Sonntag, 09. Juni 2019

Ingenieurgesellschaft Habermehl & Follmann untersucht Knotenpunkt L541

Verkehrsgutachten beauftragt

Hirschberg, 25. Juni 2012. (red/pm) Die Gemeinde Hirschberg hat in der vergangenen Woche die Ingenieurgesellschaft Habermehl & Follmann mit der Verkehrsuntersuchung des Knotenpunktes L541/ Autobahnanschluss A5/ Zufahrt Gewerbegebiet Hirschberg beauftragt.

Information der Gemeinde Hirschberg:

„Die Beauftragung ist die Folge des ATU-Beschlusses vom 12.06.2012 zum Antrag der Gemeinde Heddesheim auf Zulassung von Abweichungen von Zielen des Regionalplans „Unterer Neckar“ des Verbandes Region Rhein-Neckar fĂŒr eine gewerbliche BauflĂ€che im Bereich „Unteres BĂ€umelgewann“.

Mit Ergebnissen ist Anfang August zu rechnen.“

BĂŒrgermeister Manuel Just im Interview zur geplanten Edeka-Erweiterung in Heddesheim

„Die VerkehrslenkungsvertrĂ€ge sind zu Lasten Dritter geschlossen worden“

Die Edeka soll um ein zentrales GetrÀnkelager der Tochter "Kempf" erweitert werden. Quelle: Edeka

 

Hirschberg, 22. Juni 2012. (red) Zwischen den Gemeinden Hirschberg und Heddesheim knirscht es gewaltig. BĂŒrgermeister Manuel Just ĂŒbt deutliche Kritik an der Nachbargemeinde – grundsĂ€tzlich steht er Gewerbeentwicklungen positiv gegenĂŒber, aber nicht, wenn seine Gemeinde darunter zu leiden hat. Ein eigenes Verkehrsgutachten soll prĂŒfen, ob Hirschberg den schwarzen Peter zieht, wenn in Heddesheim mit der Pfenning-Ansiedlung nun auch noch die Edeka-Erweiterung kommen sollte. Die Möglichkeiten der Gemeinde Hirschberg sind begrenzt – mittlerweile ist es aber vorbei mit Höflichkeiten. Gemeinderat Werner Volk bezeichnete unlĂ€ngst die VerkehrslenkungsvertrĂ€ge als „nahezu bösartig“. Grund genug, den Verwaltungschef nach seiner Sicht der Dinge zu fragen.

Interview: Hardy Prothmann

Mittlerweile sind alle Fraktionen im Gemeinderat gegen die Gewerbeentwicklungen in Heddesheim aufgebracht. Haben Sie und der Gemeinderat wirklich alles unternommen, um von der Gemeinde Schaden abzuwenden?

Manuel Just: Diese Frage muss erlaubt sein, ob wir gegebenenfalls im Wege der Normenkontrollklage hĂ€tten gegen Pfenning vorgehen mĂŒssen. Ich glaube, dass es zum einen im Hinblick auf eine gute Nachbarschaft nicht geboten war und zweitens auch im Sinne des AbwĂ€gungsprozesses – der auf Regionalplan- beziehungsweise der FlĂ€chennutzungsplanebene stattgefunden hat. Zudem gibt es eine Vielzahl von PrivateigentĂŒmern oder privaten Personen, die auch gegen das Vorhaben Pfenning vorgehen. Kommende Woche ist Verhandlung am Verwaltungsgerichtshof. Das beobachten wir genau.

Die MĂŒhe um eine gute Nachbarschaft auf eigene Kosten ehrt Sie – jetzt kommt aber Edeka mit einer großen Erweiterung dazu.

BĂŒrgermeister ust bei der Eröffnung des "Sterzwinkel" - die Bewohner hier dĂŒrfen sich auf "Ausweichverkehr" gefasst machen.

Just: Bei Edeka muss abgewartet werden, wohin die Reise hingeht. Wir glauben einfach, dass wir – und so habe ich es ja auch in der Sitzung herausgestellt – inzwischen in einem, nennen wir es mal, Verfahrensstadium sind, das man so umschreiben kann: Heddesheim betreibt Wirtschaftsförderung in seinem Gewerbegebiet, was aber auch einen großen FlĂ€chenverbrauch verursacht. Das haben wir allerdings, meine ich, nur bedingt zu beurteilen. NĂ€mlich nur dann, wenn es Auswirkungen auf den FlĂ€chennutzungsplan hat, die so bisher von uns noch nicht mitgetragen worden wĂ€ren.

Die Verkehrsentwicklung ist negativ fĂŒr unsere Gemeinde.

Das bedeutet?

Just: Das heißt, entwickelt sich Gewerbe aus dem FlĂ€chennutzungsplan heraus, dann kann ich nicht die ganzen Jahre sagen, es war in Ordnung und jetzt auf einmal den Finger heben und sagen es gefĂ€llt mir so nicht mehr. Die Wirtschaftsförderung, die Heddesheim in dem Ballungsgebiet betreibt ist erfreulich. Weniger erfreulich ist, dass damit nach unseren BefĂŒrchtungen eine Verkehrsentwicklung einhergeht, die in weiten Teilen negativ fĂŒr unsere GemarkungsflĂ€che ist.

ErlÀutern Sie das bitte.

Just: Ich will es an einem Beispiel festgemacht, was passiert, wenn es zu einem RĂŒckstau oder einer Vollsperrung auf der Autobahn kommt? Wenn Sie aus sĂŒdlicher Richtung kommen, werden sie aller Voraussicht nach spĂ€testens bei der Abfahrt Ladenburg – Schriesheim runter fahren. Durch Ladenburg können Sie mit dem Schwerlastverkehr nicht fahren, um das Gewerbegebiet in Heddesheim zu erreichen, weil es relativ kleinrĂ€umig ist und die LKW-Fahrer wĂŒrden sich wahrscheinlich sehr, sehr schwer tun. Und – so mein Wissenstand – die Gemeinde Heddesheim dies auch ĂŒber den Verkehrslenkungsvertrag weitestgehend ausgeschlossen hat. Es wĂŒrde dann nur die Möglichkeit bleiben ĂŒber Schriesheim und Leutershausen zu fahren. Schriesheim ist nicht wirklich betroffen, da der Ort eigentlich auf seiner Gemarkung nur gestreift wird, zumindest mal im Hinblick auf die Wohnbebauung. Also wĂ€re Leutershausen betroffen und zwar egal ob sie dann die Kreisstraße der Heddesheimer Straße oder den wohl wahrscheinlicheren Weg des Autobahnzubringers wĂ€hlen.

Mehr oder weniger das Gleiche passiert, wenn Sie aus Norden kommen.

Just: Wenn Sie aus Norden kommen ist es vielleicht so, dass Sie in Weinheim runter fahren, dann können sie nicht ĂŒber Muckensturm, die Ringstraße ĂŒber Heddesheim, fahren, um das Gewerbegebiet zu erreichen, sondern mĂŒssen zwangslĂ€ufig durch das sowieso schon schwierige Nadelöhr in Großsachsen durch und damit tangiert man wieder die GemarkungsflĂ€che von Hirschberg und das kann nicht sein. Es kann nicht sein, dass es gewerbliche Entwicklungen auf Gemarkungen anderer Nachbargemeinden gibt, die Vorteile fĂŒr den einen bringen und nur Nachteile fĂŒr den anderen. Wie wir gegebenenfalls in einem Verfahren dagegen vorgehen, kann ich heute noch nicht sagen.

Bitte nicht zu hoch!

Wann haben Sie von der Edeka-Erweiterung erfahren? Und was gedacht?

Just: Ein paar Wochen, bevor es offiziell geworden ist. Mein erster Gedanke war, dass es schwer werden wird.

Konkreter?

Just: Aus unserer Sicht kann man das nur umsetzen, wenn die vorhandene Verkehrsinfrastruktur auskömmlich ist. Das war mein erster Gedanke. Und der zweite Gedanke war, ich sag das jetzt mal ein bisschen flapsig: Bitte nicht zu hoch! Ich habe alle Interessen zu berĂŒcksichtigen, auch die derjenigen Hirschberger, die in den hochpreisigen Regionen in unserer Gemeinde wohnen und diesen schönen Blick in die Rheinebene genießen wollen – ein Blick auf den Schriftzug „Edeka“ gehört dazu definitiv nicht. Das ist zwar im Vergleich nur ein kleiner und nicht berĂŒcksichtigungsfĂ€higer Teilaspekt – aber natĂŒrlich einer, der auch an mich herangetragen wird.

„Nahezu bösartig“

Noch einmal zum Verkehrslenkungsvertrag. Der Gemeinderat Werner Volk hat in der vergangenen ATU-Sitzung den Verkehrslenkungsvertrag als „nahezu bösartig“ bezeichnet. Das ist selbst fĂŒr Herrn Volk außergewöhnlich scharf. Wie sehen Sie das?

Just: Also ich kenne ja die Inhalte des Verkehrslenkungsvertrags nicht zu 100 Prozent – das muss ich voranstellen. Ja, die Formulierung des Gemeinderats war sehr scharf und hat sicher damit zu tun, dass dieser Verkehrslenkungsvertrag zu Lasten Dritter, also unserer Gemeinde geschlossen worden ist. Ich vermute, dass hat den Ärger bei Herrn Volk ausgelöst, was ich verstehe, wenngleich ich diese Formulierung nicht gewĂ€hlt hĂ€tte.

Herr Volk sieht den Gewinn fĂŒr Heddesheim und den Schaden fĂŒr Hirschberg. Was kann man tun, um den zu mildern?

Just: Von unserer Seite aus in Heddesheim gar nichts. Das wurde ja auch im ATU diskutiert, ob man einen Ă€hnlichen Vertrag fĂŒr uns einfordern könnte. Das geht nicht, weil es eine freiwillige SelbstbeschrĂ€nkung der Unternehmen ist.

Ein Vertrag zu Lasten Dritter

Als der Vertrag damals verhandelt wurde, haben wir den „Schöpfer“, den Anwalt Dr. Burmeister gefragt, ob sich denn solche VertragsverhĂ€ltnisse schon bewĂ€hrt hĂ€tten, ob er dafĂŒr ein Beispiel hĂ€tte. TatsĂ€chlich konnte er nichts nennen – dieser Verkehrslenkungsvertrag ist bundesweit einmalig. Glauben Sie, dass er Sinn macht?

Just: FĂŒr Heddesheim eventuell schon, das möchte ich nicht abschließend beurteilen. Insgesamt – da bringt mich auch keiner von meiner Meinung ab – war die Sinnhaftigkeit in dem Moment nicht mehr gegeben, als klar war, dass es ein Vertrag zu Lasten Dritter ist. Und das hĂ€tte ich persönlich nicht gemacht.

Objektiv betrachtet muss damit der Verkehr durch Hirschberg laufen, wenn die A5 zu ist.

Just: Das ist zutreffend. Wir haben mit der B3 eine ausgewiesene Umleitungsstrecke. Wenn es zu einer Vollsperrung oder grĂ¶ĂŸeren Sperrung auf der Autobahn kommt, dann gibt es ĂŒberall die blauen Schilder mit den ausgewiesenen Umleitungsstrecken – eben auf die B3. Deswegen haben wir zwangslĂ€ufig eine andere QualitĂ€t der Straßen und das muss man berĂŒcksichtigen. Unser Problem ist: Wir können den Unternehmen nichts anbieten. Wenn ich einen Bebauungsplanverfahren in der Hand habe, von dem ein Unternehmen etwas hat, dann ist dieses Unternehmen vielleicht eher bereit auf eine Forderung einzugehen, als wenn ich eben nichts in der Hand habe.

Es gibt Dinge, die mich Àrgern

Ärgert Sie das?

Just: Es gibt Dinge, die mich Àrgern in diesem Verfahren. Das sind beispielsweise diese VerkehrslenkungsvertrÀge und die Tatsache, dass möglicherweise die Verkehrsprobleme auf uns, ich unterstelle dabei keine böse Absicht, abgewÀlzt werden. Dass dies in Heddesheim ignoriert wird, ist mir unverstÀndlich.

Links verdecken die Edeka-Hallen schon die Sicht auf die Bergstraße. Rechts wird durch noch höhere Hallen noch weniger vom Ausblick ĂŒbrig bleiben. Bild: heddsheimblog.de

 

Druckmittel aka Basis

Hirschberg will nur ein eigenes Verkehrsgutachten erstellen lassen. Ich habe noch mal nachgeschaut, wir haben ja mittlerweile ein umfangreiches Blog-Archiv: Das haben Sie bereits Ende Oktober 2010 angekĂŒndigt, was soll das jetzt eineinhalb Jahre spĂ€ter bringen? Kommen sie damit nicht viel zu spĂ€t?

Just: Das glaube ich nicht. Es geht mir nicht um die Verhinderung der Gewerbeansiedlungen. Uns geht es im Wesentlichen darum, die Verkehrsprobleme zu lösen und die sind auch nicht weg zu diskutieren. Wenn diese allerdings gelöst sind, dann wird der Hirschberger Gemeinderat, zumindest  mehrheitlich, die Gewerbeansiedlungen auch so mittragen. Und deswegen geht es uns darum zu schauen, ob ein weiteres Verkehrsgutachten die bislang vorliegenden Ergebnisse oder die von uns immer wieder artikulierten PlausibilitĂ€tsprobleme bestĂ€tigt. Und dann haben wir, denke ich, schon…

… ein Druckmittel?

Just (lacht): Herr Prothmann, das wĂ€re sicher Ihre zugespitzte Formulierung . Dann haben wir zumindest eine andere Basis, um die Probleme zu diskutieren. Im Moment gibt es zwei Gutachten, die eine noch ertrĂ€gliche Belastung prognostizieren – wir lassen das jetzt noch von einer dritten Seite betrachten.

Es wird das vierte Gutachten sein. Zwei Gutachten stammen vom BĂŒro Koehler, Leutwein und Partner, eins aus dem Jahr 2000 besagt, der Kreisverkehr sei fast an der Grenze der LeistungsfĂ€higkeit. Das hatte die Gemeinde Heddesheim veranlasst, als das Hirschberger Gewerbegebiet gebaut worden ist. Derselbe Gutachter kommt zehn Jahre spĂ€ter trotz der zusĂ€tzlichen Belastung durch Pfenning zur Prognose, alles sei in Ordnung. Wieder im Sinne von Heddesheim. Und der aktuelle Gutachter sieht das auch so.

Just: Das ist ein Teil der PlausibilitĂ€tsprobleme, die der Gemeinderat und ich sehen: Wie soll das möglich sein? Im Moment ist das eher ein BauchgefĂŒhl – deswegen wollen wir ja eine fachliche Expertise.

FĂ€lschliche Fachexpertisen?

Was fĂŒr ein Licht wirft es auf den Wert von Gutachten an sich?

Just: Es wĂ€re anmaßend zu sagen, das Ergebnis der Gutachten seien bestellte Ergebnisse. Es sind alles renommierte Gutachter, die auch einen Namen und einen Ruf zu verlieren haben. Aber auch renommierte, seriöse Gutachter machen vielleicht Fehler, indem sie von vielleicht falschen Annahmen ausgehen. Falsche VerkehrszĂ€hlungen erhoben haben, die nicht den reprĂ€sentativen Tagen entsprechen. Fehler passieren auch bei großer Sorgfalt.

Sie hĂ€tten auch Diplomat werden können. Mal ganz undiplomatisch: Was halten sie von der Sicht, dass der Hirschberger Gemeinderat ein Alibigutachten gegenĂŒber der Bevölkerung braucht, um sagen zu können: „Wir haben doch alles getan!“

Just: Meine Kritiker werden das wahrscheinlich so sehen und behaupten. Ich bin ĂŒberzeugt, dass das Gutachten den Gemeinderat auf jeden Fall weiterbringt. Es gibt eigentlich nur zwei Lösungen, es geht dafĂŒr oder dagegen aus. Geht es zu unseren Gunsten aus haben wir mit Sicherheit etwas in der Hand, das den AbwĂ€gungsprozess fĂŒr alle Beteiligten erschwert und unsere Belange werden höher gewichtet. Geht es so aus, dass der Gutachter eine Auskömmlichkeit feststellt, mĂŒssen wir das akzeptieren.

Verkehr, Kreisel, Alibi

Heddesheim argumentiert, dass der Verkehr des Fleischwerks wegfĂ€llt und nur durch den GetrĂ€nkeverkehr ersetzt wird. Was aber, wenn der Ausgangszustand, der wiederhergestellt wird, schon nicht gut war? Und aus Ihrer Sicht kommen noch andere Entwicklungen wie in Weinheim LĂŒtzelsachsen Ebene hinzu – nochmal 1.000 Autos mehr.

Just: Genau deswegen muss es um eine ausreichende ErtĂŒchtigung der Anschlussstellen gehen. Im Osten soll ein Kreisverkehr gebaut werden. Da haben wir positive Signale aus dem RegierungsprĂ€sidium. Ich denke auch, dass das zeitnah umsetzbar ist. FĂŒr den Kreisverkehr im Westen, der in Richtung Heddesheim an der Gemarkungsgrenze liegt, schwebt uns eine Bypasslösung vor.

Ist Hirschberg mit seinen BedĂŒrfnissen nicht nur ein Rad im System?

Just: Klar, das sage ich auch dem Gemeinderat immer wieder. Wir mĂŒssen uns realistisch einordnen. Als kleine Gemeinde mit 9.500 Einwohnern. Aber wir haben unsere BedĂŒrfnisse sehr deutlich gemacht, das können Sie mir glauben.

Wie?

Just: Die Planungen fĂŒr den Kreisverkehr werden jetzt wirklich vorangetrieben. Da haben der Kollege Kessler und ich viel erreicht gegenĂŒber dem RegierungsprĂ€sidium. Wo man sich noch abwehrend positioniert, ist diese Bypasslösung. Und die ist fĂŒr uns fast wichtiger.

Auch fĂŒr eine eigene Weiterentwicklung? Wenn alle Verkehrsbeziehungen ausgereizt sind, braucht Hirschberg gar nicht erst mit dem Gedanken einer Erweiterung spielen – oder?

Just: Dieser Aspekt steht momentan nicht auf der Agenda – aber Sie haben recht. Auch unsere eigene EntwicklungsfĂ€higkeit wĂŒrde damit in Zukunft massiv beschnitten werden.

Die GLH hatte ja ein Normenkontrollverfahren beantragt. Die Mehrheit des Gemeinderats hat sich in nicht öffentlicher Sitzung dagegen ausgesprochen. War es eine deutliche Mehrheit?

Just: Ja.

Okay. Das Meinungsbild hat aber gedreht, möglicherweise wÀren die MehrheitsverhÀltnisse heute anders. Können Sie festmachen, wodurch das gekommen ist?

Just: Wir haben sehr viele BerĂŒhrungspunkte mit der Gemeinde Heddesheim: die Wasserversorgung, die Schulentwicklung beispielsweise. Deswegen ist uns, mir insbesondere, auch sehr viel an einem guten nachbarschaftlichen VerhĂ€ltnis gelegen. Nur hat dies irgendwo auch seine Grenzen. Und zwar da, wo wir glauben, dass unsere BefĂŒrchtungen und Belange nicht ausreichend gewichtet werden. Der erste Verkehrslenkungsvertrag ging schon zu unseren Ungunsten und jetzt soll noch einer mit Edeka geschlossen werden, wieder zu unseren Ungunsten. Einmal haben wir das hingenommen – jetzt mĂŒssen wir handeln.

Man munkelt, dass das VerhÀltnis zwischen Ihnen und Herrn Kessler nicht gerade gut ist.

Just: Wir betrachten die Sachlage zwangslĂ€ufig aus unterschiedlichen Blickwinkeln und sind Profis genug, das zu berĂŒcksichtigen.

Dokumentation: Auf dem Heddesheimblog.de finden Sie die PrÀsentation der geplanten Edeka-Erweiterung.

Heftige Diskussion im ATU ĂŒber Erweiterung der Edeka in Heddesheim

Hirschberg beauftragt neues Verkehrsgutachten

Hier soll die neue Edeka-Erweiterung enstehen.

Hirschberg/Heddesheim, 14. Juni 2012. (red/sap) Im Ausschuss für Technik und Umwelt (ATU) in Hirschberg wurde gestern heftig diskutiert – wegen der in Heddesheim geplanten Erweiterung der Edeka. Schließlich beschloss der Ausschuss eine Stellungnahme, nach der Hirschberg von „allen zuständigen Stellen“ verlangt, dass „verkehrsmindernde Maßnahmen zugesagt werden“. Zudem wird Hirschberg ein eigenes Verkehrgutachten beauftragen.

Von Sabine Prothmann

Der Antrag der Gemeinde Heddesheim auf Zulassung von Abweichungen von Zielen des Regionalplans „Unterer Neckar“ des Verbandes Region Rhein-Neckar für eine gewerbliche Baufläche im Bereich „Unteres Bäumelgewann“ in Heddesheim – dabei geht es um die Erweiterung der Edeka – wurde im ATU der Gemeinde Hirschberg heftigst diskutiert.

Bürgermeister Manuel Just betonte ausdrücklich, dass er einer Wirtschafsförderung und einer Arbeitsplatzsicherung  positiv gegenüber stehe, dass aber die Verkehrsentwicklung nicht zu Lasten der Gemeinde Hirschberg gehen dürfe.

Die Kapazitäten der Autobahn und der Autobahnanschlüsse betrachtete Just sehr kritisch. Schon bei der Erschließung des Hirschberger Gewerbeparks habe einVerkehrsgutachten bescheinigt, die Verkehrssituation sei „gerade noch auskömmlich“. Und auch jetzt nach der Pfenning-Erschließung und mit dem Ausbau des Edeka -Geländes wurde wieder „mit gerade noch auskömmlich“ argumentiert.

„Wirtschaftsförderung ist gut, aber wir brauchen eine technische Lösung für die Autobahnanschlüsse“, argumentierte der Bürgermeister.

Bypass-Lösung nicht notwendig?

Ein weiterer Kreisverkehr sei vom Regierungspräsidium in Aussicht gestellt worden, aber eine Bypass-Lösung empfinde man dort als nicht notwendig.

Deswegen plädierte Just dafür, dem Verwaltungsvorschlag zuzustimmen, dass der ATU erst unter der Voraussetzung, dass das Regierungspräsisium Karlsruhe verkehrsmindernde Maßnahmen für den Bereich des Kreisverkehrs und des Autobahnanschlussse Hirschberg in Aussicht stelle, dem Antrag der Gemeinde Heddesheim zustimme.

Unter den ATU-Mitgliedern herrschte schnell Einigkeit, dass die Formulierung „in Aussicht stelle“ noch zu „weich“ sei.

Karin Kunz (CDU) bezeichnete das Pfenning-Gebäude und die Entwicklung als „Katastrophe“, „da muss verkehrstechnisch etwas passieren, das geht nicht mehr“.

Und auch Bürgermeister Just musste einräumen, die Gemeinde Hirschberg sei durch den Ausweichverkehr stark betroffen, was natürlich auch aus dem Verkehrslenkungsvertrag resultiere, den Heddesheim mit Pfenning abgeschlossen habe.

„Wir haben dieses Thema oft behandelt und nichts erreicht“, meinte Fritz Bletzer (FW) und weiter:

Stimmen wir nicht zu, sind wir Arbeitsplatzvernichter, stimmen wir zu, baut die Gemeinde Heddesheim, ohne dass die Verkehrsprobleme gelöst werden.

„Wenn wir ablehnen, heißt das noch lange nicht, dass nicht gebaut wird“, klärte der Bürgermeister diese These. Das sei schließlich eine Sache des Regionalverbandes.

Hirschberg sei auch nicht gegen die Ausweitung des Gewerbegebietes, verdeutlichte Bürgermeister Just noch einmal seine Haltung, sondern für die Schaffung einer Infrastruktur. „Auch wir verursachen mit unserem Gewerbepark Verkehr“, machte er deutlich.

„Das hört sich jetzt sanft an“, kritisierte Karl Heinz Treiber (GLH). Im Januar habe die Aussage Just noch ganz anders geklungen. Treiber ziterte den Bürgermeister mit einem Satz aus der Rhein-Neckar-Zeitung:

Heddesheim muss seine Hausaufgaben machen.

„Wir haben hier einen Mords-Block von Industrieerweiterung“, sagte der Grünen-Gemeinderat. Ihm seien das eindeutig „zu wenig an gemachten Hausaufgaben“.

Just entgegnete:

Wir stimmen zu, um unseren guten Willen zu demonstrieren.

Die Formulierung sei zwar weicher und sanfter, aber das Resultat sei gleich.

Eva-Marie Pfefferle (SPD) sprach von einem „Wischiwaschi-Gutachten“. Es sei unlogisch einerseits von mehr Arbeitsplätzen zu sprechen und andererseits zu versichern, es gäbe nicht mehr Verkehr und LKWs.

Auch Karl Schnell (CDU) sagte:

Das Verkehrsgutachten ist eine Katastrophe und das Regierungspräsidium springt darauf ein.

Dem müsse bei der Formulierung des Beschlussvorschlags Rechnung getragen werden, so Schnell.

Mit der Formulierung habe man Heddesheim aus der Pflicht genommen, kritisierte Treiber.

Es kam der Vorschlag auf, dass auch Hirschberg einen Verkehrslenkungsvertrag mit der Firma Pfenning abschließen sollte.

Dem hielt der Bürgermeister entgegen, die B3 sei eine Ausweichstraße. Zudem

Heddesheim hat den Hebel in der Hand, Heddesheim hat die Fläche und den Bebauungsplan.

Werner Volk (FW) sagte: „Der Verkehrslenkungsvertrag ist schon bösartig“, und:

Ich versteh die Welt nicht und ich versteh auch Heddesheim nicht. Der Verkehrslenkungsvertrag ist ein Unding.

„Wir werden wieder verlieren und das ärgert mich maßlos“, erklärte Karin Kunz:

…denn ob wir ablehnen oder nicht, spielt keine Rolle.

„Wir sind mit der Entwicklung nicht zufrieden“, sagte der Bürgermeister und schlug vor ,die zurückgestellten 10.000 Euro für ein Verkehrsgutachten jetzt einzusetzen.

Sein Vorschlag, dass die Gemeindeverwaltung ein Verkehrsgutachten beauftragen sollte, um die Haltung Hirschbergs auf Plausibilität zu überprüfen und die Stellungsnahme zu flankieren, wurde einstimmig angenommen.

Der geänderte Beschlussvorschlag lautete schließlich, dass Hirschberg seine Zustimmung davon abhängig mache, dass von allen zuständigen Stellen verkehrsmindernde Maßnahmen für den Bereich des Kreisverkehrs und des Autobahnanschlusses Hirschberg zugesagt werden.

Bei zwei Gegenstimmen (GLH) wurde dem zugestimmt.

„Mitten im Feld“

Auch zu dem Bebauungsplan „Mitten im Feld“ der Nachbargemeinde Heddesheim sollte Hirschberg eine Stellungnahme abgeben.

Die meisten Ausschussmitglieder hatten mit dem geplanten Neubaugebiet keine Probleme.

Eva-Marie Pfefferle freute sich über die bunte Mischung der Bauformen, die hier vorgesehen seien, während Oliver Reisig (FDP) die „Unordnung“ eher kritisch betrachtete.

Bei zwei Gegenstimmen der Grünen Liste Hirschberg wurde dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, Hirschberg habe keine Bedenken gegen den Bebauungsplanentwurf entsprochen.

An Karl Heinz Treiber gewandt, meinte der Bürgermeister:

Ich wäre persönlich beleidigt, wenn Sie hier zugestimmt hätten, nachdem Sie gegen meinen Sterzwinkel gestimmt haben.

MM lobhudelt weiter

Neues von der Baustelle: Folge 9. Pfenning informiert „ausgewĂ€hlt“

"Pfenning"-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger: Sagt immer nur so viel, wie er muss und hĂ€ufig auch nur irgendwas, was spĂ€ter wieder ganz anders ist. Archivbild.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 09. MĂ€rz 2012. Der Mannheimer Morgen fĂ€hrt mit seiner unkritischen Jubel-Berichterstattung in Sachen „Pfenning“ fort. Das war nicht anders zu erwarten. Und „Pfenning“ bedient die Zeitung exklusiv – unsere Redaktion wird vom „neuen, guten Nachbarn“ ausgegrenzt und nicht informiert. Folglich gilt das auch fĂŒr unsere Leserinnen und Leser. Der Grund ist einfach: Wir berichten zu kritisch und Kritik ist nicht erwĂŒnscht.

Von Hardy Prothmann

Das ist er also, der neue, gute Nachbar „Pfenning“. Ein Unternehmen, das bewusst in Kauf nimmt, große Teile der Heddesheimer Bevölkerung nicht zu erreichen. NĂ€mlich alle die, die den Mannheimer Morgen nicht abonniert haben und das sind sehr viele.

Dabei weiß GeschĂ€ftsfĂŒhrer Uwe Nitzinger sehr genau, dass die HĂ€lfte des Ortes gegen die montröse, 650 Meter lange Bebauung auf 20 Hektar bestem AckergelĂ€nde war. Nachdem der Bebauungsplan aber gegen alle klugen und kritischen EinwĂ€ndungen durchgesetzt war, sah und hörte man nichts mehr von Pfenning. Auch der Baustart wurde bis auf eine lĂ€ppische Pressemeldung nicht kommuniziert.

Geschönte Berichte

Ab und an wirft „Pfenning“ mal einen Brocken hin und der MM schnappt ihn dankbar auf – immerhin hat „Pfenning“ ja auch schon einiges an Anzeigen dort geschaltet.

So erfahren die Zeitungsleser also, in welcher Reihenfolge die Hallen gebaut werden. Erst der nördliche Teil, von Ost nach West, dann der sĂŒdliche Teil. DafĂŒr werden Fertigsystemteile des Bayerischen Unternehmens Max Bögl verbaut. Bögl hat sich auf diese Bauweise spezialisiert. Dazu gibt es Informationen, dass ein paar hundert Bauteile, StĂŒtzen und Platten verbaut werden. Und rund 80 Bauarbeiter beschĂ€ftigt sind, bis zu 300 sollen es im Sommer werden.

Wenn man sich Referenzobjekte auf der Bögl-Homepage anschaut, darf man berechtigte Zweifel haben, ob das „Pfenning“-GelĂ€nde tatsĂ€chlich Ende 2013/Anfang 2014 fertig gestellt sein wird, wie Uwe Nitzinger im Mannheimer Morgen behaupten darf.

Im sĂŒdlichen Teil zur Benz-Straße hin wird ein Teil der Hallen 18 Meter hoch – wer hier was einlagern wird? Keine Information. Die Schiene kommt dann, wenn sie jemand braucht – also irgendwann oder nie. Die Schienenandienung war eins der Hauptargumente der CDU fĂŒr die Logistikansiedlung. Jetzt erfĂ€hrt man, dass mindestens „36-Monate“ Vorlauf nötig seien, falls denn mal jemand Interesse haben könnte.

FragwĂŒrdige Äußerungen

Ebenso darf Nitzinger behaupten, niemand hĂ€tte was davon gemerkt, dass „Pfenning schon da ist“ und das mit „Lkw-Verkehr“. Dazu wird unwidersprochen der Bauverkehr mit angeblich bis zu 800 Lkw-Bewegungen in der Spitze verglichen. Das ist hanebĂŒchen.

NatĂŒrlich weiß man schon lange, dass die Bauarbeiten begonnen haben – wir bringen aktuell unsere neunte Folge zur Baustelle. Im Gewerbegebiet werden Laternenmasten umgefahren und die Straßen sind hĂ€ufig verdreckt – wie das halt so ist in der NĂ€he von Baustellen. Wer allerdings fĂŒr die Straßenreinigung aufkommt, ob „Pfenning“ oder der Steuerzahler? Wer weiß, dazu gibt es keine Informationen.

DafĂŒr erhĂ€lt man aber einen Eindruck, wie das sein wird, wenn tĂ€glich hunderte zusĂ€tzliche Lkw hier unterwegs sein werden. Im Hirschberger Kreisel ist der Aspahlt schwer beschĂ€digt und vor der Auf-/Abfahrt auf die A5 auf Hirschberger Seite hat sich eine deutliche Absenkung gebildet, die auf Reparatur wartet. Unsere Recherchen hierzu haben ergeben, dass das RegierungsprĂ€sidium zustĂ€ndig ist, die Sache ans Landratsamt weitergereicht hat, aber keiner weiß oder sagen kann, wann diese SchĂ€den, die auch unfallgefĂ€hrlich sein können, behoben werden.

Offene Fragen

Uwe Nitzinger darf ĂŒber Kekse und Schokolade reden, die der neue Kunde „Kraft Foods“ hier lagern will. Ob der neue Kunde und die damit verbundenen VertrĂ€ge das „Pfenning“-Projekt ĂŒberhaupt erst finanzierbar gemacht haben, wird nicht gefragt.

Es war schon seltsam, wie der strahlende Chef Karl-Martin Pfenning erst eine 100 Millionen-Euro-Investition verkĂŒndete, dann aber trotz Baugenehmigung nichts passierte. Es gab viele GerĂŒchte, ob die Finanzierung geplatzt sei. Harte Fakten gibt es nicht, weil der eigentliche Investor die Phoenix 2010 GbR ist – ein zwei-Mann-„Unternehmen“, das nicht publizitĂ€tspflichtig ist.

Weiter darf Nitzinger behaupten, man halte sich an den Verkehrslenkungsvertrag – dabei werden immer wieder große „Pfenning“-Lkw gesichtet, die durch den Ort fahren. Und die Aussage: „Der Verkehr kommt aus der Ferne und geht in die Ferne“, wird gar nicht erst vom MM aufgegriffen.

Leere Versprechen

Herzig ist die Information, es wĂŒrde keinen regionalen Verkehr geben. Also nicht von Pfenning. Wenn Waren beispielsweise fĂŒr Edeka eingelagert und von Edeka ausgeliefert werden, dann ist das ja kein „Pfenning“-Verkehr. Und wenn die regionalen Versorgungs-Lkw bis zu 12 Tonnen schwer sind, gilt fĂŒr die auch nicht der Verkehrslenkungsvertrag. Wer immer noch an all die „Versprechungen“ glaubt, ist selbst schuld.

Angeblich sollen fĂŒr den Kunden Kraft Foods zweihundert Leute arbeiten – davon aber die HĂ€lfte als LeihkrĂ€fte. Die Zahl „bis zu 1.000 ArbeitsplĂ€tze“, mit der BĂŒrgermeister Kessler, die CDU, SPD und FDP fĂŒr das Projekt geworben haben, fĂ€llt in diesem Zusammenhang nicht mehr. Und – ach ja – vier AusbildungsplĂ€tze halte „Pfenning“ nach wie vor frei fĂŒr Heddesheimer BerufsanfĂ€nger – bislang habe sich aber niemand gefunden, der zu „Pfenning“ passt. Das soll man alles so glauben, denn es steht ja in der Zeitung.

AusgewÀhlte GÀste

Am 23. MĂ€rz gibt es eine „symbolische Grundsteinlegung“ – fĂŒr ausgewĂ€hlte GĂ€ste. Wir sind bislang noch nicht eingeladen worden und vermuten, dass es dabei bleibt. Der Mannheimer Morgen darf sicherlich in der ersten Reihe sitzen, damit man auch jedes Wort exakt so mitschreibt, wie man das von seiten der Verwaltung und Pfenning will.

Das wird so erwartet und auch erfĂŒllt.

"Die Karl-Drais-Schule ist auf einem sehr guten Weg!"

Karl-Drais-Schule geht Bildungspartnerschaft mit Edeka SĂŒdwest ein

Erste Reihe (v.l.n.r.): Konrektor Robert Rodenberg, Rektor Jens Drescher, Thomas JĂ€ger (Edeka SĂŒdwest), Michaela Fiethen (Edeka SĂŒdwest), Harald Töltl (IHK Rhein-Neckar), BĂŒrgermeister Manuel Just (Hirschberg) und BĂŒrgermeister Michael Kessler (Heddesheim).

 

Hirschberg, 03. Februar 2012. (red) Die Karl-Drais-Schule ging am 01. Februar 2012 ihren dritten Kooperationsvertrag fĂŒr eine Bildungspartnerschaft ein. Nach der Daimler AG und der evangelischen Heimstiftung beteiligt sich nun Edeka SĂŒdwest an dem Programm zur UnterstĂŒtzung der Berufsfindung junger Menschen. [Weiterlesen…]

ATU stimmt gegen die PlÀne in Heddesheim

Hirschberg lehnt Edeka-Erweiterung ab

Hirschberg/Heddesheim, 17. Januar. (red) Bis auf die FDP stellten sich alle Fraktionen gegen das Vorhaben, in Heddesheim ein GetrĂ€nkelager zu errichten. Die GemeinderĂ€te fĂŒrchten den Verkehrskollaps.

BĂŒrgermeister Manuel Just erlĂ€uterte das  in Heddesheim geplante Bauvorhaben:

Ich persönlich freue mich absolut ĂŒber eine weitere wirtschaftliche Entwicklung der Nachbargemeinde. Wir haben aber eine außerordentliche schwierige Verkehrssituation. Der Verkehr wird abermals zunehmen.

Gerde der Lkw-Verkehr wĂŒrde bei Problemen auf der A5 ĂŒber Schriesheim und Hirschberg, sowohl in Leutershausen als auch Großsachsen, ausweichen.

Auch der Kreisverkehr sei nach Meinung der Gemeinde nicht in der Lage weiteren Verkehr aufzunehmen.

Wir akzeptieren zwar eine weitere Entwicklung in Heddesheim. Wir wollen unsere damit einhergehenden Probleme gelöst haben. Sonst kann ich nicht zustimmen.

Fritz Bletzer (Freie WĂ€hler) sagte:

Die Gemeinde Heddesheim bringt uns mal wieder in die ZwickmĂŒhle. Schon bei Pfenning war man nicht in der Lage, klipp und klar zu sagen, wie der Verkehr sich entwickelt.

Weiter sagte er, er wisse, dass ein weiterer Kreisel an der Autobahnausfahrt von Heidelberg geplant sei. Bevor die Situation nicht gelöst sei, könne man nicht zustimmen.

GLH-Gemeinderat Karl-Heinz Treiber sagte:

Wir lehnen wegen der vielfÀltigen Probleme dieses Bauvorhaben ab.

Auch CDU und SPD waren fĂŒr eine Ablehnung. Eva-Marie Pfefferle sagte:

Ich möchte wie die anderen die Verwaltung loben, dass hier Kralle gezeigt wird. Wir leiden am meisten unter dem Verkehr und wollen das nicht.

Sieben Ausschussmitglieder stimmten fĂŒr die Ablehnung. Die CDU-GemeinderĂ€te Dr. Jörg Boulanger (Rechtsanwalt) sowie Karl Schnell (Bauunternehmer) erklĂ€rten sich wegen Auftragsverbindlichkeiten mit der Gemeinde Heddesheim fĂŒr befangen.

 

Anmerkung der Redaktion:
Der vorliegende Text wurde „live“ in der Sitzung geschrieben. Wir bereiten die Themen vor, verfolgen die Diskussion, notieren Zitate und Fakten und sobald  die Abstimmung beendet ist, gehen wir mit der Nachricht online.
Teilweise berichten wir auch quasi in Echtzeit – ĂŒber Twitter und Facebook. Wir bieten unseren Leserinnen und Lesern damit einen exklusiven Service. Neben der „schnellen“ Information bieten wir immer auch Hintergrund und Meinung an.
Und wir sind an Ihrer Meinung interessiert – ob als Hinweis per email, als Kommentar auf dem Blog oder per Telefon oder im persönlichen Kontakt. Nutzen Sie die Möglichkeit! 

Initiative fordert BĂŒrgerforum: „Der Sterzwinkel hat nur GrundstĂŒckbesitzern Vorteile verschafft.“

Hirschberg, 16. November 2011. (red/pm) In der Pressemitteilung kritisiert die BĂŒrgerinitiative, dass nur GrundstĂŒckbesitzer Vorteile aus dem Baugebiet hĂ€tte. Weiter moniert die Initiative, dass das Argument, der Kindergarten Großsachsen wĂ€re ohne Sterzwinkel nicht zu halten gewesen, eine Fehlinformation war. Die Schließung des Edeka-Marktes in Großsachsen sehen die BĂŒrger kritisch und befĂŒrchten noch mehr Verkehr auf der B3.

Pressemitteilung der BĂŒrgerinitiative Sterzwinkel

„Beim letzten Treffen der BĂŒrgerinitiative Sterzwinkel wurde u.a. ĂŒber die Entscheidung von Herrn Zeilfelder gesprochen, der nun doch den Markt in der Breitgasse nicht weiter betreiben möchte.

Dies ist wenig verwunderlich, denn es hat eigentlich Jeder erahnt. UnglĂŒcklich ist nur die Art der Information von Seiten Marktleitung und Verwaltung der Gemeinde. So ĂŒberraschend kann die Aussage nicht gekommen sein.

Der von Herrn Zeilfelder in Absprache mit der Gemeinde angebotene Fahrdienst ist daher eher als eine „Beruhigungspille“ anzusehen, es fragt sich, wie lange diese Aussage Bestand hat, vielleicht genau so wie das Versprechen den Markt in der Ortsmitte fĂŒr lĂ€ngere Zeit zu erhalten.

Es ist schon grotesk, wie nun von Seiten der Gemeinde versucht wird, einen nicht fußlĂ€ufigen Markt außerhalb des Ortskerns attraktiv zu gestalten. Es sollen nun Personen ohne Fahrzeug mit „Bussen“ zum Einkaufen an den Ortsrand gefahren werden. HĂ€tten wir nicht ebenso ernsthaft ĂŒber Alternativen fĂŒr einen Markt im alten Ortskern offen und konstruktiv diskutieren und Lösungen finden können, um so dazu beizutragen, dass der alte Ortskern nicht weiter ausblutet? Es ist scheinbar die Frage des „Wollens“, dann gehen auch unkonventionelle Alternativen.

Es zeigt sich, dass die Argumente der BefĂŒrworter des Marktes und des Baugebietes Sterzwinkel wie ein Kartenhaus zusammenfallen.

Eine weiteres Argument, welches sich inzwischen als nicht mehr haltbar erwiesen hat ist, dass ohne den Sterzwinkel der Kindergarten in Großsachsen nicht gehalten werden kann.

Fakt ist allerdings, dass der Kindergarten gerade erweitert wird, weil die Planfehler aller Beteiligten ungenĂŒgende KapazitĂ€ten fĂŒr die derzeit ansĂ€ssigen Kleinkinder bereitgestellt haben.

Im Klartext: der Kindergarten in Großsachsen bricht schon jetzt zusammen, ohne das ein einziges Kleinkind im Sterzwinkel seinen Wohnsitz hat. Wie wird es dann erst aussehen im Kindergarten, wenn noch weitere Kinder angemeldet werden?

Das nĂ€chste Problem wird kommen, denn schon jetzt ist der Verkehrsfluss durch die zusĂ€tzlichen Ampeln der B3 in Großsachsen schleppend geworden. Es bleibt zu hoffen, dass es nicht zu Lasten der Ampelphasen geht, die schon jetzt meist fĂŒr alte Leute und Kinder unzureichend sind.

Wie wird es weitergehen? Tragen wir nicht letztlich alle in der Gemeinde die Folgen der falschen Entscheidung, die nur den GrundstĂŒcksbesitzern einen finanziellen Vorteil verschafft hat?

Die BĂŒrgerinitiative Sterzwinkel wĂŒrde es begrĂŒĂŸen, wenn in der Gemeinde ein BĂŒrgerforum geschaffen werden könnte, in der interessierte BĂŒrger einmal oder mehrmals im Jahr mit Vertretern aller vertretenden Fraktionen im Gemeinderat und der Verwaltung (evtl. zu vorher fest definierten Themen) offen und konstruktiv diskutieren können.

Wir brauchen die Ideen aller BĂŒrger in der Gemeinde, auch der BĂŒrger und BĂŒrgerinnen, die nicht in Vereinen und Parteien organisiert sind. Nur so können wir erreichen, dass Hirschberg die richtigen Entscheidungen fĂŒr die Zukunft trifft, die auch von der Mehrheit aller BĂŒrger getragen werden kann.

BĂŒrgerinitiative Sterzwinkel
www.sterzwinkel.de
Email: info@sterzwinkel.de“

Aus fĂŒr Edeka in der Breitgasse: Die Stunde der Wahrheit


Kurz vor der Fertigstellung des neuen Edeka-Marktes im Sterzwinkel wir das "Aus" fĂŒr den "nah und gut"-Markt Breitgasse verkĂŒndet.

Guten Tag!

Hirschberg, 27. Oktober 2011. (red) Das Ende des „nah und gut“-Marktes Zeilfelder in der Breitgasse wurde gestern offiziell. In einer Pressekonferenz gaben BĂŒrgermeister Manuel Just und der Edeka-Kaufmann Volker Zeilfelder die Entscheidung bekannt, dass „Zeili“ den alten Markt am 05. November schließt und der neue im Sterzwinkel am 09. November öffnet. Die Kritiker der BĂŒrgerinitiative „Sterzwinkel“ dĂŒrfen sich bestĂ€tigt fĂŒhlen – sie hatten das Ende des Marktes befĂŒrchtet.

Von Hardy Prothmann

„Das ist jetzt nicht so ganz einfach“, beginnt BĂŒrgermeister Manuel Just gestern im Rathaus die Pressekonferenz. Neben ihm sitzt ein bedrĂŒckt wirkender Volker Zeilfelder (51), bislang „nah und gut“-Betreiber des Edeka-Marktes in der Breitgasse und kĂŒnftiger Betreiber des neuen Edeka-Marktes im Sterzwinkel.

Der BĂŒrgermeister nimmt dem Kaufmann die Funktion des Überbringers schlechter Nachrichten ab: „Der neue Markt wird am 09. November öffnen. Der alte Markt in der Breitgasse wird geschlossen. Uns ist bewusst, dass wir uns jetzt dem Vorwurf ausgesetzt sehen, dass der „nah und gut“-Markt durch den neuen Standort geschlossen wird, aber das war zwangslĂ€ufig zu erwarten. Allerdings hĂ€tte ich mir eine Übergangszeit von bis zu eineinhalb Jahren gewĂŒnscht.“ Der Gemeinderat sei ĂŒber die Entscheidung schon informiert.

„Nie eine Überlebenschance“

WĂ€hrend der BĂŒrgermeister spricht, schaut Volker Zeilfelder auf den Notizblock vor sich. Man merkt ihm an, dass ihm der Termin ĂŒberhaupt nicht gefĂ€llt. „Langfristig hatte ich dem Markt in der Breitgasse nie Überlebenschancen eingerĂ€umt“, ergĂ€nzt Manuel Just. Er erlĂ€utert, dass man zwei Varianten geprĂŒft habe, die Umstellung auf abgepackte Produkte als Selbstbedienungsmarkt und eine nur zeitweise Öffnung an bestimmten Tagen zu bestimmten Zeiten. „Beides hat sich als wirtschaftlich nicht tragfĂ€hig herausgestellt.“

Volker Zeilfelder erklĂ€rt, dass ein Umbau „30.000 Euro“ kosten wĂŒrde, die bestehenden Theken seien nicht zu verwenden: „Das hole ich nicht mehr rein.“ Dazu kĂ€men geschĂ€tzte Kosten von 5.000 Euro fĂŒr den „Kassenplatz“: „Das ist wirtschaftlich nicht darstellbar.“ Eine Belastung hat er trotzdem – die Pacht fĂŒr den 320 Quadratmeter großen Laden muss er noch eineinhalb Jahre zahlen, sofern sich kein anderer Mieter findet und der EigentĂŒmer Herrn Zeilfelder aus dem Vertrag lĂ€sst: „Das ist eine feste GrĂ¶ĂŸe, die ich kalkulieren kann, den weiteren Betrieb aber nicht.“

BĂŒrgermeister Just kĂŒndigte an, man wolle sich dafĂŒr einsetzen, den Standort als GeschĂ€ftssitz zu erhalten. Ob ein anderer LebensmittelhĂ€ndler dort einziehe? „Das hĂ€ngt natĂŒrlich auch von der Entscheidung des EigentĂŒmers ab, wie es dort weitergehen soll.“

(Anm. d. Red.: In Heddesheim gab es neben dem Edeka-Markt ein weiteres LebensmittelgeschĂ€ft. Als der Betreiber ausgezogen war, stand der Laden fast zwei Jahre lang leer. Es gab unbestĂ€tigte GerĂŒchte, dass Edeka den Mietzins bezahle, damit dort kein anderer Einzelhandel einzieht. Jetzt ist ein Kleidungsdiscounter dort eingezogen. Der einzige Versorgermarkt im Ort ist und bleibt somit Edeka.)

Kurzfristige Erkenntnis

Auf Nachfrage verneint Herr Zeilfelder, dass diese Entscheidung eigentlich absehbar war: „Ich wollte den Markt, den es seit 1989 gibt, erhalten, erst vor kurzem ist mir klar geworden, dass das nicht geht“, sagt er. Darf man das glauben, dass er jetzt diese Erkenntnis gewonnen worden ist? Laut Herrn Zeilfelder ist das so.

Und jetzt? Mit dem Wechsel gibt es keinen fußlĂ€ufig zu erreichenden Markt mehr im Quartier. Man muss den Berg hinab: „Das können Sie aus zwei Perspektiven sehen. Die anderen mussten den Berg hinauf. Die, die unten wohnen, kommen jetzt unbeschwerlicher zum Markt“, sagt BĂŒrgermeister Just. „Und ich freue mich, dass Herr Zeilfelder fĂŒr Senioren oder behinderte Menschen einen Shuttle-Service anbieten wird.“ Die Kosten fĂŒr den Shuttle-Service will Herr Zeilfelder auf „unbestimmte Zeit“ ĂŒbernehmen.

Geplant ist ein Ruftaxi, das an drei Tage in der Woche Kunden am alten Standort in der Breitgasse und an der katholischen Kirche in der Friedrich-Ebert-Straße abholt, zum Markt und zurĂŒckfĂ€hrt. Die Kunden können einkaufen, ihren Einkauf mitnehmen oder im Markt lassen, von wo aus ein Lieferservice die EinkĂ€ufe dann nach Hause bringt: „Das machen wir heute schon“, sagt Herr Zeilfelder, und: „Man kann sogar telefonisch bestellen, wenn Kunden gar nicht aus dem Haus können.“ Das sei ganz im Sinne des neuen Slogans „Der Service machts“.

Herr Zeilfelder nimmt sein Dutzend Mitarbeiter mit in den neuen Markt – dort werden dann rund 15 „VollkrĂ€fte“ arbeiten. Also durchaus mehr Personen, die insgesamt die Leistung von 15 „ganzen“ ArbeitsplĂ€tzen erbringen. Der neue Markt hat 800 Quadratmeter VerkaufsflĂ€che, theoretisch sind auch 1.200 Quadratmeter möglich, sofern der Gemeinderat den Bebauungsplan Ă€ndert – laut FlĂ€chen- und Regionalplan wĂ€re das zulĂ€ssig. Laut BĂŒrgermeister Just gibt es dafĂŒr aber zur Zeit keine PlĂ€ne.

„Solange die Kunden dort einkaufen“

Am 29. Januar 2010 hatten wir mit dem Sprecher von Edeka SĂŒdwest, Christhard Deutscher, ein Interview gefĂŒhrt:

Wieso aber baut Edeka einen vergleichsweise kleinen Markt, wo sonst FlĂ€chen erst ab 1.200 Quadratmeter aufwĂ€rts interessant sind? “Ihre Information ist korrekt, typischerweise ist das so. In Hirschberg gibt es aber nur diese zulĂ€ssige FlĂ€che, der Standort ist fĂŒr uns attraktiv. Wir mussten das so akzeptieren.-€

Und weiter:

Es wird auch darĂŒber spekuliert, dass der kĂŒnftige Betreiber beider MĂ€rkte, Herr Volker Zeilfelder, den Markt “nah und gut – Markt-€ nicht ĂŒber das Vertragsende im Jahr 2013 hinaus fĂŒhren wird. Ist da was dran? “Das kann ich weder bestĂ€tigen noch dementieren. Es wird sich hier um eine kaufmĂ€nnische Entscheidung handeln. Solange die Kunden dort einkaufen, wird er weiter betrieben werden-€, sagte Deutscher.

„Solange die Kunden dort einkaufen“, hieß es also damals. Diese Aussage erweist sich heute definitiv als falsch. Man darf gespannt sein, ob Edeka tatsĂ€chlich „akzeptiert“, dass es bei der VerkaufsflĂ€che von 800 Quadratmetern bleibt oder nicht „UmstĂ€nde“ dazu „zwingen“, den neuen Markt zu vergrĂ¶ĂŸern. Die Option gibt es.

Illusionen vs. Fakten

Man darf sich keine Illusionen machen und es wĂ€re ehrlicher gewesen, diese auch nicht zu erzeugen: Das Genossenschaftsunternehmen Edeka ist ein knallhart kalkulierender Wirtschaftsbetrieb und kein Wohlfahrtsunternehmen. Der deutschlandweit drittgrĂ¶ĂŸte Handelskonzern steht in heftiger Konkurrenz mit anderen.

Die Regionalgesellschaft Edeka SĂŒdwest machte zuletzt einen Umsatz von rund 65 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite betrug 0,9 Prozent. Um sich das plastisch vorzustellen: Von hundert Euro Umsatz bleiben 90 Cent Gewinn ĂŒbrig. Der Warenumsatz muss gigantisch sein, um ein einigermaßen auskömmliches GeschĂ€ft zu betreiben.

Vor der Entscheidung, ob der Markt vergrĂ¶ĂŸert wird, kommt eine weitere Zeit der Wahrheit. NĂ€mlich zu dieser Aussage von Herrn Deutscher in Sachen Verkehrsbelastung:

“Es wird sicher ein bis zwei Lkw-Anfahrten pro Tag von unserem Heddesheimer Standort zum Hirschberger Markt geben. Beim Pkw-Verkehr gehen wir davon aus, dass viele Leute beim Vorbeifahren auf dem Nachhauseweg von der Arbeit hier ihren Einkaufsabstecher machen. Das heißt, das ist kein zusĂ€tzlicher Verkehr.-€

„Zeili“ macht Edeka-Markt in Großsachsen im November dicht


Guten Tag!

Hirschberg, 26. Oktober 2011. (red) Jetzt ist es raus. Zeitgleich mit der Neueröffnung des Edeka-Marktes im Sterzwinkel wird der Edeka-Markt in der Breitgasse geschlossen. Dies gaben BĂŒrgermeister Manuel Just und der Marktleiter Volker Zeilfelder heute in der Pressekonferenz um 16:00 Uhr bekannt.

FĂŒr Kunden, die nicht „gut zu Fuß sind“, soll drei Mal die Woche ein Fahrservice angeboten werden, den der Marktleiter auf unbestimmte Zeit kostenfrei anbieten will.

DarĂŒber hinaus will Herr Zeilfelder die Heimbelieferung weiter fortfĂŒhren und eventuell auch ausbauen.

„Große Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten“


Der Sprecher des Weinheimer Bauernverbands, Fritz Pfrang (2. von links), kritisiert den FlĂ€chenfraß.

Guten Tag!

Heddesheim/Weinheim, 21. Oktober 2011 (red) Der Heddesheimer Gemeinderat und UmweltschĂŒtzer Kurt Klemm prangert in seinem Gastbeitrag die Verantwortungslosigkeit Heddesheimer Landwirte an und lobt die Entschlossenheit Weinheimer Bauern, ihr Land zu verteidigen. Er fĂŒhlt sich bei der Entwicklung „Breitwiesen“ in Weinheim an „Pfenning“ in Heddesheim erinnert. Seit Fazit: „Beton kann man nicht essen.“

Leserbrief: Kurt Klemm

Große Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten, die den rigorosen FlĂ€chenverbrauch in unserer Region anprangern. Die Worte von Fritz Pfrang, Weinheimer Bauernverband, dass man sich nicht der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten berauben lassen will und man sich der Verantwortung fĂŒr die nĂ€chste Generation durchaus bewusst ist, muss in den Ohren einiger Heddesheimer Bauern und besonders der Spitze des Bauernverbandes, wie blanker Hohn klingen.

Gerade in einem Dorf wie Heddesheim, wo landwirtschaftliche Tradition Hunderte von Jahren zurĂŒckreicht, wird mit angeblich halbherzigem Bedauern, bestes Ackerland einer Gemeinde und damit ungewisser Zukunft geopfert.

Versprechungen von 1.000 ArbeitsplĂ€tzen, hohen Gewerbesteuern und vieles mehr sind seit ĂŒber einem Jahr nur Traumgespinste von CDU, SPD und FDP und eines BĂŒrgermeisters.

Selbst die Weinheimer CDU-StadtrĂ€tin Susanne Tröscher sieht die Ansiedelung von Pfenning auf Heddesheimer Grund als eine Investition auf wackeligen FĂŒĂŸen. Ob sie recht hat?

Erinnerungen an die AnfĂ€nge der Pfenninggeschichte, als eine Heddesheimer CDU-GemeinderĂ€tin den immensen FlĂ€chenverbrauch anprangerte und prompt Ärger mit der eigenen Fraktion bekam, kommen da wieder.

Bleibt zu hoffen, dass dieser tapferen Frau aus Weinheim nicht gleiches widerfÀhrt. Bauer Fritz Pfrang prangerte die VorgÀnge als einen ruinösen Wettkampf der Gemeinden, zulasten ihrer FlÀchen an, ja sogar von undurchsichtiger Politik innerhalb der Verwaltung ist die Rede. Wie sich doch die Praktiken der Kommunen gleichen.

Ich hoffe nur, dass dieser Protest nicht nur in Weinheim wahrgenommen wird, denn alle, die gegen diesen sinnlosen Verbrauch bester AckerflĂ€chen sind, sollten sich angesprochen fĂŒhlen.

Beton kann man noch nicht essen.

Dokumentation:
Vor der Sitzung des Weinheimer Gemeindrats fuhren 23 Landwirte vor dem Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim mit ihren Schleppern vor, die mit Schildern wie „Stoppt den FlĂ€chenfraß“ ihren Protest zum Ausdruck gebracht haben. Kurz vor der Sitzung hielt der Sprecher der Weinheimer Landwirte, Fritz Pfrang, eine kĂ€mpferische Rede: „Es wird der Stadtverwaltung nicht gelingen, die Herausgabe unseres Eigentums zu erzwingen.“

Zur Zeit steht in Heddesheim die erneute Aufgabe von Ackerland zur Debatte – Edeka plant ein neues GetrĂ€nkelager, Dutzende von Hektar Ackerland werden dieser zum Opfer fallen. Der Rat hat dafĂŒr den Weg frei gemacht.

Im Heddesheimer Gemeinderat sitzen zwei Vollerwerbslandwirte, Reiner Hege und Volker Schaaf (beide CDU), die die Entwicklung begrĂŒĂŸen. Kritik am FlĂ€chenverbrauch Ă€ußern die Heddesheimer Landwirte nicht. Angst um ihre Zukunft scheinen sie auch nicht zu haben. Mehrere andere Gemeinderatsmitglieder haben familiĂ€r einen landwirtschaftlichen Hintergrund – auch hier ist keine Kritik zu hören.

Ganz im Gegenteil Ă€ußerte sich einer der beiden CDU-Landwirte gestern in der Pause der Gemeinderatssitzung in Heddesheim im GesprĂ€ch: „Wenn einer schon 150 Wohnungen hat, dann kĂ€mpft es sich leicht fĂŒr irgendsoeinen Acker. Ich sage jetzt nicht, dass das so ist, ich kenne die VerhĂ€ltnisse nicht, aber das kann man ja annehmen, dass das so sein könnte. Man muss das immer im VerhĂ€ltnis sehen.“

Fast 400 Artikel zu „Pfenning“ finden Sie hier.

Baubeginn des Edeka-Marktes im Sterzwinkel


Guten Tag!

Hirschberg, 21. Januar 2011. Mit dem Spatenstich am Montag, 17. Januar 2011 hat der Bau des zweiten Edeka-Markts in Hirschberg an der Bergstraße begonnen. Die Eröffnung ist fĂŒr das vierte Quartal 2011 geplant. Betreiber des Marktes im Neubaugebiet Sterzwinkel wird der selbststĂ€ndige Edeka-Kaufmann Volker Zeilfelder sein, teilt das Unternehmen in einer Pressemitteilung mit.

Geplant ist auch ein Werbepylon, der zunĂ€chst acht Meter hoch sein sollte, aber in dieser GrĂ¶ĂŸe nicht durch den Ausschuss fĂŒr Technik und Umwelt (ATU) gekommen ist, obwohl CDU und FDP nichts dagegen hatten. Er soll nun sechs Meter hoch sein. Zudem werden wĂ€hrend der Bauphase sieben Werbeschilder aufgestellt, beantragt waren acht.

Auf Nachfrage war Edeka nicht in der Lage, der Redaktion eine aktuelle Planungsskizze zur VerfĂŒgung zu stellen. Wir bebildern den Text deswegen mit Archivmaterial.

Presseinformation der Edeka:

„Die Edeka SĂŒdwest mit Sitz in Offenburg investiert rund 3,7 Millionen Euro in das Projekt. Der Markt erhĂ€lt eine VerkaufsflĂ€che von 800 Quadratmetern und eine NutzflĂ€che von 1350 Quadratmetern. 25 neue ArbeitsplĂ€tze werden entstehen. 78 ParkplĂ€tze garantieren den Kunden einen komfortablen Einkauf. Im Neubaugebiet Sterzwinkel entstehen rund 160 Wohneineinheiten. „Der neue Edeka-Markt garantiert somit eine wohnortnahe Versorgung der Anwohner“, so Hans Zimmermann, Expansionsleiter der Edeka SĂŒdwest.

Zum Spatenstich waren auch Hirschbergs BĂŒrgermeister Manuel Just, Kaufmann Volker Zeilfelder, sowie Vertreter des ArchitekturbĂŒros MĂŒller + Huber und JĂŒrgen Daferner vom BaugeschĂ€ft Harsch.

So oder anders soll der neue Edekamarkt im Sterzwinkel aussehen. Das Unternehmen konnte oder wollte Aufrage keine aktuelle Planungsskizze vorlegen. Diese Skizze statt aus dem Juli 2010. Quelle: Edeka

„In neun Monaten Bauzeit entsteht im Sterzwinkel ein moderner Edeka-Markt mit großem Sortiment, Fischtheke, Fleisch- und Wurstabteilung sowie KĂ€setheke.“, freut sich Zeilfelder anlĂ€sslich des Spatenstichs. Edeka-Spezialisten planen und ĂŒberwachen den Aufbau der zukunftsorientierten EinkaufsstĂ€tte.

Charakteristisch fĂŒr den geplanten Edeka-Markt sind neben dem umfangreichen Sortiment, attraktive Frischeabteilungen sowie eine separate Backwarentheke der BĂ€ckerei Kamp im Eingangsbereich. Fachkundige Bedienung und Beratung gehören in allen Bereichen zum Kundenservice.

„Ein Edeka-Markt am Standort schafft darĂŒber hinaus gute und sichere ArbeitsplĂ€tze mit wirtschaftlicher Ausstrahlung auf die umliegende Nachbarschaft“, betonte Zimmermann.

Zusatzinformation – EDEKA SĂŒdwest

Konzern-Außenumsatz 2009: 6,3 Mrd. Euro
Mitarbeiter gesamt: ĂŒber. 43.500 (inkl. selbstst. Einzelhandel)
Azubis gesamt: 3.130 (inkl. selbstst. Einzelhandel)
Absatzgebiet: Rheinland-Pfalz, Baden-WĂŒrttemberg, Saarland, SĂŒden von Hessen und Teile Bayerns“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das hirschbergblog

Ausnahmen fĂŒr Edeka genehmigt

Guten Tag!

Hirschberg, 13. Juli 2010. Das Unternehmen Edeka GrundstĂŒcksverwaltungges. mbH hat einen Bautrag fĂŒr das Neubaugebiet „Sterzwinkel“ gestellt. Danach betrĂ€gt die VerkaufsflĂ€che 652 Quadratmeter auf dem insgesamt 1.400 Quadratmeter großen GrundtĂŒck

Ansicht SĂŒd und Nord des Sterzwinkel-Edeka-Marktes. Quelle: Gemeinde Hirschberg

Die westliche Baugrenze mit einer LĂ€rmschutzmauer wird um 23,50×0,50m ĂŒberschritten, außerdem die Überdachung des Anlieferbereichs um 4,50×5,50m.

Mauer und Überdachung sollen dem Schallschutz des angrenzenden Wohngebiets dienen und kommen aus Sicht der Verwaltung dem „Planungswillen der Gemeinde“ entgegen.

Weiter wurde die Befreiung „GrĂŒnordnung“, Punkt 9.1.4. – FlĂ€chen zum Anpflanzen von BĂ€umen und StrĂ€uchern, beantragt.

Bauantrag der Edeka mit Ausnahmen. Klicken Sie zum VergrĂ¶ĂŸern. Bild: Gemeinde Hirschberg

An der westlichen GrunstĂŒcksgrenze verlĂ€uft ein 5m breiter Pflanzgebotsstreifen, dieser kann um 15m pro GrundstĂŒck unterbrochen werden. Insgesamt soll er aber um 18m unterbrochen werden.

Weiter beantragte Edeka eine Befreiung von der Festsetzung „Öffentliche und private GrĂŒnflĂ€chen“, Punkt 8 – FlĂ€chen, die von Bebauung frei zu halten sind. Im östlichen Bereich des GrundstĂŒcks befindet sich eine FlĂ€che, die von Bebauung frei zu halten ist – diese werde aber fĂŒr StellplĂ€tze und Zufahrten benötigt. Die Versiegelung soll mit BegrĂŒnung im westlichen GrundstĂŒcksbereich ausgeglichen werden.

BĂŒrgermeister Just begrĂŒndete die Ausnahmen als „gute Lösung“ und lobte den Bauantrag als „elegante Anordnung“: „Mir gefĂ€llt das Vorhaben, es ist gelungen, auch wenn man sich ĂŒber Ă€sthetische Empfindungen streiten kann. Hier wird ein ordentliches, vernĂŒnftiges GebĂ€ude am Ortseingang entstehen.“

Die Freien WĂ€hler stimmten den AusfĂŒhrungen zu. BĂŒrgermeister-Stellvertreter Fritz Bletzer (FW) sagte: „Obs gefĂ€llt? An vieles gewöhnt man sich.“

Karl-Heinz Treiber (GLH) kritisierte: „Das ist der gleiche Kasten, wie ich ihn ĂŒberall von Edeka finden kann. Der Baustil ist typisch fĂŒr die 80-er Jahre, das ist 30 Jahre ĂŒberholt. Das ist nicht das, was der gegenwĂ€rtigen bautechnischen Ästhetik entspricht. Die Horizontale ist das, was dominieren soll. ZwangslĂ€ufig muss ich zustimmen, weil es hier nur um mein Empfinden geht.“

BĂŒrgermeister Just bestĂ€tigte, dass Edeka sicherlich an der Werbewirkung interessiert sei, aber durch BegrĂŒnung und Verkleidung das GebĂ€ude attraktiver gestalten könne.

Karin Kunz (CDU) begrĂŒĂŸte die Schallschutzwand zur Entlastung der Anwohner und hatte sonst keine EinwĂ€nde.

Eva-Marie Pfefferle (SPD) sagte: „Wir begrĂŒĂŸen den Entwurf.“

Oliver Reisig (FDP) sagte: „Wir bekommen einen Markt auf einer FlĂ€che, die von vielen Betreibern heutzutage als zu klein angesehen wird, man mag sagen, dass es zu vollgebaut ist, aber wir begrĂŒĂŸen die Umsetzung.“

Der ATU nahm den Antrag einstimmig an.

Ansicht West und Ost des Sterzwindel-Edeka-Marktes. Quelle: Gemeinde Hirschberg

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das hirschbergblog

Heringsessen der Freien WĂ€hler – „Überfrachteter Eindruck“

Guten Tag!

Hirschberg, 19. Februar 2010. Das Heringsessen der Freien WĂ€hler Hirschberg (FW) war mit rund 50 GĂ€sten gut besucht – vielleicht auch, weil diese wussten, dass BĂŒrgermeister Just zu Besuch kommen wĂŒrde. Just prĂ€sentierte aktuelle Projekte und musste sich Kritik anhören.

Von Hardy Prothmann

Der FW-Vorsitzende Manfred Kopp begrĂŒĂŸte in der GaststĂ€tte „Zur Bergstraße“ die GĂ€ste, den BĂŒrgermeister und beglĂŒckwĂŒnschte in Abwesenheit den neu gewĂ€hlten Landrat Stefan Dallinger: „Wir sind alle sehr froh, dass Herr Dallinger die Wahl gemacht hat.“

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(von links) BĂŒrgermeister Manuel Just, FW-GemeinderĂ€te Manfred Kopp und Peter Johe. Bild: hblog

BĂŒrgermeister Manuel Just informierte die Freien WĂ€hler und anderen GĂ€ste exklusiv ĂŒber den neuen Antrag in Sachen Werkrealschule (siehe unsere Berichte und unseren Kommentar): „Es ist wichtig fĂŒr die Entwicklung dieser Kinder einen Verbleib in ihrem Umfeld zu ermöglichen. Außerdem ist es eine Werkrealschule am Ort ein Standortvorteil – es ist unsere Schule. DarĂŒber hinaus werden ArbeitsplĂ€tze gesichert.“

Heringe „unterbrechen“ BĂŒrgermeister.

Seine Ansprache musste Just mehrmals unterbrechen – schließlich war er auf einem Heringsessen und die Bedienungen lieferten stĂ€ndig Essen aus. „Der neue Edeka-Markt wird Großsachsen deutlich aufwerten, und dass „unser Zeili“, also Herr Zeilfelder der neue Betreiber wird, freut uns alle. Auch, dass der Markt in der Breitgasse erhalten bleibt. Den egal, welcher Markt dahinter steht: Drauf steht Zeilfelder.“

Dann kam die zweite neue Nachricht: „Uns ist es gelungen, ein weiteres GrundstĂŒck hinzu zu kaufen, sodass das GelĂ€nde fĂŒr das Seniorenzentrum nun gut 6.000 Quadratmeter umfasst. FĂŒr mich gibt es kein positiveres Thema als das Seniorenzentrum. Sicher wird hier noch ĂŒber das Thema Dachneigungen diskutiert werden mĂŒssen.“ Der BĂŒrgermeister wies darauf hin, dass noch kein Bebauungsplan vorliege und sagte: „Ein Problem, dass wir auch in gegenseitigem Einvernehmen lösen mĂŒssen, ist der LĂ€rm durch den Betrieb der benachbarten TennisplĂ€tze und der Bool-Bahn der TVG.“ Man sei mit dem Verein im GesprĂ€ch.

„Überfrachtetet Eindruck.“ Rudi FrĂ¶ĂŸinger

In der anschließenden Fragerunde meldete sich der TVG-Ehrenvorsitzende Rudi FrĂ¶ĂŸinger zu Wort und kritisierte die Planung des Seniorenzentrums: „Das Seniorenzentrum an sich ist ein wirklich gutes Angebot, eines, das ich vielleicht auch bald in Anspruch nehmen muss“, sagte Frösinger: „Aber es macht mir doch einen ĂŒberfrachteten Eindruck. Anfangs dachte man, da entsteht ein Park mit Seniorenzentrum, jetzt muss man sagen, da entsteht ein Seniorenzentrum, vom Park ist nicht viel ĂŒbrig geblieben, stattdessen wird der freie Blick ĂŒber das TVG-GelĂ€nde sicher von den Investoren gegen gutes Geld vermarktet.“

FrĂ¶ĂŸinger kritisierte weiter die PultdĂ€cher: „Das passt nicht. Und es gibt andere Lösungen, als die, die jetzt verfolgt werden soll. Lassen Sie sich das bitte durch den Kopf gehen, Herr BĂŒrgermeister. So, wie das jetzt laufen soll, ist der Streit vorprogrammiert.“

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GĂ€ste beim Heringsessen der Freien WĂ€hler. Bild: hblog

BĂŒrgermeister Just sagte: „Wir sind im GesprĂ€ch mit der TVG und dem Investor FWD. FĂŒr ihre VorschlĂ€ge bin ich aber offen.“

Kinderbetreuung, Gewerbegebiet, Übungshalle.

Der FW-Fraktionschef Peter Johe stellte im Anschluss die Situation der Kinderbetreuung in Hirschberg dar: „Wir haben fĂŒr 293 Kindergartenkinder genau 316 PlĂ€tze. Hier sind wir gut aufgestellt, aber fĂŒr 85 Kinder unter drei Jahren haben wir nur 44 PlĂ€tze durch die Gemeinde.“ Zwar gebe es durch die Kirchen und private TagesmĂŒtter weitere 34 PlĂ€tze, damit fehlten aber immer noch PlĂ€tze fĂŒr die gesetzlich geforderten rund 34 Prozent (von 250 Kindern in Hirschberg unter drei Jahren) ab 2013. Die geplante Kinderkrippe gegenĂŒber dem Seniorenzentrum sei deshalb enorm wichtig.

Weiter sagte Johe: „Nach einem schleppenden Beginn hat sich unser Gewerbegebiet sehr gut entwickelt. Wir wĂŒrden das gerne erweitern, aber der Grundbesitzer will nicht verkaufen. Wir sind der Überzeugung, dass ĂŒberall da, wo es Gewerbe und Industrie gibt, es den Menschen besser geht. Deswegen bleiben wir an dem Thema dran.“ Und: „Wir sind der Überzeugung, dass wir eine dritte Übungshalle brauchen.“

Edeka: „Da ist kein zweiter Markt im Busch.“

Guten Tag!

Hirschberg, 29. Januar 2010. Nach Recherchen des hirschbergblogs plant die Edeka SĂŒdwest GmbH definitiv nur einen neuen Markt mit einer zulĂ€ssigen GesamtflĂ€che von 800 Quadratmetern im Sterzwinkel. Dort werden 15-20 neue ArbeitsplĂ€tze entstehen. Eine wesentliche, zusĂ€tzliche Verkehrsbelastung sieht Edeka nicht.

Von Hardy Prothmann

Nach der Pressemitteilung der Edeka zum geplanten Markt im Sterzwinkel waren aus Sicht der Redaktion noch viele Fragen offen. Auch von Seiten unserer Leserinnen und Leser, die uns mehrere emails mit dem Hinweis geschickt haben, dass bei der gekauften GrundstĂŒcksgrĂ¶ĂŸe von rund 6.000 Quadratmetern vielleicht zwei MĂ€rkte, also eventuell noch ein GetrĂ€nkemarkt geplant sein könnten.

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Edeka-Sprecher Christhard Deutscher: "Wir planen keinen weiteren Markt." Bild: Edeka

„Da ist nichts im Busch“, sagte der Leiter der Unternehmenskommunikation Christhard Deutscher gegenĂŒber dem hirschbergblog: „Wir haben nichts in der Richtung geplant.“ Nicht jetzt geplant, aber vielleicht spĂ€ter? „Auch das nicht. Ich schließe das aus“, sagte Deutscher.

Wieso aber baut Edeka einen vergleichsweise kleinen Markt, wo sonst FlĂ€chen erst ab 1.200 Quadratmeter aufwĂ€rts interessant sind? „Ihre Information ist korrekt, typischerweise ist das so. In Hirschberg gibt es aber nur diese zulĂ€ssige FlĂ€che, der Standort ist fĂŒr uns attraktiv. Wir mussten das so akzeptieren.“

Weiter sagte Deutscher: „Die AußenflĂ€che mit 80 ParkplĂ€tzen wird sehr großzĂŒgig angelegt werden, auch das GebĂ€ude soll ein Blickfang werden.“

Es wird auch darĂŒber spekuliert, dass der kĂŒnftige Betreiber beider MĂ€rkte, Herr Volker Zeilfelder, den Markt „nah und gut – Markt“ nicht ĂŒber das Vertragsende im Jahr 2013 hinaus fĂŒhren wird. Ist da was dran? „Das kann ich weder bestĂ€tigen noch dementieren. Es wird sich hier um eine kaufmĂ€nnische Entscheidung handeln. Solange die Kunden dort einkaufen, wird er weiter betrieben werden“, sagte Deutscher.

Im neuen Markt sollen 15-20 ArbeitsplĂ€tze entstehen. Wird auch ausgebildert? „Definitiv ja, aber ich kann noch nicht sagen, in welchem Umfang“, sagte Deutscher.

Als Einzugsgebiet nannte der Unternehmenssprecher die Gemeinde Hirschberg und Vororte von Weinheim.

Eine wesentliche, zusĂ€tzliche Verkehrsbelastung sieht er nicht: „Es wird sicher ein bis zwei Lkw-Anfahrten pro Tag von unserem Heddesheimer Standort zum Hirschberger Markt geben. Beim Pkw-Verkehr gehen wir davon aus, dass viele Leute beim Vorbeifahren auf dem Nachhauseweg von der Arbeit hier ihren Einkaufsabstecher machen. Das heißt, das ist kein zusĂ€tzlicher Verkehr.“

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das hirschbergblog

Edeka informiert ĂŒber neuen Markt

Guten Tag!

Hirschberg, 28. Januar 2010. Edeka hat in einer Presseinformation von heute ĂŒber weitere Details zum geplanten Markt im Sterzwinkel informiert. Wir dokumentieren die Pressemitteilung.

Pressemitteilung Edeka

„Neuer Edeka-Markt kommt nach Hirschberg „Im Sterzwinkel“
Betreiber des Marktes ist Edeka-Kaufmann Zeilfelder

Hirschberg, 28.01.2010. Der Hirschberger Gemeinderat hatte sich im Dezember vergangenen Jahres fĂŒr den Verkauf eines GrundstĂŒcks im Neubaugebiet „Sterzwinkel“ an die Firma Edeka ausgesprochen. Der Kaufvertrag mit der Gemeinde Hirschberg ist abgestimmt und liegt bereits unterschriftsreif vor.

Die Bauarbeiten fĂŒr das Objekt sollen noch im Sommer dieses Jahres beginnen, die Fertigstellung ist fĂŒr das FrĂŒhjahr 2011 geplant. Aufgrund der Lage am Ortseingang von Hirschberg ist eine anspruchsvolle, dem Stadtbild angepasste Architektur des GebĂ€udekörpers in enger Abstimmung mit der Gemeinde angedacht. Um den Kunden einen bequemen Einkauf zu ermöglichen, sind rund 80 ParkplĂ€tze vor dem Markt geplant.

Wunsch von Edeka ist es, dass der EinzelhĂ€ndler Volker Zeilfelder, der bereits seit 1989 den „nah und gut Markt“ in Hirschberg-Großsachsen betreibt, den neuen Markt ĂŒbernimmt. Den bestehenden „nah und gut- Markt“ wird Zeilfelder vorerst weiter betreiben.

Im neu geplanten Markt mit einer VerkaufsflĂ€che von rund 800 m-ÂČ bieten Zeilfelder und seine 25 Mitarbeiter ĂŒber 10.000 Artikel fĂŒr den tĂ€glichen Bedarf an, darunter neben vielen Bio- Artikeln in allen Warenbereichen auch zahlreiche Discountprodukte.
Schwerpunkt des Sortiments werden wie in allen anderen Edeka-MĂ€rkten regionale Frischeprodukte sein.
Edeka SĂŒdwest Fleisch wird die Fleisch- und Wursttheke beliefern, denn damit erhalten die Kunden höchste QualitĂ€t und Frische.
Den Backwarenstand wird die BĂ€ckerei K & U betreiben. Hier werden laufend frisches Brot, Brötchen und andere Backwaren erhĂ€ltlich sein.“

Info:
Der Edeka-Konzern hatte 2009 einen Umsatz von 6,3 Milliarden Euro und beschĂ€ftigt 43.500 Mitarbeiter. 2009 waren 2.770 Personen in Ausbildung. Das Absatzgebiet verteilt sich auf Rheinland-Pfalz, Baden-WĂŒrttemberg, Saarland, SĂŒdhessen und Teile Bayerns.

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Edeka baut Supermarkt im Sterzwinkel

Guten Tag

Hirschberg, 26. Januar 2010. Im Neubaugebiet Hirschberg wird Edeka einen Supermarkt mit 800 Quadratmeter VerkaufsflĂ€che bauen. DarĂŒber informierte die Gemeinde Hirschberg heute in einer Pressemitteilung. Der Edeka-Markt in der Breitgasse soll erhalten bleiben.

Pressemitteilung Gemeinde Hirschberg

„In der Sitzung des Gemeinderats der Gemeinde Hirschberg a. d. B. am 15. Dezember 2009 wurde ĂŒber die VerĂ€ußerung des Miteigentumanteils am GrundstĂŒck mit der FlurstĂŒck-Nr.: 5750, Sterzwinkel, an die Firma Edeka Handelsgesellschaft SĂŒdwest mbH entschieden.

Das GrundstĂŒck war in den perspektivischen Überlegungen des Bebauungsplanverfahrens Sterzwinkel I und II immer wieder fĂŒr die Errichtung eines Supermarktes vorgesehen.

Nachdem sich ursprĂŒnglich einmal 3 Bewerber fĂŒr das GrundstĂŒck interessiert hatten, konnten sich gegen Ende des Jahres 2009 zwei Interessenten in zwei EigentĂŒmerversammlungen den EigentĂŒmern des GrundstĂŒcks vorstellen um unter diesen Einigkeit ĂŒber die VerĂ€ußerung des GrundstĂŒcks zu erzielen.

Vorbehaltlich der Beschlussfassung im Aufsichtsrat des Unternehmens sowie des in den kommenden Wochen notariell zu schließenden Kaufvertrags wird ein Markt mit einer GrĂ¶ĂŸe von 800 qm VerkaufsflĂ€che entstehen, der sich auch stĂ€dtebaulich als ein „Blickfang“ am Ortseingang Großsachsens prĂ€sentieren wird.

Besonders erfreulich dĂŒrfte die Tatsache des Erhalts des Marktes in der Breitgasse sein, welcher ebenso weiterhin unter der Leitung von Herrn Volker Zeilfelder stehen wird wie der im Sterzwinkel entstehende Supermarkt.“

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„Pfenning“ kommt nun auch in Hirschberg an

Guten Tag!

Hirschberg, 26. Januar 2010. Die geplante und heftig umstrittende- Ansiedlung der Unternehmensgruppe Pfenning in Heddesheim kommt nun in Hirschberg an. Die GAL befĂŒrchtet einen Kollaps des Kreisels im Hirschberger Gewerbegebiet und rechnet mit einer zusĂ€tzlichen Verkehrsbelastung der B3 und damit der Hirschberger Bevölkerung. Das hirschbergblog dokumentiert die Pressemitteilung.

Pressemitteilung der BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen Heddesheim, GLH Hirschberg

GrĂŒne befĂŒrchten Kreisel-Kollaps und weitere Verkehrsbelastungen in den Ortsdurchfahrten

chemielager

Pfenning-Werbung. Das Unternehmen verkauft bereits sein Lager, obwohl diese weder genehmigt noch gebaut sind. "Womit fordern Sie uns heute heraus?" Klicken Sie auf das Bild fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Darstellung. Quelle: pfenning logistics

Seit die Spedition Pfenning im Februar des letzten Jahres angekĂŒndigt hatte, ein Logistikzentrum mit 200 bis 400 tĂ€glichen LKW-Abfertigungen zu errichten, kommt die Diskussion in Heddesheim nicht zur Ruhe.

Vor allem die ungelöste Verkehrsproblematik, verbunden mit LĂ€rm und Abgasen, hat aus Sicht der GrĂŒnen Fraktion im Heddesheimer Rat weit reichende Konsequenzen auch fĂŒr die Nachbargemeinde Hirschberg.

Nach ihren Berechnungen bedeuten Abfertigungen in der von Pfenning angegeben Dimension nÀmlich tÀglich etwa sechs- bis achthundert zusÀtzliche LKW-Bewegungen aus und in das nördliche Heddesheimer Gewerbegebiet. Hinzu komme weiterer Zuliefererverkehr und der Individualverkehr der Berufpendler.

Eine von den Heddesheimer GrĂŒnen erzwungene BĂŒrgerbefragung im September fand letztlich nur eine knappe Mehrheit fĂŒr die Ansiedung eines Logistikzentrums nördlich der Benzstraße im bereits bestehenden Heddesheimer Gewerbegebiet.

„Erkauft“ wurde die dĂŒnne Zustimmung der Heddesheimer Bevölkerung durch eine „öffentlich-rechtliche Vereinbarung“ zwischen der Gemeinde Heddesheim und der KMP Holding GmbH, der FĂŒhrungsgesellschaft der Pfenning-Gruppe. Diese beinhaltet u.a. das Versprechen der Spedition fĂŒr LKW ĂŒber 18 Tonnen als Ab- und Anfahrtsweg die östliche Erschließung in Richtung Autobahn A5 zu nutzen, um den Schwerlastverkehr von den Ortsdurchfahrten Heddesheims, inklusive der Ringstraßenumgehung fernzuhalten.

Bei einem Stau auf der A5, in Nord- wie in SĂŒdrichtung, hat der Lastverkehr der Spedition damit keine Möglichkeit nach Westen, durch Heddesheim oder ĂŒber die „Ringstraße“ auszuweichen um etwa das Viernheimer Dreieck oder das Weinheimer Kreuz zu erreichen. Die GrĂŒnen in den beiden Nachbargemeinden befĂŒrchten nun, dass ihnen in diesem Falle nur der Weg ĂŒber die B3 Richtung Norden und SĂŒden bleibe.

Und die Pfenning-LKW sind nicht die einzigen, die diesen Weg nehmen werden. UPS, Hermes, SchĂŒchen, „Heimkehrende“ und zuliefernde LKW fĂŒr EDEKA kommen hinzu. Und dann gibt es noch Anwohner, weitere Betriebe, sowie den Einkaufsverkehr. Nicht zu vergessen der ÖPNV.

Die Gemeinde Hirschberg ist nun, da der Prozess der Offenlage bevorsteht, als Nachbargemeinde und als TrĂ€ger öffentlicher Belange gefordert, zu den vorliegenden ExpansionsplĂ€nen im Heddesheimer Gewerbegebiet Stellung zu beziehen. Unmittelbar betroffen ist die Gemeinde Hirschberg ohnehin, weil der zusĂ€tzliche Fernverkehr ĂŒber den so genannten Hirschberger Kreisel beim Gewerbepark auf die A5 abgeleitet werden soll.

Die Heddesheimer GrĂŒnen sind daher der Meinung, dass ein qualitatives Gutachten der LeistungsfĂ€higkeit der beiden in unmittelbarer Nachbarschaft bestehenden KreisverkehrsplĂ€tze und besonders ihrer wechselseitigen Bedingtheiten und EinflĂŒsse dringend erforderlich ist. „Bislang haben wir eine isolierte Betrachtung nur eines Kreisverkehrs, den in Heddesheim, durch das Gutachten“, so GĂŒnther Heinisch, der fĂŒr die Heddesheimer GrĂŒne Fraktion im Gemeinderat die Verkehrsproblematik bearbeitet.

Nach allem, was die Gutachter Leutwein, Köhler & Partner zur Situation am westlich gelegenen Heddesheimer Kreisel, der die derzeitige Erschließung des Gewerbegebietes gewĂ€hrleistet, formulieren, wĂ€re eine Aufweitung des Hirschberger Kreisels, ein so genannter Bypass, möglicherweise sogar ein Totalumbau unausweichlich, so Heinisch. „Bevor wir in die abschließende Planung unseres Gewerbegebietes gehen, muss zudem ein neues Verkehrgutachten her.“

Dieser Ansicht schlossen sich auch die Hirschberger GrĂŒnen an. Die Hirschberger GrĂŒnen sehen darĂŒber hinaus keinen Grund, der die Gemeinde Hirschberg daran hindern sollte, einen gleich lautende „öffentlich-rechtliche Vereinbarung“ mit der Firma Pfenning, welche eine Selbstverpflichtung der Spedition die Hirschberger Ortsteile zu meiden beinhaltet, als Bedingung fĂŒr die Hirschberger Zustimmung zum Heddesheimer Bebauungsplans zu fordern.

Die Heddesheimer und die Hirschberger GrĂŒnen vereinbarten einen regelmĂ€ĂŸigen Informationsaustausch und enge Abstimmungen im gemeinsamen Vorgehen gegen die drohenden Belastungen der Bevölkerung durch den wachsenden Schwerlast- und Individualverkehr.“

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