenzungen stattfinden, sondern ein gemeinsames Ziel verfolgt wird: Die erste Hirschberger Feuerwehr zu sein. Das ist eine historische Tatsache Рob man diese Fusion später als gelungen betrachten wird oder nicht, hängt einzig und allein vom Verhalten aller Beteiligten ab.

Die Zeit ist reif f√ľr eine gemeinsame Identit√§t. Was mit einer Zwangsehe begann und irgendwann zur Vernunftehe wurde, hat nun langsam ein Recht darauf, eine aus √úberzeugung gelebte Gemeinschaft zu werden.

Gemeinsame Wehr f√ľr einen gemeinsamen Ort.

Die größere Großsachsener Wehr wechselt nach Leutershausen, der designierte Kommandant Peter Braun repräsentiert aber nicht die größere Wehr, sondern er hat die wichtige Aufgabe, eine gemeinsame Wehr zu bilden.

Das kann er nur mit dem Willen aller Beteiligten. Wird er sabotiert, hat er keine Chance. Wird er unterst√ľtzt, haben alle alle Chancen.

√úberall in Deutschland wird √ľber Migrationsprobleme debattiert – wie einfach muss doch im Vergleich ein Zusammenschluss von „√úberzeugst√§tern“ sein, von Menschen, die sich Kameraden nennen, das sein wollen und sind.

Der designierte neue Kommandant der 1. Feuerwehr Hirschberg: Peter Braun.

Es war bedauerlich, dass auf der Hauptversammlung der Gro√üsachsener Wehr nur vier Leutershausener zu sehen waren. Und ebenso nur vier Gemeinder√§te, Frau Maul-Vogt und die Herren Dallinger, Johe und Steinle. Hier h√§tte man eine andere Beteiligung erwarten d√ľrfen.

Mal schauen, ob man das einsieht und es bei der HV am kommenden Samstag in Leutershausen anders hält.

Ganz klar gehen viele Gewohnheiten in den einzelnen Wehren verloren. Ganz klar muss man sich neu orientieren. Je schneller man zusammenfindet und sich seiner Vorbildfunktion gewiss ist, umso schneller dient man auch der gemeinsamen Identität der beiden Ortsteile.

Das neue Hilfeleistungszentrum hat einen entscheidenden Vorteil – es ist ein Erstbezug. Der Ort ist nicht von Geschichte vorbelastet und hat damit ideale Voraussetzungen, das Zentrum einer neuen, gemeinsamen Geschichte zu werden.

Kommandant Mayer: „Wir haben stets versucht, das Optimale zu erreichen.“

Deutlicher Worte und ein klarer Appell von Kommandant Mayer.

 

Hirschberg/Gro√üsachsen, 19. Januar 2012. (red) Gut gelaunt und gl√ľcklich geht anders. Bei der letzten Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Gro√üsachsen war die Stimmung durchwachsen.

Von Hardy Prothmann

Die Anspannung ist zum Greifen. Kommandant Heiner Mayer, sein Stellvertreter Michael Braun und B√ľrgermeister Manuel Just sitzen an einem Tisch. Sie reden kaum, eigentlich gar nicht miteinander.

Alle wirken angespannt. Die rund 70 Feuerwehrleute, Aktive, Alte Herren und 17 Mitglieder der Jugendfeuerwehr schauen nach vorne. Man steht auf, gedenkt der Toten. Es folgen die Berichte.

Deutliche Worte

N√ľchtern, sachlich, beherrscht werden sie vorgetragen. Heiner Mayer verzieht keine Miene und spart nicht an deutlichen Worten.

Auch wenn die Wehren mit der Standortentscheidung nicht einverstanden waren, sind wir zufrieden, dass das Konzept weitgehend umgesetzt wurde und wird.

Heiner Mayer verteilt seine Anmerkungen zur bevorstehenden Funktion auf mehrere Reden. Im Bericht des Kommandanten sagt er:

Einige Male mussten wir die stimmberechtigten Mitglieder des baubegleitenden Ausschusses buchst√§blich Einbremsen, wenn f√ľr die Feuerwehr unzweckm√§√üige Beschl√ľsse gefasst werden sollten.

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Kurze Ansprach von B√ľrgermeister Just.

B√ľrgermeister Just sitzt am Tisch und h√∂rt aufmerksam zu. Seine Miene ist ernst – die sonst oft gezeigte Heiterkeit will ihm heute nicht gelingen.

Wir hatten bislang ein Alleinstellungsmerkmal – wir waren lange die einzige Gemeinde mit zwei Wehren.

Er versucht die Stimmung aufzulockern. Das gelingt auch ein wenig. Auf Einzelheiten will er nicht eingehen und fasst sich f√ľr seine Verh√§ltnisse sehr, sehr kurz:

Es waren schwierige Themen, die sachbezogen diskutiert worden sind.

Insgesamt acht Sitzungen gab es. Was f√ľr den einen sachbezogen war, gilt dem anderen manchmal als „unzweckm√§√üig“.

Heiner Mayer f√§llt dieser Termin nicht leicht. Seit 16 Jahren ist er Kommandant der Gro√üsachsener Feuerwehr. Die vier Jahre, die er k√ľnftig als Zugf√ľhrer noch Dienst in der dann gemeinsamen Hirschberger Wehr tun wird, h√§tte er vielleicht gerne mit einem 20-j√§hrigen Dienstjubil√§um abgeschlossen.

Doch die Zeit ist anders. Und Mayer beweist Größe. Es gibt kein Wort der Klage zu Differenzen zwischen den Wehren. Es gibt keine Anschuldigungen.

Klarer Appell.

Daf√ľr aber einen klaren Appell:

Die Feuerwehren Leutershausen und Gro√üsachsen haben mit dem Konzept das Fundament f√ľr die Zukunft der Feuerwehr Hirschberg gelegt. Die Gemeinde hat darauf sogar im w√∂rtlichen Sinne unser Haus gebaut. Jetzt liegt es an uns, dieses mit Leben zu f√ľllen.

Zur Person:

Heiner Mayer (61) ist seit 47 Jahren Mitglied der Feuerwehr Großsachsen. Seit 1996 ist er Kommandant, zuvor war er vier Jahre stellvertretender Kommandant.
Sein Vorbild ist sein Vater Рwie so häufig bei Feuerwehrleuten. Mit 14 Jahren trat Heiner Mayer in die Jugendfeuerwehr ein.
Der geb√ľrtige Gro√üsachsener ist Kaufmann und Vater von vier Kindern.

 

Traditionsreiche Feuerwehr wird verabschiedet

115 Jahre Feuerwehr Großsachsen

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Hirschberg/Großsachsen, 19. Januar 2012. (red) Nach 115 Jahren endet die Geschichte der Feuerwehr Großsachsen und die neue Geschichte der Feuerwehr Hirschberg beginnt am 28. Januar 2012.

Es begann mit L√∂scheimern, Handspritzen, Leitern. 1897 gr√ľndeten 45 M√§nner die Freiwillige Feuerwehr Gro√üsachsen. Im verflixten siebten Jahr ihres Bestehens kam der erste Gro√übrand. Das Wirtschaftsgeb√§ude des Gasthauses „Zum goldenen L√∂wen“ stand in Flammen. Zwei St√§lle und Scheunen sowie mehrere Nebengeb√§ude wurden ein Opfer der Flammen.

1911 erhielt die Feuerwehr eine mechanische Leiter mit zwölf Metern Steighöhe, die bis in die 70-er Jahre im Einsatz war und heute noch funktionsfähig in einer Scheune lagert.

In den 30-er Jahren kam die erste Motorspritze hinzu. Während des Krieges bestand die Feuerwehr vor allem aus Frauen und Kindern Рdie Männer waren im Krieg.

Ab 1951 bestimmte der Kommandant Karl Schr√∂der f√ľr 29 Jahre das Geschehen der Gro√üsachsener Feuerwehr.

1959 wurde das erste Löschfahrzeug angeschafft, gleich 1960 mussten die Kameraden drei Großbrände in vier Tagen bekämpfen Рein Brandstifter hielt den Ort in Atem.

In den 70-er Jahren erreichte die Gro√üsachsener Wehr mit √ľber 100 Aktiven den h√∂chsten Personalstand. 1974 wurde die Jugendfeuerwehr gegr√ľndet.

1975 wurde das Feuerwehrhaus am Riedweg bezogen.

1980 wurde das erste wasserf√ľhrende Fahrzeug TLF 1/25 in Dienst gestellt.

Mehr und mehr leistet die Feuerwehr auch technische Hilfestellungen, ist bei Unfällen schnell vor Ort, rettet Menschenleben. Und muss manchmal auch Tote bergen.

Der Brand des Rathauses vor zehn Jahren ist noch im Gedächtnis.

Heute hat die Feuerwehr Großsachsen 134 Mitglieder, darunter 67 Aktive und 19 bei der Jugend.

Es wird ein ordentliches Haus √ľbergeben. Die Kassenpr√ľfer Eberhard Korsch und Christian W√ľrz best√§tigten Matthias Kreis eine einwandfreie Kassenf√ľhrung.

Der F√∂rderverein √ľbergibt sein Verm√∂gen der neuen gemeinsamen Wehr.

In der Hauptversammlung beschließt die Versammlung eine Satzungsänderung, da die Feuerwehr Großsachsen mit der Bildung einer gemeinsamen Wehr zusammen mit den Leutershausener Kameraden dann Feuerwehr Hirschberg heißen wird.

Mit einer Dia-Show von Michael Braun werden Erinnerungsfotos aus einer traditionsreichen Geschichte gezeigt.

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R√ľckblick auf zahlreiche auch schwierige Eins√§tze

2011 war die Feuerwehr Großsachsen stark gefordert

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Überlandhilfe beim Großbrand im Heddesheimer Brunnenweg.

Hirschberg/Gro√üsachsen, 19. Januar 2012. Insgesamt 41 Mal musste die Feuerwehr Gro√üsachsen im Jahr 2011 ausr√ľcken – sieben Mal mehr als im Jahr zuvor. Einmal wegen eines t√∂dlichen Unfalls am Bahnhof.

2011 mussten neun Brandeins√§tze bew√§ltigt werden, 15 Mal leistete die Wehr technische Hilfe und 17 Mal r√ľckte sie auf Grund von Fehlalarmen aus – fast alle in den Gewerbegebieten.

„Langweilig“ war das Jahr nicht. Ob Zimmerbrand, Fahrzeugbrand, Unf√§lle, T√ľr√∂ffnung, Tierrettung, √úberlandhilfe – die Kameraden wurden zu unterschiedlichsten Eins√§tzen gerufen.

Dazu kamen zwölf Sicherheitswachen und insgesamt 24 Übungen mit den Kameraden aus Leutershausen.

Daniel Fritz, Daniel Kohl und Andreas Strifler (Jugendwart) absolvierten den Lehrgang zum Atemschutzger√§tetr√§ger bei der Berufsfeuerwehr Heidelberg. Olaf Sebastian bildete sich an der Landesfeuerwehrschule Bruchsal zum Zugf√ľhrer weiter.

Der stellvertretende Kommandant Michael Braun trug den Einsatzbericht und den des Jugendwarts vor, der arbeitsbedingt nicht teilnehmen konnte.

Am 15. Januar 2012 rettete die Feuerwehr Hirschberg einen Mann aus einem zerquetschten Auto auf der A5.

Foto: PR-Video, Marco Priebe

 

ATU w√ľnscht Betreiberin guten Erfolg

Neues Caf√© in der Breitgasse wird begr√ľ√üt

Hirschberg, 17. Januar 2012. (red) Großsachsen bekommt ein neues Café. Es folgt in der Breitgasse 2a in den Räumlichkeiten, die bislang von einem Kosmetikbetrieb genutzt worden sind.

B√ľrgermeister Just sagte:

Die Betreiberin macht einen sehr ordentlichen Eindruck und konnte mir nachvollziehbar vermitteln, dass sie wei√ü, was sie vorhat.Das w√§re eine absolute Bereicherung f√ľr uns in Gro√üsachsen.

Das Café sei kleinerer Natur, mit dem Angebot von Kaffee, Kuchen und kleinen Snacks.

Die Frage der Parkpl√§tze muss noch gekl√§rt werden. Bislang sind drei ausgewiesen, das Baurechtsamt muss pr√ľfen, ob diese ausreichen oder eine Baulast entsteht.

Der Ausschuss f√ľr Technik und Umwelt zeigte sich ebenfalls begeistert. Eva-Marie Pfefferle (SPD) sagte:

Gerade f√ľr uns Frauen ist es sch√∂n, wenn man in einem Caf√© auch was zu lesen hat.

Zum Konzept der neuen Gastronomie geh√∂rt ein begehbarer B√ľcherschrank. Oliver (FDP) sagte:

Es gibt leider viele negative Berichte √ľber das Aussterben der Breitgasse, insofern ist das eine sch√∂ne Entwicklung.

Anmerkung der Redaktion:
Der vorliegende Text wurde „live“ in der Sitzung geschrieben. Wir bereiten die Themen vor, verfolgen die Diskussion, notieren Zitate und Fakten und sobald ¬†die Abstimmung beendet ist, gehen wir mit der Nachricht online.
Teilweise berichten wir auch quasi in Echtzeit – √ľber Twitter und Facebook. Wir bieten unseren Leserinnen und Lesern damit einen exklusiven Service. Neben der „schnellen“ Information bieten wir immer auch Hintergrund und Meinung an.
Und wir sind an Ihrer Meinung interessiert Рob als Hinweis per email, als Kommentar auf dem Blog oder per Telefon oder im persönlichen Kontakt. Nutzen Sie die Möglichkeit!