Montag, 21. September 2020

Hund, Katze und Ratte als Weihnachtsgeschenke, alle Jahre wieder

Wenn es unterm Weihnachtsbaum zweimal bellt

Mischlingswelpe aus Wolfsspitz und Siberian-Husky. Foto: Wikipedia, Richard Bartz CC BY SA 2.5

Hirschberg, 21. Dezember 2012 (red/tt). Haustiere eignen sich nicht als Weihnachts├╝berraschung, sagt Jutta Schweidler, Leiterin des Tierheims Weinheim. Dennoch werden jedes Jahr Tiere zu Weihnachten verschenkt. Wenn es dann Schwierigkeiten mit ihnen gibt, das Tier altert oder Tierarztkosten anfallen, wird es oft im Tierheim abgegeben oder sogar ausgesetzt.

Von Timo TammIhr Kind w├╝nscht sich ein Tier zu Weihnachten? Sie w├╝nschen sich ein Tier zu Weihnachten? Bevor es unter dem Weihnachtsbaum bellt, miaut, schn├╝ffelt oder raschelt, sollte einiges gekl├Ąrt sein: Wer geht morgens mit dem Hund raus? Wer f├╝ttert die Katze, wenn die Familie in den Urlaub f├Ąhrt? Was, wenn der Schmusekater an Omas Gardinen klettern ├╝bt? Der Tierschutzbund bietet Informationsbrosch├╝ren zu den g├Ąngigen Haustierarten. Vor Ort ber├Ąt das Tierheim.

Wie und wo bekommt man ein Tier vermittelt?

Wenn Sie ein Tier in der Tierhandlung kaufen, k├Ânnen Sie es nicht zur├╝ckgeben. Deswegen eignen sich Tierheime bei der Tiervermittlung deutlich besser.

sagt Jutta Schweidler. Dort k├Ânnten sich Tier und Halter vorher kennenlernen. Wie in den meisten Tierheimen kontrollieren die Mitarbeiter vor der Vermittlung, ob sich die Wohnung des Interessenten f├╝r eine Haltung des Tieres eignet. Bei abgegebenen Tieren wei├č das Tierheim meist ├╝ber dessen Vorgeschichte Bescheid und informiert den Interessenten. Bei ausgesetzten Tieren gibt es nur einen Bericht ├╝ber das Verhalten w├Ąhrend der Zeit im Tierheim. ├ťberhaupt nicht geeignet, um sich ein Tier zuzulegen, sind laut Jutta Schweidler „Tiervermehrer“, bei denen man Tiere ├╝bers Internet meist ohne Impfschutz, Informationen und mit vielen Problemen kauft.

Welpen finden alle s├╝├č

Jungtiere finden alle s├╝├č. Wie viele von ihnen nach Weihnachten abgegeben werden, kann Schweidler nicht beziffern.┬á Bei Kleintieren und Katzen balle es sich am Jahresanfang, bei Hunden eher nicht. Meist werden Tiere ├╝ber das ganze Jahr verteilt abgegeben, in Weinheim etwa 200 Hunde und noch deutlich mehr Katzen. Meist werden Tiere abgegeben, wenn sie ├Ąlter werden, schwieriger oder sich die Lebensumst├Ąnde des Halters ├Ąndern – sei es ein neuer Job, Jobverlust, ein Umzug, neugeborene Kinder, Allergien beim neuen Partner. Im Tierheim Weinheim sind momentan etwa 25 Katzen, 20 Hunde und etliche Kleintiere untergebracht.

Welches Tier eignet sich f├╝r mich?

Beim Tierschutzbund gibt es Brosch├╝ren┬á├╝ber Aquarienfische, Hunde, Katzen, Nagetiere und V├Âgel. Exotische Tiere eignen sich ├╝berhaupt nicht f├╝r die Haltung in einer normalen Wohnung, so Schweidler:

Dazu muss man Spezialist sein und man braucht eine spezielle Umgebung.

Vor der Anschaffung sollte man sich folgende Fragen stellen, r├Ąt der Tierschutzbund:

  • ┬á Passt das Tier in meine oder unsere Wohn- und Lebensverh├Ąltnisse?
  • ┬á Wann bin ich wie lange zuhause?
  • ┬á Habe ich oder meine Familie gen├╝gend Zeit f├╝r ein Tier?
  • ┬á Kann ich dem Tier besonders beim Hund gen├╝gend Zeit und Raum f├╝r Auslauf bieten?
  • ┬á Habe ich gen├╝gend Geduld f├╝r ein Tier?
  • ┬á Gestattet mir mein Vermieter oder Hausverwalter eine Haltung des entsprechenden Tieres?
  • ┬á Kann ich mir das Tier mit all seinen folgenden Kosten leisten?
  • ┬á Kann ich auch in ein paar Jahren noch f├╝r das Tier sorgen?
  • ┬á Sind mein Partner, meine Mitbewohner oder alle Familienmitglieder mit dem Hausgenossen einverstanden?
  • ┬á Ist die Unterbringung bzw. Pflege bei einem Urlaub bzw. in den Ferien geregelt?

Tiere┬á kosten Geld und das nicht nur beim Kauf: Eine Kastration und die Impfungen k├Ânnen rund 100 Euro kosten. Je nach Gr├Â├če und Alter des Tieres steigen die Tierarztkosten f├╝r Versorgung und Behandlung. Beim Tierheim Weinheim kostet die Vermittlung einer Katze 100 Euro. Ein Hund kostet 250 Euro. Diese Betr├Ąge decken die Kosten f├╝r die Kastration und Impfung, ohne die Tierheimtiere nicht abgegeben werden. Dazu kommen Futterkosten sowie Steuern und eine erh├Âhte Haftpflichtversicherung.

Weitere Informationen: Tierschutzverein Weinheim Zu den Fundtiergemeinden des Tierheims geh├Âren Weinheim, Heddesheim, Hemsbach, Ladenburg, Schriesheim und Hirschberg. Mittwochs gibt es von 9:00 Uhr bis 12:00 Uhr die M├Âglichkeit mit Tieren Gassi zu gehen, Interessenten dazu k├Ânnen von 15:00 Uhr bis 17:00 Uhr kommen.

Kampagne: Die Vielfalt der Zeitung

Rhein-Neckar/Koblenz/Bundesgebiet, 13. September 2011. Die Kampagne „Die Vielfalt der Zeitung“ geht auch 2011 weiter – solange, bis ein Verlag sie ab- oder einkauft. Das Netz ist aufgerufen, die Zeitung zu retten. Absurd? Keineswegs. Die Zeitung ist eine Wundert├╝te. Denn auch in T├╝ten k├Ânnen Wunder schlummern…

Aktualisiert: Dieser Artikel wurde seit Erscheinen am 03. M├Ąrz 2011 fortlaufend aktualisiert und wird heute mit aktuellem Datum neu ver├Âffentlicht. Schlie├člich geht es um Zeitungen! In den vergangenen Monaten streikten Redakteure ├╝berall im Land und erz├Ąhlten was von Qualit├Ątsjournalismus. Doch darum geht es gar nicht. Es geht um Service. Um Nutzwert. Mittlerweile hat unsere Kampagne 47. Argumente f├╝r die Zeitung. Allen, die mitmachen, wird eine Erfolgsbeteiligung garantiert, falls ein Zeitungsverlag die Kampagne endlich kauft. Denn es geht um die Zukunft der Zeitung – nein, sogar mehr. Es geht um die Zukunft der Zivilisation, oder so ├Ąhnlich!

Von Hardy Prothmann

"Ein bisschen Spa├č muss sein...", Christian Lindner, Chefredakteur der Rhein-Zeitung ist eigentlich ein ganz seri├Âser Journalist - hat aber auch ab und an den Schalk im Nacken. Hier pr├Ąsentiert er in bunten Hosen die Bastelanleitung f├╝r eine Narrenkappe. Quelle: Mit freundlicher Genehmigung der Rhein-Zeitung.

Die Zeitungen habens arg schwer – die Abos und Leserzahlen gehen zur├╝ck und noch viel schlimmer: Die Werbeums├Ątze. Laut Experte Marian Semm verlieren Zeitungen pro 100.000 Auflage seit 2001 rund vier Prozent Umsatzerl├Âse, was rund einer Million Euro entspricht.

Der MM beispielsweise hat im zweiten Quartal 2010 gut 1.500 Abos verloren und eine Besserung ist nicht in Sicht.

Da ich mit der Zeitung aufgewachsen bin, best├╝rzt mich diese Situation zutiefst. ├ähnlich wie bei den Robben-Babys, dem Deutschen Wald und ganz allgemein der Umwelt und unserer Zukunft, muss eine Kampagne her, die dieses langsame Dahinsiechen aufh├Ąlt und die Zukunft der Zeitung sichert.

Vergessen Sie das Leistungsschutzrecht, verehrte Verlage. Selbst die Wirtschaft h├Ąlt das f├╝r eine Art von Raubrittertum. ├ťberzeugen Sie mit Leistung, dass ist der beste Schutz und das beste Recht.

Ich habe deshalb im Oktober 2010 eine Kampagne gestartet, mit der die bedrohten Zeitungsverlage die Vielfalt der Zeitung darstellen und bewerben k├Ânnen.

Im vergangenen Jahr kamen sage und schreibe 36 Vorschl├Ąge zusammen. Nummer 37 und der erste f├╝r dieses Jahr kommt von der Rhein-Zeitung (Koblenz) – die schl├Ągt vor, dass man Narrenkappen aus der Zeitung basteln kann. Sehr kreativ, wie ich finde.

Machen Sie auch mit: Reichen Sie Vorschl├Ąge ein. Save the wundert├╝te!

Denn die Zeitung ist eine wahre Wundert├╝te – es steckt viel mehr in ihr, als man zun├Ąchst vermutet.

Das l├Ąsst sich in Wort, Bild, Ton und Video in eine wunderbare Imagekampagne umsetzen. Darum d├╝rfen die Verlag ab sofort gerne pitchen – nat├╝rlich k├Ânnten die auch Ideen klauen (was man durchaus gewohnt ist), aber ich setze hoffnungsvoll auf einen Rest von Ehrlichkeit.

Ein Zeitungskollege schreibt als Vorschlag: „Man kann daraus Papierkugeln basteln und Prothmann damit bewerfen. Besser jedenfalls als mit Watteb├Ąuschchen“. Diesen Vorschlag lasse ich nicht unerw├Ąhnt, f├╝ge ihn aber nicht als ernst gemeint ein.

Ihre Zeitung – Ihre Vielfalt:

  1. Man kann einen Fisch drin einwickeln (jahrhundertealte Tradition).
  2. Man kann M├╝cken damit totschlagen (sowie die Zeit).
  3. Man kann sich draufsetzen (gerade bei vollgekoteten Parkb├Ąnken sinnvoll).
  4. Man kann Geschirr darin einschlagen (wer schon mal umgezogen ist, wei├č das).
  5. Man kann damit Fenster putzen (auch wenn manche auf HaRa schw├Âren).
  6. Man kann damit Meerschweinchenst├Ąlle auslegen (auch f├╝r Kaninchen und Goldhamster geeignet).
  7. Man kann damit R├Ąume zum Renovieren auslegen (das wei├č doch jeder).
  8. Man kann daraus „Malerh├╝te“ bauen (ist echt einfach).
  9. Man kann darin Blumen einwickeln, vorzugsweise auf dem Wochenmarkt (auf dem Markt Ihrer Wahl).
  10. Man kann damit basteln (Kindergarten und Schule und privat).
  11. Man kann damit Kunst machen (siehe Beuys).
  12. Man kann damit eine Unterlage f├╝r Gipsarme machen (einfach mal ausprobieren).
  13. Man kann sie gegen Fettablagerung auf K├╝chenschr├Ąnke legen (das wei├č jede gute Hausfrau).
  14. Man kann daraus M├Âbel basteln (Kreativkurs).
  15. Man kann daraus zusammengerollt eine Selbstverteidigungswaffe machen (siehe Jackie Chan).
  16. Man kann investigativ durch die Zeitungslochtechnik recherchieren (James Bond).
  17. Man kann andere im Zug davon abhalten, ein Gespr├Ąch anzufangen (in allen Bahnen dieser Welt).
  18. Man kann damit wichtig aussehen, vor allem, wen man m├Âglichst viele Bordexemplare auf einmal in allen Sprachen mit zum Platz nimmt.
  19. Man kann damit nasse Schuhe trocknen (Wanderer-Trick 1).
  20. Man kann damit auch im Wald – Sie wissen schon (Wanderer-Trick 2).
  21. Man kann damit den Kamin anz├╝nden. (read it – then burn it- Prinzip)
  22. Man kann sich damit daten (die und die Zeitung unterm Arm).
  23. Man kann sie sammeln.
  24. Man kann Artikel aus ihr Ausschneiden (sehr beliebt bei B├╝rgermeistern und Gemeinder├Ąten der Gr├╝nen).
  25. Man kann sich dahinter verstecken (auch den kl├╝gsten Kopf).
  26. Man kann unter Zugabe von Leim jeden Trabbi damit reparieren (fragen Sie Ossis).
  27. Man kann damit seinen Frust abbauen: Stichwort Wutkrumpeln (macht viel mehr Spa├č als Wutb├Ąlle).
  28. Man kann die Wutkrumpel seinen Katzen zum Spielen geben (die haben auch Spa├č damit).
  29. Man kann die Zeitung im Zug vergessen und hoffen, dass sich jemand anderes dr├╝ber freut (Danke an Phil, siehe Kommentare).
  30. Man kann sich aus der Zeitung ein Kleid basteln (Danke an Christian Lindner, Chefredakteur Rhein-Zeitung http://ht.ly/31TTj).
  31. Man kann damit seinen Hund erziehen (politisch vielleicht nicht ganz korrekt – danke an Paul J. Hahn).
  32. Man kann damit seinen Brieftr├Ąger trainieren (erweiterter Vorschlag auf Arg. 31, Danke an Thomas).
  33. Man kann den Hund die Zeitung zerfetzen lassen und damit andere Sch├Ąden vermeiden (Danke an Thomas).
  34. Man kann daraus Buchstaben f├╝r Bekenner- und Erpresserschreiben ausschneiden (Danke an Michael Klems).
  35. Man kann sie k├╝ndigen und bei Abo-Neuabschluss ne Kaffeemaschine als Pr├Ąmie bekommen.
  36. Man kann sie wunderbar als Unterlage beim Gem├╝sesch├Ąlen verwenden (Danke an Karen Belghaus).
  37. Man dann sich daraus eine Narrenkappe basteln (besten Dank an Christian Lindner von der Rhein-Zeitung.)
  38. Man kann aus Zeitungen auch Br├╝cken bauen (Japan). (Danke an Christoph von Gallera)
  39. Man kann Zeitungen als T├╝rsturzf├╝llung verwenden (im eigenen Haus gefunden als F├╝llmaterial aus den 50-er Jahren). (Danke an Christoph von Gallera)
  40. Man kann mit einer Zeitung unterm Arm so tun, als w├Ąre man gebildet. (Danke an Michi.)
  41. Man kann mit einer Zeitung politisch korrekt Geschenke einpacken. (Dank an Michi.)
  42. Man kann mit einer Zeitung Boxen ausstopfen. (Danke an Michi.)
  43. Zur Not kann man sie auch als Klopapier verwenden. (Danke an Michi.)
  44. Man kann mit einer Zeitung und Kleister h├╝bsche Lampfenschirme basteln. (Danke an Michi.)
  45. Man kann mit der Zeitung auch „Langeweile“ ├╝berwinden und zun├Ąchst ein Zimmer damit tapezieren und dann erst alle „A“-Buchstaben, dann alle „B“ usw, einkringeln – vielleicht ein neuer Therapie-Ansatz? (Danke an Marietta)
  46. Man kann die Zeitung als Unterlage verwenden, damit man die Tischdecke nicht verkleckert. (Dank an Giesela S.)
  47. Man kann mit einer Zeitung (politisch korrekt) Geschenke einpacken. (Dank an Torsten S.)

Das sind jede Menge gute Gr├╝nde, die zeigen, wie vielf├Ąltig Zeitung ist oder sein kann – auch wenn viele sie f├╝r einf├Ąltig halten. Ob man sie auch noch lesen kann oder will, ist doch nun wirklich nur ein Grund unter vielen.

Und versuchen Sie mal einen der oben genannten Gr├╝nde mit Ihrem Notebook, Ihrem Handy-┬á oder dem IPad… (naja, bis auf Grund 22, 40).

Sie sehen – die Qualit├Ąt der guten alten Tante Zeitung ist einfach atemberaubend vielf├Ąltig.

Unglaublich ist auch ihr Beitrag zur V├Âlkerverst├Ąndigung – den ├╝berall auf der Welt, in allen Sprachen, mit allen politischen Hintergr├╝nden gelten alle Pro-Argumente ├╝berall gleich.

Und jetzt kommen Sie und zeigen mir auch nur ein einziges Produkt, ein einziges Kulturgut, das ├Ąhnlich vielf├Ąltig wie die Zeitung ist.

Sie werden keins finden – die Zeitung ist das Symbol f├╝r Vielfalt, f├╝r jedweden Nutzen. Oder?

Jetzt muss sich nur noch eine Zeitung finden, die mutig, humorvoll und selbstironisch genug ist, all diese positiven Eigenschaften zu bewerben.

Mal schauen, wer sich so alles um diese einzigartige Kampagne bewerben wird.

Sollte es so sein wie seit vielen Jahren, kopiert irgendjemand aus dem Internet die Idee sehr erfolgreich und die Zeitungen haben wieder das frustvolle Nachsehen.

Lehnen Sie sich auf, verehrte Zeitungsverleger. Geben Sie Gas. Seien Sie mutig.

Es lohnt sich.

Wenn Sie jetzt denken, dass Sie daf├╝r nichts zahlen m├╝ssen, sind Sie schief gewickelt.

Gute Ideen haben immer ihren Preis – schlechte Zeitungen nicht.