Mittwoch, 19. Juni 2019

Besinnliche Weihnacht. Zeit, sich zu besinnen: Was war, was ist und was sein soll

Auch Jesus war ein FlĂŒchtling

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Dieser Bub spielt unter Aufsicht seines Vaters im neuen „Garten auf Zeit“ – im Hintergrund sieht man Blumen, die er gerade gepflanzt hat. Die Aufnahme entstand im August 2013 in Ladenburg. Ab Mitte Januar 2014 wird die Familie aus der Alten Martinsschule ausgezogen sein und in Container in Schweztingen umgesetzt.

 

Rhein-Neckar, 24. Dezember 2013. (red/Rose) Rund 700 neu eingetroffene Asylsuchende hat der Rhein-Neckar-Kreis dieses Jahr aufnehmen mĂŒssen – auch die kreisfreien StĂ€dte in unserer Region werden hunderte Menschen aufnehmen. Und es werden mehr werden, denn in Syrien tobt ein grausamer BĂŒrgerkrieg, die Menschen fliehen aus Afghanistan, aus dem Irak, aus dem Sudan. Hinter den Zahlen stehen Schicksale. Menschen. Und die brauchen Hilfe. [Weiterlesen…]

Interview mit Dirk Niebel, Bundesminister fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

„Wer einen Plan B hat, verfolgt Plan A nicht konsequent genug“

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Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel (FDP): „Die FDP kommt sicher in den nĂ€chsten Bundestag.“ Foto: Photothek.net

 

Heidelberg/Rhein-Neckar, 18. Juni 2013. (red/pro/ld) Der Heidelberger FDP-Bundestagsabgeordnete Dirk Niebel ist Minister fĂŒr wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung der Bundesregierung und Spitzenkandidat auf der FDP-Landesliste. Die Umfragewerte seiner Partei liegen derzeit zwischen vier und sechs Prozent. Im Interview zeigte sich der Kandidat sicher, dass er auch in der nĂ€chsten Legislaturperiode Minister wird. [Weiterlesen…]

Wie haben Sie den Terroranschlag erlebt? Gedanken zum 11. September 2001

Die qualmenden Reste des WTC nach den AnschlÀgen vom 11. September 2001. Bild: Wikipedia/Shizhao

Rhein-Neckar, 08. September 2011. (red) Am kommenden Sonntag vor zehn Jahren erschĂŒtterten die TerroranschlĂ€ge vom-  11. September 2001 die Welt. Wir möchten gerne von Ihnen wissen, wie Sie diesen Tag erlebt haben. Schreiben Sie uns!

Von Hardy Prothmann

Fast 3.000 Menschen wurde vor zehn Jahren Opfer eines terroristischen Massenmords. Am 11. September 2001 entfĂŒhrten insgesamt 19 Al-Quaida-Terroristen vier Flugzeuge. Zwei steuerten sie ins World-Trade-Center, eines ins Pentagon und eines erreichte das Terrorziel nicht, sondern wurde vermutlich durch Passagiere zum Absturz gebracht.

Jeder kennt die Bilder der rauchenden und berstenden TĂŒrme aus denen verzweifelte Menschen in den sicheren Tod gesprungen sind, um nicht zu verbrennen. Die Rauch- und Ascheschwaden in den Straßen von New York. Die Angst der Menschen.

Die TerroranschlĂ€ge vom 11. September 2011 gelten als historische ZĂ€sur. Seitdem herrscht ein Weltkrieg – auch wenn man das offiziell nicht so nennt: Der (christliche) Westen ist im Kampf mit dem (muslimischen) Osten. Vor allem im Irak und in Afghanistan, wo auch deutsche Truppen in den Krieg verwickelt sind.

Politiker und andere „wichtige“ Menschen werden sich zuhauf dazu Ă€ußern. Uns interessiert aber Ihre Meinung, Ihre Erinnerung. Wir bitten unsere Leserinnen und Leser um Zuschriften: Wie haben Sie die TerroranschlĂ€ge erlebt? Was haben Sie empfungen, was gedacht? Hatten Sie Freunde, Bekannte, Kollgen in New York? Waren Sie selbst dort? Und vielleicht schreiben Sie auch, wie Sie heute, zehn Jahre danach, darĂŒber denken? Was hat sich verĂ€ndert?

Wenn wir mindestens ein Dutzend Standpunkte zusammenbekommen, veröffentlichen wir Ihre Zuschriften in einem gemeinsamen Artikel. Im Andenken an die Opfer dieses Terrorakts, der die ganze Welt erschĂŒtterte. Schreiben Sie uns! Besten Dank vorab!

Die Stille nach dem „Sturm“

Guten Tag!

Hirschberg, 15. November 2010. „Verletzte Seelen“ stehen bei amnesty international im Vordergrund. Bei der gleichnamigen Ausstellung im Ladenburger Domhof mit Kunstwerken von Bernd Gerstner, genauso wie beim Filmabend am 12. November 2010 im Olympia-Kino, der ebenfalls unter dem Namen „Verletzte Seelen“ stattfand.

Von Anna Ewald

„Ich wĂŒnsche ihnen einen angenehmen, aber auch nachdenklichen Abend.“ So bereitet Reinhard Christmann die rund 50 jungen und alten Besucher des Olympia Kinos in Leutershausen auf den Spielfilm „Sturm“ vor (2009, Buch: Urs Fiechtner, Regie: Hans-Christian Schmid). Der Abend wird nicht angenehm werden – aber sehr nachdenklich machen.


Quelle: homepage „Sturm“.

Am Anfang der Vorstellung sind im Kinoraum noch fröhliche GesprÀche zu hören. Nach dem Film ist es still. Keiner sagt etwas. Zu sehr hat die Handlung die Zuschauer beeindruckt.

„Sturm“- ernst und emotional.

Die Jugoslawienkriege haben Unrecht hinterlassen. In den Jahren dannach gilt es diese zu beseitigen: UngeklÀrte Kriegsverbrechen sollen aufgedeckt und die TÀter verhaftet werden.

Das ist auch der Job von Hannah Maynard (Kerry Fox). Sie ist AnklĂ€gerin im Kriegsverbrechertribunal in Den Haag. Angeklagter ist Ex-General Durič, der in Bosnien zahlreiche Kriegsverbrechen begangen haben soll. Doch nachdem die Richter Hannahs Zeugen Alen nicht glauben wollen, erhĂ€ngt er sich.

Szenbild aus "Sturm". Quelle: "Sturm"

Hannah gelingt es eine neue Zeugin zu finden. Alens Schwester Mira. Doch der Prozess in Den Haag erweist sich als schwierig, denn bosnisch-serbische Nationalisten verfolgen Mira und lassen sie ihre Vergangenheit nicht vergessen: Sie war ein Opfer des Kriegsverbrecher Durič, der Frauen in ein Hotel brachte und von Soldaten vergewaltigen ließ.

Alle Verbrechen könnten aufgeklĂ€rt werden, allerdings lĂ€sst das Gericht nicht zu, dass die Zeugin Mira auch zu ihrem Schicksal im Hotel angehört wird. Sie soll nicht darĂŒber aussagen.

Krieg hinterlÀsst Unrecht.

Beeindruckend war, wie deutlich es wurde, dass Rechtsprechung nicht gleich Gerechtigkeit ist. Mira und sÀmtliche anderen Frauen, die dieses Schicksal ertragen mussten, schaffen es nicht, durch das Gericht auch Gerechtigkeit zu erlangen.

Kriegsopfer vergessen das Erlebte nie wieder. Sie leiden auch nach dem Krieg noch ewig unter ihrem Schicksal. Das zeigte Mira aus dem Film. Doch auch in RealitĂ€t ist das nicht anders. „Verletzte Seelen“ bleiben ĂŒbrig. Auch nach Ende der Folter und des Kriegs.

„Und diese „verletzten Seelen“ leben heute mitten unter uns“, sagte Wiebke Dau-Schmidt von der Kinoförderung Leutershausen.

Auch heute gibt es noch nicht in jedem Land garantierte Menschenrechte. „amnesty international kann helfen, denn der grĂ¶ĂŸte Feind der Menschenrechtsverletzungen ist die Öffentlichkeit“, antwortete Reinhard Christmann auf die Frage eines Besuchers, wie man helfen könne.

Die Stille nach dem „Sturm“.

Nach dem Film sollte eigentlich noch eine Diskussion mit Urs Fiechtner ĂŒber den Film stattfinden. Aber es verlĂ€uft alles ein bisschen anders, denn der Autor ist nicht da. „Ich finde, dieser Film wirkt am besten, wenn man schweigt.“ Das bemerkt jemand aus dem Publikum. Alle anderen sehen das genauso. Sie nicken und schweigen.

Keiner fĂŒhlte sich noch in der Lage zu diskutieren, denn das ernste Thema brachte jeden zum Nachdenken. Und als die Besucher „entlassen“ werden, bleibt es immer noch ruhig. Es fĂ€llt schwer die komplexe und auch emotionale Handlung einfach wieder zu vergessen. Und jeder wird sicher noch lĂ€nger ĂŒber „Verletzte Seelen“ nachdenken.

Über den Autor:
Urs Fiechtner wurde 1955 in Bonn geboren und wuchs in Chile auf, kam allerdings wieder nach Deutschland zurĂŒck. Er hatte sich von Anfang an der Literatur verschrieben.
Fiechtner ist MitbegrĂŒnder des Ulmer Behandlungszentrums fĂŒr Folteropfer, das 1995 auf die Initiative von amnesty international und BĂŒrger aus Ulm gegrĂŒndet wurde. Es bietet professionelle Behandlung fĂŒr Menschen, die Folter und Menschenrechtsverletzungen am eigenen Leibe gespĂŒrt haben.

Tipp:
Der Film lÀuft noch heute und morgen, 15.+16. November 2010 in der Abendvorstellung um 20:15 Uhr im Olympia-Kino.

Lesetipp:
Ausstellung „Verletzte Seelen“ in Ladenburg.

Anmerkung der Redaktion: Anna Ewald (16) ist Gymnasiastin in Schriesheim, interessiert sich sehr fĂŒr Politik und Medien und absolviert ein schulbegleitendes Praktikum bei uns. Dabei lernen junge Menschen bei uns, was Journalismus ist: Handwerk, Öffentlichkeit und verantwortliche Meinung.
Wir legen dabei einen besonderen Wert auf den eigenen Blick dieser jungen Menschen. Sie berichten aus ihrer subjektiven Perspektive, was sie mit wem zu was wie erleben. Wir unterstĂŒtzen sie dabei journalistisch und redaktionell.
Hier finden Sie eine Übersicht aller Texte von Anna Ewald auf dem ladenburgblog.
Wer Interesse an einem Praktikum hat, kann sich gerne formlos bewerben – allerdings sind erst ab April 2011 wieder PlĂ€tze frei.

Vorstoß und RĂŒckzug – BundesprĂ€sident Köhler ist zurĂŒckgetreten

Guten Tag!

Hirschberg/Berlin, 31. Mai 2010. Der heutige Tag geht in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein: BundesprĂ€sident Horst Köhler hat völlig ĂŒberraschend heute seinen RĂŒcktritt erklĂ€rt. .

Von Hardy Prothmann

Horst Köhler. Bild: Bild - Presse- und Informationsamt der Bundesregierung, B 145 Bild-00170079, Foto: Chaperon

„Meine Äußerungen zu AuslandseinsĂ€tzen der Bundeswehr am 22. Mai dieses Jahres sind auf heftige Kritik gestoßen. Ich bedauere, dass meine Äußerungen in einer fĂŒr unsere Nation wichtigen und schwierigen Frage zu MissverstĂ€ndnissen fĂŒhren konnten. Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befĂŒrwortete EinsĂ€tze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wĂ€ren. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lĂ€sst den notwendigen Respekt fĂŒr mein Amt vermissen.“

Mit diesen Worten hat BundesprĂ€sident Horst Köhler seinen RĂŒcktritt eingeleitet – nachdem er Tage zuvor im DeutschlandRadio etwas gesagt hatte, dem ein deutlicher „imperialistischer“ Zungenschlag anhaftete:

„Meine EinschĂ€tzung ist aber, dass wir insgesamt auf dem Wege sind, doch auch in der Breite der Gesellschaft zu verstehen, dass ein Land unserer GrĂ¶ĂŸe mit dieser Außenhandelsorientierung und damit auch AußenhandelsabhĂ€ngigkeit auch wissen muss, dass im Zweifel, im Notfall auch militĂ€rischer Einsatz notwendig ist, um unsere Interessen zu wahren, zum Beispiel freie Handelswege, zum Beispiel ganze regionale InstabilitĂ€ten zu verhindern, die mit Sicherheit dann auch auf unsere Chancen zurĂŒckschlagen negativ durch Handel, ArbeitsplĂ€tze und Einkommen. Alles das soll diskutiert werden und ich glaube, wir sind auf einem nicht so schlechten Weg.“

Die Reaktionen auf diesen Vorstoß sieht Herr Köhler als „Unterstellung“ an, als „Kritik, die jeder Rechtfertigung entbehrt“.

Ist das so? Herr Köhler hat gesagt, was er gesagt hat und hat keinen Versuch unternommen, ein „MissverstĂ€ndnis“ zu klĂ€ren. Heute tritt er zurĂŒck und zeigt, dass er keine Kritik aushalten kann oder will. Deshalb ist sein RĂŒcktritt zu begrĂŒĂŸen.

Andere Medien landauf, landab berichten ĂŒber die „großen Verdienste“ des BundesprĂ€sidenten a.D. Horst Köhler. Das gehört sich so. Ganz sicher hat Herr Köhler das höchste Staatsamt ordentlich ausgefĂŒllt, auch das gehört sich so.

Lenkend in Debatten einzugreifen oder Linien vorzugeben, ist ihm nicht gelungen. Es hat den Anschein, als habe er sich deshalb ein wenig beleidigt zurĂŒckgezogen – hatte er zu wenig Aufmerksamkeit?

Wenn ja, hat er diese mit seinem heutigen Schritt auf alle FĂ€lle bekommen. Er geht als der erste BundesprĂ€sident, der zurĂŒckgetreten ist, in die Geschichte der Bundesrepublik Deutschland ein.

Interessant ist, dass seine Äußerung im Interview mit DeutschlandRadio einen neuen Blick auf den Afghanistan-Krieg lenken, der nicht nur die „Sicherheit Deutschlands“ verteidigen will, sondern wirtschaftlichen Interessen dienen könnte.

Ob dies zutreffend ist oder nicht, wird die Debatte darĂŒber in der kommenden Zeit klĂ€ren. Im Abgang hat Herr Köhler damit vielleicht seinen ersten großen, eigenstĂ€ndigen Erfolg gesichert: Eine Debatte ĂŒber eine nationale Frage anzustoßen.

Dokumentation der RĂŒcktrittsrede:

„Es war mir eine Ehre, Deutschland als BundesprĂ€sident zu dienen“
ErklÀrung von BundesprÀsident Horst Köhler

Meine Äußerungen zu AuslandseinsĂ€tzen der Bundeswehr am 22. Mai dieses Jahres sind auf heftige Kritik gestoßen. Ich bedauere, dass meine Äußerungen in einer fĂŒr unsere Nation wichtigen und schwierigen Frage zu MissverstĂ€ndnissen fĂŒhren konnten. Die Kritik geht aber so weit, mir zu unterstellen, ich befĂŒrwortete EinsĂ€tze der Bundeswehr, die vom Grundgesetz nicht gedeckt wĂ€ren. Diese Kritik entbehrt jeder Rechtfertigung. Sie lĂ€sst den notwendigen Respekt fĂŒr mein Amt vermissen.
Ich erklĂ€re hiermit meinen RĂŒcktritt vom Amt des BundesprĂ€sidenten – mit sofortiger Wirkung. Ich danke den vielen Menschen in Deutschland, die mir Vertrauen entgegengebracht und meine Arbeit unterstĂŒtzt haben. Ich bitte sie um VerstĂ€ndnis fĂŒr meine Entscheidung.
VerfassungsgemĂ€ĂŸ werden nun die Befugnisse des BundesprĂ€sidenten durch den PrĂ€sidenten des Bundesrates wahrgenommen. Ich habe Herrn BĂŒrgermeister Böhrnsen ĂŒber meine Entscheidung telefonisch unterrichtet, desgleichen den Herrn PrĂ€sidenten des Deutschen Bundestages, die Frau Bundeskanzlerin, den Herrn PrĂ€sidenten des Bundesverfassungsgerichts und den Herrn Vizekanzler.
Es war mir eine Ehre, Deutschland als BundesprĂ€sident zu dienen.“

Stelllungnahmen im Video finden Sie bei Spiegel online.