Mittwoch, 12. Juni 2019

Erster Erlebnis-Samstag ein voller Erfolg

Trotz Ungewissheit: Bauernhof-Kindergarten stellt sich vor

An der frischen Luft, zwischen Pferden und Stroh, war der Spaß garantiert: (v.l.n.r.) Ellen Kneier-Jost, Ulrike Fulton und Sanja Veres mit den kleinen Besuchern des Marbacher Hofs.

 

Hirschberg, 28. Januar 2013. (red/aw) Die Finanzierung ist lĂ€ngst noch nicht geklĂ€rt, die Suche nach Investoren „mĂŒhselig“. Trotzdem will der TrĂ€gerverein “Bauernhofkindergarten am Marbacher Hof e.V.” Kinder und Eltern auf den Geschmack bringen und ein Bewusstsein fĂŒr diese Art von Kinderbetreuung schaffen. Beim ersten Erlebnis-Samstag auf dem Marbacher Hof konnte getestet werden, was in Zukunft vielleicht fĂŒr sechzehn Kinder Alltag wird: Das Leben auf dem Bauernhof.

Von Alexandra Weichbrodt

Ellen Kneier-Jost ist Ă€ußert zufrieden mit der Resonanz auf den ersten veranstalteten Erlebnis-Samstag:

Wir haben heute zwölf angemeldete Kinder, die gerne einmal unseren Bauernhof kennenlernen wĂŒrden.

Eine Resonanz, die etwas ĂŒberraschend ist. Denn noch weiß man beim TrĂ€gerverein ĂŒberhaupt nicht, wann der Kindergarten tatsĂ€chlich eröffnen kann. Das Problem: Die Finanzierung. Nachdem der Gemeinderat die Aufnahme in den Haushaltsplan verweigert hat, sind die Vereinsmitglieder selbststĂ€ndig auf der Suche nach Förderern und Investoren.

Allerdings ist die Suche sehr mĂŒhselig. Wir schreiben viele Stiftungen an, haben schon einige Absagen erhalten, warten aber auch noch auf zahlreiche RĂŒckmeldungen,

so Ellen Kneier-Jost, die Leiterin des Marbacher Hofs und zukĂŒnftige Vermieterin des Kindergartens. Sollte er denn eröffnet werden. DafĂŒr kĂ€mpft sie mit ihrem Mann Reiner Jost, Landwirt und PĂ€dagoge. Gemeinsam mit drei weiteren Erzieherinnen trĂ€umen sie von einem Kindergarten auf dem Bauernhof. Einem Ort, wo der Dialog mit dem Kind im Mittelpunkt steht und individuell herausgefunden werden kann, welche BedĂŒrfnisse das Kind hat.

Dass Eier nicht nur aus dem Supermarkt kommen, ist nur eine Erkentniss von vielen, die die Kinder an diesem Nachmittag machen.

Mit allen Sinnen genießen und erleben

Gepaart mit dem „Erlebnis Bauernhof“ soll den Kindern die Möglichkeit geboten werden, eine eigenstĂ€ndige und gemeinschaftsfĂ€hige Persönlichkeit zu entwickeln. Dabei helfen sollen Tiere, Natur und landwirtschaftliche Arbeit.

Auf dem Programm des ersten Erlebnis-Nachmittags stand das „Kennenlernen der Tiere“. Pferde, KĂŒhe, Schafe, HĂŒhner, Schweine, Hunde und Katzen sind auf dem Marbacher Hof zu finden. Da gibt es viel zu gucken fĂŒr die kleinen Besucher. Der Rundgang beginnt im Stall, mit einer FĂŒhl-Station. Denn auch das gehört an diesem Nachmittag dazu:

Die Kinder sollen mit allen Sinnen genießen und erleben,

sagt Ulrike Fulton. Auch sie ist Mitglied im TrĂ€gerverein und Erzieherin und engagiert sich ehrenamtlich, um zukĂŒnftig eine alternative Art der Kinderbetreuung auf dem Marbacher Hof anbieten zu können. Mit der Geschichte von den frechen HĂŒhnern „Zick und Zack“ beginnt die Reise durch die Tierwelt auf dem Bauernhof.

Wissen vermitteln und Bewusstsein schaffen

Wie nötig es ist, bei den Kindern ein Bewusstsein fĂŒr Tiere und Natur zu schaffen, zeigt die Frage: Woher kommen eigentlich die Eier?

Aus dem Einkaufsladen,

ruft der dreijÀhrige Anton. Die ErklÀrung, dass dies zwar teilweise stimmt, aber irgendwie dann auch wieder nicht, ist Aufgabe der PÀdagogen:

Wir sind ĂŒberzeugt davon, dass Kinder Natur und Tiere brauchen, damit sie zu integrations- und gesellschaftsfĂ€higen Mitmenschen heranwachsen können.

Im Stall dĂŒrfen die Kleinen fĂŒttern, streicheln und staunen. Hier leben KĂŒhe, Pferde und Schweine. Mit altem Brot nĂ€hern sich die ersten Kinder den großen Tieren an. Respektvoll, aber ohne Angst, fĂŒttern sie die Hoftiere durch die Gitter.

Paradiesische Rahmenbedingungen

Landwirt Reiner Jost zeigt den Kindern, woher die Eier wirklich kommen.

Die Familie Jost betreibt auf dem Marbacher Hof seit 35 Jahren eine Pferdezucht. 23 Pferde, darunter ein Zuchtbulle und vier Stuten, leben hier. In der Regel werden pro Jahr zwei Fohlen geboren, das nĂ€chste kommt im MĂ€rz. Ereignisse, die nicht nur Kinder regelmĂ€ĂŸig begeistern. Auch die Eltern bekommen beim Anblick der trĂ€chtigen Stute große Augen.

Überhaupt gibt es eine Menge zu gucken auf dem Bauernhof. Der Marbacher Hof liegt an den Weinbergen am Waldrand. Die bewirtschaftete FlĂ€che ist etwa zwölf Hektar groß. Hier wird das Heu fĂŒr die Tiere selbst erzeugt und das Brennholz fĂŒr den Winter im Wald geholt.

Rahmenbedingungen, die fĂŒr die Eltern paradiesisch wirken. Angela aus Schriesheim ist die Mama vom kleinen Anton. Sie ist begeistert von der Anlage und seinen Bewohnern:

Hier hat Anton was zu tun, das ist wichtig. Er langweilt sich schnell und muss immer „arbeiten“.

Beim Schafe fĂŒttern, mit Heu und Brot ist er daher ganz vorne mit dabei. Allerdings ist Anton schon drei Jahre alt und geht bereits in einen Kindergarten in Schriesheim. Sollte der Kindergarten auf dem Marbacher Hof eröffnen, wĂ€re diese Form von Kindergarten bestimmt eine Alternative, die man sich durch den Kopf gehen lassen könnte. Doch, wĂŒrde Mama Angela ihren Anton aus dem jetzigen Kindergarten herausnehmen? Eher nicht.

Da spiele ja viele Faktoren eine Rolle. Ein Wechsel aus der grade erst gewohnt gemachten Umgebung, ist schon schwierig. Hier mĂŒsste man dann wirklich abwĂ€gen, was einem wichtig ist.

Hier könnte bald der Umbau beginnen: Das GebÀude soll den Bauernhof-Kindergarten in Zukunft beherbergen.

Engagement, trotz Ungewissheit

Eine Tatsache, die auch Ellen Kneier-Jost, bei ihrem Fazit des Nachmittags erkannt hat:

UrsprĂŒnglich war der Nachmittag fĂŒr Kinder von drei bis sechs Jahren, der potenziellen Zielgruppe des Kindergartens. Allerdings haben diese Kinder in der Regel bereits alle einen Kindergarten Platz.

In Zukunft mĂŒsse sich also verstĂ€rkt auf die noch kleineren Kinder konzentriert werden. Denn diese wĂ€ren schließlich noch auf der Suche nach einem geeigneten Platz. Doch die Zukunft ist ja nach wie vor ungewiss. So bleibt dieser Erlebnis-Nachmittag zwar eine tolle Sache fĂŒr Kinder und Eltern, aber konkrete PlĂ€ne können weder die Organisatoren noch interessierte Familien damit machen.

Es fehlt nicht mehr an Genehmigungen, es fehlt nur noch das Geld,

sagt auch Reiner Jost. Ihm man anmerkt, wie sehr er gerne loslegen wĂŒrde mit diesem Projekt. Die Baugenehmigung fĂŒr den Umbau eines GebĂ€udes in Kindergarten-RĂ€umlichkeiten ist erfolgt. Den Umbau wĂŒrde die Familie Jost sogar aus eigener Tasche finanzieren.

Aber es geht um die Deckung der dann laufenden Kosten, rund 107.000 Euro im Jahr. Das Gehalt der Erzieherinnen muss gesichert sein, sonst können wir nicht starten.

BestĂ€tigt auch Sanja Veres. Die Erzieherin wĂŒrde sofort ihre Anstellung in einem herkömmlichen Kindergarten aufgeben, um auf dem Marbacher Hof zu arbeiten. Sollte sich bis MĂ€rz eine Finanzierung ergeben, könnte im September eröffnet werden.

Doch das ist leider momentan nur Wunschdenken. Wir hoffen einfach, dass wir noch Stiftungen fĂŒr unser Anliegen begeistern können,

so Hof-Chef Jost. Die Rahmenbedingungen sind gegeben. Allen Beteiligten merkt man die Freude an ihrem Engagement an.

Der Abschluss eines gelungenen Nachmittags: Stockbrot ĂŒber dem Lagerfeuer.

Vielleicht kennt ja jemand jemanden, der jemanden kennt.

Die Kinder sind begeistert und die Eltern sind es auch. Nach einer ausgiebigen Tour ĂŒber den Hof, treffen sich alle am Lagerfeuer. Gemeinsam wird jetzt Stockbrot gemacht. Naturverbunden und bodenstĂ€ndig soll die Erziehung auf dem Marbacher Hof sein. So wie an diesem Nachmittag. Und wer weiß, vielleicht kennt ja jemand jemanden, der jemanden kennt, der dem TrĂ€gerverein helfen kann.

Die Hoffnung der Verantwortlichen ist noch da. Den Antrieb geben die kleinen zufriedenen Gesichter. Und auch deren Eltern, die bei Stockbrot und Lagerfeuer großes Interesse an einem Platz in der Zukunft bekunden. Wenn auch nicht jetzt gleich, dann aber vielleicht fĂŒr das Geschwisterchen von Anton und Co.

Die nĂ€chsten Erlebnis-Samstage auf dem Marbacher Hof sind am 20.04.2013 und 20.07.2013, jeweils von 14 bis 16 Uhr, geplant. Anmeldungen können ĂŒber die Homepage des Vereins oder unter 06201-12348 (ab 14.30 Uhr) erfolgen.

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Bauernhof-Kindergarten erhÀlt Baugenehmigung und geht in die Offensive

1. Erlebnis-Tag auf dem Bauernhof

Entsteht hier bald ein Bauernhof-Kindergarten? Foto: Hirschbergblog.de

 

Hirschberg/Großsachsen, 14. Januar 2013. (red/aw) Der TrĂ€gerverein des geplanten Bauernhof-Kindergartens am Marbacher Hof hat allen Grund zur Freude. Nach Erteilung der Baugenehmigung durch das Landratsamt Rhein-Neckar kann der Umbau des bestehenden GebĂ€udes in einen Kindergarten nun bald beginnen. Um ihr Konzept sowie die Gegebenheiten vorzustellen, bietet der TrĂ€gerverein in Zukunft „Erlebnis-Samstage“ an. Interessierte Familien können sich bei einer „Ortsbegehung“ ein Bild der Kinderbetreuung auf dem Bauernhof machen. 

Der gemeinnĂŒtzige TrĂ€gerverein „Bauernhofkindergarten am Marbacher Hof e.V.“ musste einige RĂŒckschlĂ€ge wegstecken. Das „Nein“ zur Teilfinanzierung des Kinderbetreuungsprojekts auf dem Bauernhof vom Gemeinderat im April 2012 war wohl der hĂ€rteste. (Wir berichteten)  Unterkriegen ließen sich die Initiatoren davon aber nicht und suchen seither alternative Finanzierungsmöglichkeiten.

Eine abschließender Finanzierungsplan steht zwar nach wie vor aus, allerdings hat der Verein mittlerweile immerhin einen Meilenstein in Sachen „Projektrealisierung“ erreicht. Das Landratsamt Rhein-Neckar hat die Baugenehmigung erteilt, ein vorhandenes Bauernhof-GebĂ€ude in eine Kindergarten umzubauen. Die damit verbundenen EinsprĂŒche und Bedenken konnten von verschiedenen Genehmigungsbehörden nach ausreichender PrĂŒfung entkrĂ€ftet werden.

FĂŒttern, streicheln, ausmisten.

Nun will der Verein Kindern und Familien aus Großsachsen und Umgebung bereits erste Einblicke in das Konzept bieten. Dazu werden in den kommenden Wochen und Monaten drei Erlebnis-Samstage auf dem Marbacher Hof angeboten. Der erste Termin ist am 26. Januar 2013 um 14 Uhr. Rund zwei Stunden dauert die FĂŒhrung ĂŒber den Hof. Die Gegebenheiten sowie die Tiere werden vorgestellt und erlĂ€utert. Anfassen und mithelfen erlaubt. Diese Veranstaltung soll den Familien mit 3 bis 6 Jahre alten Kindern Orientierung bieten und aufzeigen, wo die Schwerpunkte dieser pĂ€dagogischen Erziehung liegen.

Dieser liegt bei dieser Art der Kinderbetreuung in der Landwirtschaft und Natur. Hier können sich Kinder auf spielerische, sinnliche und erlebnisorientierte Weise mit der Umwelt vertraut machen. Die TĂ€tigkeit im Umgang mit Tieren und Pflanzen stĂ€rke zudem die Kinder in ihrem Selbstbewusstsein und Urvertrauen, heißt es von Seiten der TrĂ€gerschaft. Davon sollen sich die Familien bei diesem Erlebnis-Besuch selbst ĂŒberzeugen.

Die Anmeldung fĂŒr diesen Erlebnis-Samstag kann gegen einen Unkostenbeitrag von mindestens 10 Euro erfolgen. Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite des Bauernhof-Kindergartens.

„Große Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten“


Der Sprecher des Weinheimer Bauernverbands, Fritz Pfrang (2. von links), kritisiert den FlĂ€chenfraß.

Guten Tag!

Heddesheim/Weinheim, 21. Oktober 2011 (red) Der Heddesheimer Gemeinderat und UmweltschĂŒtzer Kurt Klemm prangert in seinem Gastbeitrag die Verantwortungslosigkeit Heddesheimer Landwirte an und lobt die Entschlossenheit Weinheimer Bauern, ihr Land zu verteidigen. Er fĂŒhlt sich bei der Entwicklung „Breitwiesen“ in Weinheim an „Pfenning“ in Heddesheim erinnert. Seit Fazit: „Beton kann man nicht essen.“

Leserbrief: Kurt Klemm

Große Verneigung vor diesen Weinheimer Landwirten, die den rigorosen FlĂ€chenverbrauch in unserer Region anprangern. Die Worte von Fritz Pfrang, Weinheimer Bauernverband, dass man sich nicht der eigenen Entwicklungsmöglichkeiten berauben lassen will und man sich der Verantwortung fĂŒr die nĂ€chste Generation durchaus bewusst ist, muss in den Ohren einiger Heddesheimer Bauern und besonders der Spitze des Bauernverbandes, wie blanker Hohn klingen.

Gerade in einem Dorf wie Heddesheim, wo landwirtschaftliche Tradition Hunderte von Jahren zurĂŒckreicht, wird mit angeblich halbherzigem Bedauern, bestes Ackerland einer Gemeinde und damit ungewisser Zukunft geopfert.

Versprechungen von 1.000 ArbeitsplĂ€tzen, hohen Gewerbesteuern und vieles mehr sind seit ĂŒber einem Jahr nur Traumgespinste von CDU, SPD und FDP und eines BĂŒrgermeisters.

Selbst die Weinheimer CDU-StadtrĂ€tin Susanne Tröscher sieht die Ansiedelung von Pfenning auf Heddesheimer Grund als eine Investition auf wackeligen FĂŒĂŸen. Ob sie recht hat?

Erinnerungen an die AnfĂ€nge der Pfenninggeschichte, als eine Heddesheimer CDU-GemeinderĂ€tin den immensen FlĂ€chenverbrauch anprangerte und prompt Ärger mit der eigenen Fraktion bekam, kommen da wieder.

Bleibt zu hoffen, dass dieser tapferen Frau aus Weinheim nicht gleiches widerfÀhrt. Bauer Fritz Pfrang prangerte die VorgÀnge als einen ruinösen Wettkampf der Gemeinden, zulasten ihrer FlÀchen an, ja sogar von undurchsichtiger Politik innerhalb der Verwaltung ist die Rede. Wie sich doch die Praktiken der Kommunen gleichen.

Ich hoffe nur, dass dieser Protest nicht nur in Weinheim wahrgenommen wird, denn alle, die gegen diesen sinnlosen Verbrauch bester AckerflĂ€chen sind, sollten sich angesprochen fĂŒhlen.

Beton kann man noch nicht essen.

Dokumentation:
Vor der Sitzung des Weinheimer Gemeindrats fuhren 23 Landwirte vor dem Rolf-Engelbrecht-Haus in Weinheim mit ihren Schleppern vor, die mit Schildern wie „Stoppt den FlĂ€chenfraß“ ihren Protest zum Ausdruck gebracht haben. Kurz vor der Sitzung hielt der Sprecher der Weinheimer Landwirte, Fritz Pfrang, eine kĂ€mpferische Rede: „Es wird der Stadtverwaltung nicht gelingen, die Herausgabe unseres Eigentums zu erzwingen.“

Zur Zeit steht in Heddesheim die erneute Aufgabe von Ackerland zur Debatte – Edeka plant ein neues GetrĂ€nkelager, Dutzende von Hektar Ackerland werden dieser zum Opfer fallen. Der Rat hat dafĂŒr den Weg frei gemacht.

Im Heddesheimer Gemeinderat sitzen zwei Vollerwerbslandwirte, Reiner Hege und Volker Schaaf (beide CDU), die die Entwicklung begrĂŒĂŸen. Kritik am FlĂ€chenverbrauch Ă€ußern die Heddesheimer Landwirte nicht. Angst um ihre Zukunft scheinen sie auch nicht zu haben. Mehrere andere Gemeinderatsmitglieder haben familiĂ€r einen landwirtschaftlichen Hintergrund – auch hier ist keine Kritik zu hören.

Ganz im Gegenteil Ă€ußerte sich einer der beiden CDU-Landwirte gestern in der Pause der Gemeinderatssitzung in Heddesheim im GesprĂ€ch: „Wenn einer schon 150 Wohnungen hat, dann kĂ€mpft es sich leicht fĂŒr irgendsoeinen Acker. Ich sage jetzt nicht, dass das so ist, ich kenne die VerhĂ€ltnisse nicht, aber das kann man ja annehmen, dass das so sein könnte. Man muss das immer im VerhĂ€ltnis sehen.“

Fast 400 Artikel zu „Pfenning“ finden Sie hier.

„Vor wem soll man sich fĂŒrchten? Vor den Umweltheinis oder Monsanto & Co?“ Alexander Spangenberg im Interview ĂŒber leckere Produkte und notwendige Handlungen


6. BĂŒrgenland Regionalmarkt - sehr gut besucht dank schönem Wetter, aber auch großem Interesse der Besucher.

Ladenburg/Rhein-Neckar, 26. September 2011. (red) Alexander Spangenberg ist eine Art Aktivist. Er kĂ€mpft mit anderen zusammen fĂŒr eine gentechnikfreie Region. Er ist Vorsitzender des BUND Ladenburg und einer der MitbegrĂŒnder von „BĂŒrger fĂŒr eine gentechnikfreie Landwirtschaft in der Kurpfalz“, kurz „BĂŒrGenLand“.

Er ist aber auch Unternehmensberater und Stadtrat in Ladenburg. Aktuell haben wieder rund 20 Aussteller beim 6. Regionalmarkt „BĂŒrgenland“ Produkte aus der Region angeboten – nicht alles ist „Bio“, aber vielleicht auf dem Weg dahin. WĂ€hrenddessen arbeiten finanzkrĂ€ftige Industrien mit weitreichendem Einfluss am Gegenteil davon, wie ein ARTE-Dokumentationsfilm zeigt.

Interview: Hardy Prothmann

Der 6. BĂŒrgenland Regionalmarkt hatte im Vergleich zum vergangenen Jahr GlĂŒck mit dem Wetter. Wie lief es sonst aus Ihrer Sicht, Herr Spangenberg?

Alexander Spangenberg: Wir haben viel Zuspruch bei der Bevölkerung und viel Lob erhalten. Vor allem haben wir die Kosten reinholen können, was auch sehr positiv ist.

Die Aussteller kommen aus der Region – ist die Nachfrage groß?

Spangenberg: Anfangs war es sehr mĂŒhsam, vor allem hier vor Ort bei den landwirtschaftlichen Betrieben aus Ladenburg. Das sind konventionell wirtschaftende Betriebe, die wohl Sorge hatten, dass die „Umweltheinis“ wieder Ärger machen. Mittlerweile hat sich diese Skepsis in eine gute Kooperation verwandelt. Aktuell haben wir 20 Aussteller und weiten gerne aus, sofern qualitĂ€tsvolle Produkte angeboten werden. BĂŒrgenland ist nicht einfach nur lecker – sondern notwendig.

Der Landtagsabgeordnete Hans-Ulrich Sckerl (BĂŒndnis90/Die GrĂŒnen) wurde von Ihnen zur Landwirtschaftspolitik der neuen Regierung befragt. Sie fragten zur gentechnikfreien Zone, zur Landschaftspflege und zur Förderung von neuen Biobetrieben sowie zu Biogasanlagen. Was denken Sie ĂŒber die Antworten?

Alexander Spangenberg am Mikro: Informieren ist alles.

Spangenberg: Herr Sckerl versicherte, dass die Regierung alles tun wird, um gentechnikfreie Zonen zu realisieren, was uns natĂŒrlich zusagt. Was fehlt, sind verbindliche KreistagsbeschlĂŒsse und konkrete Förderungen. Wir werden sehen, was daraus wird.

Was die Landschaftspflege angeht, hat Uli Sckerl eine Umschichtung der entsprechenden Budgets zugesichert – im Rahmen der Möglichkeiten.

Die Entwicklung bei „Biogas“ gefĂ€llt uns ĂŒberhaupt nicht.

Das Thema Biogas treibt uns sehr um. Einerseits ist Biogas eine nachhaltige Form der Energieerzeugung, andererseits gefĂ€llt uns die Entwicklung ĂŒberhaupt nicht. Es kann nicht sein, dass Felder nur noch fĂŒr den Maisanbau genutzt werden, der dann in die Anlagen geht. Diese „Vermaisung“ der Landschaft fĂŒhrt zu einer Bedrohung der Artenvielfalt und zu Monokulturen, was wir definitiv ablehnen. Auch hier will Sckerl gegensteuern: Da bin ich aber sehr skeptisch. Hier ist AufklĂ€rung Ă€ußert wichtig und auf Bundesebene eine VerĂ€nderung der „EinspeisevergĂŒtung“ fĂŒr den erzeugten Strom.

Sie sind in engem Kontakt mit den Besuchern, die man durchaus als sehr interessiertes Publikum bezeichnen kann. Was hört man denn von denen?

Spangenberg: Vor allem sehr viele GlĂŒckwĂŒnsche zu den von uns bis hier erreichten Ergebnissen, wie dem Anbaustopp von MON810, dem genverĂ€nderten Mais des Monopolisten Monsanto vor unserer HaustĂŒr. Die haben wir aus der Region vertreiben können.

Das bedeutet aber nicht, dass wir uns in Ruhe zurĂŒcklehnen können. Allein bei der europĂ€ischen Kommission in BrĂŒssel sind ĂŒber zwanzig GVO-Konstrukte (Gentechnisch verĂ€nderter Organismus) in der Zulassung. Darunter wiederum MON810.

Was können BUND und BĂŒrgenland dagegen tun?

BĂŒrgenland wird von Umweltaktivisten getragen: Hier im Bild Alexander Spangenberg und Anke Antary, Mitglied der GrĂŒnen in Heddesheim.

Spangenberg: Informationen sammeln und weitergeben. Druck auf Abgeordente ausĂŒben und nicht locker lassen. Das sind bescheidene Mittel, die aber enorme Auswirkungen haben können. In Bayern musste beispielsweise ein Imker seine komplette Honig-Ernte vernichten, weil sie mit Pollen von MON810-Mais verunreinigt waren.

Der Imker hat sich erfolglos durch alle Instanzen in Deutschland geklagt, erst vor dem EuropĂ€ischen Gerichtshof hat er Recht und damit Anspruch auf Schadensersatz fĂŒr die verseuchte und dann vernichtete Ernte bekommen . Es braucht leider viele von diesen tapferen VorkĂ€mpfern, um gegen die Gentechnik-Lobby aus Landwirtschaft und Politik etwas ausrichten zu können.

Über 80 Prozent der europĂ€ische Bevölkerung lehnen Gentechnik in der Landwirtschaft ab. Das ist eine starke Basis – leider steht dagegen der weltweit vernetzte Lobbyismus.

Nach dem Regionalmarkt ist vor dem Regionalmarkt. Was macht BĂŒrgenland sonst?

Spangenberg: Wir informieren kontinuierlich die Kommunen und werben fĂŒr unsere Ideen. Um die Jugend zu erreichen gehen wir zu den OberstufenschĂŒlern der Gymnasien der Region. Denn der Lobbyismus der großen Konzerne dringt bereits bis in die Schulen vor.

So schickt die BASF zum Beispiel einen Bus in die Schulen, genannt Gen-Lab, hier wird fĂŒr Gen-Technik geworben und die Gefahren werden selbstverstĂ€ndlich klein geredet. Am Beispiel des Amflora-Skandals wird das deutlich. Die als Industriekartoffeln verĂ€nderte Pflanze wurde zunĂ€chst nur als StĂ€rke-Pflanze zugelassen. Eine Verunreinigung lĂ€sst sich aber nicht verhindern.

Die genverĂ€nderte Kartoffel „Amflora“ wĂ€chst auch da, wo sie nicht hingehört.

So wĂ€chst die Amflora-Kartoffel auch da, wo sie nicht hingehört. Aus diesen GrĂŒnden hatte die BASF eine zweite Zulassung als Nahrungsmittel nachgeschoben. Geradezu mantraartig wird der Begriff der „Koexistenz“ dahergebetet, also die Behauptung, gentechnisch verĂ€nderte und konventionelle Pflanzen könnten problemlos bei ausreichendem Abstand angebaut werden.

TatsĂ€chlich ist die BASF noch nicht mal in der Lage, in ihrem Kartoffelkeller Ordnung zu halten – dort wurden zwei GVO-Kartoffeln einfach mal verwechselt. Die Gefahr des Dilletantismus kommt zu den unabwĂ€gbaren Risiken hinzu.

GemĂŒse aus der Region: GemĂŒsebauerin Christiane Ernst bedient Kunden.

Was hat BĂŒrgenland in Zukunft vor?

Spangenberg: Ein heißes Thema ist das ebenfalls von Monsanto entwickelte Unkrautvertilgungsmittel Glyphosat. Das ist das derzeit weltweit meist verkaufte Herbizid – viele von Monsanto entwickelte Genpflanzen sind resistent gegen dieses Gift. So schließt sich fĂŒr Monsanto die Verwertungskette – man verkauft eine GVO-Pflanze plus das passende Herbizid.

Inzwischen hĂ€ufen sich aber alarmiernde Meldungen, dass das Gift in Tieren und Menschen nachgewiesen werden kann und schwere GesundheitsschĂ€den sind nicht ausgeschlossen. DarĂŒber wollen wir verstĂ€rkt aufklĂ€ren.

BĂŒrgenland dient allen.

Wer kann Mitglied bei BĂŒrgenland werden?

Spangenberg: Alle BĂŒrgerinnen und BĂŒrger, alle Kommunen, alle Organisationen – unser Anliegen dient schließlich allen. Wir sind als Verein in der GrĂŒndung – bislang reicht eine formlose ErklĂ€rung zur Teilnahme und UnterstĂŒtzung. MitgliedsbeitrĂ€ge gibt es noch nicht. Wir freuen uns also ĂŒber Zuschriften.

Dokumentation:
„BĂŒrGenLand“ ist bislang eine Arbeitsgemeinschaft, die sich fĂŒr eine gentechnikfreie Landwirtschaft einsetzt. Informationen finden Sie hier: BĂŒrgenland. Mitglieder kommen aus der gesamten Region.

Information von Greenpeace ĂŒber Monsanto und Gentechnik.

Arte-Film ĂŒber Monsanto: Mit Gift und Genen

Kreisbrandleitung sieht Waldbrandgefahr im Rhein-Neckar-Kreis entspannt


Guten Tag!

Rhein-Neckar-Kreis, 29. April 2011. (red) Die anhaltende Trockenheit im Rhein-Neckar-Kreis macht nicht nur den Landwirten zu schaffen. In einigen Gebieten steigt nach drei Wochen Trockenheit auch die Gefahr von BrĂ€nden und das nicht nur in Waldgebieten. In Belgien hat ein Großbrand aktuell rund 1.000 Hektar Naturschutzgebiet vernichtet. Im GesprĂ€ch mit dem stellvertretenden Kreisbrandmeister Axel Schuh wird klar, dass nicht nur das trockene Wetter die Gefahrenlage verschĂ€rft.

Von Christiane Eisele

Unser GesprĂ€ch mit Axel Schuh beginnt ĂŒberraschend. Auf unsere Bitte, mit uns ĂŒber die vermehrten GrasnarbenbrĂ€nde im Kreis und die vielerorts vermeldete erhöhte Brandgefahr zu sprechen, reagiert Herr Schuh in bezug auf Nordbaden nĂ€mlich eher entspannt: „Es gibt derzeit keine erhöhte Brandgefahr. Durch die Regenschauer der letzten beiden Tage hat sich Lage zudem deutlich entspannt“.

Im Internet könne man das leicht selbst recherchieren, erklĂ€rt er und verweist uns auf das Angebot des Deutschen Wetterdienstes (DWD), das er auch gleich selbst aufruft. Dort stellt der DWD wĂ€hrend der Waldbrandsaison (MĂ€rz — Oktober) tĂ€glich aktualisierte Waldbrandgefahrenprognosen fĂŒr Deutschland bereit. DafĂŒr muss man allerdings genau wissen, wo man suchen soll: DWD, Spezielle Nutzer, Landwirtschaft, Agrarwetter, Waldbrandgefahrenindex.

Regionale Parameter.

Die Prognose erfolgt mittels des sogenannten M-68-Modells, das international gĂŒltig ist und die WaldbrandgefĂ€hrdung in Stufen von 1 (sehr geringe Gefahr) bis 5 (sehr hohe Gefahr) darstellt. FĂŒr die Prognose nach dem M-68-Modell spielt außer meteorologischen Parametern auch der Vegetationsstand eine wesentliche Rolle.

Visualisierte GefÀhrdung. Quelle: DWD

Dass der aktuelle Gefahrenstand beim DWD im Rhein-Neckar-Raum mit 3-4 (mittlere bis hohe Gefahr) angeben wird, beunruhigt Herrn Schuh nicht ĂŒber GebĂŒhr: „Es gibt dabei regionale Unterschiede, die man berĂŒcksichtigen muss. Im Westen des Rhein-Neckar-Raumes ist die Brandgefahr etwas höher, durch die leichten Sandböden trocknen die Pflanzen schneller aus und sind dadurch leichter entflammbar.“

Auch sei es von Bedeutung ob es „einen grĂ¶ĂŸeren Nadelwaldbestand gibt, der naturgemĂ€ĂŸ am Boden einen höheren Anteil organisches Material hat, das sich leichter entzĂŒnden kann.“

Im Rhein-Neckar-Raum gibt es auch einige kleinere AnbauflĂ€chen Miscanthus (Schilfgras) das „da es in pelletierter Form zu Heizmaterial verarbeitet und in Biogasanlagen verwendet wird, leichter austrocknet und dann auch potentiell leichter entzĂŒndlich ist, bei der Beurteilung der Brandgefahr eine Rolle spielt“.

5-10 GrasnarbenbrÀnde pro Woche.

Axel Schuh ist stellvertretender Kreisbrandmeister im Rhein-Neckar-Kreis. Bild: Feuerwehr

Herr Schuh betont aber, dass seitens der Feuerwehr keine erhöhte Alarmbereitschaft besteht, „es bewegt sich alles noch in einem fĂŒr dieses Jahreszeit normalem Rahmen“

Dass es bei der derzeitigen Trockenheit zu deutlich mehr GrasnarbenbrĂ€nden kommt, ist fĂŒr Herrn Schulz aus Sicht der Feuerwehren auch nicht besorgniserregend. „Wir haben hier derzeit etwa 5-10 GrasnarbenbrĂ€nde pro Woche. Normal sind im Zeitraum April-Mai etwa 1-2 BrĂ€nde. Aber diese vermehrten BrĂ€nde verteilen sich auf 106 Abteilungen und sind deshalb fĂŒr uns kein Problem“.

Verursacher werden meist nicht identifiziert.

Die Ursachen der BrĂ€nde, die auf den GrĂŒnstreifen und Feldern neben Landstraßen und Autobahnen aufflammen, sind bekannt: „Meistens sind das achtlos aus den Autofenster geworfene Zigarettenkippen. Oder Weißglasflaschen, deren Scherben wie BrennglĂ€ser gerade gemĂ€hte FlĂ€chen mit trockenem Pflanzenmaterial entzĂŒnden.“-  Die Verursacher solch fahrlĂ€ssig verursachter BrĂ€nde werden aber so gut wie nie identifiziert.

Einige BrĂ€nde entstehen auch als Unfallfolgen, “ wenn kleine Scherben aus geborstenen Scheiben im Feld neben den Autostraßen zurĂŒckbleiben.“ Nicht immer entstehen solche BrĂ€nde also aus Unachtsamkeit, „auch SelbstentzĂŒndung kommt hin und wieder vor“.

Die Gefahr von WaldbrĂ€nden in der Waldbrandsaison (MĂ€rz bis Oktober) steigt ebenfalls mit der Dauer der Trockenheit. Um prĂ€ventiv gegenzusteuern gibt es die Landeswaldgesetze der einzelnen BundeslĂ€nder. „Dort ist geregelt, dass offenes Feuer nur im Abstand von mehr als 100 Metern zur Waldgrenze entzĂŒndet werden darf und rauchen im Wald nicht gestattet ist.“

Appell an die Vernunft.

Axel Schuh rĂ€t, Raucher und ZĂŒndler, die sich im Wald nicht an diese Bestimmungen halten, anzusprechen und an Ihre Vernunft zu appellieren. „Sollten die sich trotzdem nicht an die Vorschriften halten, sollte man das Forstamt informieren. Oft ist es allerdings schwierig da jemanden zu erreichen, dann bleibt nur ein Anruf bei der Polizei.“ Die Feuerwehr ist in solchen FĂ€llen nicht zustĂ€ndig: „Wir sind erst zustĂ€ndig, wenn es brennt.“

Wer sind denn diese Leute, die so unvernĂŒnftig mit offenem Feuer im oder in der NĂ€he des Waldes hantieren? „Das sind zum Großteil normalerweise pflichtbewusste BĂŒrger, denen gar nicht bewusst ist, welche Gefahren ihr Handeln mit sich bringt. In einigen wenigen FĂ€llen spielt auch Alkohol eine Rolle, wenn so sorglos unachtsam gezĂŒndelt wird.“

Kein Problem sieht Axel Schuh an Orten, an den zum Beispiel das Grillen mit offenem Feuer erlaubt ist. „Besondere Vorkehrungen mĂŒssen an diesen Orten nicht getroffen werden. Gartenfeuer, zum Beispiel das Verbrennen von Schnittgut, mĂŒssen angemeldet werden.“ Grillfreunde sind also an öffentlichen GrillplĂ€tzen auf der sicheren Seite.

Trotz der anhaltenden Trockenheit ist im Rhein-Neckar Raum also nicht von einer besorgniserregenden Gefahrenlage auszugehen. Und wenn sich jeder an die Vorschriften hĂ€lt, seine Zigarettenkippen und Flaschen nicht in Feld Wald und Flur entsorgt und sich zum Grillen an die dafĂŒr vorgesehen PlĂ€tze begibt, dann muss auch die Feuerwehr selbst bei dieser Trockenheit nur selten ausrĂŒcken.

Kuschelige ATU-Sitzung – BM Just macht drei Kreuze im Kalender


Guten Tag!

Hirschberg, 10. Februar 2011. Äußerst harmonisch verlief die Sitzung des Ausschusses fĂŒr Technik und Umwelt in Hirschberg. Sieben Bauvorhaben standen auf der Tageordnung sowie die Auftragsvergabe fĂŒr den Abbruch der Lettengasse 40. Alle Tagesordnungspunkte wurden einstimmig beschieden.

Von Sabine Prothmann

Macht drei Kreuze im Kalender: BM Just ist glĂŒcklich mit einstimmiger ATU-Sitzung. Bild: hirschbergblog.de

Bei so viel einstimmigen BefĂŒrwortungen – sogar die Befreiungen wurden mitgetragen- „bin ich gewillt, drei Kreuze im Kalender zu machen“, sagte BĂŒrgermeister Manuel Just zum Ende der Sitzung.

BĂŒrgermeister Just freute sich auch ĂŒber die 11 Besucher und meinte, man solle vielleicht auch bei den Gemeinderatssitzungen Bauvorhaben auf die Tagesordnung nehmen, um damit die oft spĂ€rliche Zuhörerzahl zu steigern.

Eine kleine Diskussion gab es bei der Bauvoranfrage zum Neubau von zwei EinfamilienhĂ€usern mit Doppelgaragen in zweiter Reihe, Hintergasse 15 in Großsachsen.

Gemeinderat Fritz Bletzer (FW) wollte wissen, ob bei dem geringen Abstandes des einen Hauses zum NachbargrundstĂŒck kein Einspruch vorliege. Dies wurde von der Verwaltung bejaht.

Dies muss das Landratsamt beurteilen“, erklĂ€rte der BĂŒrgermeister, denn dies sei ein Konflikt bauordnungsrechtiger Natur. Der ATU habe dies nicht zu entscheiden, denn Bauplanungsrecht sei nicht Bauordnungsrecht.

Auch Gemeinderat Werner Volk (FW) wollte gerne ĂŒber einen vorliegenden Einspruch informiert werden, „man wird ja auf der Straße darauf angesprochen“.

„Ich bin ja nicht beratungsresistent.“ BM Manuel Just

Man einigte sich darauf, dass der ATU kĂŒnftig ĂŒber vorliegende EinsprĂŒche informiert werde, was sich aber nicht auf die Entscheidung hinsichtlich des Bauplanungsrechts auswirken dĂŒrfe, so Just. „Ich bin ja nicht beratungsresistent und sagen ihnen kĂŒnftig gerne Bescheid, ob ein Einspruch vorliegt.“

Insgesamt wurde das Bauvorhaben in der 2. Reihe sehr positiv beurteilt, sowohl Dr. Jörg Boulanger (CDU) JĂŒrgen Steinle (GLH), als auch Oliver Reisig (FDP) und Eva-Marie Pfefferle (SPD) waren sich einig, dass die Innenverdichtung von allen gewĂŒnscht und begrĂŒĂŸt werde.

Auf dem FlurstĂŒck Nr. 5415 zwischen der Lobdengaustraße und der L 541 steht schon mehrere Jahre ein Hinweisschild auf dem wechselweise, im Sommer fĂŒr den „Aktivstall Mayer“ und im Winter fĂŒr den „GĂ€nsehof Mayer“ geworben wird.

Bereits im Januar 2009 hatte die Baurechtsbehörde die Entfernung der ungenehmigten Werbeanlage gefordert. Denn die zwei Meter auf 1,50 Meter große Tafel beeintrĂ€chtige das Landschaftsbild und verstoße gegen das Naturschutzgesetz. Zudem seien Werbeanlagen außerhalb geschlossener Ortschaften unzulĂ€ssig.

Im Dezember 2010 wurde der WerbetrÀger zur Antragsstellung aufgefordert, was nun geschehen ist.

Just klĂ€rte darĂŒber auf, dass ein priviligiertes Vorhaben im Außenbereich nur dann zulĂ€ssig sei, wenn öffentliche Belange nicht entgegenstehen und die Erschließung gesichert sei. Darunter verstehe man zum Beispiel die Belange des Naturschutzes und der Landschaftspflege, aber auch die Verunstaltung des Orts- und Landschaftsbildes. Zudem mĂŒssen sie dem Zweck der Selbstvermarktung eines landwirtschaftlichen Betriebes dienen.

Um sich von einer reinen Werbetafel abzuheben mĂŒsse in geeigneter Weise das Schild mit dem Zusatz „nach 300 m links“ versehen werden.

„Wir wollen die Landwirte unterstĂŒtzen.“ BM Manuel Just

„Wir wollen die Landwirte unterstĂŒtzen“, unterstrich Just.

Deshalb habe er mit dem Vorschlag einer gemeinsamen großen Werbetafel die Landwirte aufgesucht, doch nur der Obsthof WeingĂ€rtner zeige Interesse gemeinsam zu werben, alle anderen hĂ€tten Werbeschilder nur saisonal und wollten von einem gemeinsamen Schild Abstand nehmen.

Just bat den ATU, die Verwaltung zu legitimieren, dass man auch ein erweitertes Schild genehmige und nicht mehr in den Ausschuss bringen mĂŒsse.

Die Werbung sei fĂŒr die Landwirte existenzsichernd und ginge einher mit den modernen Anforderungen der Landwirtschaft, unterstrich Boulanger (CDU). Auch er hielt ein Sammelschild fĂŒr sinnvoll.

„Den Landwirten bleibt nichts anderes ĂŒbrig“, sagte Eva-Marie Pfefferle (SPD). Zudem merkte sie an, dass ein großes Schild auch mehr zur Verkehrssicherheit beitrage.

„Die Landwirtschaft ist im Wandel, jeder sucht seine Nische und wir sind auf dem richtigen Weg, wenn wir versuchen eine Lösung zu finden“, sagte Volk (FW).

„Wir mĂŒssen froh sein fĂŒr die Direktvermarktung – gerade in Zeiten von Dioxin- und Gammelfleisch-Skandalen“, erklĂ€rte auch Oliver Reisig (FDP).

Mit dem Bauantrag zur Errichtung einer Gewerbehalle von 300 Quadratmeter in der Goldbeckstraße 6 in Leutershausen wurde gleichzeitig ein Antrag auf Befreiungen zur Überschreitung der Baugrenze durch die nord-östliche GebĂ€udeecke um 1,50 Meter gestellt. Damit soll auf der anderen Seite weiterer Raum fĂŒr StellplĂ€tze geschaffen werden.

„Wir wollen ja auch kleine Firmen im Gewerbegebiet.“ JĂŒrgen Steinle, GLH

Die Befreiung mache Sinn, wenn dafĂŒr weitere StellplĂ€tze geschaffen wĂŒrden, erklĂ€rte auch Manfred Kopp (FW), dafĂŒr mĂŒsse man dem Bauherrn dankbar sein.

JĂŒrgen Steinle (GLH) begrĂŒĂŸte, dass ein Großteil der ParkplĂ€tze hinter dem GebĂ€ude lĂ€gen. Und unterstrich, „wir wollen ja auch kleine Firmen“ in unserem Gewerbegebiet und da sei es gut, dass sie ParkplĂ€tze schaffen.

Als letzter Punkt stand auf der Tageordnung der Abbruch der Lettengasse 40. Zur DurchfĂŒhrung der Abbrucharbeiten wurden sechs Firmen in einer beschrĂ€nkten Ausschreibung zur Angebotsabgabe aufgefordert. GĂŒnstigster Anbieter ist die Firma Orth Bauschutt-Recycling GmbH aus Eppelheim mit einem Angebotspreis von brutto 42.584,15 Euro.

In der Lettengasse soll in KĂŒrze ein Mehrfamilienhaus entstehen.

Auch die Auftragsvergabe wurde einstimmig beschieden.

„Da können wir ja jetzt hoffen, dass es bald losgeht“, so Manfred Kopp (FW).

Unter dem Punkt „Verschiedenes“ bemĂ€ngelte Volk (FW) die Beleuchtung auf dem Friedhof. Boulanger (CDU) erinnerte daran, dass die Platanen in der Platanenstraße bis zum 16. MĂ€rz geschnitten werden mĂŒssten und Manfred Kopp (FW) regte an, vor der Alten Schule in Großsachsen einen FahrradstĂ€nder aufzustellen. Der BĂŒrgermeister versprach, sich dieser Sachen anzunehmen.

Eva-Marie Pfefferle (SPD) sagte, sie sei darauf angesprochen worden, dass Leutershausen auf den Radfahrwegen nicht ausreichend fĂŒr Ortsunkundige ausgeschildert wĂ€re.

„Ich werde mir auch das angucken“, meinte der BĂŒrgermeister.

TÜV prĂŒfte landwirtschaftliche Zugmaschinen

Guten Tag!

Hirschberg, 28. Januar 2010. Am Anfang des Jahres prĂŒft der TÜV SĂŒd mit seinem mobilen Dienst vor Ort landwirtschaftliche Maschinen. Am Dienstag wurden in Hirschberg zehn landwirtschaftliche Fahrzeuge geprĂŒft.

Text und Fotos: Horst Pölitz

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Traktor-TÜV-Termin. Bild: hblog

Zuerst werden die Beleuchtungseinrichtungen ĂŒberprĂŒft. Danach kommen die Lenkung und Übertragungsteile dran. Gerade diese Bauteile werden durch die Arbeit im Feld enorm beansprucht. NatĂŒrlich werden auch die Reifen auf Alterungsrisse und Profiltiefe begutachtet. Auch die tragenden Teile werden selbstverstĂ€ndlich genau inspiziert. Danach folgt eine Fahrprobe, bei der auch die Bremsen kontrolliert werden.

Herr Schmitt, mĂŒssen Landmaschinen auch alle zwei Jahre zur amtlichen PrĂŒfung?
Berthold Schmitt: „Maschinen bis 40 km/h mĂŒssen alle zwei Jahre vorstellig werden. Jedes Jahr ist eine PrĂŒfung erforderlich, wenn sie bis 50 Stundenkilometer schnell fahren können.“

Was wird geprĂŒft?
Schmitt: „Lenkung, Übertragungsteile, Spurstangenköpfe, Bereifung, Lichttechnik, Hand- oder Feststellbremse und Bremskontrolle.“

Wie prĂŒfen Sie die Bremsen? Ich sehe hier keine Bremskontrolleinrichtung.
Schmitt: „Wir machen eine Fahrprobe mit Bremskontrolle. Hierbei ist wichtig, dass die RĂ€der gleichmĂ€ssig blockieren und nicht ausbrechen.“

Gibt es hÀufig Beanstandungen?
Schmitt: „Nein, die Fahrzeughalter gehen sorgfĂ€lltig mit ihrem GerĂ€t um. Denn die Maschinen mĂŒssen Geld verdienen.“

Wieviel Landmaschinen haben Sie diese Woche geprĂŒft?
Schmitt: „In Hirschberg haben wir zehn Fahrzeuge geprĂŒft, in Heddesheim waren es zwanzig. In Weinheim und Schriesheim zusammen achtundzwanzig.“

Wie ist das mit MĂ€hdreschern? Fahren Sie zu den Haltern?
Schmitt: “ Alle Fahrzeuge, die kein amtliches Kennzeichen tragen, fallen nicht unter die PrĂŒfungspflicht. Aber an der Seite von MĂ€hdreschern mĂŒssen Name und Adresse gut sichtbar angebracht werden.“

Was kostet eine PrĂŒfung und wird Abgasuntersuchung durchgefĂŒhrt?
Schmitt: „Eine Abgasuntersuchung gibt es bei landwirtschatlich genutzten Fahrzeugen nicht. Die amtliche PrĂŒfplakette und PrĂŒfungsbericht kosten zusammen 33,70 Euro inklusive Mehrwertsteuer“.

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Anm. d. Red.: Die Fotostrecke zeigt eine TÜV-PrĂŒfung vom Mittwoch, den 27. Januar 2010 auf dem Festplatz in Schriesheim.

Einen schönen Tag wĂŒnscht
Das hirschbergblog