Montag, 10. Juni 2019

Auch Kfz-Zulassungsbehörden keine Sprechzeiten!

Landratsamt am Freitag geschlossen

Wappen Rhein-Neckar-KreisRhein-Neckar, 02. Juli 2014. (red/pm) Wegen eines Betriebsausflugs finden am Freitag, 04. Juli, beim Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis keine Sprechzeiten statt. Nicht nur das HauptgebĂ€ude in der Heidelberger KurfĂŒrsten-Anlage 38-40 mit all seinen Ämtern bleibt an diesem Tag geschlossen, sondern auch alle Außenstellen des Landratsamtes in Heidelberg, Sinsheim, Weinheim, Wiesloch, NeckargemĂŒnd und Ladenburg. Dazu zĂ€hlen ebenso die Kfz-Zulassungs- und FĂŒhrerscheinbehörden wie beispielsweise das Gesundheitsamt und das Versorgungsamt.

FrĂŒhlingszeit ist Zeckenzeit!

Blutsauger haben Hochsaison

Rhein-Neckar, 13. April 2012. (red) Mit den wÀrmeren Temperaturen kommen auch wieder vermehrt Zecken zum Vorschein. Eine festgesaugte Zecke am Körper ist nicht nur unangenehm, sondern der Stich kann auch schwerwiegende Folgen haben. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises ruft auch in diesem Jahr wieder zu Impfungen gegen FSME auf.

Von Jörg Theobald

Sie lauern wieder auf Opfer - Zecken. Bild: Zecken.de

Kaum wird es FrĂŒhling, lauern wieder Zecken im Wald, GebĂŒsch und Gras auf ihre Opfer. Sobald die Aussentemperatur konstant ĂŒber acht Grad Celsius liegt, werden die Tiere wieder munter. Die winzigen Spinnentiere halten sich dann im Bodenbewuchs bis auf einer Höhe von etwa anderthalb Meter auf.

Laut Frau Dr. Oswinde Bock-Hensley vom Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises gibt es die Tiere zwar das ganze Jahr ĂŒber, aktiv sind sie aber vor allem von MĂ€rz bis Oktober.

Jeder, der sich viel im Freien aufhĂ€lt, kann zum Opfer der „Blutsauger“ werden. Besonders hĂ€ufig sind Wanderer, Jogger, Radfahrer und Hundehalter betroffen, ebenso Kinder. Durch ihre KörpergrĂ¶ĂŸe haben sie die richtige Höhe, um von den Zecken besonders gut erreicht zu werden.

Warm-feuchtes Wetter macht die Tiere besonders lebendig, dann stechen sie bevorzugt zu. Ihre Opfer suchen sich die Zecken am liebsten vormittags und am frĂŒhen Abend.

Auf die Opfer aufmerksam werden sie durch ErschĂŒtterungen, KörperwĂ€rme und den Körpergeruch. Haben die Zecken ein potentielles Ziel ausgemacht, lassen sie sich im VorĂŒbergehen von ihrem Platz im Bodenbewuchs abstreifen.

Hohes Infektionsrisiko

Die meisten Zeckenstiche bleiben ohne Folgen, doch die Spinnentiere können auch Krankheitserreger ĂŒbertragen. Am bekanntesten sind die Erreger von Borreliose und FSME, hinzu kommt aber noch eine Vielzahl weiterer möglicher Infektionen. Zum Beispiel Anaplasmen, Babesien, Rickettsien oder Ehrlichiosen.

Die hĂ€ufigste Erkrankung, die durch Zeckenstiche ĂŒbertragen wird, ist die Lyme-Borreliose. Sie wird durch das Bakterium Borrelia burgdorferi ausgelöst.

Die Krankheit kann jedes Organ, das Nervensystem und die Gelenke sowie das Gewebe befallen. Dadurch kann eine Borreliose viele Symptome haben, man spricht auch von einer multisystemischen Krankheit. Durch die vielen verschiedenen Symptome ist es schwierig, eine Borreliose zu diagnostizieren.

Lediglich die sogenannte „Wanderröte“, eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle gilt als charakteristisches Symptom. Sie kann einige Tage bis Wochen nach einem Zeckenstich rund um die Einstichstelle auftreten. Allerdings tritt die Wanderröte, auch Erythema migrans genannt, nicht bei allen Borreliose-Patienten auf.

Folgen der Borreliose können HirnhautentzĂŒndung, starke Schmerzen, GesichtslĂ€hmungen und sogar Herzproblemen sein. Im chronischen Verlauf kommt es auch hĂ€ufig zu GelenkentzĂŒndungen.

Da es sich bei der Borreliose um eine bakterielle Erkrankung handelt, lÀsst sie sich im Normalfall gut mit Antibiotika behandeln.

Die Tiere stechen bevorzugt an feucht-warmen Stellen mit dĂŒnner Haut - z.B. in den Kniekehlen, der Achselhöhle oder dem Schambereich. Bild: Zecken.de

FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, ist eine durch das FSME-Virus ausgelöste Krankheit, die mit grippeĂ€hnlichen Symptomen, Fieber und bei einem Teil der Patienten mit einer HirnhautentzĂŒndung verlĂ€uft.

Typisch fĂŒr die Krankheit ist der Verlauf in zwei Stadien. Im ersten Stadium leidet der Betroffene an Fieber, Erbrechen, Kopf- und Gliederschmerzen. Die Krankheit Ă€hnelt in diesem Stadium von den Symptomen her einer Grippe. HĂ€ufig ist die Erkrankung nach diesem Stadium ĂŒberstanden.

 Bei einigen der Infizierten greift das Virus jedoch auf das zentrale Nervensystem ĂŒber. Im besten Fall kommt es jetzt zu einer HirnhautentzĂŒndung (Meningitis), schlimmstenfalls greift das Virus auf das ganze Gehirn ĂŒber. Jetzt leidet der Betroffene an hohem Fieber, starken Kopfschmerzen, bei der HirnentzĂŒndung kommt es mitunter auch zu LĂ€hmungen sowie Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen.

Etwa die HĂ€lfte der Patienten mit FSME erleiden nach Angaben des Verbands einen schweren Krankheitsverlauf. Eine dauerhafte Erkrankung und eine daraus resultierende BerufsunfĂ€higkeit können folgen. Die Impfempfehlung gelte vor allem fĂŒr Ă€ltere Menschen, da die Schwere der Erkrankung mit zunehmendem Alter steige.

Seit Mitte der neunziger Jahre verzeichnen die GesundheitsĂ€mter des Odenwaldes eine stetige Zunahme der von Zecken ĂŒbertragenen HirnhautentzĂŒndung FSME. Dabei ist nicht nur die Fallzahl insgesamt, sondern gleichzeitig die Zahl der schweren und schwersten VerlĂ€ufe der FSME gestiegen.

Gesundheitsamt ruft zur Impfung auf

Zu Schutzimpfungen gegen gefĂ€hrliche Folgen von Zeckenbissen durch FSME haben das Gesundheitsamt im Rhein-Neckar-Kreis, das auch fĂŒr die Stadt Heidelberg und somit fĂŒr rund 650.000 Einwohnerinnen und Einwohner zustĂ€ndig ist, und die Ärzte in der Region aufgerufen. Der Leiter des Gesundheitsamts, Dr. Rainer Schwertz, sagt dazu:

Gemeinsam mit Bayern und ThĂŒringen fĂŒhrt Baden-WĂŒrttemberg die Hitliste der Risikogebiete an

Laut Informationen des Robert-Koch-Institut, dem deutschlandweit wichtigsten Institut fĂŒr Infektionskrankheiten und nicht ĂŒbertragbare Krankheiten, erfolgten 47,1% aller im Jahr 2010 festgestellten FSME-Infektionen in Baden-WĂŒrttemberg.

Laut Dr. Bock-Hensley ist eine Impfung nach wie vor fĂŒr das sicherste Mittel gegen die Krankheit, besonders fĂŒr Ă€ltere Menschen. Die Kosten hierfĂŒr tragen die Krankenkassen.

Nach der uns vorliegenden Statistik gab es in Deutschland im Jahr 2010 260 Menschen, die an FSME erkrankt sind, im Rhein-Neckar-Kreis waren es 2011 sieben Erkrankte, davon fĂŒnf MĂ€nner und zwei Frauen mit teilweise schweren KrankheitsverlĂ€ufen.

„Bevor Sie uns Ihre Familie die Natur genießen, schĂŒtzen Sie sich vor Zeckenstichen“, raten die beiden Ärzte des Gesundheitsamtes.

Das Infektionsrisiko fĂŒr alle durch Zecken ĂŒbertragene Krankheiten kann gemindert werden, indem man sich kurzfristig mit Zecken abwehrenden Sprays oder Lotions schĂŒtzt. ZusĂ€tzlich kann helle, geschlossene Kleidung und das Vermeiden von unwegsamem GelĂ€nde und Unterholz helfen, nicht von einer Zecke gestochen zu werden.

Nach einem Spaziergang in der Natur sollte man sich und vor allem auch Kinder und Haustiere grĂŒndlich nach Zecken absuchen. Festgesaugte Tiere sollten mit einer geeigneten Pinzette oder einer speziellen Zeckenzange oder Zeckenkarte entfernt werden.

Unter keinen UmstĂ€nden sollte man die Tiere jedoch mit Öl, Klebstoff, Nagellackentfernern oder Alkohol „behandeln“. Im Todeskampf entleert die Zecke ihren Darminhalt in die Wunde: Dadurch steigt das Risiko einer Infektion.

Gabis Kolumne

Der Kampf gegen die LĂ€use

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 21. November 2011. Manches erlebt man als großes Drama und erst in der RĂŒckschau erkennt man auch die humoristische Seite. Gabi erinnert sich noch gut, wie gelbe Zettel und KopflĂ€use zu ihrem Alltag gehörten und mit welchen Mitteln sie dagegen kĂ€mpfte.

Die Kopflaus (lat.: Pediculus humanus capitis). Foto: Wikipedia.

Vor Kurzem war ich mit zwei Freundinnen in einer nicht wirklich erwĂ€hnenswerten amerikanischen Komödie im Kino. Bei der Heimfahrt im Auto beschlossen wir, den Film hĂ€tten wir uns sparen können, wenn da nicht die eine Szene gewesen wĂ€re, in der sich die Hauptdarstellerin – Typ erfolgreiche GeschĂ€ftsfrau, Supermutter und Superehefrau – bei einer Besprechung immer wieder verzweifelt am Kopf kratzte. Kurz zuvor hatte sie von der Nanny die SMS erhalten: „Die Kinder haben LĂ€use!“

Jetzt, Jahre spĂ€ter, konnten wir darĂŒber herzhaft lachen, aber ich erinnere mich noch gut an die Zeit, als ein winzig kleines Tier – natĂŒrlich im unĂŒberschaubaren Plural – die Kopflaus (lat.: Pediculus humanus capitis) – uns das Leben zur Hölle machte.

Ich vergesse nie, wie meine Tochter mit einem gelben Zettel aus dem Kindergarten kam, der uns Eltern darauf hinwies: „In der Gruppe gibt es LĂ€use, bitte untersuchen Sie Ihr Kind.“

Dieser Zettel wurden wĂ€hrend der Kindergarten- und Grundschulzeit zu unserem festen Begleiter und verfolgte uns sogar noch in der fĂŒnften Klasse am Gymnasium.

Aus meiner Kindheit kannte ich keine LĂ€use, ich hatte nie welche und es wurde nur ab und an gemunkelt, wenn jemand seinem Kind die Haare streichholzkurz schneiden ließ.

„Die kriegt man nur, wenn man dreckig ist“

„Die kriegt man nur, wenn man dreckig ist“, pflegte meine Großmutter zu sagen. „Und natĂŒrlich damals im Krieg“, aber das waren bekanntlich andere Zeiten.

Nun denn, meine Tochter hatte langes, sehr langes, dickes, welliges Haar, dem ich mich nun mit einem kleinen schmal gezinkten Nissenkamm nĂ€herte. Eben so, wie es auf dem Schreiben des Gesundheitsamtes beschrieben war. Zentimeter um Zentimeter kĂ€mpfte ich mich, unter dem lauten GebrĂŒll meines Kindes, durch die MĂ€hne. Und fand – nichts. Klar, dachte ich mir, warum sollen wir auch LĂ€use haben.

Nur zwei Tage spĂ€ter beobachtete ich meine Tochter, wie sie sich wieder und wieder kratze und auch mich ĂŒberfiel ein Juckreiz. „Das ist alles Einbildung“, sagte eine Freundin und sie sollte nicht Recht behalten.

Eine weitere Kopfkontrolle offenbarte die Katastrophe millimeterkleine, Ă€ußerst agile Tierchen huschten ĂŒber das Haupt. Ich war verzweifelt. Rannte in die Apotheke und fragte leise und verschĂ€mt nach einem Lausmittel, wirksam sollte es sein. „Goldgeist forte“ wurde mir empfohlen und ich bekam gleichzeitig den Hinweis, es könnten ja auch noch andere Familienmitglieder befallen sein. Ich nahm gleich die Familienpackung.

Ich nachte den LĂ€usen eine Kampfansage. Der restliche Nachmittag gestaltete sich zu einem Alptraum: Ich zog alle Betten und Sofakissen ab, Sohn, Mann, Tochter und ich selbst wurden mit dem scharf riechenden, höllisch stinkenden Extrakt behandelt, tausende von HaarstrĂ€hnen wurden durchkĂ€mmt, die Kuscheltiere wandert in PlastiktĂŒten verpackt in die Gefriertruhe. Am Abend war ich total erledigt, aber glĂŒcklich, diesen kleinen Viechern hatte ich den Garaus bereitet.

FĂŒr dieses Mal, denn nur wenige Wochen spĂ€ter brachte mein Sohn einen gelben Zettel aus der Grundschule mit und die gleiche Prozedur ging von Vorne los.

Bei der Laus gilt fĂŒr mich kein Artenschutz

Ich weiß nicht mehr, wie viele Flaschen von „Goldgeist forte“ ich in den folgenden Jahren verbraucht habe, irgendwann wurden diese kleinen Biester auf alle FĂ€lle resistent und ein neues Mittel wurde unter vorgehaltener Hand gepriesen. Das eine verklebt, das andere erstickt, egal wie, die LĂ€use mussten getötet werden – hier gilt fĂŒr mich kein Artenschutz.

In der Anfang-Laus-Phase getraute man sich kaum öffentlich darĂŒber zu reden, doch schon bald gestaltete das Laus-Thema ganze Nachmittagstreffen und gute Tipps wurden ausgetauscht. Und da die kleinen Bestien auch vor Grenzen nicht zurĂŒckschrecken bekam ich hilfreiche RatschlĂ€ge auch von Freunden aus der Schweiz und aus dem Elsaß. Letztlich blieb kaum einer verschont und gemeinsam ließ es sich besser ertragen.

„Seid ihr lausfrei?“ wurde so zur gĂ€ngigen Floskel bevor sich Kinder zum Übernachten verabredeten.

Und dann auf einmal war es vorbei. Es kamen keine Zettel mehr, es gab keine JuckanfÀlle und vor allem es gab keine kleinen Tiere mehr.

Wie oft wir wirklich LĂ€use hatten, ich weiß es nicht, einmal auf alle FĂ€lle traf es meinen Sohn, einmal mich und etliche Male meine Tochter. Mein Mann blieb verschont, „du riechst wahrscheinlich nicht gut“, versuchte es ihm meine Tochter zu erklĂ€ren.

Und wĂ€hrend ich das alles schreibe, fĂ€ngt es an, mich fĂŒrchterlich zu jucken – aber diesmal ist es ganz bestimmt nur Einbildung.

gabi

Baden im Neckar nicht empfehlenswert

Guten Tag!

Hirschberg/Rhein-Neckar-Kreis, 07. Mai 2010. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises weist darauf hin, dass das Baden im Neckar nicht zu empfehlen ist. Proben erfĂŒllen nicht die gesetzlichen Vorgaben. Das Wasser ist vor allem mit FĂ€kal-Bakterien und auch Salmonellen belastet.

Mitteilung des Rhein-Neckar-Kreises:

„Das Gesundheitsamt informiert:
Baden im Neckar nicht empfehlenswert
Viel bessere Bademöglichkeiten in FreibÀdern und Badeseen

Wenn die Temperaturen steigen, freuen sich viele Menschen auf das kĂŒhle Nass und das Schwimmen im Freien. Allerdings kamen in den letzten Jahren auch einige Menschen auf den Gedanken, den Neckar als BadegewĂ€sser zu nutzen. Doch aus GrĂŒnden des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte im Neckar nicht geschwommen werden.

Darauf hat jetzt das Gesundheitsamt, das fĂŒr die Überwachung der BĂ€deranlagen des Rhein- Neckar-Kreises und der Stadt Heidelberg zustĂ€ndig ist, hingewiesen. Da man im Sommer immer wieder Menschen im Neckar schwimmen sah, war es wĂ€hrend der Badesaison 2009 zahlreich zu diesem Thema angefragt worden, und es steht dem Baden im Neckar sehr kritisch gegenĂŒber.

Neben den zahlreichen HallenbÀdern, die zum Teil auch im Sommer geöffnet haben, gibt es im Rhein- Neckar-Kreis 21 öffentliche FreibÀder mit 65 Becken und 9 Badeseen, die bessere Bademöglichkeiten bieten.

Die WasserqualitĂ€t des Neckars erfĂŒllt nĂ€mlich nicht immer die gesetzlichen Vorgaben der entsprechenden EU-Richtlinie* und der darauf basierenden baden-wĂŒrttembergischen BadegewĂ€sserverordnung.** Schon in der Badesaison 2001 wurden entlang des Neckars an 12 Entnahmestellen von den jeweiligen GesundheitsĂ€mtern unter der FederfĂŒhrung des Landesgesundheitsamtes (LGA) im Abstand von 14 Tagen nach den Vorgaben, die fĂŒr Badeseen gelten, Wasserproben entnommen.

Das LGA stellte danach fest, dass bei jeder Entnahmestelle mindestens zweimal Salmonellen nachgewiesen wurden. Bei allen Probeentnahmestellen gab es zudem GrenzwertĂŒberschreitungen fĂŒr fĂ€kalcoliforme und fĂŒr gesamtcoliforme Bakterien, die Richtwerte fĂŒr FĂ€kalstreptokokken wurden ebenfalls hĂ€ufig ĂŒberschritten. Auf Basis der EU-Richtlinie besitzt somit keine der untersuchten Stellen vom Schwarzwald-Baarkreis bis zum Rhein-Neckar-Kreis die geforderte BadewasserqualitĂ€t.

Da in den letzten Jahren im Bereich Stuttgart fĂŒr das Baden im Neckar Werbung gemacht wurde, sah sich das LGA veranlasst, die oben angefĂŒhrten Untersuchungen an einigen Stellen im Bereich Stuttgart zu wiederholen. Die Untersuchungen von 2001 haben sich dabei erwartungsgemĂ€ĂŸ bestĂ€tigt. Zu bedenken ist auch, dass der Neckar ein so genannter „Vorfluter“ ist.

Das bedeutet, dass rund 590 KlĂ€ranlagen ihr gereinigtes Abwasser in den Fluss leiten. Zwar werden Keime in den mechanisch-biologischen Reinigungsstufen zum grĂ¶ĂŸten Teil abgebaut, nie jedoch vollstĂ€ndig. Dadurch können Krankheitserreger wie FĂ€kalkeime, Salmonellen, Viren oder Pilze die WasserqualitĂ€t gesundheitsschĂ€digend beeinflussen.

Bei starken und lang anhaltenden RegenfĂ€llen können AbwĂ€sser auch ungeklĂ€rt in den Vorfluter gelangen. Durch die Einleitung von IndustrieabwĂ€ssern bestehen bei StörfĂ€llen ebenfalls gesundheitliche Risiken. Ebenso können Ratten in der Kanalisation und an den Ufern eine Vielzahl von Krankheit erregenden Keimen (z. B. Leptospirose) ĂŒbertragen.

2006 erkrankte ein Teilnehmer eines Triathlon an einer schweren Leptospirose. Der Verdacht lag nahe, dass sich der Sportler mit Neckarwasser infiziert hatte. Zudem weist der Neckar als Bundeswasserstraße Neckar einen lebhaften Berufsschiffverkehr auf. Zusammen mit vielen Wassersportfahrzeugen, Fahrgastschiffen, Seglern, und Ruderern können diese eine weitere Gefahr fĂŒr Badende darstellen.

GrundsĂ€tzlich war die BadewasserqualitĂ€t in allen öffentlichen BĂ€deranlagen im Rhein-Neckar-Kreis und der Stadt Heidelberg in den letzen Jahren nicht zu beanstanden. Neben der EigenĂŒberwachung durch die Betreiber und regelmĂ€ĂŸige Wasseruntersuchungen durch akkreditierte Labore werden vom Gesundheitsamt auch 2010 routinemĂ€ĂŸig Kontrollen der BadewasserqualitĂ€t durchgefĂŒhrt.

Wer sich in den FreibĂ€dern nicht wohl fĂŒhlt und lieber in OberflĂ€chengewĂ€ssern baden möchte, hat im Rhein-Neckar-Kreis und der Umgebung die Möglichkeit, die umliegenden Badeseen zu nutzen. Aktuelle Badestellen, Wasseruntersuchungsergebnisse und weitere Daten finden sich unter: BadegewĂ€sserkarte Baden-WĂŒrttemberg

Zusatzinfo
Gesetzliche Grundlagen, die fĂŒr das Gesundheitsamt maßgeblich sind:
* Richtlinie 2006/7/ EG des EuropĂ€ischen Parlaments und des Rates vom 15. Februar 2006 ĂŒber die QualitĂ€t der BadegewĂ€sser und deren Bewirtschaftung

** Verordnung des Ministeriums fĂŒr Arbeit und Soziales und des Umweltministeriums Baden-WĂŒrttemberg ĂŒber die QualitĂ€t und die Bewirtschaftung der BadegewĂ€sser (BadegewĂ€sserverordnung – BadegVO vom 16.Januar 2008″

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das hirschbergblog

Gesundheitsamt warnt: Zeckenbisse können gefĂ€hrliche Krankheiten ĂŒbertragen

Guten Tag!

Rhein-Neckar, 08. April 2010. Das Gesundheitsamt des Rhein-Neckar-Kreises warnt: „FrĂŒhlingszeit ist Zeckenzeit“. Die Tiere können FSME und Borreliose ĂŒbertragen – bei beiden Krankheiten werden die Nerven geschĂ€digt. Die Ärztin Dr. Oswinde Bock-Hensley, Expertin beim Gesundheitsamt, erklĂ€rt im Interview, auf was Naturfreunde achten sollten.

KrankheitsĂŒbertrĂ€ger: 3-4 Millimeter klein ist eine Zecke - bis zu drei Zentimeter kann sie "groß" werden, wenn sie ihre Mahlzeit beendet hat. Bild: Gesundheitsamt

Von Hardy Prothmann

Frau Dr. Bock-Hensley, gibt es zur Zeit schon Zecken?
Dr. Oswinde Bock-Hensley: „Zecken gibt es das ganze Jahr ĂŒber, aktiv sind sie vor allem von MĂ€rz bis Oktober. Sobald die Temperatur konstant ĂŒber acht Grad Celsius liegt. Die Zecken sind deshalb vor allem im Juli und August sehr aktiv. Ab Höhen von rund 1.300 Meter gibt es keine Zecken mehr.“

1000 Zecken in vier Stunden.

Gibt es Informationen ĂŒber die Zahl der Zecken? Sind es dieses Jahr besonders viele oder weniger als sonst?
Bock-Hensley: „Diese Untersuchungen sind sehr teuer und wurden bislang nur vereinzelt gemacht. Um Ihnen eine Vorstellung zu geben: Wir waren im vergangenen Jahr zu fĂŒnft im Odenwald und haben vier Stunden lang gezielt nach Zecken gesucht und diese eingesammelt. Das Ergebnis waren rund eintausend Zecken.“

bockhensley

Dr. Oswinde Bock-Hensley, Expertin beim Gesundheitsamt. Bild: privat

Sie haben gezielt gesucht.
Bock-Hensley: „Das haben wir, wobei der Tag eher schlecht war – zu kĂŒhl und verregnet. Wenn es aber warm und feucht ist, werden die Zecken erst richtig aktiv.“

Der Rhein-Neckar-Kreis gilt als Risikogebiet, weil Zecken die Erreger fĂŒr Borreliose und FSME ĂŒbertragen können. ErklĂ€ren Sie doch bitte mal, was ein Risikogebiet ist.
Bock-Hensely: „GrundsĂ€tzlich sind das vor allem Baden-WĂŒrttemberg und Bayern, aber auch das Ausland, hier vor allem Österreich oder auch Griechenland. Die statistische Definition fĂŒr ein Risikogebiet gilt ab einer durch Zeckenbiss nachgewiesenen Infektion pro 100.000 Menschen. Wir hatten im vergangenen Jahr fĂŒnf FĂ€lle bei rund 540.000 Einwohnern im Kreis. Zwei Erkrankungen verliefen sehr schwer.“

Wir empfehlen eine Impfung gegen FSME.

Gegen FSME (FrĂŒhsommermeningoencephalitis) kann man sich impfen lassen.
Bock-Hensley: „Das empfiehlt das Robert-Koch-Institut. Diese Empfehlung hat das Sozialministerium ĂŒbernommen und wir geben dementsprechend diese Empfehlung auch weiter.“

Wer sollte sich impfen lassen?
Bock-Hensley: „Alle Berufsgruppen, die betroffen sind, also Waldarbeiter oder Förster sind geimpft – hier liegen seit Jahren keine bekannten Erkrankungen mehr vor. Impfen sollten sich auch alle Naturfreunde, die sich viel im Wald oder auf Wiesen aufhalten, also Wanderer, Jogger, Radfahrer, Hundehalter und natĂŒrlich Kinder – gerade junge Kinder haben eine ideale GrĂ¶ĂŸe, um von Zecken erreicht zu werden, die im hohen Gras oder im Dickicht sitzen.“

Es gibt viele Menschen, die Impfungen ablehnen.
Bock-Hensley: „Es gibt keine Impfung ohne mögliche Nebenwirkungen. Die FSME-Impfung wird aber sehr gut vertragen. Jeder muss fĂŒr sich Nutzen und Risiko gegeneinander abwĂ€gen. Die Impfung macht der Hausarzt ĂŒbrigens kostenlos. Wichtig: Aus bislang unbekannten GrĂŒnden verlĂ€uft eine FSME-Erkrankung bei Ă€lteren Menschen schwerer als bei jungen Menschen – Rentner, die sich gerne in der Natur aufhalten, sollten sich unbedingt impfen lassen.“

Was tun bei Borreliose-Verdacht?

Gegen Borreliose gibt es keine Impfung. Wie sind die Behandlungserfolge einzuschÀtzen?
Bock-Hensely: „Das kommt darauf an. Eine Borreliose-Infektion ist recht leicht durch das „Erythemamigrans“ zu erkennen – also eine oft kreisrunde „Errötung“ der Haut rund um den Stich. Hier kann der Hausarzt sofort mit Antibiotika helfen. Wurde die Infektion aber nicht erkannt, hilft spĂ€ter nur eine Diagnostik, weil Symptome wie starke Kopf- und Gliederschmerzen oder Fieber auch viele andere Ursachen haben können. Hier wird es also komplizierter sowohl die Infektion festzustellen, als auch zu behandeln.“

Gibt es eigentlich keine Möglichkeit, die Zeckenplage zu bekĂ€mpfen, so wie bei den StechmĂŒcken?
Bock-Hensley: „DarĂŒber ist uns nichts bekannt.“

Kann man sich durch PrĂ€parate gegen Zecken schĂŒtzen?
Bock-Hensley: „NatĂŒrlich helfen so genannte Repellentien, die auch zur Abwehr von MĂŒcken verwendet werden. Aber das ist kein echter Schutz.“

Kinder sollten nach jedem „Naturbesuch“ nach Zecken abgesucht werden.

Was kann man sonst machen, um sich gegen Zeckenbisse zu schĂŒtzen?
Bock-Hensley: „Am wichtigsten sind bei Erwachsenen lange Hosen. Bei Kindern ist das schwieriger wegen der KörpergrĂ¶ĂŸe. Hier gilt: Kinder mĂŒssen nach jedem Ausflug ins GrĂŒne sorgfĂ€ltig nach Zecken abgesucht werden.“

Gibt es Körperstellen, die man besonders genau nach Zecken absuchen sollte?
Bock-Hensley: „Da möchte ich mich nicht festlegen – Zecken suchen sich eine geeignete Stelle, die kann aber fast ĂŒberall sein.“

Es heißt, je frĂŒher eine Zecke entfernt wird, umso geringer sei die Gefahr einer Infektion mit Borreliose und FSME. Trifft das zu?
Bock-Hensley: „Das ist absolut richtig. FSME-Erreger befinden sich in den SpeicheldrĂŒsen der Zecke, die Borrelien im Darm. Je kĂŒrzer die Stichzeit ist, desto weniger Erreger können ĂŒbertragen werden.“

Muss man bei jedem Zeckenstich mit einer Infektion rechnen?
Bock-Hensley: „Ja und Nein. Eine relativ frische endemische Untersuchung hat ergeben, dass 0,1 bis 5 Prozent der Zecken das FSME-Virus in sich tragen und rund 10 bis 35 Prozent die Borreliose-Bakterien – je nach Gebiet. Jetzt zu sagen, jeder 20te Stich ĂŒbertrĂ€gt FSME und jeder zehnte bis dritte Borreliose ist mehr als riskant. Ein einziger Stich kann entscheidend sein – den Zecken sieht man nicht, welche Erreger sie in sich tragen. Ich wiederhole das gerne nochmals: Die Impfung schĂŒtzt zuverlĂ€ssig vor FSME und nach einen Stich sollte man genau auf eine Rötung der Haut wegen Borreliose achten.“

Zecken selbst entfernen?

Kann man Zecken selbst entfernen oder sollte man lieber zu einem Arzt gehen?
Bock-Hensley: „Das macht man selbst, damit muss man keinen Arzt beschĂ€ftigen.“

Stimmen die Volksweisheiten, dass man Zecken erst mit Öl betreufeln und dann „gegen den Uhrzeiger herausdrehen“ sollte?
Bock-Hensley: „Das ist Quatsch. Man nimmt ein Pinzette, packt die Zecke möglichst nah der Haut und zieht sie raus. Alles, was man drauf trĂ€ufelt, erstickt das Tier, das wird panisch und „ĂŒbergibt“ sich in die Wunde – was das Risiko einer Infektion erhöht.“

Sollte man die Zecken untersuchen lassen?
Bock-Hensley: „FĂŒnzig Prozent aller Erkrankten können sich nicht an einen Zeckenbiss erinnern. Auch wenn die untersuchte Zecke „sauber“ ist, wissen Sie noch nicht, ob Sie nicht noch von einer anderen gestochen wurden und selbst wenn Erreger nachgewiesen werden, heißt das nicht, dass Sie infiziert wurden. Das Geld kann man sich sparen.“

zeckenschule

Die Seite "Zeckenschule" informiert zum Thema. Bild: Zeckenschule.de

Link:
Informationsseiten des Pharma-Herstellers Baxter GmbH
Zeckenschule: Animierte Seite fĂŒr Eltern und Kinder zum Thema Zecken
Zeckeninformationsseite

Service:
Das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreise informiert in einer eigenen Ausstellung zum Thema „Zecken“:
„Vom 13. bis 30. April können sich Interessierte im Landratsamt Rhein-Neckar-Kreis/Gesundheitsamt Heidelberg ĂŒber Gefahren informieren, die von der Zecke als ÜbertrĂ€ger von Krankheiten ausgehen. Und natĂŒrlich darĂŒber, wie man sich schĂŒtzt.

Zur KlĂ€rung vieler offener Fragen rund um die Zecke eröffnen Dr. Bodo-Falk Hoffmann, stellvertretender Landrat, und Dr. med. Rainer Schwertz, stellv. Amtsleiter des Gesundheitsamtes, am Dienstag, 13. April, um 11.00 Uhr die „Wanderausstellung Zecken“. Zu sehen sind großformatige Infotafeln, SchaukĂ€sten, Filme und Animationen sowie echte Zecken unter dem Binokular. Alle Besucher sind herzlich eingeladen, sich umfassend informieren, aufklĂ€ren und ĂŒberraschen zu lassen. Die Ausstellung ist Montag – Freitag von 8.00 bis 16.30 geöffnet.“