Mittwoch, 12. Juni 2019

SchĂŒlerbetreuung in Großsachsen doch flexibler als zunĂ€chst angenommen

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Hirschberg, 14. Juli 2010. In der Gemeinderatssitzung am Montag, den 12. Juli 2010 wurde kontrovers ĂŒber die neue Regelung zur Kinderbetreuung debattiert. Die Redaktion hat nochmals in der Verwaltung nachgefragt und die Auskunft erhalten, dass die Betreuung flexibler ist, als es zunĂ€chst den Eindruck hatte.

Die neue Regelung sieht vor, dass Eltern eine Vollanmeldung fĂŒr die Kernzeitbetreuung wĂ€hlen können oder nur drei Tage in der Woche. Dies kostet dann auch nur drei FĂŒnftel der FĂŒnftageskosten. Die Gutscheinregelung entfĂ€llt.

Diese Tage können von den Eltern flexibel ausgesucht werden: Anders als in der Sitzung dargestellt, lĂ€uft das nicht auf Montag bis Mittwoch hinaus, sondern auf drei individuelle Tage in der Woche. „Die Eltern können uns ihre Tage nennen und dementsprechend wird das eingerichtet“, sagte Hauptamtsleiter Ralf GĂ€nshirt auf Nachfrage. „Diese Auswahl ist aber fĂŒr das Schuljahr festgelegt.“

Damit ist die Kritik der GemeinderĂ€te Monika Maul-Vogt (GLH) und Alexander May (FW) beantwortet – die beiden hatten moniert, dass eine Festlegung auf Montag bis Mittwoch zu unflexibel sei.

Monika Maul-Vogt kritisierte darĂŒber hinaus: „Die Festlegung der drei Tage auf ein Jahr im voraus halte ich fĂŒr viel zu unflexibel.“ BĂŒrgermeister Manuel Just sagte: „Es gibt keine höchstmögliche QualitĂ€t zum kleinsten Preis.“ Es nun einmal so, dass eine höhere FlexibilitĂ€t auf mehr Geld koste, was die meisten Eltern wiederum ablehnen wĂŒrden. Deshalb sei er zufrieden mit der Lösung, die auch vom Elternbeirat so gewollt und unterstĂŒtzt worden sei: „Wir orientieren uns an den BedĂŒrfnissen der Eltern.“

GemeinderĂ€tin Birgit Knoblauch sah das anders: „Familienfreundlich ist diese Politik nicht. Es ist bedauerlich, dass dies der Gemeinde nicht ein paar tausend Euro wert ist.“

Im Gegensatz zu Leutershausen gebe es in Großsachsen eben nicht denselben Wunsch einer dauerhaften Betreuung. Ralf GĂ€nshirt sagte auf Nachfrage: „Die exakten GrĂŒnde kann ich nur vermuten, aber ich nehme an, dass die familiĂ€ren Strukturen in Großssachsen fester sind als in Leutershausen.“

Peter Johe (FW) sagte in der Sitzung: „Ich persönlich halte die Ganztagesschule fĂŒr das beste Modell. Wenn der Wunsch der Mehrheit der Eltern aber anders aussieht, dann ist das so. Sollte sich das Ă€ndern, wird der Gemeinderat mit Sicherheit nicht zurĂŒckstehen und das Modell anpassen.“

Dies bestĂ€tigte auch Ralf GĂ€nshirt, der erkrankungsbedingt an der Sitzung nicht teilgenommen hatte: „Aus unserer Sicht ist das kein Problem. Wir planen das, was die die Mehrheit der Eltern wĂŒnschen.“

BĂŒrgermeister Just sagte weiterhin in der Sitzung in Richtung der GLH und SPD: „Ja, es wird durch den Wegfall der Gutscheine fĂŒr manche Eltern ein Betreuungsvakuum geben. Es wurden aber alle Alternativen diskutiert und unser neues Modell ist die beste Lösung.“

Keine gute Lösung war zuletzt die Gutscheinregelung aus Sicht der Verwaltung: Rund 400 Mal wurden die „Gutscheine“ im Wert von fĂŒnf Euro im laufenden Schuljahr eingesetzt: „Da kamen statt ein zwei Kinder, die „notfallbedingt“ betreut werden mussten, plötzlich fĂŒnf bis sechs am Tag. Dadurch war eine sinnvolle Betreuung nicht mehr gewĂ€hrleistet“, sagte GĂ€nshirt der Redaktion.

Gemeinderat Matthias Dallinger (CDU) sagte: „Ich weiß nicht, wo sich die GLH erkundigt hat. Ich habe mit den Frauen gesprochen und habe keine einzige Forderung nach mehr FlexibilitĂ€t gehört.“

Gemeinderat Dr. Horst Metzler (SPD) sagte: „Wenn die meisten Eltern das so wollen, mĂŒssen wir das so akzeptieren. Trotzdem sollte man die HĂ€rtefallregelung zu einem kostendeckenden Beitrag weiter anbieten.“ Metzler stellte einen entsprechenden Antrag, Gutscheine fĂŒr 9,60 Euro anzubieten. BĂŒrgermeister Just sah darin ein zu hohen verwaltungstechnischen Aufwand. SPD und GLH stimmten dafĂŒr, der Rest dagegen, womit der Antrag abgelehnt wurde.

Die Beschlussvorlage eine weitere Betreuung an drei Tagen anzubieten, wurde mit einer Gegenstimme von Birgit Knoblauch und drei Enthaltungen der GLH angenommen. Der Antrag, dafĂŒr 3/5-GebĂŒhren zu berechnen wurde mit einer Enthaltung von Knoblauch angenommen. Auch der Wegfall der Gutscheinregelung ab dem Schuljahr 2010/11 wurde bestĂ€tigt.

Download: Verwaltungsvorlage zur Kinderbetreuung Großsachsen

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