Mittwoch, 12. Juni 2019

Am 24. November 2013, zwischen 14 - 18 Uhr in der Alten Turnhalle in Großsachsen

Windkraftanlagen werden Thema beim BĂŒrgertag

Hirschberg, 17. Juli 2013. (red/aw) Die Gemeindeordnung schreibt vor, dass die Gemeinde mindestens einmal jĂ€hrlich die Einwohnerinnen und Einwohner ĂŒber wichtige Angelegenheiten der Gemeinde unterrichten soll. In der Sitzung des Gemeinderats am 16. Juli legte man den Termin fĂŒr dieses Jahr auf den Totensonntag, am 24. November 2013. Zwischen 14:00 und 18:00 Uhr wird der BĂŒrgertag in der Alten Turnhalle in Großsachsen stattfinden. Er gibt Hirschberger BĂŒrgerinnen und BĂŒrgern die Gelegenheit, sich gezielt und ohne Hemmschwelle ĂŒber thematisch gegliederte Inhalte zu informieren. [Weiterlesen…]

Besichtigungstour

AWO-Treff im Seniorenheim am Turm

Hirschberg, 3. September 2012. (red/pm) Am Mittwoch dem 12. September bietet die Arbeiterwohlfahrt Hirschberg-Großsachsen einen besonderen AWO Treff an. Wir besuchen das Seniorenheim am Turm – darum treffen wir uns direkt in der Cafeteria des Seniorenheimes um 14 Uhr.

Information der Arbeiterwohlfahrt Hirschberg:

„Nach dem Kaffee und Kuchen verzehrt sind, werden uns Herr Pregartner und Herr Becker von der Evangelischen Heimstiftung das Haus erlĂ€utern und zeigen.

Dieser AWO Treff ist sicher fĂŒr alle die von Interesse, die mal sehen wollen, wie das Pflegeheim jetzt so „lĂ€uft“. Die AWO lĂ€dt herzlich ein!“

Das Seniorenzentrum am Turm wurde eingeweiht

„Keine geschlossene Gesellschaft, sondern ein Teil von Hirschberg“

Das Seniorenzentrum am Turm wurde eingeweiht. Foto: Hirschbergblog.

Hirschberg, 03. Juni 2012. (red/sap) Am Freitag, 01. Juni, wurde das Seniorenzentrum am Turm in Großsachsen eingeweiht und der Hausdirektor Ingo Pregartner in sein Amt eingefĂŒhrt. Ein Tag der offenen TĂŒr ermöglichte den Besuchern die RĂ€umlichkeiten des Pfelegeheims anzuschauen und ein Festakt bot RĂŒck- und Ausblick auf ein spannendes Projekt: 27 barrierefreie Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen mit 52 bis 81 Quadratmetern, 49 Pflegezimmer, ein Mobiler Pflegedienst und eine Kinderbetreuungseinrichtung mit 20 PlĂ€tzen fĂŒr Kinder zwischen einem und drei Jahren sind entstanden. In weißen Zelten lud die Evangelische Heimstiftung zum Essen.

Von Sabine Prothmann

Es ist hĂŒbsch geworden, das Seniorenzentrum am Turm, neben dem Marktplatz, im Herzen von Großsachsen. Die GebĂ€ude sind hell und freundlich, im Pflegeheim herrscht eine moderne und doch gemĂŒtliche AtmosphĂ€re.

Und eigentlich ist es auch mehr ein „Generationenzentrum“, wie Thomas Becker, Regionaldirektor der Evangelischen Heimstiftung, sagte.

47 Prozent der Betten sind im Pflegeheim belegt, das heißt 23 Bewohner sind schon zehn Wochen nach der Eröffnung eingezogen.

„Das ist ein Wahnsinn, das heißt, wir wurden ausgezeichnet angenommen“, so Becker.

Und auch die Wohnungen wurden schon alle verkauft und vermietet und ein Großteils wurde bereits bezogen.

Die Bewohner der Betreuten Wohnanlage seien eingeladen, an den kulturellen Veranstaltungen und am Essen im Pflegeheim teilzunehmen und der Mobile Pflegedienst, der ebenfalls im Hause angesiedelt sei, könne in Anspruch genommen werden, erklÀrte Thomas Becker.

Bernhard Schneider fĂŒhrt Ingo Pregartner (links) ins Amt des Hausdirektors ein. Foto: Hirschbergblog.

Gleichzeitig mit der Einweihung des Hauses wurde Ingo Pregartner als Hausdirektor eingefĂŒhrt.

Denn, „man sei schließlich sparsam“, wie Bernhard Schneider, HauptgeschaftsfĂŒher der Evangelischen Heimstiftung, und aus Stuttgart angereist, erklĂ€rte und dabei lachte:

Ich komme gerne an die Bergstraße, Sie leben hier in einem gesegneten Landstrich.

Bei der evangelischen Heimstiftung sei es ĂŒblich, einen Festakt mit der Tageslosung und Lehrtext zu eröffnen und so zitierte Schneider:

Wer den Herrn fĂŒrchtet, hat eine sichere Festung.

Und dieses Motto gab er Pregartner mit auf den Weg, als Orientierung und Kompass:

Seien Sie fest im Glauben, das wird Ihnen eine innere Orientierung geben.

„Offene TĂŒren, offene Arme!“

Doch, wenn es um die Einrichtung gehe, die Menschen, Bewohner, Angehörige, dann sei genau das gegenteilige Bild einer Festung gefragt:

Offene TĂŒren, offene Arme!

Dieses Haus solle Sicherheit und Geborgenheit geben und es solle den Bewohnern eine Heimat sein.

An BĂŒrgermeister Just gewandt, sagte Schneider:

Sie haben mit dieser Einrichtung, die eigentlich Generationenzentrum am Turm heißen mĂŒsste, etwas Wunderbares geschaffen, hier begegnen sich Jung und Alt und bilden eine Gemeinschaft.

Das Zusammenkommen von Pflegeheim, betreuter Wohnanlage und Kinderbetreuung bezeichnete Schneider als innovativ.

Die Evangelische Heimstiftung habe in das Seniorenzentrum rund 4,5 Millionen Euro investiert und entstanden sei ein modernes Pflegeheim mit 49 PlÀtzen in drei Wohngruppen. Und auch ein Mobiler Dienst habe hier Heimat gefunden.

„WohlfĂŒhlen schaffen wir nicht durch Mauern und ein Haus, sondern das schaffen die Menschen“, sagte Schneider bei der AmtseinfĂŒhrung zu Ingo Pregartner. Man brauche Mitarbeiter und ein gutes Team, um starten zu können.

Ingo Pregartner ist seit Anfang 2009 bei der Evangelischen Heimstiftung tÀtig, bislang arbeitete er als Pflegedienstleiter in Heddesheim, ab vergangenen Freitag ist er nun offiziell Hausdirektor des Seniorenzentrums am Turm.

FĂ€ngt ein gesegnetes Alters erst mit 99 Jahren an, fragte Pfarrerin Ute Haizmann von der Weinheimer Peterskirche und sagte:

Hallo, wir haben alle ein gesegnetes Alter, heute und hier.

Es komme darauf an, dass „ich nicht alleine gelassen bin, dass es Menschen gibt, die mir gut tun, denen ich gut tue, egal wie alt wir sind“, so Haizmann.

Der Turm - ein markantes Wahrzeichen fĂŒr Großsachsen. Foto: Hirschbergblog.

Mit dem Seniorenzentrum am Turm verwirkliche die Gemeinde den Wunsch, eine Alternative fĂŒr den Alterswohnsitz zu geben. Und zwar fĂŒr diejenigen, die es sich vorstellen können, ihre bisherige Wohnung aufgeben zu können, sagte BĂŒrgermeister Manuel Just bei seinen Gußworten.

Ein langer und  steiniger Weg bis zur Realisierung

Just erinnerte an den langen und steinigen Weg bis zur Realisierung des Seniorenzentrum: (Lesen Sie hier unsere chronologische Dokumentation: „Wie aus Ideen und WĂŒnschen ein Plan wurde, der anders ist als geplant„)

Die Eröffnung feiern wir rund ein Jahr spÀter als geplant.

Bereits 2006 habe es aus der Mitte des Gemeinderates den Antrag auf Erstellung eines Konzepts gegeben. 2007 folgte die PrĂŒfung und die Sichtung eines geeigneten GrundstĂŒcks. 2009 habe man sich fĂŒr die Evangelische Heimstiftung und die FWD als Baufirma und Investor entschieden.

Im selben Jahr gab es auch den ersten Hirschberger Seniorentag und im April 2009 wurde der Runde Tisch gegrĂŒndet. An diesem Tisch trafen sich die Evangelische Heimstiftung, die FWD, die Gemeinde Hirschberg und auch Vertreter der AWO und der Kirchengemeinden. Unter neuem Namen werde dieser runde Tisch auch weiter existieren.

BĂŒrgermeister Just ist stolz darauf, was entstanden ist: 27 barrierefreie Zwei- bis Drei-Zimmerwohnungen mit 52 bis 81 Quadratmetern, 49 Pflegezimmer, ein Mobiler Pflegedienst und eine Kinderbetreuungseinrichtung mit 20 PlĂ€tzen fĂŒr Kinder zwischen einem und drei Jahren.

Mit dem Turm habe man ein markantes Wahrzeichen Großsachsens einbinden können. Er hoffe auf eine hohe Frequentierung des Areals. Durch die Lage direkt am Marktplatz, die verbindenden Wege, das große Schachbrett in der Mitte, habe die Gemeinde Hirschberg alles dafĂŒr getan, dass hier gelebt werden könne.

Die Lebenserwartung sei deutlich gestiegen, „diesen Ă€lteren Menschen und ihren BedĂŒrfnissen mĂŒssen wir Rechnung tragen“, sagte Just. Bis zum Jahr 2030 werde sich die Zahl der Über-65-JĂ€hrigen um 4,2 Prozent erhöhen, also um 150 Menschen. Davon wĂŒrden sicher einige im Seniorenzentrum in ihren letzten Lebensphase eine Heimat finden.

„Wir haben viel gelernt hier in Hirschberg“, sagte Gustav Bylow, BevollmĂ€chtigte der FWD Haubau Dossenheim. Bylow lobte Hirschberg als Musterbeispiel, vor allem auch durch das Wirken der Arbeitskreise:

Alles, was zu lange geschwÀtzt wurde, haben wir durch schnelles Bauen wieder eingeholt.

Es wurde eine Heiterkeit ausstrahlende Architektur geschaffen, so Bylow, und die Menschen sollen denken:

Hier ist es schön, hier will ich sein und bleiben.

Doch er sagte auch:

Bauen ist wichtig, aber noch wichtiger ist, was in den HĂ€usern geschieht.

Martina Wagner vom Konvent der Evangelischen Heimstiftung lobte das Seniorenzentrum und wĂŒnschte Ingo Pregartner, „Balance zu halten und das eigene Maß zu finden.“

Seinen Ausblick begann Ingo Pregartner mit dem Gedicht „Stufen“ von Hermann Hesse. Und zitierte:

Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschĂŒtzt und der uns hilft, zu leben.

Hier im Seniorenzentrum vereine sich Jung mit Alt, das sei eine optimale Begegnung. FĂŒr die Ă€lteren Menschen biete man verschiedene Lebensformen an: Vollstationierung, Kurzeitpflege und betreute Wohnanlage.

Wir wollen keine geschlossene Gesellschaft, sondern ein Teil von Hirschberg bleiben.

Den Bewohnern möchte er ein heimeliges GefĂŒhl und die Sicherheit, gut betreut im Alter zu sein, vermitteln. Pregartner dankte den Angehörigen und Mitarbeitern fĂŒr das ungewöhnliche Engagement.

Der „Manuel-Just-GedĂ€chnisplatz“

„Hier in Hirschberg ist ein Wort noch ein Wort“, lobte Thomas Becker, Regionaldirektor der Evangelischen Heimstiftung, die Zusammenarbeit mit der Gemeinde.

BĂŒrgermeister Just habe sich stets positiv eingemischt, auch architektonisch. So mĂŒsste eigentlich die Loggia „Manuel-Just-GedĂ€chnisplatz“ genannt werden, denn auf seine Idee hin sei sie umgesetzt worden.

Es sei ein kleines, soziales Generationenzentrum entstanden. Noch befinde sich das Seniorenzentrum in der „PubertĂ€t“ und muss sich entwicklen, aber mit einer Belegung von 47 Prozent nehmen die Menschen das Seniorenzentrum an.

Neben den fachlichen lobte Becker auch die menschlichen FĂ€higkeiten:

Dies ist hier ein Vorzeigeobjekt.

Wenn eine Einrichtung gut lĂ€uft, bekommt der Hausdirketor Lob, lĂ€uft sie schlecht, bekommt der Regionaldirektor Ärger. Deshalb wĂŒnsche er Pregartner viel Lob.

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Franz Josef Siegel am E-Piano und am Bass GĂŒnter Stalter mit drei gut gewĂ€hlten und hervorragend gespielten und gesungenen StĂŒcken.

Das E-Piano, das kĂŒnftig in der Cafeteria des Pflegeheims stehen soll, ist ein Geschenk des Hirschbergers Michael Joswig. Anstelle von Geschenken hatte er sich zu seinem Geburtstag Geld gewĂŒnscht und das Musikinstrument gespendet.

„Ich wurde in meinem Leben mit einer schönen Stimme gesegnet“, sagte Joswig. Die Freude an der Musik möchte er gerne weitergeben.  Das E-Piano soll viel gespielt und angefasst werden, „das wĂŒnsche ich mir“.

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Mehreinnahmen im Haushalt – ein Lichtblick, aber kein Grund zum Jubel

Guten Tag

Hirschberg, 30. September 2010. In der Gemeinderatssitzung am 28. September 2010 sagte BĂŒrgermeister Manuel Just, dass sich der Haushalt der Gemeinde besser entwickelt habe, als geplant. Die insgesamt 510.000 Euro Mehreinnahmen im Verwaltungshaushalt plus Mehrausgaben in der Gewerbesteuerumlage ergeben 450.000 Euro weniger an negativer ZufĂŒhrung.

Von Sabine Prothmann

Just erlĂ€uterte in seinem Bericht, dass die Mehreinnahmen vor allem durch ein Plus bei der Gewerbesteuer, die Jahr fĂŒr Jahr schwer zu planen sei, sowie durch den Gemeindeanteil an der Einkommensteuer und durch den Familienleistungsausgleich zustanden gekommen sei. Dies sei jedoch ein bundespolitischer Trend und nicht auf die Gemeinde zurĂŒckzufĂŒhren.

Peter Johe von den Freien WĂ€hlern war mit dem Ergebnis zufrieden: „Diese Zwischenbilanz gibt Hoffnung und wir werden weniger geschoren als erwartet“. Die Entwicklung sehe gut aus, denn zu den besseren Einnahmen kommen weniger Ausgaben. Dies resultiere in aus der Verzögerung beim Baubeginn des Hilfeleistungszentrum sowie bei der Kostenbeteiligung am zweigleisigen OEG-Anschluss, Projekte, die in diesem Jahr nicht mehr begonnen werden. Deshalb sollte man ĂŒberlegen, ob es besser sei, schon in diesem Jahr ein Darlehen aufzunehmen.

Dem Vorwurf der GrĂŒne Liste Hirschbergs, man hĂ€tte mit den Mehreinnahmen kleinere Projekte wie das Umweltförderprogramm unterstĂŒtzen können, hielt Johe entgegen, dass man bei Haushaltsbeschluss 2009 noch in der Krise steckte und dass eine Erholung der Wirtschaft nicht vorhersehbar war.

Gemeinderat Ferdinand Graf von Wiser (CDU) bezeichnete die Mehreinnahmen als Lichtblick, der mit Vorsicht zu genießen sei: „Wir brauchen nicht jubilieren.“ An die GLH gewandt, meinte Graf von Wiser, man dĂŒrfe nicht so naiv sein, zu glauben, man hĂ€tte das auch anders einplanen können: „Man soll nichts verteilen, bevor der BĂ€r erlegt ist“, aber die CDU freue sich ĂŒber die Situation, auch wenn sie noch nicht komfortabel sei.

„Auch wir können uns freuen“, antwortete JĂŒrgen Steinle (GLH), „wir wollen nicht die Kasse der Gemeinde plĂŒndern“, sondern man wolle kleine Maßnahmen wie das Umweltförderprogramm realisieren. Das normale GeschĂ€ft sollte auch laufen.

Just gab zu Bedenken, auch bei dem positiven Ergebnis handle es sich immer noch um ein Minus von gut einer halben Million, da mĂŒsse man sich fragen, „was können wir uns erlauben“.

Auch Hartmut Kowalinski (FDP) unterstrich, „wir haben nicht gespart, sondern weniger ausgegeben“, denn die Ausgaben wurden nur verschoben. Die Gewerbesteuer bezeichnete er als „zickige Braut“.

„Diese Zahlen sind erfreulich, aber nicht beruhigend“, kommentierte Dr. Horst Metzler (SPD) den Bericht des BĂŒrgermeisters. Das Umweltförderprogramm der Gemeinde Hirschberg mĂŒsse zunĂ€chst ĂŒberarbeitet werden.

An Metzler gewandt fragte Kowalinski, ob er meine, man solle Kredite aufnehmen. „Dazu habe ich keine Meinung, das muss man rechnen“, entgegnete der SPD-Gemeinderat.

NatĂŒrlich prĂŒfe die Gemeinde schon zu diesem Zeitpunkt Darlehen und Zinssicherung, erklĂ€rte Just.

Ortskernsanierung jetzt auch vermehrt fĂŒr PrivateigentĂŒmer

Ein Punkt auf der Tagessordnung des Gemeinderates am 28. September 2010 war der Aufstockungsantrag fĂŒr die Ortskernsanierung in Großsachsen II. Der Förderrahmen soll um 143.000 Euro erhöht werden.

Einstimmig wurde beschlossen, dass die Gemeinde einen Antrag beim RegierungsprÀsidium auf Erhöhung der Landesbeihilfe um 85.600 Euro stellt. Bei einem Fördersatz von 60 Prozent durch das Land errechnet sich ein bei der Gemeinde verbleibender Eigenanteil von rund 57.400 Euro.

„Wir brauchen noch 215.000 Euro zur Förderung privater Maßnahmen“, erlĂ€uterte Just.

Die CDU könne dem nur zustimmen, so Karin Kunz. Die Sanierungsmöglichkeiten seien gut und viel genutzt worden.

Auch Eva-Marie Pfefferle (SPD) hielt es fĂŒr sinnvoll, dass die Ortskernsanierung durch einen Aufstockungsantrag erweitert wird. Vor allem, um dadurch die Nutzung durch Private zu ermöglichen. Wenn die Sanierung gefördert werde, wĂŒrde auch das Kaufinteresse steigen.

Johe unterstrich ebenfalls, dass die Gemeinde bislang großen Nutzen aus den Fördermitteln ziehen konnte und sieht jetzt auch fĂŒr Private eine große Chance mit kleineren AntrĂ€gen.

„Wir haben den PrivateigentĂŒmern nichts weggenommen fĂŒr eigene Maßnahmen“, stellte Just klar. Auch mit den Privaten seien VorgesprĂ€che gefĂŒhrt worden.

Den Nutzen im Sinne des Gemeindewohls halte er fĂŒr mindestens genauso wertvoll wie den Nutzen von PrivateigentĂŒmern, betonte Metzler.

Kein Spielraum mehr fĂŒr weitere Investitionen

ÜberplanmĂ€ĂŸige Ausgaben von gut 4000 Euro fĂŒr die Feuerwehr in Leutershausen standen als nĂ€chster Punkt auf der Tagesordnung. Im Verwaltungshaushalt 2010 stehen fĂŒr die Anschaffung von zehn Einsatzjacken fĂŒr die Freiwillige Feuerwehr Leutershausen 4500 Euro zur VerfĂŒgung. Durch einen Kommunikationsfehler, wie sich Just „vorsichtig“ ausdrĂŒckte, wurden 20 bestellt und geliefert.

„Bei der Feuerwehr gibt es jetzt kein Spielraum mehr fĂŒr Investitionen“, betonte der BĂŒrgermeister und ließ anklingen, dass er bei den Verantwortlichen seinen Unmut ĂŒber die zuviel bestellten Jacken geĂ€ußert habe.

Die Feuerwehr denke weit voraus, nach dem Motto: „Was ich hab-€ℱ, das hab-€ℱ ich“, kommentierte Gemeinderat Fritz Bletzer (FW) ironisch das Verhalten der Leutershausener Wehr.

Matthias Dallinger (CDU) wollte wissen, ob bei der Anschaffung der Jacken auch berĂŒcksichtigt wurde, dass sich die beiden Wehren, Leutershausen und Großsachen, auf dem Weg einer Vereinigung befĂ€nden. Er hoffe nicht, dass die Jacken dann nicht mehr zu gebrauchen seien.

Mit „die beiden Wehren nĂ€hern sich mit großen Schritten an, es wird an einem Strang gezogen“, beruhigte BĂŒrgermeister Just die Bedenken des Gemeinderats Dallinger.

Der Beschlussvorschlag einer ĂŒberplanmĂ€ĂŸigen Ausgabe in Höhe von 4095,89 Euro wurde einstimmig angenommen. Gedeckt werden soll die Mehrausgabe durch Einsparung im Vermögenshaushalt in gleicher Höhe.

„Unsere KanĂ€le werden immer Ă€lter, genau wie wir“

Aufgrund des lang anhaltenden Winters 2009/2010 und der immer öfter auftretenden ExtremniederschlĂ€gen waren im Bereich Abwasserbeseitigung (Kanalnetzunterhaltung) vermehrt Reparaturen notwenig geworden. Die ĂŒberplanmĂ€ĂŸigen Ausgaben beliefen sich auf 39.000 Euro, so Just. Einstimmig wurden diese Ausgaben genehmigt. Die Finanzierung wird durch weniger Ausgaben im Bereich Straßen- und GebĂ€udeunterhaltung gedeckt.

„Diese Ausgaben sind wie das Wetter, nĂ€mlich unvorhersehbar“, sagte Dr. Jörg Boulanger (CDU).

„Unsere KanĂ€le werden immer Ă€lter, genau wie wir“, deshalb sollte man von vorneherein einen grĂ¶ĂŸeren Betrag im Haushalt einplanen, so Eva-Marie Pfefferle. Und erntete mit diesem Einwurf Lacher, aber auch Zustimmung.

Aus der nicht-öffentlichen Gemeinderatssitzung vom 27. Juli 2010 gab BĂŒrgermeister Just bekannt, dass dem Erbbauvertrag mit den Partnern FWD Dossenheim, Evangelische Heimstiftung und dem Verein Postillon e.V. fĂŒr das Seniorenzentrum und die Kinderkrippe zugestimmt wurde.

Neben dem Antrag der GLH (wir berichteten) stellten die Freien WĂ€hler einen Antrag zur Errichtung einer weiteren Trainingshalle. Diese AntrĂ€ge nahm der BĂŒrgermeister zur Kenntnis.

Unnötige Diskussionen? Manchmal ja – manchmal vielleicht nicht

Guten Tag!

Hirschberg, 20. Mai 2010. Wieso diskutiert der Gemeinderat eigentlich immer dann besonders heftig, wenn es um „nichts“ geht? Oder ging es am Dienstag bei der Diskussion um den Fragebogen zum Seniorenzentrum doch um „etwas“?

Kommentar: Hardy Prothmann

Als Beobachter der Gemeinderatsarbeit wundere ich mich immer wieder ĂŒber die teils widersprĂŒchliche Argumentation von GemeinderĂ€ten gegenĂŒber ihrem tatsĂ€chlichen Abstimmungsverhalten.

So wird hĂ€ufig fĂŒr oder gegen etwas argumentiert und dann genau gegensĂ€tzlich abgestimmt. Zu verstehen ist das nicht.

Und manchmal wird besonders heftig diskutiert, wenn es gar nichts zu entscheiden gibt: Beispielsweise ĂŒber die Fragebogen-Aktion des Investors FWD und des Betreibers evangelische Heimstiftung zum geplanten Seniorenzentrum.

Die beiden Unternehmen können Fragebögen erstellen, so viel sie wollen – der Gemeinderat kann dazu nichts entscheiden.

Trotzdem: Ist eine Diskussion darĂŒber legitim?

Sie ist es: Denn vordergrĂŒndig wollen die Unternehmen eine „Marktumfrage“ erstellen und die BedĂŒrfnisse der kĂŒnftigen Nutzer von Seniorenheim und Pflegeheim abfragen. Auch das ist legitim.

Daraus können sich aber durchaus politische Folgen ergeben. Denn der Gemeinderat will mitreden, welche Leistungen im kĂŒnftigen Seniorenzentrum angeboten werden. Auch das ist legitim.

Ergibt nun die Befragung, dass es wenig Bedarf an garantierten „Grundleistungen“ gibt, kann man sicher davon ausgehen, dass die Unternehmen diese nicht anbieten werden – mit dem Argument, dass dies die Befragung ergeben habe: Kein Bedarf.

Darauf zielte vor allem die GLH-GemeinderĂ€tin Monika Maul-Vogt ab. Die FachanwĂ€ltin fĂŒr Sozialrecht vermutet nicht ganz zu unrecht hinter dem Fragebogen eine Grundlage fĂŒr eine politische Entscheidung, die zu Lasten einer „Grundversorgung“ gehen könnte.

Erstaunlich, dass der SPD-Gemeinderat Dr. Horst Metzler den „Fragebogen nicht ĂŒberbewerten will“. Einerseits hat er Recht, es ist nur ein Fragebogen – andererseits können die Antworten ein politisches Gewicht erhalten und „soziale Leistungen“ einschrĂ€nken.

Nicht verwunderlich ist, dass die CDU dazu keine Fragen hat. Bemerkenswert, dass Peter Johe (FW) erst eine „Mir-doch-egal“-Haltung hat, durch die Diskussion aber doch merkt, dass es durchaus Fragen gibt und absolut richtig reagiert: „Man sollte die Chance geben, offene Fragen zu klĂ€ren.“

Was der Gemeinderat nur zum Teil einstimmig beschlossen hat

Guten Tag

Hirschberg, 27. Januar 2010. Der Hirschberger Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung vom 26. Januar 2010 mehrere Punkte in Sachen Seniorenzentrum. Dabei kam es durch eine rege Diskussion zu Änderungen der Beschlussvorlagen. Diese wurde ĂŒberwiegend einstimmig angenommen. Bis auf einen: Den Lageplan.

Der Gemeinderat hat sich mit acht Ja-Stimmen, sechs Nein-Stimmen und einer Enthaltung denkbar knapp fĂŒr den Lageplan „C“ entschieden. Nach zwei anderen EntwĂŒrfen „A“ und „B“ wird damit der Bau von 27 Wohneinheiten vorgesehen. Plan „B“ sah nur 24 Wohneinheiten fĂŒr das betreute Wohnen vor. Plan „A“ sah wie auch „C“ 27 Wohneinheiten vor, hĂ€tte aber zur „Überschattung“ des GebĂ€udekomplexes fĂŒr die Pflege gefĂŒhrt.

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Beschlossen: Lageplan C hat das Rennen gemacht. Quelle: FWD

BĂŒrgermeister Manuel Just bewarb zunĂ€chst das Projekt als „eierlegende Wollmilchsau“: „Wir werden hier gleich mehrere Projekte umsetzen können: Das Seniorenzentrum, eine Kinderkrippe, eine Tiefgarage, einen großzĂŒgigen öffentlichen Platz, den Erhalt des Wasserturms und können somit eine neue attraktive zweite Ortsmitte schaffen.“

Doch bis es soweit ist, werden noch viele Fragen geklĂ€rt werden mĂŒssen. Beispiel TVG: Der Verein befĂŒrchtet, dass es durch LĂ€rmbelĂ€stigungen zu Problemen kommen könnte und will Rechtssicherheit, damit spĂ€ter nicht gegen den Betrieb der Sport- und VergnĂŒgungsstĂ€tte Klagen kommen.

Der beauftragte BautrĂ€ger FWD versprach, sich mit dem Verein in Verbindung zu setzen und fĂŒr passiven LĂ€rmschutz zu sorgen. Anzunehmende BelĂ€stigungen gibt es zahlreich: Flutlichtanlage, Restaurantbetrieb, Feiern, Sportbetrieb und weitere vorstellbare „Probleme“ sollen im Vorfeld geklĂ€rt werden. Die FWD versprach: „Ein LĂ€rmschutz ist machbar.“

Es gibt kein GrundstĂŒck mit weniger Belastungen.“ BĂŒrgermeister Just

BĂŒrgermeister Just mahnte an, die Sitzung nicht mit Diskussionen zu belasten, die schon im baubegleitenden Ausschuss geklĂ€rt worden seien: „Ganz klar ist: Wir werden kein GrundstĂŒck finden, dass weniger Belastungen fĂŒr die Anwohner mit sich bringt. Es gibt ganz klar Konfliktpotenzial, das gelöst werden muss.“

Damit wies er Detailfragen zurĂŒck: „Wir befinden uns hier in der Vorentwurfsplanung. Da geht es um grundsĂ€tzliche Angelegenheiten.“

Die GemeinderĂ€te diskutierten umfangreich ĂŒber die Parkplatzsituation. Die Freien WĂ€hler regten an, dass der „Laubengang“ vor dem betreuten Wohnen fĂŒr Autos befahrbar sein sollte, was der Bauherr zurĂŒckwies, weil es sich hier um einen „FußgĂ€ngerbereich“ handle. Anlieferungen hĂ€tten nur kurze Wege.

Die GLH kritisierte besonders den neuen Entwurf „C“: „Das wird eine schattige Angelegenheit“, sagte Monika Maul-Vogt und meinte den „WĂŒrfel“ in der Mitte der „Parkanlage“. FDP-Gemeinderat Hartmut Kowalinski sagte: „Vielleicht sollte man statt Park „Garten“ sagen, weil es nicht wirklich ein Park ist.“ Gleichzeitig drĂŒckte er seine UnterstĂŒtzung fĂŒr den Entwurf aus und lobte die FWD mehr als deutlich als „guten Partner“.

„Regenerative Energien mĂŒssen sein.“ CDU

Beim Thema Energie ging es hoch her. Passivhausstandard oder nicht. Solaranlagen oder Geothermie als Zusatz zur geplanten „Pellets-Heizung“. Nicht die GrĂŒnen, sondern vor allem die CDU forderte nachhaltige Energiekonzepte: „Wir können regenerative Energien nicht ausschließen, weil es den Bauherren zu teuer ist.“

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Blick von der Riedstraße auf das geplante Seniorenzentrum. Quelle: FWD

Deutliche Kritik kam von der SPD: „Der Entwurf A ist mit 8+1 eine deutlich bessere Lösung gewesen. Jetzt wird aus dem Park ein „PĂ€rkle“. Der TVG muss lernen, dass man RĂŒcksicht aufeinander nehmen muss“, sagte Eva-Marie Pfefferle (SPD). Sie zog zudem Zusagen der Evangelischen Heimstiftung (EHS) in Zweifel und sagte: „Der EHS kann man nicht mehr glauben, dass sie das Beste will.“

Die geplante Tiefgarage sorgte ebenfalls fĂŒr Diskussionsbedarf. Alle Parteien begrĂŒĂŸten eine solche Lösung. Einig waren sich die GemeinderĂ€te, dass man wegen der Förderungen „so billig“ keine Tiefgarage mehr bekommen könnte: Rund 140.000 Euro muss die Gemeinde fĂŒr 20 der insgesamt 36 StellplĂ€tze aufwenden.

Doch daran schlossen sich viele Fragen an: Sind diese PlÀtze tatsÀchlich öffentlich oder werden sie vermietet oder von Anwohnern sowie Personal zugeparkt?

Auch einem mobilen Pflegedienst zeigte sich der Gemeinderat offen: Wegen des Angebots und der ArbeitsplĂ€tze. Doch wo sollen die mobilen, sprich „Auto fahrenden“ Pfleger parken? DarĂŒber gab es erneut Diskussionen.

Problemzone Parken.

Wichtig war den GemeinderĂ€ten auch die Funktion der kĂŒnftigen Cafeteria. Diese soll „öffentlich“, also durch soziale oder andere VerbĂ€nde wie der AWO genutzt werden können und einen offenen Zugang beispielsweise fĂŒr Mittagstische bieten. Das wurde durch die Vertreter der EHS zugesichert: „Die Cafeteria kann angemietet werden.“

Im Bereich betreutes Wohnen sollen die Wohnungen zwischen 53 und 75 Quadratmetern groß sein. Im Pflegetrakt soll es drei „Gruppen“ Ã¥ 16 PlĂ€tze, also insgesamt 48 PlĂ€tze geben. Weiter ist eine Tagespflegeeinrichtung und ein mobiler Dienst geplant.

Letztlich nahm der Gemeinderat alle BeschlĂŒsse bis auf den Lageplan „C“ einstimmig an.

Aus GrĂŒnden der journalistischen Sorgfaltspflicht haben wir die Gemeinde um Übermittlung der tatsĂ€chlich-gĂŒltigen Beschlussvorlagen gebeten. Aus organisatorischen GrĂŒnden konnte die Gemeinde heute unserem Wunsch nicht nachkommen. Das hirschbergblog wird diese dokumtentieren, sobald diese vorliegen.

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Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das hirschbergblog