Mittwoch, 12. Juni 2019

Kommandant Mayer: „Wir haben stets versucht, das Optimale zu erreichen.“

Deutlicher Worte und ein klarer Appell von Kommandant Mayer.

 

Hirschberg/Großsachsen, 19. Januar 2012. (red) Gut gelaunt und glĂŒcklich geht anders. Bei der letzten Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Großsachsen war die Stimmung durchwachsen.

Von Hardy Prothmann

Die Anspannung ist zum Greifen. Kommandant Heiner Mayer, sein Stellvertreter Michael Braun und BĂŒrgermeister Manuel Just sitzen an einem Tisch. Sie reden kaum, eigentlich gar nicht miteinander.

Alle wirken angespannt. Die rund 70 Feuerwehrleute, Aktive, Alte Herren und 17 Mitglieder der Jugendfeuerwehr schauen nach vorne. Man steht auf, gedenkt der Toten. Es folgen die Berichte.

Deutliche Worte

NĂŒchtern, sachlich, beherrscht werden sie vorgetragen. Heiner Mayer verzieht keine Miene und spart nicht an deutlichen Worten.

Auch wenn die Wehren mit der Standortentscheidung nicht einverstanden waren, sind wir zufrieden, dass das Konzept weitgehend umgesetzt wurde und wird.

Heiner Mayer verteilt seine Anmerkungen zur bevorstehenden Funktion auf mehrere Reden. Im Bericht des Kommandanten sagt er:

Einige Male mussten wir die stimmberechtigten Mitglieder des baubegleitenden Ausschusses buchstĂ€blich Einbremsen, wenn fĂŒr die Feuerwehr unzweckmĂ€ĂŸige BeschlĂŒsse gefasst werden sollten.

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Kurze Ansprach von BĂŒrgermeister Just.

BĂŒrgermeister Just sitzt am Tisch und hört aufmerksam zu. Seine Miene ist ernst – die sonst oft gezeigte Heiterkeit will ihm heute nicht gelingen.

Wir hatten bislang ein Alleinstellungsmerkmal – wir waren lange die einzige Gemeinde mit zwei Wehren.

Er versucht die Stimmung aufzulockern. Das gelingt auch ein wenig. Auf Einzelheiten will er nicht eingehen und fasst sich fĂŒr seine VerhĂ€ltnisse sehr, sehr kurz:

Es waren schwierige Themen, die sachbezogen diskutiert worden sind.

Insgesamt acht Sitzungen gab es. Was fĂŒr den einen sachbezogen war, gilt dem anderen manchmal als „unzweckmĂ€ĂŸig“.

Heiner Mayer fĂ€llt dieser Termin nicht leicht. Seit 16 Jahren ist er Kommandant der Großsachsener Feuerwehr. Die vier Jahre, die er kĂŒnftig als ZugfĂŒhrer noch Dienst in der dann gemeinsamen Hirschberger Wehr tun wird, hĂ€tte er vielleicht gerne mit einem 20-jĂ€hrigen DienstjubilĂ€um abgeschlossen.

Doch die Zeit ist anders. Und Mayer beweist GrĂ¶ĂŸe. Es gibt kein Wort der Klage zu Differenzen zwischen den Wehren. Es gibt keine Anschuldigungen.

Klarer Appell.

DafĂŒr aber einen klaren Appell:

Die Feuerwehren Leutershausen und Großsachsen haben mit dem Konzept das Fundament fĂŒr die Zukunft der Feuerwehr Hirschberg gelegt. Die Gemeinde hat darauf sogar im wörtlichen Sinne unser Haus gebaut. Jetzt liegt es an uns, dieses mit Leben zu fĂŒllen.

Zur Person:

Heiner Mayer (61) ist seit 47 Jahren Mitglied der Feuerwehr Großsachsen. Seit 1996 ist er Kommandant, zuvor war er vier Jahre stellvertretender Kommandant.
Sein Vorbild ist sein Vater – wie so hĂ€ufig bei Feuerwehrleuten. Mit 14 Jahren trat Heiner Mayer in die Jugendfeuerwehr ein.
Der gebĂŒrtige Großsachsener ist Kaufmann und Vater von vier Kindern.

 

Traditionsreiche Feuerwehr wird verabschiedet

115 Jahre Feuerwehr Großsachsen

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Hirschberg/Großsachsen, 19. Januar 2012. (red) Nach 115 Jahren endet die Geschichte der Feuerwehr Großsachsen und die neue Geschichte der Feuerwehr Hirschberg beginnt am 28. Januar 2012.

Es begann mit Löscheimern, Handspritzen, Leitern. 1897 grĂŒndeten 45 MĂ€nner die Freiwillige Feuerwehr Großsachsen. Im verflixten siebten Jahr ihres Bestehens kam der erste Großbrand. Das WirtschaftsgebĂ€ude des Gasthauses „Zum goldenen Löwen“ stand in Flammen. Zwei StĂ€lle und Scheunen sowie mehrere NebengebĂ€ude wurden ein Opfer der Flammen.

1911 erhielt die Feuerwehr eine mechanische Leiter mit zwölf Metern Steighöhe, die bis in die 70-er Jahre im Einsatz war und heute noch funktionsfÀhig in einer Scheune lagert.

In den 30-er Jahren kam die erste Motorspritze hinzu. WĂ€hrend des Krieges bestand die Feuerwehr vor allem aus Frauen und Kindern – die MĂ€nner waren im Krieg.

Ab 1951 bestimmte der Kommandant Karl Schröder fĂŒr 29 Jahre das Geschehen der Großsachsener Feuerwehr.

1959 wurde das erste Löschfahrzeug angeschafft, gleich 1960 mussten die Kameraden drei GroßbrĂ€nde in vier Tagen bekĂ€mpfen – ein Brandstifter hielt den Ort in Atem.

In den 70-er Jahren erreichte die Großsachsener Wehr mit ĂŒber 100 Aktiven den höchsten Personalstand. 1974 wurde die Jugendfeuerwehr gegrĂŒndet.

1975 wurde das Feuerwehrhaus am Riedweg bezogen.

1980 wurde das erste wasserfĂŒhrende Fahrzeug TLF 1/25 in Dienst gestellt.

Mehr und mehr leistet die Feuerwehr auch technische Hilfestellungen, ist bei UnfÀllen schnell vor Ort, rettet Menschenleben. Und muss manchmal auch Tote bergen.

Der Brand des Rathauses vor zehn Jahren ist noch im GedÀchtnis.

Heute hat die Feuerwehr Großsachsen 134 Mitglieder, darunter 67 Aktive und 19 bei der Jugend.

Es wird ein ordentliches Haus ĂŒbergeben. Die KassenprĂŒfer Eberhard Korsch und Christian WĂŒrz bestĂ€tigten Matthias Kreis eine einwandfreie KassenfĂŒhrung.

Der Förderverein ĂŒbergibt sein Vermögen der neuen gemeinsamen Wehr.

In der Hauptversammlung beschließt die Versammlung eine SatzungsĂ€nderung, da die Feuerwehr Großsachsen mit der Bildung einer gemeinsamen Wehr zusammen mit den Leutershausener Kameraden dann Feuerwehr Hirschberg heißen wird.

Mit einer Dia-Show von Michael Braun werden Erinnerungsfotos aus einer traditionsreichen Geschichte gezeigt.

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RĂŒckblick auf zahlreiche auch schwierige EinsĂ€tze

2011 war die Feuerwehr Großsachsen stark gefordert

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Überlandhilfe beim Großbrand im Heddesheimer Brunnenweg.

Hirschberg/Großsachsen, 19. Januar 2012. Insgesamt 41 Mal musste die Feuerwehr Großsachsen im Jahr 2011 ausrĂŒcken – sieben Mal mehr als im Jahr zuvor. Einmal wegen eines tödlichen Unfalls am Bahnhof.

2011 mussten neun BrandeinsĂ€tze bewĂ€ltigt werden, 15 Mal leistete die Wehr technische Hilfe und 17 Mal rĂŒckte sie auf Grund von Fehlalarmen aus – fast alle in den Gewerbegebieten.

„Langweilig“ war das Jahr nicht. Ob Zimmerbrand, Fahrzeugbrand, UnfĂ€lle, TĂŒröffnung, Tierrettung, Überlandhilfe – die Kameraden wurden zu unterschiedlichsten EinsĂ€tzen gerufen.

Dazu kamen zwölf Sicherheitswachen und insgesamt 24 Übungen mit den Kameraden aus Leutershausen.

Daniel Fritz, Daniel Kohl und Andreas Strifler (Jugendwart) absolvierten den Lehrgang zum AtemschutzgerĂ€tetrĂ€ger bei der Berufsfeuerwehr Heidelberg. Olaf Sebastian bildete sich an der Landesfeuerwehrschule Bruchsal zum ZugfĂŒhrer weiter.

Der stellvertretende Kommandant Michael Braun trug den Einsatzbericht und den des Jugendwarts vor, der arbeitsbedingt nicht teilnehmen konnte.

Am 15. Januar 2012 rettete die Feuerwehr Hirschberg einen Mann aus einem zerquetschten Auto auf der A5.

Foto: PR-Video, Marco Priebe