Sonntag, 09. Juni 2019

Dokumentation: Rede von Bürgermeister Manuel Just zur ersten Hirschberger Feuerwehr

„Auf der Zielgeraden eines wirklich großartigen Fusionsprozesses“

Hirschberg, 30. Januar 2012. (red) Bürgermeister Manuel Just begrüßte am vergangenen Samstag in der Aula der Karl-Drais-Schule eine Reihe von Ehrengästen zur 1. Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Hirschberg. Wir dokumentieren seine Rede.

Neben den Kommandanten wurden insbesondere der Alt- und Ehrenbürgermeister Werner Oeldorf sowie die Ehrengemeinderäte Martin Stöhrer und Martin-Heinrich Bitzel begrüßt, dazu verschiedene Vertreter des Feuerwehrkreises sowie des DRK.

Just erinnerte daran, dass sich die beiden Wehren seit 2004 in „einem für unsere Gemeinde weitreichenden Fusionsprozess“ befänden. Als Hauptmotive nannte Just die Einsatzfähigkeit und Wirtschaftlichkeit.

Durch die ausgeprägte Pendlerstruktur in beiden Ortsteilen habe man befürchtet, irgendwann zu einem Punkt zu kommen, „an dem ihre Schlagkräftigkeit insbesondere unter der Woche erheblich in Frage gestellt sein wird“.

So reifte die Erkenntnis, dass es nicht erst dazu kommen dürfe, dass im Ernstfall „die Mindestausstattung unserer Wehr nicht gewährleistet werden kann“.

Die hohen Unterhaltungskosten für Fahrzeuge, Gerätschaften und Gebäude ließen hinsichtlich der Wirtschaftlichkeit zusätzlich die Überlegung entwickeln, dass eine stärkere Zusammenarbeit deutliche Effizienzgewinne erzeugen kann.

Wer alleine arbeitet addiert. Wer zusammenarbeitet multipliziert!,

hieß es schon 2005 in einer Präsentation gegenüber dem Gemeinderat und dem damaligen Bürgermeister Werner Oeldorf.

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Erste Hauptversammlung der Feuerwehr Hirschberg.

So wurde in den letzten Jahren an einem gemeinsamen Fahrzeugkonzept und einer gemeinsamen Organisationsstruktur gearbeitet und ein neues und gemeinsames Feuerwehrgebäude wurde geplant.

Just erinnerte daran, dass vor allem die Standortentscheidung bezüglich des neuen Feuerwehrhauses hart diskutiert wurde –  nicht zuletzt wegen des dazwischengekommenen Bürgermeisterwahlkampfes.

In den Jahren 2006 bis 2008 fokussierte sich die Diskussion auf die beiden tatsächlich möglichen Standorte in der Weinheimer Straße bzw. den Rennäckern – sprich dem Standort, der letztendlich auch den Zuschlag erhielt, rekapitulierte der Bürgermeister.

Er halte vor dem Hintergrund des Städtebaus, möglicher Belastungen für Anwohner und der Tatsache, dass auch von dem künftigen Standort aus die erforderlichen Einsatzzeiten gehalten werden können, die Entscheidung für sachgerecht und richtig.

Durch das Einbinden der Kameradinnen und Kameraden in den Baubegleitenden Ausschuss sei es gelungen, „ein Gebäude zu planen und letztendlich auch zu errichten, welches den Einsatzkräften auf Jahrzehnte hin ideale Arbeitsbedingungen bieten wird.“

Just versprach, im Sommer – spätestens jedoch im Herbst – werde man das Gebäude nicht nur bezogen, sondern es in einer feierlichen Einweihung und einem „Tag der offenen Tür“ seiner Bestimmung übergeben haben.

In insgesamt acht gemeinsamen Feuerwehrausschusssitzungen wurden, die seit diesem Jahr gültige Feuerwehrsatzung, die Dienstkleidung, die Gestaltung des Terminkalenders, die Alarm und Ausrückeordnung und vieles mehr beraten und die Vorschläge für die zu vergebenden Ämter und Funktionen erarbeitet.

Damit biegen wir ziemlich genau nach acht Jahre – und zugegebener Maßen nach einer Menge an Arbeit – auf die Zielgerade eines wirklich großartigen Fusionsprozesses ein. Am heutigen Tag sprechen wir von 227 Mitgliedern beider Wehren, die nach 115 Jahren Feuerwehr Großsachsen und 123 Jahren Feuerwehr Leutershausen in die Freiwillig Feuerwehr Hirschberg übergehen.

Just bedankten sich bei allen Kameradinnen und Kameraden und besonders bei den beiden Kommandanten, die den Zusammenschluss nicht nur unterstützt, sondern auch gesteuert hätten. Sein Dank galt auch seinem Amtsvorgänger Oeldorf  sowie allen Gemeinderäten (die aber nicht alle erschienen waren, Anm d. Red.)

Sie hätten dazu beigetragen, dass 37 Jahre nach dem Zusammenschluss beider Ortsteile, diese wichtige organisatorische Einheit diesen Schritt ohne Druck und aus freien Stücken getan haben.

Mit dem Leitspruch „Gott zur Ehr, dem nächsten zur Wehr“  und dem Wunsch für einen guten und konstruktiven Start, schloss Just seine Rede.

Jahreshauptübung: Feuerwehr Großsachsen rettet Menschen und bekämpft einen Brand

Guten Tag

Hirschberg, 22. September 2010. Am 18. September musste die Feuerwehr Großsachsen Menschen retten und einen Brand bekämpfen – bei der wahrscheinlich vorletzten Jahreshauptübung ihrer Geschichte. Während Atemschutzgeräteträger ins Gebäude eindrangen, wurde ein verletztes Kind von außen über eine Leiter gerettet.

Von Hardy Prothmann

Die Jahreshauptübungen der Feuerwehr sind ein Show-Event für die Bevölkerung: Ein Junge keucht ein leises Hilfe in die enge Gasse, geschminktes Blut im Gesicht. Einsatzleiter Peter Braun ruft zu dem Jungen hoch, er stellt Kontakt her, versucht Informationen zu bekommen. Im Hintergrund läuft die Rettungsmaschinerie. Der Unglücksort wird sondiert, Schläuche ausgerollt, Kupplungen und weitere Schläuche angeschlossen, das Gebäude und mögliche „Angriffsstellen“ ausgekundschaftet. Acht Atemschutzgeräteträger machen sich bereit, kontrollieren sich gegenseitig, bevor es zum Einsatz im Gebäude kommt.

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Rettung eines verletzten Kindes aus sechs Metern Höhe über eine Leiter.

Menschenrettung steht an erster Stelle.

Aus dem Haus quillt Rauch, während sind Feuerwehrleute mit Atemschutz an der Tür zu schaffen machen, sie aufhebeln und ins Gebäude krabbeln – denn der Rauch und die größte Hitze sind meist über ihnen, wenn es ganz „eng kommt“, robben die Kameraden am Boden entlang. Sie suchen das Feuer, noch mehr suchen sie Personen, die gerettet werden müssen.

Derweil steht Erwin Schollenberger, selbst Gruppenführer und Mitglied im Beratenden Ausschuss der Wehr, draußen und moderiert fast fröhlich das Geschehen mit Handmikro und tragbarem Lautsprecher, holt sich die Zuschauer ran und erklärt den Einsatz im Detail.

Was die Wehr vorführt, die Bekämpfung eines Brands, der aufgrund eines technischen Defekts ausgebrochen ist, die Rettung und Versorgung von Menschen (hier kommt das DRK zum Einsatz), die Suche nach weiteren Glutnestern, ist ein Szenario, das sich kein Mensch wünscht. Es geht um Leben und Tod – nicht nur für die Opfer, auch für die Feuerwehrleute, die ihr Leben riskieren. Zudem dürfte der Sachschaden im „Ernstfall“ immens sein.

Widrige Umstände.

Geübt wird in der Gassse „Am Mühlgraben 2“. Installateur Jörg Mayer, selbst Mitglied der Feuerwehr, hat das Gebäude, dass er als Materiallager nutzt, zur Verfügung gestellt. „Für uns ist das ein sehr authentischer Glücksfall, weil wir solch eine Übung an bewohnten Häusern in dieser Form nicht durchführen könnten“, sagt Schollenberger auf Nachfrage.

Die Umstände sind widrig, die Gasse eng, die Löschfahrzeuge (die Löschfahrzeuge 8/6 und 8 und das Tanklöschfahrzeug 16 sind im Einsatz) können nicht einfahren, deswegen werden von den Fahrzeugen Schläuche ausgerollt. Der Junge wird über eine Handleiter gerettet.

Die Atemschutzgeräteträger müssen unter höchsten körperlichen Anstrengungen über die Leiter, um den Jungen zu retten, während im Gebäude die Kollegen per Wärmebildkamera zuallerst nach weiteren Personen und natürlich nach den Brandquellen suchen.

Draußen dröhnt ein überdimensionaler Ventilator, der den Rauch aus dem Gebäude vertreibt.

Leider wenig Interesse der Bevölkerung.

Draußen schauen rund 40 „Zivilpersonen“ zu – ein wenig schade für die Feuerwehr, die sich sicher mehr Interesse von den BürgerInnen gewünscht hätte.

Immerhin sind 26 Kräfte der Feuerwehr im Einsatz, den heute Peter Braun leitet, und ein knappes Dutzend vom Deutschen Roten Kreuz. Dazu kommen Kameraden anderer Wehren, beispielsweise aus Schriesheim und Ladenburg.

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Dichter Rauch empfängt die Feuerwehrleute.

Erwin Schollenberger erklärt die Situation: „Die Gruppenführer haben blaue Westen an, der Einsatzleiter eine gelbe. Über die Farben wird signalisiert, wer was zu sagen hat.“ Und das ist auch gut so, weil man kaum erkennen kann, wer hinter den Atemschutzmasken steckt. Die Leitung und Koordination des Einsatzes ist immens wichtig – mindestens so sehr wie das Vertrauen der Kameraden untereinander, wenn sie sich gegenseitig absichern. Feuerwehreinsätze sind absolute Teamarbeit.

Demonstrieren und lernen.

Die Hauptübung ist überwiegend als Demonstration der Einsatzfähigkeit der Feuerwehr konzipiert, aber: „Wir lernen hier natürlich immer etwas dazu. Wie ist die Anfahrts- und Stellsituation für die Fahrzeuge? Welche Schwerigkeiten treten auf? Stimmt die Koordination, sind alle an ihren Plätzen?“, erläutert Schollenberger den „ernsthaften“ Teil der Übung.

Weil der Termin im September immer schon ein wenig „ungünstig“ war – zuviele andere Termine ziehen Zuschauer ab – wird die nächste und dann wahrscheinlich letzte Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Großsachsen eventuell vor den Sommerferien 2011 stattfinden.

Ab 2012 gibt es die Feuerwehr Großsachsen nicht mehr. Sie wird dann mit der Feuerwehr Leutershausen zu einer gemeinsamen Freiwilligen Feuerwehr Hirschberg „fusioniert“ sein.

Viel Freude mit den Fotos:

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„Hirschberg braucht Sie.“

Guten Tag!

Hirschberg, 14. Januar 2010. Bei der Jahreshauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großsachsen am 08. Januar 2009 gab es für den Vorstand wenig Neues zu berichten. 2009 war ein eher ruhiges Jahr. 2010 wird das anders, die Feuerwehren Großsachsen und Leutershausen gehen zusammen und dafür gibt es viel zu tun.

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30 Feuerwehrleute wurden für 100-prozentigen Einsatz geehrt. (Auf dem Foto sind es weniger, weil nicht alle anwesend waren.) Bild: hblog

„Die Jugendfeuerwehren beider Ortsteile werden sich ab diesem Jahr einmal im Monat zu gemeinsamen Übungen oder Gruppenabenden treffen“, sagte 1. Kommandant Heinrich Mayer. Leider habe sich auch dieses Jahr kein Jugendwart gefunden. 2009 übernahm Jochen Dörsam kommissarisch diese Aufgabe, 2010 wird ebenfalls kommissarisch Stefan Raffel die Verantwortung übernehmen.

Die beiden Wehren werden ihren „Sachverstand im baugegleitenden Ausschuss des Hilfeleistungszentrums eingringen“, sagte Mayer, der „viel Arbeit“ erwartet, bis es 2011 soweit sein wird. Das gemeisam erarbeitete Konzept habe aber bereits breite Zustimmung erfahren.

Bevor die beiden Wehren vereint sind, wird ab diesem Jahr im Herbst zum ersten Mal der Feuerwehrball gemeinsam ausgerichtet. Das ist auch gut so, denn der vergangene Ball hat den Großsachsenern einen Verlust von 800 Euro gebracht und dass, „obwohl die Leutershausener Kameraden die Bewirtung übernommen hatten und dadurch den Verlust verminderten.“ Der Kassenwart wurde entlastet, knapp 2000 Euro befanden sich zum Kassenschluss am Jahresende 2009 darin.

Das Resüme des 2. Kommandanten Peter Braun für 2009 fiel vergleichsweise unspektakulär aus: „Es gab vier Brandeinsätze, vierzehn technische Hilfeleistungen sowie acht Mal einen Fehlalarm. Außerdem musste die Wehr drei Mal nach Unfällen auf der BAB5 Hilfe leisten. Mit den Kameraden aus Leutershausen gab es neun gemeinsame Einsätze im Gewerbepark und einmal unterstützten die Großsachsener die Leutershausener bei einem Wohnungsbrand im November 2009. Darüber hinaus stellte die Wehr zwölf Mal eine Feuersicherheitswache bei Veranstaltungen.“

Bei der Jahreshauptübung habe die Wehr ihre Schlagkraft überzeugend demonstriert, sagte Heinrich Mayer: „Die von Peter Braun konzipierte und geleitete Übung klappte hervorragend, ebenso die Zusammenarbeit mit dem DRK.“

Geübt wurde achtzehn Mal sowie sieben Übungen für Sonderfunktionen wie Atemschutzgeräteträger, Maschinist sowie Zug- und Gruppenführer. Zwei Mal musste eine Übung unterbrochen werden, weil zum Einsatz gerufen wurde.

Neu in der aktiven Wehr sind Moritz Aleithe und Timo Kreis. Claus Kohl wurde zum Oberfeuerwehrmann befördert, Jörg Mayer zum Oberbrandmeister. 30 Kameradinnen und Kameraden wurden für ihren 100-prozentigen Einsatz bei den Übungen geehrt.

Bürgermeister Manuel Just sagte vor den rund 60 anwesenden Feuerwehrleuten und Gästen: „Die beiden gemeinsamen Ausschüsse haben den Zusammenschluss der Wehren sehr gut vorangebracht. Das Ergebnis ist so toll. Hirschberg wird eine der modernsten Feuerwehren im Rhein-Neckar-Kreis bekommen und das ist gut so. Hirschberg braucht Sie.“

Mit dem Bau des neuen Hilfeleistungszentrums (HLZ) soll im Juni, spätestens Juli 2010 begonnen werden.

Die Großsachsener Feuerwehr hat 137 Mitglieder, davon 21 bei der Jugendfeuerwehr. Die Einsatzabteilung besteht aus 68 Mitgliedern, die Alters- und Reservemannschaft hat 48 Mitglieder.

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Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Ehrungen Feuerwehr Großsachsen

Guten Tag!

Hirschberg, 11. Januar 2010. Auf der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr Großsachsen wurden „verdiente Kameraden“ geehrt sowie die „100-prozentigen“, also Feuerwehrleute, die immer „vor Ort“ waren.

Nach bestandenem Grundlehrgang wurden Moritz Aleithe, Timo Kreis und Christian Richter zum Feuerwehrmann befördert. Claus Kohl wurde zum Oberfeuerwehrmann befördert und Jörg Mayer zum Oberbrandmeister.

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Heinrich Mayer, Christian Mayer, Christian Richter, Moritz Aleithe, Timo Kreis, Claus Kohl, Jörg Maier, Peter Braun. Bild: hblog

Für ihren „100-prozentigen Einsatz“ wurden aus der aktiven Wehr und der Jugendwehr geehrt: Heinrich Mayer, Jochen Dörsam, Jens Weber, Jörg Mayer, Moritz Aleithe, Joachim Geiger, Sven Schwenzer, Uwe Hildenbeutel, Peter Braun, Matthias Kreis, Olaf Sebastian, Erwin Schollenberger, Michael Braun, Christian Richter, Claus Kohl, Ulrich Schmitt, Valerian Hildenbeutel , Timo Kreis, Ina Kreis, Elena Kreis, Lena Erdel, Max Rießland, Jan Mayer.

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Hintere Reihe von links nach rechts: Heinrich Mayer, Jochen Dörsam, Jens Weber, Jörg Mayer, Moritz Aleithe, Joachim Geiger, Sven Schwenzer, Uwe Hildenbeutel Mittlere Reihe von links nach rechts: Peter Braun, Matthias Kreis, Olaf Sebastian, Erwin Schollenberger, Michael Braun, Christian Richter, Claus Kohl, Ulrich Schmitt, Valerian Hildenbeutel Vorne von links nach rechts: Timo Kreis, Ina Kreis, Elena Kreis, Lena Erdel, Max Rießland, Jan Mayer. Bild: hblog

Einen schönen Tag wünscht
Das hirschbergblog

Anmerkung der Redaktion:
Aufgrund technischer Schwierigkeiten mit dem Server stehen verschiedene Berichte noch aus. Diese werden im Laufe des Tages veröffentlicht.