Freitag, 14. Juni 2019

Landesinnenminister Reinhold Gall lobt das Kommunale Hilfeleistungszentrum

Anerkennungskultur f├╝r das Ehrenamt

Landesinnenminister Reinhold Gall (Mitte) zeigte sich beeindruckt von der Fusion von Feuerwehr, Rettungsdienst und Bauhof aus den beiden Ortsteilen: „Jetzt wei├č ich, wieso Gerhard Kleinb├Âck und Uli Sckerl darauf bestanden haben, herzukommen.“

Hirschberg/Rhein-Neckar, 10. Januar 2013. (red/ld) Innenminister Reinhold Gall (SPD) besuchte gestern im Rahmen der Klausurtagung der SPD-Landtagsfraktion das neue Hilfeleistungszentrum in Leutershausen. Der Minister lobte die Fusion der beiden Ortsfeuerwehren sowie des Rettungsdienstes und des Bauhofs als „Gemeinsinn stiftend“ zwischen den Ortsteilen Leutershausen und Gro├čsachsen. Er lobte auch den Neubau des Hilfeleistungszentrums als eine „Wertsch├Ątzung der Gemeinde an die dort wirkenden Ehrenamtlichen“.

Von Lydia Dartsch

Die Zusammenlegung der freiwilligen Feuerwehren, Rettungsdienst und Bauhof sei ein kluger Schritt, lobte Gall. Besonders beeindruckt habe ihn die Tatsache, dass der Impuls f├╝r diese Ver├Ąnderung damals aus den Feuerwehren selbst kam:

Es ist nicht allt├Ąglich, dass Gemeindearbeit, Ehrenamt und der Bauhof zusammen arbeiten.

Es spreche daf├╝r, dass Hirschberg „mitdenkende B├╝rger habe, die sich Gedanken machen.“

B├╝germeister Manuel Just erkl├Ąrte Gall und der SPD-Landtagsfraktion das Zustandekommen der Fusion:

Aufgrund der r├╝ckl├Ąufigen Zahlen der Kameradinnen und Kameraden wurde es zunehmend schwerer, die Einsatzzeiten beizubehalten.

Zudem seien die Wehren in den Orten f├╝r die Bev├Âlkerung eher st├Ârend gewesen, vor allem bei n├Ąchtlichen Eins├Ątzen. Der Gemeinderat sei dann zu dem Schluss gekommen, alle Feuerwehr, Rettungskr├Ąfte und den Bauhof unter ein Dach zu bringen und ein neues Geb├Ąude zu bauen, um die Synergieeffekte zu nutzen. Das veranschlagte Budget von 7,7 Millionen Euro konnte dabei eingehalten werden. Urspr├╝nglich war aber eine „6“ vor dem Komma geplant.

Neubau statt 08/15 f├╝rs Ehrenamt

Als Feuerwehrkommandant sehe Gall den Neubau als Wertsch├Ątzung der Gemeinde f├╝r ihre freiwillige Feuerwehr. Dass die Zusammenarbeit klappt, habe er auch durch Justs Rede erkannt:

Wenn der B├╝rgermeister die richtigen Fachbegriffe benutzt, dann ist das f├╝r mich ein Zeichen daf├╝r, wie hoch angesehen das Ehrenamt hier ist.

Die Mitarbeiter von Feuerwehren, Rettungsdienst und Bauhof zeigten sich zufrieden mit dem Verlauf der Fusion. Es sei auf der Wache kein Unterschied mehr zu erkennen, ob ein Kollege aus Leutershausen oder Gro├čsachsen komme, erkl├Ąrten die Vertreter. F├╝r die Mitarbeiter des Bauhofs sei die Fusion ein Gl├╝cksfall gewesen, erkl├Ąrten sie. B├╝rgermeister Just sagte:

Ich ernte immer wieder Bewunderung in anderen Gemeinden, wie diese Fusion umgesetzt worden ist und was dadurch erreicht wurde.

Engagement soll Wertsch├Ątzung beim Arbeitgeber erfahren

Lediglich der Arbeitgeber mache beim Ehrenamt nicht immer mit, beispielsweise, wenn es um Weiterbildungen im Verein gehe. Dann sto├čen manche Ehrenamtliche auf Unverst├Ąndnis, wenn sie sich daf├╝r freistellen lassen wollen.┬áGall warb f├╝r mehr Anerkennung des Ehrenamts bei den Arbeitgebern. Das Ehrenamt brauche qualifizierte Mitarbeiter der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr mit F├╝hrungskompetenzen. Arbeitgeber, die die ehrenamtliche Arbeit ihrer Mitarbeiter in der freiwilligen Feuerwehr anerkennen und f├Ârdern, k├Ânnen dies beispielsweise durch die Plakette „Partner der Feuerwehr“ vom deutschen Feuerwehrverband zum Ausdruck bringen. Alternativ zu den Wochenkursen k├Ânnten aber auch Wochenendkurse besucht werden, sagte Gall. In jedem Fall setze er sich f├╝r einen Rechtsanspruch auf Weiterbildung in den kommenden Jahren ein.

Das Problem des Nachwuchses dr├╝ckt auch auf Hirschberg. Wenn dieser Grund f├╝r die Zusammenlegung der Wehren jetzt zwar gemildert ist, ist es nicht gel├Âst. Mehr Verantwortung m├╝sste die Jugend ├╝bernehmen, f├╝r sich und ihre Gemeinschaft, forderte ein Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes. Auch brauche es f├╝r die Nachwuchsorganisationen ein p├Ądagogisches Konzept. Brandeins├Ątze ├╝bernehmen Feuerwehrleute schlie├člich erst ab 18 Jahren. F├╝r ein solches Konzept sehe er aber eher die Gemeinde in der Pflicht.

Alt und Jung vereinen

Alle Generationen kommen in den Vereinen zusammen, stellt sich Gall die Zukunft vor. Dabei m├╝ssen alle zusammen arbeiten: Ein Feuerwehrmann werde auch mit 55 ┬áJahren noch bei Brandeins├Ątzen gebraucht.

Dann macht er aber andere Aufgaben und nicht gleich die schwersten.

Auch in Sachen Vereinsfreizeiten sprach sich Gall daf├╝r aus, alle Altersgruppen gleicherma├čen anzusprechen. Beispielsweise k├Ąmen bei einer Radtour die ├Ąlteren Teilnehmer kaum mit, wenn die j├╝ngeren mit Rennrad oder Mountainbike vorneweg rasten.

Zudem g├Ąbe es Bev├Âlkerungsgruppen, die bisher f├╝r die Feuerwehr oder den Rettungsdienst nur wenig angesprochen w├╝rden, wie Frauen und Menschen mit Migrationshintergund. Vor allem f├╝r diejenigen sei das Engagement f├╝r die Gemeinschaft eine identit├Ątsstiftende T├Ątigkeit. Als Informationsplattform bot der Abgeordnete Thomas Funk den Tag des Katastrophenschutzes am 15. Januar, am Stuttgarter Landtag sowie den Tag des Ehrenamts am 15. Juni an. Das Kommunale Hilfeleistungszentrum stie├č auch bei ihm und seinen Arbeitskreiskollegen auf Anerkennung:

Die Fusion hat die beiden Orte n├Ąher zueinander gef├╝hrt.

Regierungsfraktionen beenden Weihnachtspause

Rot-Gr├╝n auf Klausurtagung

Rheinneckar, 09. Januar 2013. (red/ld) Die SPD-Landtagsfraktion nahm gestern Abend ihre politische Arbeit nach der Weihnachtspause wieder auf. Bei einem B├╝rgerempfang in Weinheim begann die dreit├Ągige Klausurtagung der Fraktion. Themen sind unter anderem gentechnikfreie Landwirtschaft, Geothermie und Bildungspolitik. Die Klausurtagung findet im Mariott-Hotel in Heidelberg statt. Die Gr├╝ne Fraktion tagt in Bad Mergentheim.

Heute Nachmittag besichtigt Innenminister Reinhold Gall zusammen mit Vertretern der Fraktion das Kommunale Hilfeleistungszentrum Hirschberg-Leutershausen. Auf dem Klausurprogramm stehen au├čerdem heute Mittag ein Besuch in der Schlossschule Ilvesheim f├╝r Blinde und Sehbehinderte zum Thema┬áMedienkompetenz und┬áblindenspezifische Kompetenzen┬áim Unterricht. Der Arbeitskreis Sozialpolitik macht am Mittag einen Rundgang durch die Diakoniestra├če Heidelberg.