Samstag, 08. Juni 2019

Zeugen gesucht

Verkehrsunfall behindert Berufsverkehr

Hirschberg/Gro√üsachsen, 21. August 2014. (red/pol) Am Mittwochnachmittag, gegen 15:20 Uhr, kam es auf der B3, H√∂he Breitgasse zu einem Verkehrsunfall zwischen einer Stra√üenbahn und einem Lastwagen mit Anh√§nger. [Weiterlesen…]

Lkw-Anhänger umgeblasen

Vollsperrung der A5

Hirschberg/Rhein-Neckar, 10. Februar 2014. (red/pol) Vergangenen Montagvormittag blie√ü eine Windb√∂e einen Lkw-Anh√§nger auf der A5 Richtung Frankfurt um. Die A5 musste kurzfristig voll gesperrt werden. [Weiterlesen…]

Fahrer leicht verletzt

Spanischer Lkw kippt um

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Hirscherg, 08. Dezember 2013. (red/fw/Fotos:local4u) Am Samstag um 11:06 Uhr wurde die Feuerwehr Hirschberg zu einem schweren Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person an der Autobahnauffahrt der A5 in Richtung Weinheim alarmiert. Ein aus Richtung Heidelberg kommender spanischer Sattelzug war in der Abfahrt umgest√ľrzt und auf die Gegenspur gerutscht. Der Fahrer wurde dabei verletzt. Einsatzkr√§fte des Rettungsdienstes halfen ihm aus dem Fahrerhaus und brachten ihn in ein Krankenhaus. [Weiterlesen…]

Umleitung ab 20:30 Uhr - Bergungsarbeiten vor dem Abschluss - Ende vermutlich 23:30 Uhr

Vollsperrung A5 Richtung Frankfurt wegen Bergung

lkw bergung

Verunfallter Lkw wird aus Graben gezogen. Foto: local4u

Hirschberg/Weinheim/Hemsbach, 06. November 2013. (red) Aktualisiert. Die A5 ist aktuell in Richtung Frankfurt gesperrt, um den heute Mittag verungl√ľckten Lkw zu bergen. Die Polizei leitet den Verkehr ab der Ausfahrt Hirschberg um. Die Bergungsarbeiten sind angelaufen und gehen bislang z√ľgig voran. [Weiterlesen…]

Umgest√ľrzter Lkw A5 H√∂he "Parkplatz Wachenburg"

Feuerwehr Hirschberg sicherte Einsatzstelle ab

lkw graben

Lkw st√ľrzt in Graben. Foto: FWH

 

Hirschberg, 06. November. (red/fw) Am Mittwoch gegen 12.00 Uhr wurde die Hirschberger Feuerwehr zu einem Verkehrsunfall auf die BAB 5 alarmiert. Vor Ort sicherte die Feuerwehr die Unfallstelle ab. Ein Lkw hatte die Leitplanke durchbrochen und war seitlich die B√∂schung hinunter gekippt. Seit 20:30 Uhr ist die A5 in Richtung Frankfurt an dieser Stelle gesperrt – die Bergungsarbeiten laufen. [Weiterlesen…]

F√ľhrung zur Produktpalette von Fuchs Petrolub

Freie Wähler Hirschberg besuchen Fuchs Petrolub

Hirschberg, 28. M√§rz 2013. (red/pm) Die Freien W√§hler Hirschberg haben beim Besuch der Firma Fuchs Petrolub eine hoch interessante F√ľhrung erlebt. Die Produktpalette wurde vorgestellt und der Fertigungsbereich besichtigt. Vorstandsvorsitzender Stefan Fuchs pr√§sentierte seine AG mit eindrucksvollen Zahlen. [Weiterlesen…]

Unerlaubt von Unfallstelle entfernt

Polizei sucht Zeugen

Hirschberg, 14. Oktober 2012. (red/pm) Zwischen dem vergangenen Donnerstag und Freitag besch√§digte vermutlich ein gr√ľner LKW einen geparkten Renault Clio und entfernte sich anschlie√üend unerlaubt. Die Polizei sucht Zeugen.

Information der Polizeidirektion Heidelberg:

„Unerlaubt von der Unfallstelle entfernte sich der Fahrer eines vermutlich gr√ľnen LKWs, welcher in der Zeit zwischen Donnerstag, 11.10. und Freitag, 12.10. beim R√ľckw√§rtsfahren einen vor dem Anwesen Johann-Sebastian-Bach-Stra√üe 22 abgestellten Renault Clio besch√§digte. Der Unfallverursacher entfernte sich anschlie√üend von der Unfallstelle, ohne sich um den entstandenen Sachschaden in H√∂he von ca. 800,– Euro zu k√ľmmern. Zeugenhinweise an das Polizeirevier Weinheim, Tel.: 06201/10030.“

MM lobhudelt weiter

Neues von der Baustelle: Folge 9. Pfenning informiert „ausgew√§hlt“

"Pfenning"-Gesch√§ftsf√ľhrer Uwe Nitzinger: Sagt immer nur so viel, wie er muss und h√§ufig auch nur irgendwas, was sp√§ter wieder ganz anders ist. Archivbild.

 

Heddesheim/Rhein-Neckar, 09. M√§rz 2012. Der Mannheimer Morgen f√§hrt mit seiner unkritischen Jubel-Berichterstattung in Sachen „Pfenning“ fort. Das war nicht anders zu erwarten. Und „Pfenning“ bedient die Zeitung exklusiv – unsere Redaktion wird vom „neuen, guten Nachbarn“ ausgegrenzt und nicht informiert. Folglich gilt das auch f√ľr unsere Leserinnen und Leser. Der Grund ist einfach: Wir berichten zu kritisch und Kritik ist nicht erw√ľnscht.

Von Hardy Prothmann

Das ist er also, der neue, gute Nachbar „Pfenning“. Ein Unternehmen, das bewusst in Kauf nimmt, gro√üe Teile der Heddesheimer Bev√∂lkerung nicht zu erreichen. N√§mlich alle die, die den Mannheimer Morgen nicht abonniert haben und das sind sehr viele.

Dabei wei√ü Gesch√§ftsf√ľhrer Uwe Nitzinger sehr genau, dass die H√§lfte des Ortes gegen die montr√∂se, 650 Meter lange Bebauung auf 20 Hektar bestem Ackergel√§nde war. Nachdem der Bebauungsplan aber gegen alle klugen und kritischen Einw√§ndungen durchgesetzt war, sah und h√∂rte man nichts mehr von Pfenning. Auch der Baustart wurde bis auf eine l√§ppische Pressemeldung nicht kommuniziert.

Geschönte Berichte

Ab und an wirft „Pfenning“ mal einen Brocken hin und der MM schnappt ihn dankbar auf – immerhin hat „Pfenning“ ja auch schon einiges an Anzeigen dort geschaltet.

So erfahren die Zeitungsleser also, in welcher Reihenfolge die Hallen gebaut werden. Erst der n√∂rdliche Teil, von Ost nach West, dann der s√ľdliche Teil. Daf√ľr werden Fertigsystemteile des Bayerischen Unternehmens Max B√∂gl verbaut. B√∂gl hat sich auf diese Bauweise spezialisiert. Dazu gibt es Informationen, dass ein paar hundert Bauteile, St√ľtzen und Platten verbaut werden. Und rund 80 Bauarbeiter besch√§ftigt sind, bis zu 300 sollen es im Sommer werden.

Wenn man sich Referenzobjekte auf der B√∂gl-Homepage anschaut, darf man berechtigte Zweifel haben, ob das „Pfenning“-Gel√§nde tats√§chlich Ende 2013/Anfang 2014 fertig gestellt sein wird, wie Uwe Nitzinger im Mannheimer Morgen behaupten darf.

Im s√ľdlichen Teil zur Benz-Stra√üe hin wird ein Teil der Hallen 18 Meter hoch – wer hier was einlagern wird? Keine Information. Die Schiene kommt dann, wenn sie jemand braucht – also irgendwann oder nie. Die Schienenandienung war eins der Hauptargumente der CDU f√ľr die Logistikansiedlung. Jetzt erf√§hrt man, dass mindestens „36-Monate“ Vorlauf n√∂tig seien, falls denn mal jemand Interesse haben k√∂nnte.

Fragw√ľrdige √Ąu√üerungen

Ebenso darf Nitzinger behaupten, niemand h√§tte was davon gemerkt, dass „Pfenning schon da ist“ und das mit „Lkw-Verkehr“. Dazu wird unwidersprochen der Bauverkehr mit angeblich bis zu 800 Lkw-Bewegungen in der Spitze verglichen. Das ist haneb√ľchen.

Nat√ľrlich wei√ü man schon lange, dass die Bauarbeiten begonnen haben – wir bringen aktuell unsere neunte Folge zur Baustelle. Im Gewerbegebiet werden Laternenmasten umgefahren und die Stra√üen sind h√§ufig verdreckt – wie das halt so ist in der N√§he von Baustellen. Wer allerdings f√ľr die Stra√üenreinigung aufkommt, ob „Pfenning“ oder der Steuerzahler? Wer wei√ü, dazu gibt es keine Informationen.

Daf√ľr erh√§lt man aber einen Eindruck, wie das sein wird, wenn t√§glich hunderte zus√§tzliche Lkw hier unterwegs sein werden. Im Hirschberger Kreisel ist der Aspahlt schwer besch√§digt und vor der Auf-/Abfahrt auf die A5 auf Hirschberger Seite hat sich eine deutliche Absenkung gebildet, die auf Reparatur wartet. Unsere Recherchen hierzu haben ergeben, dass das Regierungspr√§sidium zust√§ndig ist, die Sache ans Landratsamt weitergereicht hat, aber keiner wei√ü oder sagen kann, wann diese Sch√§den, die auch unfallgef√§hrlich sein k√∂nnen, behoben werden.

Offene Fragen

Uwe Nitzinger darf √ľber Kekse und Schokolade reden, die der neue Kunde „Kraft Foods“ hier lagern will. Ob der neue Kunde und die damit verbundenen Vertr√§ge das „Pfenning“-Projekt √ľberhaupt erst finanzierbar gemacht haben, wird nicht gefragt.

Es war schon seltsam, wie der strahlende Chef Karl-Martin Pfenning erst eine 100 Millionen-Euro-Investition verk√ľndete, dann aber trotz Baugenehmigung nichts passierte. Es gab viele Ger√ľchte, ob die Finanzierung geplatzt sei. Harte Fakten gibt es nicht, weil der eigentliche Investor die Phoenix 2010 GbR ist – ein zwei-Mann-„Unternehmen“, das nicht publizit√§tspflichtig ist.

Weiter darf Nitzinger behaupten, man halte sich an den Verkehrslenkungsvertrag – dabei werden immer wieder gro√üe „Pfenning“-Lkw gesichtet, die durch den Ort fahren. Und die Aussage: „Der Verkehr kommt aus der Ferne und geht in die Ferne“, wird gar nicht erst vom MM aufgegriffen.

Leere Versprechen

Herzig ist die Information, es w√ľrde keinen regionalen Verkehr geben. Also nicht von Pfenning. Wenn Waren beispielsweise f√ľr Edeka eingelagert und von Edeka ausgeliefert werden, dann ist das ja kein „Pfenning“-Verkehr. Und wenn die regionalen Versorgungs-Lkw bis zu 12 Tonnen schwer sind, gilt f√ľr die auch nicht der Verkehrslenkungsvertrag. Wer immer noch an all die „Versprechungen“ glaubt, ist selbst schuld.

Angeblich sollen f√ľr den Kunden Kraft Foods zweihundert Leute arbeiten – davon aber die H√§lfte als Leihkr√§fte. Die Zahl „bis zu 1.000 Arbeitspl√§tze“, mit der B√ľrgermeister Kessler, die CDU, SPD und FDP f√ľr das Projekt geworben haben, f√§llt in diesem Zusammenhang nicht mehr. Und – ach ja – vier Ausbildungspl√§tze halte „Pfenning“ nach wie vor frei f√ľr Heddesheimer Berufsanf√§nger – bislang habe sich aber niemand gefunden, der zu „Pfenning“ passt. Das soll man alles so glauben, denn es steht ja in der Zeitung.

Ausgewählte Gäste

Am 23. M√§rz gibt es eine „symbolische Grundsteinlegung“ – f√ľr ausgew√§hlte G√§ste. Wir sind bislang noch nicht eingeladen worden und vermuten, dass es dabei bleibt. Der Mannheimer Morgen darf sicherlich in der ersten Reihe sitzen, damit man auch jedes Wort exakt so mitschreibt, wie man das von seiten der Verwaltung und Pfenning will.

Das wird so erwartet und auch erf√ľllt.

ATU stimmt gegen die Pläne in Heddesheim

Hirschberg lehnt Edeka-Erweiterung ab

Hirschberg/Heddesheim, 17. Januar. (red) Bis auf die FDP stellten sich alle Fraktionen gegen das Vorhaben, in Heddesheim ein Getr√§nkelager zu errichten. Die Gemeinder√§te f√ľrchten den Verkehrskollaps.

B√ľrgermeister Manuel Just erl√§uterte das ¬†in Heddesheim geplante Bauvorhaben:

Ich pers√∂nlich freue mich absolut √ľber eine weitere wirtschaftliche Entwicklung der Nachbargemeinde. Wir haben aber eine au√üerordentliche schwierige Verkehrssituation. Der Verkehr wird abermals zunehmen.

Gerde der Lkw-Verkehr w√ľrde bei Problemen auf der A5 √ľber Schriesheim und Hirschberg, sowohl in Leutershausen als auch Gro√üsachsen, ausweichen.

Auch der Kreisverkehr sei nach Meinung der Gemeinde nicht in der Lage weiteren Verkehr aufzunehmen.

Wir akzeptieren zwar eine weitere Entwicklung in Heddesheim. Wir wollen unsere damit einhergehenden Probleme gelöst haben. Sonst kann ich nicht zustimmen.

Fritz Bletzer (Freie Wähler) sagte:

Die Gemeinde Heddesheim bringt uns mal wieder in die Zwickm√ľhle. Schon bei Pfenning war man nicht in der Lage, klipp und klar zu sagen, wie der Verkehr sich entwickelt.

Weiter sagte er, er wisse, dass ein weiterer Kreisel an der Autobahnausfahrt von Heidelberg geplant sei. Bevor die Situation nicht gelöst sei, könne man nicht zustimmen.

GLH-Gemeinderat Karl-Heinz Treiber sagte:

Wir lehnen wegen der vielfältigen Probleme dieses Bauvorhaben ab.

Auch CDU und SPD waren f√ľr eine Ablehnung. Eva-Marie Pfefferle sagte:

Ich möchte wie die anderen die Verwaltung loben, dass hier Kralle gezeigt wird. Wir leiden am meisten unter dem Verkehr und wollen das nicht.

Sieben Ausschussmitglieder stimmten f√ľr die Ablehnung. Die CDU-Gemeinder√§te Dr. J√∂rg Boulanger (Rechtsanwalt) sowie Karl Schnell (Bauunternehmer) erkl√§rten sich wegen Auftragsverbindlichkeiten mit der Gemeinde Heddesheim f√ľr befangen.

 

Anmerkung der Redaktion:
Der vorliegende Text wurde „live“ in der Sitzung geschrieben. Wir bereiten die Themen vor, verfolgen die Diskussion, notieren Zitate und Fakten und sobald ¬†die Abstimmung beendet ist, gehen wir mit der Nachricht online.
Teilweise berichten wir auch quasi in Echtzeit – √ľber Twitter und Facebook. Wir bieten unseren Leserinnen und Lesern damit einen exklusiven Service. Neben der „schnellen“ Information bieten wir immer auch Hintergrund und Meinung an.
Und wir sind an Ihrer Meinung interessiert Рob als Hinweis per email, als Kommentar auf dem Blog oder per Telefon oder im persönlichen Kontakt. Nutzen Sie die Möglichkeit! 

Lkw fährt auf Stauende auf

63-jähriger Pkw-Fahrer wird fast zerquetscht

Hirschberg/Mannheim/Rhein-Neckar, 16. Januar 2012. (red/pol/PR-Video) Ein 63-jähriger Pkw-Fahrer wurde heute gegen 14:00 Uhr bei einem Verkehrsunfall auf der A5, Fahrtrichtung Darmstadt, zwischen den Anschlussstellen Hirschberg und Weinheim schwer verletzt. Ein 23-Jähriger war mit seinem Lastzug auf den am Stauende wartenden Pkw des Mannes aufgefahren und hatte diesen auf den Lastwagen eines 59-Jährigen geschoben. Die Feuerwehr Hirschberg-Großsachsen rettete den Mann aus dem zerstörten Wagen.

Information der Polizei Mannheim:

„Das Auto wurde so zwischen den beiden Lastwagen eingeklemmt, dass der Pkw-Fahrer durch die Feuerwehr aus dem Wrack geschnitten werden musste.

Nach der Rettung wurde der schwer verletzte Mann in ein Mannheimer Krankenhaus eingeliefert. Lebensgefahr besteht nicht. Der Unfallverursacher wurde bei der Kollision leicht verletzt.

Der Sachschaden beläuft sich auf ca. 90.000 Euro.

W√§hrend der Unfallaufnahme und den anschlie√üenden Bergungsarbeiten war der rechte Fahrstreifen der A 5 gesperrt.“

Alle Fotos: Marco Priebe

Radfahrerin von Lkw in der Breitgasse √ľberrollt


Hirschberg, 29. September 2011. (red/pol) Schwere Verletzungen zog sich am Freitagmittag eine Fahrradfahrerin bei einem Verkehrsunfall mit einem Lkw-Zug auf der B 3/Einm√ľndung Breitgasse zu. Nach den derzeitigen Erkenntnissen war der Lkw-Zug kurz vor 12 Uhr von der B 3 nach links in die Breitgasse abgebogen und hatte die offenbar rechts daneben fahrende Fahrradfahrerin √ľberrollt.

Information der Polizei:

„Schwere Verletzungen zog sich am Freitagmittag eine Fahrradfahrerin bei einem Verkehrsunfall mit einem Lkw-Zug auf der B 3/Einm√ľndung Breitgasse zu. Nach den derzeitigen Erkenntnissen war der Lkw-Zug kurz vor 12 Uhr von der B 3 nach links in die Breitgasse abgebogen und hatte die offenbar rechts daneben fahrende Fahrradfahrerin √ľberrollt.

Nach notärztlicher Versorgung an der Unfallstelle wurde die Radlerin mit einem Rettungshubschrauber in eine Ludwigshafener Klinik geflogen.

Der exakte Unfallhergang ist bislang noch nicht bekannt. Die Frau ist 71 Jahre alt und wohnhaft in Hirschberg.

Die Unfallexperten der Heidelberger Verkehrspolizei haben die weiteren Ermittlungen √ľbernommen.

Zeugen, die sachdienliche Hinweise zum Unfallhergang machen k√∂nnen werden gebeten, sich mit der Verkehrspolizei in Heidelberg, Tel.: 06221/99-1870 oder mit dem Polizeirevier Weinheim, tel.: 06201/1003-0 in Verbindung zu setzen.“

Starke Rauchentwicklung durch brennenden Lkw auf der A5 – Anschlussstelle Hirschberg


Guten Tag!

Rhein-Neckar, 15. Januar 2011. Ein in Brand geratener Lkw besch√§ftigte in den fr√ľhen Morgenstunden die Feuerwehr Weinheim auf der A5 in Fahrtrichtung Karlsruhe. Die Autobahn musste wegen der starken Rauchentwicklung zeitweise voll gesperrt werden.

Information der Feuerwehr Weinheim:

„Gegen 6.30 Uhr wurde heute der Feuerwehr Weinheim Abteilung Stadt ein LKW Brand auf der BAB5 Fahrtrichtung Karlsruhe gemeldet.

Kurz vor der Anschlussstelle Hirschberg, brannten Reifen und Teile der Abhängung eines Aufliegers, der mit Holz beladen war. Der Lkw Fahrer, selbst ein freiwilliger Feuerwehrmann aus Kleinheubach im Landkreis Miltenberg, konnte die Zugmaschine rechtzeitig abhängen.

Um die Löschwasserversorgung sicherzustellen, wurde neben den Fahrzeugen der Abteilung Stadt ein weiteres Tanklöschfahrzeug der Abteilung Sulzbach mit 5000 Litern Wasser nachgefordert.

Zeitweise musste die A5 in Richtung Karlsruhe am fr√ľhen Morgen wegen der starken Rauchentwicklung voll gesperrt werden. Bild: Feuerwehr Weinheim

Mit einem Rohr und Schaum – Wassergemisch hatte ein Trupp der Feuerwehr unter Atemschutz das Feuer schnell unter Kontrolle und konnte ein √úbergreifen der Flammen auf die Ladung verhindern.

Parallel daszu wurde die Einsatzstelle gesichert und ausgeleuchtet. Obwohl das Feuer schnell unter Kontrolle war, dauerte es aber dennoch eine halbe Stunde, bis das Feuer endg√ľltig gel√∂scht war.

Die Feuerwehr Weinheim konnte ein √úbergreifen des Feuers auf die Holzfracht verhindern. Bild: Feuerwehr Weinheim

Aufgrund der teilweisen starken Rauchentwicklung und der L√∂scharbeiten musste, die Autobahn in Richtung Karlsruhe zeitweise voll gesperrt werden. Daher bildete sich ein R√ľckstau bis zum Weinheimer Kreuz.

Mit der W√§rmebildkamera wurde eine abschlie√üende Brandnachschau gehalten. Nachdem auch hier keine weiteren Glutnester entdeckt wurden, konnte die Einsatzstelle der Polizei √ľbergeben werden.“

Hirschberg setzt „Pfenning“ unter Druck

Guten Tag!

Hirschberg, 25. Oktober 2010. Die Gemeinde Hirschberg verlangt weiterhin einen „Verkehrslenkungsvertrag“ mit dem Unternehmen Pfenning – sonst beh√§lt sich die Gemeinde eine Normenkontrollklage vor. Au√üerdem hat die Gemeinde „erhebliche Zweifel“ an der Richtigkeit des Verkehrsgutachtens, das im Zuge der Bauleitplanung erstellt worden ist.

Von Hardy Prothmann

Die Beschl√ľsse des Aussschusses f√ľr Technik und Umwelt und die entsprechende Pressemitteilung sind relativ freundlich verfasst, beinhalten aber eine „klare Ansage“: Sofern sich das Logistikunternehmen „Pfenning“ nicht bereit erkl√§rt, einen „Verkehrslenkungsvertrag“ mit der Gemeinde Hirschberg zu schlie√üen, wie er auch mit der Gemeinde Heddesheim geschlossen worden ist, beh√§lt sich Hirschberg eine Normenkontrollklage vor.

Ein Hebel k√∂nnte das Verkehrsgutachten sein, das im Zuge der Heddesheimber Bauleitplanung mehrfach nachgebessert wurde. Das Karlsruher Gutachterb√ľro Koehler, Leutwein und Partner hatte im Jahr 2000 schon einmal ein Gutachten zum „Hirschberger Kreisel“ am Gewerbegebiet im Auftrag der Gemeinde Hirschberg vorgelegt und eine deutlich schlechtere Prognose bei weniger Verkehr erstellt, als aktuell im Rahmen der „Pfenning“-Planungen mit deutlich mehr Verkehr.

Die Ank√ľndigung eines eigenen Gutachtens deutet daraufhin, dass die Gemeinde Hirschberg hier einen Angriffspunkt sieht. Das setzt „Pfenning“ unter Druck – sollten die Bauarbeiten beginnen und kein „Verkehrslenkungsvertrag“ mit Hirschberg geschlossen werden, kann die Gemeinde innerhalb eines Jahres klagen. Mit allen negativen Folgen – ein Baustopp w√§re eventuell m√∂glich, was das Unternehmen „Pfenning“ noch mehr zeitlich zur√ľckwerfen w√ľrde. Und der Zeitplan ist schon enorm strapaziert – einerseits durch den Widerstand aus der Bev√∂lkerung, den ein „Dialogverfahren“ beruhigen sollte und eines Fehlers der Gemeinde Heddesheim, wodurch eine erneute Offenlage des Bebauungsplans notwendig wurde.

Der mit einer knappen Mehrheit von 12:9 im Heddesheimer Gemeinderat beschlossene Bebauungsplan „N√∂rdlich der Benzstra√üe“ ist noch nicht in Kraft getreten, weil er bislang nicht ver√∂ffentlicht wurde. Am Folgetag der Ver√∂ffentlichung wird er „Ortsrecht“ und ist juristisch angreifbar.

Denkbar ist auch eine Klage gegen den „Verkehrslenkungsvertrag“, einer Selbstverpflichtung des Unternehmens, keine Lkw mit mehr als 18 Tonnen Gesamtgewicht durch Heddesheim fahren zu lassen. Deutschlandweit gibt es keinen vergleichbaren Vertrag. Die Vereinbarung wurde getroffen, um Sorgen der Bev√∂lkerung zu beschwichtigen – die Durchf√ľhrbarkeit wird von vielen erheblich in Zweifel gezogen. Sollte dieser Vertrag nicht rechtens sein, w√ľrde ein ganz wesentliches Argument der Bef√ľrworter ersatzlos wegfallen – der politische Schaden f√ľr B√ľrgermeister Kessler und die bef√ľrwortende Mehrheit von CDU, SPD und FDP w√§re enorm.

Nach Informationen von Pfenning w√ľrden in Spitzenzeiten 800 Lkw-Bewegungen pro Tag stattfinden, an „normalen“ Tagen nur 400. Kritiker sagen es werden 1.000 und mehr sein. Dazu kommt noch der Berufsverkehr.

Sofern die A5 nicht befahrbar ist, w√§re die B3 die Ausweichstrecke, die die Pfenning-Lkw nehmen w√ľrden. Auch unabh√§ngig von der Verkehrslage k√∂nnen die 40-Tonner die B3 jederzeit nutzen. Auch Sicht von Hirschberg w√§re das verkehrstechnisch das absolute Fiasko.

Doch die Belastung geht weiter: Die Gemeinde Hirschberg bef√ľrchtet eine „√úberlastung“ des Hirschberger Kreisels. Sollte diese Einsch√§tzung eintreffen, w√§re nat√ľrlich auch das Hirschberger Gewerbe durch den zus√§ztlichen Verkehr benachteiligt.

Die Presseerkl√§rung ist freundlich verfasst – tats√§chlich ist man in Hirschberg einigerma√üen sauer auf die „Partnergemeinde“ Heddesheim, die sich um die Hirschberger Sorgen niemals √∂ffentlich gek√ľmmert hat. Die Hirschberger Einw√§nde zum Bebauungsplan wurden als unbegr√ľndet zur√ľckgewiesen.

Hirschbergs B√ľrgermeister Manuel Just und der Gemeinderat sind nun in einer Zwickm√ľhle – einerseits will man die „gute Partnerschaft“ nicht st√∂ren, andererseits ist man gezwungen, die ignorante Haltung Heddesheims und die daraus resultierenden Folgen zum Wohle der Gemeinde Hirschberg und dessen EinwohnerInnen abzuwehren.

Bislang gibt es nur eine Presseerkl√§rung, die Forderung ist aber eindeutig: „Pfenning“ muss mit Hirschberg einen „Verkehrslenkungsvertrag“ schlie√üen, sonst droht eine Klage. Doch auch wenn „Pfenning“ nun doch einlenken sollte, nachdem das Anliegen dort zun√§chst zur√ľckgewiesen worden war, bleibt offen, ob nicht andere genau wegen des Verkehrsgutachtens oder des „Verkehrslenkungsvertrags“ klagen werden.

Presseerklärung der Gemeinde Hirschberg:

„Die Gemeinde Hirschberg a. d. B. informiert aus der nicht√∂ffentlichen Sitzung des Ausschusses f√ľr Technik und Umwelt:

In der vergangenen nicht√∂ffentlichen Sitzung des Ausschusses f√ľr Technik und Umwelt befasste sich das Gremium mit dem Neubau eines zentralen Logistikstandortes in der Gemeinde Heddesheim, kurz dem Projekt ‚ÄěAnsiedlung der Firma Pfenning‚Äú.

Gegenstand der urspr√ľnglich als Vorberatung f√ľr die kommende Gemeinderatsitzung geplanten Verhandlung waren sowohl das Planfeststellungsverfahren zur Anschlussbahn f√ľr den Neubau des zentralen Logistikstandorts, als auch m√∂gliche Mehrbelastungen f√ľr den Kreisverkehr an der Anschlussstelle 34 auf der L541 sowie das Bebauungsplanverfahren selbst.

Aus sitzungs√∂konomischen Gr√ľnden sowie aufgrund der Tatsachen, dass die nachfolgend dargestellten Beschl√ľsse nicht zwingend in die Entscheidungsbefugnis des Gemeinderats fallen und alle Beschl√ľsse allesamt einstimmig getroffen wurden, hat sich der Ausschuss dazu entschieden auf eine nochmalige √∂ffentliche Verhandlung zu verzichten, jedoch die Ergebnisse der √Ėffentlichkeit √ľber eine Pressemitteilung selbstverst√§ndlich Preis zu geben.

Es wurden die nachfolgenden Beschl√ľsse herbeigef√ľhrt:

1. Auf einen Widerspruch gegen die Baugenehmigung wird verzichtet.
Hintergrund ist diesbez√ľglich die fehlende Legitimation als belasteter Adressat. D.h. der von Seiten des Baurechtsamtes erstellte beg√ľnstigende Bescheid mit dem Inhalt der Baugenehmigung tangiert die Gemeinde Hirschberg zwar in angrenzender Nachbarschaft (die Gemeinde ist im Eigentum eines landwirtschaftlichen Grundst√ľcks) doch k√∂nnen aus dieser Nachbarschaft heraus keine sch√ľtzenswerten Interessen geltend gemacht werden, die eine realistische Chance auf einen erfolgreichen Widerspruch mit sich f√ľhren.

2. Gegen das Planfeststellungsverfahren Anschlussbahn f√ľr den Neubau eines zentralen Logistikstandorts in der Gemeinde Heddesheim werden keine Einw√§nde erhoben.
Unterstellt man die Umsetzung des Projektes, so sollte die Gemeinde Hirschberg an der Realisierung des Gleisanschlusses interessiert sein, da dadurch davon auszugehen ist, dass √ľber diesen Weg Schwerlastverkehr im n√§heren Stra√üenumfeld vermieden wird.
Insofern wird die Gemeinde Hirschberg eine positive Stellungnahme zum Gleisanschluss abgeben.

3. An die Straßenbaulastträger (Bund, Land) ergehen Anschreiben mit der Bitte um Information, welche Maßnahmen im Falle einer Überlastung des Verkehrskreisels und einer daraus resultierenden sich wiederholenden Staubildung am Autobahnanschluss bzw. der A5 getroffen werden.
Nach wie vor hegt die Gemeinde Hirschberg erhebliche Zweifel an der Richtigkeit des erstellten Verkehrsgutachtens und die daraus gezogenen Schl√ľsse im Hinblick auf die Verkehrsbelastung des Kreisverkehrs an der Anschlussstelle 34. Gleichwohl ist die Gemeinde Hirschberg der √úberzeugung, dass der zust√§ndige Stra√üenbaulasttr√§ger bei einer tats√§chlich eintretenden Unterdimensionierung des Kreisverkehrs durch geeignete Ma√ünahmen Abhilfe zu schaffen hat.

4. An das Logistikunternehmen wird nochmals ein Schreiben gerichtet mit der Aufforderung, mit der Gemeinde Hirschberg eine Vereinbarung zu treffen, dass kein Schwerlastverkehr des Unternehmens – au√üer im geregelten Umleitungsverkehr aufgrund einer Vollsperrung auf der A5 – √ľber Hirschberger Gemarkung f√§hrt. Alternativ w√§re eine Selbstreglementierung m√∂glich, in der das Unternehmen Ihre Fahrer anweist, nicht √ľber Hirschberger Gemarkung zu fahren.
Nach wie vor ist die Gemeinde Hirschberg der Auffassung, dass bei einem R√ľckstau auf der Autobahn (A5) entweder alle m√∂glichen Umleitungsstrecken zum Erreichen des Standorts (d.h. aus S√ľden √ľber Ladenburg/ Heddesheim oder √ľber Leutershausen und aus Norden √ľber Weinheim und Heddesheim oder √ľber Weinheim und Gro√üsachsen) angeboten werden sollen oder keine der M√∂glichkeiten.
Insofern ist die Forderung der Gemeinde Hirschberg mit der der Gemeinde Heddesheim gleichzusetzen und differiert lediglich im Bereich der zwingend zu duldenden Umleitungsstrecke der B3 bei einer entsprechenden verkehrsrechtlichen Anordnung.

5. Vorbehaltlich eines entsprechenden Beschlusses im Gemeinderat, h√§lt sich die Gemeinde Hirschberg die M√∂glichkeit einer Normenkontrollklage gegen den Bebauungsplan ‚ÄěN√∂rdlich der Benzstra√üe‚Äú der Gemeinde Heddesheim vor.
Von besonderer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang insbesondere der unter Ziffer 4 dargestellte Beschluss und die sich daraus ergebende Sachlage.

6. Die Gemeinde holt Angebote f√ľr ein weiteres Verkehrsgutachten ein.
Im Hinblick auf die o. g. Zweifel an der Richtigkeit des Gutachtens tr√§gt sich die Gemeinde Hirschberg mit dem Gedanken ein eigenes Verkehrsgutachten erstellen zu lassen um sich gegebenenfalls f√ľr entstehende Kosten f√ľr die Gemeinde Hirschberg bei einem m√∂glichen Kreiselumbau frei zu halten.
Entsprechende Haushaltsmittel sollen f√ľr das kommende Haushaltsjahr zur Verf√ľgung gestellt werden.

Hirschberg, den 24. Oktober 2010
gez. Manuel Just
B√ľrgermeister“

Hinweis: Alle bislang 245 Berichte zu „Pfenning“ in Heddesheim finden Sie auf dem heddesheimblog in der Kategorie Pfenning.

Lkw mit zahlreichen Mängeln auf der A5 unterwegs

Guten Tag!

Hirschberg, 27. April 2010. Das Polizeipr√§sidium Karlsruhe informiert √ľber eine Lkw-Kontrolle auf der A5 bei Hirschberg: 14 von 19 √ľberpr√ľften Lkws sind beanstandet worden – sechs Lkw durften ihre Fahrt wegen der M√§ngel nicht fortsetzen.

F√ľr ein Drittel (6) aller Lkw, die die Polizei √ľberpr√ľft hat, durften ihre Fahrt wegen zu gro√üer M√§ngel nicht fortsetzen. Insgesamt waren neunzehn Lkw √ľberpr√ľft worden. Vierzehn davon hatten M√§ngel, die beanstandet wurden. Es wurden √ľberwiegend Gefahrgut- und Abfallfahrzeuge √ľberpr√ľft.

Pressemeldung des Polizeipräsidiums Karlsruhe

„Zahlreiche M√§ngel bei LKW-Kontrollen auf A5 festgestellt
A5 bei Hirschberg. Von insgesamt 19 kontrollierten Fahrzeugen des Schwerlastverkehrs mussten 14 im Rahmen einer Kontrollaktion auf der A5 beim Parkplatz Wachenburg am Montag beanstandet werden.

Bei sechs Fahrzeugen war die Weiterfahrt unterbunden worden. Davon waren vier Gespanne wegen technischer M√§ngel verkehrsunsicher; zwei Z√ľge hatten ihre Ladung mangelhaft gesichert. Weitere Beanstandungen betrafen die Tageslenk- und Ruhezeiten, mangelnden Sicherheitsabstand sowie eine Anzeige wegen Telefonierens w√§hrend der Fahrt ohne Freisprecheinrichtung.

Die Kontrollstelle war von Beamten der Kontrollgruppe „Gewerblicher G√ľter- und Personenverkehr“ des Autobahnpolizeireviers Karlsruhe mit Unterst√ľtzung eines unabh√§ngigen Gutachters auf der A5 in Fahrtrichtung Frankfurt beim Parkplatz Wachenburg (km 562) von 10 bis 14 Uhr eingerichtet.

Der Schwerpunkt lag auf der √úberwachung von Gefahrgut- und Abfallfahrzeugen.“

Ausgehängte Bremswelle eines Sattelaufliegers. Bild: Polizei

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Ungesicherte Ladung. Bild: Polizei

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Abgerissener Bremsbelag eines Anhängers. Bild: Polizei

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das hirschbergblog

„Auf Hirschberg kommen durch Pfenning nur Nachteile zu.“

Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 15. April 2010. Das alte Verkehrsgutachten zum Hirschberger Gewerbegebiet wirft viele Fragen auf. Wir haben den Gemeinderat G√ľnther Heinisch (B√ľndnis90/Die Gr√ľnen) dazu interviewt.

G√ľnther Heinisch ist eigentlich Diplom-Psychologe, hat sich aber im Zusammenhang mit der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung intensiv mit den Kreisverkehren in den Gewerbegebieten befasst.

Interview: Hardy Prothmann

Herr Heinisch, Sie haben sich das alte Gutachten aus dem Jahr 2000 angeschaut. Was fällt Ihnen auf?
G√ľnther Heinisch: „Das Gutachten aus dem Jahr 2000 ist insofern interessant, als dieses Gutachten unmissverst√§ndlich aussagt, dass der Hirschberger Kreisel den Verkehr nicht mehr bew√§ltigen kann – f√ľr den Fall, dass Hirschberg das Gewerbegebiet Nord erschlie√üt. Die Leistungsstufe wird eindeutig mit E bewertet. Das ist die schlechteste von allen und bedeutet erhebliche Verkehrsprobleme und erhebliche Wartezeiten f√ľr alle Teilnehmer.“

Gr√ľnen-Gemeinderat G√ľnther Heinisch. Bild: B√ľndnis90/Die Gr√ľnen

Aber in dem Gutachten wird auch darauf hingewiesen, dass ein Bypass dies lösen könnte.
Heinisch: „Es wird darauf hingewiesen, dass ein Bypass Verbesserungen bringen k√∂nnte. Von einer guten L√∂sung der Gesamtsituation sagt auch dieses Gutachten nichts. Interessant ist, dass das Gutachten behauptet, der Verkehr w√ľrde sich gleichm√§√üig verteilen. Wenn dem so w√§re, w√ľrde ein Bypass im S√ľdosten, also zwischen dem Gewerbegebiet Hirschberg und der L541 die erhoffte Entlastung nicht in dem Umfang bringen wie beschrieben. Dar√ľber hinaus stellt das Gutachten zweifelsfrei fest, dass eine Bypass auf der gegen√ľberliegenden „Westschiene“, also von der Autobahn A5 in Richtung Heddesheim keinen positiven Einfluss auf die Verkehrssituation h√§tte und deshalb erst gar nicht weiter untersucht wurde.“

Die erg√§nzende Stellungnahme zum „Pfenning“-Gutachten behauptet aber, dass der Kreisverkehr noch die Stufe D erreicht und ein Bypass eine deutliche Verbesserung herbeif√ľhren w√ľrde. Haben Sie eine Erkl√§rung daf√ľr?
Heinisch: „Daf√ľr habe ich keine Erkl√§rung, die muss ich auch nicht haben. Das sind Widerspr√ľche, die der Gutachter dringend erkl√§ren muss. Zudem hat der Verkehr seit 2000 deutlich zugenommen. In dem ersten Gutachten spricht der Gutachter selbst von 11.000 Fahrzeugen in 24 Stunden, die √ľber den Hirschberger Kreisel laufen. Das neue Gutachten hat angeblich 12.000 Fahrzeuge gez√§hlt, die ungef√§hr h√§lftig von und zu diesem Kreisel kommen. Das ist der Ist-Zustand ohne Pfenning-Lkw und ohne den zus√§tzlichen Mitarbeiter-Pkw-Verkehr.“

Der Verkehr wird am Hirschberger Kreisel regelmäßig zusammenbrechen.

Das bedeutet nun: Bei einer zusätzlichen Belastung bricht der Verkehr zusammen?
Heinisch: „Wenn man sich diese Prognosen anschaut, m√ľsste der Verkehr am Hirschberger Kreisel regelm√§√üig zusammenbrechen. Vor allem, da das alte Gutachten bereits bei einer Erschlie√üung von Hirschberg Nord mit nur 9 Hektar davon ausgeht. In Heddesheim sind zun√§chst 19,5 Hektar f√ľr die Bebauuung vorgesehen und man darf nicht vergessen, dass bis 2020 nochmals 15 weitere „Pfenning“-Hektar hinzukommen k√∂nnen.“

Mal angenommen, der Verkehr bricht dort regelmäßig zusammen, was ist die Folge?
Heinisch: „Die Folge ist ein R√ľckstau in alle Himmelsrichtungen und damit auch auf beiden Seiten der A5 ein R√ľckstau, der die desolate Verkehrslage in beiden Richtungen noch versch√§rfen wird. Positiv, aber ein wenig paradox k√∂nnte sein, dass wenn alles steht, der Profiteur die Gemeinde Hirschberg sein wird. Denn wenn alles steht, kommt dort √ľber die L541 erstmal kein zus√§tzlicher Verkehr auf die B3 durch die Ortschaft.“

Was wäre eine Lösung?
Heinisch: „Die Standardl√∂sung bei solch einem Problem ist die Aufweitung des Kreisverkehrs, um den Kreisel leistungsf√§higer zu machen. Deswegen wurde auch die Empfehlung f√ľr die Ma√üe eines solchen Kreisverkehrs wesentlich ver√§ndert. Fr√ľher dachte man, 35 Meter seien ausreichend. Das ist das Ma√ü der beiden bestehenden Kreisel. Seit 2006 lautet die Empfehlung jedoch 45 Meter Au√üendurchmesser, also gut 25 Prozent gr√∂√üer.“

Die Standortgunst des Gewerbeparks Hirschberg wird stark beeinträchtigt.

Sie haben die R√ľckstaul√§ngen im alten Gutachten angesprochen. Was sagt das „Pfenning“-Gutachten dazu?
Heinisch: „Im Pfenning-Gutachten gibt es keinerlei Informationen zu Staul√§ngen. Auch das haben wir ohne Kenntnis des alten Gutachtens kritisiert. Im neuen Gutachten wird ein sehr enger Blick auf die Verkehrssituation gelegt, der m√∂glichst wenig erkennen m√∂chte. Wir haben immer eine Betrachtung der Wechselwirkung zwischen den Kreiseln gefordert. In diesem Zusammenhang w√§re eine Information √ľber m√∂gliche Staul√§ngen √§u√üerst interessant. Im alten Gutachten wird bei weniger Verkehr Staul√§ngen zwischen 110 und 200 Metern prognostiziert. Hier hei√üt es deutlich: „Die Standortgunst des Gewerbeparks ist stark beeintr√§chtigt.“

Mal angenommen, der Widerspruch der Gutachten interessiert die Bef√ľrworter nicht im geringsten, wovon auszugehen ist. Was ist die Folge?
Heinisch: „Sollte Pfenning in dieser Form kommen, wird die Belastung nach dem neuen Gutachten D sein, was nicht zu erkl√§ren ist. Das alte nannte als Leistungsstufe beim Ausbau von Hirschberg Nord E. Wenn also das Heddesheimer Gebiet mit Pfenning vor Hirschberg Nord entwickelt sein wird, sehe ich keine Entwicklungsm√∂glichkeit mehr f√ľr Hirschberg Nord. Diesen zus√§tzlichen Verkehr k√∂nnen die Kreisel auf keinen Fall mehr aufnehmen.“

Hirschberg wird durch Pfenning nur Nachteile haben.

Welche Probleme erkennen Sie noch?
Heinisch: „Im Verein mit B√ľrgermeister Just fordern die Gr√ľnen ja schon von Anfang an, einen gr√∂√üeren Verkehrsraum zu betrachten und einen ganzheitlichen Blick auf die sich entwickelnde Verkehrssituation zu richten. Besonders Hirschberg wird Probleme haben, bei der Topographie, also der Lage ihres Kreisels, diesen aufzuweiten. Das wird mit erheblichen Erdbewegungen einhergehen m√ľssen, weil der sehr hoch liegt und entsprechende Aufsch√ľttungen gemacht werden m√ľssten. Diese Arbeiten werden selbstverst√§ndlich √ľber eine l√§ngere Zeit das Hirschberger Gewerbegebiet erheblich einschr√§nken, da Bauarbeiten immer den Verkehr behindern. Hirschberg hat nur Nachteile durch Pfenning.“

Sehen Sie angesichts der Widerspr√ľche das Potenzial f√ľr weitere Einw√§ndungen?
Heinisch: „Ja, aber die Zeit ist knapp, die Frist l√§uft am Freitag, 12:00 Uhr ab. Trotzdem k√∂nnte ein Einwand lauten, dass die widerspr√ľchlichen Gutachten keine verbindliche Aussage zulassen und ein neues Gutachten von einem anderen Gutachter erstellt werden muss.“

Sie haben in der Vergangenheit das Gutachten mehrmals als sehr „wohlwollend“ bezeichnet. Bleiben Sie nach Kenntnis des alten Gutachtens bei dieser Einsch√§tzung?
Heinisch: „Selbstverst√§ndlich. Wie sonst sollen die Widerspr√ľche erkl√§rt werden?“

Dokumentation: Die „erg√§nzende Stellungnahme“ zum Hirschberger Kreisel aus dem Jahr 2010

Guten Tag!

Hirschberg/Heddesheim, 15. April 2010. Das B√ľro Koehler, Leutwein und Partner hatte nach einem Verkehrsgutachten eine „erg√§nzende Stellung“ zum Knotenpunkt L541 / Im Rott / BAB A5 Rampe West erarbeitet. Wir dokumentieren das Schriftst√ľck.

Nachgeschobenes Gutachten mit zweifelhaftem Ergebnis. Quelle: Gemeinde Heddesheim

Im Zuge der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung im Heddesheimer Gewerbegebiet hat die Gemeinde Heddesheim ein Verkehrsgutachten in Auftrag gegeben.

Aus Sicht der Fraktion der Gr√ľnen im Heddesheimer Gemeinderat war dieses Gutachten aber nicht vollst√§ndig, da es nur den „Heddesheimer Kreisel“ untersuchte und den „Hirschberger Kreisel“ ausser acht lie√ü.

In einem zweiten Gutachten („erg√§nzende Stellungnahme“) wurde dies nachgeholt.

B√ľndnis90/Die Gr√ľnen bezeichneten die Gutachten als „Gef√§lligkeitsgutachten“. Das erste Gutachten kann man auf der homepage des Ortsvereins B√ľndnis90/Die Gr√ľnen Heddesheimdownloaden.

Wir dokumentieren hier die „erg√§nzende Stellungnahme“ (zum besseren Download in drei Teilen).

Dokumentation:
Logistikzentrum Pfenning
Knotenpunkt L541 / Im Rott / BAB A5 Rampe West
ergänzende Stellungnahme

Teil 1
Teil 2
Teil 3

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
Das hirschbergblog

Vorabmeldung: Verkehrsgutachten widersprechen sich

Guten Tag!

Hirschberg, 15. April 2010. Wir werden gegen 18:00 Uhr das Verkehrsgutachten ver√∂ffentlichen, das das B√ľro Koehler, Leutwein und Partner im Jahre 2000 zum „Hirschberger Kreisel“ erstellt hat. Brisant: Das Gutachten prognostiziert vor zehn Jahren die Leistungsstufe E wenn √ľber das Hirschberger Gewerbegebiet hinaus weiterer Verkehr hinzukommen sollte. Die Folge: Kollaps des Kreisels und des Verkehrs.

Von Hardy Prothmann

Sind die beiden aktuellen Verkehrsgutachten des B√ľros Koehler, Leutwein und Partner glaubw√ľrdig? Die Gr√ľnen bezeichneten schon das erste Gutachten als „Gef√§lligkeitsgutachten“, weil die „Verkehrsbeziehung“ zwischen dem Heddesheimer Kreisel und dem Hirschberger Kreisel nicht betrachtet wurde.

Daraufhin wurde ein „erweitertes“ Gutachten nachgeschoben. Das stellte fest, dass auch der Hirschberger Kreisel den Verkehr noch aushalten k√∂nne. Wenngleich sich in Spitzenzeiten die Qualit√§t der Leistungsstufe von B auf D verschlechtern w√ľrde.

Schlechter als D ist die Leistungsstufe E, die man auch mit „Kollaps“ √ľbersetzen kann.

Brisant: Bereits vor zehn Jahren begutachtete das B√ľro Koehler Leutwein und Partner den Hirschberger Kreisel in Verbindung mit der Entwicklung des Hirschberger Gewerbegebiets S√ľd (ca. 12 Hektar Fl√§che). Die Prognose: Sollte auch das Gewerbegebiet Hirschberg Nord (ca. 9 Hektar Fl√§che) entwickelt werden, w√ľrde die Leistungsstufe des Kreisels nur noch E betragen. Der Verkehrskollaps w√§re programmiert.

Zehn Jahr sp√§ter prognostiziert dasselbe B√ľro f√ľr eine doppelt so gro√üe Ansiedlung (19,5 Hektar) mit viel mehr Verkehr noch die Leistungsstufe D.

Das Ingenieurb√ľro Koehler, Leutwein und Partner d√ľrfte damit in gro√üe Erkl√§rungsn√∂te kommen, was die Qualit√§t und Aussagekraft dieser widerspr√ľchlichen Gutachten angeht.

B√ľrger, Betroffene und Tr√§ger √∂ffentlicher Belange k√∂nnen noch bis morgen, also Freitag, 16. April 2010, 12:00 Uhr Einw√§nde im Rathaus vorbringen.

„Pfenning“ wird Thema im Gemeinderat

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Guten Tag!

Hirschberg, 27. M√§rz 2010. Am kommenden Dienstag wird „Pfenning“ zum ersten Mal √∂ffentlich ein Thema im Gemeinderat. Die Verwaltung stellt einen Antrag, der zus√§tzlichen Verkehr „vermeiden“ soll.

Tagesordnungspunkt 7 der kommenden Gemeinderatssitzung am 30. M√§rz 2010 behandelt das „Bebauungsplanverfahren „N√∂rdlich der Benzstra√üe“ der Gemeinde Heddesheim; Offenlage gem. ¬ß 3 II BauGB; Stellungnahme der Gemeinde“ wie es in der Vorlage hei√üt.

Konkret geht es um ein Bauvorhaben der Phoenix 2010 GbR. Hinter der Gesellschaft b√ľrgerlichen Rechts (GbR) stehen zwei Personen: Karl-Martin Pfenning und Johann Georg Adler.

Pfenning ist in der Transportbranche tätig, Adler in der Immobilienbranche.

Diese zwei Personen planen nach eigener Aussage ein 100-Millionen-Euro-Investment auf Heddesheimer Gemarkung.

Im Gebiet „N√∂rdlich der Benzstra√üe“ wollen die beiden Investoren ein Logistikzentrum errichten.

Offiziell bekannt ist das Projekt unter „Pfenning“.

Einer der Mieter soll die Firma „pfenning logistics GmbH“ werden, die Teil der KMP-Holding GmbH ist. KMP steht f√ľr Karl-Martin Pfenning. Wie viele und welche anderen Mieter vorgesehen sind – dar√ľber gibt es keinerlei Informationen.

Geplant ist die Bebauung auf 200.000 Quadratmeter. Nach Angaben des Unternehmens kann dadurch ein Verkehr von bis zu 800 Lkw-Fahrten pro Tag in Spitzenzeiten entstehen. An „normalen“ Tagen seien es nur 400 Fahrten.

Der Verkehr soll √ľber den „Hirschberger Kreisel“ im Gewerbegebiet abgewickelt werden.

Das Gutachten der durch die Gemeinde Heddesheim beauftragten Firma Koehler, Leutwein und Partner GbR sagt, dass der Verkehr „noch“ in der Lage sei, √ľber den Kreisel „aufgenommen“ zu werden, empfiehlt aber einen „Bypass“.

In Heddesheim wurde in der politischen Debatte seit April 2009 eine enorme Zunahme des Verkehrs bef√ľrchtet. Das Unternehmen „Pfenning“ hat daraufhin im Sp√§tsommer einen so genannten „Verkehrslenkungsvertrag“ unterzeichnet.

Dieser sieht vor, dass kein Lkw-Verkehr √ľber 18-Tonnen durch den Ort f√§hrt. Falls doch, kann eine „Anzeige“ erfolgen und es wird eine Strafe von 20 Euro f√§llig – nach einer Kontrolle bei „Pfenning“, ob der Verkehr auch bei „Pfenning“ angefallen sei. Kontrollinstanz ist „Pfenning“. Anzeigen m√ľssen durch Angabe des Nummernschilds bei Pfenning oder der Gemeinde Heddesheim erfolgen.

Die Verwaltung der Gemeinde Hirschberg stellt die „Durchsetzbarkeit jedoch in Frage“, weil es sich um eine „Selbstreglementierung des Unternehmens“ handle. Die Mehrheit des Gemeinderats in Heddesheim ist von Befolgung dieser „Selbstreglementierung“ √ľberzeugt und hat den „Verkehrslenkungsvertrag“ beschlossen.

Die Verwaltung der Gemeinde Hirschberg stellt den Beschlussantrag, dass dem Bebauungsplan „N√∂rdlich der Benzstra√üe“ nur zugestimmt werden kann, wenn sichergestellt ist, dass „zus√§tzlicher Schwerlastverkehr durch das Logistikunternehmen in Hirschberg vermieden wird“.

Einen sch√∂nen Tag w√ľnscht
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Warum „Pfenning“ ein gro√ües Thema f√ľr Hirschberg ist

Guten Tag

Hirschberg, 27. Januar 2010. Bislang spielte das Thema „Pfenning“ in Hirschberg keine gro√üe Rolle auf der politischen Agenda. Das k√∂nnte sich schnell √§ndern – wenn es der GLH gelingt, die Hirschberger daf√ľr zu sensibilisieren. Die geplante Ansiedlung des Logistik-Unternehmens in Heddesheim hat in der Nachbargemeinde f√ľr einen enormen politischen Streit gesorgt – die Front verl√§uft quer durch den Ort. Ein √úberblick.

Von Hardy Prothmann

Man k√∂nnte meinen, in Heddesheim gibt es seit dem Fr√ľhjahr 2009 nur ein Thema: „Pfenning“. Tats√§chlich gibt es noch andere Themen – „Pfenning“ dominiert sie aber alle.

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Die geplante "Pfenning"-Ansiedlung. Das 200.000 Quadratmeter gro√üe Gel√§nde soll bis 2013 bebaut sein (Zum Vergleich: Das Baugebiet "Sterzwinkel" hat 7,48 Hektar, ist also nur ein Drittel so gro√ü). Links verl√§uft die Schienenanbindung. Klicken Sie f√ľr eine gr√∂√üere Darstellung. Quelle: Gemeinde Heddesheim

Am 04. Februar 2009 wurde die Standortentscheidung bekannt – das Viernheimer Unternehmen (2000 Mitarbeiter, 220 Mio. Euro Umsatz 2008) will nach Heddesheim umsiedeln. Auf das Areal „N√∂rdlich der Benzstra√üe“ (andere Seite von Edeka im Heddesheimer Gewerbegebiet).

Der Gemeinderat, inklusive der Fraktion B√ľndnis90/Die Gr√ľnen (3 Sitze) hatte sich f√ľr die Ansiedlung ausgesprochen. Die Gr√ľnen fanden die Idee gut, dass es einen Gleisanschluss ans Netz der Deutschen Bahn AG geben solle. Damit w√ľrde ein Teil des Warentransports von der Stra√üe auf die Schiene kommen.

Pro und Kontra

Die Argumente f√ľr die Ansiedlung: Keine Erschlie√üungskosten durch die Gemeinde, Ansiedlung in „einem Rutsch“, „erhebliche“ Gewerbesteuereinnahmen, bis zu 1000 Arbeitspl√§tze.

In einer ersten Stufe sollen dort auf einer Fl√§che von 200.000 Quadratmetern ein Logistikzentrum mit 110 Toren sowie ein Verwaltungsgeb√§ude, ein Werbepylon und ein Parkhaus entstehen. Ein Teil der Lagerhallen sollen bis zu 18 Meter hoch gebaut werden. Das Verwaltungsgeb√§ude soll 24 Meter hoch werden. Der Pylon √§hnlich dem im Hirschberger Gewerbegebiet √ľber 30 Meter hoch. Die Unternehmensgruppe hat sich eine Option auf mindestens weitere 15 Hektar gesichert.

Am 21. April 2009 stellten B√ľrgermeister Michael Kessler und Vertreter des Unternehmens das geplante Projekt im B√ľrgerhaus der √Ėffentlichkeit vor. Ende April erschien ein erster Flyer der IG neinzupfenning, der f√ľr hitzige Diskussionen im durch Verkehr, insbesondere Schwerverkehr stark belasteten Ort sorgte.

Ende April entstand auch das heddesheimblog Рzunächst als Recherchesammlung von Informationen zur geplanten Ansiedlung. Kurze Zeit später als redaktionelles Angebot.

Durch die Aktivit√§ten der IG neinzupfenning und den journalistischen Informationen des heddesheimblogs sowie einem politischen Sinneswandel der Gr√ľnen-Fraktion kamen Zweifel am Sinn und Zweck der Ansiedlung auf.

Gr√ľne „gewinnen“ Kommunalwahl durch Streit um Pfenning

Bei der Kommunalwahl schlie√ülich kam es zu einem Sieg der Gr√ľnen: Diese wurden zwar nicht st√§rkste Fraktion, verdoppelten aber ihre Sitze (von 3 auf 6). Die CDU verlor 2 Sitze (von 10 auf 8), die SPD einen Sitz (von 6 auf 5), die FDP (von 3 auf 2) konnte zun√§chst 3 Sitze halten, verlor dann aber doch einen Sitz, weil ein neu gew√§hlter Gemeinderat die Fraktion verlies (siehe Anmerkung der Redaktion am Textende).

Um die v√∂llig aus dem Ruder gelaufene √∂ffentliche Kommunikation durch die Gemeinde wieder zu „reparieren“, wurde das Bensheimer PR-Unternehmen IFOK engagiert. Kostenpunkt: 35.000 Euro. Das Ziel: Die √Ėffentlichkeit √ľber „Dialogrunden“ in die Debatte einbeziehen. Doch die Informationspolitik des B√ľrgermeisters Kessler bleibt √ľberwiegend intransparent. Bis heute behindert Kessler die journalistische Arbeit des heddesheimblogs.

B√ľrgerbefragung ergibt hauchd√ľnne Mehrheit f√ľr Pfenning

erreichbar

Hallen sind noch nicht gebaut - werden aber bereits vermarktet. Quelle: Pfenning

Am 27. September gab es zeitgleich zur Bundestagswahl eine B√ľrgerbefragung. Das Ergebnis war denkbar knapp: Die Bef√ľrworter der geplanten „Pfenning“-Ansiedlung erhielten 40 Stimmen mehr (50,35 Prozent zu 49,65 Prozent). Diese Mehrheit von 0,7 Prozentpunkten wurde durch CDU, SPD, FDP und den B√ľrgermeister als Wille der Bev√∂lkerung „bewertet“, dass die Ansiedlung weiter betrieben werden soll.

Der Ansiedlungswunsch der Unternehmensgruppe „Pfenning“ (KMP Holding GmbH) ist nachvollziehbar: Das Grundst√ľck ist einfach zu erschlie√üen und liegt verkehrsg√ľnstig an der A5. Einer der gr√∂√üten Kunden, die Henkel AG, produziert ihre Waschmittel direkt in G√ľterwaggons und verlangt von den angeschlossen Spediteuren die Ware von der Schiene zu √ľbernehmen.

B√ľrgermeister Kessler, die Mehrheiten von CDU und SPD sowie die FDP, sehen vor allem die m√∂glichen Gewerbesteuereinnahmen als starkes Argument sowie die Arbeitspl√§tze. Gewerbetreibende hoffen auf Auftr√§ge – was nat√ľrlich auch f√ľr das Hirschberger Gewerbe gelten k√∂nnte.

Große Versprechungen zweifelhaft Рzweifellos wird der Verkehr kommen

Tats√§chlich scheint es damit aber nicht weit her: Aus „bis zu 1000 Arbeitspl√§tzen“ wurden konkret erst einmal 300, aus Gewerbesteuereinnahmen „in betr√§chtlicher H√∂he“ wurden konkrete rund 200.000 Euro gemessen an den eigenen Zahlen von „Pfenning“.

Die Gegner argumentieren, dass die Ansiedlung den Ort „erdr√ľckt“ und bis zu 1000 Lkw-Bewegungen pro Tag nicht zu verkraften sind. Au√üerdem bringe sich die Gemeinde in eine existenzielle Abh√§ngigkeit, die vom Wohl und Wehe von „Pfenning“ abh√§ngig werde.

Weiter wird die „Verschandelung“ der Landschaft kritisiert, die Feinstaubbelastung oder die mindere Qualit√§t der Arbeitspl√§tze. Auch die m√∂glichen Auftr√§ge f√ľr das √∂rtliche Gewerbe werden in Zweifel gezogen, da ein solch gro√ües Projekt von ausw√§rtigen Firmen umgesetzt wird.

Intransparente Informationspolitik als Prinzip

Pikant: Anders als √∂ffentlich zun√§chst dargestellt ist keineswegs „Pfenning“ der Investor, sondern eine zwei-Mann-Gesellschaft „Phoenix 2010 GbR„: Karl-Martin Pfenning (wohnt in Hirschberg) und der Immobilienunternehmer Johann Georg Adler (Viernheim). Eine GbR hat keine Offenlegungspflichten. Von wem die ben√∂tigten 100 Millionen Euro kommen, wer alles eventuell hinter diesen beiden M√§nnern steht, bleibt damit im Dunklen.

„Pfening“ oder konkret „pfenning logistics“ wird nur Mieter sein.

Durch die Recherchen des heddesheimblogs kamen weitere pikante Details ans Tageslicht: Zun√§chst plante „Pfenning“ ein Chemielager mit gef√§hrlichen Stoffen. Dies wurde nun ausgeschlossen. Au√üerdem vermarktet „Pfenning“ die bislang weder genehmigten noch gebauten Hallen bereits seit Fr√ľhjahr 2009.

Das Unternehmen musste ebenfalls eingestehen, dass „bis zu“ tats√§chlich nur „m√∂glicherweise“ bedeutet. Konkret werden nun 300 Arbeitspl√§tze genannt – √ľberwiegend im Billiglohnbereich, sprich Lagerarbeiter. Auch die im Verh√§ltnis eher bescheidenen 200.000 Euro Gewerbesteuerzahlungen hat das heddesheimblog recherchiert und bekannt gemacht.

„Pfenning“ hatte vor einigen Jahren sehr viel „schlechte Presse“: Ein Betriebsrat soll zusammengeschlagen worden sein, Mitarbeiter wurden in neue Firmen umgesetzt, um Abfindungen zu sparen, die Pleite drohte. Auch diese Informationen wurden durch das heddesheimblog zusammengetragen und ver√∂ffentlicht.

Verkehrslenkungsvertrag soll die B√ľrger beruhigen

Auf der anderen Seite gibt es eine vollkommen unkritische Berichterstattung durch den Mannheimer Morgen, der bislang noch keine selbst recherchierte „Story“ zum Thema gebracht hat.

lagerwaggon

Gutes Argument: Waren werden per Schiene angeliefert (hier "Pfenning"-Lager in Viernheim). Schlechte Nachricht: Die Ware wird per Lkw weitertransportiert. Bild: hblog

B√ľrgermeister Kessler und „Pfenning“ versuchten die √Ėffentlichkeit mit einem „√∂ffentlich-rechtlichen Verkehrslenkungsvertrag“ zu beruhigen, wie ihn nun auch die Hirschberger GLH und B√ľrgermeister Just fordern.

Nach diesem deutschlandweit einmaligen Vertrag, der juristisches Neuland betritt, zahlt das Unternehmen f√ľr jeden Lkw √ľber 18 Tonnen, der doch durch den Ort f√§hrt eine Strafe von 20 Euro – sofern jemand das anzeigt. Dieser Vertrag soll nun auch mit der Gemeinde Hirschberg geschlossen werden.

Aus Sicht der Heddesheimer Gr√ľnen sind die Verkehrskreisel in den Gewerbegebieten nicht in der Lage, den zus√§tzlichen Lkw-Verkehr sowie Arbeitnehmer-Verkehr zu verkraften. Dem schlossen sich die Hirschberger GLH und B√ľrgermeister Just an. Ein Gutachten soll Klarheit schaffen. Als Tr√§ger √∂ffentlicher Belange will die Gemeinde Hirschberg dies als Einwand gegen den Planungsvorentwurf einbringen.

Wenn Sie sich √ľber die Ansiedlung informieren m√∂chten, empfehlen wir Ihnen neben allen √∂ffentlich zug√§nglichen Quellen unsere Berichterstattung auf dem heddesheimblog, wo hunderte Artikel im vergangenen Jahr zum Thema erschienen sind.

Sie k√∂nnen dort √ľber die Suche, √ľber das Men√ľ oder √ľber die Schlagworte (rechte Spalte) alle dort ver√∂ffentlichten Informationen frei recherchieren. Selbstverst√§ndlich k√∂nnen Sie f√ľr Nachfragen die Redaktion per email oder Telefon kontaktieren.

Anm. d. Red.:
Hardy Prothmann ist Journalist und verantwortlich f√ľr das hirschbergblog und das heddesheimblog. Im Februar kommt mit dem ladenburgblog ein weiteres redaktionelles Angebot hinzu.

Diese neue Form der Lokalberichterstattung findet bundesweit Aufmerksamkeit und gilt als „Zukunft des Lokaljournalismus“. Lesen Sie hier Berichte √ľber das heddesheimblog.

In Heddesheim ist Hardy Prothmann als parteiloser Kandidat auf der FDP-Liste (Platz 11) in den Gemeinderat gew√§hlt worden. Er gewann die Liste mit 20 Prozent Vorsprung vor dem Fraktionsvorsitzenden Frank Hasselbring. Nach kurzer Verhandlung verlie√ü Prothmann die FDP-Fraktion und √ľbt als partei- und fraktionsloser Gemeinderat ein freies Mandat aus. Sechs Wochen vor der Wahl hatte er mit der Berichterstattung √ľber „Pfenning“ begonnen.